Wüstenwandern mit Hilfmitteln. Aber wie?

Unterwegs zu Fuß, mit Kamel oder Muli, mit dem Drahtesel

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TGerd
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Re: Wüstenwandern mit Hilfmitteln. Aber wie?

Beitrag von TGerd »

Bei der Auswahl der Räder sollte man noch beachten, daß ein dreieckiges Rad gegenüber einem viereckigen Rad einen bedeutenden technologischen Fortschritt darstellt, weil es bei jeder Umdrehung um 360° einen Hupfer weniger macht.

Gruß
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Alexander
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Re: Wüstenwandern mit Hilfmitteln. Aber wie?

Beitrag von Alexander »

TGerd hat geschrieben:Bei der Auswahl der Räder sollte man noch beachten, daß ein dreieckiges Rad gegenüber einem viereckigen Rad einen bedeutenden technologischen Fortschritt darstellt, weil es bei jeder Umdrehung um 360° einen Hupfer weniger macht.
Das habe ich bereits in meine Überlegungen mit einbezogen :lach: :lach: :lach: (ich geh kaputt)

Grüsse
Alexander
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TGerd
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Re: Wüstenwandern mit Hilfmitteln. Aber wie?

Beitrag von TGerd »

Albatross hat geschrieben: '... Bei Sand als Untergrund und viel Gewicht auf die Achse macht es mir als Zugpferd schwer den einsinkenden Wagen zu ziehen ...'
In dem Zusammenhang verweise ich nochmals auf meinen Hinweis zur Flächenpressung im Sand und auf das von mir favorisierte Rad mit breiter Lauffläche. Dieses dürfte auf jeden Fall einem Luftreifen gegenüber im Vorteil sein, auch hinsichtlich der Sicherheit gegenüber Lochstichen. Das Rad funktioniert in jedem Gelände, es gibt ja nicht nur Sand.

Eine variable Achsposition wird unnötig, da die Gewichtsverlagerung bei Bedarf bei mittiger Achsposition sehr einfach bewerkstelligt werden kann, einfach einen der Wasserkanister entsprechend so festbinden, daß man das Deichselgewicht an der Hüfte den persönlichen Bedürfnissen im jeweiligen Gelände anpaßt (siehe auch weiter oben > Gummiband-Knotenschnur). Die Karre möglichst leicht bauen bei ausreichender Stabilität, desto mehr Wasser und Müsliriegel können mitgenommen werden. Darum dreht sich doch der Fred seit Alexens letzter Tour.

Er will weiter in ein Land, als je ein Mensch zuvor gesehen hat. Obwohl ihm das schwerfallen wird. Es gibt keine weißen Flecken in der Sahara mehr. Es gibt nur noch die, die in uns drin sind. Das mag zumindestens einen Versuch wert sein.

Denkt sich
TGerd
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Alexander
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Re: Wüstenwandern mit Hilfmitteln. Aber wie?

Beitrag von Alexander »

Da es am Morgen ziemlich start geregnet hatte, entschloss ich mich, den Tag in der Garage zu verbringen. Leider kam dann irgendwann die Sonne raus und es hat mir gestunken, dass ich doch nicht nach Hachenburg gefahren bin. Evtl. kann mir ja jemand sagen, was ich verpasst habe. Na ja, das ich etwas verpasst habe, weiss ich eigentlich schon.

Nun gut, ich habe die Zeit genutzt, um an meiner Wüstenkarre (WWK I) weiter zu basteln.

Linke und rechte Deichseln:
IMG_7745.jpg
Die Stellen, an denen die Schweissnähte entstehen sind eigentlich ganz gut geworden.
IMG_7747.jpg
So sieht dann der unter Teil aus, also die Fläche, auf welche Wasserkanister usw. geladen und transportiert werden.
IMG_7751.jpg
Die Achse wird quer angeschweisst. Ein richtig stabiles Teil.
IMG_7752.jpg
Als nächstes wird geschweisst. Ich habe mich zwischenzeitlich entschlossen, die Schweissarbeit von einem Experten durchführen zu lassen. Andreas hat mir da einen heissen Tipp gegeben. In Krefeld gibt es einen Aluschweisser der von WIG bis Laser alles an Aluschweisstechnologie anbietet. Ich werde bei ihm demnächst mal vorbeischauen. Ich frage mich nur, ob ich ihm sagen soll, dass das ein Wüstenwagen werden soll. Er könnte mich für verrückt erklären :roll:

Sollte die Firma mir das Zusammenbruzzeln können, dann gibt es noch einige Anpassungen, die Deichselenden und hinten an der Karre noch zwei Querstreben. Dann nochmal schweissen und dann wird endlich getestet :h:

Grüsse
Alexander
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Alexander
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Re: Wüstenwandern mit Hilfmitteln. Aber wie?

Beitrag von Alexander »

Eine mehr theoretische als praktische Frage.
Wie leicht wäre eine sagen wir vollbeladene 70 kg Karre, wenn die Reifen mit Helium befüllt würden.
Ich habe vor längerer Zeit gelesen, das Radrennfahrer ihre Reifen mit Helium aufpumpen und teilweise sogar den Fahrradrahmen mit Helium füllen, da das Gas leichter als Luft ist. Hätte das überhaupt einen spürbaren Effekt?

Grüsse
Alexander
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Re: Wüstenwandern mit Hilfmitteln. Aber wie?

Beitrag von Alexander »

Peter D hat geschrieben:Es gibt eine Sandtauglichkeitsformel, die läßt sich auch auf Wüstentrolleys anwenden.
Danach läßt sich errechnen, wieviel man im Weichsand ziehen muß
L="Leichtgängigkeit
n=Anzahl der tragenden Räder
d=Raddurchmesser
b=Reifenbreite
G=Tatsächliches Fahrzeuggewicht

L=n x d2 (der Zweier bedeutet hoch2) x b
G hoch2

Das "G" gehört unter dem Bruchstrich in die Mitte, aber das krieg ich da nicht hin.. :wink:
Weiss jemand, wie in dieser Formel die Einheiten zu verwenden sind? d=Raddruchmesser Zoll oder Zentimeter? Gleiches für Reifenbreite und und Gewicht (vermutlich in Kg)

Verwende ich Zentimeter komme ich auf eine Leichtgänigkeit von 5,4 was im Prinzip nicht schlecht sein dürfte.

Grüsse
Alexander
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TGerd
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Re: Wüstenwandern mit Hilfmitteln. Aber wie?

Beitrag von TGerd »

Alexander hat geschrieben:Helium...
... da das Gas leichter als Luft ist. Hätte das überhaupt einen spürbaren Effekt?
Grüsse Alexander
Moin Alex,
mit einem Kubikmeter Wasserstoff lässt sich ein statischer Auftrieb von 1,203 kg, mit einem Kubikmeter Helium ein Auftrieb von 1,1145 kg erzeugen; diese Werte gelten jedoch nur unter Normalbedingungen(!). In einiger Höhe herrscht ein geringerer Luftdruck (siehe barometrische Höhenformel), was für gleiche Auftriebskraft ein größeres Traggasvolumen (bei jedoch gleicher Traggasmasse) erfordert. Nachzulesen hier > https://de.wikipedia.org/wiki/Traggas Wenn Du allerdings durch die Qattara-Senke willst, wäre es umgekehrt.

Wenn Du also 1,1145 kg Auftrieb mit dem Rahmen erzeugen willst, kannst Du die Alu-Röhrl hydraulisch soweit aufplüstern (siehe auch 'tapered' Lenkköpfe bei MTB's) bis die Röhrl ein Innenvolumen von einem Kubikmeter haben. Dann machste Helium rein und alle Nähte dicht. Kannst natürlich auch drei Bierdosen zu Hause lassen, das hat den selben Effekt. Vom Einfüllen von Helium in die Reifen rate ich ab, da das Gas aufgrund der kleinen Molekel durch den Gummi ziemlich schnell durchdiffundiert, wenn es kein heliumdichter Gummi ist (evtl. Viton. Wo aber gibt's Schläuche aus Viton?), die sind dann ganz schnell platt. Das hammer schon mit Gasdruckstoßdämpfern bei Geländemotorrädern probiert und sind schnell reumütig zum trockenen Stickstoff zurückgekehrt. Mit dem oben angesprochenen breiten Kunstoffrad gibt es diese Gschichten nicht.

Beim Anschweißen der Achse der Karre empfehle ich nochmals obigen Beiträge zu rezipieren zwecks Positionierung des Waagebalkens. Es sei denn, Du willst es Dir (unnötig?) schwermachen. Zum Schwermachen hätte ich allerdings andere Vorschläge, besonders dann, wenn es ein unvergeßliches meditatives Erlebnis werden soll. 8)

Gruß
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Re: Wüstenwandern mit Hilfmitteln. Aber wie?

Beitrag von Alexander »

Moin TGerd,
TGerd hat geschrieben:Die Strecken A und B müssen gleich sein, um besser packen zu können mit dem Ziel, möglichst wenig Gewicht am Hüftanlenkpunkt des Wanderers aufzubringen. Jedes Kilo zählt nach 15 km. Dazu sollte die Achse mehr nach vorn in den Mittelpunkt gerückt und die Deichsel um den selben Betrag verlängert werden, damit der Freischritt gewahrt bleibt.
Ich werde es mir nicht unnötig schwer machen ;-) Auf dem Bild habe ich die Achse tatsächlich zu weit hinten angebracht. Geschweisst wird sie allerdings, deinem Ratschlag folgend, an gewichtsbalancierter und somit optimaler Stelle. Hüftlastig möchte ich nur soviel Gewicht anbringen, dass die Deichseln selbst unten bleiben und nicht durch suboptimaler Balance den Drang haben, nach oben zu ziehen. Obtimale Gewichtverteilung während der Fahrt (Gewichtabnahme durch Wasserverbrauch, Gewichtzunahme durch Auffüllen der Wasservorräte) darf auch nicht ausser Acht gelassen werden.

Danke für deine Tipps.

Grüsse
Alex
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Re: Wüstenwandern mit Hilfmitteln. Aber wie?

Beitrag von Alexander »

Die ersten Schweissarbeiten sind abgeschlossen. ;-)

Die Wüstenkarre 1 (WK 1) macht jetzt einen äusserst stabilen Eindruck. Solide Schweissnähte sorgen für den notwendigen Zusammenhalt. Ich habe die WK gleich mal mit ca. 65 Kilo beladen, um das Fahrverhalten zunächst auf hartem Boden zu testen. Ich hatte seit Anfang an Bedenken, dass sich ein grösseres Gewicht nicht so mühelos ziehen lassen würde. Empirische Studien haben mich eines Besseren belehrt. 8) Die WK lässt sich mühelos ziehen und das ohne dass ich mein komplettes Kampfgewicht einsetzen muss. Als Schubkarre lässt sich der Wagen ebenso leicht führen. Zumindestens im flachen Gelände mit festem Boden. Die Felgen mit 20 Zoll Durchmesser und dazu die Reifen sorgen für einen geringen Rollwiderstand.

Ein Lapsus passierte trotzdem. :oops: Die Achse wurde oberhalb der Ladefläche angeschweisst anstatt unterhalb. Hier gab es wohl Verständigungsschwierigkeiten. :mrgreen: Damit würde ich drei Zentimeter verlieren, die mir das Hinterteil der Karre höher über dem Boden halten würde. Wir werden die Achse wieder abflexen und auf der Unterseite anschweissen. Dazu werde ich die Achse um ca. 15 cm weiter nach hinten versetzen. Damit vermeide ich, dass das Heck am Boden schleift, bzw kann die Deichseln höher halten.

Die teilfertiggestelle Karre:

Bild

Die falsch angebrachte Achse:

Bild

Die Karre mit ca. 65 Kilo beladen. Bei ihrem ersten Einsatz in der Libyschen Wüste wird sie max. 60 kg tragen müssen.

Bild

Bild

Seitenansicht:

Bild

Mit diesem Gewicht und bei entsprechendem Reifendruck (derzeit 0,8 - 0,9 Atü) erreichen die Reifen eine Breite von 8 cm. Der Test wird zeigen, ob diese Breite im Sand ausreichend ist.

Bild

Als nächstes werden die Platten für die Deichselenden angefertigt. Durch die Platten wird ein breites, stabiles Band geführt, mit dem die Karre gezogen wird. Ausserdem gibt es noch einige Stabilisatoren, welche die Reling und das jeweilige darunter parallel laufende Rohr verbinden, damit die Karre noch stabiler wird. Theoretisch wären diese nicht mal nötig. Ich möchte aber bei meinem ersten Einsatz sicher gehen. Danach geht es zur zweiten und letzten Schweissrunde.

Grüsse
Alexander
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Kuno
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Re: Wüstenwandern mit Hilfmitteln. Aber wie?

Beitrag von Kuno »

Alexander - hast du vielleicht noch ein Foto, wo man den Wagen von der Seite sehen kann?
Zuletzt geändert von Kuno am Fr 2. Aug 2013, 14:48, insgesamt 1-mal geändert.
AndreasLidl
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Re: Wüstenwandern mit Hilfmitteln. Aber wie?

Beitrag von AndreasLidl »

Hallo Alex,

ich will ja nicht meckern, aber könnte es sein, dass Dein Wüstenkarren-Reservereifen die falsche Größe hat? :lach:

Gruß Andreas
Alexander
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Re: Wüstenwandern mit Hilfmitteln. Aber wie?

Beitrag von Alexander »

AndreasLidl hat geschrieben:Hallo Alex,

ich will ja nicht meckern, aber könnte es sein, dass Dein Wüstenkarren-Reservereifen die falsche Größe hat? :lach:

Gruß Andreas
Jetzt wo du es sagst? :mrgreen: Ich wusste doch, irgend etwas läuft da aus dem Ruder. 8)

Grüsse
Alexander
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Re: Wüstenwandern mit Hilfmitteln. Aber wie?

Beitrag von Alexander »

Kuno,
eigentlich hatte ich ja mein Wüstenwägelchen nach einem anstrengenden aber konstruktiven Conschtraktscht Day schon aufgeräumt. Aber für dich habe ich ihn nochmal herausgeholt.

Also hier diverse Seiten- und von Untenansichten mit den bereits zugeschnittenen aber noch nicht verschweissten Verstrebungen an den Seiten und hinten.

Bild

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Und während ich die WK fotografiere überfliegt eine alte JU meine Hütte.

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Grüsse
Alexander
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AndreasLidl
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Re: Wüstenwandern mit Hilfmitteln. Aber wie?

Beitrag von AndreasLidl »

Hi,
Alexander hat geschrieben:Und während ich die WK fotografiere überfliegt eine alte JU meine Hütte.
ist doch klar, dass durch Deine geheimnisvollen Konstruktionen schon gewisse Wüstenstämme misstrauisch geworden sind und sicherheitshalber mal ihren alten Aufklärer schicken. 8)

Gruß Andreas
LDRRudi
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Re: Wüstenwandern mit Hilfmitteln. Aber wie?

Beitrag von LDRRudi »

Eigentlich fehlt an diesem Wägelchen nur der eingespannte Esel.

Nix für ungut, Rudi
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