Roadtrip Richtung Osten | Maramureș und zurück

Wenn einer eine Reise tut, dann kann er viel erzählen: Reiseberichte zum Informieren und Träumen, fotografisch dokumentiert. In diesem Forum findet ihr Reiseberichte als "Fotostreckenführer" zu interessanten Reisewegen.

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Birgitt
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Roadtrip Richtung Osten | Maramureș und zurück

Beitrag von Birgitt »

Herbst 2021 - wir wollen nochmal los. Und das möglichst unabhängig, ohne ständig die Nachrichten im Auge zu halten, ob kurzfristig Fähr- oder Flugverbindungen unterbrochen werden.

Unser Roadtrip durch den Süden Polens im vergangenen Jahr hat uns so gut gefallen, dass wir uns noch einmal auf den Weg in Richtung Osten machen.

Grober Routenverlauf:

rot = grobe Route, Karte: Weltkarte.com
rot = grobe Route, Karte: Weltkarte.com

Wie so oft, haben wir keine Idee, wo wir letztendlich landen werden und packen einfach 'mal das halbe Bücherregal ein ;-)

Landkarten:
  • Diverse Karten aus dem Reise Know-How Verlag. Für die Grobübersicht ok, gutes wasserresistentes Material.
Reiseführer: Übernachtung:
  • Wir hatten nichts vorgebucht, alles spontan vor Ort.
Geld / Kreditkarten:
  • Rumänien hat den Leu, Tschechien hat die Krone und Ungarn den Forint. Nur die Slowakei ist Euroland. Visa wird erstaunlich oft gerne genommen, aber ganz ohne Bargeld geht es nicht. Umtausch idealerweise am ATM - ein Vergleich der Bankinstitute vor Ort lohnt, um unnötige Gebühren zu vermeiden. Insbesondere um die Automaten von Euronet sollte man einen riesigen Bogen machen.
Maut:
  • Für die Benutzung vieler Straßenabschnitte sind elektronische Vignetten erforderlich, eine gute Übersicht bietet der ADAC.

Wir starten in Tschechien mit Ente, Knödel und Pilsner Urquell :mrgreen:

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Fortsetzung mit Fotos, Infos zu den Übernachtungsmöglichkeiten und kleinem Reisebericht folgt ...

Gruß
Birgitt
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Tschechien | Westböhmen - Einreise bei Cheb - Eger

Beitrag von Birgitt »

Das Reisen ist lange nicht mehr so unkompliziert, wie wir es aus den letzten Jahren gewöhnt waren. "Pickerl" für an die Windschutzscheibe waren gestern, heute wird eine elektronische Vignette für Tschechien benötigt. Einfach so über die Grenze fahren dürfen wir als Deutsche im Moment auch nicht, da Deutschland im Corona-Ranking aktuell nicht grün eingestuft ist. Zur Einreise ist eine Online-Anzeige notwendig. Wer nicht gegen CoVid-19 geimpft ist, muss in Quarantäne.

Nachdem wir sämtliche Online-Formalitäten erledigt haben, sind wir auf die Kontrollen bei der Einreise gespannt. Am Grenzübergang von Bayern Richtung Cheb schauen wir rechts, und schauen links - der Grenzposten ist verwaist ...

türkis = grobe Route / Karte: weltkarte.com
türkis = grobe Route / Karte: weltkarte.com

Die Kleinstadt Cheb, nur 10 km entfernt von der deutschen Grenze, begrüßt uns mit einem hübschen Marktplatz

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inmitten einer schnuckeligen Altstadt

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mit engen Gassen

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und herrlichen Fassaden

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Eger, wie Cheb früher hieß, war die einzige Stadt Böhmens, die sich lange Zeit geweigert hatte, tschechische Straßennamen anzuschreiben. Die Geschichte ist an manchen Fassaden noch lebendig

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Birgitt
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Tschechien | Westböhmen - Unterwegs im Naturreservat Soos

Beitrag von Birgitt »

Nördlich von Cheb liegt das Naturreservat Soos. Soos bedeutet im deutschen Egerländer Dialekt Moor oder Sumpf

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Die Landschaft erinnert etwas an das Hohe Venn im deutsch-belgischen Grenzbereich, wobei der unter Naturschutz stehende Teil des Venns (5.368 ha) ein deutlich größeres Gebiet umfasst und es sich in Soos (221 ha) um ein Mineralmoor handelt

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Wie im Venn wandert man auch hier größtenteils über Stege

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um das Naturschutzgebiet in Gänze entdecken zu können

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Eisenzehrende Bakterien lassen einen buntschillernden Ölfilm auf der Wasseroberfläche entstehen

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Etwa 200 Mineralquellen unterschiedlicher Mineralisation sind in Soos bekannt. Zwei der größten Quellen wurden gefasst und man kann sie (angeblich) auch trinken. Insbesondere die Kaiserquelle soll hervorragend sein

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Die friedliche Landschaft täuscht

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An manchen Stellen ist deutlich Bewegung im Boden

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Wenn wir genau hinschauen, sehen wir es blubbern,

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brodeln und schäumen!

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Und oft genug hören wir es auch! An vielen Stellen sind Mofetten zu beobachten, natürliche Kohlenstoffdioxid-Entgasungen, die sowohl unter Wasser als auch im Trockenen auftreten. Die verstärkten Kohlenstoffdioxid-Entgasungen hängen mit dem jungen Vulkanismus zusammen und sind an stark tektonisch beanspruchte Gebiete gebunden. Hier liegen sie im Verschneidungsbereich des Eger-Grabens mit dem Cheb-Domázlice-Graben. Das Gas steigt in Trichtern aus Schlamm auf. Und dann faucht und spuckt die Mofette

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Die beste Jahreszeit zum Beobachten der Mofetten ist der Winter, jetzt im Herbst ist die Aktivität am geringsten - aber immer noch beeindruckend

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Uwe Schmitz
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Re: Roadtrip Richtung Osten | Maramureș und zurück

Beitrag von Uwe Schmitz »

Hallo birgitt,
das mit dem Moor und den Mofetten klingt ja spannend.
vielen dank für deinen einblick in eine für mich unbekannte ecke europas.
viele grüße
uwe
Surfy
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Re: Roadtrip Richtung Osten | Maramureș und zurück

Beitrag von Surfy »

Danke für den Reisebericht und die Fotos - wir harren gespannt auf die Fortsetzung!

Surfy
Birgitt
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Tschechien | Westböhmen - Kurbetrieb in Mariánské Lázně - Marienbad

Beitrag von Birgitt »

Moor und Mineralquellen, die besten Voraussetzungen für Kurbetrieb! Weltberühmt ist das Westböhmische Bäderdreieck, das aus den Städten Karlovy Vary (Karlsbad), Františkovy Lázně (Franzensbad) und Mariánské Lázně (Marienbad) besteht.

Wir mieten uns ein in Marienbad in der äußerst freundlich geführten Villa Gloria am Waldrand: Rezidence Villa Gloria - booking.com / Rezidence Villa Gloria - Website. Von hier sind wir schnell zu Fuß im Kurzentrum

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Unsere Schnabeltasse haben wir heute nicht dabei ;-)

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Aber auch ohne Trinkkur und Moorpackung lohnt Mariánské Lázně einen Besuch! Wir bewundern die alten Villen, die Bäderarchitektur und die Gestaltung der Brunnenhäuser

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Marienbad, 1818 offiziell zum Kurort erklärt, gehört ganz neu seit 2021 zum UNESCO-Welterbe der bedeutenden Kurstädte Europas. Dichter und Denker, Könige und Adelige verweilten gerne in diesem Ort. Die Gästeliste liest sich wie ein Who's who des 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Johann Wolfgang von Goethe, Richard Wagner ...

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Die neuen Kollonaden mit der bunten Deckenmalerei

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Ein Schmuckstück von innen und außen

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und namensgebend für die Kuroblaten! Kolonáda - seit 1856 untrennbar mit dem Kurleben verbunden.

Der Legende aus dem 19. Jahrhundert zufolge stand an der Wiege der Kuroblaten ein geschickter Koch aus dem Prämonstratenser Kloster in Teplá. Als er eines Tages den Auftrag erhielt, für die Gäste eine Süßspeise zuzubereiten, kam er auf die Idee, das Waffeleisen zum Backen der Hostien zu verwenden. Den einfachen Teig aus Wasser und Mehl verfeinerte er durch Beimengung von Zucker und Milch, und unter die gebackenen Oblaten streute er eine leckere Mischung aus Nüssen, Zucker, Zimt und weiterem einzigartigen Gewürz. Danach buk er die Oblaten zusammen. Dieses Dessert hatte großen Erfolg, und so gelangte das Rezept schon bald auch jenseits der Klostermauern ... mehr

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Direkt gegenüber der neuen Kollonaden wird die Süßigkeit auch einzeln verkauft. Frisch und warmgehalten durch Heizlampen, 9 Kronen das Stück

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Nach einem wunderbaren Abendessen mit bester böhmischer Küche im Česká hospůdka üben wir schon mal für das Rentnerdasein :mrgreen: Ein Abend an der singenden Fontäne!

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Birgitt
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Tschechien | Westböhmen - Doubrava, Kloster Tepla und Utery

Beitrag von Birgitt »

Doubrava, Teplá, Úterý, Stříbro, Holašovice, Třeboň ...? Das sind alles böhmische Dörfer für uns ;-) Stimmt! Es sind böhmische Dörfer! Und die schauen wir uns jetzt an ...

Doubrava (früher Taubrath), ein Dorf wie aus dem Bilderbuch! Das winzige idyllisch zwischen Cheb und Mariánské Lázně gelegene Örtchen besteht aus den typischen Egerländer Fachwerkhäusern, die allesamt liebevoll restauriert sind

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Dann wandeln wir auf den Spuren des Kochs, der damals die leckeren Kuroblaten erfunden hat ;-) An der Grenze zum Egerland, östlich von Marienbad im Tepler Hochland, befindet sich das Premonstrátský Klášter Teplá, das Stift Tepl, eine im 13. Jahrhundert gegründete Abtei des Ordens der Prämonstratenser

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Die alte Oblatenbäckerei finden wir zwar nicht, dafür aber an einem etwas abgeblätterten Teil der Fassade die ehemalige Klosterapotheke. Hier muss zur deutschsprachigen Zeit die Medikamentenausgabe gewesen sein

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Das kleine Mühlenmuseum auf dem Klostergelände darf kostenfrei besichtigt werden

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Ein paar Kilometer weiter Richtung Südosten stehen wir auf dem Marktplatz von Úterý (früher Neumarkt). Úterý heißt übersetzt Dienstag und hat seinen Ortsnamen nach dem früheren Markttag erhalten. Der Ort im Kerbtal des Úterský potok (Neumarkter Bach) wirkt wie aus der Zeit gefallen

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Fein säuberlich zieren Henkelbecher die Gartenzäune, und nicht nur hier. Es scheint Tradition in der Region. Wer hier wohnt, hat zwar nicht mehr alle Tassen im Schrank, dafür aber alle Latten am Zaun ;-)

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Aufgrund des Münchner Abkommens gehörte Neumarkt von 1938 bis 1945 zum Landkreis Tepl, Regierungsbezirk Eger, im Reichsgau Sudetenland des Deutschen Reichs. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die deutschen Bewohner enteignet und vertrieben und Wolhynientschechen angesiedelt

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Am Ende der Straße entdecken wir noch ein Relikt aus alten Tagen. Der Schriftzug über der Türe verrät das ehemalige Rathaus

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Birgitt
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Tschechien | Von Westböhmen nach Südböhmen - Stribro, Holasovice, Trebon

Beitrag von Birgitt »

Wir wollen nun etwas Strecke machen und fahren auf die I/20 (E49) in Richtung Plzeň (Pilsen). Keine gute Idee. Nach wenigen Kilometern schon geht gar nichts mehr. Nichts vor und nichts zurück. Wir lernen schnell in diesem Land ;-) Es sind viele "Rennfahrer" unterwegs, die ihr Fahrzeug nur unzureichend beherrschen und dann für lange Staus sorgen, wenn sie geborgen werden müssen.

Also runter von der "schnellen Straße" und über schmale Landstraßen von Dorf zu Dorf weiter Richtung Südosten zuckeln. Nicht die schlechteste Option. Die Gegend ist wunderschön. Nächster Boxen- bzw. Kaffeestopp ist Stříbro (früher Mies). Stříbro heißt übersetzt Silber. Die alte westböhmische Bergstadt hat ihren Namen nach dem im Spätmittelalter hier durchgeführten Silberbergbau erhalten

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Stříbro besitzt nicht nur einen neu gestalteten super stylischen Marktplatz, sondern auch eins der schönsten Renaissance-Rathäuser Böhmens

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Im Zickzack fahren wir weiter nach Südböhmen. Ein optisches Highlight auf der Strecke ist Holašovice (früher Hollschowitz). Das aus Höfen im südböhmischen Bauernbarock bestehende UNESCO-Dorf befindet sich 15 Kilometer westlich von Budweis

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Das idyllisch anmutende Örtchen ist geöffnet für den Durchgangsverkehr, für parkwillige Fahrzeuge aber weitläufig abgesperrt (gebührenpflichtige Parkmöglichkeiten außerhalb). Der UNESCO-Status sorgt dafür, dass die Idylle durch Absperrflatterband in live leider nicht mehr ganz so idyllisch wirkt wie auf den Bildern ;-)

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Budweis umfahren wir großzügig. Zum übernachten landen wir in Třeboň (früher Wittingau). Obwohl direkt an der Hauptstraße gelegen, ergattern wir in der Pension Oregano ein ruhiges Zimmer, und das angeschlossene Restaurant ist auch nicht zu verachten: Penzion Oregano Třeboň - booking.com / Penzion Restaurant Oregano - Website

Enge Stadttore,

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Renaissancegiebel und Laubengänge um den kopfsteingepflasterten Marktplatz zieren die Altstadt

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Das nächste Tor

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führt zum Schloss. Zámek Třeboň: das mit schneeweißem Sgraffiti verzierte Schloss Wittingau. Der sich anschließende Schlosspark im englischen Stil besitzt die Fläche der kompletten Altstadt

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Im Innenhof des Schlosses

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wirft die Sonnenuhr zwischen den Fenstern ihren Schatten

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Die Restaurants der Stadt sind spezialisiert auf Fisch

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denn Třeboň liegt mitten im UNESCO-Biosphärenreservat Wittingauer Becken, einer von Bächen und Kanälen durchzogenen Teichlandschaft westlich der Lainsitz. Třeboň ist seit dem 16. Jahrhundert ein Zentrum der südböhmischen Karpfenzucht und versorgt ganz Böhmen vor Weihnachten mit fetten Karpfen. Aus den Brunnen der Marktplätze oder aus großen wassergefüllten Bottichen werden sie noch zappelnd verkauft, bevor sie in der heimischen Badewanne ihre letzten Tage verbringen.

Unter dem Wirtschaftsverwalter und Deichbauer Jakob Krčín von Jelčany wurde das Kanalsystem Mitte des 16. Jahrhunderts mit der Anlage des Teiches Svět technisch perfekt vollendet.

Teiche, so weit das Auge reicht! Ideal auch für die Karls-Universität Prag, die hier in Třeboň ein Institut für Botanik betreibt, das sich mit der wissenschaftlichen Untersuchung von Algen und Wasserpflanzen befasst

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Mauritius
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Tschechien | Westböhmen - Doubrava, Klášter Teplá und Úterý

Beitrag von Mauritius »

Birgitt hat geschrieben:
So 12. Dez 2021, 12:32
. . . Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die deutschen Bewohner enteignet und vertrieben . . .
Stimmt, mein Vater war aus Winterberg, dem heutigen Vimperk am Rande des Böhmerwaldes, welcher heute den Namen SUMAVA trägt. Ich fahre gerne in dieses kleine Städtchen, nur unweit von Passau entfernt. Bis vor kurzem war da meine Oma noch auf dem Friedhof. Ich mag diese Gegend sehr, bin aber auch sehr nostalgisch und emotional veranlagt.

Übrigens, vertrieben empfinde ich nicht als den richtigen Ausdruck, den Deutschen wurde die Wahl offenbart, zu bleiben, dann würden sie automatisch Tschechen werden, oder wer das nicht wollte, konnte über die nahe Grenze nach DE sich begeben. Das tat mein Vater, sie kamen alle in das größte Auffanglager in Nürnberg-Langwasser, wo man sehr schnell eine riesige Barackenstadt aufbaute. In einer dieser Baracke kam ich dann zur Welt - lang, lang ist's her . . .
Birgitt
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Tschechien | Südböhmen, Böhmisch-Mährische Höhe und Südmähren

Beitrag von Birgitt »

Eine ganz entzückende Kleinstadt in Südböhmen in unmittelbarer Nähe zur mährischen Grenze ist Jindřichův Hradec (früher Nauhaus). Jindřichův Hradec liegt auf einer Landzunge der Gewässer Nežárka und Hamerský potok und ist teilweise von dem großen Teich Vajgar umgeben.

Die charmante Altstadt steht unter Denkmalschutz

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Wir sind fasziniert von den Sgraffiti. Zunftzeichen, aufwendige Giebel, Malereien und die teils massiven Portalen versprühen einen Hauch jener Romantik der italienischen Renaissance-Baumeister, die vor langer Zeit hier wirkten

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Jindřichův Hradec ist bekannt für Absinth. Hill's und Fruko-Schulz sind die lokalen Produzenten der "grünen Fee". Picasso soll mit dem giftgrünen, gallenbitteren Likör seine blaue Periode durchlebt haben; van Gogh schnitt sich im Absinth-Rausch ein Ohr ab. Auch wenn das heutige Absinth im Vergleich zu damals eher als Light-Produkt zu bezeichnen ist, lassen wir lieber die Finger davon und bewegen uns "rauschlos" durch die Straßen

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Wir erreichen die Böhmisch-Mährische Höhe. Der Höhenzug Vysočina trennt Südböhmen von Südmähren. Hier liegt Telč, das "Mährische Venedig", wie Teltsch gerne genannt wird

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Die Altstadt, von zwei Teichen begrenzt, ist ein Schmuckkästchen

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Telč - dessen historischer Kern auf der Welterbeliste der UNESCO steht - zählt zu den malerischsten Städtchen von ganz Tschechien und der Zacharias von Neuhaus-Marktplatz zählt zu den schönsten Europas

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Arkadengang am Marktplatz

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Für uns am beeindruckendsten sind die Bauten, die noch nicht bis zur Perfektion restauriert sind

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Es geht weiter Richtung Osten, Brno (früher Brünn) lassen wir links liegen. Möglichst straight soll es auf schmalen Straßen in waldreicher Gegend durch Südmähren in Richtung Slowakei gehen. Schwieriger als gedacht. Egal wo wir fahren, egal wie wir abbiegen, nach wenigen Kilometern landen wir in Sackgassen. Bei jedem neuen Schild, das nach kurzer Zeit auftaucht, müssen wir schon lachen. Mal geht es geradeaus nicht weiter wegen Bauarbeiten, dann ist links abbiegen nicht möglich wegen beschädigten Brücken, und hier geht rechtsrum nichts mehr

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Unterkünfte in dieser Ecke sind ziemlich dünn gesät. Als wir bei Einbruch der Dunkelheit ein Hotel an einer Ortseinfahrt entdecken, gehen wir in die Eisen und quartieren uns ein: Hotel Mlýn Velehrad - booking.com / Hotel Mlýn Velehrad - Website. Die alte Mühle. Die Saison ist hier schon vorbei, das hoteleigene Restaurant hat nur zwei Gerichte im Angebot. Das reicht uns ;-) Es ist lecker, das Bier ist frisch gezapft und die beiden slowakischen Familien am Nebentisch sorgen mit ihrer Fröhlichkeit, ihrem Gesang und Gitarrenspiel für einen gelungenen Abend. Perfekt.

Am nächsten Morgen sind wir neugierig, wo es uns gestern in der Dunkelheit nach gefühlten 132 Sackgassen ;-) hin verschlagen hat. Wir sind in Velehrad gelandet, einem der bedeutendsten Wallfahrtsorte des Landes! (früher Welehrad, älter auch Willerat)

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Blick in das 86 m lange Kirchenschiff der monumentalen Basilika Mariä Himmelfahrt und St. Kyrill und Method. Kirchenbänke soweit das Auge reicht!

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Und überall wimmelt es nur so von farbenprächtigen Fresken und Putten

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Die pausbäckigen Engel belagern jede Ecke des Innenraums, die Kuppeln und sogar die Orgel

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Und so sieht es hier dann zur alljährlichen Wallfahrt am Namenstag der Slawenapostel Kyrill und Method (5. Juli) aus

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Birgitt
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Slowakei | Westslowakei - Von Trencin über Cicmany nach Banska Bystrica, Mittelslowakei

Beitrag von Birgitt »

Nun gehts über die Grenze. Den Online-Bürokram dafür haben wir gestern Abend noch erledigt: die elektronische Vignette für die Slowakei besorgt und die Einreise-Registrierung vorgenommen. Auch hier gilt: wer nicht geimpft ist, muss in Quarantäne.

Wir nehmen den Grenzübergang Starý Hrozenkov-Drietoma in den Weißen Karpaten in Richtung Trenčín. Grenzbeamte stehen bereit - und winken ohne Kontrollen durch ...

türkis = grobe Route / Karte: weltkarte.com
türkis = grobe Route / Karte: weltkarte.com

Vitajte na Slovensku!
Willkommen in der Slowakei!

Trenčín lassen wir aus, wir starten sofort durch in die herrliche dicht bewaldete Bergwelt der Westslowakei mit den rustikalen, schindelgedeckten Häusern

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Čičmany, auf deutsch Zimmermannshau, in den Rajetzer Bergen (Strážovské vrchy) macht seinem Namen alle Ehre. Das Örtchen ist berühmt für seine traditionelle Architektur

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Die Häuser und Höfe sind allesamt aus Holz erbaut, und rd 140 der Häuschen mit Ornamentbemalungen verziert. 1977 wurde der untere Teil der Gemeinde unter Denkmalschutz gestellt und ist eines der zehn Volksarchitekturreservate in der Slowakei

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Die Häuschen sehen älter aus, als sie sind. Der Großteil der Häuser fiel 1921 einem Brand zum Opfer und wurde in den Folgejahren mit Unterstützung des Instituts für Völkerkunde originalgetreu wieder aufgebaut

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Die mit weißer Farbe auf rohen Balkenwänden angefertigten Ornamente, seit 2013 auf der immateriellen Liste des UNESCO-Weltkulturerbes, zeigen Tier- und Pflanzenmotive, Herzen, Sonnen sowie runenhafte und geometrische Elemente

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An Feiertagen und Wochenenden ist Čičmany bei schönem Wetter das Ausflugsziel schlechthin. Dann ist das Straßendorf mit den Souvenirshops und Restaurants völlig überlaufen. Ihn stört der Trubel nicht. Er muss sein Dach winterfest versiegeln

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Die Slowakei ist ein Eldorado für Motorradfahrer. Die meisten Straßen sind in einem guten Zustand, die Serpentinen in der traumhaften Landschaft lassen jedes Bikerherz höher schlagen

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Über den Gebirgspass Malý Šturec, an der Grenze zwischen der Großen Fatra im Norden und den Kremnitzer Bergen im Süden, erreichen wir die Mittelslowakei. Banská Bystrica, auf deutsch Neusohl, bietet sich zum übernachten an. Empfehlenswert im historischen Zentrum der Stadt ist die Penzión Grand mit eigenem großen Parkplatz im abgeschlossenen Hof: Penzión Grand - booking.com / Penzión Grand - Website

Die Sonne steht bereits tief, als wir in die Stadt schlendern. Barbakane, die ehemalige Stadtburg aus dem 15. Jahrhundert

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Banská Bystrica wird von Juni bis August von jungen Leuten als die heimliche Sommerhauptstadt angesehen. Auch jetzt ist die Stadt noch gut besucht und die zahlreichen Cafés und Restaurants sind voll. Wir sichern uns ein Plätzchen auf der Außenterrasse des Olivo

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so haben wir alles im Blick und können das abendliche Treiben rund um den Námestie SNP beobachten

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nám. SNP, der Platz des Slowakischen Nationalaufstands

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In vielen Städten des Landes erinnern Plätze, Denkmäler, Skulpturen oder auf Sockel gestellte Geschütze an den Slowakischen Nationalaufstand von 1944 (Slovenské národné povstanie, kurz SNP). In einem futuristischen Betonbau südlich der Altstadt befasst sich das Museum SNP mit der Geschichte dazu. Im schmalen Innenhof ist die Figurengruppe "Vermächtnis zum Frieden" aufgestellt. Die Lebenden stehen auf den Toten

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Uns ist die freundliche Graffiti um die Ecke angenehmer als die düstere Vergangenheit

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Birgitt
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Slowakei | Mittlere Slowakei - Alte Bergbausiedlung Spania Dolina

Beitrag von Birgitt »

Nördlich von Banská Bystrica liegt etwas abseits der Verkehrswege hoch in den Bergen die alte Bergbausiedlung Špania Dolina.

Die Entdeckung keramischer Artefakte und Steinwerkzeuge belegt, dass schon seit prähistorischer Zeit in Špania Dolina Erze abgebaut wurden. Die Bergbautätigkeit, hauptsächlich der Abbau von Gold und Silber, fing in Špania Dolina wahrscheinlich bereits zwischen 2000 und 2400 v. Chr. in der frühen Bronzezeit an. Der Kupferabbau begann vermutlich erst 500 v. Chr. In der Folgezeit konzentrierte sich der Abbau auf dieses Metall. Im 14. Jahrhundert wurde das Kupfer zunehmend unter Tage abgebaut. Kupfer aus Špania Dolina war im Mittelalter weltweit bekannt und wurde in die ganze Welt ausgeführt. Quelle: Uni Heidelberg, S. 83 f.

Nachdem sich zu Beginn des 17. Jahrhunderts die Unrentabilität des Bergbaus abzeichnete, fanden die Einwohner im Spitzenklöppeln und der Herstellung von Kupfergefäßen andere Verdienstmöglichkeiten.

Heute ist Špania Dolina ein Denkmalreservat der Volksarchitektur, gewidmet dem Bergbau und den Häusern der Bergleute.

Der Ferdinandschacht mit einer Tiefe von 295 m und einer Ausdehnung von rd. 4 km zwischen den Gallerien datiert aus dem Jahr 1400. Die Mine war Anfang des 20. Jahrhunderts noch in Betrieb

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Der ehemalige Haupteingang zur Mine gleich neben dem Dorfplatz

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Er ist Teil des bergmännischen Lehrpfades, kindgerecht aufbereitet (einfach Lichtschalter im Schachteingang betätigen)

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Wir suchen einen Weg durch den Wald nach oben, auf den "Gipfel" der von unten weithin sichtbaren Abraumhalde

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Kein Gipfelkreuz ;-) dafür eine Hinweistafel. Wir stehen auf dem Plateau der Abraumhalde des Maximilianschachts

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und haben von hier einen traumhaften Blick auf den Ort und die Kremnitzer Berge im Hintergrund

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Quer über die 500 Jahre alte Halde führt der Pfad steil nach unten, vorbei an mehreren (vergitterten) Schachteingängen.

Ein Team von Montanarchäologen des DBM war 2016 auf Forschungsreise zu den Kupfererzvorkommen im Gebiet Piesky bei Spania Dolina. Bilder der Abraumhalde sowie der Schächte siehe: Deutsches Bergbaumuseum Bochum

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Klopačka - der Klopfturm. Das Geläuthaus, das die Bergbauarbeiter zur Arbeit rief. lm 15. Jahrhundert erbaut, einst Sitz der Bergbauverwaltung, 1981 niedergebrannt und 1997 rekonstruiert, beherbergt das Gebäude nun eine Pension mit angeschlossener einfacher Außengastronomie. Besonders die Bryndzové halušky kommen nach der Wanderung richtig gut ;-)

Haluschky, auf deutsch Brimsennocken, sind das Nationalgericht der Slowakei und werden in den Bergen in jeder Koliba (Berggasthaus) serviert. Die Nockerln bestehen aus Kartoffelteig (ähnlich Gnocchi) und werden mit Liptauer Käse (bryndza, ein Schafkäse) vermischt und mit geröstetem Speck abgeschmeckt. Serviert wird das Gericht traditionell auf einem Holzteller. Lecker!

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Birgitt
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Slowakei | Nördliche Slowakei - Bauernarchitektur in Vlkolinec

Beitrag von Birgitt »

Es geht weiter, Richtung Norden

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Bei Ružomberok, auf deutsch Rosenberg, liegt an einem Berghang der Großen Fatra das malerische alte Dorf Vlkolínec

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Bis heute hat sich die traditionelle und unverfälschte Bauernarchitektur erhalten. Das Dorf mit jetzt 45 Gehöften im Blockhausstil wurde 1993 in die UNESCO-Liste des Weltkulturerbes aufgenommen. Einige Häuser sind noch ständig bewohnt, andere als Wochenendhäuschen oder Pension hergerichtet

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Vlkolínec leitet sich ab von vlk, auf deutsch Wolf. Das hat einen Grund: der Ort ist einer der wenigen in Europa, in dessen Umgebung noch freilebende Bären und Wölfe umherstreifen

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Hölzerner Glockenturm

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Wegweiser für Wanderer

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Gartenzaun

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und "Gartenzwerg" ;-)

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Birgitt
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Slowakei | Nördliche Slowakei - Vom Arwatal zur Hohen Tatra

Beitrag von Birgitt »

Für die Nacht finden wir am Fuß des Chočgebirges (Chočské vrchy) ein kleines - auch kulinarisches - Juwel: die Pension Zemianska kúria in Vyšný Kubín (Oberkubin). Das Dorf liegt eingebettet zwischen Fatra und Tatra, 3 km entfernt von der Kleinstadt Dolný Kubín (Unterkubin), dem größten Ort des Arwatals: Penzión Zemianska kúria - booking.com / Penzión Zemianska kúria - Website

Der nächste Morgen: es regnet. Wir checken die Wetterkarte und die Vorhersage für die nächsten Tage. Wolken. Regen. Reihenfolge beliebig. Egal wo. Also weiter ;-)

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Das Arwatal wird von einer der spektakulärsten Burganlagen der Slowakei gekrönt, der hoch oben auf einem Kalksteinfelsen thronenden Arwaburg (Oravský hrad, Burg Orava)

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Um die mittelalterliche Burg - Baubeginn war irgendwann im 13. Jahrhundert - gab es einige Scharmützel, und mit jedem Gefecht wechselte der Besitzer. Im zweiten Weltkrieg ließ sich eine NS-deutsche Garnison in der Burg nieder. Nach der Befreiung wurde die Burg verstaatlicht und saniert.

Die Arwaburg, weltweit berühmt geworden als Wohnsitz des Grafen Orlok. Denn hier drehte im Sommer 1921 der Regisseur Friedrich Wilhelm Murnau den Vampirfilm "Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens"

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Wer sich für Volksarchitektur interessiert, sollte ein Stück weiter das Arwatal hoch in Podbiel anhalten. Rund um die Dorfkirche sind noch viele der historischen Arwa-Blockhäuser erhalten, die heute alle unter Denkmalschutz stehen.

Für uns ist aber etwas ganz anderes hier viel interessanter, und das befindet sich 2 km von Podbiel auf dem Weg in Richtung Zuberec am Eingang des Tales Studená dolina. 1836 begann man hier mit dem Bau einer Eisenhütte, um das geförderte Eisenerz aus umliegenden Bergwerken verarbeiten zu können. Das Eisen war allerdings zu brüchig, daher wurde keine 30 Jahre später der Betrieb schon wieder eingestellt. Die Ruinen des Hochofen- und Hammerwerkes im klassizistischen Baustil sind noch heute zu bewundern

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Weiter geht's durchs Arwatal nach Tvrdošín. Auch Turdoschin besitzt ein UNESCO-Welterbedenkmal: die römisch-katholische Holzkirche Allerheiligen aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts. Irgendwie haben wir so langsam den Eindruck, auf dieser Reise auf UNESCO-Schatzsuche zu sein :mrgreen:

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Ein kurzer Fotostopp, dann sind wir auch wieder weg. Es regnet Bindfäden. Wir flüchten dem Ausgang entgegen

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Nächster Halt: der Arwa-Stausee (Orava-Stausee, Oravská priehrada), der sich bis unmittelbar an die Grenze von Polen ausdehnt. Die Arwa entspringt unweit der polnischen Grenze, in den Arwaer Beskiden. Einsam und verlassen liegt das Ausflugsboot am Ufer. Die Kapitänin eilt freudestrahlend herbei. Ob wir eine Tour buchen wollen? - Bei dem Wetter? Wohl eher nicht ... ;-)

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Um diese Jahreszeit ist hier alles verwaist, auch der Campingplatz am Ufer

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Wir drehen ab Richtung Südosten. Vorbei am Ski- und Thermalort Oravice winden wir uns hinein in die Tatra - und genießen das grandiose Bergpanorama :mrgreen:

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Durch die Nebelfetzen versuchen wir einen Blick hinab auf den Liptauer Stausee zu erhaschen - vergebens ;-)

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Birgitt
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Slowakei | Nördliche Slowakei - Wintersportregion Hohe Tatra

Beitrag von Birgitt »

Bei dem nebligen Nieselwetter besteht keine Not, irgendwo hoch oben in den Bergen ein Quartier zu suchen. Für uns ist die ziemlich kultige Vila u Septima in Poprad (Deutschendorf - passt doch :wink: ) optimal. Wir dürfen im abgeschlossenen Innenhof parken und das Essen im Restaurant ist auch klasse: Vila u Septima - booking.com / Vila u Septima - Website

Vysoké Tatry, die Hohe Tatra, ist nicht nur eine beliebte Wanderregion - gutes Wetter vorausgesetzt ;-) - sondern auch ein bekanntes Wintersportgebiet mit 32 Pistenkilometern und 35 Skiliften

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Wer den Wagen stehen lassen möchte, kann von Poprad aus mit der Tatrabahn in die Berge starten

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Das einmalige Hochgebirgsklima der Hohen Tatra sowie seine wohltuende Wirkung auf den menschlichen Organismus waren die Hauptgründe für die Entstehung des Luftkurortes Nový Smokovec (Neuschmecks). Zu seiner Gründung trug im Wesentlichen Dr. Nikolaus Szontágh bei, der hier nach Erfahrungen in den Alpen im Jahr 1876 die ersten Sanatorien in den Karpaten eröffnete ... mehr

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Im Jahr 1925 wurde das Tuberkulosesanatorium nach einem Projekt von M. M. Harminc zum dominierenden Objekt des Kurortes. Später folgte ein weiteres Sanatorium von Harminc, genannt Palace

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Das nationale Kulturdenkmal ist seit 2012 verlassen. Der einstige Stolz der Tatra, den Einheimischen vor allem unter dem Spitznamen Penzák bekannt, wird lt. Pressemeldung wiederbelebt

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Über dem Haupteingang des ehemaligen Behandlungszentrums für Patienten mit Lungentuberkulose soll ab 2024 der gelbe Schriftzug Royal Palace wieder leuchten

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Der Kurort hält einige ganz nette Unterkünfte im typischen Tatra-Baustil bereit

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aber auch viele Ruinen, die dem Ort einen etwas angewitterten Charme verleihen

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