Tansania | Umsiedlung Massai wegen Jagdrevier

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Turi
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Re: Umsiedlung Masai wegen Jagdrevier

Beitrag von Turi »

Hallo Lothar
Lothar hat geschrieben:
Do 20. Nov 2014, 11:19
Ist es nicht angesichts solcher Jagdexzesse dringend erforderlich, solche Veranstaltungen zu stoppen und die Jagdlizensen einzuziehen.
Das Problem ist, dass nur die Veranstalter die Lizensen besitzen, bzw. evtl. Jäger sind, was ich zumindest zum Teil auch bezweifeln muss.
Da kaufen sich Leute ein, die ausser der Kohle,vielfach, nichts vorzuweisen haben.
Dann kommen die "Jäger", wenn man die überhaupt so nennen darf, und knallen aus jeder Distanz und sogar auf Tiere, die mit dem Hinterteil in Richtung der Jäger stehen, sinnlos ab.
Hier muss keiner Kenntnisse der Jagd, der Waffen bzw. Kaliber und der Treffsicherheit nachweisen, das kann man alles kaufen.

Was man auf dem Video auch noch gut erkennen kann ist, dass ein Teil der Tiere, bewusst nicht mit dem Gewehr getötet werden,
sondern nur verletzt, um sie an der Flucht zu hindern um dann geschächtet zu werden.

Solche "Jäger" sollte man in die gleiche Todesangst versetzen und dann.......!?

Gruss Turi
Wenn man die Ruhe nicht in sich selbst findet, ist es umsonst, sie anderswo zu suchen!
Ralf Kiefer
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Re: Umsiedlung Masai wegen Jagdrevier

Beitrag von Ralf Kiefer »

Lothar hat geschrieben:
Do 20. Nov 2014, 11:19
1. Ist es zulässig (rechtliche/ethische Bedenken), den Massais ihr Land abzukaufen und sie dabei (wahrscheinlich bewusst) zu übervorteilen.
Haben die Masai ihr Land selbst verkauft oder wurde es von dritter Seite (Staat, Behörden) verkauft?
Turi hat geschrieben:
Do 20. Nov 2014, 11:42
Da kaufen sich Leute ein, die ausser der Kohle,vielfach, nichts vorzuweisen haben.
Ein Königstitel in Europa soll dabei auch hilfreich sein, neben der Kohle.
Turi hat geschrieben:
Do 20. Nov 2014, 11:42
Was man auf dem Video auch noch gut erkennen kann ist, dass ein Teil der Tiere, bewusst nicht mit dem Gewehr getötet werden,
sondern nur verletzt, um sie an der Flucht zu hindern um dann geschächtet zu werden.
Mein Eindruck war tendentiell der, daß die nicht treffen konnten, z.b. wg. Unfähigkeit. Moorhuhnschießen auf dem PC ist eben doch anders.

Gruß, Ralf
Guido3

Re: Umsiedlung Masai wegen Jagdrevier

Beitrag von Guido3 »

Lothar hat geschrieben:
Do 20. Nov 2014, 11:19
Mir ist es lieber, wenn sich jemand ÜBERHAUPT engagiert oder sich Gedanken macht
Da stimme ich Dir zu. Nur, heute mal hier und morgen mal da zu klicken und noch mal irgendwo "Schweinerei" in einen Kommentar zu schreiben, ist für mich aber überhaupt kein Engagement. Engagement liegt vor, wenn man eigene Mittel oder eine nennenswerte eigene Leistung einbringt. Man kann sich nicht überall engagieren, man muss dazu nicht hunderte Euro spenden, man muss auch keine Schule in Afrika mit eigenen Händen bauen. Wer nur mal schnell irgendwo klickt, dem kann man vielleicht immerhin ein gewisses Interesse unterstellen, aber Engagement ist das eben nicht und bewirken tut das in 99% der Fälle wohl auch nichts.
Lothar hat geschrieben:
Do 20. Nov 2014, 11:19
1. Ist es zulässig (rechtliche/ethische Bedenken), den Massais ihr Land abzukaufen und sie dabei (wahrscheinlich bewusst) zu übervorteilen.
In dem Satz werden schon jede Mengen Annahmen vorausgesetzt, bei denen man eben noch gar nicht sicher weiß, ob die so gegeben sind. Folgendes Muster war schon in anderen Fällen feststellbar: Ein NGO hat etwas über (vermeintlich) empörende Zustände im südlichen Afrika verbreitet. Alle führenden Medien in UK, USA, Deutschland von New York Times über Guardian und Spiegel haben berichtet. Niemand hat vor Ort recherchiert. Alle haben sich nur auf diese eine Quelle bezogen. Das was da in Umlauf gebracht wurde, war keine komplette Ente, aber doch in erheblichen Teilen falsch. Deswegen bin ich einfach etwas vorsichtig geworden, bevor ich auf eine Kampagne aufspringe. Von Ostafrika weiß ich generell sehr wenig, würde mich aber freuen, wenn andere da noch was recherchieren.
Lothar hat geschrieben:
Do 20. Nov 2014, 11:19
2. Ist es nicht angesichts solcher Jagdexzesse dringend erforderlich, solche Veranstaltungen zu stoppen und die Jagdlizensen einzuziehen.
Ja, das ist im Fall von Green Mile Safari auch geschehen. Ansonsten ist es wie Turi beschreibt: Der Jagdausstatter bestimmt einen "Professional Hunter" der den Trophäenjäger begleiten muss und für eine ordentlich ablaufende Jagd zu sorgen hat. Der eigentlich Trophäenjäger muss in der Regel keinerlei Jagdbefähigung nachweisen. Da kann so ziemlich jeder herumballern. Man muss bei den Professional Huntern und Jagdausstattern ansetzen und das ist vor allem ein politisches Problem. In Namibia gibt es z.B. mit NAPHA einen Berufsjägerverband und der hat auch einen Disziplinarausschuss und der geht auch gegen besonders miese Jagdpraktiken vor. Aber die Jagdveranstalter oder PH treten dann einfach bei NAPHA aus und das Thema ist erledigt. Man muss da kein Mitglied sein, um in Namibia Trophäenjagd betreiben zu dürfen. Weil die Jäger mit den größten Schweinereien häufig das meiste Geld verdienen, kommen dann die zwielichtigsten Jäger auch noch besonders häufig zum Zuge, wenn gegen viel Geld fragwürdige Abschusspermits für seltene Tiere wie Nashörner, Löwen usw. zu ergattern sind.

Beste Grüße

Guido
Lothar
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Re: Umsiedlung Masai wegen Jagdrevier

Beitrag von Lothar »

Ralf Kiefer hat geschrieben:
Do 20. Nov 2014, 12:35
Lothar hat geschrieben:
Do 20. Nov 2014, 11:19
1. Ist es zulässig (rechtliche/ethische Bedenken), den Massais ihr Land abzukaufen und sie dabei (wahrscheinlich bewusst) zu übervorteilen.
Haben die Masai ihr Land selbst verkauft oder wurde es von dritter Seite (Staat, Behörden) verkauft?
...ach, wenn es soo einfach wäre. Da sind doch einige Haken und Ösen.

Können die Massai nachweisen, dass es IHR Land ist ?
Haben sie Anspruch darauf, weil sie dort seit Generationen leben ?
Ein Grundbucheintrag werden sie wohl nicht haben.
Was glaubst du, mit welchen trickreichen Methoden sie zum Verkauf bewegt werden können ...

In Kenia hatte ich mal längere Zeit Kontakt zu Massais. Zu der Zeit lief der 99-jährige Pachtvertrag, der mit den Briten abgeschlossen wurde, gerade aus und die Massai erhielten ihr Land zurück. Welchem Clan nun was gehörte und zugeteilt wurde, war eine schwierige Sache, aber einige Massai haben mir stolz ihren "Grundbuchauszug" gezeigt . Von da an hörte man die Massai häufig und selbstbewusst mit dem Spruch : "Its our/my Land". Ich glaube, denen würde man ihr Land nicht so einfach wieder abschwatzen können.

Aber - ein anderes Massaidorf an der Grenze zur Massai-Mara mit klaren Besitzverhältnissen hatte folgendes Problem:
Auf ihrem Land sollte eine Lodge gebaut werden, also sollten sie umsiedeln und ihr Land verkaufen.
Die Dorfgemeinschaft war gespalten, auf der einen Seite lockte die Vorstellung, sich mit dem Geld einen "Landcruiser" kaufen zu können und damit durch die Gegend zu brausen. Die anderen waren von der Vorstellung entzückt, ihre Handies in der Lodge möglicherweise immer umsonst aufladen zu dürfen, andere sahen sich schon als gut verdienende Safari-Guides mit weissen Mädels flirten und für andere hiess es einfach "NO, its our Land".

Ein gesetzliches Entscheidungsrecht hatte die Zentralregierung m.W. nicht, sondern die Entscheidung des District-Chiefs (ein Massai) hatte mehr Gewicht.

Also - selbst bei den Massai, die schon Erfahrungen mit Landverkauf und Landbesitzt haben, besteht die Gefahr, dass sich ein durchschnittlicher Europäer die Haare raufen würde, wenn er erführe, nach welchen Kriterien über den Landverkauf entschieden wurde. Die Massai im Loliondo-Gebiet sind - so glaube ich - noch unbedarfter.

Natürlich könnte man den Standpunkt vertreten: "Wenn sie so dumm sind, und sich das Land abjagen lassen ......"
aber die Zeiten sollten doch vorbei sein - oder ?

Gruss

Lothar
Ralf Kiefer
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Re: Umsiedlung Masai wegen Jagdrevier

Beitrag von Ralf Kiefer »

Lothar hat geschrieben:
Do 20. Nov 2014, 17:11
Können die Massai nachweisen, dass es IHR Land ist ?
Haben sie Anspruch darauf, weil sie dort seit Generationen leben ?
Ich versuche gedanklich eine Lösung für Fragen wie diese zu finden. Hm, ist nicht trivial ...

So was wie Besitzverhältnisse sollte "der Staat" regeln, die Administration in Daressalam, in diesem Fall nachträglich, weil es offensichtlich schon zu Kolonialzeiten verbummelt wurde. Die Briten scheinen organisatorisch irgendwas geregelt zu haben, wenn es Pachtverträge mit einer (langen) Laufzeit gab. Daß der Ablauf der Pachtverträge anerkannt wurde und entsprechende Besitzurkunden ausgestellt wurden, scheint aktuell auf rechtsstaatliche Methoden hinzudeuten. Aber das war in Kenia, denn vor 99 Jahren spielten im heutigen Tansania noch die Deutschen. Die Briten kamen erst später.
Lothar hat geschrieben:
Do 20. Nov 2014, 17:11
Ein Grundbucheintrag werden sie wohl nicht haben.
Was glaubst du, mit welchen trickreichen Methoden sie zum Verkauf bewegt werden können ...
Auf der einen Seite hat ein Staat eine Fürsorgepflicht. Jaja, ich weiß, daß das nicht mal in Mitteleuropa funktioniert, daher schon mal gar nicht in Ostafrika ;-) Auf der anderen Seite versuchen die Mächtigen in einem Staat diesen auszubeuten. Da gleichen sich Mitteleuropa und Ostafrika in erschreckender Weise.

Kann man ein Nomadenvolk in ein Reservat stecken, diesem von Staats wegen einige Regeln überstülpen, z.B. ein Verbot des Landverkaufs, und dieses "Volk" einer Selbstverwaltung überlassen?

Einerseits gibt es wohl "das eine Volk" gar nicht, das man in ein Reservat sperren kann, andrerseits, wie Du andeutest, gibt's dann sicher irgendwelche Clanchefs, die sich früher für Glasperlen, heute für Landcruiser oder Mobiltelefone irgendwelche Rechte abschwatzen lassen. Hier sind es Saudis, die eine Schießbude haben wollen, beim nächsten Mal sind es Chinesen, die Ackerland haben wollen, oder Firmen aus Europa, Nordamerika, Australien oder Asien, die an Bodenschätze heran wollen.
Lothar hat geschrieben:
Do 20. Nov 2014, 17:11
Also - selbst bei den Massai, die schon Erfahrungen mit Landverkauf und Landbesitzt haben, besteht die Gefahr, dass sich ein durchschnittlicher Europäer die Haare raufen würde, wenn er erführe, nach welchen Kriterien über den Landverkauf entschieden wurde. Die Massai im Loliondo-Gebiet sind - so glaube ich - noch unbedarfter.
Kennst Du den Film "Local Hero" aus dem Jahr 1983 (mit der genialen Musik von Mark Knopfler), der in Schottland eine ähnliche Thematik abhandelt? Sehr realistisch, daher sehe ich nicht mal groß Unterschiede zwischen dem ach so fortschrittlichen Mitteleuropa und Ostafrika.

Ich kann mir meine Eingangsfrage nicht mal ansatzweise beantworten, weiß aber, daß das, was über die Landnahme bei den Massai bekannt ist, mit europäisch-bürgerlicher Denkweise verhindert werden sollte, frage mich aber, ob man die Massai bevormunden darf. Die sollten den Saudis eher einen 10jährigen Pachtvertrag geben, damit während der Zeit jeder sieht, was die "Gäste" treiben, und sie dann eine Revisionsmöglichkeit haben.

Gruß, Ralf
Lothar
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Re: Umsiedlung Masai wegen Jagdrevier

Beitrag von Lothar »

Ralf Kiefer hat geschrieben:
Do 20. Nov 2014, 18:53
Auf der einen Seite hat ein Staat eine Fürsorgepflicht. Jaja, ich weiß, daß das nicht mal in Mitteleuropa funktioniert, daher schon mal gar nicht in Ostafrika
:
Kennst Du den Film "Local Hero" aus dem Jahr 1983 (mit der genialen Musik von Mark Knopfler), der in Schottland eine ähnliche Thematik abhandelt?

Den Film kenne ich nicht, schätze aber die Musik von Mark Knopfler jedoch ebenso, besonders sein Gitarrenspiel, weil OHNE Plektrum.
---------------------------------------------
Fürsorgepflicht afrikanischer Staatmänner: (Deine Zweifel äusserts du ja im gleichen Satz ...)

Es ist ja nichts Neues, aber vielleicht in diesem Zusammenhang vielleicht doch erwähnenswert:

Die meisten afrikanischen „Staatsmänner“ bedienen die Interessen ihrer Wähler in folgender Reihenfolge:

Priorität 1 -5. Der eigene Clan
6. die Region, Wohnsitz, Geburtsort des Präsidenten
7. die eigen Volksgruppe
8. verwandte oder geschichtlich nahestehende Volksgruppen
9. restliche Volksgruppen (vielleicht nach Größe)
10. native/oder „rückständige“ Volksgruppen.

Die Massai würde ich in TAN so unter Priorität 9 sehen. Dass ich sie nicht auf Stufe 10 vermute, liegt daran, dass sie durch ihr Erscheinungsbild, ihren „angeblichen Mut“ und ihre Streitbarkeit noch Respekt geniessen.

Eine Chance für sie sind wohl immer (wie in Kenia) die Wahlen, wenn sie von ihrem Clanchef zur geschlossenen Stimmabgabe organisiert werden können, denn sie fallen zahlenmässig schon ins Gewicht.

Eine Unterstützung der Massai-Interessen wird von staatlicher Seite eher "mau" ausfallen, wenn keine Druck von anderswo her kommt.
Ralf Kiefer hat geschrieben:
Do 20. Nov 2014, 18:53
daher sehe ich nicht mal groß Unterschiede zwischen dem ach so fortschrittlichen Mitteleuropa und Ostafrika
... habe das Gefühl, dass sich er Abstand verringert - aber nicht, weil Ostafrika besser wird :mrgreen:


Gruss

Lothar
Alexander
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Re: Umsiedlung Masai wegen Jagdrevier

Beitrag von Alexander »

Es sieht so aus, als wäre die Umsiedlung der Massai vorübergehend gestoppt.

Präsident sichert zu, dass Lebensraum nicht einem Jagdreservat weichen muss.
Die Pläne sind nicht neu: Schon vergangenes Jahr hatte es kurzzeitig so ausgesehen, als würde eine 1.500 Quadratkilometer große Fläche nahe dem Serengeti-Nationalpark in Tansania zu einem kommerziellen Jagd- und Safarireservat werden. Die Regierung Tansanias ließ sich von dem Vorhaben eines Unternehmens aus den Vereinigten Arabischen Emiraten mit Verbindungen zur königlichen Familie dann doch nicht restlos überzeugen. Jetzt schien das Interesse allerdings vorübergehend wieder geweckt worden zu sein ...

Der Standard: Umsiedlung von Massai in Tansania vorerst verhindert

Grüsse
Alexander
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Rufus
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Re: Umsiedlung Masai wegen Jagdrevier

Beitrag von Rufus »

Hallo Frau ...,

Ihre Anfrage bzgl. des aktuellen Konfliktes und meine Internet-Recherchen dazu haben mich schon überrascht. Hatte ich auch noch nicht gehört... Und ich bin natürlich entsetzt bzgl. der Brutalität, mit der hier vorgegangen wird.

https://www.deutschlandfunknova.de/nach ... angefangen
https://www.survivalinternational.de/nachrichten/13061
https://fzs.org/de/aktuelles/stellungna ... -tansania/
https://www.amnesty.org/en/latest/news/ ... -loliondo/

Andererseits ist das ein Problem, das auch schon in den 50er Jahren, bei der Neu-Formierung der Serengeti (Dr. B. Grizmek; ZGF) existierte. Soweit ich weiß, gab es ewige Verhandlung mit den Massai bis ihnen die Nutzung und Verwaltung der Conservation-Area zugestanden wurde.
Als ich 2019 in der Serengeti war, war ich entsetzt zu sehen, dass der Massai-kontrollierte Teil des Schutzgebietes durch völlig unkontrollierte Viehhaltung - wie sie die (meisten) Massai betreiben - völlig abgegrast war. Es sind einfach zu viele/ zu große nomadisierende Viehherden, die ganze Landschaften verwüsten.
Aber auch politisch nehmen die Massai immer mehr Einfluss, was sicherlich vielen Politikern ein Dorn im Auge ist.

Auch die staatliche Nationalpark-Organisation TANAPA versucht, mit teilweise recht rigorosen Maßnahmen, mehr Einfluss und Geld zu bekommen (z.B. durch Enteignung von privaten Lodges im Randbereich von von Nationalparks- z.B. HATARI). Und für viel Geld lassen die natürlich auch Jagd-Tourismus zu.

Da verwundert es mich nicht wirklich, dass solche Konflikte eskalieren...
Schade.

Beste Grüße
Rudi Hettinger
Rufus
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Re: Umsiedlung Masai wegen Jagdrevier

Beitrag von Rufus »

Rufus hat geschrieben:
Mo 20. Jun 2022, 11:25
"Als ich 2019 in der Serengeti war, war ich entsetzt zu sehen, dass der Massai-kontrollierte Teil des Schutzgebietes durch völlig unkontrollierte Viehhaltung - wie sie die (meisten) Massai betreiben - völlig abgegrast war. Es sind einfach zu viele/ zu große nomadisierende Viehherden, die ganze Landschaften verwüsten."
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Re: Umsiedlung Masai wegen Jagdrevier

Beitrag von Sahara-Club e. V. »

Hier ein neuer Bericht zu dem Thema:

Tansania vertreibt Massai für Safari-Touren aus Heimat
21.06.2022 - n-tv

LG
Rudi
Anders Denken, Anders Reisen...
www.sahara-club.de
mail: info(ät)sahara-club.de
Rufus
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Re: Umsiedlung Masai wegen Jagdrevier

Beitrag von Rufus »

Sorry, da war ich mit falschen User eingeloggt. Das ist natürlich nicht Meinung des Sahara-Club sondern meine persönliche.
LG
Rudi
Birgitt
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Tansania | Maasai-Vertreibungen zugunsten Tourismus-Ausbau

Beitrag von Birgitt »

Die Ngorongoro Conservation Area Authority (NCAA) hat den Abschluss eines Abkommens mit der chinesischen Regierung bekannt gegeben, das den Ausbau des Tourismus im Ngorongoro Naturschutzgebiet zum Ziel hat. „In dem Heimatgebiet der Maasai, aus dem die tansanische Regierung das indigene Volk seit 2019 vertreibt, möchte sie nun den Tourismus ausbauen. Das führt ihr eigenes Argument, Natur- und Artenschutz vor übermäßigem menschlichem Einfluss zu schützen, völlig ad absurdum“, kritisierte Christoph Hahn, Referent für Genozid-Prävention und Schutzverantwortung bei der Gesellschaft für bedrohte Völker [...] „Für die Maasai ist nun unverkennbar deutlich, dass die Naturschutz-Rhetorik der Regierung von Anfang an verlogen war. Die gewaltsame Vertreibung der Maasai folgt wirtschaftlichen Interessen“, erklärte Joseph Oleshangay, Maasai-Aktivist und Rechtsanwalt ...

Maasai-Vertreibungen in Tansania
30.01.2024 - GfbV Gesellschaft für bedrohte Völker


Es gibt eine Petition

BPfeilB Ngorongoro – Stoppt die Vertreibung der Massai

Gruß
Birgitt
middeldorfklaus3
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Re: Tansania | Umsiedlung Massai wegen Jagdrevier

Beitrag von middeldorfklaus3 »

Mit welcher Regierung :shake: kein weiterer Kommentar :bang:
Birgitt
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Tansania | Maasai von Wählerregistrierung ausgeschlossen

Beitrag von Birgitt »

Vor einer neuen Eskalation der Diskriminierung gegen die indigenen Maasai in Tansania vor den bevorstehenden Lokalwahlen sowie den für 2025 geplanten Präsidentschafts- und Parlamentswahlen warnt die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV). „Zehntausende Bürgerinnen und Bürger in Tansania, die überwiegend Angehörige der Maasai sind, wurden aus dem Prozess der Wählerregistrierung ausgeschlossen. Betroffen sind 25 Dörfer in elf Bezirken, die alle in der Ngorongoro Conservation Area liegen“, berichtet Sarah Reinke, Leiterin der Menschenrechtsarbeit der GfbV am Freitag in Göttingen. „Diese Entscheidung, den Maasai eines ihrer fundamentalen Rechte zu nehmen, ist Teil der Vertreibungskampagne gegen die Maasai in Ngorongoro. Sie zeigt einmal mehr, wie weit die tansanische Regierung unter Präsidentin Samia Suluhu Hassan zu gehen bereit ist, um ihre Ziele durchzusetzen“, sagt Reinke ...

Eskalation der Diskriminierung vor Wahlen in Tansania
16.08.2024 - GfbV

Gruß
Birgitt
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Tansania | Erfüllt die Regierung die Forderungen der Massai?

Beitrag von Birgitt »

Tansanias Regierung hat versucht, mehr als 100.000 Massai aus der Region um den Ngorongoro-Krater das Wahlrecht zu entziehen und so von ihrem Land zu vertreiben. Nach heftigem Protest und der Blockade einer bei Touristen beliebten Straße hat sie die Pläne kassiert. Angeblich sollen jetzt auch Schulen und Gesundheitsversorgung wiederhergestellt werden ...
Gegen die Verwehrung und Verletzung ihrer Rechte demonstrierten am 18. August 15.000 bis 20.000 Massai friedlich entlang der Straßen zwischen den Touristenzielen Ngorongoro und Serengeti und blockierten sie mehrere Stunden lang. Nach einem Urteil des High Court in der Provinzhauptstadt Arusha kassierte die Regierung nach wenigen Tagen ihre Pläne, den Menschen das Wahlrecht zu entziehen. Präsidentin Samia Suluhu Hassan habe zudem angeordnet, dass essenzielle staatliche Dienstleistungen wie Gesundheits- und Schulwesen wiederhergestellt werden, berichtet unser Partner Yannick Ndoinyo von der Massai-Organisation TEST. Die Auflösung der Dörfer solle bis zu einem ausstehenden Gerichtsurteil ausgesetzt werden.
Nach Protest der Massai erfüllt Tansanias Regierung (angeblich) ihre Forderungen
28.08.2024 - regenwald.org

Gruß
Birgitt
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