sysiphus hat geschrieben: ↑So 27. Jul 2025, 10:42
Peter D hat geschrieben: ↑Sa 26. Jul 2025, 00:50
Benzindepot 650L 400LWasser 1983.jpg
ob das Micropurisierte Wasser nach 42 Jahren noch brauch ist, würd ich mal in einem Labor googeln.. das Benzin dort ist jedenfalls tot.
Ich war mit meinem Reisepartner allein beim Depot, daher konnten wir mit dem Van nicht alles mitnehmen.. die Gruppe von 3 Vans war schon beim runterfahren vor Dakar getrennt. Die Lebensversicherung ohne Konvoi war ein Amateurfunktgerät.
Ihr ward ganz offensichtlich eine fröhliche Gruppe mit ausgeprägtem Elan, mit der ich mich bei einem zufälligen Treffen auch gern mal unterhalten hätte. Zumindest, wenn Ihr dabei Hosen angehabt hättet!
(Eure jugendliche Ignoranz dortiger kultureller und klimatischer Gegebenheiten [an die man sich besser nicht durch nackte Haut, sondern durch luftige Kleidung anpasst], war schon recht auffällig, aber wirklich nicht selten.)
Besonders deshalb, weil sie in erstaunlichem Gegensatz zum sehr eindrucksvollen Können - und Eurer perfekten technischen Ausstattung bei der Orientierung - steht. Aber gut, nun bleiben die gravierenden Erinnerungen an Zeiten nahezu unbeschränkter Freiheit - zumindest für uns Reisende - dort, wie es sie nicht mehr geben wird!
(Ich war einige Jahre vor Euch dort zum ersten Mal unterwegs: mit IGN-Karten, Kompass und Fernrohr; mit Abstechern nach In Ziza, Tin-Missao und weiter über Timiaouine nach Mali. Zwar nur mit meinem 4x4 allein, der allerdings nicht nur der wahrscheinlich beste zivile Untersatz seiner Zeit, sondern auch neu war.)
Michi - mein Reisepartner, (damals blutjunger Arzt, der uns impfte, da 10monatige Reisezeit) und ich waren schon klar das man so i.d.R. nur querfeldein im EmptyQuarter so rumlaufen kann, wo in tausend jahren keiner vorbeikommt...
In Timbuktu waren wir sehr vorsichtig, dort ist bis 1952 (das ist faktenbasiert) noch jeder Europäer umgebracht worden, der wagte die heilige Stadt zu betreten..
Bei uns 1983, waren es immerhin noch mit einem Messer aufgestochene Reifen, mit denen ich erst die Fahrt beendet bis ich bei einer Polizeistation ankam, da fuhr ich nur mehr auf der Felge.. stehenbleiben war damals keine gute Idee..
Wir sind aber auch im Sahel zwar selten so rumgelaufen, aber da hatten die Peul, und die Togons mitunter weniger an als wir.
Mit denen tanzten wie Nacht durch..

Wo immer wir so rumliefen, in 10 monaten gab es deswegen niemals auch nur den Ansatz irgendeiner erkennbaren Betroffenheit..
Dem Reif Peter, (vom Wolfgangsee/OÖ, Ralleyfahrer, Paris-Dakar-Sieger) beim runterfahren nach Noackchott, der immer Shorts bis und übers Knie trug, konnte man es schon ansehen... Der kam aber auch von der konservativen Ecke..
Michi sagte immer, das er niemals auf eine Burka (die auch ein entsprechendes Frauenbild in der öffentlich vermittelt..) negativ in Wien reagieren würde, das steht ihm ihr gegenüber nicht zu, er erwarte sich daher auch den Respekt ihm gegenüber im anderen Land, wenn er - weil nicht so hitzeanpassungsfähig wie der Afrikaner - einfach in der Not weniger anzieht.
lg Peter
Der Mut des Wassertropfens besteht darin, dass er es wagt, in die Wüste zu fallen