Wenn einer eine Reise tut, dann kann er viel erzählen: Reiseberichte zum Informieren und Träumen, fotografisch dokumentiert. In diesem Forum findet ihr Reiseberichte als "Fotostreckenführer" zu interessanten Reisewegen.
nachdem ich ja auch von Anfang an begeistert (und etwas wehmütig) mitlese und mitschaue und mich über jede Fortsetzung freue, muss ich dir auch endlich mal meinen Dank für deine Mühe aussprechen.
Ich hab ja meine erste Tour ein paar Jahre nach dir Anfang der 80er gemacht - viel verändert hatte sich da aber noch nicht.
Hallo Hans,
dein Beitrag mit den Bildern hat bei mir wehmütige Erinnerungen hervorgerufen. Wir fuhren 76 und 77 unterschiedliche Strecken von Deutschland nach Kamerun. Viele der gezeigten Bilder erscheinen mir wie selbst gesehen. Ich schaffe es leider nicht hier einige von meinen Bildern einzustellen.
Jetzt wo wir im Ruhestand sind und über geeignetere Fahrzeuge verfügen (Mercedes G elektronikfreies Modell 460) ist dies alles nicht mehr möglich. Schön das wir damals verrückt genug waren und vielen Dank für den Beitrag mit den authentischen Bildern.
Michael
Wenn man in letzter Zeit ins "Wüstenschiff" schaut, dann wird einem klar: es regt sich was ! Das Interesse am Reisen in der "Community" erwacht langsam wieder. Daher ist es wohl Zeit, dass ich meinen Beitrag hier zu Ende bringe, bevor sich keiner mehr die Mühe macht, die alten Bilder anzuschauen .
Die abgedrehte Steckachse an einem der LandRover ist ausgewechselt. So kann es weiter gehen. Über weite, offene Landschaften fahren wir Richtung der libyschen Oase El Gatrun.
Zur gleichen Zeit wie wir ist am Zollposten El Gatrun ist ein Lastwagen mit schwarzen Gastarbeitern angekommen. Diese Arbeiter suchen ihr Glück in Libyen. Eine Weiterreise nach Europa ist damals noch kein Thema.
In El Gatrun angekommen, werden wir in ein neues Zeitalter katapultiert. Diese Betonhäuser in El Gatrun sind die ersten "Früchte", die die Herrschaft von Revolutionsführer Gadaffi, der sich 1969 an die Macht geputscht hat, hervorbrachte.
Über topfebene Sandflächen geht's von El Gatrun Richtung Fezzan. Die Asphaltstrasse existierte damals noch noch nicht.
Und wider Erwarten gibt es auch in diesen riesigen Sandflächen Leben. Am Morgen sucht eine Wüstenmaus Schutz auf der Innenseite der LandRover-Radfelge.
In der Umgebung der Oase Zuila stehen Grabhügel, die von einigen Fachleuten als Gräber der Garamanten angesehen werden.
Im Fezzan gibt es einige Orte, wo man noch Relikte uralter Siedlungen erkennen kann. Auch hier ist sich die Fachwelt nicht einig: war das eine Garamantensiedlung?
Auf dem Weg zur Mittelmeerküste können wir vielfältige Wüstenlandschaften von der Asphaltstrasse aus geniessen. Die Bilder sind schön - aber das Gefühl, diese Landschaften ganz für sich alleine zu haben, ist dahin - wegen der Asphaltstrasse!
Mit dem Erreichen der römischen Ruinen von Leptis Magna am Mittelmeer sind wir wieder voll von "unserer" Zivilisation umgeben. Wir wähnen uns schon fast zu Hause zu sein.
Tripolis, die Hauptstadt Libyens, besuchen wir nur kurz. Seit wir die Mittelmeerküste erreicht haben, hat sich der Fokus unserer Reise gewechselt: Wie wollen nach Hause - eine gewisse Sättigung macht sich breit.
Im tunesischen Matmata mit seinen in den Stein gehauen Wohnhäusern.
Durch den Chott el Djerid fahren wir der algerischen Grenze entgegen. Wir folgen den Wegmarkierungen im See. Das Wasser ist nie tiefer als ca. 20 cm.
Als wir im See eine kleine Aufschüttung entdecken, entschliessen wir uns, hier die Nacht zu verbringen und den Plattfuss zu reparieren.
In Tozzeur hat der Tourismus bereits damals seinen festen Platz im Leben der Stadt.
Im marokkanischen Rif-Gebirge hat der Frühling im März schon Fahrt aufgenommen. Jetzt noch über die Strasse von Gibraltar und wir sind (fast) zu Hause.
Ein letzter Blick zurück nach Afrika ...
... ein erster Blick hinüber nach Europa. Wir sehen den Felsen von Gibraltar. Jetzt kann uns nichts mehr halten - wir wollen nach Hause - obwohl wir wissen, dass wir dort noch lange auf den Frühling warten müssen.
Wunderschön, lieber Hans! Ganz herzlichen Dank für all Deine Mühe! Ich finde es wichtig, neben den aktuellen Themen auch diese Erinnerungen festzuhalten. Manches geht heute nicht mehr, manches ist anders - und manches ist auch neu: in den 1980er Jahren war für die meisten schon allein visa-technisch eine Überlandreise auf der Seidenstraße oder in die arabischen Golfstaaten noch völlig unmöglich. Das sollten wir uns klarmachen, denn Veränderungen können immer auch positiv sein.
Vielen Dank für diesen schönen Reisebericht und die schönen Bilder!
Der Virus Africanus hat schon so manchen erwischt. Auch nach mehreren und immer wieder kehrenden Besuchen des Kontinents bin ich immer noch genauso infiziert wie am Anfang. So sehr ich es auch versuche: ich krieg ihn nicht los!!!
In die 60er/70er oder 80er jahre ist egal...es bleiben immer schone erinnerungen wie es damals ab und zu,
positiv oder negativ gelaufen ist.
gruss
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