Hallo
Ich folge Achims Wunsch und schreibe hier über den Grenzübergang im äußersten Nordwesten Sambias nach Angola.
Wir hatten diese Route gewählt, weil wir das Chimfunshi Orphanage und die Sambesiquelle besuchen wollten und dieser Grenzübergang somit der nächstgelegene war. Unseren Infos nach sollte die Strecke auf der sambischen Seite bis zur Grenze in Jimbe Bridge asphaltiert sein - so eingezeichnet in der Landkarte vom Ilona-Hupe-Verlag. Im dazugehörigen Reiseführer von 2019 stand, dass bereits etliche Kilometer asphaltiert seien, und weitergebaut würde. Für die angolanische Seite hatten wir leider nur die Info der Michelinkarte, die die Strecke ab Jimbe Bridge als "improved" darstellt. In iOverlander fand sich nichts über die geplante Route bis zur Massibi Police Station, 165 km von der Grenze auf angolanischer Seite.
Am 19.10. waren wir an der Sambesiquelle und am Tag darauf haben wir die Grenze zu Angola gequert. Die angebliche Asphaltstraße bis zur Grenze ist zu einer zuerst noch guten, dann teilweise sehr schlechten Piste mutiert - ab Kalene Hill Mission ungefähr. Da oben in der Nordwestecke von Sambia kam es uns wie das Ende der Welt vor - gleich nebenan beginnt auch der Kongo und in Angola führt die Strecke lange Zeit an der Kongogrenze entlang.
Die Grenzformalitäten sind kein Problem, auch wenn sie auf angolanischer Seite lange dauerten. Lediglich das TIP bekommt man erst in Luau, an der Grenze nur ein vorläufiges handausgefülltes Zollpapier.
Danach beginnt die "Hölle von Caianda", wie wir es genannt haben - nach dem ersten größeren Ort in Angola. Wir haben gut drei Tage gebraucht, bis wir wieder in der Zivilisation - sprich auf einer guten Piste bei der Massibi Police Station ankamen.
Ab der angolanischen Seite der Grenze bei Jimbe Bridge gibt es im Prinzip keine befahrbare Piste mehr. Es verkehren bis auf gaaanz wenige Ausnahmen nur Fahrräder und Motorräder. Begegnet sind uns auf der ganzen Strecke ein einziger anderer Landcruiser am zweiten Tag und in der folgenden Nacht fuhr ein Militärlaster an uns vorbei. Am ersten Nachmittag konnten wir noch 31 km zurücklegen, am zweiten Tag insgesamt 96 km, am dritten Tag brauchten wir für die letzten 38 km bis um vier Uhr nachmittags. Und das, obwohl wir bis auf Essenspausen die ganzen Tage gefahren sind. Und wir sind nun nicht unbedingt Pistenneulinge, sondern fahren seit Jahrzehnten in Afrika und sonstwo in der Welt herum.
Es gab jede Menge fast unpassierbare Stellen mit tiefen Gräben, völlig ungeeignet für vierrädrige Fahrzeuge. Dann gab es ganz tiefsandige Lkw-Spuren, wo der Mittelwall zu hoch für uns war. Es gab Schlammpfuhle, die ebenso nur für Lkw geeignet waren. Es war aber noch kein einziger Regentropfen gefallen, also allertrockenste Jahreszeit!
Wir mussten Stücke der Piste präparieren, um nicht umzukippen oder aufzusitzen. An anderen Stellen war das nicht möglich, aber die eine Spur über ein längeres Stück soviel tiefer als die andere, dass wir Angst hatten umzukippen. Usw. Jedenfalls brauchte man seine ganzen Fahrfähigkeiten und musste genau wissen, welches Rad wo sein würde, um keine Schäden am Fahrzeug oder Schlimmeres zu bekommen. Man kann das gar nicht alles beschreiben. Aber oh Wunder, zwischendrin fanden sich ab und zu längere glatte Strecken, auf denen ein Fahren im dritten Gang möglich war. Was wiederum nur noch deutlicher zeigt, wie extrem manche Stücke gewesen sein müssen bei der Zeit, die wir gebraucht haben.
Die Leute in den Dörfern am Weg haben uns beklatscht, dass wir es bis zu ihnen geschafft haben!
Also in der nächsten Zeit nicht unbedingt zu empfehlen, außer man mag genau diese Art von Abenteuer.
Aber wer weiß, vielleicht wird auch an dieser Strecke mal gearbeitet und dann ist alles ganz einfach...
Viele Grüße
Ulla
Grenze Angola-Sambia bei Jimbe Bridge - Warnung
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- Achim Vogt
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Re: Grenze Angola-Sambia bei Jimbe Bridge - Warnung
Liebe Ulla,
ganz herzlichen Dank für den ausführlichen Bericht - das ist sehr hilfreich! Sorry, dass es so schwierig gewesen ist!
Noraly Shoenmaker, alias "Itchy Boots", ist ebenfalls mit dem Motorrad über die direkte Grenze zwischen Angola und Zambia gefahren, allerdings wesentlich weiter südlich, bei Caripande, von Cazombo kommend. Das Gute bei ihren Videos ist, dass sich der Straßenzustand gut erkennen lässt. Auf dieser Strecke gibt es offenbar zwei Herausforderungen: zum einen Brücken, deren Belastbarkeit für Fahrzeuge fragwürdig ist, zum anderen Engstellen, die möglicherweise nur mit Motorrädern befahrbar sind (oder mit großem Aufwand befahrbar gemacht werden müssen).
Hier die entsprechende Episode (Nr. 88) auf Youtube:
Ob die Route insofern "besser" oder zumindest leichter zu meistern ist, lässt sich aus dem Off nicht sagen.
Auf der Webseite von Zambia Tourism sind nur diese beiden Grenzübergänge zwischen Zambia und Angola aufgeführt.
Viele Grüße
Achim
ganz herzlichen Dank für den ausführlichen Bericht - das ist sehr hilfreich! Sorry, dass es so schwierig gewesen ist!
Noraly Shoenmaker, alias "Itchy Boots", ist ebenfalls mit dem Motorrad über die direkte Grenze zwischen Angola und Zambia gefahren, allerdings wesentlich weiter südlich, bei Caripande, von Cazombo kommend. Das Gute bei ihren Videos ist, dass sich der Straßenzustand gut erkennen lässt. Auf dieser Strecke gibt es offenbar zwei Herausforderungen: zum einen Brücken, deren Belastbarkeit für Fahrzeuge fragwürdig ist, zum anderen Engstellen, die möglicherweise nur mit Motorrädern befahrbar sind (oder mit großem Aufwand befahrbar gemacht werden müssen).
Hier die entsprechende Episode (Nr. 88) auf Youtube:
Ob die Route insofern "besser" oder zumindest leichter zu meistern ist, lässt sich aus dem Off nicht sagen.
Auf der Webseite von Zambia Tourism sind nur diese beiden Grenzübergänge zwischen Zambia und Angola aufgeführt.
Viele Grüße
Achim
-
Riedfrosch
- Beiträge: 89
- Registriert: So 9. Okt 2016, 11:25
- Wohnort: Ruhrgebiet
Re: Grenze Angola-Sambia bei Jimbe Bridge - Warnung
DANKE für den Hinweis!
Wir sind vor 9 Jahren im Süden Angolas gefahren und haben ähnlich lange wie Ihr gebraucht. Angola ist nicht zu überschätzen.
Und wenn man weiß auf was man sich einlässt, dann kann man sicherlich besser damit umgehen.
DANKE Achim für Deine Intervention auf Ulla.
Grüßchen
Riedfrosch
Wir sind vor 9 Jahren im Süden Angolas gefahren und haben ähnlich lange wie Ihr gebraucht. Angola ist nicht zu überschätzen.
Und wenn man weiß auf was man sich einlässt, dann kann man sicherlich besser damit umgehen.
DANKE Achim für Deine Intervention auf Ulla.
Grüßchen
Riedfrosch
Re: Grenze Angola-Sambia bei Jimbe Bridge - Warnung
Hallo
Ja, tolles Video! Danke Achim. Es gibt Einiges wieder, wie wir es auf unserer Route auch erlebt haben. Auch wir hatten mindestens zwei Brücken, die nur aus Holz bestanden, aber etwas besser intakt waren als die im Video gezeigten.
Itchy Boots' Route hat sich allerdings wahrscheinlich schon bei der Massabi Police Station von unserer getrennt und nicht erst nach einiger Zeit die Kongogrenze Richtung Osten entlang.. Es gibt da nämlich einen Wegweiser nach Süden für ihre Route. Und auch die spärlich vorhandenen iOverlander-Punkte auf Itchy Boots' Route weisen direkt in die südliche Richtung. Zudem kam der tiefe Sand direkt bei Massabi auf unserer Route. - Das nur für diejenigen, die diese Stecke fahren wollen.
Viele Grüße nunmehr vom Strand südlich von Luanda, wo wir uns erholen
Ulla
Ja, tolles Video! Danke Achim. Es gibt Einiges wieder, wie wir es auf unserer Route auch erlebt haben. Auch wir hatten mindestens zwei Brücken, die nur aus Holz bestanden, aber etwas besser intakt waren als die im Video gezeigten.
Itchy Boots' Route hat sich allerdings wahrscheinlich schon bei der Massabi Police Station von unserer getrennt und nicht erst nach einiger Zeit die Kongogrenze Richtung Osten entlang.. Es gibt da nämlich einen Wegweiser nach Süden für ihre Route. Und auch die spärlich vorhandenen iOverlander-Punkte auf Itchy Boots' Route weisen direkt in die südliche Richtung. Zudem kam der tiefe Sand direkt bei Massabi auf unserer Route. - Das nur für diejenigen, die diese Stecke fahren wollen.
Viele Grüße nunmehr vom Strand südlich von Luanda, wo wir uns erholen
Ulla




