Tunesien im September mit dem T4

für den, der es mit dem Zweiradantrieb gemütlicher angehen will

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mikepiller
Beiträge: 952
Registriert: Sa 13. Mai 2006, 20:59
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Re: Tunesien im September mit dem T4

Beitrag von mikepiller »

Ich hoffe, ich langweile euch nicht. Dürft es ruhig sagen.

Hi Peter,

mach Dir keine Sorgen-
auch ich war oft verunsichert, weil manchmal keine Resonanz kommt...
aber ich verstehe auch, dass es irgendwie seltsam ist, wenn bei jedem Thread regelmäßig eine Litanei von Danksagungen geposted wird...

Dein Bericht ist eine Bereicherung!
Und die Leute lesen ihn!!
Nicht alle, dafür sind die Interessen hier zu verschieden-
aber VIELE!

Gruß
Micha
Wenn der Wind des Wandels weht,
bauen die einen Windmühlen,
die anderen bauen Mauern.
(chin. Sprichwort)
Windsor
Beiträge: 16
Registriert: Di 11. Aug 2009, 17:56

Re: Tunesien im September mit dem T4

Beitrag von Windsor »

Tja, 50 Grad, dafür ist der Mensch dann doch nicht geschaffen. Mit einem kleinen Umweg über Sabria und El Faouar ging es weiter über den Chott el Jerid nach Nefta, ein kühlendes Hotel suchen. Im Hotel Caravanserail wurden wir fündig und wir genossen ca. 2 Stunden die angenehme Kühle des Hotelzimmers. Aber wir fahren ja nicht nach Afrika um im Hotel zu versauern. Also hoch und ab in die Stadt.
Es gab in diesem Hotel noch eine polnische Reisegruppe, welche gerade mit Kutschen zur Oasentour abgeholt wurde. Ach, wie waren wir stolz auf unsere Idee, zu Fuß zu gehen. 2 Stunden später nicht mehr.
Die Strecke vom Hotel zum Stadtkern zog sich schon ein schönes Stück hin. Als wir dann in mit letzter Kraft den Marktplatz erreicht hatten, musste Uta sich erst mal einer Mineralwasserbehandlung unterziehen. Während unserer Verschnaufpause lernten wir dann auch Ismael kennen.
Ismael ist einer der vielen Guides, welcher in der Saison ganz gut klarkommt aber zu diesem Zeitpunkt schon gut 2 Monate Ebbe hatte. Er bot sich uns als Führer für eine Stadtbesichtigung an. Aufgrund unseres doch schon recht erschöpften Zustands lehnten wir aber erst mal ab und baten Ihn, diese Tour doch mit uns am nächsten Morgen zu machen. Er willigte ein und brachte uns noch bis kurz vor das Hotel.
Dort angekommen gab es erst einmal so richtig was zu Essen.
In der Zeit des Ramadan ist es zwar einfach etwas zu essen zu bekommen, aber schwierig gestaltet es sich, es auch zu sich zu nehmen ohne die einheimische Bevölkerung zu verärgern. Also gab es vorwiegend geschmierte Brote und Obst im Bus auf der Fahrt. Gaststätten sind im südlichen Teil Tunesiens auch nicht besonders dicht gesäht. So gab es abends meist karge Kost vom heimischen Kocher. Da kam uns dieses Hotel gerade recht. Der Abend klang dann bei Bier und Wein am Swimmingpool aus. Oh Mann, sind wir verweichlicht.
Neuer Morgen, neuer Drang, was Neues zu sehen. Ziel sollte sein N 33° 59' 40 ", O 7 ° 50' 34.3"
Die Star Wars Location. Der Weg führte durch den Ort vorbei an La Corbeille (wo man am Café gleichen Namens die herrliche Aussicht über die Oase genießen kann) über eine Wellblechpiste, welche uns die Zähne zusammenschlagen ließ. Es herrschte ein kleiner Sandsturm, so das wir kurz vor dem Ziel die Strecke nicht mehr sehen konnten und den Rest Luftlinie fuhren, immer in der Hoffnung, nicht in einem Sandloch zu versacken.
Wir waren dann wieder die einzigen Touristen, auf welche sich alle stürzten, um uns Ihre Souvenirs zu verkaufen. Als wir uns dann endlich erfolgreich gewehrt hatten, konnten wir in Ruhe die Anlage genießen. Jedenfalls ich, als bekennender Star Wars Fan.
Danach aber schnell zurück nach Nefta, denn wir hatten ja noch ein Date mit Ismael. Dieser wartete auch schon auf dem Markt und war stolz auf seine Pünktlichkeit, was wir von uns ja nun nicht behaupten konnten (1/2 Stunde zu spät, und das als Deutscher).
Los ging es durch die engen Gassen der Altstatt vorbei an Moscheen, Marabouts und Fuhrwerken. Wir konnten uns ein Wohnhaus anschauen welches Ismaels Bruder zur Ferienwohnung umbauen möchte und er führte uns in die Oase, wo er uns sehr anschaulich den Anbau in 3 Stockwerken erklärte (Feldfrüchte, kleine Obstbäume, Palmen).
Alles in allem ein gelungener Vormittag und damit auch schon wieder unser Abschied vom Süden. Es war einfach zu warm und es zog uns in den kühleren Norden. Außerdem war das ja auch schon der 7. Tag von 10 unseres Aufenthaltes in Tunesien.
Über Metlaoui ging es also weiter nach Gafsa, wo wir uns nicht entscheiden konnten zwischen den beiden Zeltplätzen. Einer war so verlassen wie der andere. Wir nahmen dann doch den erstgesehenen und freuten uns ob der nur noch 40 Grad. Nachmittags dann noch ein Besuch der Altstadt und abends gemütlich und ein bisschen wehmütig beim Celestia (alkoholfreies Bier) den Tag ausklingen lassen.
Tag 8 unserer Reise führte uns nach Sbeitla zu den Ausgrabungen der römischen Ruinen. Wir haben ja auf Sizilien schon eine Menge gesehen, aber diese konnten wir uns dann doch nicht entgehen lassen.
Kairouan ließen wir so ziemlich links liegen um wieder nach Nabeul zu gelangen. Dort dann noch ein paar Leute aus München kennen gelernt, welche auch zur Fähre wollten und mit diesen dann abends zum Kroaten an der Kreuzung und uns gegenseitig unsere Erlebnisse erzählt.
Der vorletzte Tag unseres Aufenthaltes war zur Hälfte der Besorgung von Mitbringseln für Kinder, Verwandtschaft und Freunde gewidmet, zur anderen Hälfte der Erkundung der Halbinsel und dem Besuch der deutschen Kriegsgräberstätte bei Hammam- Lif, in welcher mein Großvater begraben liegt. Er war übrigens einer von diesen, die in der Wüste ertrunken sind, irgendwo in der Nähe von Gabes. Man soll eben nicht in Flussbetten fahren.
Unsere eigentliche Planung war ja, mit der Fähre wieder nach Palermo zu fahren. Das hätte aber noch 3-4 Tage Fahrt bis nach Hause bedeutet. Zum Glück rief die Fährgesellschaft an, um zu sagen, dass die Fähre nach Trapani fährt. Daraufhin konnten wir die Fahrt stornieren und am nächsten Tag versuchen einen Platz auf der Fähre nach Genua zu bekommen.
Der letzte Tag führte uns dann folgerichtig zum Fährbüro, wo mir der Preis aber zu hoch war. Also warten auf den Abend um vielleicht kostengünstiger an die Tickets zu kommen. So fuhren wir denn nach Sidi Bou Said und Karthago und verbrachten dort einen wundervollen Tag. Abends zur Fähre und Tickets gekauft. Dumm gelaufen, die waren noch teurer und ohne Kabine. Dann noch so 3-4 Stunden Zoll und endlich auf dem Schiff.
Schlussendlich, die Reise brachte uns trotz der kurzen Zeit und des straffen Planes, welchen wir dann noch mal kürzen mussten, viele Eindrücke und Einsichten, welche es erst einmal zu verdauen galt. Besonders muß ich anmerken, dass wir hier in Europa in der Frage der Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau doch schon ein ganzes Stück weiter sind. Es war aber trotzdem schön ;-)

Grüße von Uta und Peter
Windsor
Beiträge: 16
Registriert: Di 11. Aug 2009, 17:56

Re: Tunesien im September mit dem T4

Beitrag von Windsor »

Hab da noch ein paar Bilder.
Bild
La Courbeille

Bild
Nefta
Bild
auch in Nefta
Bild
StarWars
Bild
auch ganz wichtig
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Uwe Schmitz
Moderator
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Registriert: So 31. Jul 2005, 19:07
Wohnort: Rhein-Main

Re: Tunesien im September mit dem T4

Beitrag von Uwe Schmitz »

WUNDERSCHÖN
VIELLEICHT MUSS ICH DOCH MAL WIEDER NACH TUNESIEN :) :D :lol:

ich denke, du planst auch einen nächsten besuch! mit noch etwas mehr mut, und noch ein bißchen tiefer rein in das gelände! da gibts noch so viel zu entdecken...
so ein bus ist schon ganz schön robust!

vielen dank für breicht und bilder
uwe
Windsor
Beiträge: 16
Registriert: Di 11. Aug 2009, 17:56

Re: Tunesien im September mit dem T4

Beitrag von Windsor »

Danke,
Es wird sicher ein nächstes mal geben. :wink:
Bei dieser Tour hatte ich leider noch das Problem, daß meine Servolenkung unlustig wurde und nur mit viel Geräusch zu bewegen war. Leider hatte ich keine Möglichkeit Öl nachzufüllen. Gab leider nur rotes. Als folgsamer Bundesbürger füllt man aber keine rote Flüssigkeit auf die grüne Flüssigkeit. Erst in D bei Freunden in München bin ich dann Samstags zu einer Werkstatt für LKW und Landmaschinen und bat den Betreiber um ein wenig Öl für die Lenkung. Worauf er mir aus seiner Pumpe ROTES Öl einfüllte. Auf meinen Einwand rot/grün meinte er, des poasst scho. :o
HJ61
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Re: Tunesien im September mit dem T4

Beitrag von HJ61 »

Hallo Windsor,

auch bei einer Servopummpe gilt "Lieber rot als tot" im wahrsten Sinn des Wortes. Anscheinend hattest Du Glück und sie hat dne Ölmangel überstanden.

Schöner Bericht mir guten Infos.

Grüsse Gerhard
carpe diem
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