Wüstenwandern mit Hilfmitteln. Aber wie?

Unterwegs zu Fuß, mit Kamel oder Muli, mit dem Drahtesel

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Wolfgang K
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Re: Wüstenwandern mit Hilfmitteln. Aber wie?

Beitrag von Wolfgang K »

Bieten die Naben eine Möglichkeit Bremsscheiben zu montieren?
Alexander
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Re: Wüstenwandern mit Hilfmitteln. Aber wie?

Beitrag von Alexander »

Du meinst diese Scheiben? Das müsste ich mir mal ansehen und evtl. unseren Fahrradhändler um Rat fragen, ob die Naben dazu geeignet sind. Ich sehe aber keinen Grund, warum das nicht möglich sein sollte.

Bild
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Wolfgang K
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Re: Wüstenwandern mit Hilfmitteln. Aber wie?

Beitrag von Wolfgang K »

Jepp. Wobei das evtl schon zu viel Hightech ist, um einen Karren zu bremsen.

Evtl reicht ja auch eine Konstruktion mit der man radial auf die Reifen drücken kann. Eine Art Wippe unter dem Gestell, die von vorn auf beide Reifen wirkt. Es müssen ja keine Keramik Bremsen sein. Du wirst ja selten schneller als 70km/h werden. :wink:
AndreasLidl
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Re: Wüstenwandern mit Hilfmitteln. Aber wie?

Beitrag von AndreasLidl »

Lieber Alex,

ich würde Dir empfehlen, für Gefällestrecken einen absenkbaren Anker zu montieren.
Diese Konstruktion ist sehr robust und langlebig.

Außerdem könntest Du beim Einsatz des Ankers gleich den Wüstenboden etwas auflockern.
Für spätere Begrünungsprojekte...


Bild


Aber achte bitte darauf, dass Du den Anker nicht am Stöpsel des Fasses festmachst! :mrgreen:

Gruß Andreas
Alexander
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Re: Wüstenwandern mit Hilfmitteln. Aber wie?

Beitrag von Alexander »

AndreasLidl hat geschrieben:Außerdem könntest Du beim Einsatz des Ankers gleich den Wüstenboden etwas auflockern.
Für spätere Begrünungsprojekte...
Jetzt aber Andreas. Ich bin vieleicht ein Esel, aber kein Ackergaul :mrgreen:
So ein richtiger Schiffsanker wiegt ganz schön. Den bewege ich nicht einmal mit meiner WK. :shock:

Grüsse
Alexander
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AndreasLidl
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Re: Wüstenwandern mit Hilfmitteln. Aber wie?

Beitrag von AndreasLidl »

Hallo Alexander,

beim lesen einer "Fachzeitschrift" ist mir plötzlich siedendheiß der Gedanke gekommen, dass Du möglicherweise die Form der Räder noch nicht maximal optimiert hast:

Bild
Quellenangabe: "Primax", Kinderzeitschrift der Volksbank, Ausgabe September 2013


Zitat:
"Erst die kreisrunde Form des Rades ermöglicht die rollende Fortbewegung."

Lieber Alexander,
das solltest Du bitte beherzigen und Dir die Formel genau einprägen!

Gruß Andreas
Kuno
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Re: Wüstenwandern mit Hilfmitteln. Aber wie?

Beitrag von Kuno »

Du zeigst aber schon eine fortgeschrittene Entwicklungsstufe: Die dreieckingen Raeder holpern naemlich einmal weniger als die vorher ueblichen viereckigen...
Alexander
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Re: Wüstenwandern mit Hilfmitteln. Aber wie?

Beitrag von Alexander »

Am Wochenende ist es nun so weit. Die WK1 wird am Nordseestrand in Holland getestet.
Andreas hat sich liebenswürdigerweise bereit erklärt zusammen mit mir den Test durchzuführen.

Uns steht ein umfassendes Testprogramm bevor.

1. Ausladen der WK aus dem Fahrzeug und Zusammenbau. Andreas wird die Benutzerfreundlichkeit dabei im Auge behalten und natürlich auch den Sicherheitsaspekt. Gibt es irgendwelche scharfe Kanten, die schwere Verletzungen in der Wüste verursachen könnten? Ist schweres Spezialwerkzeug zum Auseinander- und Zusammenbau notwendig oder reicht eine einfache Ratsche mit einer 10er Nuss?

2. Transport der WK zum Strand und drei 20 Liter Wasserkanister. Andreas und ich sind uns noch nicht einig, wer die 60 kg Wasser zum Strand schleppen wird. :roll:

3. Beladen der Wüstenkarre mit dem Ziel die optimale Balance zu erreichen.

4. Sollten die 60 kg nicht ausreichen, würde Andreas noch sein Lebendgewicht zur Verfügung stellen.

5. Anlegen der Ziehgurte. Es gibt hier verschiedene Alternativen, die wir testen werden. Dabei steht im Vordergrund, dass die Gurte im Falle einer Gefahr in einem Bruchteil einer Sekunde abgelegt werden können.

6. Da ich der grauere von uns beiden bin, darf ich die Karre auch ziehen. :roll: Bei verschiedener Sandkörnung- und dichte und unterschiedlichem Reifendruck wird die Einsinktiefe der Räder empirisch ermittelt. An diesem kritischen Punkt wird sich zeigen, ob wir die richtigen Reifen gewählt haben, oder ob wir auf grössere Pneus evtl. sogar Ballonreifen umsteigen müssen.

7 Alternativ werden wir uns ein Strandbuggy ähnliches Gefährt mieten (sofern verfügbar). Diese Buggies sind in der Regel mit grösseren Reifen ausgerüstet. Es muss allerdings geprüft werden, ob Reifen dieser Grösse überhaupt praktikabel sind.

8. Zwischen jedem der oben aufgeführten Punkte, werden wir eines der Strandrestaurants aufsuchen, um neue Kräfte und neues Gewicht für unseren Test zu sammeln. Es soll dort frische Scampi bis zum Abwinken geben. Auch davon werden wir u.U. berichten.

9. Test der WK unter Wasser, was sich an der Nordsee natürlich anbietet. Die Alukonstruktion dürfte weniger der Korrossion ausgesetzt sein wie z.B. ein Eisenrohrrahmen.

10. Streiche Punkt 9. da uns die Wassertemperaturen derzeit nicht bekannt sind.

Sollte jemand noch offene Punkte finden, dann bitte hier posten.

Grüsse
Alexander
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Alexander
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Re: Wüstenwandern mit Hilfmitteln. Aber wie?

Beitrag von Alexander »

AndreasLidl hat geschrieben:beim lesen einer "Fachzeitschrift" ist mir plötzlich siedendheiß der Gedanke gekommen, dass Du möglicherweise die Form der Räder noch nicht maximal optimiert hast
Jetzt weiss ich, was mich so gestört hat. Beim Ziehen des Wagens traten eigenartige Schüttel- und Rüttelbewegungen auf. Da ich die Karre ziehe und nicht schiebe fiel mir natürlich die asymmetrische Forum der Bereifung nicht auf. Meine Toyotareifen sind zwar nicht perfekt und schon gar nicht ausgewuchtet, aber sollten eine wesentlich rundere Forum besitzen als die eckigen Räder, die ich derzeit verwende. Ich taufe daher meine WK1 in Sandcruiser um. Wobei eckige Räder ja schon wieder ein Widerspruch in sich darstellt. Ich sehe schon, unser zweitägiger Test an der Nordsee dürfte noch einige Unzulänglichkeiten offenbaren.

Grüsse
Alexander
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AndreasLidl
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Re: Wüstenwandern mit Hilfmitteln. Aber wie?

Beitrag von AndreasLidl »

Hi,
Alexander hat geschrieben: Ich taufe daher meine WK1 in Sandcruiser um.
Ja!

Sandcruiser

Das ist es! Der Name ist perfekt!

Gruß Andreas
AndreasLidl
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Re: Wüstenwandern mit Hilfmitteln. Aber wie?

Beitrag von AndreasLidl »

Hi,

oh nein!

Ich nehme alles zurück!

Der Name ist doch nicht so perfekt. Es gibt schon ein Vehikel mit diesem Namen.

Und , lieber Alexander, damit willst Du sicher nicht Deine Wüstenwanderung machen:

http://ilcaustralia.org.au/products/16640

Gruß Andreas
Alexander
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Re: Wüstenwandern mit Hilfmitteln. Aber wie?

Beitrag von Alexander »

AndreasLidl hat geschrieben: oh nein!

Ich nehme alles zurück!
Oh shit :shock:
A stainless steel framed attendant propelled, all terrain, manual wheelchair with a marine grade canvas seat and backrest designed for use on the beach, on the snowfields and on bush trails. It can be dismantled for transport.
Die Karre hat aber riesige Reifen. Soweit man das aber auf dem Bilder erkennen kann, besitzen die Reifen trotz ihrer Grösse eine verhältnismässig geringe Auflagefläche. Zumindestens auf festem Boden. Vieleicht gibt es auf unserem Testgelände so einen Chair mit adequater Bereifung :mrgreen:

Das nehmen wir in unser Testprogramm auf 8)

Grüsse
Alexander
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schnorr
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Re: Wüstenwandern mit Hilfmitteln. Aber wie?

Beitrag von schnorr »

Alexander hat geschrieben: Sollte jemand noch offene Punkte finden, dann bitte hier posten.
euer test wird aber keinerlei aussagen zu der saharatauglichkeit finden, da das gemeine wüstensandkorn eine andere form hat, wie das gemeine durch wasser geformte sandkorn gemischt mit muschelschalen.


off topic: beim recherchieren zu sandkornformen bin ich auf das unglaubliche sandkornparadoxon gestossen und komme zu dem schluss, dass es die sahara gar nicht geben kann, denn solche dünen könnte nur einen haufen sand beinhalten.
Es gibt verschiedene Varianten der Haufenparadoxie, die jedoch alle auf das gleiche Problem hinweisen. Beispielhaft soll sie hier eine Version mit Sandkörnern vorgestellt werden:

Wir gehen davon aus, dass 100 Sandkörner ein Haufen sind (Falls dies bestritten wird, kann auch mit einer höheren Zahl begonnen werden). Entscheidend ist die zweite Prämisse (die auch als Axiom zu verstehen ist): Wenn wir von einem Haufen Sand ein Sandkorn entfernen, dann bilden die restlichen Sandkörner weiterhin einen Haufen. Somit lässt sich folgern: Weil 100 Sandkörner ein Haufen sind, sind auch 99 Sandkörner ein Haufen; weil aber 99 Sandkörner ein Haufen sind, sind auch 98 Sandkörner ein Haufen usw. Letztendlich gelangen wir so zu der Aussage, dass bereits ein Sandkorn ein Haufen ist. Das ist eine Aussage, die wir intuitiv nicht akzeptieren wollen.

Die Paradoxie lässt sich auch andersherum aufziehen; indem wir nämlich davon ausgehen, dass ein Sandkorn kein Haufen ist und sich durch das Hinzufügen eines Sandkorns kein Sandhaufen nicht in einen Sandhaufen verwandeln lässt. Dann entsteht niemals ein Haufen, auch wenn wir beliebig viele Sandkörner hinzufügen. Das ist ebenfalls kontraintuitiv, da es doch Haufen gibt.
http://de.wikipedia.org/wiki/Paradoxie_des_Haufens
Viele Grüße
Jörg

meine Reisen unter http://jschnorr.com/
Alexander
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Re: Wüstenwandern mit Hilfmitteln. Aber wie?

Beitrag von Alexander »

Hallo Jörg,
euer test wird aber keinerlei aussagen zu der saharatauglichkeit finden, da das gemeine wüstensandkorn eine andere form hat, wie das gemeine durch wasser geformte sandkorn gemischt mit muschelschalen.
Im Prinzip hast du recht. Wüstensand und Strandsand besitzen eine unterschiedliche Konsistenz. Daher kann man z.B. den Wüstensand nicht für den Bau verwenden, obwohl es ihn im Überfluss gibt.

Viele Länder haben daher den Export von Strandsand bzw. Bausand unterbunden, da dieser Sand, man will es nicht glauben, immer knapper wird. Es gibt schon Mafia ähnliche Organisationen, die sich auf den Sandschmuggel, ein Milliardengeschäft übrigens, spezialisiert haben. Um dem Sandmangel entgegen zu wirken, wird der Sand bereits aus dem Meer gewonnen mit dem Ergebnis, dass der verbleibende Sand in die entstandenen Löcher nachfliesst. Dies hat Auswirkungen auf umliegende Inseln, Riffe und auch auf Festlandufer.

Da der Wüstensand bzw. Sandkörner durch den Windabrieb eine mehr runde Form aufweisen, verbindet sich der Sand weniger stabil, wobei die Einsinktiefe im lockeren Sand signifikanter sein dürfte als im Strandsand. Zum Vergleich kann man ein Loch in den Wüstensand und in den Strandsand graben. Das Wüstensandloch füllte sich schneller als das am Strand. Dennoch sollte der Test zumindestens einen Anhalt über die Tauglichkeit der Bereifung ergeben.

Ob jetzt ein Sandkorn ein Haufen darstellt oder erst wenn ein zweites Sandkorn hinzukommt die Voraussetzungen eines Haufens erfüllt sind, werden wir in unserem Test unberücksichtigt lassen ;-)

Grüsse
Alexander
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Re: Wüstenwandern mit Hilfmitteln. Aber wie?

Beitrag von martin1101 »

Hallo Alexander,
du bereitest dich ja akribisch auf deine nächste Wüstentour vor, echt spannend !

Wir aber erst gerade von der nörlichen schwarzen Wüste zurück (Island) und auch dort gäbe es für dich ein reiches Beätigungsfeld.
Es gab Tage, da dachte ich, wir wäre in einer schwarz gefärbten Sahara - wunderbar !

Alles Gute
Martin
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