Eine ganz entzückende Kleinstadt in Südböhmen in unmittelbarer Nähe zur mährischen Grenze ist
Jindřichův Hradec (früher Nauhaus). Jindřichův Hradec liegt auf einer Landzunge der Gewässer Nežárka und Hamerský potok und ist teilweise von dem großen Teich Vajgar umgeben.
Die charmante Altstadt steht unter Denkmalschutz
Wir sind fasziniert von den Sgraffiti. Zunftzeichen, aufwendige Giebel, Malereien und die teils massiven Portalen versprühen einen Hauch jener Romantik der italienischen Renaissance-Baumeister, die vor langer Zeit hier wirkten
Jindřichův Hradec ist bekannt für Absinth.
Hill's und
Fruko-Schulz sind die lokalen Produzenten der "grünen Fee". Picasso soll mit dem giftgrünen, gallenbitteren Likör seine blaue Periode durchlebt haben; van Gogh schnitt sich im Absinth-Rausch ein Ohr ab. Auch wenn das heutige Absinth im Vergleich zu damals eher als Light-Produkt zu bezeichnen ist, lassen wir lieber die Finger davon und bewegen uns "rauschlos" durch die Straßen
Wir erreichen die Böhmisch-Mährische Höhe. Der Höhenzug Vysočina trennt Südböhmen von Südmähren. Hier liegt
Telč, das "Mährische Venedig", wie Teltsch gerne genannt wird
Die Altstadt, von zwei Teichen begrenzt, ist ein Schmuckkästchen
Telč - dessen historischer Kern auf der Welterbeliste der UNESCO steht - zählt zu den malerischsten Städtchen von ganz Tschechien und der Zacharias von Neuhaus-Marktplatz zählt zu den schönsten Europas
Arkadengang am Marktplatz
Für uns am beeindruckendsten sind die Bauten, die noch nicht bis zur Perfektion restauriert sind
Es geht weiter Richtung Osten, Brno (früher Brünn) lassen wir links liegen. Möglichst straight soll es auf schmalen Straßen in waldreicher Gegend durch Südmähren in Richtung Slowakei gehen. Schwieriger als gedacht. Egal wo wir fahren, egal wie wir abbiegen, nach wenigen Kilometern landen wir in Sackgassen. Bei jedem neuen Schild, das nach kurzer Zeit auftaucht, müssen wir schon lachen. Mal geht es geradeaus nicht weiter wegen Bauarbeiten, dann ist links abbiegen nicht möglich wegen beschädigten Brücken, und hier geht rechtsrum nichts mehr
Unterkünfte in dieser Ecke sind ziemlich dünn gesät. Als wir bei Einbruch der Dunkelheit ein Hotel an einer Ortseinfahrt entdecken, gehen wir in die Eisen und quartieren uns ein:
Hotel Mlýn Velehrad - booking.com /
Hotel Mlýn Velehrad - Website. Die alte Mühle. Die Saison ist hier schon vorbei, das hoteleigene Restaurant hat nur zwei Gerichte im Angebot. Das reicht uns

Es ist lecker, das Bier ist frisch gezapft und die beiden slowakischen Familien am Nebentisch sorgen mit ihrer Fröhlichkeit, ihrem Gesang und Gitarrenspiel für einen gelungenen Abend. Perfekt.
Am nächsten Morgen sind wir neugierig, wo es uns gestern in der Dunkelheit nach gefühlten 132 Sackgassen

hin verschlagen hat. Wir sind in
Velehrad gelandet, einem der bedeutendsten Wallfahrtsorte des Landes! (früher Welehrad, älter auch Willerat)
Blick in das 86 m lange Kirchenschiff der monumentalen Basilika Mariä Himmelfahrt und St. Kyrill und Method. Kirchenbänke soweit das Auge reicht!
Und überall wimmelt es nur so von farbenprächtigen Fresken und Putten
Die pausbäckigen Engel belagern jede Ecke des Innenraums, die Kuppeln und sogar die Orgel
Und so sieht es hier dann zur alljährlichen Wallfahrt am Namenstag der Slawenapostel Kyrill und Method (5. Juli) aus