Lothar hat geschrieben: ↑Do 20. Nov 2014, 17:11
Können die Massai nachweisen, dass es IHR Land ist ?
Haben sie Anspruch darauf, weil sie dort seit Generationen leben ?
Ich versuche gedanklich eine Lösung für Fragen wie diese zu finden. Hm, ist nicht trivial ...
So was wie Besitzverhältnisse sollte "der Staat" regeln, die Administration in Daressalam, in diesem Fall nachträglich, weil es offensichtlich schon zu Kolonialzeiten verbummelt wurde. Die Briten scheinen organisatorisch irgendwas geregelt zu haben, wenn es Pachtverträge mit einer (langen) Laufzeit gab. Daß der Ablauf der Pachtverträge anerkannt wurde und entsprechende Besitzurkunden ausgestellt wurden, scheint aktuell auf rechtsstaatliche Methoden hinzudeuten. Aber das war in Kenia, denn vor 99 Jahren spielten im heutigen Tansania noch die Deutschen. Die Briten kamen erst später.
Lothar hat geschrieben: ↑Do 20. Nov 2014, 17:11
Ein Grundbucheintrag werden sie wohl nicht haben.
Was glaubst du, mit welchen trickreichen Methoden sie zum Verkauf bewegt werden können ...
Auf der einen Seite hat ein Staat eine Fürsorgepflicht. Jaja, ich weiß, daß das nicht mal in Mitteleuropa funktioniert, daher schon mal gar nicht in Ostafrika

Auf der anderen Seite versuchen die Mächtigen in einem Staat diesen auszubeuten. Da gleichen sich Mitteleuropa und Ostafrika in erschreckender Weise.
Kann man ein Nomadenvolk in ein Reservat stecken, diesem von Staats wegen einige Regeln überstülpen, z.B. ein Verbot des Landverkaufs, und dieses "Volk" einer Selbstverwaltung überlassen?
Einerseits gibt es wohl "das eine Volk" gar nicht, das man in ein Reservat sperren kann, andrerseits, wie Du andeutest, gibt's dann sicher irgendwelche Clanchefs, die sich früher für Glasperlen, heute für Landcruiser oder Mobiltelefone irgendwelche Rechte abschwatzen lassen. Hier sind es Saudis, die eine Schießbude haben wollen, beim nächsten Mal sind es Chinesen, die Ackerland haben wollen, oder Firmen aus Europa, Nordamerika, Australien oder Asien, die an Bodenschätze heran wollen.
Lothar hat geschrieben: ↑Do 20. Nov 2014, 17:11
Also - selbst bei den Massai, die schon Erfahrungen mit Landverkauf und Landbesitzt haben, besteht die Gefahr, dass sich ein durchschnittlicher Europäer die Haare raufen würde, wenn er erführe, nach welchen Kriterien über den Landverkauf entschieden wurde. Die Massai im Loliondo-Gebiet sind - so glaube ich - noch unbedarfter.
Kennst Du den Film "Local Hero" aus dem Jahr 1983 (mit der genialen Musik von Mark Knopfler), der in Schottland eine ähnliche Thematik abhandelt? Sehr realistisch, daher sehe ich nicht mal groß Unterschiede zwischen dem ach so fortschrittlichen Mitteleuropa und Ostafrika.
Ich kann mir meine Eingangsfrage nicht mal ansatzweise beantworten, weiß aber, daß das, was über die Landnahme bei den Massai bekannt ist, mit europäisch-bürgerlicher Denkweise verhindert werden sollte, frage mich aber, ob man die Massai bevormunden darf. Die sollten den Saudis eher einen 10jährigen Pachtvertrag geben, damit während der Zeit jeder sieht, was die "Gäste" treiben, und sie dann eine Revisionsmöglichkeit haben.
Gruß, Ralf