Reparaturen unterwegs mit ungewöhnlichen Mitteln

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Alexander
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Reparaturen unterwegs mit ungewöhnlichen Mitteln

Beitrag von Alexander »

Hallo Tüftler,

begibt man sich auf große Reise ergibt sich immer wieder die Frage, was nehme ich an "sinnvollen" Ersatzteilen mit. Meist begeben sich eh nur die Teile ins Jenseits, die man nicht dabei hat. :?

Daher nun meine Frage an euch Erfinder, Tüftler und Daniel Düsentriebs ;-) :
Wie habt ihr improvisatorisch die Ermüdungserscheinungen eurer Fahrzeuge beseitig?

Zum Beispiel habe ich in einem Handbuch der US Army gelesen (habe ich leider nicht mehr :-( ), wie man aus einer Jeans und etwas Kupferdraht eine Zylinderkopfdichtung herstellen oder mit Paprikapulver, den man in das Kühlwasser schüttet, aufquillend kleine Löcher im Kühler dichten kann. :roll:

Also, laßt uns an eurem Erfahrungsschatz teilhaben 8)

Grüsse
Alexander
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Hans Kuehn
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Re: Reparaturen unterwegs mit ungewöhnlichen Mitteln

Beitrag von Hans Kuehn »

Hallo, der obere Teil meines Kühlers (310 D Iglhaut) ist aus Plastik, in Mauretanien schlug der Öleinfüllstutzen von oben auf den Kühler. Den kleinen Riss habe ich mit Power Knete von Pattex geklebt, das war 2005.
Hält immernoch bis heute.
Irgend wann mal 1996 habe ich bei meinem Unimog 404 den Kühler zugelötet. Einen Lötkolben wie ihn die Klempner ( Gas - Kupfer) Lötwasser, Lötzinnstangen und die graue Paste die man für Kupferrohre braucht habe ich immer dabei.
2003 ist meine Hintere Achse genau am Differenzial abgebrochen, Glück im Unglück war das wir die Achse 6 mm in das Getriebe reinstecken konnten, drei 8 tonnen Gurte hielten das zusammen. Der Landrover wurde auf Frontantrieb umgebaut. Bin dann noch 350 km durch Sand bis zum nächsten Ort gefahren, dann auf Straße nochmal ca. 2000 km bis Tunis. 2 Lkw Gurte sollte man immer dabei haben.
Es grüßt euch Hans Kühn
afritrotter
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Vorderradantrieb

Beitrag von afritrotter »

Hallo Hans!

Mir ist auch mal beim Landy die Hinterachse abgerissen, da hab ich einfach 4x4 eingeschltet und bin auf den vorder Raedern weitergefahren.
warum musstest du den da etwas umbauen?

Gruss

Joerg
Michael Escher
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Re: Reparaturen unterwegs mit ungewöhnlichen Mitteln

Beitrag von Michael Escher »

Hallo zusammen,
als an unserem Toyo letzten Herbst der vorne ein Längslenker am Achsrohr abgerissen ist, haben wir zwei Holzklötze zwischen das Rohr und den Rahmenanschlag gestellt und die ganze Achse mit Spanset zum Rahmen hochgezogen, damit möglichst keine Bewegungen mehr möglich sind. So sind wir dann in die Zivilisation geholpert, wo die gebrochenen Teile geschweisst wurden.
Gruss Michael

Bild
günther
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Re: Reparaturen unterwegs mit ungewöhnlichen Mitteln

Beitrag von günther »

Hallo Michael Escher,

ist das Fahrzeug ein HDJ 80 ?

2002 in Algerien hatte ein HDJ80 das gleiche Schicksal zu erleiden.

Hohe Zuladung, hochgelegt und extreme Fahrweise können dies eventuell bewirken.

Dann, nur eine leichte Steigung zu einem Dünengrat, dann machte es Plonk.
Der Längslenker riß 2 Löcher aus der Achse, daß Getriebeöl auslief.

Der Fahrer war sehr gut ausgestattet.

Mit speziellen 12 Volt Schweißelektroden und starken Starthilfekabel wurden die Löcher geschlossen und der Längslenker wieder angeschweißt.

Eine saubere Arbeit unter diesen Umständen sagt der Günther
Michael Escher
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Re: Reparaturen unterwegs mit ungewöhnlichen Mitteln

Beitrag von Michael Escher »

Hallo Günther,
nein, war kein 80er. Ist ein RJ73.
Ich bin der Meinung, dass es in diesem Fall ein Ermüdungsbruch war, jedenfalls hats mit einer gerissenen Schweissnaht angefangen. Das hat man im Nachhinein gesehen, da dort schon leichter Flugrost angesetzt hat. Zudem hatten wir das Glück, dass es eben kein Loch ins Achsrohr gerissen hat. Schweissgerät führe ich nämlich nicht mit.
Gruss Michael
Alexander
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Re: Reparaturen unterwegs mit ungewöhnlichen Mitteln

Beitrag von Alexander »

Da sind doch einige Mc Guyver unter uns ;-)

Was mich noch interessieren würde, wie funktioniert das Schweißen mit der Autobatterie? Wie lange hält die Batterie, um eine Naht bestimmter Länge zu schweißen? Hat die Batterie danach noch genügend Saft, um das reparierte Fahrzeug zu starten? Ich wußte nicht, daß es auch 12 Volt Schweißelektroden gibt. :oops: Wieder dazu gelernt :-)

Viele Grüsse
Alexander
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mikepiller
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Re: Reparaturen unterwegs mit ungewöhnlichen Mitteln

Beitrag von mikepiller »

Hi,

weil wir gerade bei 12 Volt sind- sicherlich keine spektakuläre Idee, aber der eine oder andere ist vielleicht trotzdem noch nicht darauf gekommen:

Eine herkömmliche, billige 12 Volt Akkubohrmaschine aus dem Baumarkt lässt sich mit minimalen Aufwand- 2 Kabel anlöten- in ein vielseitig zu nutzendes, kraftvoll drehendes Werkzeug verwandeln.

Damit gelingt sogar eine Zabaione in der Wüste!
(DAS, Alex, treibt den Mädels die Tränen der Bewunderung weitaus schneller in die Augen als eine Grillwurst!)

schaumschlagende Grüße
Micha
Alexander
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Re: Reparaturen unterwegs mit ungewöhnlichen Mitteln

Beitrag von Alexander »

Hallo Manfred,

die zweite Alternative sieht schon besser aus, muß man doch nicht zu viel zusätzliches Gewicht mitführen.

Mich würde trotzdem das reine Schweißen mit Autobatterie ohne Hilfsmittel interessieren.

Im Internet habe ich leider nicht viel gefunden :-(

Für Notrep. auf Tour bleibt z.b. das Schweissen mit der Autobatterie, wir haben das in Pirna beim Treffen mal mit den Roburleuten probiert, mit 24 Volt wollte die Elektrode nicht richtig zünden, aber mit 36 Volt sah die Naht schon fast aus wie vom Profi, bei Woick gibts spezielle 24 Volt Elktroden, mein Schmied konnte mir dazu aber nicht mehr sagen (obs funktioniert und obs die dinger preiswerter gib)
http://www.ifa-tours.de/forum/thread.php?threadid=421
Begrenzung nunja das waren 2 alte Autobatterien die fürs Auto schon zu schwach waren. Auf die Idee sind wir letztens gekommen weil lich im Internet gelesen habe, wie jemand das bei einem Bauarbeiter beobachtet hat. Denke mehr wie 60A sind da nicht geflossen aber der ruhige Lichtbogen hat mich echt überzeugt. Vielleicht wird doch erstmal ein billiger Inverter angeschaft. Wobei das mit der Einschaltdauer da nicht so toll ist. Mein Schweißgerät dagegen bringt man nicht mehr aus der Ruhe da fehlt jetzt nur noch der Gleichrichter und die Drossel.
http://www.werkzeug-news.de/Forum/ftopic3353.html
Es soll Leute geben, die Rahmenbrüche ihrer VW-Busse in der Sahara mit der Autobatterie geschweisst haben. Als Stromdrossel hatte man angeblich 3DF-Steine mit, um die meterlang dicker Eisendraht mit hohem Widerstand gewickelt wurde, um die Stromstärke herabzusetzen. Geschweisst wurde mit normalen Elektroden. Klingt aber irgendwie verflucht nach "Spinne in der Yukkapalme"...
http://www.autoschrauber.de/content/000 ... geraet.php
Grüsse
Alexander
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martääh
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Registriert: Do 28. Sep 2006, 11:25
Wohnort: Graz

Re: Reparaturen unterwegs mit ungewöhnlichen Mitteln

Beitrag von martääh »

spanngurte
lötzinn
lötlampe

sollten immer dabei sein :-)

1-1033dx.jpg

vorderer aufhängpunkt war die gurtbefestigung, hinten ein loch durch den kofferraumboden geschlagen, schraube ums andere ende des spanngurts. musste aber so alle 30km im harten gelände nachgespannt werden, da der mazda ziemlich weiches blech hatte. bin damit aber durch den ganzen PNBA bis NKT gekommen.

2-079arj.jpg

geht aber was ich weiß nicht bei alu kühlern -> wunderknet, flüssgimetall. beim löten kann man recht leicht prüfen, ob man alles erwischt hat: man braucht spüli + wasser und einen nichtraucher ;-) fertig ist das leksuchgerät
Alexander
Administrator
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Re: Reparaturen unterwegs mit ungewöhnlichen Mitteln

Beitrag von Alexander »

Was hast du denn angestellt, daß es die Feder so durch das Blech gedrückt hat? :shock:

Grüsse
Alexander
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Manfred Franz
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Re: Reparaturen unterwegs mit ungewöhnlichen Mitteln

Beitrag von Manfred Franz »

nichts ist unmöööglich ...
Gerhard Göttler
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Re: Reparaturen unterwegs mit ungewöhnlichen Mitteln

Beitrag von Gerhard Göttler »

Schweißen mit 12 Volt direkt von der Batterie:

In meinem Falle hats eine 32er Mutter des Längeslenkers vom Gewinde gerissen - Graben zu spät erkannt, voll rein. Gewinde war natürlich hinüber, Mutter konnte aber noch bis zum Anschlag draufgedreht werden. Dann mit Hilfe zufällig vorhandener recht dicker Kabel und einem 80er Nagel als Elektrode das Dingens gegen das Gewinde geschweißt. Die Batterie hat mitgespielt, die Mutter hat über rund 400 km Piste bei sachter Fahrweise gehalten.

Aber die Einheimischen improvisieren viel gekonnter! Ein gebrochenes Federblatt? x-mal eine Schnur drum, das hält recht lange. Und sicher ist das nur das kleine 1x1 von dem was sichtbar wirde.

Als bei mir mal das Augenblatt der Vorderachse am LC gebrochen war, mithin keine Längsführung mehr vorhanden war, haben wir mit zwei Spanngurten die Achse nach vorn und nach hinten verzurrt. Zum Glück war nur algerischer Asphalt zu bewältigen. Aber immerhin kamen wir so von Assamaka bis nach Tunis! Auch hier: Sachte Fahrweise war angesagt und bei Gegenverkehr gings mit dem Tempo fast immer gegen Null!

Die Eschersche Holzklotzmethode habe ich übrigens bei meinem Mongolen-Bus schon zu Hause vorbereitet: Zurechtgesägte Bretter bei hochgebocktem Fahrzeug (d.h. Federung am Anschlag) so eingepasst und mittels Briden und Bindern so fixiert, dass der Wagen nicht in die Federung gehen kann. Gedacht war das zur kurzfristigen Anwendung bei Durchquerung von Furten. Wurde dann aber in der Praxis nicht erforderlich.

Gerhard Göttler
martääh
Beiträge: 222
Registriert: Do 28. Sep 2006, 11:25
Wohnort: Graz

Re: Reparaturen unterwegs mit ungewöhnlichen Mitteln

Beitrag von martääh »

Alexander hat geschrieben: Was hast du denn angestellt, daß es die Feder so durch das Blech gedrückt hat? :shock:
das teil war BJ 91 und hatte 94 oder so einen heckschaden. wurde gerichtet, aber offenbar hat der federdom etwas abgekriegt. lass dann 10 österreichische winter drübergehen und du hast einen ausreichend geschädigten blechbereich. bereits in marakech zeigte sich ein erster riss, zerrissen hats das ganze so nach 50km pistenfahrt in einem ganz normalen schlagloch.

grüße

martin
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