Kongo | Kampf um Bodenschätze und Reichtum

Nachrichten zu und aus den Sahara- und Wüstenregionen.

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Birgitt
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Rohstoffboom in Afrika: Zwischen Ausbeutung und Wohlstand

Beitrag von Birgitt »

Wieder einmal steht ein Rohstoffkonzern massiv in der Kritik. Zwei Schweizer kirchliche Hilfswerke erheben in einer neuen Studie den Vorwurf, die in der Schweiz ansässige Glencore verarbeite Kupfer, das in einer Mine im Kongo unter „prekären Bedingungen“ von Kindern gefördert werde. Überdies wird der Konzern bezichtigt, dass er Arbeitsrechte missachte, Umweltschäden verursache und Steuern vermeide [...] So schwer es für viele Kritiker zu akzeptieren ist: Die einzige Chance für Entwicklungsländer, sich wirklich zu entwickeln, liegt oft darin, für einen Übergangszeitraum ein höheres Verschmutzungsniveau und niedrigere Gehälter in Kauf zu nehmen – genau wie dies in Europa im Frühkapitalismus der Fall war. Man kann dies Ausbeutung nennen – aber auch Industrialisierung. Für den Kongo ist dies derzeit der einzig gangbare Weg zu etwas mehr Wohlstand. Wer dies verhindern will und lieber, wie im Fall von Coltan, keine Investitionen wünscht, sorgt oft unbeabsichtigt dafür, dass die allermeisten Menschen in Afrika noch lange in abgrundtiefer Armut verharren werden.
Rohstoffboom in Afrika: Zwischen Ausbeutung und Wohlstand
24.04.2012 - AZ online

Gruß
Birgitt
Kuno
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Re: Kongo - Kampf um Bodenschätze und Reichtum

Beitrag von Kuno »

Kompliment an die AZ fuer den Artikel. Das Thema wir fuer einmal aus einem anderen Blickwinkel beleuchtet und die AZ verfaellt nicht in das in unseren Medien mittlerweile als Standard gefuehrte "Firmen Bashing". Dazu auch dieses Zitat:

"Statt die Entwicklungshindernisse in einem ganz anderen kulturellen, ökonomischen und politischen Umfeld wie dem Kongo anzuerkennen, empören sich die Bürger reicher Staaten oft nur selbstgerecht über vereinzelte (und nicht akzeptable) Schäden, die Unternehmen vor Ort anrichten – aber ignorieren darüber völlig den durch das Engagement der Unternehmen zumindest ansatzweise geschaffenen Wohlstand, der offenbar als selbstverständlich empfunden wird."
Bodensee
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Re: Kongo - Kampf um Bodenschätze und Reichtum

Beitrag von Bodensee »

Gerade der Kongo unter der Fuchtel des Herrn Kabila ist ein Paradebeispiel, wie die Welt bewusst den Blick abwendet und die Realitäten ausblendet. Zur AZ, allein schon diese Bemerkungen zeigen, wes Geistes Kind der Schreiberling ist
"So schwer es für viele Kritiker zu akzeptieren ist: Die einzige Chance für Entwicklungsländer, sich wirklich zu entwickeln, liegt oft darin, für einen Übergangszeitraum ein höheres Verschmutzungsniveau und niedrigere Gehälter in Kauf zu nehmen – genau wie dies in Europa im Frühkapitalismus der Fall war. Man kann dies Ausbeutung nennen – aber auch Industrialisierung. Für den Kongo ist dies derzeit der einzig gangbare Weg zu etwas mehr Wohlstand. Wer dies verhindern will und lieber, wie im Fall von Coltan, keine Investitionen wünscht, sorgt oft unbeabsichtigt dafür, dass die allermeisten Menschen in Afrika noch lange in abgrundtiefer Armut verharren werden."

Nach seiner Meinung sind also moderne, neuzeitliche Maschinen, Prozesse und Techniken für Entwicklungsländer verboten, die sollen gefälligst mit veralteten Methoden arbeiten... Wir dagegen installieren Filter, Kats etc. und sehen zu (und weg!), wie andernorts Natur und Umwelt dauerhaft geschädigt werden. Unsere Enkel dürfen dann in 30 Jahren die Renaturierung und Wiederinstandstellung teuer bezahlen! Pfui Teufel, sag ich da bloss.

Reisewarnung des EDA, Auszug:
"Es ist verboten, uniformierte Personen, militärische Einrichtungen und öffentliche Bauten (Flughäfen, Brücken usw.) zu fotografieren. In Kinshasa darf generell nur mit einer offiziellen Bewilligung fotografiert werden. Autofahrer, die bei einer Begegnung mit dem Fahrzeugkonvoi des Präsidenten nicht unverzüglich die Strasse freigeben und anhalten, werden bestraft. Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz werden mit mehrjährigen Gefängnisstrafen geahndet. Die Haftbedingungen sind prekär."

http://www.faz.net/aktuell/politik/ausl ... 39794.html

http://www.gtz.de/de/weltweit/afrika/13226.htm

Zur Situation im Osten der DR Kongo aus dem Bundestag:
http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/16/138/1613863.pdf

Steht denn BRD im Kongo etwa für „Bescheisse richtig Deutschland“
http://www.cebfx.net/?p=3738&wpmp_switcher=mobile

Betrug um Betrug: http://www.taz.de/!82509/

http://www.3sat.de/mediathek/?display=1 ... &obj=23604

http://blog.zeit.de/kongo/2011/12/19/ko ... eiter-akt/
Hier ein Auszug daraus:
"Man hätte, zweitens, Kabila und seinem Machtzirkel in den vergangenen Jahren immer wieder verdeutlichen müssen, dass es inzwischen gezielte Sanktionen gibt gegen Politiker, die ihre Auslandskonten mit der Beute aus der Staatskasse füllen. Kurz vor den Wahlen am 28. November hatte Eric Joyce, Vorsitzender der Arbeitsgruppe zur Region der Großen Seen im britischen Parlament, einen Bericht veröffentlicht, wonach Kabila und Co. Rohstoffkonzessionen weit unter Wert an ausländische Scheinfirmen (zugelassen auf gute Freunde des Präsidenten) verscherbelt und die öffentliche Hand damit um über fünf Milliarden Dollar geprellt haben. Das entspricht nach Berechnungen des Kongo-Experten Jason Stearns 80 Prozent des jährlichen Haushaltsbudgets.
Dass so etwas immer noch möglich ist, ist ein Skandal. Dass es inzwischen zum Untersuchungsgegenstand eines europäischen Parlaments wird, ist ein Fortschritt – so viel investigative Energie würde man sich auch im Bundestag mal wünschen. Was (noch) fehlt, sind politische Konsequenzen. Also konsequenter Druck seitens des IWF und anderer Geldgeber, Untersuchung weiterer Fälle, gezielte Sanktionen."
Es reicht, wenn der Betrag nur halb so gross ist:
http://www.mlpd.de/2012/kw02/kongo-mass ... demokratie
Das ist neu – diese Bewegung, noch spontan, wenig organisiert, aber sehr heftig, drückt einen Sprung im Bewusstsein der Massen aus. Kabila hatte ihnen Entwicklung des Landes und Frieden versprochen – und was hat er gemacht? Er hat sich, seinen Clan und seine Gefolgschaft bereichert. In seiner Amtszeit hat er dafür rund 25 Milliarden Dollar an die Seite geschafft. Das an Bodenschätzen so reiche Land hat mittlerweile das niedrigste Pro-Kopf-Einkommen in Afrika: 150 Dollar im Jahr („Deutschlandfunk“, 26.6.10).
Kuno
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Re: Kongo - Kampf um Bodenschätze und Reichtum

Beitrag von Kuno »

Bodensee hat geschrieben:Nach seiner Meinung sind also moderne, neuzeitliche Maschinen, Prozesse und Techniken für Entwicklungsländer verboten, die sollen gefälligst mit veralteten Methoden arbeiten... Wir dagegen installieren Filter, Kats etc. und sehen zu (und weg!), wie andernorts Natur und Umwelt dauerhaft geschädigt werden. Unsere Enkel dürfen dann in 30 Jahren die Renaturierung und Wiederinstandstellung teuer bezahlen! Pfui Teufel, sag ich da bloss.
Bitte?
Wie kommst du darauf, dass das, was du da schreibst, die Meinung des "Schreiberlings" ist?
:shake:
Bodensee
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Re: Kongo - Kampf um Bodenschätze und Reichtum

Beitrag von Bodensee »

Kuno, dann wiederhole ich diesen Satz aus der AZ:
""Die einzige Chance für Entwicklungsländer, sich wirklich zu entwickeln, liegt oft darin, für einen Übergangszeitraum ein höheres Verschmutzungsniveau und niedrigere Gehälter in Kauf zu nehmen – genau wie dies in Europa im Frühkapitalismus der Fall war. Man kann dies Ausbeutung nennen – aber auch Industrialisierung. ""

Dass die einheimischen Arbeiter keine EU-Beamten-Gehälter beziehen können ist klar. Dass aber "ein höheres Verschmutzungsniveau" als gottgegebene einzige Chance dargestellt wird, damit habe ich mehr als Mühe. Sauberes Wasser,
saubere Abwässer, damit verbunden der Aufbau einer Infrastruktur mit Sicherheit, Schulen, Spital, Strassen, Eisenbahn, nötigenfalls wo möglich Schiffahrt ist meiner Meinung nach heutzutage ein Muss für Grossprojekte. Da gehört es aber auch dazu, gegebenenfalls dafür zu sorgen, dass die Einnahmen aus Steuern und Royalties dem Volk zugutekommen und nicht der Präsidentenclique.
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Re: Kongo - Kampf um Bodenschätze und Reichtum

Beitrag von Kuno »

Bodensee hat geschrieben:Dass die einheimischen Arbeiter keine EU-Beamten-Gehälter beziehen können ist klar. Dass aber "ein höheres Verschmutzungsniveau" als gottgegebene einzige Chance dargestellt wird, damit habe ich mehr als Mühe.
Ich weiss jetzt nicht, wie du auf "EU Beamtengehaelter" als Referenz kommst. Und wenn du den Artikel vielleicht doch noch enmal in seiner ganzen Laenge lesen wuerdest, dann saehest du vielleicht auch, dass der Autor nicht einfach einen "Freibrief" an Grossfirmen und Grossprojekte ausstellt sondern dass er sich gerade auch auf die vielen kleinen -vor allem lokalen- Firmen (oder gar unorganisierten Schuerfer) bezieht.
Bodensee hat geschrieben:...saubere Abwässer, damit verbunden der Aufbau einer Infrastruktur mit Sicherheit, Schulen, Spital, Strassen, Eisenbahn, nötigenfalls wo möglich Schiffahrt ist meiner Meinung nach heutzutage ein Muss für Grossprojekte.
Warum "heutzutage"? So wie ich es sehe, ist die von den Firmen errichtete Infrastruktur schon frueher oft die einzige moderene Infrastruktur gewesen, welche in abgelegenen Gegenden zur Verfuegung stand. Diese wird normalerweise nicht als Gefaelligkeitsakt fuer die Bevoelkerung errichtet sondern ist einfach Bedingung, dass die Industrieanlage regulaer betrieben werden kann.
Bodensee hat geschrieben:Da gehört es aber auch dazu, gegebenenfalls dafür zu sorgen, dass die Einnahmen aus Steuern und Royalties dem Volk zugutekommen und nicht der Präsidentenclique.
Den Verwendungszweck der gezahlten Steuern und anderen Abgaben selber bestimmen?
Sehr gute Idee.
Kuno
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Konfliktfreises Zinn aus dem Kongo

Beitrag von Kuno »

Seit Ende 2012 produziert Kalimbi pro Monat rund 100 Tonnen «konfliktfreies» Zinnerz – dies soll die Plombe nachweisen.

"Nyabibwe, 90 Kilometer nördlich von Bukavu über dem Kivusee gelegen, ist ein Bergbaustädtchen wie andere in der ostkongolesischen Provinz Südkivu. Es lebt von der nahen Zinnmine am Flüsschen Kalimbi, die von handwerklich arbeitenden Mineuren ausgebeutet wird. Die Gegend ist häufig in Nebel gehüllt; im April trieft das Regenwasser von den Tropenbäumen, die bis zum Bergkamm wachsen. Laut Wabunga Singa Zébédé, dem zuständigen Distriktchef, bilden die 800 Bergmänner den wirtschaftlichen Rückhalt des Städtchens, dazu kommen Négociants (Zwischenhändler) für das Zinnerz, Transporteure, Dienstleister und überdurchschnittlich viele Prostituierte.
Gutes und schlechtes Erz

In anderer Hinsicht ist Nyabibwe einzigartig. Letztes Jahr gründeten das International Tin Research Institute (ITRI), eine in London ansässige Vereinigung der Zinnindustrie, der kongolesische Staat, Exportfirmen, Bürgerbewegungen und Expertengruppen eine Initiative für «konfliktfreies» Zinnerz (Conflict-Free Tin Initiative; CFTI). Sie soll gewährleisten, dass nur Zinn in den Handel gelangt, an dem sich nicht irreguläre Milizen und Kriegsherren bereichern. Im Ostkongo ist ein 2002 geschlossener Frieden weitgehend Fiktion geblieben. Rebellen, regierungstreue Milizen und renitente Einheiten der Armee erheben Schutzgelder von Bergleuten und anderen Beschäftigten des informellen Bergbausektors."


Den ganzen, langen Artikel findet ihr hier: https://www.nzz.ch/ordnung-machen-in-ei ... ld.1044916
Birgitt
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Die Kobalt-Kinder des Kongo für unsere Smartphones

Beitrag von Birgitt »

Was haben Kinder in kongolesischen Kobalt-Minen mit unseren Smartphones zu tun? Laut Amnesty schuften dort schon Siebenjährige für die Batterien bekannter Hersteller.
Smartphones aus Kinderarbeit
19.01.2016 - Zeit
Children as young as seven are being sent down dangerous mines in the Democratic Republic of the Congo to extract highly valued cobalt for batteries to power the world's electronic devices. Laptops, mobile phones and electric cars all require the mineral for lithium batteries, and half the world's cobalt supply is found in the DRC, a report by Amnesty and the NGO Afrewatch published on Tuesday said. In 2014, about 40,000 children worked in mines across the country, according to UNICEF. At least 80 artisanal miners died underground in southern Congo between September 2014 and December 2015, but that number could be far higher, according to the report. After Congolese children and adults risk their lives in the mines, cobalt is then sold to Chinese and South Korean battery manufacturers who supply major tech and car companies such as Apple, Microsoft, Samsung, Sony, and Volkswagen, it said.
Report highlights plight of DRC's 'cobalt children'
19.01.2016 - Aljazeera

Exploiting DRC's 'cobalt kids'
19.01.2016 - Aljazeera

Gruß
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Die geheimen Geschäfte eines Rohstoffgiganten

Beitrag von Birgitt »

Die "Paradise Papers" enthüllen, wie sich der Schweizer Rohstoffriese Glencore mithilfe eines umstrittenen Geschäftspartners eines der größten Kupfervorkommen im Kongo sicherte. Experten sehen das sehr kritisch ...
Glencore und Gertler sicherten sich in den Jahren 2008 und 2009 eines der lohnendsten Kupfer-Vorkommen des afrikanischen Landes: eine Minengesellschaft namens Katanga. Anfangs hielt der Schweizer Rohstoffmulti nur etwa acht Prozent der Minengesellschaft; am Schluss waren es mehr als 70 Prozent. Beim Einstieg von Glencore im Winter 07/08 hing die Zukunft von Katanga jedoch in der Luft - wichtige Verträge mit dem kongolesischen Staat, die für den Zugang zu den wertvollen Minenlizenzen essentiell waren, mussten neu ausgehandelt werden [...] Am Ende unterschrieb die staatliche kongolesische Minengesellschaft einen Vertrag, in dem statt zwischenzeitlich geforderter 585 Millionen US-Dollar nur noch 140 Millionen Dollar von Katanga verlangt wurden. Dies kommt am Ende mehrheitlich den Eigentümern von Katanga zu Gute: Durch eine gemeinsame Übernahme brachten Glencore und Gertler im Sommer 2009 rund 90 Prozent von Katanga unter ihre Kontrolle.
Die geheimen Geschäfte eines Rohstoffgiganten
06.11.2017 - tagesschau

Es sind nicht immer nur die Chinesen ... ;-)

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Bergbaukrise im Kongo | Weltgrößte Kobaltmine schließt

Beitrag von Birgitt »

Ein Fünftel des Kobalts der Welt kommt aus Mutanda in der Demokratischen Republik Kongo. Jetzt wird Glencore die Mine schließen, da nicht mehr wirtschaftlich ...
Der Boom des wichtigstens Rohstoffs für E-Autos und die Energiewende ist vorbei [... ] Die Diskussion über Kinderarbeit in Kongos Minen und über unzumutbare Arbeitsbedingungen befördert die Entwicklung zertifizierter, teurerer Handelsketten und treibt Abnehmer in die Suche nach Alternativen. BMW verkündete im April den Verzicht auf kongolesisches Kobalt zugunsten von australischem und marokkanischem. Chinas Industrie hält gigantische Lagerbestände. Batterien werden kleiner und leichter, der Rohstoffbedarf sinkt. Als Investorenliebling hat Kobalt ausgedient. [...] Es droht also ein gigantisches Loch in Kongos Staatsfinanzen. Die altbekannten Folgen – unbezahlte Soldaten und Staatsdiener, die die Bevölkerung ausplündern – wollen die 80 Millionen Kongolesen nicht noch mal erleiden.
Bergbaukrise im Kongo: Weltgrößte Kobaltmine schließt
08.08.2019 - taz

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Kongos Kobalt und Europas Rohstoffhunger

Beitrag von Birgitt »

Die enormen Bedarfe an Rohstoffen für Elektromobilität haben Kongo in eine bessere Verhandlungsposition gebracht. Europa setzt auf Rohstoffsicherheit. Doch die Realitäten vor Ort sind andere ...
Tatsächlich entfallen auf den Kongo heute mehr als zwei Drittel der weltweiten Kobaltproduktion. Mit dem zentralafrikanischen Land steht und fällt die weltweite Produktion. Nach einem Tiefpunkt von 800 Tonnen Jahresertrag im Jahr 1994 hat sich das Volumen bis 2020 auf 98.000 Tonnen mehr als verhundertfacht, während der Ertrag in der restlichen Welt sich etwas mehr als verdoppelt hat - ein vergleichsweise sanfter Anstieg. Europa sucht, der Kongo bietet - so einfach ist die Gleichung in diesem Kontext nicht. Cecilia Trasi, Analystin für Energie und Klima beim europäischen Thinktank Bruegel, ordnet ein: "Die Mehrheit der weltweiten Kobaltreserven liegt im Kongo, aber verarbeitet werden drei Viertel davon in China. Wenn wir das Kobalt nutzen wollen, müssen wir uns also an China wenden." [...<] Bei genauem Hinsehen finden sich dann tatsächlich Spuren europäischer Projekte im Kongo: Ein groß angelegtes Infrastrukturprojekt soll die Bergbaustadt Kolwezi direkt mit Lobito in Angola verbinden, neue Straßen und Stromtrassen entstehen. So soll der Anschluss an den Atlantischen Ozean und damit an Europa verbessert werden - ein Stück Selbstständigkeit und Entscheidungsmacht für den Kongo.
Mühsame Annäherung: Kongos Kobalt und Europas Rohstoffhunger
22.11.2024 - DW World

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"Blutmineralien" | Was Kongos Klage gegen Apple bedeutet

Beitrag von Birgitt »

Die DR Kongo beschuldigt Apple, illegale "Blutmineralien" zu verwenden. Der US-Konzern widerspricht vehement - doch Experten wie lokale Aktivisten bestätigen dubiose Transportwege über Ruanda und Uganda ...
"Der Kongo will Verbrauchern zeigen: Das Produkt, das ihr in den Händen haltet, ist von internationalen Verbrechen verseucht." So formuliert der belgische Anwalt Christophe Marchand im DW-Gespräch das Ziel seines Mandanten. In der am Dienstag eingereichten Klage, die für viel Aufsehen sorgte, wirft die DR Kongo dem Tech-Giganten Apple vor, Rohstoffe zu verwenden, die aus dem illegalen Abbau in kongolesischen Minen stammen. Es geht vor allem um sogenannte 3T-Rohstoffe (Zinn, Tantal, Wolfram) und Gold. Einige Minen werden von bewaffneten Gruppen betrieben, die nach Angaben von UN-Experten und Menschenrechtsgruppen an Massakern an der Zivilbevölkerung, Massenvergewaltigungen, Plünderungen und anderen Verbrechen beteiligt sind.
"Blutmineralien": Was Kongos Klage gegen Apple bedeutet
20.12.2024 - DW World

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DR Kongo | Nord-Kivu - Unglück in Coltan-Mine Rubaya, Masisi Territory

Beitrag von Birgitt »

Bergarbeiter in der Demokratischen Republik Kongo werden gnadenlos ausgenutzt. Obwohl das Land reich an Bodenschätzen ist, profitiert die Bevölkerung nicht davon. Nun gab es wieder ein verheerendes Unglück in einer Mine ...
Dem U.S. Geological Survey zufolge produzierte das Land im Jahr 2023 etwa 40 Prozent des weltweiten Coltan-Angebots - wobei Australien, Kanada und Brasilien weitere große Lieferanten sind. Über 15 Prozent der weltweiten Tantalversorgung stammen aus den Minen von Rubaya. Der Standort, an dem die lokale Bevölkerung für wenige Dollar pro Tag ​von Hand gräbt, steht seit 2024 unter der Kontrolle der Rebellengruppe M23.

Viele Tote nach Erdrutsch in Coltan-Mine im Ostkongo
31.01.2026 - DW World

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