Afrika braucht Aufklärung, die erreicht man allerdings nicht allein durch Lehrer. Der grundlegende Unterschied von deutschen und afrikanischen Lehreren ist die Aufgabe. Afrikanische Lehrer vermitteln das Alphabet und das kleine Einmaleins, fertig. In Deutschland hat der Lehrer einen weitergehenden Auftrag, z.B. soziales Verhalten, Aneignen von Wissen.
Deshalb ändert sich in Afrika überhaupt nichts, wenn sie Lesen und Schreiben können. Sie leben weitgehend im gleichen Trott weiter wie es die "Alten" vormachen oder auch bestimmen.
Auch wenn der Familienverbund eine sehr schöne Sache ist, so sind doch die Alten weitgehend verantwortlich für das Verharren an alten "Traditionen".
Traditionen deshalb in Anführungszeichen, weil die vermeintlichen Traditionen oft nur wenige Jahrzehnte alt sind.
Als Beispiel: obwohl die Desertifikation unaufhaltsam voran schreitet, tut niemand wirklich etwas dagegen. Es ist halt Tradition, Ziegen zu halten, die fressen alles weg, was nur irgendwie zu Fressen ist. Da werden Bäumchen gepflanzt und mit Verschalungen gegen Ziegen geschützt. Anstatt die Ziegen einfach zu beseitigen. Die Ziegen laufen unkontrolliert in der ganzen Stadt und im Umland herum, vermehren sich, niemand braucht die Milch oder das Fleisch. Sie sind halt gut um den Unrat zu beseitigen. Viehhaltung in einem begrenztem Bereich gibt es nicht, sonst müßte man sich ja um die Viecher kümmern. Wenn Regenzeit ist, steht das Gras über einen Meter hoch, niemand schneidet das Gras, nimmt es als Heu. Die frei laufenden Ziegen werden es schon fressen. Wenn dann Trockenzeit ist, ca. 9 Monate im Jahr, reißt man eben Zweige von den Bäumen und wundert sich dann, das es immer weniger Bäume gibt. Da wurde ein kleiner Park angelegt, mit einem Eisenzaun umzäunt, irgend wann haben Ziegen den Zaun überwunden und zerstört. Also kein Park mehr. Man sieht es, zuckt die schultern, das wars. Nachdenken, warum, wieso, was kann man tun? Zuviel!
Man schimpft über die Ratten, aber den Müll wegräumen? Nein! Man hat einen schönen großen Kindergarten gebaut, für ca. 200 Kinder oder mehr. Davor ein großer Platz. Irgendwann hat jemand Müll hingeworfen, jetzt ist auf einem halben Quadratkilometer vor dem Kindergarten ein Müllplatz. Die Kinder gehen durch die Müllhügel in den Kindergarten. Ungeziefer, Ratten, Krankheiten? Man zuckt mit den Schultern.
Die Eltern der Kinder gehören zu den Besserverdienenden!
Aber so hat man es schon immer gemacht.
So ist es eben, was soll man da machen?
Traditionen und die Folgen
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Wolfgang K
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Re: Traditionen und die Folgen
Man könnte den „Westen“ endlich zur Verantwortung ziehen ?
- Uwe Schmitz
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Re: Traditionen und die Folgen
@ wolfgang K:
ist das ironisch gemeint?
es stimmt doch vieles schon, was da genannt wird, und daran ist nicht der "westen" schuld...
unsere wirtschaft läuft vielleicht auch deshalb besser, weil viele solcher "problemchen" auch wieder "korrigiert" werden, und das gibt jobs.
der zaun wird repariert, das heu gemäht, die ziegen gemolken, der müll gesammelt und entsorgt usw...
der "westen" könnte es zeigen, wie es gehen könnte, doch dann sind wir wieder beim thema "entwicklungs"-hilfe.
ewiges thema
meint
uwe
ist das ironisch gemeint?
es stimmt doch vieles schon, was da genannt wird, und daran ist nicht der "westen" schuld...
unsere wirtschaft läuft vielleicht auch deshalb besser, weil viele solcher "problemchen" auch wieder "korrigiert" werden, und das gibt jobs.
der zaun wird repariert, das heu gemäht, die ziegen gemolken, der müll gesammelt und entsorgt usw...
der "westen" könnte es zeigen, wie es gehen könnte, doch dann sind wir wieder beim thema "entwicklungs"-hilfe.
ewiges thema
meint
uwe
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Wolfgang K
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Re: Traditionen und die Folgen
Hallo Uwe !
Genau so ironisch wie Deine Frage hoffentlich rhetorisch
Warum das ? Bei dem Beispiel des Kindergartens wird sich, wenn es wirklich hinreichend stört, jemand finden der über die Grenzen der Familie und der Tradition hinweg ein par Leute zusammen trommelt oder man gemeinsam jemanden engagiert der es wegräumt und anschließend darauf achtet, dass keiner um die Eck schleicht und seinen Mist hinwirft.
Um so was zu organisieren braucht man sicher keine Hilfe aus Europa, man muss es nur tun, wenn man es denn will.
Grüße
Wolfgang
Uwe Schmitz hat geschrieben:@ wolfgang K:
ist das ironisch gemeint?
Genau so ironisch wie Deine Frage hoffentlich rhetorisch
Uwe Schmitz hat geschrieben:
der "westen" könnte es zeigen, wie es gehen könnte,
Warum das ? Bei dem Beispiel des Kindergartens wird sich, wenn es wirklich hinreichend stört, jemand finden der über die Grenzen der Familie und der Tradition hinweg ein par Leute zusammen trommelt oder man gemeinsam jemanden engagiert der es wegräumt und anschließend darauf achtet, dass keiner um die Eck schleicht und seinen Mist hinwirft.
Um so was zu organisieren braucht man sicher keine Hilfe aus Europa, man muss es nur tun, wenn man es denn will.
Grüße
Wolfgang
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Hans-Gunter H.
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Re: Traditionen und die Folgen
Hilfe aus Europa wäre genau das falsche, wie ich der Meinung bin, dass Entwicklungshilfe allgemein der falsche Weg ist. Aufklärung ja, Hilfe nur wo es wirklich nicht anders geht. Das größte Problem ist das fehlende Verständnis für die Problematik. Müll-Ratten-Ungeziefer-Krankheiten. Man hat auch kaum ein soziales Gewissen. Wichtig ist die Familie, dann die engere, danach die weitere Verwandschaft. Wieder danach kommt die Sippe, also die ganz entfernt Verwandten. Dann kommt nichts mehr, kein Sinn für das Viertel, den Ortsteil oder gar das Dorf oder die Stadt. Wenn bei uns jemand seinen Müll im Garten oder auf der Strasse hin wirft, kommt sicher ein Nachbar und beschwert sich. Nicht in Afrika! Man zuckt die Schultern und sucht sich einen Weg durch den Müll.



