Ukraine-Konflikt | Kommt es zum Krieg?

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Canadier
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Re: Ukraine-Konflikt | Kommt es zum Krieg?

Beitrag von Canadier »

Hier noch ein sehr sehenswerter Beitrag der ARD / Monitor aus 2014 auf YouTube.
Habe ich damals schon mal gesehen, war aber aus der Erinnerung.
Erstaunlich, wie offen damals berichtet wurde. Diese Sendung wäre heute sicher undenkbar.

landcruiser.
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Re: Ukraine-Konflikt | Kommt es zum Krieg?

Beitrag von landcruiser. »

Canadier hat geschrieben:
So 20. Feb 2022, 08:50
Hier noch ein sehr sehenswerter Beitrag der ARD / Monitor aus 2014 auf YouTube.
...
Ja, sehr interessant.

Der Bericht ist aus August 2014? Konnte ich nicht klar erkennen.
Diese Sendung wäre heute sicher undenkbar.
Warum? Könntest du sagen wie du zu der Einschätzung kommst?
Michael K.
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Re: Ukraine-Konflikt | Kommt es zum Krieg?

Beitrag von Michael K. »

Russland wird nicht von Aussen bedroht

Super Analyse von einem ehemaligen russischen General.Der Mann weiss wovon er spricht.

https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/ ... 95210.html
landcruiser.
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Re: Ukraine-Konflikt | Kommt es zum Krieg?

Beitrag von landcruiser. »

Nach seiner Anerkennung der Separatistengebiete und dem Trupeneinmarsch dort sieht es nicht so aus, als ob der alte Mann in Moskau sich noch besinnen würde.

Seine Tragik ist, dass er das Ergebnis seiner Handlungen altesbedingt kaum noch in voller Tragweite erleben wird .... so oder so.

Ausbaden wird er es auch nicht selbst, sondern immer die Bevölkerung. Darum sind ihm und seinen Kumpels irgendwelche Sanktionen auch völlig egal. Russland kann ruhig den Bach runter gehen, die Herrschafften werden trotzdem immer satt
°Daniel
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Re: Ukraine-Konflikt | Kommt es zum Krieg?

Beitrag von °Daniel »

landcruiser. hat geschrieben:
Di 22. Feb 2022, 09:30
Seine Tragik ist, dass er das Ergebnis seiner Handlungen altesbedingt kaum noch in voller Tragweite erleben wird .... so oder so.

Was will denn ein Typ wie Putin noch?

Kohle hat Putin genug. Mehr Geld macht nicht glücklicher.
Das Volk interessiert ihn anscheinend nur soweit, dass sie ihm nicht an den Karren fahren. Also für die macht er das nicht.
Wozu auch? – Er sieht sich augenscheinlich als Herrscher Russlands, nicht als Volksvertreter. Wahlen und ähnliches sind ein lästiger Verwaltungsakt, eine Show für die heutige Zeit, die es (noch) zu absolvieren gilt. Er ist kein Bolschewik, sieht sich somit nicht als Hüter des Erbes der Sowjetunion. Nein, meiner Ansicht nach sieht Putin sich letztlich in der Linie der Kaiser/Zaren von Russland und will möglichst viel vom alten Reich zurück. — Entsprechend sieht er auch den Zerfall der Sowjetunion (mit der annähernden Geographie des russischen Kaiserreichs) als „größte geopolitische Katastrophe des Jahrhunderts“ an:
Putin, 2005 hat geschrieben: Quelle: en.kremlin.ru

Above all, we should acknowledge that the collapse of the Soviet Union was a major geopolitical disaster of the century. As for the Russian nation, it became a genuine drama. Tens of millions of our co-citizens and compatriots found themselves outside Russian territory. Moreover, the epidemic of disintegration infected Russia itself.
Da wird offensichtlich nicht akzeptiert, dass einige Ethnien im Russischen Einflussgebiet ihre Geschicke lieber selbst in die Hand nehmen wollen. Aber das hatten wir schonmal 1917 bist 1918 mit der Volksrepublik Krim.

Sein Ziel dürfte letztlich der „historische Ruhm“ sein, dass er Russland wieder zu dem Land gemacht hat, das es einstmals war. Er will also nicht nur eine von den vielen Nummern in den Geschichtsbüchern sein.

Dazu passt die luxeriöse Renovierung der großen Stätten, wie hier z.B. der Kreml:

Kreml 1982 vs. 2008 (Wikipedia / Steve/Ruth Bosnan + Ed Yourdon, cc-by-sa 3.0)
Kreml 1982 vs. 2008 (Wikipedia / Steve/Ruth Bosnan + Ed Yourdon, cc-by-sa 3.0)

Auch sein Matcho-Ego spricht hierzu Bände:

Putin - „Während einem Ausflug nach Tuva“<br />(2007, Presidal Press and Information Office, www.kremlin.ru via Wikipedia, cc-by-4.0)<br />Im Original natürlich ohne John Wayne ;-)
Putin - „Während einem Ausflug nach Tuva“
(2007, Presidal Press and Information Office, www.kremlin.ru via Wikipedia, cc-by-4.0)
Im Original natürlich ohne John Wayne ;-)

Wer noch mehr Bilder vom „Russian John Wayne Hero“ oder „Russian Rambo“ will, das gibt's z.B. hier beim MDR. Die Russen scheinen auf sowas zu stehen, jedenfalls werden solche Bilder immer dann veröffentlicht, wenn es um Stimmungsmache beim Volk geht.

Vielleicht hat Putin auch noch ein dynastisches Denken. Dann würde er Wert darauf legen dass seine Familie nicht unter den Folgen seiner diktatorischen Herrschaft leiden muss. Wenn seine Macht beendet ist (durch Amtsabgabe oder Tod), besteht heute zumindest die Gefahr, dass sein korruptes System über ihn herfällt. Seine Familie müsste womöglich ins Exil flüchten und hätte massive finanzielle Verluste (kennt er ja von seinen politischen Gegnern).
Macht er aber Russland „great again“, dann ist das eine andere Nummer. Dann kann der Nachfolger ihn nicht so einfach wegwischen, weder dynastisch noch historisch.

Dass Putin das Maximum des Russischen Kaiserreiches nicht erreichen kann, ist ihm sicherlich klar, aber uns muss auch klar sein, dass Putin immer Expansionsgedanken hegen wird, solange er nicht in der Defensive ist.

Russisches Reich um 1867 (Wikipedia / TRAJAN 117, cc-by-sa 3.0)
Russisches Reich um 1867 (Wikipedia / TRAJAN 117, cc-by-sa 3.0)

Außerdem haben (nicht nur) mit Geld und Macht übersättigte Leute einfach Spaß am extremen Spiel. Da ist es genauso zwecklos nach dem Sinn der Aktion fragen wie bei einem Risikosportler.

Gruß,
°Daniel

P.S.: Und China schaut hier geduldig zu und studiert. Denn wenn Putins Streich einigermaßen klappt, wird Taiwan als nächstes fällig sein.
Birgitt
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Ukraine-Konflikt | Interview mit Dr. Stefanie Babst

Beitrag von Birgitt »

Der Westen hat sich von Putin in eine defensive und reaktive Ecke drängen lassen, kritisiert NATO-Expertin Babst. Was EU und NATO nun tun sollten ...
Für mich ist eine der Kernfragen in dieser Krise, wie der Westen dazu übergehen kann, Russlands globale Ambitionen auf breiter Front zurückzudrängen. Denn es geht leider um mehr als die Dominanz über die Ukraine. Wir müssen sowohl kurzfristig als auch langfristig denken [...] wir sollten uns auch fragen, was Putin als Nächstes tun wird, wo er in unserer europäischen Nachbarschaft dieselbe oder eine ähnliche Methode anwenden wird, um Moskaus Einfluss in Europa mit gewaltsamen Mitteln zu vergrößern [...] Und schließlich sollten wir anfangen, den Konflikt in der Ukraine mit globalen Augen zu sehen: Wer würde den Westen gegen Russland unterstützen? Wer hätte ein Interesse an einem fragilen Europa? Und wer nicht? Welche Staaten können wir dafür gewinnen, sich auf der diplomatischen Ebene offen gegen Moskau zu stellen? Zum Beispiel im VN-Sicherheitsrat? Indien? Israel? Pakistan? Unsere demokratischen Verbündeten im asiatisch-pazifischen Raum? Letztendlich müssen wir auch mit China reden, und zwar jetzt und heute!
„Putin spielt ‚hard ball‘ mit uns – also müssen wir es auch tun“
22.02.2022 - IPG-Journal der FES

Gruß
Birgitt
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Re: Ukraine-Konflikt | Kommt es zum Krieg?

Beitrag von landcruiser. »

°Daniel hat geschrieben:
Di 22. Feb 2022, 17:41
... Was will denn ein Typ wie Putin noch?

Kohle hat Putin genug. Mehr Geld macht nicht glücklicher.
...
Geld ist Macht.
Mehr Geld ist mehr Macht.

Danach streben solche Typen und sie können die Schnauze nicht vollbekommen.

Die Römer nahmen eine Gänsefeder und gingen ins Vomitorium.

»Man erbricht sich, um essen zu können, und isst, um sich zu erbrechen«
(Seneca)
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Re: Ukraine-Konflikt | Interview mit Dr. Stefanie Babst

Beitrag von landcruiser. »

Birgitt hat geschrieben:
Di 22. Feb 2022, 19:47
Der Westen hat sich von Putin in eine defensive und reaktive Ecke drängen lassen, kritisiert NATO-Expertin Babst.
...
Das sehe ich nicht.
Was hätten sie denn tun sollen?

Massiv Waffen auffahren? Können sie nicht, haben sie nicht vor Ort.

Der Ukraine die geforderten Waffen liefern?

Was wollen sie denn liefern was Putin von einem Angriff abschreckt?

Alles Dinge, die letztlich in einem Atomschlag enden.

Und genau das weiß der Westen und will das auf jeden Fall vermeiden.

Weil sie in diesem Punkt vernünftig sind und alles auf Verhandeln und wirtschaftliche Sanktionen setzen.

Putin steht weitestgehend allein da; selbst die Chinesen sind nicht mehr bei ihm. Der Idiot Lukaschenko ist nutzlos.

Er kann nicht gewinnen.

An einem bestimmten Punkt geht die russische Wirtschaft baden, wenn die Sanktionen stark genug sind.

Die Frage ist nur wann er das einsieht oder er eines plötztichen unerklärlichen Todes stirbt und den Weg für gemäßigte Kräfte frei macht.

Düstere Aussichten ....
°Daniel
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Re: Ukraine-Konflikt | Kommt es zum Krieg?

Beitrag von °Daniel »

landcruiser. hat geschrieben:
Di 22. Feb 2022, 20:06
»Man erbricht sich, um essen zu können, und isst, um sich zu erbrechen«
(Seneca)
Ja, das mag vielleicht ausfüllen, wer sonst keine Ideen hat zu posen. Zudem klappt das nur innerhalb der Gruppe (bzw. Gesellschaftsschicht).
Als Präsident eines der größten Länder ist das etwas anderes — Insbesondere wenn die Schere zwischen der Elite und dem restlichen Volk, das ihn wählen soll, so weit auseinander geht, dass „amtliches Kotzen“ den anderen aufgrund des leeren Geldbeutels übel aufstößt ....
landcruiser.
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Re: Ukraine-Konflikt | Kommt es zum Krieg?

Beitrag von landcruiser. »

°Daniel hat geschrieben:
Di 22. Feb 2022, 21:32
landcruiser. hat geschrieben:
Di 22. Feb 2022, 20:06
»Man erbricht sich, um essen zu können, und isst, um sich zu erbrechen«
(Seneca)
Ja, das mag vielleicht ausfüllen, wer sonst keine Ideen hat zu posen. Zudem klappt das nur innerhalb der Gruppe (bzw. Gesellschaftsschicht).
Als Präsident eines der größten Länder ist das etwas anderes — Insbesondere wenn die Schere zwischen der Elite und dem restlichen Volk, das ihn wählen soll, so weit auseinander geht, dass „amtliches Kotzen“ den anderen aufgrund des leeren Geldbeutels übel aufstößt ....
Die Geschichte zeigt leider, dass es trotzdem funktioniert.

Warum sind Putin und seinesgleichen sonst immer noch an der Macht?
°Daniel
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Re: Ukraine-Konflikt | Kommt es zum Krieg?

Beitrag von °Daniel »

landcruiser. hat geschrieben:
Di 22. Feb 2022, 22:41
Warum sind Putin und seinesgleichen sonst immer noch an der Macht?
  • Weil Putin eben nicht, zumindest nicht öffentlich diese (nicht nur) römische Unsitte pflegt.
  • Weil der „Normalo” sich mehr um sein eigenes Leben kümmern muss, als sich mit Politik zu beschäftigen.
  • Weil alternative Informationen aus der restlichen Welt nicht unbedingt auch im russischen Netz ankommen.
  • Weil Echokammern radikale Einsichten fördern und dort einfache Erklärungsmodelle Hochkonjunktur haben.
  • Weil diese Neanderthaler die größeren Keulen haben (Militär, Medien, Attentäter) — Das schafft eine gewisse Politikverdrossenheit.
  • Weil Putin kein guter KGB-/FSB-ler gewesen wäre, wenn er nicht schon im Vorfeld die Probleme erfassen, organisieren und lenken könnte.
Man kann ihn mögen oder nicht, aber Putins Propaganda hat ordentliche Durchschlagskraft und ist vom Feinsten:

Die Putin-Show - Ein Blick hinter die Kulissen — Diese etwas langatmige Leseprobe genügt schon, um eine Ahnung zu bekommen, wieviel von dem, was wir sehen, bewusst platziert, gepusht und insziniert ist.

Wie sowas die letzten Tage ausgesehen hat findest Du in der Tagespresse oder auch im IPG-Interview, das Birgitt gepostet hat:
IPG hat geschrieben: Russlands militärische Drohkulisse in Belarus und an der Ostgrenze der Ukraine sind für ihn ein Mittel zur politischen Erpressung. Sowohl gegenüber der Ukraine als auch dem Westen, der in den vergangenen Wochen geradezu verzweifelt nach Moskau gepilgert ist, um eine diplomatische Lösung herbeizuführen. Putin will damit demonstrieren, dass er die westlichen Regierungschefs quasi zwingen kann, als „Bittsteller“ zu ihm zu kommen. Diese Botschaft ist in erster Linie für das heimische, also das russische Publikum gedacht.

Quelle: https://www.ipg-journal.de/interviews/a ... -tun-5730/
Was als Gegenreaktion so geht:
https://www.br.de/kultur/gesellschaft/t ... t-100.html

Auch das Ukraine-Problem wurde vorbereitet, so dass die Bevölkerung sicher die „Richtigen“ als gut bzw. als böse einstuft:
Desinformation zur Ukraine: Angeblicher Genozid als Vorwand?

Und wer sich nicht anderweitig informieren kann hat schlechte Karten. Auch dafür wurde schon längst gesorgt:

Anfangs (November 2019) noch von vielen als „wohl zahnlos” belächelt: RuNet: Warum Russland ein eigenes Internet will
ist das ein gutes Jahr später offensichtlich bereit für den nächsten Schritt: RusslandGesetz ebnet Weg für Internet-Zensur
Eine Umsetzung, die wohl in Richtung des „chinesischen Modells“ des Interenets gehen könnte, kann Realität werden, wenn die Zeit reif ist (andere Länder machen das ja auch schon).

Die gleiche „hybride Kriegsführung“ wie sie Putin aktuell gegen die Ukraine einsetzt und letztlich auch gegen uns läuft, kann auch auf die eigenen Bürger angewendet werden (man denke da z.B. an den Putin'schen Begriff „Ausländische Agenten”).
Albatross
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Re: Ukraine-Konflikt | Kommt es zum Krieg?

Beitrag von Albatross »

und in China sitzt Xi Jinping und lacht sich ins Fäustchen...
Gruß Albatross
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Surfy
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Re: Ukraine-Konflikt | Interview mit Dr. Stefanie Babst

Beitrag von Surfy »

landcruiser. hat geschrieben:
Di 22. Feb 2022, 20:17

Die Frage ist nur wann er das einsieht oder er eines plötztichen unerklärlichen Todes stirbt und den Weg für gemäßigte Kräfte frei macht.

Düstere Aussichten ....
Das nachfolgende Kräfte gemässigter sein könnten - steile These :mrgreen:

Mit dem Völkerrecht muss man Russland ja nicht mehr kommen, dass hat schon der Westen mehrfach recht offensichtlich beerdigt. Dass dies dazu führt, das auch andere tun was sie gerade wollen, lag zumindest für mich auf der Hand.

DH, man könnte Russland durchaus anprangern, Beispielsweise als neutrale Schweiz. Aber wie will man dann erklären wieso man dies nicht mit anderen Ländern gemacht hatte in der jüngeren Vergangenheit - da wird es schon dünn.

Das Deutschland da sanktionieren will, ohne sich gleich selber mit zu sanktionieren - geht eigentlich nicht. Wobei - Deutschland sanktioniert sich ja mit?! Ach - ich hab den Faden verloren :lach:


Surfy
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Re: Ukraine-Konflikt | Kommt es zum Krieg?

Beitrag von landcruiser. »

Das eine Unrecht mit dem anderen Unrecht zu rechtfertigen oder zu relativieren funktioniert nicht, das würde ich als bekannt voraussetzen.
°Daniel
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Re: Ukraine-Konflikt | Kommt es zum Krieg?

Beitrag von °Daniel »

Albatross hat geschrieben:
Mi 23. Feb 2022, 07:41
und in China sitzt Xi Jinping und lacht sich ins Fäustchen...
Den Punkt „China“ bezieht das IPG-Interview meiner Ansicht nach zu schwach mit ein.

Die ganzen im Bericht formulieren russischen Träume wie verfügbare Häfen im Mittelmeer, Einfluss in Afrika, sind nichts als ein Abklatsch dessen, was China schon lange vorantreibt und hat.

China ist der eigentliche Gegenspieler zum westlichen Gesellschaftsentwurf. Russland kann mit China recht gut, haben sie doch beide ähnliche Subversivität und Skrupellosigkeit, wenn es um die Durchsetzung ihrer politischen Ziele geht. Kein Wunder, dass sie bei Aktionen des anderen still halten und die Parteien zur Mäßigung aufrufen (was dem Aggressor dann wiederum mehr Zeit und Spielraum durch Hinhalte-Bla-Bla verschafft).

Jedes Loch, das westliche Sanktionen bei Russland reißen, wird durch China gestopft werden und treibt Russland in immer tiefere chinesische Abhängigkeit. — Eine Entwicklung die der Westen nicht ernsthaft wollen kann, denn damit rückt das chinesische Gesellschaftsmodell bis vor unsere EU-Haustür. Auch wird damit ein Wirtschaftsraum geschaffen, der den Westen nicht braucht. Putin ist sich sicherlich im Klaren, dass er gegenüber China keine überragende Position hat. Seine aktuellen Mukki-Spiele sind entsprechend auch hier auf Respekt-Wachstum ausgerichtet.

Aber Russlands europäische Historie, seine geografische Lage und seine heutige politische Synchronität zu Chinas Sicht der Dinge bringen Russland in die perfekte Situation des Fernost/West-Oportunisten, der mit wechselseitigem Zickenspiel beide politische Welten am Nasenring herumführt und so als womöglich schwächster des Dreiergespanns den größten Einfluss hat. — Eine Rolle die für Putin's Persönlichkeit und beruflichen Werdegang geradezu maßgeschneidert ist.

Für das Russische Volk ist das eine Position, die den Nationalstolz mächtig wachsen und im Gegenzug jegliche weitere demokratische Zersetzung durchgehen lässt.
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