Syrien - Demonstrationen und Proteste - Diskussion

Kultur, Natur, Unterkunft, Reiserouten, Sehenswürdigkeiten, Tourismus Gebiete: Syrien, Libanon, Israel, Palästina, Jordanien, Arabische Halbinsel

Moderator: Moderatoren

Benutzeravatar
Achim Vogt
Moderator
Beiträge: 2854
Registriert: Fr 2. Jan 2009, 19:32
Wohnort: Kampala / Uganda

Re: Syrien - Demonstrationen und Proteste - Diskussion

Beitrag von Achim Vogt »

Kuno, Du hast ja recht, nichts genaues weiß mensch nicht.

Aber ich hatte diesen Satz von Marmarita als Beleg genommen - vielleicht etwas voreilig -, dass sie in der Tat etwas mit dieser Seite zu tun hat:
Wolfgang K hat geschrieben:
Mi 1. Jun 2011, 09:34
Es gibt nur eine Möglichkeit sich unabhängig von der westlich - imperialistisch – katalytischen, von Mossad, CIA und FIFA gesteuerten Propagandalügenpresse über die Wahrheit zu informieren:

http://www.marmarita.com/

Alles andere ist Lüge, Lüge , Lüge!!!
Und dann die Erwiderung von Marmarita:
marmarita hat geschrieben:
Do 2. Jun 2011, 16:16
Ja genau, und lies auf dieser Seite der Artikel über Hamza.
Und in jedem Fall - das wird ja doch deutlich - identifiziert sie sich mit den auf der Webseite verbreiteten kruden Positionen.

Viele Grüße
Achim
marmarita
Beiträge: 22
Registriert: Mi 11. Mai 2011, 10:01

Re: Syrien - Demonstrationen und Proteste - Diskussion

Beitrag von marmarita »

Kuno hat geschrieben:
Sa 4. Jun 2011, 11:52
@ Mammarita;

Ich haette da noch eine Frage an dich.

Natuerlich kenne ich es von mir auch, dass ich, wenn ich aufgeregt bin oder in der Hektik Schreibfehler mache. Klar. Aber bei dir ist mir aufgefallen, dass der Schreibstil und auch die Grammatik von enem Beitrag zum naechsten sehr unterschiedlich sind, vor allem jetzt auf die letzten Beitraege hin ist dein Deutsch recht anders geworden.

Koennte es sein, dass sich mehr als eine Person unter deinem Namen einloggen und hier screiben? Also sozusagen "Mamma" und "Rita"?

Ich will dir natuerlich nichts unterstellen aber vielleicht waere es nicht ganz falch, wenn du mal weiter oben nachschauen wuerdest, ob wirklich alle Beitraege von dir sind.
Kuno,
ich bin keine Deutsche, also ist meine Grammatik auch nicht 100 procentig.

Es logt sich aber sicherlich niemand in diesem Forum unter meinem Namen.

Meine Name hab ich mich plötzlich ausgesucht nach der Dorf in Syrien, und hat mit der seite marmarita.com nichts zu tun. Ich habe die Seite nicht gekannt, bis jemand der link hier gepostet hat.
marmarita
Beiträge: 22
Registriert: Mi 11. Mai 2011, 10:01

Re: Syrien - Demonstrationen und Proteste - Diskussion

Beitrag von marmarita »

Kuno hat geschrieben:
Sa 4. Jun 2011, 11:44
marmarita hat geschrieben:
Sa 4. Jun 2011, 00:32
Blöde Spässe???? Wenn man die Informationen bezieht nicht nur aus Medien, sondern von Syrier??
@ Mammarita;

Wenn dein Mann zwar in Syrien ist und angestrengt aus dem Fenster schaut, von den ganzen Sauereien aber nichts bemerkt, dann wuerde ich selbst dir empfehlen, ab und zu mal die Meldungen inden Medien zur Kenntnis zu nehmen. Es kann naemlich durchaus sein, dass halt eben genau dort, wo er aus seinem Schlafzimmerfenster schaut nichts bemerkenswertes los ist (wobei ich nicht sagen will, dass er vielleicht in einem gut abgeschirmten Viertel wohnt).

Wenn du das Land so gut kennst, wie du hier vorgibst, dann muesstest selbst du wissen, dass leider auch dort in Syrien die Geheimplizei seit vielen Jahren alles und jeden infiltriert hat und dass die Menschn nicht ausdruecken koennen, was sie gerne wuerden. Gehe doch einfach auch einmal davon aus, dass bei den Moeglichkeiten, die die Staatsmacht hat, um Telefone abzuhoeren, dir selbst dein Mann erzaehlen wuerde, dass alles tiptop in Ordnung ist... mindestens, wenn er seine Fingernaegel behalten will :?
Hast du mich vielleicht falsch verstanden? Er war direkt neben die Strasse, von welcher im Fernsehen "live" Bilder gezeigt wurden.
Ich weiss nicht wo du wohnst, aber z.B. von meinem Fenster hab ich Ausblick auf mehrere Strassen. Und wenn in Tv gezeigt wird etwas als live, und ich aus dem Fenster schaue, dann kann mich selber davon überzeugen.

Ich verstehe es einfach nicht, warum wird hier so viel glauben an Nachrichten von Journalisten und was weiss ich noch gegeben.
Ich schreibe es noch einmal, von allen Leuten hier, welche so sehr an das Schlechte glauben, hat niemand Kontakt zu den Leuten in Syrien.
Aber für die Leuten sind immer die schlimme und schlechte Nachrichten viel interessanter.
marmarita
Beiträge: 22
Registriert: Mi 11. Mai 2011, 10:01

Re: Syrien - Demonstrationen und Proteste - Diskussion

Beitrag von marmarita »

Achim Vogt hat geschrieben:
Sa 4. Jun 2011, 12:55
Kuno, Du hast ja recht, nichts genaues weiß mensch nicht.

Aber ich hatte diesen Satz von Marmarita als Beleg genommen - vielleicht etwas voreilig -, dass sie in der Tat etwas mit dieser Seite zu tun hat:
Wolfgang K hat geschrieben:
Mi 1. Jun 2011, 09:34
Es gibt nur eine Möglichkeit sich unabhängig von der westlich - imperialistisch – katalytischen, von Mossad, CIA und FIFA gesteuerten Propagandalügenpresse über die Wahrheit zu informieren:

http://www.marmarita.com/

Alles andere ist Lüge, Lüge , Lüge!!!
Und dann die Erwiderung von Marmarita:
marmarita hat geschrieben:
Do 2. Jun 2011, 16:16
Ja genau, und lies auf dieser Seite der Artikel über Hamza.
Und in jedem Fall - das wird ja doch deutlich - identifiziert sie sich mit den auf der Webseite verbreiteten kruden Positionen.

Viele Grüße
Achim

Achim,
ich habe die Seite marmarita.com nicht gekannt, bis du es hier gepostet hast.
Du lässt auch keine andere Meinung zu, als nur das, was du gelesen hast und im Fernsehen gesehen hast.

Ganz egal, was ich schreibe, du kommst mir vor, sowie du hast Klappen an deinen Augen und willst du sehen, nur das, was dir passt.
alles andere ist nur staatliche Propaganda.

Und genau wegen solche Menschen wie du, kommen andere Meldungen nicht in Medien, weil Menschen wie du, lassen es nicht zu. Das nenne ich auch Propaganda. Bist du vielleicht an den Gägner in Syrien interessiert, oder um was gehts bei dir??
marmarita
Beiträge: 22
Registriert: Mi 11. Mai 2011, 10:01

Re: Syrien - Demonstrationen und Proteste - Diskussion

Beitrag von marmarita »

Stefanie hat geschrieben:
Sa 4. Jun 2011, 11:21
Marmarita,
ich mache mich nicht laecherlich - ich wollte nur testen, ob dir das ueberhaupt in deiner Wirrheit noch auffaellt!!!
Ist aufgefallen! Danke!

Ich werde mich nun zurueckhalten, nur eines noch:

ich habe in der (fast) vergleichbaren Situation in Aegypten selben viele Menschen wie dich erlebt, die auf die Staatsprogaganda hereingefallen sind, die blind die Verschwoerungstheorien geglaubt haben...und ich erlebe die selben Leute heute: sie schaemen sich unendlich dafuer!!!
Das wuensche ich dir und deinem Mann auch, wenn ihr endlich der Wahrheit ins Auge sehen koennt (irgedwann wird das ja wohl auch in Syrien so sein - hoffentlich!)



Der Tag, an dem das Staatsfernsehen in Aegypten sich begann zu oeffnen und objektiver zu berichten, das war der Tag an dem Mubarak zuruecktrat!!!

Stefanie, und alle andere hier auch,

ich bin überhaupt nicht an irgendwelche staatspropadanda von syrien interessiert. ich hab kein Grund dazu. Ich mag syrien sehr, wir haben familie und freunde dort, und das ist alles.
Seit Anfang meiner Beiträge wollte ich nur eines sagen bzw.schreiben, dass es nicht alles so ist, wie es von Medien gezeigt wird, dafür hab ich die Beispiele davon, was mein Mann erlebt und gesehen hat. Das glaubt mir hier aber keiner. Wenn es aber ein Reporter geschrieben hätte, würdet ihm vielleicht glauben. Ich wollte an diese ein paar Beispiele nur zeigetn, dass man nicht automatisch an die Nachrichten überzeugend glauben muss.
Jede von euch genau weisst, wie die Medien seine Nachrichten grösser und interessanter machen, als es in manchen Fällen wirklich ist.

Und wie du schon geschrieben hast, sollte die Situation zu dem Punkt kommen, wie in Ägypten passiert ist, habe ich kein Problem das zuzugeben, dass ich in falschem Galube war.
Alexander
Administrator
Beiträge: 24253
Registriert: Sa 30. Jul 2005, 19:12
Wohnort: Dubai/Vereinigte Arabische Emirate
Kontaktdaten:

Re: Syrien - Demonstrationen und Proteste - Diskussion

Beitrag von Alexander »

Hallo Marmarita,
marmarita hat geschrieben:
So 5. Jun 2011, 00:28
ich bin überhaupt nicht an irgendwelche staatspropadanda von syrien interessiert.
ich bin fast geneigt, dir das zu glauben, denn deine Interessen könnten evtl. anderer Natur sein. Welchem Beruf geht dein Mann in Syrien mit Aufenthaltsort Damaskus denn nach?

Grüsse
Alexander
The one who follows the crowd will usually go no further than the crowd. Those who walk alone are likely to find themselves in places no one has ever been before.

· · · Wüstenschiff-Veranstaltungsübersicht 2026 —> Alle Reise-Events auf einen Blick - Check it out !!!
· · · · · Werde Wüstenschiff-Werbepartner —> Firmen, die Wüstenschiff-Aktionen in Afrika unterstützen
· · · · · · · Geschlossene Gruppen —> Die neue Wüstenschiff-Funktion
Roger-Tecumseh
Beiträge: 2066
Registriert: Mi 6. Jun 2007, 16:37

Re: Syrien - Demonstrationen und Proteste - Diskussion

Beitrag von Roger-Tecumseh »

marmarita hat geschrieben:
So 5. Jun 2011, 00:28
Ich mag syrien sehr, wir haben familie und freunde dort, und das ist alles.
Seit Anfang meiner Beiträge wollte ich nur eines sagen bzw.schreiben, dass es nicht alles so ist, wie es von Medien gezeigt wird, dafür hab ich die Beispiele davon, was mein Mann erlebt und gesehen hat. Das glaubt mir hier aber keiner.

Deine jetzigen Erklaerungen klingen weniger radikal, ja fast versoehnlich. Dann mache auch noch den weiteren Schritt, indem Du Deine eigenen - sehr schlimmen, wie ich finde - frueheren Aussagen noch einmal bedenkst. (Du hattest z.B. von ANGEBLICHEN Toten geschrieben!)

Du liebst Syrien und Deine Familie dort - wer koennte Dir das vorwerfen? Niemand! Deine Gefuehle sind aber machtlos gegenueber der Gewalt, die das Land erschuettert - und das ist eine menschlich tragische Situation. Du scheinst Dich hilflos zu fuehlen, musst gerade deshalb irgendeine Erklaerung fuer Dich finden, um der Passivitaet des Nur-Leidens zu entkommen.
Du suchst nun diese Erklaerung in dem angeblich falschen Blick des Auslandes auf Syrien, in den "falschen" Nachrichten. Du vergisst aber dabei, dass die Gewalt nicht aus dem Ausland kommt, sondern im Land - vom Regime -ausgeuebt wird! Die Heckenschuetzen, die fliehende, unbewaffnete Demonstranten ermorden, die Folterer der Gefangenen sind keine Invasisionstruppen!

Du hast durchaus Recht, wenn Du feststellst, dass in vielen Foren oft nur ungepruefte Links gesetzt werden, dass manche User voneinander abschreiben, um sich wichtig zu machen. Es stimmt auch, dass einige Medien atemlos agieren, wie Getriebene, jedem Geruecht hinterher laufen. Der ueberzeugenste Kampf gegen Geruechte wird aber dort moeglich, wo man ohne Gefahr fuer Leib und Leben nach der Wahrheit suchen kann! Ich schrieb es schon einmal: wer internationale Medien aussperrt, hat Angst vor der Wahrheit, weil er spuert, dass seine "Sache" auf Unrecht beruht!

Trotz der Unmoeglichkeit, aus Syrien frei berichten zu koennen, weiss man, dass z.B. Damaskus und Aleppo (wahrscheinlich die Orte Deiner Familie) bisher weniger von Aufstaenden erschuettert wurden, als andere Landesteile. Der Tunnel-Blick auf diese Staedte ist aber keine Basis dafuer, die Realitaet des Landes erkennen zu koennen! Dort kaempft ein Regime um's eigene Ueberleben.
Jeder, der sich mit Geschichte beschaeftigt, weiss, dass es in dieser Situation einen point of no return gibt: Reformen, die zu spaet - nachdem die Repression schon viele Opfer kostete - angekuendigt werden, retten kein Regime, sondern besiegeln seinen Untergang! Diese Fatalitaet ist dem Regime bekannt - die Schraube der Gewalt wird sich also bis zum bitteren Ende drehen!
Josef al Nemsawi
Beiträge: 68
Registriert: Di 7. Jul 2009, 11:19
Wohnort: Damaskus

Re: Syrien - Demonstrationen und Proteste - Diskussion

Beitrag von Josef al Nemsawi »

Liebe Freunde,

jetzt hatte ich mich schon eingelebt, in meinem eigenen Schneckenhaus.

Da schreibt mir Birgitt, daß Sie sich nach meinem Befinden erkundigen wolle.

Nun ich lebe noch, bin aber wie es scheint doch ein psycho-Krüppel geworden.

Wollte also eigentlich auch nicht im Forum über das Thema Revolution in Syrien schreiben.

Doch nachdem ich eure Postings gelesen habe, wonach es mir auch nicht besser geht, doch einige Zeilen zu

offenen Fragen, zu Anmerkungen und Widersprüchen.

1. Marmarita wird angefeindet
a. weil Sie einen ausgeprägten Judenhass in sich trägt (Kenn ich, wenn ich mir die Politik Israels ansehe,
könnte ich auch kotzen, doch sind es nicht "Die Juden" sondern eine politische Einstellung, von Theodor Herzl gegründet,
und Zionismus genannt wird. Vielleicht sollte man Marmarita ein gutes Geschichtsbuch empfehlen.

b. weil sie die Meldungen in den Medien anzweifelt. Das tue ich auch, und das aus gutem Grund. Da steht ein ZDF Redakteur vor
der geschlossen Grenze eines kleinen Grenzüberganges und berichtet Tagelang über die Absperrung.
Zur gleichen Zeit fließt der internationale Verkehr zwischen Syrien und Jordanien kaum 5 Kilometer entfernt aum Autobahngrenzübergang
ungehindert. Oder man berichtet, daß das Miltär in Maadamieh in Häuser eingedrungen wäre und "arme, unbewaffnete und Unschuldige festgenommen hätte.
Das einzige was an dieser Meldung stimmte, war, daß das Miltär Maadamieh durkämmt hatte und dabei angegriffen wurde.
Es gibt noch unzählige Beispiele für diese Art von Lügenverbreitung.
c. weil ihr Mann aus dem Fenster gesehen habe und keine Strassenkämpfe gesehen hätte. Dies ist nicht weiter ungewöhnlich,
ich wohne auch in der unteren Hauptstrasse eines heutzutage bekannten damaszener Vorortes. Auch ich höre kaum etwas von den täglichen Demonstrationen unserer Ortschaft,
und dennoch dauern die oft von 18:00 bis 22:00.

Wie wahr ist es, daß keine Journalisten ins Land dürften.

Nun, wer sich vor den "Auseinandersetzungen" mit Syrien beschäftigte, über Syrien berichtete, der kann auch weiterhin
aus Syrien berichten. Dafür gibt es einige Beweise, wer die Medienlandschaft kennt, weiß, daß immer Wieder Artikel direkt
aus Syrien erscheinen.

Persönlich leid ist mir um den Reuthers-Jouranlisten, den ich petrsönlich als einen ruhigen und feinsinnigen Menschen kennengelernt habe. Auch seine Frau
ist sehr nett. Wie es scheint, hatte er zwei Fehler begangen, Erstens er schrieb für Reuthers, und zweitens er berichttet von den Unruhen
und ließ sich darauf ein, daß er Leute der Opposition kennen würde.

Warum bekommt man an der Grenze keine Visa mehr? Bekommt man nicht?


Dies kommt wohl daher, daß die im Zuge der Kabinettumbildung neue Mannschaft eine Ministerin als Tourismusministerin bekam,
welche sich ausgiebig darüber erregen kann, daß die europäischen Staaten Reisewarnungen für Syrien herausgegeben haben.

Deshalb betreibt sie jetzt innerhalb Syriens eine Kampagne gegen Europäer und möchte die Reiseveranstalter dazu bewegen, doch Länder wie Malaysien, Indien, Russland,
China etc.als Kunden zu werben. Europäer bräuchte man nicht, so ihre einer deutschen Journalistin gegenüber.

Ach ja, da ist dann noch eine Meldung am Rande, welche auch keinen Zugang zu en Medien fand. Warum wohl? Passt diese Meldung nicht ins Bild des Mainstream?

Die Türkei richtet ein Meeting für Syriens Opposition in der Türkei aus. (Syrien sei ein freies Land behauptete der türkische Staatspräsident)

Beim Treffen der syrischen Opposition in der Türkei wollten auch syrischstämmige Türken aus Iskenderon teilnehmen.
Für diese Leute ist die Zuunft Syriens insofern wichtig, da 2030 Iskenderon wieder an Syrin gegeben werden soll (Völkerbundvertrag von 1930)

Diese Bevölkerungsgruppe wurde von der türkischen Polizei an der Teilnahme gehindert.

Da dieses Thema doch sehr weitläufig ist konnte ich jetzt nur sehr allgemein auf mansche Fragen eingehen.

Bin aber gerne bereit auch ins Detail zu gehen. Doch eine Bitte: Sachlich.


Liebe Grüße aus

Maadamieh bei Damaskus

Josef al Nemsawi
Benutzeravatar
Achim Vogt
Moderator
Beiträge: 2854
Registriert: Fr 2. Jan 2009, 19:32
Wohnort: Kampala / Uganda

Re: Syrien - Demonstrationen und Proteste - Diskussion

Beitrag von Achim Vogt »

Lieber Josef,

welcome back! Ich freue mich sehr, mal wieder von Dir zu lesen. Deine Berichte aus Damaskus haben uns hier gefehlt!

Viele Grüße aus Amman
Achim
Roger-Tecumseh
Beiträge: 2066
Registriert: Mi 6. Jun 2007, 16:37

Re: Syrien - Demonstrationen und Proteste - Diskussion

Beitrag von Roger-Tecumseh »

Josef al Nemsawi hat geschrieben:
Mo 6. Jun 2011, 12:49
Doch nachdem ich eure Postings gelesen habe, wonach es mir auch nicht besser geht, doch einige Zeilen zu

offenen Fragen, zu Anmerkungen und Widersprüchen.

1. Marmarita wird angefeindet...

b. weil sie die Meldungen in den Medien anzweifelt. Das tue ich auch, und das aus gutem Grund....
Nun, wer sich vor den "Auseinandersetzungen" mit Syrien beschäftigte, über Syrien berichtete, der kann auch weiterhin
aus Syrien berichten... Dafür gibt es einige Beweise, wer die Medienlandschaft kennt, weiß, daß immer Wieder Artikel direkt
aus Syrien erscheinen.


Josef al Nemsawi

Hallo Josef,

so ganz kann ich Deine Bemerkung (@Marmarita werde angefeindet) nicht nachvollziehen. Mir schien im Gegenteil eher, sie selbst feinde hier direkt diejenigen an, die von der Situation berichten und Meinungen posten.
Aber gut, eine vereinzelte, agitierende Aussage, ist vielleicht nicht diese Aufregung wert - zumal sie ausschlieslich das praktiziert, was sie den Medien vorwirft: Pauschalisieren!
Mich haette nun vielmehr Deine Meinung dazu interessiert, ob die Lage im Land so ist, wie wir sie bei uns groesstenteils dargestellt sehen, oder ob die "Marmarita-Tendenz" der Wahrheit naeher kommt! Bis auf den kurzen Hinweis ("von 18-22Uhr") findet sich dazu in Deinem Beitrag nichts! :? Mir scheint deshalb, dass Du unterschwellig darauf hinweisen willst, dass falsch berichtet werde. Stimmt das, wie ist also die Lage im Lande?

Deine Bemerkung ueber die unveraenderte Moeglichkeit der Berichterstattung ("Nun, wer sich vor den "Auseinandersetzungen" mit Syrien beschäftigte, über Syrien berichtete, der kann auch weiterhin
aus Syrien berichten. Dafür gibt es einige Beweise, wer die Medienlandschaft kennt, weiß, daß immer Wieder Artikel direkt
aus Syrien erscheinen.") ist ausserordentlich ueberraschend! Dann sind also die Klagen ueber mangelnde freie journalistische Arbeit dort gegenstandslos?
Es stimmt, tatsaechlich "erscheinen immer wieder direkte Artikel" aus Syrien. Auch einige Videos - mit Handy"s aufgenommen ! - werden ausgestrahlt. Fundierte Moeglichkeiten zur Berichterstattung sehen eigentlich anders aus! Als Vergleich bieten sich hier die revolutionaeren Ereignisse in Tunesien und Aegypten an. Was ereignet sich in Syrien, wie sieht jemand, der nicht nur aus dem Fenster schaut, die Entwicklung??

Gruss

Roger-T.
Josef al Nemsawi
Beiträge: 68
Registriert: Di 7. Jul 2009, 11:19
Wohnort: Damaskus

Re: Syrien - Demonstrationen und Proteste - Diskussion

Beitrag von Josef al Nemsawi »

Lieber Roger-Tecumseh

Wer behauptet, dass er die Situation in Syrien verstünde, der ist entweder Allah oder ein Lügner.

Ich kann euch nur einige Fakten aus meinem Leben berichten, bzw. einige Gespräche mit Freunden und Bekannten wiedergeben.

Dass auch ich irre ist nahezu zwangsläufig, da es an offiziellen Meldungen mangelt.

Zu meiner Behauptung, dass es in Syrien doch ausländische Journalisten gibt, möchte ich damit belegen, dass Frau Leukefeld am Sonntag wieder einreisen wird. Was allerdings nicht heißen ag, dass es eine „freie“ Berichterstattung gibt.

Doch was heißt schon freie Berichterstattung. So mancher Journalist kann ein Lied davon singen. Wer in Deutschland oder auch Österreich seine eigenen Recherchen publizieren will hat einige Hürden zu nehmen. Da ist zuerst der Gesprächspartner, der, wenn er wichtig genug ist, die Interviewlinie festlegt. Hält sich der Journalist nicht daran, so bekommt er von diesem Politiker / Gesprächspartner und auch seinen Parteifreunden einfach kein Interviews mehr, was soviel wie einem Berufsverbot gleichkommt. Die zweite Hürde ist dann der Chefredakteur, der einen bereits geschriebenen Artikel nach Gutdünken verändert, Textpassagen entfernt, oder eigene nicht recherchierte Kommentare einfügt, wobei ein Artikel soweit verändert wird, bis er eben in die vorgegebene Linie der Zeitung oder des Journals passt.

In Syrien ist man da nicht so diffizil. Da wird ein Journalist eben nicht beschäftigt, oder mit Prozessen eingedeckt, in welchen er den Wahrheitsbeweis seiner Aussagen nachweisen muss, so dass er mehr Zeit am Gericht verbringen muss als er am Schreibtisch sitzt.

Zurückkommend auf Marmarita möchte ich abermals einen Stab für dieselbe brechen. Wie sie nach eigenen Angaben feststellte, sei sie keine Deutsche / Österreicherin.
Dafür ist ihre Sprache exzellent. Doch über eine Hürde kommt man kaum hinweg. Es ist dies die Kultur, und die Denkungsart. Deshalb kommt es oft zu Missverständnissen ihrer und unsererseits.

Wie ist die Lage in Syrien wirklich?

Aus eigenen Erlebnissen kann ich feststellen, dass die Medien die Rolle des Militärs völlig falsch wiedergeben. Da gab es den Tag, an welchem ich durch Schüsse geweckt wurde. Um 5 Uhr früh begann ein 15 stündiges Gefecht, oftmals durch eine viertel Stunde Ruhe unterbrochen. Was war geschehen?
Das Militär durchkämmte unsere Ortschaft um Waffen und Aufwiegler zu finden.
Dies gestaltete sich folgender Maßen:

Das Militär, bewaffnete in Uniform klopften an die Türe, nicht etwa mit Gewehrkolben, sondern gesittet mit den Händen, oder sie benutzten einfach die Klingel. Wurde ihnen aufgetan, so blieben sie vor der Türe stehen und baten um die Ausweise aller Anwesenden. Nachdem sie diese kontrolliert hatten, gaben sie diese zurück und dankten für die Mithilfe.

Ich weiß, diese Vorgangsweise ist kaum zu glauben, dennoch war dies der normale Ablauf. Vielleicht ist dazu zu bemerken, dass es in der arabischen Kultur als unmöglich gilt, dass Fremde ungebeten das Haus betreten, dies gilt auch für Polizei und Militär.

Sollten die Soldaten aber feststellen, dass sich noch Jemand im Haus befindet, der seine Identität zu verstecken sucht, dann wird man auch eine Haussuchung machen. In meinem Dorf setzten sich in etwa 30 Häuser Bewohner zur Wehr und griffen zu den Waffen, welche in vielen Häusern zu finden sind. Das waren dann die Schusswechsel welche wir zu hören bekamen. Syrien ist ein seltsames Land, Es gibt viele Gesetze wie in Europa, wo man diese auch aufs peinlichste genau exekutiert. Nicht so in Syrien. Solange es geht mischt sich der Staat, trotz geltender Gesetze kaum ein. So war es auch mit dem Waffengesetz. Es ist verboten eine Waffe zu tragen, bzw. zu besitzen, doch es kümmert sich keiner um den Vollzug des Gesetzes. Das ganze Jahr über liegen die Waffen in einer Wäschetruhe oder in einem Schrank. Bei großer Freude wie eine Hochzeit oder einer Geburt. Dann wird die Klasche, wie die AK47 hier genannt wird aus dem Schrank geholt und dann wir in die Luft geballert, was das Zeug hält. Ein Rest der alten Kultur, in welcher ein Mann ur dann ein Mann ist, wenn er sich wehren kann, also bewaffnet ist.

Wir dürfen uns darüber nicht erheben, denn die ganzen Schützenvereine veranstalten genau den gleichen Zauber aus den gleichen Gründen, gleichwohl um vieles geordneter.

Diese „Säuberung“ fand vor 2 Wochen statt. Bis heute gibt es an der Ortseinfahrt von Damaskus kommend einen Checkpoint. Da werden die Ausweise geprüft, da wird in die Kofferräume gesehen, da stehen schwer bewaffnete Soldaten, bereit los zu schlagen.

Doch wer die Ortschaft kennt, deren Zufahrt bei Sumarieh, also dem internationalen Busbahnhof in Richtung Süden ist, der weiß auch, dass unsere Ortschaft neben drei großen Zufahrtstrassen auch ca. 20 kleinere Zufahrtstrassen hat. Und ALLE diese, sind frei befahrbar. Nonsens wird nun so mancher denken, doch wie ich bereits bemerkte, handelt es sich um eine andere Kultur mit anderer Logik. Es ist dieser Checkpoint nur eine Erinnerung an die Zeit der Durchsuchung, und diese Erinnerung sollte so schnell nicht verblassen.

An einem Tag, an welchem im Ort an jeder Ecke ein Militärposten stand, der die Ausweise zu kontrollieren hatte, vom Ortseingang bis zu meinem Haus waren es sieben Stück an der Zahl, wurde auch ich ausgesiebt. Man kontrollierte meinen Ausweis zum siebten Mal auf dieser Strecke, und begann sich für meinen Laptop zu interessieren. Das kenn ich schon aus Europa, an den Flughäfen. Dann verlangte der Soldat, dass ich den Computer aufdrehen solle, was ich auch tat. Als der Computer betriebsbereit aufgezogen hatte, begann dieser Soldat mit der Maus am Desktop herumzuspielen. Als er nicht akzeptieren wollte, dass ich ihm mein Einverständnis dazu verweigerte, klappte ich den Computer einfach zu und teilte ihm mit, dass ich ihn als Verhandlungspartner nicht mehr akzeptiere. Ich forderte seinen Vorgesetzten zu sprechen. Völlig verdutzt ob meiner Gegenwehr, rief er einen Kollegen, der mich zum General bringen sollte. Dieser setzte sich zu mir ins Auto und so fuhren wir zum Bürgermeisteramt, wo der General seine Stellung bezogen hatte. Sämtliche Checkpoints auf dieser Strecke hielten uns auf, doch als sie meinen Beifahrer erkannten durften wir unseren Weg fortsetzen.

Beim Bürgermeisteramt stellte man fest, dass der General gerade außer Haus sei, und dass ich eben warten müsse. Nur 5 Minuten, sicher nicht länger. Als ich nach einer viertel Stunde ärgerlich wurde brachte man eiligst einen Stuhl und stellte ihn unter einen dichtbelaubten Baum und bedeutete mir mich zu setzen. Kaum eine Minute später erschien ein anderer Soldat und reichte mir Tee. Wie sollte ich da noch ärgerlich sein, bei Tee und einem freien Blick über den Platz. Nach geraumer Zeit kam der General. Dass er es war sah ich auf den ersten Blick, ein Mann Mitte 40, unbewaffnet in einem Jogginganzug gekleidet. Begleitet wurde er von 4 Männern, alle mit der legendären Kalaschnikow. Der Herr General bot mir seine Hand, hörte sich mein Vergehen an und sprach in sein mitgebrachtes Funkgerät. Dort gab er meinen Namen bekannt und unterhielt sich anschließend in einem freundlichen Plauderton über die Gründe meines hier Seins. Da kam auch schon die Antwort aus dem Walky – Talky. Nachdem festgestellt war, dass ich kein „Böser Bube“ sei, entschuldigte sich der General wortreich über das Unbill welches mir entstanden, schüttelte mir die Hand und ich durfte meinen Weg durch die zahlreichen Checkpoints bis zu meinem Hause fortsetzen.

Was sich anhört wie ein Absatz aus einem Karl May Buch ist absolute Wirklichkeit,
Mit allen meinen Erlebnissen mit den Militärs kann ich bis heute nur Gutes berichten.

Deshalb weis ich, dass die Medien lügen,

Dieselben Vorfälle wurden in den Medien der Gestalt berichtet, dass es brutale Übergriffe des Militärs gegeben hätte. Die Soldaten hätten Türen aufgebrochen, in die Menge geschossen.

Nun, vielleicht in einem anderen Maadamieh, in einem anderen Land, auf einem anderen Planeten.

Die Wahrheit stirbt zuerst, und dies gilt nicht zuletzt auch für den Medienkrieg gegen Syrien. Was passiert ist schlimm genug, es braucht keine so genannten Journalisten, die noch mehr Tote beziffern wollen, noch mehr Gräuel aus dem Hut zu zaubern.

Ich erinnere an die Meldung im ZDF vor etwa einer Woche, als man ein angeblich authentisches Video mit Folterszenen aus Syrien ausstrahlte. Menschenrechtsaktivisten bezeugten die Echtheit des Filmmaterials.

Am nächsten Tag die Ernüchterung.
Es hatte sich herausgestellt, dass dieses Video im Irak gedreht wurde, und das vor etwa 4 Jahren. Der Moderator dieser „Unterhaltungssendung“ genannt Nachrichten musste schweren Herzens gestehen, dass es sich um eine Falschmeldung gehandelt habe.
Wie viele dieser Falschmeldungen bleiben unentdeckt? Wie sehr wandelt sich unsere Meinung im Spiegel dieser Geschichten, nicht nur in Syrien, auch im Yemen, oder in Ägypten. Kaum sind die Rufe der Revolution in Ägypten verhallt, ist dieses Land für die Medien schon wieder uninteressant. Kaum irgendwo in den Medien hört oder kann man lesen, dass in Ägypten jetzt ein Bürgerkrieg stattfindet. Dies passt nicht zur generellen Leitlinie der europäischen Staatsführungen, also finden diese Meldungen auch nicht den Weg an unser Ohr/Auge.

Liebe nächtliche Grüsse

Aus dem ruhigen und friedlichen Damaskus

Josef al Nemsawi

Sorry wegen des langen Postings
Kuno
Beiträge: 9586
Registriert: Mi 3. Mai 2006, 10:21
Wohnort: Dort wo andere Ferien machen.
Kontaktdaten:

Re: Syrien - Demonstrationen und Proteste - Diskussion

Beitrag von Kuno »

Josef, warum denkst du, ist es gerade auch al-Jazeera, ein Sender aus dem auch nicht unbedingt nach unseren Gesichtspunkten demokatisch gefuehrten Qatar, der sich so gegen das Syrische Regime ins Zeug legt?
Benutzeravatar
Achim Vogt
Moderator
Beiträge: 2854
Registriert: Fr 2. Jan 2009, 19:32
Wohnort: Kampala / Uganda

Re: Syrien - Demonstrationen und Proteste - Diskussion

Beitrag von Achim Vogt »

Lieber Josef,

ich freue mich über Deinen detaillierten Bericht, weil er zur Differenzierung beiträgt. Mein Eindruck von den Checkpoints im Süden des Landes war sehr anders, die Stimmung außerordentlich angespannt, die Militärs und "Dienste" in keiner Weise freundlich oder entspannt - wenn es hoch kommt, waren sie korrekt.

Problematisch finde ich Deinen letzten Absatz, wo Du über Ägypten schreibst. Das Interesse am Land ist in Deutschland nach wie vor hoch, auch wenn die Nachrichten nicht mehr so intensiv berichten. Hintergrundberichte gibt es aber weiter. Von einem Bürgerkrieg kannst Du allerdings nun wirklich nicht sprechen, auch wenn es in der Tat gewaltsame Konflikte zwischen Muslimen und Kopten gab.

Und auch Deinem verallgemeinernden Medien-Bashing kann ich nicht zustimmen: Wenn ich mir allein anschaue, wieviele tausende Berichte in den vergangenen Monaten im Wüstenschiff - und das ist nur ein kleiner Ausschnitt aller Medienberichte - gepostet wurden, die zum guten Teil sehr gut, differenziert, analytisch und sensibel berichteten, dann lässt sich der gelegentliche Ärger über dumme oder oberflächliche Artikel und Sendungen durchaus verschmerzen.

Viele Grüße aus Deinem Nachbarland
Achim
Roger-Tecumseh
Beiträge: 2066
Registriert: Mi 6. Jun 2007, 16:37

Re: Syrien - Demonstrationen und Proteste - Diskussion

Beitrag von Roger-Tecumseh »

Josef al Nemsawi hat geschrieben:
Di 7. Jun 2011, 23:50
Wer behauptet, dass er die Situation in Syrien verstünde, der ist entweder Allah oder ein Lügner.

Dass auch ich irre ist nahezu zwangsläufig, da es an offiziellen Meldungen mangelt.
In Syrien ist man da nicht so diffizil. Da wird ein Journalist eben nicht beschäftigt, oder mit Prozessen eingedeckt, in welchen er den Wahrheitsbeweis seiner Aussagen nachweisen muss, so dass er mehr Zeit am Gericht verbringen muss als er am Schreibtisch sitzt...
Zurückkommend auf Marmarita möchte ich abermals einen Stab für dieselbe brechen. Wie sie nach eigenen Angaben feststellte, sei sie keine Deutsche / Österreicherin. - Dafür ist ihre Sprache exzellent...
Aus eigenen Erlebnissen kann ich feststellen, dass die Medien die Rolle des Militärs völlig falsch wiedergeben...
Das Militär, bewaffnete in Uniform klopften an die Türe, nicht etwa mit Gewehrkolben, sondern gesittet mit den Händen, oder sie benutzten einfach die Klingel. Wurde ihnen aufgetan, so blieben sie vor der Türe stehen und baten um die Ausweise aller Anwesenden. Nachdem sie diese kontrolliert hatten, gaben sie diese zurück und dankten für die Mithilfe.

In meinem Dorf setzten sich in etwa 30 Häuser Bewohner zur Wehr und griffen zu den Waffen, welche in vielen Häusern zu finden sind. Das waren dann die Schusswechsel welche wir zu hören bekamen.
Mit allen meinen Erlebnissen mit den Militärs kann ich bis heute nur Gutes berichten.
Deshalb weis ich, dass die Medien lügen,

Dieselben Vorfälle wurden in den Medien der Gestalt berichtet, dass es brutale Übergriffe des Militärs gegeben hätte. Die Soldaten hätten Türen aufgebrochen, in die Menge geschossen.

Nun, vielleicht in einem anderen Maadamieh, in einem anderen Land, auf einem anderen Planeten.

Wie viele dieser Falschmeldungen bleiben unentdeckt? Kaum sind die Rufe der Revolution in Ägypten verhallt, ist dieses Land für die Medien schon wieder uninteressant. Kaum irgendwo in den Medien hört oder kann man lesen, dass in Ägypten jetzt ein Bürgerkrieg stattfindet. Dies passt nicht zur generellen Leitlinie der europäischen Staatsführungen, also finden diese Meldungen auch nicht den Weg an unser Ohr/Auge.

Hallo Josef,

die Laenge Deines Postings (Danke dafuer !) ist kein Problem - der Inhalt aber doch schon eher! Ich schaetze einen differenzierenden, ruhigen Blick sehr; bin allerdings dann alarmiert, wenn auf dieser (demonstrativ ?) weichen Welle schliesslich knallharte Aussagen tanzen, die der Realitaet nun wirklich nicht entsprechen!
Dein Satz: "Wer behauptet, dass er die Situation in Syrien verstünde, der ist entweder Allah oder ein Lügner", ist vielleicht wirklich Ausdruck Deiner Ratlosigkeit, hat aber eigentlich nichts mit unserem Thema zu tun. Es geht hier nicht um "Verstehen", um eine abgehobene soziologische Studie (mit abschliessendem Resumee) des Lebens im "Morgenland", sondern darum: verlangt ein grosser Teil der Bevoelkerung einen Regimewechsel hin zu demokratischen Garantien; werden unbewaffnete Demonstranten systematisch von Ordnungsmaechten erschossen, Regimegegner brutal verfolgt - kurz: kaempft ein Regime mit allen Mitteln um den Erhalt seiner Macht?
Zunaechst: Deine Schilderung der Mentalitaetsunterschiede ist zweifelsfrei wahr! In der Situation eines Aufstandes mit Transparenten auf einer Seite und aktivierten Kriegswaffen auf der anderen, sollte man jedoch nicht mehr feinsinnig von Mentalitaeten sprechen; den "Mangel an offiziellen Meldungen" bedauern. Koennte eine offizielle Meldung erschossene Demonstranten akzeptabel machen?
Was hat auch sprachliche Unvollkommenheit (siehe Deinen Einwurf zu @marmarita) mit den deutlich von ihr vertretenen Thesen zu tun? Was hat Dein allgemeiner Diskurs ueber die Probleme journalistischer Arbeit im real existierenden Kapitalismus und in einer Diktatur mit der akuten Lage in Syrien zu tun? Mich erinnert eine solche Gleichschaltung an fruchtlose dialektische Auseinandersetzungen zu Ostblock-Zeiten.
Du lebst in einem Dorf. Dort setzten sich die Bewohner von ca. 30 Haeusern zur Wehr, als Militaer hoeflich an der Tuer die Ausweise kontrollieren wollte. 30 Haeuser sind nicht wenig, in einem Dorf. Und ein anschliessendes 15 stuendiges Gefecht laesst auch nicht gerade auf eine kleine Gruppe von Regimegegnern schliessen!
Dein Bericht (Laptop versus General) ist als persoenlicher Vorgang absolut glaubwuerdig - dergleichen kann man auf vielen Reisen erleben! (Mich hat - als erkennbaren Auslaender - auch noch kein Militaer in einer Diktatur verpruegelt; den Einheimischen neben mir schon!)
Was mich daran verbluefft, ist allerdings Deine Schlussfolgerung: Nur Gutes kannst Du vom Militaer berichten - also luegen die Medien! Na weisst Du! :?
(Eine "Falschmeldung" bleibt immer dort bestehen, wo es keine Moeglichkeit zur Ueberpruefung gibt!)

Deine Ueberzeugungen vom abgeflauten "abendlaendischen" Medieninteresse an den Umwaelzungen und Revolutionen in der arabischen Welt, sind - um mal Deine Beispiele zu nutzen - tatsaechlich vom anderen Planeten! Da ich einfach nicht glauben kann, dass Du keinen Zugang zu Nachrichten hast, bleibt mir nur die Aufforderung, sie zu lesen, zu hoeren! (Eine europaeische "Leitlinie" - von der Du sprichst - ist ein Phantasieprodukt. Das muendet wieder einmal in nebelhafte VT's mit direktem Zugang an Weltverschwoerung zur Weltregierung! :roll: )


Mit guten Wuenschen fuer das syrische Volk!

Roger-T.
Stefanie
Beiträge: 1495
Registriert: So 17. Feb 2008, 10:12
Wohnort: Aegypten
Kontaktdaten:

Re: Syrien - Demonstrationen und Proteste - Diskussion

Beitrag von Stefanie »

Ich fand einen recht lesenswerten Artikel eines syrischen Bloggers ueber die Situation im Land...
http://syrianrevolutiondigest.blogspot. ... ganda.html
Have all superpowers lost control over their surveillance satellites? Because at this stage, they are the ones with actual means to tell us exactly what’s happening, but they remain quiet.
Gruesse aus Baharia
Stefanie

Voltaire: „Ich mag verdammen, was Du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass Du es sagen darfst.“
Antworten