Burundi violence: Belgium and EU act over 'rising risk'Belgium has advised its citizens to leave Burundi, and the EU is cutting staff levels in the country because of the "rising risk of violence".
14.11.2015 - BBC
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Birgitt
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Burundi violence: Belgium and EU act over 'rising risk'Belgium has advised its citizens to leave Burundi, and the EU is cutting staff levels in the country because of the "rising risk of violence".
Schießereien in der HauptstadtIm Zentrum der Hauptstadt sind Kämpfe ausgebrochen. Ein Armeelager soll angegriffen worden sein. Das Militär patroulliert und hat Straßensperren aufgebaut. - Nach Schießereien und Explosionen ist das öffentliche Leben in der Hauptstadt Burundis zum Erliegen gekommen. Im Zentrum von Bujumbura patrouillierten Militär- und Polizeifahrzeuge, Straßensperren wurden aufgebaut, wie Augenzeugen am Freitag sagten. Nach Militärangaben wurde in der Nacht ein Armeelager angegriffen. Hintergrund der Gewalt ist der Streit über die dritte Amtszeit von Präsident Pierre Nkurunziza.
Tote bei Angriff auf MilitärbasenSoldaten riegeln die Hauptstadt ab, nachdem Militäreinrichtungen attackiert wurden. Es gibt Berichte über Festnahmen und Hinrichtungen. - In Burundi hat die blutigste Gewalt seit dem gescheiterten Militärputschversuch vom Mai zahlreiche Tote gefordert und eine Welle schwerer Repression gegen Regierungsgegner nach sich gezogen. Nach offiziellen Angaben starben am Freitag morgen 12 „feindliche Angreifer“ bei einem zurückgeschlagenen Versuch bewaffneter Untergrundkämpfer, drei Militärbasen am nördlichen und südlichen Stadtrand der Hauptstadt Bujumbura zu erstürmen. Unabhängige Quellen sprechen von mehreren Dutzend Toten, darunter auch Regierungssoldaten.
Mehr als 40 Tote in einer NachtBei der neuen Eskalation der Gewalt in Burundi sind allein in der vergangenen Nacht mehr als 40 Menschen getötet worden. Das berichtet die Agentur AFP unter Berufung auf Augenzeugen aus der Hauptstadt Bujumbura. Soldaten hätten wahllos auf junge Männer geschossen [...] Wie Augenzeugen der Nachrichtenagentur AFP berichteten, lagen in mehreren Vierteln Leichen auf den Straßen. Die Einwohner beschuldigten Soldaten, während der Nacht wahllos auf junge Männer geschossen zu haben - oft aus unmittelbarer Nähe. Allein im Viertel Nyakabiga wurden demnach 20 Todesopfer gezählt.
Proteste gegen UNO-PolizeimissionIn Burundis Hauptstadt Bujumbura haben hunderte Menschen gegen die Entsendung einer Polizeimission der Vereinten Nationen demonstriert. Man werde niemals zulassen, dass ein UNO-Polizist seinen Fuß ins Land setze, sagte einer der Kundgebungs-Teilnehmer. - Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen in New York hatte gestern die Entsendung einer Polizeitruppe mit bis zu 228 Beamten nach Burundi beschlossen.
Dutzende Tote bei MassakerWenige Tage vor einem Verfassungsreferendum in Burundi hat ein blutiger Überfall die Spannungen im Land verschärft. Am 17. Mai sollen die Burunder über eine Verfassungsänderung abstimmen, die einen Verbleib des Präsidenten Pierre Nkurunziza im Amt bis 2034 möglich machen soll. In der Nacht zum Samstag starben 26 Menschen, als eine Gruppe Bewaffneter den Hügel Ruhagarika in der Gemeinde Buganda im Nordwesten des Landes überfiel, bestätigte die burundische Regierung am Samstag. Sicherheitsminister Albert-Guillaume Bunyonyi sprach von einem „Terrorangriff“ [...] Der Überfall ereignete sich rund 500 Meter vor Grenze zum Kongo, die Täter zogen sich nach ihrem Angriff über den Ruzizi-Grenzfluss ins Nachbarland zurück. Ob die Angreifer auch aus dem Kongo kamen, ist unklar.
Repression in Burundi - Todesschwadron und Staatsterror„Niemand traut sich mehr, den Kopf zu heben“, sagt Innocent Muhozi. Der burundische Journalist lebt in Ruanda, seit sein Radiosender Radio-Télé Rénaissance in Burundis Hauptstadt Bujumbura im Mai 2015 von Soldaten mit Granaten und Sturmgewehren zerstört wurde – Teil der Niederschlagung eines angeblichen Putschversuchs gegen Präsident Pierre Nkurunziza. „Nkurunziza und seine Gruppe haben eine Tyrannei eingesetzt, die den Eindruck erzeugt, das Land sei ruhig. Aber es sitzen Tausende junge Leute im Gefängnis. Jeden Tag verschwinden Menschen, werden gefoltert oder verprügelt.“ [...] Besonders gefährdet in dieser Situation sind Burundis Tutsi, gegen deren Herrschaft im Land die Hutu-Rebellen Nkurunzizas einst gekämpft hatten. Der aus Ruandas Völkermord bekannte Code für Massaker an Tutsi, nämlich der Aufruf an die Hutu-Bevölkerung, „an die Arbeit zu gehen“, sei auch von Burundis Senatspräsident Révérien Ndikuriyo benutzt worden, so Muhozi. Das war im Oktober 2015 und erregte Aufsehen, sodass die Staatsmacht jetzt diskreter vorgehe. „Man sagt jetzt ‚kamwe kamwe‘ – einer nach dem anderen. Sie töten nicht massiv, sondern unauffällig: mal einer hier, mal einer da. Am Ende sind es trotzdem Hunderte Tote.“
Verordnungen gegen Frauen in Burundi - Nicht mehr abends rausIn Teilen Burundis dürfen Frauen abends nicht mehr frei das Haus verlassen. Wie die burundische Internetzeitung Ivomo News berichtet, sollen in den Gemeinden Muyinga und Nyabiraba junge Frauen nach 18 Uhr nicht mehr in Begleitung junger Männer auf die Straße gehen, in Musongati wiederum dürfen Frauen ab 19 Uhr nur noch in Begleitung ihres Ehemanns ausgehen [...] Das erste Verbot gelte schon seit März, berichtet die oppositionelle Internetplattform, die im Exil erscheint. Es soll laut den Behörden „unerwünschte Schwangerschaften“ vermeiden [...] Das zweite Verbot, das am 6. Mai in Musongati verfügt wurde, ist komplexer. Man müsse etwas unternehmen, da junge Burunderinnen zahlreiche nicht mit der traditionellen burundischen Kultur zu vereinbarende Gewohnheiten entwickelt hätten
Bildung war einigen Staatsführern schon immer ein Dorn im Auge.Schüler und Studenten treffen sich abends zum Lernen unter der Straßenbeleuchtung – ein von den Behörden argwöhnisch beobachtetes Phänomen.