Nach einigen Tagen Berge und Felsen zieht es uns wieder in sandigere Gegenden. Die letzten beiden Tage unseres Urlaubs wollen wir im Erg Admer verbringen. Dazwischen stehen allerdings noch einiges Felsiges.
Während wir durch den Tin Lelen schlendern...
...und uns einige der letzten Felsmalereien anschauen...
...entdecke ich einen Spalt im Fels, der durch einige Bäume und Büsche verdeckt wird. Ich werde neugierig und sehe mir das näher an.
Ein Eingang in... Tja, wohin führt er? Ich versuche unseren Führer Ahmed von meiner Neugierde anzustecken. Leider ohne Erfolg. Es war schon spät am Nachmittag und er war schon etwas erschöpft von den langen Tagesmärschen. Mit einer Handbewegung deutete er an, dass ich alleine gehen solle. Ja, genau das war die richtige Antwort.

Während Mia und Ahmed sich auf den Weg ins Nahe Nachtlager machen, erwacht in mir der Entdeckerdrang und inspiziere den Eingang ins Unbekannte.
Rechts am Eingang befindet sich eine kleine Höhle, die mich aber weniger interessiert.
Der Durchgang ist schmal, sehr schmal. Mit unserem Toyota kämen wir hier wohl nicht durch.
Eigentlich habe ich nicht erwartet, dass es lange weitergeht und dachte, ich würde bald an das Ende stoßen.
Aber es ging weiter. Ich befand mich am Anfang eines kleinen Oueds, dessen Boden rutschig und schlammig war und ich musste aufpassen, dass meine Nase nicht Bekanntschaft mit dem Flußbett macht.
Der Canyon wuchs auf eine Breite von maximal 100 Metern an und erwies sich als ein grünes Paradies in das die heiße Sonne nur spährlich eindringen konnte.
Eigentlich müßte ich schon wieder zurück. Aber die Neugierde ist größer. Also laufe ich weiter.
Ich stoße auf Spuren von Kamelen, Gazellen, Mufflons und anderen Vierbeinern. Es gibt aber kein Anzeichen, dass diesen Ort jemals ein Mensch betreten hätte.
Nach ca. zwei Kilometer stellt sich mir eine Felswand in den Weg. Geht es wirklich nicht mehr weiter? Ganz im Gegenteil.
Der Canyon teilte sich in einen gut begehbaren linken...
... und einen schwerbegehbaren rechten Teil.
Irgendwie hätte ich mir gewünscht, dass der Canyon hier zu Ende ist. Dann wäre meine Neugierde befriedigt gewesen und hätte zufrieden zurückkehren können. Aber das war nicht der Fall. Es gab noch mehr Ungekanntes hier zu erforschen. Aber dazu blieb definitiv keine Zeit mehr. Aber ich wollte wissen, wo mich diese Wege hinführen würden. Ob ich wollte oder nicht. Es fing schon an dunkel zu werden und ich machte mich nur widerwillig auf den Rückweg. Auf dem Rückweg ging die Fantasie mit mir durch. Ich mußte herausfinden, ob es möglich wäre, nochmals hierher zurückzukehren.
Am Eingang wartete Ahmed bereits auf mich. Ich erzählte ihm begeistert von meinen Entdeckungen und fragte ihn, wie weit es dort rein ginge. Ahmed meinte nur "loin, loin..." also weit, weit... Eine Antwort, die mich nicht gerade befriedigte. Ich hakte nach und wollte wissen, wo diese Canyons enden. Genau wußte Ahmed es auch nicht. Er meinte nur, dass es auf der anderen Seite Gueltas gäbe...
Ich brauche wohl nicht extra zu erwähnen, dass ich bei der Rückkehr zur Agentur meine Entdeckung zum Thema machte, verbunden mit der Frage, ob es nicht möglich wäre, diese Gegend ein paar Tage zu erforschen. "Kein Problem" meinte Hussein. Wir machen das...

Es steht also schon fest, dass ich nicht zum letzten Mal in dieser Gegend war
