Baikal, Mongolei und so...
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- Rolandderältere
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- Registriert: So 25. Jan 2009, 00:00
- Wohnort: Niederbayern
Baikal, Mongolei und so...
Hallo,
bis zu dieser 2019er Jahresreise, war die Wartezeit besonders lange und schlimm:
Der Start zu meinem am längsten angepeilten Ziel, Ulan Bator, sollte schon 2018 stattgefunden haben.
Wir, die Iris, und ich, der Roland, bekamen da doch erst einmal einen gewissen Schuss vor den Bug; wir wurden jeweils krank und verplemperten somit die beste Reisezeit dieses Jahres.
Da ich in einschlägigen Foren und so ja schon ein paar Jahre lang „Rolandderältere“ bin und wir beide auch nicht jünger werden, nahmen wir das als Zeichen und beschlossen „alles ein wenig langsamer angehen zu lassen“ und jegliche Vorbereitungen noch gründlicher zu absolvieren.
Wie immer in den letzten 29 Jahren, fahren wir mit unserer "heiligen Kuh", einem jetzt 31 Jahre alten VW Syncro Bulli, also der Allradversion, als Reisemobil.
Der ist unser drittes selbst ausgebautes Reisemobil seit 1971.
Wunschziele
Der Baikalsee, und die Mongolei bedecken einigen Platz auf den Landkarten.
Um diese Gegenden auf unsere bewährte Art zu besuchen, berühren wir von Niederbayern aus Tschechien, Polen, die Ukraine, Russland, die Mongolei, wieder Russland, Kasachstan, wieder Russland, wieder die Ukraine, Rumänien, Ungarn, die Slowakei und Tschechien. Somit kommen für uns und diese Distanz ca. 6 Monate Reisezeit in Frage. ..
Russlandreisevorplanung
Der Aufenthalt in Russland ist, politisch, für uns EU-Bürger ja der komplizierteste.
Da russische Bürger für Reisen in unsere Schengenländer Visa benötigen, deren Beschaffung etliche Unbequemlichkeiten mit sich bringt, gilt das alles im Umkehrschluss ebenso für unsere Reisen nach Russland.
Die russischen Visabestimmungen besagen für uns:
Drei oder mehr mögliche Einreisen nach Russland bekommen wir mit einem 6 Monate gültigen Geschäftsvisum, mit dem wir uns während dieser Zeit jedoch insgesamt maximal 90 Tage im Land aufhalten dürfen.
Eine gültige Krankenversicherung muss für die gesamte mögliche Reisedauer in Russland nachgewiesen werden. An die allbekannte „Auslandsreiseversicherung“, die fast ein jeder hat, denkt man da schnell. Wohl auch an den äußerst geringen Jahresbeitrag dazu. Die hat in der Regel aber eine Gültigkeitsdauer von ca. 45 Tagen. Passt nicht für uns. Für diesen Zeitraum muss etwas spezielles her. Nach langen Recherchen kamen wir auf die „Hanse Merkur“ die für uns den am wenigst teuren Tarif anbot.
Wir leisten uns für diese Reise aber noch eine Besonderheit: Wir wollen im Alter über 70 Jahre reisen! Der Preis dort somit: € 3,50 pro Tag und Person.
Bedingung zur Visa Ausstellung ist zudem noch ein Nachweis, dass man ausreichend liquide ist, um wieder aus dem Land zu kommen.
Über eine fähige Visa Agentur, in unserem Fall Spomer, arrangiert kostete so etwas ca. € 252,00 pro Person.
So durften wir vor Antritt für diese Fahrt also schon einmal ca. € 1800,00 investieren ohne einen Schritt vor unsere Haustür getan zu haben.
Von Russen erfuhren wir, dass sie darüber hinaus auch noch Fingerabdrücke liefern mussten.
Für Visa zu uns!
Vorbereitungen
Andere Teile der Vorbereitungen waren dagegen schon eingespielte Routine:
Reisepässe, Impfungen (ja wir gehen da auf Nummer sicher. FMSE, Tollwut und alle sonst üblichen nehmen wir schon mit), Internationaler Führerschein und – Zulassung, passende Geldkarten nebst Anpassung der jeweiligen Limits und Maximen für Bankbewegungen, sämtliche Behörden und sonst wichtigen Kontakte auf Email Verkehr umleiten und und und.
Die Vorbereitungen unserer heiligen Kuh, finden für uns schon seit 29 Jahren statt, seit wir „eine Familie sind“. Die der Reisefahrzeuge eben schon seit 1971; ist Daueraufgabe.
„Kofferpacken“ kann lästig sein. Bis der Bulli fertig gepackt war, wurden Apotheke, Kleidung, Elektronik, Lebensmittel, Campingausrüstung, Ersatzteile und Werkzeug untergebracht.
Allein meine Liste „Camping- und Ersatzteile“ besteht aus 185 Posten...
Während wir dies alles abarbeiteten, wollten die Freunde in immer kürzeren Abständen wissen „Wann fahrt Ihr denn nun eigentlich?“
Wir sind dann eben gestartet als wir meinten, es langt jetzt.
Es war der 11.Mai 2019.
Anreise
Wie in den letzten Jahren verabschiedeten uns auch dieses Mal wieder die in voller Blüte stehenden Rapsfelder.Genau so wenig zu übersehen waren aber Druckerzeugnisse an sämtlichen Befestigungsmöglichkeiten, die sich nicht dagegen wehren konnten:
Der Europawahlkampf ging in den Endspurt!
Über Thüringen und Sachsen lernten wir da in 3 Freistaaten, was so die einschlägigen Parolen sämtlicher Aspiranten sind.
Zu spät für uns, unsere roten Umschläge waren an Ort und Stelle.
Somit sahen wir ganz anderes in
Polen
Da war ja auch Europawahlkampf. Wie der dort wirklich stattfindet, bekamen wir nicht wirklich mit. Angenehm, eigentlich wirklich kultivierter wie vor der Grenze war aber das Fehlen dieser Masse an aufdringlichen Wahlplakaten.
Offensichtlich alle von einem Designstudio entworfenen, ähnlichen und recht dezenten Darstellungen fügten sie sich gut in das allgemeine Straßenbild ein.
Ich bin aber noch nicht fertig mit dem Loben!
Der polnische Straßenverkehr begann für uns in Görlitz.
Er begann mit einem enormen Verkehrsstau auf der deutschen Seite der Neiße.
Durch bayerische Verkehrsnachrichten vorgepolt, rechneten wir mit größeren Grenzkontrollen wegen unserer aktuellen Ausländerpolitik.
Nix da! Die waren absolut Null. Wir sahen keine Uniform.
Der Grund war die erste Straßenkreuzung auf polnischer Seite. Unsere Schlange musste in eine abknickende Vorfahrtstraße einmünden, in der deren viele nach links abbiegen wollten.
Wahrscheinlich würden wir jetzt noch in unserer Nebenstraße warten, wäre nicht auch hier, wie dann überall bei solchen Staus in Polen beobachtet ein perfektes „Reißverschlusssystem“ üblich.
Funktionierend!
Überhaupt sind wir überzeugt, dass wir uns in Deutschland von der Höflichkeit und Rücksichtnahme des polnischen Straßenverkehrs die berühmte Scheibe abschneiden könnten.
Eine geruhsame Überlandfahrt und problemlose Stellplatzfragen für die Übernachtung paarten sich mit dem Eindruck einer aufstrebenden Wirtschaft.
Die geringere Bevölkerungsdichte, gegenüber unserer Heimat, ließ uns die Baugrundstücke meist in einer angenehmeren Größe erscheinen.
Für die landwirtschaftlichen Nutzflächen sahen wir das aber gar nicht so. Da haben unsere bayerischen Felder fast schon „Kolchosengröße“.
Ukraine
wir sind, von Görlitz über Polen (Chelm) und die Ukraine (Sumy/ Sudsha) kommend, bei Kursk in Russland eingereist.
An keiner dieser Grenzen gab es auch nur das kleinste Problem!
Bei der Einreise in die Ukraine wurden uns sogar die Papiere am Auto abgenommen und, nach einer kurzen Bearbeitungszeit, wieder zum Auto gebracht.
"Tschüss" sagte der, ein wenig deutsch sprechende Grenzer.
Als ich noch nach der notwendigen (? in Internetinformationen war damals ja davon noch geschrieben) Zolldeklaration fragte, antwortete er nur noch "wozu?".
Bei der Ausreise war auch nicht mehr die Rede davon...
Für ganz Ahnungslose zu diesem Thema: An vielen Grenzen musste man früher bei der Einreise in einer „Zolldeklaration“ alles wertvolle im Fahrzeug (dafür gab es auch Sichtkontrollen) angeben um bei der Ausreise, durch dessen Nochexistenz, nachweisen zu können dass man davon nichts ins Land geschmuggelt hatte...
Die Straßen in der Ukraine waren nicht gerade die besten. Vielleicht vergleichbar mit einigen in der Gegend von Görlitz. Vor 30 Jahren.
Trotzdem, eine unser bis dahin extremsten Schlammschlachten hätte nicht wirklich stattfinden müssen.
Schon aus Prinzip meiden wir in der Fremde die Hauptstraßen wo es nur geht.
Prinzipien sind aber manchmal undankbar:
Zeigte uns Karte und Navi jetzt, kurz nach der Grenze, doch eine „unbefestigte befahrbare“ Ortsverbindungsstraße, sollten wir eigentlich schon stutzig geworden sein als die PKW Spuren verschwanden, dann aber auch noch die der Traktoren.
Die Straße bekam wasserhaltige Löcher, die immer tiefer wurden. Als wir fast schon ans umdrehen dachten, waren wir überzeugt, dass „das“ nur besser werden kann...
Um diese Patina auf die, für die Grenze noch saubere heilige Kuh, zu bekommen, wühlte sie mit ihrem gesamten Fundus an Geländegang, Allrad und beiden Achssperren durch die Pampe.
Wir waren, ob dieser plötzlichen Überraschung, dermaßen baff, dass wir das fotografieren dort total vergaßen.
Klosterruhe
Am Abend auf unseren Fahrten, kommt meist nicht Johnny Walker, sondern immer die obligatorische Suche nach einem geeigneten Stellplatz.
Unsere Auswahl dazu ist eigentlich recht groß.
Hier kamen wir, ob des Hinweises auf ein Kloster am Wegesrand, auf die Idee dann dort bestimmt einen friedlichen Parkplatz auch für unsere heilige Kuh zu bekommen.
Der Parkplatz sagte uns gleich zu. Schattig und eben.
Die erste, mit einem Jeep aus dem Kloster ausfahrende Nonne meinte auch, dass wir auf diesem Platz, außerhalb der Klostermauern gut übernachten könnten.
So etablierten wir uns, indem die Iris unser Abendmahl bereitete und wir begonnen es zu genießen.
Wir sollten dabei aber noch etwas erleben, mit dem wir wirklich nicht gerechnet hatten. War es doch schon dunkel: Zwei Nonnen besuchten uns.
Die jüngere begrüßte uns herzlich als Touristen in einem sehr guten Englisch.
Sie stellte äußerst interessierte Fragen zu unserer Reise und dem Ganzen üblichen allgemeinen.
Wir waren angenehm überrascht. Bekamen wir doch auch auf unsere neugierigsten Fragen nach ihren Gründen zum Klosterleben bereitwillige Antworten.
Bis dann, nach wohl einer Stunde des Austausches, zwischendurch bekam ihre Mitschwester einen Anruf auf dem Smartphone, sie erklärte, dass wir doch einen anderen Platz für unser Nächtigen aufsuchen müssten, denn hier könnte es eventuell nicht sicher sein: Am Morgen würden z. B. die Klosterarbeiter kommen und sie wüssten nicht, ob da etwas passieren könne... Wir könnten doch in die nächste Stadt fahren und dort hinter der einen Kirche stehen, die gehöre ja dem Kloster...
Auf alle Fälle haben sie uns aber ein Geschenk mit gebracht. Das seien ukrainische Lebkuchen und eine spezielle süße Milch. Wir sollten es genießen und am nächsten Tag würden sie uns gerne ihr Kloster zeigen.
Mehr wie merkwürdig für uns.
Da wir prinzipiell nirgendwo übernachten, wo irgend jemand etwas dagegen äußert, fuhren wir 200 Meter weiter und übernachteten neben einem Gehöft auf einer abgemähten Wiese. Friedlich!
Wir grübelten intensiv über dieses Erlebnis, brachten am nächsten Morgen das „Gastgeschenk“ wieder zu dieser Schwester Julia und erklärten, dass wir es nicht gerade ehrlich empfanden, nach einer dermaßen harmonischen Konversation von dannen geschickt zu werden.
Wir sind jetzt noch von dieser Taktik mehr als enttäuscht.
Nicht weil Kloster, sondern erst Gespräch und Geschenk, und uns dann von dannen jagen...
Was dabei dann auch noch den Klosterarbeitern unterstellt wurde; unsere Worte dazu könnten jetzt sehr hart ankommen.
Schwarzmarkt
An den Rändern mancher Parkplätze der Hauptrouten sahen wir merkwürdige Kastenwägen innerhalb von Kanistern und anderen Behältern offensichtlich dauerparken. Alles etwas schmuddelig.
Beim rangieren entdeckten wir dann wohl das „Geheimnis“: Da hing ein Schlauch aus dem Tank eines daneben parkenden LKW´s in solch einen Kanister.
Wir hatten gerade voll getankt. Brauchten unser Gewissen also nicht wirklich belasten...
Verkehrs Chaos? Russisch
Vor Kiew wird der Verkehr langsam russisch.
Da, wie wohl vor jeder Hauptstadt, die Straßen immer besser und breiter werden, wird der Verkehr mehr und schneller.
Eine Spezialität wird ab hier auch schon das „russische“ überholen:
Wenn es die Breite auch nur im geringsten zulässt, wird auf einer Straße auch bei Gegenverkehr überholt. Der Gegenverkehr reagiert darauf („russisch“) nicht geschockt, sondern weicht immer (?) nach rechts aus.
Offensichtlich wird meist auch das von hinten heranfahrende Auto aufmerksam beobachtet: Sobald das mit einem entsprechendem Tempoüberschuss herankommt, wird bei ausreichend breiter Fahrbahn nach rechts ausgewichen. Fast immer bedankt sich der Überholende danach mit einem Gruß seiner Warnblinkanlage.
Ansonsten wird manchmal auch auf dem rechten Standstreifen überholt, auch wenn der nur geschottert ist.
Am Anfang kann man da ganz schön erschrecken...
Später, in verschiedenen Regionen in Russland recht unterschiedlich, ist das dann schon Gewohnheit.
Weiter nach Osten, zur Russischen Grenze bei Sumy/ Sudsha, wurde der gesamte Verkehr aber äußerst wenig. Lange kaum ein Fahrzeug, der Straßenzustand immer schlechter und die Baustellen darauf lieferten immer mehr Provisorien. Lasten transportierende Kraftwagen sahen wir keine mehr.
Wir zweifelten schon an der Existenz eines kommenden Kontrollpunktes ins Nachbarland.
Der kam dann aber doch. Als erster dieser Reise „aus Schengen raus“.
Nach:
=======================================================================
Nun, jetzt hoffe ich selbst, dass ich mit dem nächsten Teil dieses Reiseberichtes zügiger fertig werde wie mit diesem hier
und grüße erst wieder einmal aus Niederbayern
Rolandderältere
bis zu dieser 2019er Jahresreise, war die Wartezeit besonders lange und schlimm:
Der Start zu meinem am längsten angepeilten Ziel, Ulan Bator, sollte schon 2018 stattgefunden haben.
Wir, die Iris, und ich, der Roland, bekamen da doch erst einmal einen gewissen Schuss vor den Bug; wir wurden jeweils krank und verplemperten somit die beste Reisezeit dieses Jahres.
Da ich in einschlägigen Foren und so ja schon ein paar Jahre lang „Rolandderältere“ bin und wir beide auch nicht jünger werden, nahmen wir das als Zeichen und beschlossen „alles ein wenig langsamer angehen zu lassen“ und jegliche Vorbereitungen noch gründlicher zu absolvieren.
Wie immer in den letzten 29 Jahren, fahren wir mit unserer "heiligen Kuh", einem jetzt 31 Jahre alten VW Syncro Bulli, also der Allradversion, als Reisemobil.
Der ist unser drittes selbst ausgebautes Reisemobil seit 1971.
Wunschziele
Der Baikalsee, und die Mongolei bedecken einigen Platz auf den Landkarten.
Um diese Gegenden auf unsere bewährte Art zu besuchen, berühren wir von Niederbayern aus Tschechien, Polen, die Ukraine, Russland, die Mongolei, wieder Russland, Kasachstan, wieder Russland, wieder die Ukraine, Rumänien, Ungarn, die Slowakei und Tschechien. Somit kommen für uns und diese Distanz ca. 6 Monate Reisezeit in Frage. ..
Russlandreisevorplanung
Der Aufenthalt in Russland ist, politisch, für uns EU-Bürger ja der komplizierteste.
Da russische Bürger für Reisen in unsere Schengenländer Visa benötigen, deren Beschaffung etliche Unbequemlichkeiten mit sich bringt, gilt das alles im Umkehrschluss ebenso für unsere Reisen nach Russland.
Die russischen Visabestimmungen besagen für uns:
Drei oder mehr mögliche Einreisen nach Russland bekommen wir mit einem 6 Monate gültigen Geschäftsvisum, mit dem wir uns während dieser Zeit jedoch insgesamt maximal 90 Tage im Land aufhalten dürfen.
Eine gültige Krankenversicherung muss für die gesamte mögliche Reisedauer in Russland nachgewiesen werden. An die allbekannte „Auslandsreiseversicherung“, die fast ein jeder hat, denkt man da schnell. Wohl auch an den äußerst geringen Jahresbeitrag dazu. Die hat in der Regel aber eine Gültigkeitsdauer von ca. 45 Tagen. Passt nicht für uns. Für diesen Zeitraum muss etwas spezielles her. Nach langen Recherchen kamen wir auf die „Hanse Merkur“ die für uns den am wenigst teuren Tarif anbot.
Wir leisten uns für diese Reise aber noch eine Besonderheit: Wir wollen im Alter über 70 Jahre reisen! Der Preis dort somit: € 3,50 pro Tag und Person.
Bedingung zur Visa Ausstellung ist zudem noch ein Nachweis, dass man ausreichend liquide ist, um wieder aus dem Land zu kommen.
Über eine fähige Visa Agentur, in unserem Fall Spomer, arrangiert kostete so etwas ca. € 252,00 pro Person.
So durften wir vor Antritt für diese Fahrt also schon einmal ca. € 1800,00 investieren ohne einen Schritt vor unsere Haustür getan zu haben.
Von Russen erfuhren wir, dass sie darüber hinaus auch noch Fingerabdrücke liefern mussten.
Für Visa zu uns!
Vorbereitungen
Andere Teile der Vorbereitungen waren dagegen schon eingespielte Routine:
Reisepässe, Impfungen (ja wir gehen da auf Nummer sicher. FMSE, Tollwut und alle sonst üblichen nehmen wir schon mit), Internationaler Führerschein und – Zulassung, passende Geldkarten nebst Anpassung der jeweiligen Limits und Maximen für Bankbewegungen, sämtliche Behörden und sonst wichtigen Kontakte auf Email Verkehr umleiten und und und.
Die Vorbereitungen unserer heiligen Kuh, finden für uns schon seit 29 Jahren statt, seit wir „eine Familie sind“. Die der Reisefahrzeuge eben schon seit 1971; ist Daueraufgabe.
„Kofferpacken“ kann lästig sein. Bis der Bulli fertig gepackt war, wurden Apotheke, Kleidung, Elektronik, Lebensmittel, Campingausrüstung, Ersatzteile und Werkzeug untergebracht.
Allein meine Liste „Camping- und Ersatzteile“ besteht aus 185 Posten...
Während wir dies alles abarbeiteten, wollten die Freunde in immer kürzeren Abständen wissen „Wann fahrt Ihr denn nun eigentlich?“
Wir sind dann eben gestartet als wir meinten, es langt jetzt.
Es war der 11.Mai 2019.
Anreise
Wie in den letzten Jahren verabschiedeten uns auch dieses Mal wieder die in voller Blüte stehenden Rapsfelder.Genau so wenig zu übersehen waren aber Druckerzeugnisse an sämtlichen Befestigungsmöglichkeiten, die sich nicht dagegen wehren konnten:
Der Europawahlkampf ging in den Endspurt!
Über Thüringen und Sachsen lernten wir da in 3 Freistaaten, was so die einschlägigen Parolen sämtlicher Aspiranten sind.
Zu spät für uns, unsere roten Umschläge waren an Ort und Stelle.
Somit sahen wir ganz anderes in
Polen
Da war ja auch Europawahlkampf. Wie der dort wirklich stattfindet, bekamen wir nicht wirklich mit. Angenehm, eigentlich wirklich kultivierter wie vor der Grenze war aber das Fehlen dieser Masse an aufdringlichen Wahlplakaten.
Offensichtlich alle von einem Designstudio entworfenen, ähnlichen und recht dezenten Darstellungen fügten sie sich gut in das allgemeine Straßenbild ein.
Ich bin aber noch nicht fertig mit dem Loben!
Der polnische Straßenverkehr begann für uns in Görlitz.
Er begann mit einem enormen Verkehrsstau auf der deutschen Seite der Neiße.
Durch bayerische Verkehrsnachrichten vorgepolt, rechneten wir mit größeren Grenzkontrollen wegen unserer aktuellen Ausländerpolitik.
Nix da! Die waren absolut Null. Wir sahen keine Uniform.
Der Grund war die erste Straßenkreuzung auf polnischer Seite. Unsere Schlange musste in eine abknickende Vorfahrtstraße einmünden, in der deren viele nach links abbiegen wollten.
Wahrscheinlich würden wir jetzt noch in unserer Nebenstraße warten, wäre nicht auch hier, wie dann überall bei solchen Staus in Polen beobachtet ein perfektes „Reißverschlusssystem“ üblich.
Funktionierend!
Überhaupt sind wir überzeugt, dass wir uns in Deutschland von der Höflichkeit und Rücksichtnahme des polnischen Straßenverkehrs die berühmte Scheibe abschneiden könnten.
Eine geruhsame Überlandfahrt und problemlose Stellplatzfragen für die Übernachtung paarten sich mit dem Eindruck einer aufstrebenden Wirtschaft.
Die geringere Bevölkerungsdichte, gegenüber unserer Heimat, ließ uns die Baugrundstücke meist in einer angenehmeren Größe erscheinen.
Für die landwirtschaftlichen Nutzflächen sahen wir das aber gar nicht so. Da haben unsere bayerischen Felder fast schon „Kolchosengröße“.
Ukraine
wir sind, von Görlitz über Polen (Chelm) und die Ukraine (Sumy/ Sudsha) kommend, bei Kursk in Russland eingereist.
An keiner dieser Grenzen gab es auch nur das kleinste Problem!
Bei der Einreise in die Ukraine wurden uns sogar die Papiere am Auto abgenommen und, nach einer kurzen Bearbeitungszeit, wieder zum Auto gebracht.
"Tschüss" sagte der, ein wenig deutsch sprechende Grenzer.
Als ich noch nach der notwendigen (? in Internetinformationen war damals ja davon noch geschrieben) Zolldeklaration fragte, antwortete er nur noch "wozu?".
Bei der Ausreise war auch nicht mehr die Rede davon...
Für ganz Ahnungslose zu diesem Thema: An vielen Grenzen musste man früher bei der Einreise in einer „Zolldeklaration“ alles wertvolle im Fahrzeug (dafür gab es auch Sichtkontrollen) angeben um bei der Ausreise, durch dessen Nochexistenz, nachweisen zu können dass man davon nichts ins Land geschmuggelt hatte...
Die Straßen in der Ukraine waren nicht gerade die besten. Vielleicht vergleichbar mit einigen in der Gegend von Görlitz. Vor 30 Jahren.
Trotzdem, eine unser bis dahin extremsten Schlammschlachten hätte nicht wirklich stattfinden müssen.
Schon aus Prinzip meiden wir in der Fremde die Hauptstraßen wo es nur geht.
Prinzipien sind aber manchmal undankbar:
Zeigte uns Karte und Navi jetzt, kurz nach der Grenze, doch eine „unbefestigte befahrbare“ Ortsverbindungsstraße, sollten wir eigentlich schon stutzig geworden sein als die PKW Spuren verschwanden, dann aber auch noch die der Traktoren.
Die Straße bekam wasserhaltige Löcher, die immer tiefer wurden. Als wir fast schon ans umdrehen dachten, waren wir überzeugt, dass „das“ nur besser werden kann...
Um diese Patina auf die, für die Grenze noch saubere heilige Kuh, zu bekommen, wühlte sie mit ihrem gesamten Fundus an Geländegang, Allrad und beiden Achssperren durch die Pampe.
Wir waren, ob dieser plötzlichen Überraschung, dermaßen baff, dass wir das fotografieren dort total vergaßen.
Klosterruhe
Am Abend auf unseren Fahrten, kommt meist nicht Johnny Walker, sondern immer die obligatorische Suche nach einem geeigneten Stellplatz.
Unsere Auswahl dazu ist eigentlich recht groß.
Hier kamen wir, ob des Hinweises auf ein Kloster am Wegesrand, auf die Idee dann dort bestimmt einen friedlichen Parkplatz auch für unsere heilige Kuh zu bekommen.
Der Parkplatz sagte uns gleich zu. Schattig und eben.
Die erste, mit einem Jeep aus dem Kloster ausfahrende Nonne meinte auch, dass wir auf diesem Platz, außerhalb der Klostermauern gut übernachten könnten.
So etablierten wir uns, indem die Iris unser Abendmahl bereitete und wir begonnen es zu genießen.
Wir sollten dabei aber noch etwas erleben, mit dem wir wirklich nicht gerechnet hatten. War es doch schon dunkel: Zwei Nonnen besuchten uns.
Die jüngere begrüßte uns herzlich als Touristen in einem sehr guten Englisch.
Sie stellte äußerst interessierte Fragen zu unserer Reise und dem Ganzen üblichen allgemeinen.
Wir waren angenehm überrascht. Bekamen wir doch auch auf unsere neugierigsten Fragen nach ihren Gründen zum Klosterleben bereitwillige Antworten.
Bis dann, nach wohl einer Stunde des Austausches, zwischendurch bekam ihre Mitschwester einen Anruf auf dem Smartphone, sie erklärte, dass wir doch einen anderen Platz für unser Nächtigen aufsuchen müssten, denn hier könnte es eventuell nicht sicher sein: Am Morgen würden z. B. die Klosterarbeiter kommen und sie wüssten nicht, ob da etwas passieren könne... Wir könnten doch in die nächste Stadt fahren und dort hinter der einen Kirche stehen, die gehöre ja dem Kloster...
Auf alle Fälle haben sie uns aber ein Geschenk mit gebracht. Das seien ukrainische Lebkuchen und eine spezielle süße Milch. Wir sollten es genießen und am nächsten Tag würden sie uns gerne ihr Kloster zeigen.
Mehr wie merkwürdig für uns.
Da wir prinzipiell nirgendwo übernachten, wo irgend jemand etwas dagegen äußert, fuhren wir 200 Meter weiter und übernachteten neben einem Gehöft auf einer abgemähten Wiese. Friedlich!
Wir grübelten intensiv über dieses Erlebnis, brachten am nächsten Morgen das „Gastgeschenk“ wieder zu dieser Schwester Julia und erklärten, dass wir es nicht gerade ehrlich empfanden, nach einer dermaßen harmonischen Konversation von dannen geschickt zu werden.
Wir sind jetzt noch von dieser Taktik mehr als enttäuscht.
Nicht weil Kloster, sondern erst Gespräch und Geschenk, und uns dann von dannen jagen...
Was dabei dann auch noch den Klosterarbeitern unterstellt wurde; unsere Worte dazu könnten jetzt sehr hart ankommen.
Schwarzmarkt
An den Rändern mancher Parkplätze der Hauptrouten sahen wir merkwürdige Kastenwägen innerhalb von Kanistern und anderen Behältern offensichtlich dauerparken. Alles etwas schmuddelig.
Beim rangieren entdeckten wir dann wohl das „Geheimnis“: Da hing ein Schlauch aus dem Tank eines daneben parkenden LKW´s in solch einen Kanister.
Wir hatten gerade voll getankt. Brauchten unser Gewissen also nicht wirklich belasten...
Verkehrs Chaos? Russisch
Vor Kiew wird der Verkehr langsam russisch.
Da, wie wohl vor jeder Hauptstadt, die Straßen immer besser und breiter werden, wird der Verkehr mehr und schneller.
Eine Spezialität wird ab hier auch schon das „russische“ überholen:
Wenn es die Breite auch nur im geringsten zulässt, wird auf einer Straße auch bei Gegenverkehr überholt. Der Gegenverkehr reagiert darauf („russisch“) nicht geschockt, sondern weicht immer (?) nach rechts aus.
Offensichtlich wird meist auch das von hinten heranfahrende Auto aufmerksam beobachtet: Sobald das mit einem entsprechendem Tempoüberschuss herankommt, wird bei ausreichend breiter Fahrbahn nach rechts ausgewichen. Fast immer bedankt sich der Überholende danach mit einem Gruß seiner Warnblinkanlage.
Ansonsten wird manchmal auch auf dem rechten Standstreifen überholt, auch wenn der nur geschottert ist.
Am Anfang kann man da ganz schön erschrecken...
Später, in verschiedenen Regionen in Russland recht unterschiedlich, ist das dann schon Gewohnheit.
Weiter nach Osten, zur Russischen Grenze bei Sumy/ Sudsha, wurde der gesamte Verkehr aber äußerst wenig. Lange kaum ein Fahrzeug, der Straßenzustand immer schlechter und die Baustellen darauf lieferten immer mehr Provisorien. Lasten transportierende Kraftwagen sahen wir keine mehr.
Wir zweifelten schon an der Existenz eines kommenden Kontrollpunktes ins Nachbarland.
Der kam dann aber doch. Als erster dieser Reise „aus Schengen raus“.
Nach:
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Nun, jetzt hoffe ich selbst, dass ich mit dem nächsten Teil dieses Reiseberichtes zügiger fertig werde wie mit diesem hier
und grüße erst wieder einmal aus Niederbayern
Rolandderältere
Rolandderältere,
mit Reisemobil VW T3 15" Syncro,
seiner heiligen Kuh,
und 74 seit 1971 mit VW Bulli bereisten Ländern
mit Reisemobil VW T3 15" Syncro,
seiner heiligen Kuh,
und 74 seit 1971 mit VW Bulli bereisten Ländern
Re: Baikal, Mongolei und so...
Genial, mach weiter! Das liest sich wie Butter!!
Chrigu
Chrigu
>>>Geduld ist die Kunst, nur langsam wütend zu werden!<<<
Re: Baikal, Mongolei und so...
Vielen Dank, liest sich gut ....
Auch wir waren in diesem Jahr wieder in Russland unterwegs, dann allerdings weiter nach KZ und UZ.
Das Fahren fanden wir grundsätzlich entspannt in Russland, von wenigen Spezialisten mal abgesehen ... Ich würde sagen, bezüglich der "Sportlichkeit" gibt es ein Nord-Süd-Gefälle. In Georgien fährt man sehr viel individueller.
Der ganze Visa-Kram und das Einreise-Procedere ist allerdings nervig.
Auch wir waren in diesem Jahr wieder in Russland unterwegs, dann allerdings weiter nach KZ und UZ.
Das Fahren fanden wir grundsätzlich entspannt in Russland, von wenigen Spezialisten mal abgesehen ... Ich würde sagen, bezüglich der "Sportlichkeit" gibt es ein Nord-Süd-Gefälle. In Georgien fährt man sehr viel individueller.
Der ganze Visa-Kram und das Einreise-Procedere ist allerdings nervig.
Re: Baikal, Mongolei und so...
Super danke für deinen Bericht !
Ich bin auf eine Fortsetzung gespannt .
Gruß Volker
Ich bin auf eine Fortsetzung gespannt .
Gruß Volker
- Rolandderältere
- Beiträge: 46
- Registriert: So 25. Jan 2009, 00:00
- Wohnort: Niederbayern
2. Teil Baikal, Mongolei und so...
Russland
Hallo,
der Abschied von der Ukraine nach Russland war einfach nur nett. Am Grenzkontrollpunkt wurden wir geringstmöglich „belästigt“:
Wie bei der Einreise nahmen uns die Beamten am Auto die Papiere ab, bearbeiteten die im Büro und brachten sie mit einem „gute Reise“ zurück...
Grenzkontrolle
Jetzt sind wir auf unserer 3. Reise in Russland angekommen.
Frühere Bedenken ob einer kleinlichen, ja schikanösen, Grenzkontrolle gibt es schon lange nicht mehr bei uns.
Wenn der „Schengenraum“ gleichziehen würde, gäbe es hier weniger Bürokratie.
So gibt´s jedoch unter anderem (gegenseitig!) die Zolldeklaration. Ein Formular, auf dem man seine mitgeführten Devisen, falls über US $ 10.000,00, angeben soll, Autoreisende eben zusätzlich das Reisefahrzeug beschreiben müssen.

Deklaration, deutsch.
Zum Fahrzeug muss natürlich auch ein Wert angegeben werden. „Flexibilität“ kann da zwiespältig sein:
Im Falle z. B. eines Diebstahls oder anderen Verlustes wird nach dieser Angabe die Zollgebühr für die, auch unfreiwillige, Einfuhr berechnet.
Im Falle eines nicht selbst verschuldeten Unfalls dann wohl die Regulierung durch die gegnerische Haftpflichtversicherung...
Das Ausfüllen dieser Deklaration kann man nur mit einer gehörigen Portion Glück beim ersten Mal schaffen:
Man muss z. B. die richtigen Linien für die entsprechenden Eintragungen finden. Diese sind für uns nicht immer logisch angeordnet
Man muss z. B. die aktuelle Ansicht des Beamten treffen, wenn man bei der Eintragung des Fahrzeugbaujahres „Erstzulassung wie sie im Zulassungsschein steht“ oder eben das „Baujahr“ einträgt. Die sind in der „Zulassungsbescheinigung Teil 1“ ja nicht unbedingt identisch.
Man darf dabei dann auf keinen Fall nervös werden und wohl möglich Schreibfehler ausbessern. Kann absolut nicht akzeptiert werden!
Nach dem 2. Formular bekam ich dazu dann doch noch ein deutschsprachiges, statt englischem Formblatt. Na geht doch? Jedenfalls sehr hilfreich.
Mein 3., fertige, wurde fast wie eine Heldentat akzeptiert.
Der Check des Autos war absolut oberflächlich. Noch nicht einmal nach den Medikamenten (Drogen!) wurde hier bei uns gefragt! Sonst an den Grenzen im Osten obligatorisch.
Gut, vielleicht war auch die Existenz des jetzt schon 3. Russlandvisums in unseren Reisepässen hilfreich? Umfangreichere Russlandvisa bekommt man offensichtlich einfacher, wenn man schon mehrfach in Russland reiste ohne Probleme zu machen...
Manchmal kommt uns der Verdacht, dass unsere mittlerweile einigermaßen grauen Haare und das in vielen Augen „Understatement Wohnmobil“ bei derartigen Begegnungen an Kontrollpunkten einen recht großen Bonus einbringen.
Straßen
Von dieser Grenze, zwischen dem ukrainischen Sumy und dem russischen Kursk an, begann gleich die lang anhaltende Überraschung: Die Straßenqualität. 2013 vom Baltikum zum Kaukasus und 2015 von Polen nach Murmansk waren fast nur die großen Hauptstraßen von guter Qualität, jetzt fanden wir die so auch auf vielen Nebenstraßen. Manchmal sogar richtig „luxuriöse“ Strecken:

Nachts mit Hilfe von Sonnen- und Windkraft beleuchtete Bushaltestellen
Von der Grenze bei Sudscha bis zum ersten erklärten Ziel dieser Reise, dem Baikalsee, liegen jetzt 5780 Kilometer vor uns.
Woronesch, Samara, Ufa, Tscheljabinsk, Omsk, Nowosibirsk, Krasnojarsk, Irkutsk und dann bis Ulan Ude heißen jetzt für viele Tage die Großstädte, die uns Abwechslung auf diesen Kilometern geben werden.
Da ich die Zeilen nach dieser Jahresreise daheim schreibe, kann ich schon behaupten, dass diese Kilometer durchgehend repräsentativ sind.
Für russische Fernreisestrecken.
Hinter der ukrainischen Grenze wird aktuell in Russland, der Mongolei und Kasachstan extrem viel Geld in Qualitätsstraßenbau investiert! In rasantem Tempo wächst das moderne Straßennetz.

Absolut Porsche und Wohnmobil geeignet.
Es gab natürlich auch weniger intakte Strecken und Baustellen. Mit einer gewissen Umsicht waren die für alle Gefährte jedoch wirklich fahrbar.
Unser beliebtes, und in früheren Berichten hochgelobtes „Autowandern“ über verkehrsarme Nebenstraßen ist in diesem Teil „unseres“ Russland´s über weite Strecken nicht mehr möglich:
Die großen Hauptverkehrsstraßen haben selten kleinere Parallelstraßen. Abzweigende Straßen sind oft Sackgassen oder riesige Umwege. Man hat ja Platz. Interessehalber fahren wir doch einige dieser seltenen „Nebenstraßen“. Auf denen bekommen wir jedoch so manches Mal alles geboten, was unser Navi als „befahrbar“ ansieht.
In regenreichen Jahreszeiten können die total unpassierbar sein! Oft für alle Art Fahrzeuge!
Wohlstand
Wie daheim ist Wohlstand auch hier nicht gleichmäßig verteilt.
Wir finden Gegenden, die wirtschaftlich so manche bei uns zuhause „in den Schatten stellen können“, dann wieder andere „die einfach noch nicht angekommen sind“.
Im ländlichen sieht man von weitem Siedlungen mit knallbunten Trapezblechdächern, oder eben die mit den grauen Asbestwellplatten... Das ist aus der Ferne häufig schon ein Indikator für wohlhabend oder „abgehängt“.

Die Antenne könnte einem Bilderrätsel entstammen.

„Geldiger“.

Kaufhaus.

Feiermädchen?
In den großen Städten erlebten wir mondäne Einkaufs “Malls“ und schillernde „Kurfürstendämme“ oder „Kö´s“, woanders „Gründerzeitfassaden seit Jahrzehnten ohne Werterhalt“.

Hohlhaus.
Draußen dann landwirtschaftliche Großbetriebe mit riesigen Maschinen, noch riesiger Wirtschaftsgebäude zwischen Feldgrößen die bei uns nirgendwo hin passen, neben sehr vielen verlassenen Kolchosen und großen Fabrikruinen, aber auch Wohnblocks, die mit toten Fensterlöchern besseren Zeiten hinterher blicken.
Landwirtschaft
Kurz nach unserem Start in Deutschland fuhren wir durch erblühende Rapsfelder. Obwohl wir uns fast genau immer auf dem 48. Breitengrad vorwärts bewegten, verstanden wir das Wachstum der Pflanzen nicht so richtig:
Die Rapsfelder wurden dort, Mitte Juni, erst langsam gelb. Der Flieder war noch in Blüte und nur sehr vereinzelt sahen wir Felder mit leichtem Kornbewuchs. Praktizierter Biometeorologie Unterricht?

Dann haben wir in manchen Gegenden aber wieder fast vergessenes: Täglich eine frische, dann doch wieder von Insektenleichen annähernd undurchschaubare Windschutzscheibe.
Insektizidindikator?
Bei Licht im Mobil halten abends Moskitonetze an sämtlichen Öffnungen diese Flugobjekte wirksam ab. Die meiste Zeit auf der gesamten Reise „genossen“ wir insgesamt dermaßen mückenfrei, dass wir beide zusammen noch nicht einmal eine ganze Flasche Aut?oderwieauchimmer verbrauchten. In 5 6 Monaten, einschließlich Sibirien!

flächendeckend

FLÄCHENDECKEND

Hinweis auf Kühe, Stiere, oder „Diverse“ Ochsen?
Toiletten-, Lokus und so...
Wir wollen gewiss nicht weniger perfekte Seiten unserer Gastgeberländer hervorheben. Als wirklich skurril empfanden wir jedoch ein Toilettenpapier der alten Sorten, die es wohl schon in Zeiten anderer Weltanschauungen hier gab: Eines, welches beim abreißen so gut wie immer (!) längs riss. Wirklich!

Ohne Perforation.
Um beim Thema zu bleiben:
In unserem Reisemobil benutzen wir ja ein sogenanntes „Porta Potti“, ein (nach dem Geschäft) geschlossenes Camping WC. Wie zigtausend andere Wohnmobilisten auch.

Entsorgung.
Dies wird natürlich jeden Tag entleert und mit dem Inhalt des Grauwassertanks gespült.
In wohnmobilreichen Ländern mit entsprechender Infrastruktur gibt es dafür immer mal wieder Entsorgungsstellen. In anderen benutzen wir möglichst öffentliche Toiletten.

Dezentral glatt.
Aus hygienischen Gründen ist das nicht immer angebracht, da man in denen durch menschliche Exkremente steigen müsste um an das „Epizentrum“ zu gelangen. Da ist es oft egal ob es sich um eine eigens installierte Toilette oder den Eingang einer Waldschneise handelt: Dort wo solche Geschäfte ungesehen getätigt werden, ist es durchweg total verschissen!
Unsere Lösung: Wir fahren 100 Meter oder weiter in den Wald- oder Feldweg, wo sich Fahrer üblicher Kraftwagen meist nicht mehr hin trauen, um uns unserer Erzeugnisse zu entledigen. Das bedeutet, dass wir das da tun können, wo die sicher von keinem Menschen mehr entdeckt werden. Bei der üblichen Bevölkerungsdichte...
Öffentliche Toiletten, aber auch mögliche Abfahrten in blickgeschützte Schneisen liegen bei den riesigen Entfernungen der sibirischen Fernstraßen sehr, sehr weit auseinander. Dazwischen verhindern üblicherweise steile Dammböschungen jegliches „abdriften“ in die Botanik, dass die oben beschriebenen Zustände, zentralisiert, doch schon wieder unvermeidbar und verständlich sind.
LKW´s
Ritter der Landstraße?
Na ja, während der ganzen Reise waren sie permanent unsere Nachbarn auf den Straßen. Sonntagsfahrverbote oder ähnliches konnten wir nie beobachten. Leisteten wir uns ja auch nicht.
Wir hatten aber starkes Mitgefühl, wenn wir z. B. kilometerweit an ihren stehenden Schlangen vor Grenzkontrollpunkten vorbei fuhren.

Kilometerlang.
Im Land spielen sie wirtschaftlich eine große Rolle, dessen sie sich offensichtlich auch bewusst sind.
Auf den überwiegend guten Fernstraßen fahren die allermeisten das maximale Tempo welches ihre Motoren und Ladung nur zulassen. Nicht nur bergab wurden wir oft überholt...
Was uns da dann überholte waren nicht nur die russischen LKW wie Kamaz, Gaz und Ural, sondern in großem Maße alles mögliche aus Westeuropa. Auch neueste Modelle. Sehr viele jedoch, die hier immer noch mit allen möglichen deutschen Aufschriften auf ihren Planen warben.
Mit ihren russischen Nummernschildern sind sie hier emsig dabei, ihre 2. (oder 3.?) 400000 Kilometer abzuleisten.

?00.000 Km?
Stundenlang, ja tagelang gemeinsam mit großen Mengen an LKW´s auf den Fernstraßen fahrend, haben wir abends alle eins im Sinn: Wir wollen ruhig und sicher unsere Ruhepausen genießen.
Mit unserer heiligen Kuh finden wir dafür vielfach eine Stelle in der Botanik. Schon auf Grund ihrer geringen Ausmaße.
Nicht selten kommen die auch gerade recht:

Ctоянка.
„Stojanka“, russische Parkplätze, quasi Autohöfe an den großen Fernstraßen, in erster Linie für LKW´s, bieten zu vorgerückter Stunde einen Übernachtungsplatz ohne große Sucherei.
Selbstverständlich mit Rangiermanövern und Nachts auch mal laufenden Kühlaggregaten der
LKW´s, in der Regel bewacht, mal mit weniger, mal mit allem Komfort wie Motel, Restaurant, Supermarkt und Sanitärkomplex:

Toilette, Dusche, Waschküche, Massage, sind hier die Angebote.

Sehr lang.

Parkplatz.
Einkaufen.
Fanden wir anfänglich eines vielleicht als ein wenig gemein:
In Filialen der großen Ketten entdeckten wir 2 verschieden hohe Preise an den Preisauszeichnungen der Waren: Kleinere für Besitzer von „Kundenkarten“ und größere für uns, den anderen.
Jedoch schon 2013, während unserem „ersten Russland“ kontinuierlich bis jetzt, gab es beim bezahlen an der Kasse auf unser „njet“ bei der Frage nach dieser Karte immer den Ruf zu den Kunden hinter uns in der Warteschlange nach deren Karte, dann immer diese zum einscannen! Ob in Plastik oder per Smartphone. „Spasibo bol'shoye“ „Vielen Dank“, konnten wir auch schon recht schnell auf russisch.

„Cегодня“, MHD Vorläufer: „Heute“.
Da auf den Verpackungen frischer Lebensmittel neben dem „MHD“ in der Regel hier auch das Herstellungsdatum steht, sehen wir an den Regalen so manches mal das aktuelle Datum. Sozusagen als „Gehhilfe für Zeitlose“.
Embargo?
Wie auch immer, wenn es auch in Russland russische Biere in Top Qualitäten und zu sehr attraktiven Preisen gibt:
Liebhaber deutscher Braukunst müssen nicht verzichten!

2 verschiedene Spaten,
2 verschiedene Warsteiner,
1 Hacker Pschorr,
4 verschiedene Paulaner,
1 Dortmunder Aktien Brauerei und viele andere aus guten Brauereien anderer Länder sind nur auf diesem Foto hier im Angebot!
Politisch vorgegebener Boykott Russlands scheint sich wohl doch nicht auf unsere wichtigsten Grundnahrungsmittel beziehen...
Souvenir
Mitten in Samara, der sechstgrößten Stadt Russlands entdeckten wir ein eigentlich (für uns) angemessenes, Andenken an diese Reise:

Leider gab es zu viele Augen, die das einpacken dieser Sojus Weltraumrakete gesehen hätten...
Fahrkultur
Beauty- nicht nur die Bar an dieser Ecke.
Ab Irkutsk, als die „schönste Stadt Sibiriens“ in der russisch burjatischen Republik tituliert, änderte sich die Fahrkultur wesentlich:
Ein Stress wurde schon mal geringer. Es war nicht nur noch absolutes „Vollgasfahren“ angesagt. Auch das überholen geschah geordneter.
Das Auge bekam wieder Abwechslung. Man konnte über Hügel schauen. Die ersten Jurten waren zu sehen und oft recht große Pferdeherden, absolut ohne Aufsicht und Zäune.

Freier Blick.
Baikalsee und Olchon
Wir kamen an den Baikalsee und besuchten dort gleich den wohl am meisten beschriebenen Ort: Die „Schamaneninsel“ Olchon.
Wir erlebten diesen Ort in der Vorsaison!
Vom Festland auf die Insel fahren mehrere Fähren. Zu zumindest jetzt kostenlos und in recht kurzen Intervallen.
Nach den vielen tausend Kilometern sehr gut ausgestatteter Asphaltstraßen in Russland fängt für viele „Overlander“ hier eine Strecke an, die endlich etwas „artgerecht“ ist. Beginnt für so liebevoll auf härteste Einsätze vorbereitete „Expeditionsfahrzeuge“ doch endlich mal eine „Wellblechpiste“!

Olchon Hafen.

Wellblechpiste.
Viele russische Geländebusse schaukeln auf dieser Strecke Massen ausländischer Touristen von Irkutsk bis auf Olchon. Die UAZ, absolut für diese Straßenverhältnisse konstruierte russische Kleinbusse, brettern dort gerne so lange mit ihrer höchstmöglichen Geschwindigkeit dahin, bis die Passagiere ausreichend stark protestieren.

Angekommen.
Diese Piste ist für viele Fahrer, einschließlich uns, zu mörderisch um mit 80 Km/h oder so drauf herum zu jagen. Wir halten uns bei dem Angebot doch besser an die vielen „Sommerwege“ die rechts und links gespurt wurden. Dort mit ca. 20- bis manchmal 40 Km/h und ca. 1 Bar reduziertem Luftdruck in den Reifen war das Lebensqualität erhaltend. Für Ross und Reiter.

„Sommerweg“.

Gleich am ersten Tag im „Hauptdorf“ Kuschir.
Da standen wir doch schon neben dem, im jüngeren „europäischen Overlander Zeitalter“, vielleicht meistfotografierten Felsen: Dem Schamanenfelsen.

Der mystische Ort.
Außer dem Wiedererkennen dieses schönen Postkartenmotivs verspürten wir nichts mystisches.
Vielleicht lag das aber auch an unserer, im Laufe von Jahrzehnten gewachsenen, allgemeinen Einstellung zu Glaubensfragen.
Hier auf Olchon wird von vielen Leuten viel geglaubt und das dann irgendwie wohl auch erlebt.
Wir zweifeln.
Wir sind aber auch keinem Schamanen begegnet.

SchamanInnenreich.
Florence und Yves, zwei französische Geländewagentouristen, mieteten sich privat bei einer Frau ein und vereinbarten dafür mit Frühstück 1500 Rubel. Zum Bezahlen am nächsten Tag kam der Chef, ein offensichtlich gleichzeitiger „Schamanenchef“ dazu, wurde in seiner Sprache recht laut und verlangte für diesen Service 3000 Rubel...
Diese Erzählung klang authentisch, war uns derartiges doch nicht gerade neu.
Chinesen
Im Vorfeld dieser Reise erfuhren wir, dass es hier, und bei vielen ähnlichen touristischen Brennpunkten nur so von chinesischen Touristen wimmele, die auf eine unmögliche Art laut und neugierig sind, sich überall vordrängeln, laufend auf den Boden spucken und überhaupt in solchen Massen auftreten, dass es „nicht mehr feierlich wäre“ und man da eigentlich nicht mehr hinreisen sollte...
Unser Eindruck: Auch deutsche Reisegruppen bewegen sich im Ausland oft weniger zurückhaltend. Für andere auch nicht gerade einladend.
Vordrängelnd und spuckend erlebten wir Chinesen nirgendwo.
Viele Chinesen erleben aktuell gerade ein Wirtschaftswunder. Sie können reisen.
Olchon und andere asiatische Leckerbissen liegen so zu sagen direkt „vor ihrer Haustüre“.

Touristin knipst knipsenden Touristen.
Seit unserer Wirtschaftswunderzeit haben wir Teutonen auch viele Reisesünden begangen. Ob „oben ohne“ an unpassenden Stellen oder mit Komasaufen unserer Helden an so manchem Ballermann... Wir haben selbst lange Nasen an die sich so mancher von uns fassen könnte...

„Olchon express erleben“...

Fahrradverleih.

„Tante Emma´s“ Laden.

Keine Heizöllieferung sondern Trinkwasser aus dem See.
Tradition?:

Glückliche Französin.
Oben schon einmal benannte französische Touristen ließen sich an der Straße zu einer recht großen bujarischen Familienfeier einladen.
Später, bei unserer gemeinsamen Tankpause, stellte sie ihre vergessene Handtasche mit Ihrem (!)sämtlichen Bargeld, Bankkarten, Autopapieren und Reisepässen(!) fest...
Wahnsinn! Hier dann aber wohl doch nicht: Noch am Smartphone erlebten wir mit, dass diese Gesellschaft erfolgreich nach der Tasche suchte und die beiden zurück fuhren, um alles wieder in Empfang zu nehmen...
Nebel
Um den Baikalsee im Uhrzeigersinn zu umrunden würde man sich von Olchon aus auf sehr viele Kilometer weit von ihm entfernen. Das wäre recht unattraktiv für unsere gesamte Reisezeit- und Tempo mit dem Halbjahresvisum für die Russlandreise.
Weiter ging´s von Olchon im Südwesten also zurück über Irkutsk zum westlichsten Eck des Sees.
Hier trafen wir wieder an dessen Ufer, um ihn über eine möglichst lange Strecke zu unserer Linken in seiner sprichwörtlichen Größe erleben und genießen zu können. War ja kein unwesentliches Ziel dieser Reise...
Mit solchen Fehlanzeigen rechneten wir aber nicht wirklich:
Im Westen aus den Bergen anfahrend hatten wir dicken Nebel. Da war erst einmal lange nichts mit Seeblick:

Blickdicht.
Eisenbahn. Hier natürlich (Trans)sibirisch.
Die Eisenbahn begleitete uns während aller bisherigen Reisen in Russland immer in rechter Nähe der Hauptstraßen.
Das hatte den Vorteil, dass wir uns an unseren Schlafplätzen bald an deren Geräusche gewöhnt hatten. Wirklich!
Sie hat in Russland offensichtlich eine enorm wichtige wirtschaftliche und auch strategische Bedeutung.
Kreuzungen von Straßen- und Eisenbahntrassen sind meist optimal sicher gegen extremes gesichert.

Schranke, fast schon Panzersperre.
Vor eintreffen eines Zuges werden vor den Schranken an den Hauptstraßen aus dem Erdboden oft eiserne Hindernisse ausgefahren, an denen wahrscheinlich auch der besoffenste Brummifahrer kapituliert.
Ob das Einzäunen der Schrankenwärter/innenhäuschen irgend etwas damit zu tun hat, darüber können wir nur spekulieren...

Vergittert...
Eisenbahnkennern vielleicht nichts neues: Wir waren aber doch stark verwundert, als wir an einem sehr langen Zug, vorne 2 Loks, einer gefühlten Ewigkeit der Vielzahl an Güterwaggons zuschauten um dann, vor ungefähr einer ähnlichen Vielzahl an Güterwaggons noch einmal, in der Mitte des gesamten Zuges, 2 weiteren Loks bei ihrer Arbeit zuzuschauen.
Fernsehdokus „Transsibirische Eisenbahn“: Wer hat das nicht schon auf dem Bildschirm gehabt? Meist in „Muss ich selbst sehen Qualität“ und mit absoluten Postkartenmotiven. Ist da sicher nicht falsch.
Für uns jedoch:
Die direkte Autofahrstrecke zum Baikalsee führt ihre allermeisten Kilometer parallel zu eben dieser Eisenbahnlinie.
Hier, südlich am See, dann landseitig! Wo beide an den See treffen, findet sich in den Gesichtern der Bahnreisenden immer mehr ein zufriedenes Strahlen. Über lange Distanzen ist der See und die Uferlandschaft (wohl) äußerst bewundernswert.
Wenn wir ehrlich sind, findet sich in den Augen von uns Autotouristen dort sehr bald Frust: Nur an äußerst wenigen Stellen haben wir hier die Gelegenheit ihm näher zu kommen. Die sind meistens auch nicht gerade attraktiv, weil Fischfang- oder Industriegebiete uns vom Seeufer abhalten und die verbleibenden landschaftlichen Leckerbissen „am See“ mit Luxusimmobilien von Oligarchen (?) belegt sind.
Die sind dann abgeschottet. Das heißt, in „sicherer“ Entfernung stehen blickdichte hohe Zäune und an den Zufahrten Schranken mit Securitys, die nicht gerade einladend wirken (wollen).
Sauber
Landseitig entdeckten wir durch die Schlafplatzsuche dann doch manchen Leckerbissen:
Hier Murino:

Murino.
Das „ordentlichste“ Dorf, das wir bisher in ganz Russland sahen!

Müllstation.
Schon am Ortseingang sauber abgepackten Müll, auf den Abtransport wartend.

Keinen Fetzen Dreck allenthalben.
Feier- und Angelgelände am Fluss mit Toiletten.

Einen Top Wasserspender für die Allgemeinheit.

Schrauberwiese.
Neben der Ortszugangsstraße eine Wiese, auf der wir nicht nur prima übernachten konnten, am nächsten Tag unseren fast überfälligen vorne/hinten Räderwechsel (beim VW Syncro alle paar tausend Kilometer wichtig) absolvieren und dann auch noch den ersten deutschen mobilen Fernreisenden kennen lernen, der von sich aus bei uns hält.
Dass nach unserer Weiterfahrt nur noch die Reifenabdrücke auf unsere Anwesenheit hinwiesen, dafür sorgten wir nicht nur an dieser Stelle...

Besuch.
Geführte Campingreisen

Herrlicher Baikal, du heiliges Meer...
Bei Posolskoe, einem Ort mit berühmten Kloster direkt am Baikalsee, finden wir doch noch einmal einen wunderschönen Strand an dem wohl einige der Hymnen auf den Baikal entstanden sein könnten.

Kloster.
An diesem Strand trafen wir „Overlander aus Deutsch- und Nachbarländer satt“. Soll bestimmt keine Beschwerde sein.
Eine geführte Gruppe, mit ca. 15 Wohn- LKW´s und Mobilen incl. 2 Begleitfahrzeugen, für ca. 6 Monate auf der „Seidenstraßentour“ vom Baltikum bis Peking und zurück bis Batumi.
Viele waren „Offroader“, aber auch recht normale Wohnmobile. „Tupperware“ ist oft ein Qualitätsbegriff... Ohne Ironie.
Mit der richtigen Organisation ist für viele vieles möglich.

Reisegruppe
Seit vielen Jahren organisieren Unternehmen Reisen für Selbstfahrer zu den interessantesten Zielen in der ganzen Welt.
Für uns war die Begegnung mit solchen Gruppen hier dermaßen interessant, dass wir am liebsten jeden einzelnen Teilnehmer die sprichwörtlichen Löcher in den Bauch gefragt hätten.
Ging leider nicht bei allen. Gab es da doch etliche, die uns offensichtlich gar nicht sehen wollten. Ein gewisser Frust, da wir ja alleine und mit solch einem alten VW Bus „in diesen Ecken der Welt“ unterwegs waren, war einfach nicht zu übersehen.

Renault R4 Mongoleifahrer.
Kein „einigeln“ hatte dieser junge Franzose nötig, der uns ein paar Tage früher bereitwillig über die 3 Querungen der Mongolei mit seinem R4 Auskunft gab. Es geht auch anders...
Wir erfuhren, dass für diese Reisegruppen mit möglichst optimalem abnehmen sämtlicher Probleme alles organisiert wird, was nur möglich ist.
Sahen wir doch jeweils einen, sämtliches koordinierenden, Reiseleiter (oftmals auch „Wogen glättend“ aktiv), Allroundmechaniker und, in jedem bereistem Land einheimischen/r professionellen/r Landeskenner/in.
Alles stand miteinander, dank moderner Kommunikationstechnik, permanent auch mit der deutschen Zentrale des Unternehmens in Verbindung.
Fast nichts wird also einem Zufall überlassen. Die „Führer“ haben die vorgesehene Strecke meist schon mehrfach gefahren. Kennen also alle wichtigen Wegpunkte und viele Gegebenheiten.
Die Organisationen leisten mit ihren Verbindungen teilweise fast unmögliches. Zum Beispiel schaffen sie es auch, über 70 Jahre alten Fahrern ihre Fahrzeuge in China noch selbst fahren zu lassen, obwohl (zumindest für Touristen) kein notwendiger chinesischer Führerschein mehr möglich ist...
Andere Leistungen, wie Ersatzteilbeschaffung, medizinische Hilfen und vieles mehr sind somit ebenfalls größtmöglich gewährleistet.
Selbstverständlich ist heutzutage ja auch rund um die Uhr vorhandener Kontakt während der Reise auf den Smartphone. Und bei der üblichen, gewaltig guten, Mobilfunkabdeckung in diesen Ländern...
Auf diese Reiseart wird am Abend an einem empfohlenen Stellplatz (dank GPS) meist gemeinsam übernachtet und werden Besuche kultureller Veranstaltungen, aber auch „spontane“ Einladungen zu Festivitäten bei den Einheimischen arrangiert...

Hier der Mechaniker der einen Gruppe.
Was für Länder man heute auch alles so einfach bereisen kann...
Fast alles:
Wir träumten Jahrzehnte lang davon obere Strecke mit einem unserer Bullis fahren zu dürfen.
Politisch gab es früher jedoch keine Möglichkeit, die Sowjetunion oder China individuell selbst zu bereisen.
Früher! Heute erinnern wir uns dafür doch gerne an damals friedlichstes Reisen in Afghanistan und Pakistan, aber auch im Niger, Mali, Algerien und so...

„Kuschelcamping“ einer dieser Reisegruppen am Baikalsee.
Hier verlässt die Fernstraße zur Mongolei den See nach Ostsüdosten in Richtung Ulan Ude.
Dort angekommen, standen wir schon recht kurz vor Neuland.
Vor der mongolischen Grenze wollten wir hier unbedingt noch alle möglichen Vorräte auffüllen. In einschlägigen Foren lasen wir ja Horrorgeschichten über dortige Einkaufsmöglichkeiten.
Zum Glück fanden die aber unbegründet.
Ein paar Kilos auf den Achsen hätten wir uns schon sparen können...

Auf dem Parkplatz des Supermarktes dort traf uns dann Moritz, ein starker wohl deutscher „Macher“ in Tourismusbelangen und Kenner seiner Wahlheimat. Er konnte uns noch rechtzeitig mit den Geodaten des größten örtlichen Gasabfüllers versorgen. Die Küche brauchte weiterhin nicht kalt bleiben.

Hier, in dieser Ecke Sibiriens, baut Moritz emsig an einer attraktiven Gehhilfe für alle Weltreisenden auf eigenen Achsen in dieser Gegend. Sein Offroad Camp „Taiga Pitch“ ist offensichtlich ein Hort geballter Kompetenz.
Jetzt bin ich doch wieder einmal „Guter Hoffnung“ dass ich mit dem nächsten, dem „Mongoleiteil“ dieses Reiseberichtes, zügiger fertig werde wie mit diesem hier
und grüße doch noch aus Niederbayern
Rolandderältere
Hallo,
der Abschied von der Ukraine nach Russland war einfach nur nett. Am Grenzkontrollpunkt wurden wir geringstmöglich „belästigt“:
Wie bei der Einreise nahmen uns die Beamten am Auto die Papiere ab, bearbeiteten die im Büro und brachten sie mit einem „gute Reise“ zurück...
Grenzkontrolle
Jetzt sind wir auf unserer 3. Reise in Russland angekommen.
Frühere Bedenken ob einer kleinlichen, ja schikanösen, Grenzkontrolle gibt es schon lange nicht mehr bei uns.
Wenn der „Schengenraum“ gleichziehen würde, gäbe es hier weniger Bürokratie.
So gibt´s jedoch unter anderem (gegenseitig!) die Zolldeklaration. Ein Formular, auf dem man seine mitgeführten Devisen, falls über US $ 10.000,00, angeben soll, Autoreisende eben zusätzlich das Reisefahrzeug beschreiben müssen.

Deklaration, deutsch.
Zum Fahrzeug muss natürlich auch ein Wert angegeben werden. „Flexibilität“ kann da zwiespältig sein:
Im Falle z. B. eines Diebstahls oder anderen Verlustes wird nach dieser Angabe die Zollgebühr für die, auch unfreiwillige, Einfuhr berechnet.
Im Falle eines nicht selbst verschuldeten Unfalls dann wohl die Regulierung durch die gegnerische Haftpflichtversicherung...
Das Ausfüllen dieser Deklaration kann man nur mit einer gehörigen Portion Glück beim ersten Mal schaffen:
Man muss z. B. die richtigen Linien für die entsprechenden Eintragungen finden. Diese sind für uns nicht immer logisch angeordnet
Man muss z. B. die aktuelle Ansicht des Beamten treffen, wenn man bei der Eintragung des Fahrzeugbaujahres „Erstzulassung wie sie im Zulassungsschein steht“ oder eben das „Baujahr“ einträgt. Die sind in der „Zulassungsbescheinigung Teil 1“ ja nicht unbedingt identisch.
Man darf dabei dann auf keinen Fall nervös werden und wohl möglich Schreibfehler ausbessern. Kann absolut nicht akzeptiert werden!
Nach dem 2. Formular bekam ich dazu dann doch noch ein deutschsprachiges, statt englischem Formblatt. Na geht doch? Jedenfalls sehr hilfreich.
Mein 3., fertige, wurde fast wie eine Heldentat akzeptiert.
Der Check des Autos war absolut oberflächlich. Noch nicht einmal nach den Medikamenten (Drogen!) wurde hier bei uns gefragt! Sonst an den Grenzen im Osten obligatorisch.
Gut, vielleicht war auch die Existenz des jetzt schon 3. Russlandvisums in unseren Reisepässen hilfreich? Umfangreichere Russlandvisa bekommt man offensichtlich einfacher, wenn man schon mehrfach in Russland reiste ohne Probleme zu machen...
Manchmal kommt uns der Verdacht, dass unsere mittlerweile einigermaßen grauen Haare und das in vielen Augen „Understatement Wohnmobil“ bei derartigen Begegnungen an Kontrollpunkten einen recht großen Bonus einbringen.
Straßen
Von dieser Grenze, zwischen dem ukrainischen Sumy und dem russischen Kursk an, begann gleich die lang anhaltende Überraschung: Die Straßenqualität. 2013 vom Baltikum zum Kaukasus und 2015 von Polen nach Murmansk waren fast nur die großen Hauptstraßen von guter Qualität, jetzt fanden wir die so auch auf vielen Nebenstraßen. Manchmal sogar richtig „luxuriöse“ Strecken:
Nachts mit Hilfe von Sonnen- und Windkraft beleuchtete Bushaltestellen
Von der Grenze bei Sudscha bis zum ersten erklärten Ziel dieser Reise, dem Baikalsee, liegen jetzt 5780 Kilometer vor uns.
Woronesch, Samara, Ufa, Tscheljabinsk, Omsk, Nowosibirsk, Krasnojarsk, Irkutsk und dann bis Ulan Ude heißen jetzt für viele Tage die Großstädte, die uns Abwechslung auf diesen Kilometern geben werden.
Da ich die Zeilen nach dieser Jahresreise daheim schreibe, kann ich schon behaupten, dass diese Kilometer durchgehend repräsentativ sind.
Für russische Fernreisestrecken.
Hinter der ukrainischen Grenze wird aktuell in Russland, der Mongolei und Kasachstan extrem viel Geld in Qualitätsstraßenbau investiert! In rasantem Tempo wächst das moderne Straßennetz.
Absolut Porsche und Wohnmobil geeignet.
Es gab natürlich auch weniger intakte Strecken und Baustellen. Mit einer gewissen Umsicht waren die für alle Gefährte jedoch wirklich fahrbar.
Unser beliebtes, und in früheren Berichten hochgelobtes „Autowandern“ über verkehrsarme Nebenstraßen ist in diesem Teil „unseres“ Russland´s über weite Strecken nicht mehr möglich:
Die großen Hauptverkehrsstraßen haben selten kleinere Parallelstraßen. Abzweigende Straßen sind oft Sackgassen oder riesige Umwege. Man hat ja Platz. Interessehalber fahren wir doch einige dieser seltenen „Nebenstraßen“. Auf denen bekommen wir jedoch so manches Mal alles geboten, was unser Navi als „befahrbar“ ansieht.
In regenreichen Jahreszeiten können die total unpassierbar sein! Oft für alle Art Fahrzeuge!
Wohlstand
Wie daheim ist Wohlstand auch hier nicht gleichmäßig verteilt.
Wir finden Gegenden, die wirtschaftlich so manche bei uns zuhause „in den Schatten stellen können“, dann wieder andere „die einfach noch nicht angekommen sind“.
Im ländlichen sieht man von weitem Siedlungen mit knallbunten Trapezblechdächern, oder eben die mit den grauen Asbestwellplatten... Das ist aus der Ferne häufig schon ein Indikator für wohlhabend oder „abgehängt“.
Die Antenne könnte einem Bilderrätsel entstammen.
„Geldiger“.
Kaufhaus.
Feiermädchen?
In den großen Städten erlebten wir mondäne Einkaufs “Malls“ und schillernde „Kurfürstendämme“ oder „Kö´s“, woanders „Gründerzeitfassaden seit Jahrzehnten ohne Werterhalt“.
Hohlhaus.
Draußen dann landwirtschaftliche Großbetriebe mit riesigen Maschinen, noch riesiger Wirtschaftsgebäude zwischen Feldgrößen die bei uns nirgendwo hin passen, neben sehr vielen verlassenen Kolchosen und großen Fabrikruinen, aber auch Wohnblocks, die mit toten Fensterlöchern besseren Zeiten hinterher blicken.
Landwirtschaft
Kurz nach unserem Start in Deutschland fuhren wir durch erblühende Rapsfelder. Obwohl wir uns fast genau immer auf dem 48. Breitengrad vorwärts bewegten, verstanden wir das Wachstum der Pflanzen nicht so richtig:
Die Rapsfelder wurden dort, Mitte Juni, erst langsam gelb. Der Flieder war noch in Blüte und nur sehr vereinzelt sahen wir Felder mit leichtem Kornbewuchs. Praktizierter Biometeorologie Unterricht?
Dann haben wir in manchen Gegenden aber wieder fast vergessenes: Täglich eine frische, dann doch wieder von Insektenleichen annähernd undurchschaubare Windschutzscheibe.
Insektizidindikator?
Bei Licht im Mobil halten abends Moskitonetze an sämtlichen Öffnungen diese Flugobjekte wirksam ab. Die meiste Zeit auf der gesamten Reise „genossen“ wir insgesamt dermaßen mückenfrei, dass wir beide zusammen noch nicht einmal eine ganze Flasche Aut?oderwieauchimmer verbrauchten. In 5 6 Monaten, einschließlich Sibirien!
flächendeckend
FLÄCHENDECKEND
Hinweis auf Kühe, Stiere, oder „Diverse“ Ochsen?
Toiletten-, Lokus und so...
Wir wollen gewiss nicht weniger perfekte Seiten unserer Gastgeberländer hervorheben. Als wirklich skurril empfanden wir jedoch ein Toilettenpapier der alten Sorten, die es wohl schon in Zeiten anderer Weltanschauungen hier gab: Eines, welches beim abreißen so gut wie immer (!) längs riss. Wirklich!
Ohne Perforation.
Um beim Thema zu bleiben:
In unserem Reisemobil benutzen wir ja ein sogenanntes „Porta Potti“, ein (nach dem Geschäft) geschlossenes Camping WC. Wie zigtausend andere Wohnmobilisten auch.

Entsorgung.
Dies wird natürlich jeden Tag entleert und mit dem Inhalt des Grauwassertanks gespült.
In wohnmobilreichen Ländern mit entsprechender Infrastruktur gibt es dafür immer mal wieder Entsorgungsstellen. In anderen benutzen wir möglichst öffentliche Toiletten.
Dezentral glatt.
Aus hygienischen Gründen ist das nicht immer angebracht, da man in denen durch menschliche Exkremente steigen müsste um an das „Epizentrum“ zu gelangen. Da ist es oft egal ob es sich um eine eigens installierte Toilette oder den Eingang einer Waldschneise handelt: Dort wo solche Geschäfte ungesehen getätigt werden, ist es durchweg total verschissen!
Unsere Lösung: Wir fahren 100 Meter oder weiter in den Wald- oder Feldweg, wo sich Fahrer üblicher Kraftwagen meist nicht mehr hin trauen, um uns unserer Erzeugnisse zu entledigen. Das bedeutet, dass wir das da tun können, wo die sicher von keinem Menschen mehr entdeckt werden. Bei der üblichen Bevölkerungsdichte...
Öffentliche Toiletten, aber auch mögliche Abfahrten in blickgeschützte Schneisen liegen bei den riesigen Entfernungen der sibirischen Fernstraßen sehr, sehr weit auseinander. Dazwischen verhindern üblicherweise steile Dammböschungen jegliches „abdriften“ in die Botanik, dass die oben beschriebenen Zustände, zentralisiert, doch schon wieder unvermeidbar und verständlich sind.
LKW´s
Ritter der Landstraße?
Na ja, während der ganzen Reise waren sie permanent unsere Nachbarn auf den Straßen. Sonntagsfahrverbote oder ähnliches konnten wir nie beobachten. Leisteten wir uns ja auch nicht.
Wir hatten aber starkes Mitgefühl, wenn wir z. B. kilometerweit an ihren stehenden Schlangen vor Grenzkontrollpunkten vorbei fuhren.

Kilometerlang.
Im Land spielen sie wirtschaftlich eine große Rolle, dessen sie sich offensichtlich auch bewusst sind.
Auf den überwiegend guten Fernstraßen fahren die allermeisten das maximale Tempo welches ihre Motoren und Ladung nur zulassen. Nicht nur bergab wurden wir oft überholt...
Was uns da dann überholte waren nicht nur die russischen LKW wie Kamaz, Gaz und Ural, sondern in großem Maße alles mögliche aus Westeuropa. Auch neueste Modelle. Sehr viele jedoch, die hier immer noch mit allen möglichen deutschen Aufschriften auf ihren Planen warben.
Mit ihren russischen Nummernschildern sind sie hier emsig dabei, ihre 2. (oder 3.?) 400000 Kilometer abzuleisten.

?00.000 Km?
Stundenlang, ja tagelang gemeinsam mit großen Mengen an LKW´s auf den Fernstraßen fahrend, haben wir abends alle eins im Sinn: Wir wollen ruhig und sicher unsere Ruhepausen genießen.
Mit unserer heiligen Kuh finden wir dafür vielfach eine Stelle in der Botanik. Schon auf Grund ihrer geringen Ausmaße.
Nicht selten kommen die auch gerade recht:

Ctоянка.
„Stojanka“, russische Parkplätze, quasi Autohöfe an den großen Fernstraßen, in erster Linie für LKW´s, bieten zu vorgerückter Stunde einen Übernachtungsplatz ohne große Sucherei.
Selbstverständlich mit Rangiermanövern und Nachts auch mal laufenden Kühlaggregaten der
LKW´s, in der Regel bewacht, mal mit weniger, mal mit allem Komfort wie Motel, Restaurant, Supermarkt und Sanitärkomplex:
Toilette, Dusche, Waschküche, Massage, sind hier die Angebote.
Sehr lang.
Parkplatz.
Einkaufen.
Fanden wir anfänglich eines vielleicht als ein wenig gemein:
In Filialen der großen Ketten entdeckten wir 2 verschieden hohe Preise an den Preisauszeichnungen der Waren: Kleinere für Besitzer von „Kundenkarten“ und größere für uns, den anderen.
Jedoch schon 2013, während unserem „ersten Russland“ kontinuierlich bis jetzt, gab es beim bezahlen an der Kasse auf unser „njet“ bei der Frage nach dieser Karte immer den Ruf zu den Kunden hinter uns in der Warteschlange nach deren Karte, dann immer diese zum einscannen! Ob in Plastik oder per Smartphone. „Spasibo bol'shoye“ „Vielen Dank“, konnten wir auch schon recht schnell auf russisch.
„Cегодня“, MHD Vorläufer: „Heute“.
Da auf den Verpackungen frischer Lebensmittel neben dem „MHD“ in der Regel hier auch das Herstellungsdatum steht, sehen wir an den Regalen so manches mal das aktuelle Datum. Sozusagen als „Gehhilfe für Zeitlose“.
Embargo?
Wie auch immer, wenn es auch in Russland russische Biere in Top Qualitäten und zu sehr attraktiven Preisen gibt:
Liebhaber deutscher Braukunst müssen nicht verzichten!
2 verschiedene Spaten,
2 verschiedene Warsteiner,
1 Hacker Pschorr,
4 verschiedene Paulaner,
1 Dortmunder Aktien Brauerei und viele andere aus guten Brauereien anderer Länder sind nur auf diesem Foto hier im Angebot!
Politisch vorgegebener Boykott Russlands scheint sich wohl doch nicht auf unsere wichtigsten Grundnahrungsmittel beziehen...
Souvenir
Mitten in Samara, der sechstgrößten Stadt Russlands entdeckten wir ein eigentlich (für uns) angemessenes, Andenken an diese Reise:

Leider gab es zu viele Augen, die das einpacken dieser Sojus Weltraumrakete gesehen hätten...
Fahrkultur
Beauty- nicht nur die Bar an dieser Ecke.
Ab Irkutsk, als die „schönste Stadt Sibiriens“ in der russisch burjatischen Republik tituliert, änderte sich die Fahrkultur wesentlich:
Ein Stress wurde schon mal geringer. Es war nicht nur noch absolutes „Vollgasfahren“ angesagt. Auch das überholen geschah geordneter.
Das Auge bekam wieder Abwechslung. Man konnte über Hügel schauen. Die ersten Jurten waren zu sehen und oft recht große Pferdeherden, absolut ohne Aufsicht und Zäune.
Freier Blick.
Baikalsee und Olchon
Wir kamen an den Baikalsee und besuchten dort gleich den wohl am meisten beschriebenen Ort: Die „Schamaneninsel“ Olchon.
Wir erlebten diesen Ort in der Vorsaison!
Vom Festland auf die Insel fahren mehrere Fähren. Zu zumindest jetzt kostenlos und in recht kurzen Intervallen.
Nach den vielen tausend Kilometern sehr gut ausgestatteter Asphaltstraßen in Russland fängt für viele „Overlander“ hier eine Strecke an, die endlich etwas „artgerecht“ ist. Beginnt für so liebevoll auf härteste Einsätze vorbereitete „Expeditionsfahrzeuge“ doch endlich mal eine „Wellblechpiste“!

Olchon Hafen.
Wellblechpiste.
Viele russische Geländebusse schaukeln auf dieser Strecke Massen ausländischer Touristen von Irkutsk bis auf Olchon. Die UAZ, absolut für diese Straßenverhältnisse konstruierte russische Kleinbusse, brettern dort gerne so lange mit ihrer höchstmöglichen Geschwindigkeit dahin, bis die Passagiere ausreichend stark protestieren.
Angekommen.
Diese Piste ist für viele Fahrer, einschließlich uns, zu mörderisch um mit 80 Km/h oder so drauf herum zu jagen. Wir halten uns bei dem Angebot doch besser an die vielen „Sommerwege“ die rechts und links gespurt wurden. Dort mit ca. 20- bis manchmal 40 Km/h und ca. 1 Bar reduziertem Luftdruck in den Reifen war das Lebensqualität erhaltend. Für Ross und Reiter.

„Sommerweg“.
Gleich am ersten Tag im „Hauptdorf“ Kuschir.
Da standen wir doch schon neben dem, im jüngeren „europäischen Overlander Zeitalter“, vielleicht meistfotografierten Felsen: Dem Schamanenfelsen.
Der mystische Ort.
Außer dem Wiedererkennen dieses schönen Postkartenmotivs verspürten wir nichts mystisches.
Vielleicht lag das aber auch an unserer, im Laufe von Jahrzehnten gewachsenen, allgemeinen Einstellung zu Glaubensfragen.
Hier auf Olchon wird von vielen Leuten viel geglaubt und das dann irgendwie wohl auch erlebt.
Wir zweifeln.
Wir sind aber auch keinem Schamanen begegnet.
SchamanInnenreich.
Florence und Yves, zwei französische Geländewagentouristen, mieteten sich privat bei einer Frau ein und vereinbarten dafür mit Frühstück 1500 Rubel. Zum Bezahlen am nächsten Tag kam der Chef, ein offensichtlich gleichzeitiger „Schamanenchef“ dazu, wurde in seiner Sprache recht laut und verlangte für diesen Service 3000 Rubel...
Diese Erzählung klang authentisch, war uns derartiges doch nicht gerade neu.
Chinesen
Im Vorfeld dieser Reise erfuhren wir, dass es hier, und bei vielen ähnlichen touristischen Brennpunkten nur so von chinesischen Touristen wimmele, die auf eine unmögliche Art laut und neugierig sind, sich überall vordrängeln, laufend auf den Boden spucken und überhaupt in solchen Massen auftreten, dass es „nicht mehr feierlich wäre“ und man da eigentlich nicht mehr hinreisen sollte...
Unser Eindruck: Auch deutsche Reisegruppen bewegen sich im Ausland oft weniger zurückhaltend. Für andere auch nicht gerade einladend.
Vordrängelnd und spuckend erlebten wir Chinesen nirgendwo.
Viele Chinesen erleben aktuell gerade ein Wirtschaftswunder. Sie können reisen.
Olchon und andere asiatische Leckerbissen liegen so zu sagen direkt „vor ihrer Haustüre“.
Touristin knipst knipsenden Touristen.
Seit unserer Wirtschaftswunderzeit haben wir Teutonen auch viele Reisesünden begangen. Ob „oben ohne“ an unpassenden Stellen oder mit Komasaufen unserer Helden an so manchem Ballermann... Wir haben selbst lange Nasen an die sich so mancher von uns fassen könnte...
„Olchon express erleben“...
Fahrradverleih.
„Tante Emma´s“ Laden.
Keine Heizöllieferung sondern Trinkwasser aus dem See.
Tradition?:

Glückliche Französin.
Oben schon einmal benannte französische Touristen ließen sich an der Straße zu einer recht großen bujarischen Familienfeier einladen.
Später, bei unserer gemeinsamen Tankpause, stellte sie ihre vergessene Handtasche mit Ihrem (!)sämtlichen Bargeld, Bankkarten, Autopapieren und Reisepässen(!) fest...
Wahnsinn! Hier dann aber wohl doch nicht: Noch am Smartphone erlebten wir mit, dass diese Gesellschaft erfolgreich nach der Tasche suchte und die beiden zurück fuhren, um alles wieder in Empfang zu nehmen...
Nebel
Um den Baikalsee im Uhrzeigersinn zu umrunden würde man sich von Olchon aus auf sehr viele Kilometer weit von ihm entfernen. Das wäre recht unattraktiv für unsere gesamte Reisezeit- und Tempo mit dem Halbjahresvisum für die Russlandreise.
Weiter ging´s von Olchon im Südwesten also zurück über Irkutsk zum westlichsten Eck des Sees.
Hier trafen wir wieder an dessen Ufer, um ihn über eine möglichst lange Strecke zu unserer Linken in seiner sprichwörtlichen Größe erleben und genießen zu können. War ja kein unwesentliches Ziel dieser Reise...
Mit solchen Fehlanzeigen rechneten wir aber nicht wirklich:
Im Westen aus den Bergen anfahrend hatten wir dicken Nebel. Da war erst einmal lange nichts mit Seeblick:
Blickdicht.
Eisenbahn. Hier natürlich (Trans)sibirisch.
Die Eisenbahn begleitete uns während aller bisherigen Reisen in Russland immer in rechter Nähe der Hauptstraßen.
Das hatte den Vorteil, dass wir uns an unseren Schlafplätzen bald an deren Geräusche gewöhnt hatten. Wirklich!
Sie hat in Russland offensichtlich eine enorm wichtige wirtschaftliche und auch strategische Bedeutung.
Kreuzungen von Straßen- und Eisenbahntrassen sind meist optimal sicher gegen extremes gesichert.

Schranke, fast schon Panzersperre.
Vor eintreffen eines Zuges werden vor den Schranken an den Hauptstraßen aus dem Erdboden oft eiserne Hindernisse ausgefahren, an denen wahrscheinlich auch der besoffenste Brummifahrer kapituliert.
Ob das Einzäunen der Schrankenwärter/innenhäuschen irgend etwas damit zu tun hat, darüber können wir nur spekulieren...
Vergittert...
Eisenbahnkennern vielleicht nichts neues: Wir waren aber doch stark verwundert, als wir an einem sehr langen Zug, vorne 2 Loks, einer gefühlten Ewigkeit der Vielzahl an Güterwaggons zuschauten um dann, vor ungefähr einer ähnlichen Vielzahl an Güterwaggons noch einmal, in der Mitte des gesamten Zuges, 2 weiteren Loks bei ihrer Arbeit zuzuschauen.
Fernsehdokus „Transsibirische Eisenbahn“: Wer hat das nicht schon auf dem Bildschirm gehabt? Meist in „Muss ich selbst sehen Qualität“ und mit absoluten Postkartenmotiven. Ist da sicher nicht falsch.
Für uns jedoch:
Die direkte Autofahrstrecke zum Baikalsee führt ihre allermeisten Kilometer parallel zu eben dieser Eisenbahnlinie.
Hier, südlich am See, dann landseitig! Wo beide an den See treffen, findet sich in den Gesichtern der Bahnreisenden immer mehr ein zufriedenes Strahlen. Über lange Distanzen ist der See und die Uferlandschaft (wohl) äußerst bewundernswert.
Wenn wir ehrlich sind, findet sich in den Augen von uns Autotouristen dort sehr bald Frust: Nur an äußerst wenigen Stellen haben wir hier die Gelegenheit ihm näher zu kommen. Die sind meistens auch nicht gerade attraktiv, weil Fischfang- oder Industriegebiete uns vom Seeufer abhalten und die verbleibenden landschaftlichen Leckerbissen „am See“ mit Luxusimmobilien von Oligarchen (?) belegt sind.
Die sind dann abgeschottet. Das heißt, in „sicherer“ Entfernung stehen blickdichte hohe Zäune und an den Zufahrten Schranken mit Securitys, die nicht gerade einladend wirken (wollen).
Sauber
Landseitig entdeckten wir durch die Schlafplatzsuche dann doch manchen Leckerbissen:
Hier Murino:
Murino.
Das „ordentlichste“ Dorf, das wir bisher in ganz Russland sahen!
Müllstation.
Schon am Ortseingang sauber abgepackten Müll, auf den Abtransport wartend.
Keinen Fetzen Dreck allenthalben.
Feier- und Angelgelände am Fluss mit Toiletten.
Einen Top Wasserspender für die Allgemeinheit.
Schrauberwiese.
Neben der Ortszugangsstraße eine Wiese, auf der wir nicht nur prima übernachten konnten, am nächsten Tag unseren fast überfälligen vorne/hinten Räderwechsel (beim VW Syncro alle paar tausend Kilometer wichtig) absolvieren und dann auch noch den ersten deutschen mobilen Fernreisenden kennen lernen, der von sich aus bei uns hält.
Dass nach unserer Weiterfahrt nur noch die Reifenabdrücke auf unsere Anwesenheit hinwiesen, dafür sorgten wir nicht nur an dieser Stelle...
Besuch.
Geführte Campingreisen
Herrlicher Baikal, du heiliges Meer...
Bei Posolskoe, einem Ort mit berühmten Kloster direkt am Baikalsee, finden wir doch noch einmal einen wunderschönen Strand an dem wohl einige der Hymnen auf den Baikal entstanden sein könnten.
Kloster.
An diesem Strand trafen wir „Overlander aus Deutsch- und Nachbarländer satt“. Soll bestimmt keine Beschwerde sein.
Eine geführte Gruppe, mit ca. 15 Wohn- LKW´s und Mobilen incl. 2 Begleitfahrzeugen, für ca. 6 Monate auf der „Seidenstraßentour“ vom Baltikum bis Peking und zurück bis Batumi.
Viele waren „Offroader“, aber auch recht normale Wohnmobile. „Tupperware“ ist oft ein Qualitätsbegriff... Ohne Ironie.
Mit der richtigen Organisation ist für viele vieles möglich.

Reisegruppe
Seit vielen Jahren organisieren Unternehmen Reisen für Selbstfahrer zu den interessantesten Zielen in der ganzen Welt.
Für uns war die Begegnung mit solchen Gruppen hier dermaßen interessant, dass wir am liebsten jeden einzelnen Teilnehmer die sprichwörtlichen Löcher in den Bauch gefragt hätten.
Ging leider nicht bei allen. Gab es da doch etliche, die uns offensichtlich gar nicht sehen wollten. Ein gewisser Frust, da wir ja alleine und mit solch einem alten VW Bus „in diesen Ecken der Welt“ unterwegs waren, war einfach nicht zu übersehen.

Renault R4 Mongoleifahrer.
Kein „einigeln“ hatte dieser junge Franzose nötig, der uns ein paar Tage früher bereitwillig über die 3 Querungen der Mongolei mit seinem R4 Auskunft gab. Es geht auch anders...
Wir erfuhren, dass für diese Reisegruppen mit möglichst optimalem abnehmen sämtlicher Probleme alles organisiert wird, was nur möglich ist.
Sahen wir doch jeweils einen, sämtliches koordinierenden, Reiseleiter (oftmals auch „Wogen glättend“ aktiv), Allroundmechaniker und, in jedem bereistem Land einheimischen/r professionellen/r Landeskenner/in.
Alles stand miteinander, dank moderner Kommunikationstechnik, permanent auch mit der deutschen Zentrale des Unternehmens in Verbindung.
Fast nichts wird also einem Zufall überlassen. Die „Führer“ haben die vorgesehene Strecke meist schon mehrfach gefahren. Kennen also alle wichtigen Wegpunkte und viele Gegebenheiten.
Die Organisationen leisten mit ihren Verbindungen teilweise fast unmögliches. Zum Beispiel schaffen sie es auch, über 70 Jahre alten Fahrern ihre Fahrzeuge in China noch selbst fahren zu lassen, obwohl (zumindest für Touristen) kein notwendiger chinesischer Führerschein mehr möglich ist...
Andere Leistungen, wie Ersatzteilbeschaffung, medizinische Hilfen und vieles mehr sind somit ebenfalls größtmöglich gewährleistet.
Selbstverständlich ist heutzutage ja auch rund um die Uhr vorhandener Kontakt während der Reise auf den Smartphone. Und bei der üblichen, gewaltig guten, Mobilfunkabdeckung in diesen Ländern...
Auf diese Reiseart wird am Abend an einem empfohlenen Stellplatz (dank GPS) meist gemeinsam übernachtet und werden Besuche kultureller Veranstaltungen, aber auch „spontane“ Einladungen zu Festivitäten bei den Einheimischen arrangiert...
Hier der Mechaniker der einen Gruppe.
Was für Länder man heute auch alles so einfach bereisen kann...
Fast alles:
Wir träumten Jahrzehnte lang davon obere Strecke mit einem unserer Bullis fahren zu dürfen.
Politisch gab es früher jedoch keine Möglichkeit, die Sowjetunion oder China individuell selbst zu bereisen.
Früher! Heute erinnern wir uns dafür doch gerne an damals friedlichstes Reisen in Afghanistan und Pakistan, aber auch im Niger, Mali, Algerien und so...
„Kuschelcamping“ einer dieser Reisegruppen am Baikalsee.
Hier verlässt die Fernstraße zur Mongolei den See nach Ostsüdosten in Richtung Ulan Ude.
Dort angekommen, standen wir schon recht kurz vor Neuland.
Vor der mongolischen Grenze wollten wir hier unbedingt noch alle möglichen Vorräte auffüllen. In einschlägigen Foren lasen wir ja Horrorgeschichten über dortige Einkaufsmöglichkeiten.
Zum Glück fanden die aber unbegründet.
Ein paar Kilos auf den Achsen hätten wir uns schon sparen können...
Auf dem Parkplatz des Supermarktes dort traf uns dann Moritz, ein starker wohl deutscher „Macher“ in Tourismusbelangen und Kenner seiner Wahlheimat. Er konnte uns noch rechtzeitig mit den Geodaten des größten örtlichen Gasabfüllers versorgen. Die Küche brauchte weiterhin nicht kalt bleiben.

Hier, in dieser Ecke Sibiriens, baut Moritz emsig an einer attraktiven Gehhilfe für alle Weltreisenden auf eigenen Achsen in dieser Gegend. Sein Offroad Camp „Taiga Pitch“ ist offensichtlich ein Hort geballter Kompetenz.
Jetzt bin ich doch wieder einmal „Guter Hoffnung“ dass ich mit dem nächsten, dem „Mongoleiteil“ dieses Reiseberichtes, zügiger fertig werde wie mit diesem hier
und grüße doch noch aus Niederbayern
Rolandderältere
Rolandderältere,
mit Reisemobil VW T3 15" Syncro,
seiner heiligen Kuh,
und 74 seit 1971 mit VW Bulli bereisten Ländern
mit Reisemobil VW T3 15" Syncro,
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und 74 seit 1971 mit VW Bulli bereisten Ländern
2. Teil Baikal, Mongolei und so...
Guten Tag Roland, ich habe soeben deinen Reisebericht gelesen.
Wir haben die Visa (3Monate, 2 Einreisen) für Russland am Montag bekommen und möchten zum Kaukasus.
Übrigens, unsere 4. Reise nach Russland ....
Welche Strecke bist du durch die Ukraine gefahren? Der von dir beschriebene Übergang H07, Sumy Ukraine ist ja wohl gut zu passieren.
Erledigt, ich habe den ersten Teil deiner Reiseerinnerungen gefunden...
Mit freundlichen Grüßen
Rolf
Wir haben die Visa (3Monate, 2 Einreisen) für Russland am Montag bekommen und möchten zum Kaukasus.
Übrigens, unsere 4. Reise nach Russland ....
Welche Strecke bist du durch die Ukraine gefahren? Der von dir beschriebene Übergang H07, Sumy Ukraine ist ja wohl gut zu passieren.
Erledigt, ich habe den ersten Teil deiner Reiseerinnerungen gefunden...
Mit freundlichen Grüßen
Rolf
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Rolf
Rolf
- Rolandderältere
- Beiträge: 46
- Registriert: So 25. Jan 2009, 00:00
- Wohnort: Niederbayern
3. Teil Baikal, Mongolei und so...
Hallo,
jetzt habe ich doch endlich den 3. Teil meines „Baikal, Mongolei und so...“- Berichtes fertig und kämpfe wieder mit der fehlenden Akzeptanz verschiedener Foren, die von meinem üblichen Bilderdienst hochgeladenen Fotos zu verwerten.
In diesem Bericht habe ich aber dermaßen viele Fotos eingebettet, dass es mir vor dem Aufwand graust, sie alle ein 2. Mal hochzuladen.
Deshalb bitte ich, doch einmal diesen Link zu öffnen, um den Bericht im Forum der Allrad- LKW- Gemeinschaft lesen zu können:
https://www.allrad-lkw-gemeinschaft.de/ ... 18&t=90661
Wer diesen Link nicht öffnen mag, kann ja z. B. über Google zu dem Beitrag im oben benannten LKW Forum kommen.
Ein paar akzeptiert hochgeladene Bilder hier zum „anfüttern“:
Durch die hiermit erzielte Zeitersparnis kommen wir alle früher zum nächsten Teil „Baikal, Mongolei und so...“.
Bei diesem 4. Teil werde ich versuchen Bilder zuerst hier hochzuladen und die dann auch in meinen anderen Foren einzustellen
.
Danke schön
und viele Grüße aus Niederbayern
Rolandderältere
jetzt habe ich doch endlich den 3. Teil meines „Baikal, Mongolei und so...“- Berichtes fertig und kämpfe wieder mit der fehlenden Akzeptanz verschiedener Foren, die von meinem üblichen Bilderdienst hochgeladenen Fotos zu verwerten.
In diesem Bericht habe ich aber dermaßen viele Fotos eingebettet, dass es mir vor dem Aufwand graust, sie alle ein 2. Mal hochzuladen.
Deshalb bitte ich, doch einmal diesen Link zu öffnen, um den Bericht im Forum der Allrad- LKW- Gemeinschaft lesen zu können:
https://www.allrad-lkw-gemeinschaft.de/ ... 18&t=90661
Wer diesen Link nicht öffnen mag, kann ja z. B. über Google zu dem Beitrag im oben benannten LKW Forum kommen.
Ein paar akzeptiert hochgeladene Bilder hier zum „anfüttern“:
Durch die hiermit erzielte Zeitersparnis kommen wir alle früher zum nächsten Teil „Baikal, Mongolei und so...“.
Bei diesem 4. Teil werde ich versuchen Bilder zuerst hier hochzuladen und die dann auch in meinen anderen Foren einzustellen
Danke schön
und viele Grüße aus Niederbayern
Rolandderältere
Rolandderältere,
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- Rolandderältere
- Beiträge: 46
- Registriert: So 25. Jan 2009, 00:00
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4. Teil Baikal, Mongolei und so... Rückreise
Russland
Nach der Ausreise aus der Mongolei fühlen wir uns jetzt schon auf dem Rückweg.
Russland, Kasachstan, noch einmal Russland, Ukraine, Rumänien, Ungarn, Slowakei und Tschechien zurück bis nach Niederbayern stehen uns jedoch noch bevor.
Mittlerweile wurden für uns alle Grenzübertritte problemlos.
„Volkswagen?“ Das war die einzige etwas andere Frage des russischen Polizisten an der Grenze.
Freundliche, ja entspannte, Routine bei allen Beteiligten.
Altai
In diesem Hochgebirge, oft mit dem tibetischen verglichen, waren wir auf dieser Fahrt bereits eine Zeitlang unterwegs. Reicht es doch im Grenzgebiet von Kasachstan, Russland, der Mongolei bis nach China.
Nur in seinem russischen Teil scheint es so richtig touristisch erschlossen zu sein.
Die hier, ethnisch, hauptsächlich lebenden Russen schaffen es offensichtlich für jeglichen Geschmack und Geldbeutel attraktives zu bieten und in der Saison unmassen Landsleute anzuziehen.
Hotels, Camps, Reit-, Trekking-, Wassersportangebote und Museen jeglicher Art buhlen um die viele Kundschaft, die da so zur Verfügung steht.
Dafür wird so manches auf den Kopf gestellt
Etliche „Privatmuseen“ bieten auf eine andere Art Hingucker neben der Straße und einen gründlichen Einblick in Vergangenheit und Gegenwart:
Immer seltener werdende Objekte ziehen die Blicke auf sich
Schmuckstücke aus verschiedenen Epochen
Gerätschaften aus Haus und Hof
Bis zur Wende gab es eine „Gesellschaft für deutsch- sowjetische Freundschaft“, heutige Freundschaften werden nicht nur am Revers gepflegt
Overlander
Unter den russischen waren wir hier nicht die einzigen Touristen aus dem Schengenraum.
Dabei gab es, für unseren Begriff, auch etwas merkwürdige Zeitgenossen:
Auf Olchon, der Insel im Baikalsee brachte es ein individuell reisendes Paar fertig, nonstop im Schritttempo an uns vorbei zu fahren. 8500 Kilometer von daheim, trotz meines gewinkten Grußes und sicherem erkennen der Nummernschilder.
Hier im russischen Altai wiedergesehen: „Ihr habt es nicht so komfortabel wie wir“, stellte die „sie“ dieses Reise-LKW´s als Begrüßung für uns fest, ohne dass sie auch nur einen einzigen Blick in unser Fahrzeug geworfen hätte. Bis zu ihrer Abfahrt am nächsten Tag dann aber auch nicht... Stress? Überheblichkeit?
Gerne hätten wir natürlich die Gründe für unsere jeweils doch anderen Entscheidungen für „dieses oder jenes“ diskutiert. Ob zu erlebten in dieser Reisegegend, sicher aber auch zur Wahl des Reisefahrzeugs.
Hier sollten wir dazu keine Gelegenheit bekommen.
Leider erlebten wir so etwas öfters bei Eignern mit recht luxuriös anmutenden Reisefahrzeugen.
Eigentlich schade.
Geben gleichzeitig in der Ferne bereiste Gebiete keinen Anlass mehr zum Austausch, weil sie so ferne sind oder weil der andere auch interessantes, gar nicht alltägliches, zu berichten haben könnte?
Ab November 1974 beherrschte uns das Reisevirus schon mal total für 630 Tage, damals genossen wir den Austausch zwischen eigentlich sämtlichen Asien entdeckenden Touristen, die sich mit uns auf diesen Straßen befanden, bei jeder Begegnung.
Zu oft, jedoch zum Glück nicht immer, sind in den letzten Jahren unsere Begegnungen mit Eignern großer und oft richtig teurer Reisemobile ähnlich. Mit vielen von ihnen verbinden uns schon langjährige Freundschaften.
Subaru
Ein technisches Problem und eine überaus gastfreundliche Lösung:
Die „Leckölleitungen“ an der Einspritzpumpe unserer heiligen Kuh bekamen wir wegen unpassendem Material seit Wochen nicht wirklich dicht. Als Folge hinterließen wir immer wieder eine Spur von Diesel auf ihrer Fährte.
Jetzt hatten wir mit Barnaul in der russischen Region Altai wieder eine große Stadt vor uns in der wir uns technische Hilfe versprachen. Wir benötigten ca. 1 Meter dieselfesten Schlauch mit den Maßen 3,2 x 8.5 mm. Sollte jeder VW T3 Diesel und gleich alte Golf Diesel mit unterwegs sein...
Wir versuchten es in der „Automobilen Mall“, im Speckgürtel dieser Stadt.
Das Internet gab hier keinerlei VW Vertretung her.
Etliche andere internationale Autohäuser standen zur Auswahl. Das Los fiel auf Subaru.
Im Kundenempfangssalon traute ich mich einen der dort emsig mit ihren Computern beschäftigten Empfangschefs klar zu machen dass ich, als nicht russisch sprechender deutscher Volkswagen fahrender Tourist, einen ein paar wenige Rubel kostenden Meter Gummischlauch für meinen 31 Jahre alten Bus brauche.
„Trauen“ nenne ich dieses Unternehmen in der Vorstellung, dass bei uns irgendwo in Deutschland, ein russischer Lada fahrender Tourist in einer Lada fremden Vertretung nach vergleichbarem für sein Vehikel fragen würde...
Bei Subaru Barnaul schauten nacheinander 7 (in Worten sieben) Mitarbeiter in den Motorraum unserer heiligen Kuh, telefonierten ihre Handys heiß mit allen möglichen Zielpersonen und dem Ergebnis, dass einer dieser 7 vor uns durch die halbe Stadt fuhr um uns zum wohl größten (enormes Sortiment) Teilehändler der Stadt zu bringen.
Mit dem passenden Meter Schlauch in der Hand war meine Frage nach einer Bezahlung dieser Dienstleistung fast eine Beleidigung... Ein netter Wink vom Helfer, und weg war er.
Der Vollständigkeit halber will ich trotzdem nicht verschweigen, dass ich neben meinem unpassenden Ersatzschlauch, in anderen Falten der heiligen Kuhhaut versteckt, dann doch noch ein passendes Stück entdeckte.
Beim auspacken zuhause. Dem Packstress vor dem Start geschuldet...
Kasachstan
Auf Kasachstan waren wir gespannt. Haben wir doch in unserer Heimatgemeinde etliche „Russlanddeutsche“ die aus diesem Land zu uns kamen und uns wenig über ihre frühere Heimat erzählten. Wir wollten ihnen doch gerne von heutigem dort berichten können.
Rechtzeitig wurden wir vor der direkten Fahrt auf unserer eigentlich geplanten Route in den kasachischen Süden gewarnt. Da gab es wohl 700 Km lang eine äußerst unsensible Straßenbaustelle. So erfuhren wir es von verschiedenen Overlandern.
Originalton aus einem LKW Reiseforum:
„Diese Strecke ist eine Herausforderung für Mensch und Maschine!!! Auf einem Teilstück von ca. 100 km darf man 15'000 Querwellen passieren...unser Radstand und Gewicht scheint genau so zu sein, dass sich der LKW schon ab 15km/h extrem aufschaukelt, weshalb wir stundenlang von Rille zu Rille krochen!!!“
Somit peilten wir ziemlich direkt den komfortableren Weg in die Hauptstadt an und sahen Stadtleben zuerst in Pavlodar.
Wir genossen dort einen – mittlerweile – gewissen Luxus:
Gerne standen wir unter diesem schattenspendenden Baum neben den vielen, absolut nicht auf Störung bedachten Nachbarn: Die hinter dem Friedhofszaun.
Zwischen Straße und Friedhof war ein recht großer Platz auf dem am Morgen viele Bagger, Kranwagen, und LKW´s mit Brennstoff, Sand und Kies beladen und andere auf Arbeitsaufträge wartende Baufahrzeuge mit großen Schildern ihre Dienste anboten.
In anderen Ländern sahen wir ähnliches schon mit Menschen. Das nennt man dort unverfroren „Arbeiterstrich“.
Eine, wie gerade angedeutete, Straßenbaustelle war auf unserer Strecke wohl schon ein paar Jahre Vergangenheit. Wir genossen überwiegend noch einmal eine Steigerung an Straßenqualität, die wir nach Russland nicht mehr erwarteten.
Kein Vorteil ohne Nachteil. Ein alter Spruch.
Diese Straßen sind gebaut um zügig von einem Ort zum anderen zu kommen.
Wir wollten so manches Mal aber nicht bis zu diesem anderen, sondern täglich irgendwann einmal einen angenehmen Übernachtungsplatz aufsuchen. War für die Straßenplaner mutmaßlich keine Vorgabe!
Somit konnten wir in der Ferne schon einmal einen vielleicht für uns interessanten Platz entdecken, aber einfach nirgends diese Straße dorthin verlassen.
Der Straßengraben oder Leitplanken ließen das einfach nicht zu.
Korrupte Polizei?
Sämtliche unserer Informationen über das Autofahren in Kasachstan gipfelten in Warnungen vor der extrem schikanösen und korrupten Polizei.
Wir waren gewarnt, aber auch gespannt.
Mit wirklichem Glück fuhren wir auf unserer Strecke in Kasachstan fast nur gut ausgebaute Straßen.
Eine davon war dann auch, wohl schon längere Zeit, 20 Kilometer weit perfekt ausgebaut. Gut für hohe Geschwindigkeiten.
Am Anfang stand ein Schild „60“.
Wie wohl weltweit irgendwie üblich, blinkt fast jeder entgegenkommende Fahrer wegen einer entdeckten Polizeikontrolle.
Hier: Die Geschwindigkeit unserer „Autoschlange“ steigerte sich nie über 50 KM/h!
Vorauseilender Gehorsam?
Wir selbst hatten in Kasachstan keine einzige Polizeikontrolle!
Korruption ist offensichtlich sehr im Fokus. Auf diesem Transparent wird erklärt, dass alles aufgeklärt wird und man doch unter der Telefonnummer 1424 darüber informieren solle.
Gezeichnet
Agentur der Republik Kasachstan für Angelegenheiten des öffentlichen Dienstes und Korruptionsbekämpfung
Friedhof
In jedem Land schauen wir interessiert auf die jeweilig sichtbaren Begräbniskulturen.
Islamische sahen wir schon oft, nie aber in islamischen Ländern die wir irgendwie als wirklich reich empfanden.
Äußere Eindrücke von Friedhöfen: Kleinstädte voller Prachtbauten. Harmonisch zusammen liegende Gemeinden, hier in exklusiven Einzelgräbern nebeneinander.
Wohl dieser Kultur gerecht, liegt jeder nach moslemischen Ritual bestattete trotzdem direkt in „göttlicher Erde“ unter freiem Himmel.
Astana
Für Astana als Hauptstadt waren wir zu spät dran, seit dem 23. März 2019 wurde diese Stadt wieder einmal, zum 5. Mal, umgetauft und hieß zu unserer Zeit somit
Nursultan
Unser Eindruck von diesem nördlichen Teil Kasachstans den wir befuhren war absolut nur der beste. Er passt eigentlich gar nicht zu dem was unsere heimischen „Russlanddeutschen“ so erzählten.
Die lebten dort ja auch nicht als Touristen und erinnern sich heute stark an „absoluten Arbeitsplatzmangel“ mit der entsprechenden Not.
Vielleicht fuhren wir nur an Vorzeigeobjekten vorbei?
Die Hauptstadt ist jedenfalls hauptsächlich eine architektonische Augenweide!
Hier, in Westeuropa, kann man sich kaum vorstellen, was dort bis heute alles errichtet wurde.
Solche Vielfalt an modernsten Hauptstadt- „Hinguckern“ sahen wir äußerst selten.
апко маркет (Alkohol Markt)
Zum Einkaufen gibt es offensichtlich alles. Für alkoholische Produkte, in diesem islamischen Land, standen ganz exklusive Inseln bereit, die aber auch alles anboten, was auch nur Appetit auf Alkohol machen könnte.
Service
Manchmal leiden wir unterwegs auch unter höherem Entwicklungsstand der Infrastruktur:
Je mehr die Bewohner in ihren Häusern fließendes Wasser aus dem Hahn oder so nutzen können, gibt es immer weniger Notwendigkeit, öffentliche Wasserstellen vorzuhalten.
Man muss die Augen schon offen halten um nicht trocken zu laufen.
Äußerst selten, selbstverständlich per Schild angekündigt und von vielen gerne angenommen
Überall „im Osten“ empfanden wir das Thema Müllentsorgung nach unseren heimatlichen Begriffen total unbefriedigend gelöst.
Weitgehend wird Müll „vom Winde verweht“ und überlebt so halbe Ewigkeiten.
Als wirksamste Problemlösung empfinden wir, wie hier, feuerfeste dezentrale Sammelbehälter in denen immer wieder gezündelt wird.
Die werden meist gut akzeptiert und die Umgebung so geschont. Klar, die Luft leidet...
Um diese Rastplätze noch zu toppen, verfügen sie oft auch noch über eine „Rampe für alle“, die jedermann benutzen kann, der irgend etwas unter seinem Auto machen will.
Die sind ein angenehmes Erbe aus Sowjetzeiten.
In diesem nördlichen Teil Kasachstans steigerte sich ein gewisses „Ewig“ noch einmal auf dieser Reise.
Mit unseren üblichen ca. 80 Km/h „Spitze“ wurde „kilometerweit“ und „stundenlang“ an immer gleich bepflanzten Feldern entlangfahren doch noch getoppt durch „tagelang“:
Zwar unterbrachen während diesem „tagelang“ immer wieder Städte und Städtchen diese Gleichartigkeit, um dahinter doch wieder gleichen Bewuchs sehen zu lassen.
Zu warm
Überhaupt nicht genießen konnten wir die, in diesem Jahr für uns extrem hohen Sommertemperaturen. Und den über viele hunderte Kilometer, gleichzeitig fehlenden (absolut kein Baum und kein Strauch) Schatten jeder Art.
Hier genossen wir abends den Schatten auf der einen Seite dieses total leerstehenden, noch nicht bezogenen, Gebäudekomplexes um uns morgens auf die andere Seite zu retten.
Toll. Doch äußerst merkwürdig war, dass wir die ganze Zeit lang keinerlei Sicherheitsmenschen zu sehen bekamen.
Uns passte das.
Somit erlebten wir, wie auch in den meisten „Aus“ -ländern genossen: Man sucht offensichtlich nicht nach Herumstehenden, die „das doch gar nicht dürfen...“.
Insassen schwererer (auch Reise?-) Fahrzeuge nehmen die Schilderaufsteller manchmal das fahren in den wärmsten Tagesstunden vorsorglich ab. Der Asphalt bleibt so besser in Form...
?????
Langsam mussten wir aufpassen dass wir noch ausreichend Tage in unserem Russlandvisum bis zum dortigen, endgültigen, Ausreisedatum übrig haben würden.
Unsere (Visa)Reisezeit drängelte also schon etwas bald die letzte Etappe in Russland anzugehen.
Erleichtert wurde die Entscheidung durch unsere Internetabfrage des Langzeitwetterberichtes in “unserer“ Region und der Vorhersage, dass es in Richtung Russland demnächst ca. 5° C kühler, südlich ca. 5° C wärmer werden sollte...
Empfanden wir als „Gehhilfe“, den landschaftlich offensichtlich attraktiveren Süden Kasachstans für eine kommende Jahresreise vorzusehen.
Rechnerisch war uns schon immer klar, dass wir wohl irgendwann einmal im August hier herumfahren würden.
Je mehr Reisemonate man von Haus aus einplant, um so unflexibler wird man natürlich irgendwo beim Begriff Wetter: Um´s Jahr herum ist ja überall fast immer alles dabei.
Wieder Russland
Heute, 22.8. haben wir die Grenze passiert. Von Kasachstan schnell wieder nach Russland. Da konnte doch noch keine Heimatluft aus Niederbayern zu wittern sein?
Diese Querungen werden immer angenehmer.
Vom 1. Grenzer, der einen kleinen Laufzettel ausstellt, mit dem Kennzeichen und der Anzahl der Insassen (der wird von jedem weiteren Bearbeitenden abgestempelt und am letzten, wenn komplett, eingezogen).
JEDER war hilfsbereit und „belästigte“ einen nur so kurz wie möglich.
Bei der Aus - wie bei der Einreise!
Weil wir bei der Einreise nach Kasachstan kein Visa brauchten (als deutsche bis 30 Tage) bekamen wir 2 Stempel auf den „Migrationsschein“ und hatten dort somit offensichtlich auch die lästige „Registrierung“ (Thema im 2. Teil dieses Reiseberichtes, aber auch schon 2013
https://www.wohnmobilforum.de/w-t119578.html
in Pskov/ Russland) umgangen.
Da Russland mit unserem letzten Land Kasachstan eine Zollunion darstellt, brauchten wir hier auch keine neue (Zoll-)Deklaration erstellen.
Solche positive Stimmung erfasste wohl auch alle anderen Nationen an dieser Grenze.
Fast ein jeder brachte für uns das Deutsch hervor, was er so in sich hatte. Ergebnis: Nach unserem letzten „do swidania“ lachte und winkte der ganze Kontrollpunkt!
Tatarstan
In vielen Berichten über unsere im Westen, Osten, und Süden bereisten Länder nehmen Betstätten dortiger Religionen einen großen Teil ein.
Viele Jahre lang haben wir die schönsten auf unseren Reisen bewundert und waren meistens hoch beeindruckt.
Irgendwann war die Neugierde daran aber gesättigt. Vielleicht weil sich das übertrumpfen von sakralen Kunstwerken immer zu wiederholen schien?
Auf den komprimierten „Tempel aller Religionen“ bei Kasan in der Republik Tatarstan waren wir aber doch gespannt. Lohnte sich dann richtig.
Eldar Khanow: „Ich hörte eine Stimme, die mir sagte, 'Eldar, du musst morgen um sechs Uhr früh aufstehen, dir eine Schaufel nehmen und damit beginnen, den Grundstein für einen Tempel aller Religionen zu legen'!“
Der muslimische Bildhauer, Maler, Dichter und Wunderheiler für Alkoholismus, Drogenabhängigkeit und verschiedenen anderen Krankheiten, begann am nächsten Morgen mit dem Bau. Ohne jegliche Religionsgemeinschaft, Kunstverein oder Bauträgergesellschaften.
Das Ergebnis soll dann mit 16 Kuppeln als Symbol für 16 Weltreligionen ein „Tempel der Kultur und Wahrheit“ sein. Seine Grundüberzeugung: Dass Gott, gleich in welcher Religion, Einer ist. Religiöse Zeremonien sollen dort nicht stattfinden.
Seine Patienten helfen ihm, den Tempel zu erhalten und weiterzuentwickeln, entweder durch direkte Beteiligung an den Bauarbeiten oder durch Sponsoring.
Bauherren
Für mich ist das Religionsunterricht vom feinsten!
Eldar Khanow
Russisch Orthodox
Buddhistisch
Ägyptisch
….
Hinduistisch
….
Finger weg!
Eine Besonderheit, die es weltweit in der Umgebung sämtlicher touristischer Sehenswürdigkeiten gibt, entdeckte ich später beim sichten der Fotos von der Festplatte:
Aus einem Fenster dieses Gebäudekomplexes empfand ich einen Gemüsegarten fotogen neben einem normalen Haus. Ich „schoss“ es.
Später sah ich auf dem Bild, dass auch unsere heilige Kuh mit drauf war. Sie hatte offensichtlich aber auch noch einen weiteren Fan:
Dessen linke Hand war in diesem Augenblick für unsere Begriffe bemerkenswert nah am Öffnungsgriff der Schiebetüre. Die war wie immer verriegelt!
Welcher der vielen Schutzengel war uns denn hier hilfreich?
Überraschung immer wieder anders:
Für uns bot der 2. September eine Neuigkeit.
Googleübersetzt stand auf Schildern vor abgesperrten Alkoholregalen in den Supermärkten des Rajon Vladimir:
Nach dem Gesetz der Region Wladimir vom 14. 10. 2019 über die Festlegung der Zeit. Bedingungen und Einzelhandelsstandorte von Alkoholprodukten im Gebiet Vladimir
2. September wird Alkohol nicht verkauft.
Seit unserem 1. Besuch Russlands, 2013, sehen wir den ständigen „Kampf Putins“ gegen den Alkoholismus im Land. Damals gab es z. B. Pet- Bierflaschen noch bis 5 Liter, dieses Mal höchstens noch 1,5.
Wir glauben allerdings nicht, dass vorher angekündigte Tagesverkaufssperren den Konsum wesentlich beeinflussen.
Destilliergeräte für hochprozentiges sahen wir in feinsten Einkaufszentren,
aber hier auch am Straßenmarkt.
Überangebot
Langsam kamen wir der Ausreise aus Russland immer näher. Da dachten wir, vielleicht hätten wir uns doch noch „Sehenswürdigkeiten“ anschauen sollen.
Wir losten Suzdal aus:
Am berühmten „Goldenen Ring“ im Westen Russlands gelegen, ist dies eine der bekanntesten.
Wir fanden dort so viele Gotteshäuser, Klöster und Museen, natürlich neben vielem Gastgewerbe und Souvenirhandlungen, dass wir uns eigentlich dadurch schon leicht überfordert fühlten und fast schon kapitulierten.
Nur eines „zogen wir uns rein“; das Dorfmuseum mit dörflichen Gebäuden aus verschiedenen Regionen der Föderation.
400 Rubel Eintritt pro Person für ein recht überschaubares Angebot. In Suzdal, ob des enormen Touristenaufkommens wohl „im grünen Bereich“?
Für unsere nächsten hundert Reisejahre reicht uns solch ein Kulturerlebnis aber schon wieder...
Solche Bilder gibt es weltweit
Moskau
Nach 6 Jahren wieder in Moskau finden wir dieses Mal einen richtigen Campingplatz vor.
Recht zentrumsnah, am Rande eines sehr gepflegten Parks. Sehr ruhig für diesen Moloch von Großstadt.
Dieser Platz ist gut bis sehr gut ausgestattet.
Jetzt in der Nachsaison, vom 29. August bis 1. September, sind wir 1 x 3, die nächsten beiden Nächte dann 2 Mobilcamper.
Der sehr gut deutsch sprechende Betreiber erklärt uns, dass er den Platz über den Winter wohl schließen werde, weil es sich dann nicht rechne. Glauben wir.
Das Thema „Registratur für Touristen“ bekommt für uns hier eine neue Dimension:
Durch Forenbeiträge vorbereitet, bei denen LKW Touristen ohne Registrierung irgendwo auf ihrer Reise in Russland schon ganz der Aufenthalt auf diesem Campingplatz verweigert wurde, waren wir gespannt und erlebten ein etwas merkwürdiges Spiel:
Der Eigner meinte bei der Anmeldung, da wir bisher auf unserer bisherigen Reise ja noch nicht registriert seien, könnten wir hier nicht campen. Nach einem recht netten Gespräch meinte er auf einmal, gegen Barzahlung(?) ginge das wohl doch für eine Nacht.
OK.
Kommt danach jedoch ans Auto und meint, da er ja am nächsten Tag eh zur Polizei müsse, könne er vielleicht bei einem guten Bekannten etwas für uns tun...
Konnte er dann wirklich und brachte uns den Registrierungsbeleg. Er wollte keinerlei Diridari (niederbayerisch für Geld), also nichts dafür.
Wir buchten noch für 2 weitere Nächte, zahlten den Preis laut Aushang, und hatten bis zur Abreise weiterhin ein sehr gutes Verhältnis mit ihm.
Wir müssen ja nicht immer alles verstehen...
Unsere Innenstadtrundfahrt machen wir selbstverständlich wieder mit der heiligen Kuh! Dabei empfanden wir die Fahrweise der Moskowiter, im Gegensatz zu den Schnellstraßen in Richtung Moskau wieder äußerst routiniert und rücksichtsvoll!
Vor dem Roten Platz waren total viele Marktstände aufgebaut, so dass wir leider nicht noch einmal ein Foto mit der heiligen Kuh dort schießen konnten
Deshalb hier das alte.
Schon vor 6 Jahren, dieses Mal wieder an vielen Stellen, sahen wir städtische „Wasserwerfer“ die sehr gründlich die Straßen sauber spritzten. Auf dem Foto gleich 4 Stück nebeneinander.
Überholende Autofahrer schlossen eben ihre Fenster.
Wenn damit nicht eine Menge Feinstaub gebunden wird...
Im Gegensatz zu unserem 1. Besuch in Moskau gibt es mittlerweile auch dort kostenpflichtige Parkplätze! Wie das Bezahlen funktioniert wissen wir nicht. Nur im Zentrum selbst sahen wir ähnliches wie Parkautomaten.
Freitag der 13.
Ausreise von Russland in die Ukraine.
Irgendwie wurde die Grenzabfertigung auf diesen „Ostlandreisen“ immer logischer, einfacher und zeitlich kürzer.
In Russland war sie fast schon perfekt und eigentlich nicht mehr einfacher denkbar. Wenn schon Grenzen...
Kein Laufzettel mehr.
Bei der Passkontrolle wurden unsere diesmaligen 3 Aufenthalte in Russland anhand der Stempel im Pass penibel nachgerechnet. OK. Wir hatten unsere, bei dem Halbjahresvisum erlaubten 90 Aufenthaltstage bei den 3 Aufenthalten, nicht überzogen. Uff!
Dazu sei gesagt, dass wir den Registrierungsbeleg, den wir vom Moskauer Campingplatzchef bekamen, bewusst zurück hielten um uns unsere Theorie, dass Wohnmobilisten die nicht mehrere Tage an einem Ort verbringen keine Registrierung benötigen, zu bestätigen.
Wir wurden nie danach gefragt
Siehe unsere Erfahrung 2013 bei der Touristinformation in Pskov.
https://www.wohnmobilforum.de/w-t119578.html
NUR: Die Zolldeklaration wurde uns von einem „Offiziellen“ abgenommen und irgendwo hin verfrachtet...
Nach Pass OK und Zoll OK, sollten wir aus der Kontrollstelle ausreisen dürfen:
Unsere Zolldeklaration, die dann abgestempelt der Beweis wäre dass wir unser Auto ordnungsgemäß wieder ausgeführt hätten, war noch bei irgend einem „Offiziellen“.
Ich weigerte uns, den Weg aus der Station zu gehen...
Ein Beamter erklärte das an einem Zollschalter, da kam dann nach einiger Zeit doch die abgestempelte Deklaration raus.
Diese, abgestempelte, Deklaration hat offensichtlich schon mancher als Beweis gebraucht um das Gegenteil einer illegalen Fahrzeugeinfuhr zu beweisen...
Schlussendlich: Ein junger Uniformträger am Schlagbaum versuchte sich mit seinen Englischkenntnissen. Sehr nett und aufmerksam.
Er freute sich als letzter offensichtlich auch besonders über Iris ihr abschließendes „Do swidania Rossia“.
Upps, das war ja schon wieder ein Grenzübergang...
Wieder Ukraine
Einreise in die Ukraine.
Wieder total stressfrei!
Zollbeamtin hatte kleines Problem mit dem Wort „Wohnmobil“ in der Zulassung. Kannte sie selbst wohl noch nicht. War ja auch deutsch.
Chef fragte nach „Solarpaneel“. Interessehalber.
Diesel wird wieder teurer: € 0,82/ Liter.
Jetzt haben wir ja eine Grenze gequert, die zwei Länder mit einem recht angespannten Verhältnis trennt.
Bewusst sind wir in größerer Entfernung nördlich von Luhansk und dem Donezbecken eingereist.
Diese Gegend ist nicht gerade wirklich weit von den Unruhegebieten um Donbass entfernt. Das Schlafplatzsuchen wurde leicht spannend:
Auf dem abgeernteten Feld kam bald ein UAZ Geländewagen mit leicht alkoholisierten, nach „Terroristi“ fragenden (?), die uns dann aber „gute Nacht“ wünschten und danach auch noch andere Fahrzeuge vorbei. Wir fühlten uns nicht wirklich wohl und fuhren auf den nächsten belebten Marktplatz, der jedoch sehr laut und unschön für eine Nachtruhe war.
Dann fanden wir eine Reihe belebter „Schinomontasch-“ (Reifenmontage- und Reparaturwerkstätten fast an jeder Straßenkreuzung östlich Polens) nebst anderen Servicehütten an einer Bahnschranke und suchten einen Stellplatz daneben im dunklen. Ich fragte aber doch noch, ob wir da wohl gut stehen würden. „OK. Aber doch bitte besser hier vorne im Licht...“
Das war eine deutlich nervöse Stimmung, wie wir sie auf unseren Reisen schon ewig nicht mehr kannten.
Die meisten unserer in der Ukraine befahrenen Straßen wurden quälend schlecht.
Wenige, auf der Landkarte rot eingezeichnete, waren manchmal sehr gut. Die meisten jedoch sehr stark geflickt und von der Hitze aufgeweicht, mit tiefsten Wellen durchzogen.
Einen kleinen Versuch, die untergeordneten gelb markierten Straßen kennen zu lernen, wollten wir dann doch nicht weiter verfolgen: Die Löcher wurden noch tiefer und scharfkantiger.
Rot in der Landkarte
Gelb in der Landkarte
Aber auch dort: Die 2. Hauptstadt des Landes auf diesem unserem Wege, Charkiv, ist offensichtlich nicht die ärmste und wirkt auf uns schon wie eine sehr moderne Insel in ihrer Umgebung. Was die gesamte Optik anbetraf.
Trotzdem für uns etwas ganz neues:
Anstatt ukrainischer Hrywnja auszugeben, hatte der Bankomat der OTPbank bei unserem Versuch „Geld zu ziehen“ nur einen Ausdruck „CAN NOT PROCESS AMOUNT NECESSARY NOTES ARE OUT OF STOCK“
Soll heißen „Kann ich nicht machen, die notwendigen Scheinchen sind nicht vorhanden“!
Finanzproblem. Da ging es doch immerhin um die Landeswährung.
Na gut: Reisen bildet?
Ab dem nächsten Bankomaten gab es dann aber wieder gewünschtes!
Technisches Problem
Ein gewisses Scheppern beim Gaswechsel.
Beim allmorgendlichen Rundgang um die heilige Kuh bestätigte sich der Verdacht:
Ein Halter zwischen Ölwanne und Schalldämpfergummielementen, das „Stegblech“ war gerissen.
Der Auspuff klapperte!
Mit Schlauchschellen, 8er Ringgabelschlüssel und Gummis provisorisch repariert.
Will es aber doch noch vernünftig machen und irgendwie schweißen.
Zurück in Richtung Kremenschuk, in der 1. Werkstatt mussten die Leute wirklich mühsam überzeugt werden, dass nur das Schweißgerät benötigt wird und ich alles montieren und so an der heiligen Kuh selbst machen will. An meiner heiligen Kuh!
Das stellte sich dann doch als aufwendiger heraus, weil eine Schraube sich nicht demontieren ließ und ein Teil gefertigt werden musste. Da bewunderte ich eine sehr gute, fachmännische Arbeit, die man uns dann leistete. Wir kooperierten blendend!
Das Problem kam beim bezahlen: Wie schon in Russland wiederholt erlebt, wollte man auch hier absolut keinerlei Bezahlung.
Gerade, dass wir noch eine Flasche guten Wein da lassen konnten.
Diese Art von „Zahlungsschwierigkeiten“ hatten wir ja auch schon wiederholt in Russland. Bleibt immer wieder schwierig.
Das Foto mit dem Werkstattmeister durfte ich nur knipsen, weil ich ihm versprach ihn nicht im Internet zu zeigen. Deswegen oben „nur“ sein Geselle neben meiner Kopilotin.
An den Grenzen der Ukraine scheint es offensichtlich normal geworden zu sein: Auch dieses Mal in Richtung Rumänien wurden Pässe und KFZ Schein am Fahrzeug abgenommen, im Büro behandelt und zum Fahrzeug zurück gebracht. Die Zollkontrolle beschränkte sich auf das zählen der Personen in unserem Auto.
Rumänien
Hier traten wir, mit einer gewissen Neugier, also wieder in die EU ein.
Die Grenzabfertigung war mehr wie oberflächlich. Fast schon unwillig.
Schweinepest oder so? Kein Thema.
Auf Rumänien waren wir schon immer recht gespannt. Wollten wir dann einmal „im Alter gründlich besuchen“.
Das war uns doch wirklich noch Neuland.
Aus innerbetrieblichen Gründen wollten wir hier erst einmal auf einem Campingplatz stehen.
Seit dem letzten in Moskau finden wir in diesem Land gleich eine recht große Auswahl.
Wir konnten auf einmal wieder endlos mit vielen auf deutsch palavern. Tat uns wirklich gut.
Etwas wunderten wir uns jedoch, dass 12 der deutschen Wohnmobile da, in Rumänien, mit ihren Besatzungen zu einer geführten Gruppe mit rumänischer Reiseleiterin und so gehörten.
Deutschland und zurück...
Hätten wir, so kurz vor unserer Haustür, nicht mehr erwartet, liegen mit unserer Einstellung aber wohl „daneben“.
Russisch Roulette:
Nach den ersten 2 Stunden in den Bergen der Karpaten gab es, bergauf hinten in der heiligen Kuh im 3. Gang, ein von gaaanz früher her bekanntes ungutes Geräusch: Klack klack klack, synchron mit den Radumdrehungen.
Vermutlich wollte sich da ein Gleichlaufgelenk verabschieden. Das ist dieses kardanähnlich „biegsame“ Teil, welches Motorkraft vom Getriebe zu den Antriebsrädern in allen Phasen des einfederns weiterleitet. Zwei gibt es davon rechts, zwei links (bei Autos mit Einzelradaufhängung).
Missachten dieses Themas hatte gaaanz früher schon einmal den Abschleppdienst aktiviert..
Drunter kriechen, keinerlei Temperaturunterschied zwischen rechts und links, außen und innen. Nochmals gehorcht, vielleicht doch eher links?!
Tausche, innerhalb von 1,5 Stunden, auf Verdacht von diesen vier das linke an der Getriebeseite aus. Davon hatten wir 2 Stück in unserer 185 Posten zählenden Camping- und Ersatzteilesammlung...
Auf den ersten Kilometern blieb es lautlos dahinten.
Nächster Tag: Nach ca. 150 weiteren Kilometern, auch im kurvigen Höchstleistungsbereich, scheint alles in Ordnung zu sein!
Wir trauen uns weiterhin die Berge zu.
Die Patrone war doch in einem anderen Schacht...
Rumänien ist schön, alles was wir von diesem Land bisher so sahen!
Nach vielen Beobachtungen in den weiter östlichen Ländern empfinden wir hier bisher alles recht gleichmäßig verteilt.
Wahrscheinlich würden zu dieser Beobachtung viele Rumänen protestieren?
Überall sahen wir Häuser und Grundstücke, die nicht nur mit viel Liebe, sondern auch recht viel vorhandenem Baumaterial individuell hergerichtet wurden und werden.
Im Autoverkehr ist es sehr ruhig fahrbar. Die Anzahl der „Deppen“ scheint uns nicht größer wie daheim.
Die Qualität der Hauptstraßen reicht von meist sehr gut, bis ein wenig schlaglöchrig. Für entsprechend Interessierte bleiben aber doch noch viele Kilometer Schotter- ja auch sehr viele Offroadstrecken übrig.
Neben diesen Straßen könnten wir uns gut auch noch Bären vorstellen...
„Im Auge“ haben wir Rumänien ja schon seit Jahren.
Jetzt ist dieses Land fest eingeplant!
25. 09. 2019,
Bei Satu Mare aus Rumänien einfach raus gefahren...
Ungarn
Die Einreise nach Ungarn war irgendwie die chaotischste der ganzen Reise.
Vor dem Kontrollpunkt erlebten wir ein rücksichtsloses vordrängeln anderer Autos, wie vor Jahren noch im Balkan oder in Afrika. Auch da wünschten wir uns oft eine regelnde „Staatsmacht“ oder so...
An dem nicht kleinen Kontrollpunkt leuchteten 2 Ampeln für Fahrzeuge aus der EU grün, eine Spur davon war jedoch unbesetzt und abgesperrt die andere „offene“ Spur mit einem „Problemfall“ ewig zu.
Der offizielle Schalter an dem die, unseren Informationen nach, benötigte Mautvignette verkauft werden sollte, geschlossen.
Einen Schalter, in einem kaum gekennzeichneten Gebäude, an dem uns von absolut privatem Unternehmer hinter dem Kontrollpunkt die Vignette verkauft wurde entdeckten wir doch noch.
Es war spät am Abend, schon lange dunkel, und regnete. Die Dorfstraßen kaum beleuchtet. Wir suchten wieder einen Platz für die Nacht. Lange.
Da entdeckten wir rechts einen, ein wenig beleuchteten jedoch riesengroßen Platz. Etwas breit, aber doch länger...
Total ruhig; geeignet?!
Um 4 Uhr 45 kam der erste Beschicker dieses Marktplatzes, der seine Sachen auspackte, den Schirm aufbaute, uns nicht beachtete...
Der blieb natürlich nicht der einzige!
Um 5 Uhr 45 fuhren wir dann doch weiter... Wir verbuchen das unter positiv, weil wir keinerlei bösen Blick oder so bekamen.
Dann am nächsten Tag: Der Schalldämpfer war wieder locker!
Ein, eigentlich schon verstärktes, Gummischwingmetall war gerissen.
Wurde gegen ein ebenfalls „verstärktes“ getauscht. Haben jetzt noch 1 normales in Reserve.
Insgesamt hielt dieses Teil doch schon auf vielen Kilometern Schlaglochstraßen...
Endspurt
Die angedachte Weiterreise von Ungarn nach Niederbayern auf der direkten Stallluftlinie würde ab hier über Österreich ins Bayernland gehen.
(Über)- vorsichtig wie wir manchmal gerne sind, recherchierten wir im Internet nach Reiseinformationen zu dieser Gegend, die wir vielleicht noch nicht kannten:
Prompt lasen wir aus der ADAC Reiseinformation heraus, dass unser Stinker (VW Diesel Bj. 1988) wegen seiner „Schadstoffarm E2/Nachg.“ Einstufung in der „Zulassungsbescheinigung Teil 1“ neuerdings in so ziemlich ganz Ostösterreich Hausverbot hätte.
Sogar in seiner Geburtsstadt Graz (bei Steyr Daimler Puch, als Syncro)!
Wien und einige östliche Teile Niederösterreichs, Burgenland und weite Teile der Steiermark
Verkehrsbeschränkungen für als Lkw zugelassene Kraftfahrzeuge der Klasse N. Fahrverbot für Fahrzeuge mit den Emissionsklassen Euro 0, 1 und 2. Abgasplakette ab Emissionsklasse Euro 3
Ok, somit hatten wir also noch ein paar zusätzliche Kilometer mehr bis zum Heimatstall vor uns...
Die über die Slowakei und Tschechien waren dann auch äußerst angenehm und brachten uns bei herrlichstem Herbstwetter über ebenfalls wunderschöne Landschaften nach Bayern.
Hätten wir nicht gehabt, wenn wir den 2. Satz in dem Zitat nicht auf unsere heilige Kuh bezogen hätten. Der bezog sich, nach der Rückkehr recherchiert, doch nur auf entsprechende Lkw´s.
Rückzahlung
Prinzip, altmodisch oder übervorsichtig? Warum bisher auch immer: Wir benutzten unsere Geldkarten möglichst nie an irgendwelchen Kassen um bargeldlos zu bezahlen. Nix gläsern!
Glücklicherweise machten wir beim Eintritt in die BRD aber dieses Foto:
Die € 1800,00, die wir vor dem Start zu dieser Reise u.a. für unsere Auslandsreisekrankenkasse
(wieder der Link dazu im 1. Teil dieses Reiseberichtes hier:)
https://www.wohnmobilforum.de/w-t138925.html
investieren mussten, konnten wir per Teilrückzahlung durch die Versicherung deutlich reduzieren. Wir mussten dazu nachweisen, dass wir die abgeschlossene Versicherungsdauer unterschritten hatten.
Normalerweise gilt dazu ein Rückflugticket, kartenbezahlte Tankrechnung oder ähnliches als Beweis. Konnten wir nicht mit dienen...
Dank heutiger Techniken ließ sich mit dem Digitalfoto jetzt aber das Aufnahmedatum nachweisen und funktionierte einwandfrei... Vielleicht aber auch wegen dem Erfahrungsschatz der Assekuranz?
Jetlag und so...
„Für die meisten Reisenden ist der Jetlag schlimmer, wenn sie in Richtung Osten reisen“, sagt Google.
Stimmt. Nach Osten wurden die Tage schnell kürzer, zurück kamen wir aber mit unserem Zeitgefühl doch auch wieder kräftig durcheinander. Gefühlt.
Während dieser 142 Tage Fahrt in unserem „Wohnklo mit Kochnische“, also unserem Reisemobil das uns alles bequeme für einen kompletten Tagesablauf überall auf jeglichen Reisen ermöglicht, fehlte uns etwas enorm wichtiges: Bewegung.
Im Blick auf eine, dieses Mal, vielleicht „haarige Strecke“ und dafür besser geringerem Gesamtgewicht unserer heiligen Kuh ließen wir seit langem wieder einmal die Fahrräder daheim.
Die Entscheidung war wohl richtig, wir saßen aber doch zu lange auf unseren 4 Buchstaben um daheim alleine durch die üblichen vermehrten Fußwege als Strafe keinen tüchtigen Muskelkater in den Waden kennen zu lernen.
Das ist aber nicht wirklich ein Problem.
Gesundheitlich litten wir beide unter der großen Hitze in Kasachstan.
Da öffneten wir in den brutal warmen Nächten sämtliche unserer vielen Lüftungsmöglichkeiten im Wohnklo mit Doppelbett. Durch die Zugluft handelte sich die Iris einen leichten grippalen Infekt ein, ich rief bei dieser Verteilung wohl lauter „hier“ und schaffte es zu Ohrenschmerzen.
Ohne die fachmännischen Hilfen lokaler Apotheken wäre das wohl eine Mittelohrentzündung geworden...
Daheim
Am 23.10.19 standen wir mit der heiligen Kuh direkt wieder vor den uns nicht neuen Toren.
In 142 Tagen fuhren wir 21872,5 Kilometer Gesamtfahrstrecke, durchschnittlich also 154,03 Kilometer am Tag und verbrannten dabei 2027,51 Liter Diesel.
„Ein technisches Problem, das sich mit Bordmitteln lösen lässt, ist keines.“ So habe ich es aus einem Forum kopiert...
Also
1. Beim ersten Aufenthalt in der Ukraine begann das Problem mit den leckenden Leckölleitungen der Einspritzpumpe unserer heiligen Kuh.
2. Kurz hinter Olchon, der Insel im Baikalsee, hatte die Startbatterie wohl einen Zellenbruch. „Hatte fertig“. Mit den Bordbatterien waren wir aber weiter mobil.
Zum deutschen Diskounterpreis bekamen wir sofort eine neue. Koreanische. Funktioniert bestens!
3. Gleichzeitig fielen beide Standheizungen aus. Da war ein Kraftstoffschlauch T- Verbinder, über den beide Heizungen ihren Kraftstoff bekommen sollten, angebrochen. Mein Installationsfehler.
4. Der beschriebene Teil des Auspuffhalters war gebrochen.
5. Ein Gleichlaufgelenk gab seine lautlose Funktion auf.
6. Ein Auspuffschwingmetall ebenfalls.
7. Wir hatten keinen einzigen Platten auf der gesamten Reise!
So gesehen hatten wir auf dieser Reise eigentlich nur 1 (in Worten ein) technisches Problem...
Alles zu positiv?
Wir lesen ja auch Reiseberichte anderer, wissen somit, dass unsere oft positiver über Länder und Leute berichten.
Unsere sind deshalb aber nicht unglaubwürdiger!
Wir denken, dass wir oft einen gewissen Altersbonus eingeräumt bekommen und somit manches Mal rücksichtsvoller behandelt werden.
Da wir (zusammen) mittlerweile 150 Lenze genießen konnten, genießen wir den einfach. Wir provozieren ja niemanden...
Jetzt, da ich mit dem Schreiben dieses Reiserückblickes (ist ja schon lange 2020) fast fertig bin, brachte die jüngste Vergangenheit vieles durcheinander.
Rechtzeitig noch durfte ich mir einen viele Jahrzehnte lang gewachsenen Wunsch erfüllen
„auf dem Landweg nach Ulan Bator, Naadam und so...“.
Dazu verhalf mir meine bessere Hälfte gemeinsam mit der heiligen Kuh, unserem vor 30 Jahren angestammten VW T3 Syncro Bulli Reisemobil.
Dies hatten wir uns in den vergangenen Jahren technisch immer wieder mehr und mehr optimiert.
Trotzdem, oder gerade deshalb (?), hatten wir 4 Wochen nach der Rückkehr von dieser Reise, einer Außenwäsche, einem Öl- und Filterwechsel nach 35 Minuten Prüfzeit das Dokument für eine Oldtimerzulassung, also das „H“ Kennzeichen, in der Hand.
Macht uns schon mächtig stolz.
Gleich ist Schluss mit dieser Geschichte
Gerne würde ich ja noch viele solcher Berichte schreiben, fürchte jedoch dass Corona das noch lange verhindern wird.
Foto: Margot Kirzinger
Wenn Ihr jetzt alle 4 Teile dieses Reiseberichtes vollständig gelesen haben solltet, habt Ihr das im großen Maße meiner, seit fünf Jahrzehnten mitreisenden Partnerin, Ehefrau, Medizinfrau, Köchin, Navigatorin, Computerfreakadelle und „Psychologin bei vielen „haarigen“ Reisebegegnungen“ zu verdanken.
Weil:
Lektorin wäre als Beschreibung dafür einfach nur untertrieben.
Mein Dank an mein Weib!
Grüße an Euch alle.
PX (Pleipt Xunt)
Rolandderältere
Nach der Ausreise aus der Mongolei fühlen wir uns jetzt schon auf dem Rückweg.
Russland, Kasachstan, noch einmal Russland, Ukraine, Rumänien, Ungarn, Slowakei und Tschechien zurück bis nach Niederbayern stehen uns jedoch noch bevor.
Mittlerweile wurden für uns alle Grenzübertritte problemlos.
„Volkswagen?“ Das war die einzige etwas andere Frage des russischen Polizisten an der Grenze.
Freundliche, ja entspannte, Routine bei allen Beteiligten.
Altai
In diesem Hochgebirge, oft mit dem tibetischen verglichen, waren wir auf dieser Fahrt bereits eine Zeitlang unterwegs. Reicht es doch im Grenzgebiet von Kasachstan, Russland, der Mongolei bis nach China.
Nur in seinem russischen Teil scheint es so richtig touristisch erschlossen zu sein.
Die hier, ethnisch, hauptsächlich lebenden Russen schaffen es offensichtlich für jeglichen Geschmack und Geldbeutel attraktives zu bieten und in der Saison unmassen Landsleute anzuziehen.
Hotels, Camps, Reit-, Trekking-, Wassersportangebote und Museen jeglicher Art buhlen um die viele Kundschaft, die da so zur Verfügung steht.
Dafür wird so manches auf den Kopf gestellt
Etliche „Privatmuseen“ bieten auf eine andere Art Hingucker neben der Straße und einen gründlichen Einblick in Vergangenheit und Gegenwart:
Immer seltener werdende Objekte ziehen die Blicke auf sich
Schmuckstücke aus verschiedenen Epochen
Gerätschaften aus Haus und Hof
Bis zur Wende gab es eine „Gesellschaft für deutsch- sowjetische Freundschaft“, heutige Freundschaften werden nicht nur am Revers gepflegt
Overlander
Unter den russischen waren wir hier nicht die einzigen Touristen aus dem Schengenraum.
Dabei gab es, für unseren Begriff, auch etwas merkwürdige Zeitgenossen:
Auf Olchon, der Insel im Baikalsee brachte es ein individuell reisendes Paar fertig, nonstop im Schritttempo an uns vorbei zu fahren. 8500 Kilometer von daheim, trotz meines gewinkten Grußes und sicherem erkennen der Nummernschilder.
Hier im russischen Altai wiedergesehen: „Ihr habt es nicht so komfortabel wie wir“, stellte die „sie“ dieses Reise-LKW´s als Begrüßung für uns fest, ohne dass sie auch nur einen einzigen Blick in unser Fahrzeug geworfen hätte. Bis zu ihrer Abfahrt am nächsten Tag dann aber auch nicht... Stress? Überheblichkeit?
Gerne hätten wir natürlich die Gründe für unsere jeweils doch anderen Entscheidungen für „dieses oder jenes“ diskutiert. Ob zu erlebten in dieser Reisegegend, sicher aber auch zur Wahl des Reisefahrzeugs.
Hier sollten wir dazu keine Gelegenheit bekommen.
Leider erlebten wir so etwas öfters bei Eignern mit recht luxuriös anmutenden Reisefahrzeugen.
Eigentlich schade.
Geben gleichzeitig in der Ferne bereiste Gebiete keinen Anlass mehr zum Austausch, weil sie so ferne sind oder weil der andere auch interessantes, gar nicht alltägliches, zu berichten haben könnte?
Ab November 1974 beherrschte uns das Reisevirus schon mal total für 630 Tage, damals genossen wir den Austausch zwischen eigentlich sämtlichen Asien entdeckenden Touristen, die sich mit uns auf diesen Straßen befanden, bei jeder Begegnung.
Zu oft, jedoch zum Glück nicht immer, sind in den letzten Jahren unsere Begegnungen mit Eignern großer und oft richtig teurer Reisemobile ähnlich. Mit vielen von ihnen verbinden uns schon langjährige Freundschaften.
Subaru
Ein technisches Problem und eine überaus gastfreundliche Lösung:
Die „Leckölleitungen“ an der Einspritzpumpe unserer heiligen Kuh bekamen wir wegen unpassendem Material seit Wochen nicht wirklich dicht. Als Folge hinterließen wir immer wieder eine Spur von Diesel auf ihrer Fährte.
Jetzt hatten wir mit Barnaul in der russischen Region Altai wieder eine große Stadt vor uns in der wir uns technische Hilfe versprachen. Wir benötigten ca. 1 Meter dieselfesten Schlauch mit den Maßen 3,2 x 8.5 mm. Sollte jeder VW T3 Diesel und gleich alte Golf Diesel mit unterwegs sein...
Wir versuchten es in der „Automobilen Mall“, im Speckgürtel dieser Stadt.
Das Internet gab hier keinerlei VW Vertretung her.
Etliche andere internationale Autohäuser standen zur Auswahl. Das Los fiel auf Subaru.
Im Kundenempfangssalon traute ich mich einen der dort emsig mit ihren Computern beschäftigten Empfangschefs klar zu machen dass ich, als nicht russisch sprechender deutscher Volkswagen fahrender Tourist, einen ein paar wenige Rubel kostenden Meter Gummischlauch für meinen 31 Jahre alten Bus brauche.
„Trauen“ nenne ich dieses Unternehmen in der Vorstellung, dass bei uns irgendwo in Deutschland, ein russischer Lada fahrender Tourist in einer Lada fremden Vertretung nach vergleichbarem für sein Vehikel fragen würde...
Bei Subaru Barnaul schauten nacheinander 7 (in Worten sieben) Mitarbeiter in den Motorraum unserer heiligen Kuh, telefonierten ihre Handys heiß mit allen möglichen Zielpersonen und dem Ergebnis, dass einer dieser 7 vor uns durch die halbe Stadt fuhr um uns zum wohl größten (enormes Sortiment) Teilehändler der Stadt zu bringen.
Mit dem passenden Meter Schlauch in der Hand war meine Frage nach einer Bezahlung dieser Dienstleistung fast eine Beleidigung... Ein netter Wink vom Helfer, und weg war er.
Der Vollständigkeit halber will ich trotzdem nicht verschweigen, dass ich neben meinem unpassenden Ersatzschlauch, in anderen Falten der heiligen Kuhhaut versteckt, dann doch noch ein passendes Stück entdeckte.
Beim auspacken zuhause. Dem Packstress vor dem Start geschuldet...
Kasachstan
Auf Kasachstan waren wir gespannt. Haben wir doch in unserer Heimatgemeinde etliche „Russlanddeutsche“ die aus diesem Land zu uns kamen und uns wenig über ihre frühere Heimat erzählten. Wir wollten ihnen doch gerne von heutigem dort berichten können.
Rechtzeitig wurden wir vor der direkten Fahrt auf unserer eigentlich geplanten Route in den kasachischen Süden gewarnt. Da gab es wohl 700 Km lang eine äußerst unsensible Straßenbaustelle. So erfuhren wir es von verschiedenen Overlandern.
Originalton aus einem LKW Reiseforum:
„Diese Strecke ist eine Herausforderung für Mensch und Maschine!!! Auf einem Teilstück von ca. 100 km darf man 15'000 Querwellen passieren...unser Radstand und Gewicht scheint genau so zu sein, dass sich der LKW schon ab 15km/h extrem aufschaukelt, weshalb wir stundenlang von Rille zu Rille krochen!!!“
Somit peilten wir ziemlich direkt den komfortableren Weg in die Hauptstadt an und sahen Stadtleben zuerst in Pavlodar.
Wir genossen dort einen – mittlerweile – gewissen Luxus:
Gerne standen wir unter diesem schattenspendenden Baum neben den vielen, absolut nicht auf Störung bedachten Nachbarn: Die hinter dem Friedhofszaun.
Zwischen Straße und Friedhof war ein recht großer Platz auf dem am Morgen viele Bagger, Kranwagen, und LKW´s mit Brennstoff, Sand und Kies beladen und andere auf Arbeitsaufträge wartende Baufahrzeuge mit großen Schildern ihre Dienste anboten.
In anderen Ländern sahen wir ähnliches schon mit Menschen. Das nennt man dort unverfroren „Arbeiterstrich“.
Eine, wie gerade angedeutete, Straßenbaustelle war auf unserer Strecke wohl schon ein paar Jahre Vergangenheit. Wir genossen überwiegend noch einmal eine Steigerung an Straßenqualität, die wir nach Russland nicht mehr erwarteten.
Kein Vorteil ohne Nachteil. Ein alter Spruch.
Diese Straßen sind gebaut um zügig von einem Ort zum anderen zu kommen.
Wir wollten so manches Mal aber nicht bis zu diesem anderen, sondern täglich irgendwann einmal einen angenehmen Übernachtungsplatz aufsuchen. War für die Straßenplaner mutmaßlich keine Vorgabe!
Somit konnten wir in der Ferne schon einmal einen vielleicht für uns interessanten Platz entdecken, aber einfach nirgends diese Straße dorthin verlassen.
Der Straßengraben oder Leitplanken ließen das einfach nicht zu.
Korrupte Polizei?
Sämtliche unserer Informationen über das Autofahren in Kasachstan gipfelten in Warnungen vor der extrem schikanösen und korrupten Polizei.
Wir waren gewarnt, aber auch gespannt.
Mit wirklichem Glück fuhren wir auf unserer Strecke in Kasachstan fast nur gut ausgebaute Straßen.
Eine davon war dann auch, wohl schon längere Zeit, 20 Kilometer weit perfekt ausgebaut. Gut für hohe Geschwindigkeiten.
Am Anfang stand ein Schild „60“.
Wie wohl weltweit irgendwie üblich, blinkt fast jeder entgegenkommende Fahrer wegen einer entdeckten Polizeikontrolle.
Hier: Die Geschwindigkeit unserer „Autoschlange“ steigerte sich nie über 50 KM/h!
Vorauseilender Gehorsam?
Wir selbst hatten in Kasachstan keine einzige Polizeikontrolle!
Korruption ist offensichtlich sehr im Fokus. Auf diesem Transparent wird erklärt, dass alles aufgeklärt wird und man doch unter der Telefonnummer 1424 darüber informieren solle.
Gezeichnet
Agentur der Republik Kasachstan für Angelegenheiten des öffentlichen Dienstes und Korruptionsbekämpfung
Friedhof
In jedem Land schauen wir interessiert auf die jeweilig sichtbaren Begräbniskulturen.
Islamische sahen wir schon oft, nie aber in islamischen Ländern die wir irgendwie als wirklich reich empfanden.
Äußere Eindrücke von Friedhöfen: Kleinstädte voller Prachtbauten. Harmonisch zusammen liegende Gemeinden, hier in exklusiven Einzelgräbern nebeneinander.
Wohl dieser Kultur gerecht, liegt jeder nach moslemischen Ritual bestattete trotzdem direkt in „göttlicher Erde“ unter freiem Himmel.
Astana
Für Astana als Hauptstadt waren wir zu spät dran, seit dem 23. März 2019 wurde diese Stadt wieder einmal, zum 5. Mal, umgetauft und hieß zu unserer Zeit somit
Nursultan
Unser Eindruck von diesem nördlichen Teil Kasachstans den wir befuhren war absolut nur der beste. Er passt eigentlich gar nicht zu dem was unsere heimischen „Russlanddeutschen“ so erzählten.
Die lebten dort ja auch nicht als Touristen und erinnern sich heute stark an „absoluten Arbeitsplatzmangel“ mit der entsprechenden Not.
Vielleicht fuhren wir nur an Vorzeigeobjekten vorbei?
Die Hauptstadt ist jedenfalls hauptsächlich eine architektonische Augenweide!
Hier, in Westeuropa, kann man sich kaum vorstellen, was dort bis heute alles errichtet wurde.
Solche Vielfalt an modernsten Hauptstadt- „Hinguckern“ sahen wir äußerst selten.
апко маркет (Alkohol Markt)
Zum Einkaufen gibt es offensichtlich alles. Für alkoholische Produkte, in diesem islamischen Land, standen ganz exklusive Inseln bereit, die aber auch alles anboten, was auch nur Appetit auf Alkohol machen könnte.
Service
Manchmal leiden wir unterwegs auch unter höherem Entwicklungsstand der Infrastruktur:
Je mehr die Bewohner in ihren Häusern fließendes Wasser aus dem Hahn oder so nutzen können, gibt es immer weniger Notwendigkeit, öffentliche Wasserstellen vorzuhalten.
Man muss die Augen schon offen halten um nicht trocken zu laufen.
Äußerst selten, selbstverständlich per Schild angekündigt und von vielen gerne angenommen
Überall „im Osten“ empfanden wir das Thema Müllentsorgung nach unseren heimatlichen Begriffen total unbefriedigend gelöst.
Weitgehend wird Müll „vom Winde verweht“ und überlebt so halbe Ewigkeiten.
Als wirksamste Problemlösung empfinden wir, wie hier, feuerfeste dezentrale Sammelbehälter in denen immer wieder gezündelt wird.
Die werden meist gut akzeptiert und die Umgebung so geschont. Klar, die Luft leidet...
Um diese Rastplätze noch zu toppen, verfügen sie oft auch noch über eine „Rampe für alle“, die jedermann benutzen kann, der irgend etwas unter seinem Auto machen will.
Die sind ein angenehmes Erbe aus Sowjetzeiten.
In diesem nördlichen Teil Kasachstans steigerte sich ein gewisses „Ewig“ noch einmal auf dieser Reise.
Mit unseren üblichen ca. 80 Km/h „Spitze“ wurde „kilometerweit“ und „stundenlang“ an immer gleich bepflanzten Feldern entlangfahren doch noch getoppt durch „tagelang“:
Zwar unterbrachen während diesem „tagelang“ immer wieder Städte und Städtchen diese Gleichartigkeit, um dahinter doch wieder gleichen Bewuchs sehen zu lassen.
Zu warm
Überhaupt nicht genießen konnten wir die, in diesem Jahr für uns extrem hohen Sommertemperaturen. Und den über viele hunderte Kilometer, gleichzeitig fehlenden (absolut kein Baum und kein Strauch) Schatten jeder Art.
Hier genossen wir abends den Schatten auf der einen Seite dieses total leerstehenden, noch nicht bezogenen, Gebäudekomplexes um uns morgens auf die andere Seite zu retten.
Toll. Doch äußerst merkwürdig war, dass wir die ganze Zeit lang keinerlei Sicherheitsmenschen zu sehen bekamen.
Uns passte das.
Somit erlebten wir, wie auch in den meisten „Aus“ -ländern genossen: Man sucht offensichtlich nicht nach Herumstehenden, die „das doch gar nicht dürfen...“.
Insassen schwererer (auch Reise?-) Fahrzeuge nehmen die Schilderaufsteller manchmal das fahren in den wärmsten Tagesstunden vorsorglich ab. Der Asphalt bleibt so besser in Form...
?????
Langsam mussten wir aufpassen dass wir noch ausreichend Tage in unserem Russlandvisum bis zum dortigen, endgültigen, Ausreisedatum übrig haben würden.
Unsere (Visa)Reisezeit drängelte also schon etwas bald die letzte Etappe in Russland anzugehen.
Erleichtert wurde die Entscheidung durch unsere Internetabfrage des Langzeitwetterberichtes in “unserer“ Region und der Vorhersage, dass es in Richtung Russland demnächst ca. 5° C kühler, südlich ca. 5° C wärmer werden sollte...
Empfanden wir als „Gehhilfe“, den landschaftlich offensichtlich attraktiveren Süden Kasachstans für eine kommende Jahresreise vorzusehen.
Rechnerisch war uns schon immer klar, dass wir wohl irgendwann einmal im August hier herumfahren würden.
Je mehr Reisemonate man von Haus aus einplant, um so unflexibler wird man natürlich irgendwo beim Begriff Wetter: Um´s Jahr herum ist ja überall fast immer alles dabei.
Wieder Russland
Heute, 22.8. haben wir die Grenze passiert. Von Kasachstan schnell wieder nach Russland. Da konnte doch noch keine Heimatluft aus Niederbayern zu wittern sein?
Diese Querungen werden immer angenehmer.
Vom 1. Grenzer, der einen kleinen Laufzettel ausstellt, mit dem Kennzeichen und der Anzahl der Insassen (der wird von jedem weiteren Bearbeitenden abgestempelt und am letzten, wenn komplett, eingezogen).
JEDER war hilfsbereit und „belästigte“ einen nur so kurz wie möglich.
Bei der Aus - wie bei der Einreise!
Weil wir bei der Einreise nach Kasachstan kein Visa brauchten (als deutsche bis 30 Tage) bekamen wir 2 Stempel auf den „Migrationsschein“ und hatten dort somit offensichtlich auch die lästige „Registrierung“ (Thema im 2. Teil dieses Reiseberichtes, aber auch schon 2013
https://www.wohnmobilforum.de/w-t119578.html
in Pskov/ Russland) umgangen.
Da Russland mit unserem letzten Land Kasachstan eine Zollunion darstellt, brauchten wir hier auch keine neue (Zoll-)Deklaration erstellen.
Solche positive Stimmung erfasste wohl auch alle anderen Nationen an dieser Grenze.
Fast ein jeder brachte für uns das Deutsch hervor, was er so in sich hatte. Ergebnis: Nach unserem letzten „do swidania“ lachte und winkte der ganze Kontrollpunkt!
Tatarstan
In vielen Berichten über unsere im Westen, Osten, und Süden bereisten Länder nehmen Betstätten dortiger Religionen einen großen Teil ein.
Viele Jahre lang haben wir die schönsten auf unseren Reisen bewundert und waren meistens hoch beeindruckt.
Irgendwann war die Neugierde daran aber gesättigt. Vielleicht weil sich das übertrumpfen von sakralen Kunstwerken immer zu wiederholen schien?
Auf den komprimierten „Tempel aller Religionen“ bei Kasan in der Republik Tatarstan waren wir aber doch gespannt. Lohnte sich dann richtig.
Eldar Khanow: „Ich hörte eine Stimme, die mir sagte, 'Eldar, du musst morgen um sechs Uhr früh aufstehen, dir eine Schaufel nehmen und damit beginnen, den Grundstein für einen Tempel aller Religionen zu legen'!“
Der muslimische Bildhauer, Maler, Dichter und Wunderheiler für Alkoholismus, Drogenabhängigkeit und verschiedenen anderen Krankheiten, begann am nächsten Morgen mit dem Bau. Ohne jegliche Religionsgemeinschaft, Kunstverein oder Bauträgergesellschaften.
Das Ergebnis soll dann mit 16 Kuppeln als Symbol für 16 Weltreligionen ein „Tempel der Kultur und Wahrheit“ sein. Seine Grundüberzeugung: Dass Gott, gleich in welcher Religion, Einer ist. Religiöse Zeremonien sollen dort nicht stattfinden.
Seine Patienten helfen ihm, den Tempel zu erhalten und weiterzuentwickeln, entweder durch direkte Beteiligung an den Bauarbeiten oder durch Sponsoring.
Bauherren
Für mich ist das Religionsunterricht vom feinsten!
Eldar Khanow
Russisch Orthodox
Buddhistisch
Ägyptisch
….
Hinduistisch
….
Finger weg!
Eine Besonderheit, die es weltweit in der Umgebung sämtlicher touristischer Sehenswürdigkeiten gibt, entdeckte ich später beim sichten der Fotos von der Festplatte:
Aus einem Fenster dieses Gebäudekomplexes empfand ich einen Gemüsegarten fotogen neben einem normalen Haus. Ich „schoss“ es.
Später sah ich auf dem Bild, dass auch unsere heilige Kuh mit drauf war. Sie hatte offensichtlich aber auch noch einen weiteren Fan:
Dessen linke Hand war in diesem Augenblick für unsere Begriffe bemerkenswert nah am Öffnungsgriff der Schiebetüre. Die war wie immer verriegelt!
Welcher der vielen Schutzengel war uns denn hier hilfreich?
Überraschung immer wieder anders:
Für uns bot der 2. September eine Neuigkeit.
Googleübersetzt stand auf Schildern vor abgesperrten Alkoholregalen in den Supermärkten des Rajon Vladimir:
Nach dem Gesetz der Region Wladimir vom 14. 10. 2019 über die Festlegung der Zeit. Bedingungen und Einzelhandelsstandorte von Alkoholprodukten im Gebiet Vladimir
2. September wird Alkohol nicht verkauft.
Seit unserem 1. Besuch Russlands, 2013, sehen wir den ständigen „Kampf Putins“ gegen den Alkoholismus im Land. Damals gab es z. B. Pet- Bierflaschen noch bis 5 Liter, dieses Mal höchstens noch 1,5.
Wir glauben allerdings nicht, dass vorher angekündigte Tagesverkaufssperren den Konsum wesentlich beeinflussen.
Destilliergeräte für hochprozentiges sahen wir in feinsten Einkaufszentren,
aber hier auch am Straßenmarkt.
Überangebot
Langsam kamen wir der Ausreise aus Russland immer näher. Da dachten wir, vielleicht hätten wir uns doch noch „Sehenswürdigkeiten“ anschauen sollen.
Wir losten Suzdal aus:
Am berühmten „Goldenen Ring“ im Westen Russlands gelegen, ist dies eine der bekanntesten.
Wir fanden dort so viele Gotteshäuser, Klöster und Museen, natürlich neben vielem Gastgewerbe und Souvenirhandlungen, dass wir uns eigentlich dadurch schon leicht überfordert fühlten und fast schon kapitulierten.
Nur eines „zogen wir uns rein“; das Dorfmuseum mit dörflichen Gebäuden aus verschiedenen Regionen der Föderation.
400 Rubel Eintritt pro Person für ein recht überschaubares Angebot. In Suzdal, ob des enormen Touristenaufkommens wohl „im grünen Bereich“?
Für unsere nächsten hundert Reisejahre reicht uns solch ein Kulturerlebnis aber schon wieder...
Solche Bilder gibt es weltweit
Moskau
Nach 6 Jahren wieder in Moskau finden wir dieses Mal einen richtigen Campingplatz vor.
Recht zentrumsnah, am Rande eines sehr gepflegten Parks. Sehr ruhig für diesen Moloch von Großstadt.
Dieser Platz ist gut bis sehr gut ausgestattet.
Jetzt in der Nachsaison, vom 29. August bis 1. September, sind wir 1 x 3, die nächsten beiden Nächte dann 2 Mobilcamper.
Der sehr gut deutsch sprechende Betreiber erklärt uns, dass er den Platz über den Winter wohl schließen werde, weil es sich dann nicht rechne. Glauben wir.
Das Thema „Registratur für Touristen“ bekommt für uns hier eine neue Dimension:
Durch Forenbeiträge vorbereitet, bei denen LKW Touristen ohne Registrierung irgendwo auf ihrer Reise in Russland schon ganz der Aufenthalt auf diesem Campingplatz verweigert wurde, waren wir gespannt und erlebten ein etwas merkwürdiges Spiel:
Der Eigner meinte bei der Anmeldung, da wir bisher auf unserer bisherigen Reise ja noch nicht registriert seien, könnten wir hier nicht campen. Nach einem recht netten Gespräch meinte er auf einmal, gegen Barzahlung(?) ginge das wohl doch für eine Nacht.
OK.
Kommt danach jedoch ans Auto und meint, da er ja am nächsten Tag eh zur Polizei müsse, könne er vielleicht bei einem guten Bekannten etwas für uns tun...
Konnte er dann wirklich und brachte uns den Registrierungsbeleg. Er wollte keinerlei Diridari (niederbayerisch für Geld), also nichts dafür.
Wir buchten noch für 2 weitere Nächte, zahlten den Preis laut Aushang, und hatten bis zur Abreise weiterhin ein sehr gutes Verhältnis mit ihm.
Wir müssen ja nicht immer alles verstehen...
Unsere Innenstadtrundfahrt machen wir selbstverständlich wieder mit der heiligen Kuh! Dabei empfanden wir die Fahrweise der Moskowiter, im Gegensatz zu den Schnellstraßen in Richtung Moskau wieder äußerst routiniert und rücksichtsvoll!
Vor dem Roten Platz waren total viele Marktstände aufgebaut, so dass wir leider nicht noch einmal ein Foto mit der heiligen Kuh dort schießen konnten
Deshalb hier das alte.
Schon vor 6 Jahren, dieses Mal wieder an vielen Stellen, sahen wir städtische „Wasserwerfer“ die sehr gründlich die Straßen sauber spritzten. Auf dem Foto gleich 4 Stück nebeneinander.
Überholende Autofahrer schlossen eben ihre Fenster.
Wenn damit nicht eine Menge Feinstaub gebunden wird...
Im Gegensatz zu unserem 1. Besuch in Moskau gibt es mittlerweile auch dort kostenpflichtige Parkplätze! Wie das Bezahlen funktioniert wissen wir nicht. Nur im Zentrum selbst sahen wir ähnliches wie Parkautomaten.
Freitag der 13.
Ausreise von Russland in die Ukraine.
Irgendwie wurde die Grenzabfertigung auf diesen „Ostlandreisen“ immer logischer, einfacher und zeitlich kürzer.
In Russland war sie fast schon perfekt und eigentlich nicht mehr einfacher denkbar. Wenn schon Grenzen...
Kein Laufzettel mehr.
Bei der Passkontrolle wurden unsere diesmaligen 3 Aufenthalte in Russland anhand der Stempel im Pass penibel nachgerechnet. OK. Wir hatten unsere, bei dem Halbjahresvisum erlaubten 90 Aufenthaltstage bei den 3 Aufenthalten, nicht überzogen. Uff!
Dazu sei gesagt, dass wir den Registrierungsbeleg, den wir vom Moskauer Campingplatzchef bekamen, bewusst zurück hielten um uns unsere Theorie, dass Wohnmobilisten die nicht mehrere Tage an einem Ort verbringen keine Registrierung benötigen, zu bestätigen.
Wir wurden nie danach gefragt
Siehe unsere Erfahrung 2013 bei der Touristinformation in Pskov.
https://www.wohnmobilforum.de/w-t119578.html
NUR: Die Zolldeklaration wurde uns von einem „Offiziellen“ abgenommen und irgendwo hin verfrachtet...
Nach Pass OK und Zoll OK, sollten wir aus der Kontrollstelle ausreisen dürfen:
Unsere Zolldeklaration, die dann abgestempelt der Beweis wäre dass wir unser Auto ordnungsgemäß wieder ausgeführt hätten, war noch bei irgend einem „Offiziellen“.
Ich weigerte uns, den Weg aus der Station zu gehen...
Ein Beamter erklärte das an einem Zollschalter, da kam dann nach einiger Zeit doch die abgestempelte Deklaration raus.
Diese, abgestempelte, Deklaration hat offensichtlich schon mancher als Beweis gebraucht um das Gegenteil einer illegalen Fahrzeugeinfuhr zu beweisen...
Schlussendlich: Ein junger Uniformträger am Schlagbaum versuchte sich mit seinen Englischkenntnissen. Sehr nett und aufmerksam.
Er freute sich als letzter offensichtlich auch besonders über Iris ihr abschließendes „Do swidania Rossia“.
Upps, das war ja schon wieder ein Grenzübergang...
Wieder Ukraine
Einreise in die Ukraine.
Wieder total stressfrei!
Zollbeamtin hatte kleines Problem mit dem Wort „Wohnmobil“ in der Zulassung. Kannte sie selbst wohl noch nicht. War ja auch deutsch.
Chef fragte nach „Solarpaneel“. Interessehalber.
Diesel wird wieder teurer: € 0,82/ Liter.
Jetzt haben wir ja eine Grenze gequert, die zwei Länder mit einem recht angespannten Verhältnis trennt.
Bewusst sind wir in größerer Entfernung nördlich von Luhansk und dem Donezbecken eingereist.
Diese Gegend ist nicht gerade wirklich weit von den Unruhegebieten um Donbass entfernt. Das Schlafplatzsuchen wurde leicht spannend:
Auf dem abgeernteten Feld kam bald ein UAZ Geländewagen mit leicht alkoholisierten, nach „Terroristi“ fragenden (?), die uns dann aber „gute Nacht“ wünschten und danach auch noch andere Fahrzeuge vorbei. Wir fühlten uns nicht wirklich wohl und fuhren auf den nächsten belebten Marktplatz, der jedoch sehr laut und unschön für eine Nachtruhe war.
Dann fanden wir eine Reihe belebter „Schinomontasch-“ (Reifenmontage- und Reparaturwerkstätten fast an jeder Straßenkreuzung östlich Polens) nebst anderen Servicehütten an einer Bahnschranke und suchten einen Stellplatz daneben im dunklen. Ich fragte aber doch noch, ob wir da wohl gut stehen würden. „OK. Aber doch bitte besser hier vorne im Licht...“
Das war eine deutlich nervöse Stimmung, wie wir sie auf unseren Reisen schon ewig nicht mehr kannten.
Die meisten unserer in der Ukraine befahrenen Straßen wurden quälend schlecht.
Wenige, auf der Landkarte rot eingezeichnete, waren manchmal sehr gut. Die meisten jedoch sehr stark geflickt und von der Hitze aufgeweicht, mit tiefsten Wellen durchzogen.
Einen kleinen Versuch, die untergeordneten gelb markierten Straßen kennen zu lernen, wollten wir dann doch nicht weiter verfolgen: Die Löcher wurden noch tiefer und scharfkantiger.
Rot in der Landkarte
Gelb in der Landkarte
Aber auch dort: Die 2. Hauptstadt des Landes auf diesem unserem Wege, Charkiv, ist offensichtlich nicht die ärmste und wirkt auf uns schon wie eine sehr moderne Insel in ihrer Umgebung. Was die gesamte Optik anbetraf.
Trotzdem für uns etwas ganz neues:
Anstatt ukrainischer Hrywnja auszugeben, hatte der Bankomat der OTPbank bei unserem Versuch „Geld zu ziehen“ nur einen Ausdruck „CAN NOT PROCESS AMOUNT NECESSARY NOTES ARE OUT OF STOCK“
Soll heißen „Kann ich nicht machen, die notwendigen Scheinchen sind nicht vorhanden“!
Finanzproblem. Da ging es doch immerhin um die Landeswährung.
Na gut: Reisen bildet?
Ab dem nächsten Bankomaten gab es dann aber wieder gewünschtes!
Technisches Problem
Ein gewisses Scheppern beim Gaswechsel.
Beim allmorgendlichen Rundgang um die heilige Kuh bestätigte sich der Verdacht:
Ein Halter zwischen Ölwanne und Schalldämpfergummielementen, das „Stegblech“ war gerissen.
Der Auspuff klapperte!
Mit Schlauchschellen, 8er Ringgabelschlüssel und Gummis provisorisch repariert.
Will es aber doch noch vernünftig machen und irgendwie schweißen.
Zurück in Richtung Kremenschuk, in der 1. Werkstatt mussten die Leute wirklich mühsam überzeugt werden, dass nur das Schweißgerät benötigt wird und ich alles montieren und so an der heiligen Kuh selbst machen will. An meiner heiligen Kuh!
Das stellte sich dann doch als aufwendiger heraus, weil eine Schraube sich nicht demontieren ließ und ein Teil gefertigt werden musste. Da bewunderte ich eine sehr gute, fachmännische Arbeit, die man uns dann leistete. Wir kooperierten blendend!
Das Problem kam beim bezahlen: Wie schon in Russland wiederholt erlebt, wollte man auch hier absolut keinerlei Bezahlung.
Gerade, dass wir noch eine Flasche guten Wein da lassen konnten.
Diese Art von „Zahlungsschwierigkeiten“ hatten wir ja auch schon wiederholt in Russland. Bleibt immer wieder schwierig.
Das Foto mit dem Werkstattmeister durfte ich nur knipsen, weil ich ihm versprach ihn nicht im Internet zu zeigen. Deswegen oben „nur“ sein Geselle neben meiner Kopilotin.
An den Grenzen der Ukraine scheint es offensichtlich normal geworden zu sein: Auch dieses Mal in Richtung Rumänien wurden Pässe und KFZ Schein am Fahrzeug abgenommen, im Büro behandelt und zum Fahrzeug zurück gebracht. Die Zollkontrolle beschränkte sich auf das zählen der Personen in unserem Auto.
Rumänien
Hier traten wir, mit einer gewissen Neugier, also wieder in die EU ein.
Die Grenzabfertigung war mehr wie oberflächlich. Fast schon unwillig.
Schweinepest oder so? Kein Thema.
Auf Rumänien waren wir schon immer recht gespannt. Wollten wir dann einmal „im Alter gründlich besuchen“.
Das war uns doch wirklich noch Neuland.
Aus innerbetrieblichen Gründen wollten wir hier erst einmal auf einem Campingplatz stehen.
Seit dem letzten in Moskau finden wir in diesem Land gleich eine recht große Auswahl.
Wir konnten auf einmal wieder endlos mit vielen auf deutsch palavern. Tat uns wirklich gut.
Etwas wunderten wir uns jedoch, dass 12 der deutschen Wohnmobile da, in Rumänien, mit ihren Besatzungen zu einer geführten Gruppe mit rumänischer Reiseleiterin und so gehörten.
Deutschland und zurück...
Hätten wir, so kurz vor unserer Haustür, nicht mehr erwartet, liegen mit unserer Einstellung aber wohl „daneben“.
Russisch Roulette:
Nach den ersten 2 Stunden in den Bergen der Karpaten gab es, bergauf hinten in der heiligen Kuh im 3. Gang, ein von gaaanz früher her bekanntes ungutes Geräusch: Klack klack klack, synchron mit den Radumdrehungen.
Vermutlich wollte sich da ein Gleichlaufgelenk verabschieden. Das ist dieses kardanähnlich „biegsame“ Teil, welches Motorkraft vom Getriebe zu den Antriebsrädern in allen Phasen des einfederns weiterleitet. Zwei gibt es davon rechts, zwei links (bei Autos mit Einzelradaufhängung).
Missachten dieses Themas hatte gaaanz früher schon einmal den Abschleppdienst aktiviert..
Drunter kriechen, keinerlei Temperaturunterschied zwischen rechts und links, außen und innen. Nochmals gehorcht, vielleicht doch eher links?!
Tausche, innerhalb von 1,5 Stunden, auf Verdacht von diesen vier das linke an der Getriebeseite aus. Davon hatten wir 2 Stück in unserer 185 Posten zählenden Camping- und Ersatzteilesammlung...
Auf den ersten Kilometern blieb es lautlos dahinten.
Nächster Tag: Nach ca. 150 weiteren Kilometern, auch im kurvigen Höchstleistungsbereich, scheint alles in Ordnung zu sein!
Wir trauen uns weiterhin die Berge zu.
Die Patrone war doch in einem anderen Schacht...
Rumänien ist schön, alles was wir von diesem Land bisher so sahen!
Nach vielen Beobachtungen in den weiter östlichen Ländern empfinden wir hier bisher alles recht gleichmäßig verteilt.
Wahrscheinlich würden zu dieser Beobachtung viele Rumänen protestieren?
Überall sahen wir Häuser und Grundstücke, die nicht nur mit viel Liebe, sondern auch recht viel vorhandenem Baumaterial individuell hergerichtet wurden und werden.
Im Autoverkehr ist es sehr ruhig fahrbar. Die Anzahl der „Deppen“ scheint uns nicht größer wie daheim.
Die Qualität der Hauptstraßen reicht von meist sehr gut, bis ein wenig schlaglöchrig. Für entsprechend Interessierte bleiben aber doch noch viele Kilometer Schotter- ja auch sehr viele Offroadstrecken übrig.
Neben diesen Straßen könnten wir uns gut auch noch Bären vorstellen...
„Im Auge“ haben wir Rumänien ja schon seit Jahren.
Jetzt ist dieses Land fest eingeplant!
25. 09. 2019,
Bei Satu Mare aus Rumänien einfach raus gefahren...
Ungarn
Die Einreise nach Ungarn war irgendwie die chaotischste der ganzen Reise.
Vor dem Kontrollpunkt erlebten wir ein rücksichtsloses vordrängeln anderer Autos, wie vor Jahren noch im Balkan oder in Afrika. Auch da wünschten wir uns oft eine regelnde „Staatsmacht“ oder so...
An dem nicht kleinen Kontrollpunkt leuchteten 2 Ampeln für Fahrzeuge aus der EU grün, eine Spur davon war jedoch unbesetzt und abgesperrt die andere „offene“ Spur mit einem „Problemfall“ ewig zu.
Der offizielle Schalter an dem die, unseren Informationen nach, benötigte Mautvignette verkauft werden sollte, geschlossen.
Einen Schalter, in einem kaum gekennzeichneten Gebäude, an dem uns von absolut privatem Unternehmer hinter dem Kontrollpunkt die Vignette verkauft wurde entdeckten wir doch noch.
Es war spät am Abend, schon lange dunkel, und regnete. Die Dorfstraßen kaum beleuchtet. Wir suchten wieder einen Platz für die Nacht. Lange.
Da entdeckten wir rechts einen, ein wenig beleuchteten jedoch riesengroßen Platz. Etwas breit, aber doch länger...
Total ruhig; geeignet?!
Um 4 Uhr 45 kam der erste Beschicker dieses Marktplatzes, der seine Sachen auspackte, den Schirm aufbaute, uns nicht beachtete...
Der blieb natürlich nicht der einzige!
Um 5 Uhr 45 fuhren wir dann doch weiter... Wir verbuchen das unter positiv, weil wir keinerlei bösen Blick oder so bekamen.
Dann am nächsten Tag: Der Schalldämpfer war wieder locker!
Ein, eigentlich schon verstärktes, Gummischwingmetall war gerissen.
Wurde gegen ein ebenfalls „verstärktes“ getauscht. Haben jetzt noch 1 normales in Reserve.
Insgesamt hielt dieses Teil doch schon auf vielen Kilometern Schlaglochstraßen...
Endspurt
Die angedachte Weiterreise von Ungarn nach Niederbayern auf der direkten Stallluftlinie würde ab hier über Österreich ins Bayernland gehen.
(Über)- vorsichtig wie wir manchmal gerne sind, recherchierten wir im Internet nach Reiseinformationen zu dieser Gegend, die wir vielleicht noch nicht kannten:
Prompt lasen wir aus der ADAC Reiseinformation heraus, dass unser Stinker (VW Diesel Bj. 1988) wegen seiner „Schadstoffarm E2/Nachg.“ Einstufung in der „Zulassungsbescheinigung Teil 1“ neuerdings in so ziemlich ganz Ostösterreich Hausverbot hätte.
Sogar in seiner Geburtsstadt Graz (bei Steyr Daimler Puch, als Syncro)!
Wien und einige östliche Teile Niederösterreichs, Burgenland und weite Teile der Steiermark
Verkehrsbeschränkungen für als Lkw zugelassene Kraftfahrzeuge der Klasse N. Fahrverbot für Fahrzeuge mit den Emissionsklassen Euro 0, 1 und 2. Abgasplakette ab Emissionsklasse Euro 3
Ok, somit hatten wir also noch ein paar zusätzliche Kilometer mehr bis zum Heimatstall vor uns...
Die über die Slowakei und Tschechien waren dann auch äußerst angenehm und brachten uns bei herrlichstem Herbstwetter über ebenfalls wunderschöne Landschaften nach Bayern.
Hätten wir nicht gehabt, wenn wir den 2. Satz in dem Zitat nicht auf unsere heilige Kuh bezogen hätten. Der bezog sich, nach der Rückkehr recherchiert, doch nur auf entsprechende Lkw´s.
Rückzahlung
Prinzip, altmodisch oder übervorsichtig? Warum bisher auch immer: Wir benutzten unsere Geldkarten möglichst nie an irgendwelchen Kassen um bargeldlos zu bezahlen. Nix gläsern!
Glücklicherweise machten wir beim Eintritt in die BRD aber dieses Foto:
Die € 1800,00, die wir vor dem Start zu dieser Reise u.a. für unsere Auslandsreisekrankenkasse
(wieder der Link dazu im 1. Teil dieses Reiseberichtes hier:)
https://www.wohnmobilforum.de/w-t138925.html
investieren mussten, konnten wir per Teilrückzahlung durch die Versicherung deutlich reduzieren. Wir mussten dazu nachweisen, dass wir die abgeschlossene Versicherungsdauer unterschritten hatten.
Normalerweise gilt dazu ein Rückflugticket, kartenbezahlte Tankrechnung oder ähnliches als Beweis. Konnten wir nicht mit dienen...
Dank heutiger Techniken ließ sich mit dem Digitalfoto jetzt aber das Aufnahmedatum nachweisen und funktionierte einwandfrei... Vielleicht aber auch wegen dem Erfahrungsschatz der Assekuranz?
Jetlag und so...
„Für die meisten Reisenden ist der Jetlag schlimmer, wenn sie in Richtung Osten reisen“, sagt Google.
Stimmt. Nach Osten wurden die Tage schnell kürzer, zurück kamen wir aber mit unserem Zeitgefühl doch auch wieder kräftig durcheinander. Gefühlt.
Während dieser 142 Tage Fahrt in unserem „Wohnklo mit Kochnische“, also unserem Reisemobil das uns alles bequeme für einen kompletten Tagesablauf überall auf jeglichen Reisen ermöglicht, fehlte uns etwas enorm wichtiges: Bewegung.
Im Blick auf eine, dieses Mal, vielleicht „haarige Strecke“ und dafür besser geringerem Gesamtgewicht unserer heiligen Kuh ließen wir seit langem wieder einmal die Fahrräder daheim.
Die Entscheidung war wohl richtig, wir saßen aber doch zu lange auf unseren 4 Buchstaben um daheim alleine durch die üblichen vermehrten Fußwege als Strafe keinen tüchtigen Muskelkater in den Waden kennen zu lernen.
Das ist aber nicht wirklich ein Problem.
Gesundheitlich litten wir beide unter der großen Hitze in Kasachstan.
Da öffneten wir in den brutal warmen Nächten sämtliche unserer vielen Lüftungsmöglichkeiten im Wohnklo mit Doppelbett. Durch die Zugluft handelte sich die Iris einen leichten grippalen Infekt ein, ich rief bei dieser Verteilung wohl lauter „hier“ und schaffte es zu Ohrenschmerzen.
Ohne die fachmännischen Hilfen lokaler Apotheken wäre das wohl eine Mittelohrentzündung geworden...
Daheim
Am 23.10.19 standen wir mit der heiligen Kuh direkt wieder vor den uns nicht neuen Toren.
In 142 Tagen fuhren wir 21872,5 Kilometer Gesamtfahrstrecke, durchschnittlich also 154,03 Kilometer am Tag und verbrannten dabei 2027,51 Liter Diesel.
„Ein technisches Problem, das sich mit Bordmitteln lösen lässt, ist keines.“ So habe ich es aus einem Forum kopiert...
Also
1. Beim ersten Aufenthalt in der Ukraine begann das Problem mit den leckenden Leckölleitungen der Einspritzpumpe unserer heiligen Kuh.
2. Kurz hinter Olchon, der Insel im Baikalsee, hatte die Startbatterie wohl einen Zellenbruch. „Hatte fertig“. Mit den Bordbatterien waren wir aber weiter mobil.
Zum deutschen Diskounterpreis bekamen wir sofort eine neue. Koreanische. Funktioniert bestens!
3. Gleichzeitig fielen beide Standheizungen aus. Da war ein Kraftstoffschlauch T- Verbinder, über den beide Heizungen ihren Kraftstoff bekommen sollten, angebrochen. Mein Installationsfehler.
4. Der beschriebene Teil des Auspuffhalters war gebrochen.
5. Ein Gleichlaufgelenk gab seine lautlose Funktion auf.
6. Ein Auspuffschwingmetall ebenfalls.
7. Wir hatten keinen einzigen Platten auf der gesamten Reise!
So gesehen hatten wir auf dieser Reise eigentlich nur 1 (in Worten ein) technisches Problem...
Alles zu positiv?
Wir lesen ja auch Reiseberichte anderer, wissen somit, dass unsere oft positiver über Länder und Leute berichten.
Unsere sind deshalb aber nicht unglaubwürdiger!
Wir denken, dass wir oft einen gewissen Altersbonus eingeräumt bekommen und somit manches Mal rücksichtsvoller behandelt werden.
Da wir (zusammen) mittlerweile 150 Lenze genießen konnten, genießen wir den einfach. Wir provozieren ja niemanden...
Jetzt, da ich mit dem Schreiben dieses Reiserückblickes (ist ja schon lange 2020) fast fertig bin, brachte die jüngste Vergangenheit vieles durcheinander.
Rechtzeitig noch durfte ich mir einen viele Jahrzehnte lang gewachsenen Wunsch erfüllen
„auf dem Landweg nach Ulan Bator, Naadam und so...“.
Dazu verhalf mir meine bessere Hälfte gemeinsam mit der heiligen Kuh, unserem vor 30 Jahren angestammten VW T3 Syncro Bulli Reisemobil.
Dies hatten wir uns in den vergangenen Jahren technisch immer wieder mehr und mehr optimiert.
Trotzdem, oder gerade deshalb (?), hatten wir 4 Wochen nach der Rückkehr von dieser Reise, einer Außenwäsche, einem Öl- und Filterwechsel nach 35 Minuten Prüfzeit das Dokument für eine Oldtimerzulassung, also das „H“ Kennzeichen, in der Hand.
Macht uns schon mächtig stolz.
Gleich ist Schluss mit dieser Geschichte
Gerne würde ich ja noch viele solcher Berichte schreiben, fürchte jedoch dass Corona das noch lange verhindern wird.
Foto: Margot Kirzinger
Wenn Ihr jetzt alle 4 Teile dieses Reiseberichtes vollständig gelesen haben solltet, habt Ihr das im großen Maße meiner, seit fünf Jahrzehnten mitreisenden Partnerin, Ehefrau, Medizinfrau, Köchin, Navigatorin, Computerfreakadelle und „Psychologin bei vielen „haarigen“ Reisebegegnungen“ zu verdanken.
Weil:
Lektorin wäre als Beschreibung dafür einfach nur untertrieben.
Mein Dank an mein Weib!
Grüße an Euch alle.
PX (Pleipt Xunt)
Rolandderältere
Rolandderältere,
mit Reisemobil VW T3 15" Syncro,
seiner heiligen Kuh,
und 74 seit 1971 mit VW Bulli bereisten Ländern
mit Reisemobil VW T3 15" Syncro,
seiner heiligen Kuh,
und 74 seit 1971 mit VW Bulli bereisten Ländern
Re: 4. Teil Baikal, Mongolei und so... Rückreise
Roland, danke, ein schöner Reisebericht. Hoffentlich können wir bald wieder solch tolle Ziele anfahren.
Wir habe 2015 eine Tour mit dem Sprinter nach Tadjikistan und Kirgistan gemacht, den Altai und die Mongolei haben wir noch ausgelassen....
Mit freundlichen Grüßen
Rolf
Wir habe 2015 eine Tour mit dem Sprinter nach Tadjikistan und Kirgistan gemacht, den Altai und die Mongolei haben wir noch ausgelassen....
Mit freundlichen Grüßen
Rolf
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Rolf
Rolf
- Uwe Schmitz
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Re: 4. Teil Baikal, Mongolei und so... Rückreise
hallo roland,
sehr schöner, wenn auch langer reisebericht, aber ich hab' alles mitgelesen.
ich bin beeindruckt, dass der syncro fast ganz ohne pannen die weite tour gefahren ist ... ich hatte damals mal ziemlich andere erfahrungen gemacht, keine rückfahrt entweder nach notreparatur oder im schleichtempo oder mittels ADAC: immer von deutschem boden oder direkter nachbarschaft!
ich wünsche euch, dass "die plage dieser zeit" euch (und auch uns) nicht davon abhalten wird, noch ein paar schöne und weite reisen zu unternehmen!
vielen dank, dass ihr mich mitgenommen habt in eine gegend, die ich selbst wohl nicht erleben werde.
viele grüße
uwe
sehr schöner, wenn auch langer reisebericht, aber ich hab' alles mitgelesen.
ich bin beeindruckt, dass der syncro fast ganz ohne pannen die weite tour gefahren ist ... ich hatte damals mal ziemlich andere erfahrungen gemacht, keine rückfahrt entweder nach notreparatur oder im schleichtempo oder mittels ADAC: immer von deutschem boden oder direkter nachbarschaft!
ich wünsche euch, dass "die plage dieser zeit" euch (und auch uns) nicht davon abhalten wird, noch ein paar schöne und weite reisen zu unternehmen!
vielen dank, dass ihr mich mitgenommen habt in eine gegend, die ich selbst wohl nicht erleben werde.
viele grüße
uwe
Re: Baikal, Mongolei und so...
Eine Reise, die ich nur zu gut kenne. Bin schon mehrmals die Strecke gefahren.
Olchon kenne ich, Und in Kazan den Tempel der Religionen auch.
Der ist wirklich schön.
Olchon kenne ich, Und in Kazan den Tempel der Religionen auch.
Der ist wirklich schön.
-
S t e f a n
- Beiträge: 208
- Registriert: Sa 11. Mär 2006, 12:58
- Wohnort: D - Region Südostniedersachsen
Re: Baikal, Mongolei und so...
Sehr fein, danke.
Da es bei uns noch einen Schlenker über den Iran, Usbekistan etc gab, wurden es zum Schluss 33500 pannenfreie Kilometer...
Man kann ja auch mal Glück haben auf einer Reise!
Gruß Stefan
Da es bei uns noch einen Schlenker über den Iran, Usbekistan etc gab, wurden es zum Schluss 33500 pannenfreie Kilometer...
Man kann ja auch mal Glück haben auf einer Reise!
Gruß Stefan
Re: Baikal, Mongolei und so...
Ich hatte auch den Schlenker auf der Rückreise über Kasachstan, Kirgistan, Tajikistan ( Pamir ) Usbekistan, Turkmenistan und Iran.
Re: Baikal, Mongolei und so...
Danke für den tollen Reisebericht und die schönen Fotos!
Ich musste mehrfach herzlich lachen!

Auf die "Rentwerkarawane" die ihr da getroffen seid - die machen neben dem China-Fahrausweis für beagtere Reisende auch noch anderes möglich, wie Beispielsweise das bereisen von Nordkorea, als buchbare Reise-option
Jeder wie er mag, zum Glück muss man das ja nicht beurteilen.
Aber es war spannend zu lesen, dass sich nicht nur Reisende dieser Gruppe lieber etwas abgesondert hat.. Auch andere Reisende nicht gerade kontaktfreidig waren... Das kenne ich von anderen Reiserouten nicht so, da war man froh über einen kleinen Austausch und Reisenews.
Wir evalulieren auch gerade, ob wir als Alternativprogramm zur klassischen Seidenstrasse eine Transibiria bis Wladiwostok anpeilen wollen. Nicht nur weil (c)ovid uns vorerst nicht auf die Seidenstrasse lässt... Mal schauen ob das als Soloreisende mit Nordkorea dann auch so einfach wird
Surfy
Ich musste mehrfach herzlich lachen!
Seit unserer Wirtschaftswunderzeit haben wir Teutonen auch viele Reisesünden begangen.
Auf die "Rentwerkarawane" die ihr da getroffen seid - die machen neben dem China-Fahrausweis für beagtere Reisende auch noch anderes möglich, wie Beispielsweise das bereisen von Nordkorea, als buchbare Reise-option
Jeder wie er mag, zum Glück muss man das ja nicht beurteilen.
Aber es war spannend zu lesen, dass sich nicht nur Reisende dieser Gruppe lieber etwas abgesondert hat.. Auch andere Reisende nicht gerade kontaktfreidig waren... Das kenne ich von anderen Reiserouten nicht so, da war man froh über einen kleinen Austausch und Reisenews.
Wir evalulieren auch gerade, ob wir als Alternativprogramm zur klassischen Seidenstrasse eine Transibiria bis Wladiwostok anpeilen wollen. Nicht nur weil (c)ovid uns vorerst nicht auf die Seidenstrasse lässt... Mal schauen ob das als Soloreisende mit Nordkorea dann auch so einfach wird
Surfy
-
S t e f a n
- Beiträge: 208
- Registriert: Sa 11. Mär 2006, 12:58
- Wohnort: D - Region Südostniedersachsen
Re: Baikal, Mongolei und so...
...einzelreisende wie Radfahrer oder -Radfahrerinnen, Mopedfahrer oder auch Reisende zu zweit im Auto waren immer sehr Kontaktfreudig und man hat sich gegenseitig über Infos zur Route/Land aus erster Hand gefreut. Grundsätzlich haben wir immer angehalten.
Erstaunt und unvergessen das Erlebnis, als wir kurz vor Moskau (vom Osten her) auf eine deutsche geführte Geländewagenreisegruppe trafen.
Der Guide stieg aus und wir quatschten, da ich ihn schon persönlich viele Jahre kannte - außerdem hatten wir uns mehr oder weniger verabredet, da wir uns quasi entgegen fuhren!
Nicht einer (!) der Gruppe stieg aus und fragte nach, wo wir den herkamen etc. Als ich jedem der Insassen einen schönen Urlaub wünschte, kam aus einem Auto sehr forsch "wir machen keinen Urlaub! Wir sind auf Expedition".
Das hat uns noch lange beschäftigt...
Gruß Stefan
Erstaunt und unvergessen das Erlebnis, als wir kurz vor Moskau (vom Osten her) auf eine deutsche geführte Geländewagenreisegruppe trafen.
Der Guide stieg aus und wir quatschten, da ich ihn schon persönlich viele Jahre kannte - außerdem hatten wir uns mehr oder weniger verabredet, da wir uns quasi entgegen fuhren!
Nicht einer (!) der Gruppe stieg aus und fragte nach, wo wir den herkamen etc. Als ich jedem der Insassen einen schönen Urlaub wünschte, kam aus einem Auto sehr forsch "wir machen keinen Urlaub! Wir sind auf Expedition".
Das hat uns noch lange beschäftigt...
Gruß Stefan




