Hallo WüSchis, sorry für viel Text, geht nicht kürzer!
Aus dem o.g. Artikel im Explorer-Magazin (Kurzform):
-- Die Algerische Sahara darf nur noch mit autorisierten Führern bereist werden.
-- AA: Einladung einer anerkannten Reiseagentur erforderlich.
-- Reisedauer und die von der Agentur bestimmte Route muss angegeben werden.
-- Kosten für einmonatige Tour 5.000 - 7.000 € für ein Fahrzeug mit 2 Personen.
-- Algerische Botschaft Berlin bestätigt auf Nachfrage: Fahrten ohne Agentur nicht möglich!
Soweit, so gut, soweit bekannt.
Dann beschreibt der Artikel zwei Schweizer, die in den vergangenen Jahren bereits mehrmals "das Kunststücke gemeistert haben, Algerien ohne Agentur und Führer zu bereisen". Einreise erfolgte dabei immer über den neuen Grenzübergang Mauretanien / Algerien.
Zitat: "Hinter der Grenze wurden wir dann noch begleitet bis in den Ort Tindouf, das war unsere einzige Eskorte in Algerien".
Dann wird erwähnt die Entführung des Spaniers Gilbert Navarro im Assekrem am 14.01.2025 (mittlerweile wieder frei) sowie die Ermordung der Schweizerin in Djanet.
Zitat: "[Die beiden Schweizer, Namen im Artikel] beeinflusst das bei Ihrer Reiseplanung nicht und sie wollen auch weiterhin ohne Schutz oder Begleitung reisen. Sie befinden sich bei Redaktionsschluss wieder in Algerien, erneut hat die Einreise über Mauretanien erfolgreich funktioniert."
Dann erklärt der Artikel, dass "die Tuareg" vor Ort (wo auch immer "vor Ort" ist) keine Entführungen wollen und sogar selbst dagegen vorgehen. [Anm.: Wenn "die Tuareg" dagegen vorgehen, gibt es also Pläne für Entführungen oder Versuche derselben? Gegen was würden sie sonst "vorgehen"?)
Die Taktik der Schweizer lt. Artikel:
-- zunächst die grundlegende Auffassung, dass Individualreisende nicht von der Pflicht zur Angabe von festen Routen betroffen sind.
-- möglichst viele Checkpoints mit guter Planung und Offroad-Fahren vermeiden, da "viele Polizisten nicht Bescheid wissen" (Anm. inhaltlich nicht kongruent, aber man ahnt, was sie sagen wollen.)
-- Ist Umfahren nicht möglich: hartnäckig sein und die Strecke nur in Häppchen preisgeben. Immer nur die nächste größere Ortschaft nennen, nie die gesamte Route.
-- Zitat: "Die algerischen Gendarmen wollen keinen Streit, die bleiben immer freundlich. Mit etwas Renitenz (sic!) und Diskussion lassen sie einen irgendwann ohne Eskorte weiterfahren."
Dann wird noch erzählt, dass die beiden Schweizer Algerien mittlerweile auf die genannte Art kreuz und quer bis tief in den Süden befahren haben, dass sie ihre Reiseerfahrungen regelmäßig im Blog veröffentlichen, und dass der Autor des Blogs "sich vor lauter Anfragen kaum noch retten kann" (aus dem Text). "Viele davon waren seitdem mit unserer Taktik auch schon erfolgreich."
Schlussbemerkung Explorer-Magazin: Der weiße Fleck des Maghreb scheint sich also langsam mit Farbe zu füllen.
Das ganze Ding ist vom Duktus her insgesamt leicht heroisch aufgestellt.
- - - - -
Meine Anmerkungen dazu:
Was "die Tuareg" da unten denken, spielt vermutlich weniger eine Rolle. Zum einen gibt es "die Tuareg" sowieso nicht, sondern eine Vielzahl unterschiedlicher Subgruppen, deren politische Ausrichtung von ist mir egal bis militant reicht, zum anderen wurden die 30 Reisenden 2003 entführt von Salafisten (GSPC), die sich später der Al-Qaida zuwandten. Die Gefahr einer Entführung ist m.M.n. auch heute durchaus noch latent vorhanden, und das wird auch im Artikel selbst eingeräumt: "Noch immer gelten die … südlichen Sahara-Regionen Algeriens als unsicher."
Nun fährt vermutlich jeder hier lieber alleine durch die Gegend. Wir selbst hatten seinerzeit in Libyen einen Führer (war ja Vorschrift) und sehr viel Spaß damit, aber auch wir wären lieber alleine rumgegurkt.
2003 waren wir von Ilizi aus unterwegs in Rtg. Gräberpiste, wurden dann aber vom Militär zurückbeordert nach Ilizi. Ein junger Soldat, der uns uns passieren lassen wollte, wurde von seinem Kommandanten mit dem gehobenen Gewehr bedroht, und nein, ich habe mir das nicht ausgedacht. Wir sind dann umgekehrt. Was danach geschah, weiß ja hier jeder. Meiner Meinung nach haben die alle Bescheid gewusst.
Was die Führer angeht, so ist deren Engagement nach Aussagen einiger Reisenden oftmals durchaus überschaubar, und am Ende werden daraus simple Routen in der Nähe von Hauptstrecken, immer mit Verweis auf die "Sicherheitslage". Durchaus ein Grund, das Prozedere zu umschiffen.
Die Frage nun: Sollen wir als Saharafahrer die "Taktik" der Schweizer unterstützen - oder nicht???
Meiner persönlichen Meinung nach sind die beiden Schweizer durchaus gefährdet, wenn sich das rundspricht. Ich bin sicher, dass die Leute beim Algerischen Sicherheitsdienst lesen können (ob sie das Explorer-Magazin lesen, weiß ich nicht, es sei ihnen aber gegönnt). Sollte die angewendete Verfahrensweise der Schweizer bei den Algeriern nicht auf Zustimmung stoßen, weiß jeder hier, wie schnell die das lösen können. Und im besten Fall führt das Verhalten dazu, dass in Zukunft die Einreisebestimmungen entsprechend verschärft werden.
Was sagt das Forum dazu?
.
Explorer-Magazin 04-2025: Algerien ohne Guide - Ja oder Nein? Ratschläge / Diskussion erwünscht
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Rockatanski
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Re: Explorer-Magazin 04-2025: Algerien ohne Guide - Ja oder Nein? Ratschläge / Diskussion erwünscht
Schweizer Passinhaber werden privilegiert behandelt.
Als Deutscher/Italiener/Pole hat man nicht die gleichen Möglichkeiten.
Als Franzose auch nicht.
Ohne Agentur geht nix, der Artikel färbt wchön und stützt sich nur auf Hörensagen.
Richtig ist, im Norden braucht man keinen Guide, keine Agentur.
Wer in die Tiefen will, braucht das.
Und ein Guide ist sein Geld meist mehr als wert, mit GPS-Koordinaten alleine findest du die Punkte sowieso nicht...
Die Kosten sind wohl von den bekannten Touragenturern aus Europa 1 zu 1 übernommen....
Als Deutscher/Italiener/Pole hat man nicht die gleichen Möglichkeiten.
Als Franzose auch nicht.
Ohne Agentur geht nix, der Artikel färbt wchön und stützt sich nur auf Hörensagen.
Richtig ist, im Norden braucht man keinen Guide, keine Agentur.
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Und ein Guide ist sein Geld meist mehr als wert, mit GPS-Koordinaten alleine findest du die Punkte sowieso nicht...
Die Kosten sind wohl von den bekannten Touragenturern aus Europa 1 zu 1 übernommen....
Re: Explorer-Magazin 04-2025: Algerien ohne Guide - Ja oder Nein? Ratschläge / Diskussion erwünscht
Der vorige Beitrag ist 100% zutreffend, viel mehr gibts zu dem Thema zusammenfassend nicht zu sagen. Was jeder daraus macht, muss er/sie natürlich selber wissen, ich persönlich käme nie auf die Idee, ohne Lokalmatador an Bord in die Sahara aufzubrechen. Die Beurteilung der aktuellen Sicherheitslage ist dabei nur ein kleiner Faktor, wer häufig genug in der Sahara war, weiss, dass die beste Route im Sand abhängig vom Wetter der letzten Wochen ist, und das weiss nur jemand von dort.
Viel Spass..frank
Viel Spass..frank
Re: Explorer-Magazin 04-2025: Algerien ohne Guide - Ja oder Nein? Ratschläge / Diskussion erwünscht
Danke, das sind valide Punkte.
Re: Explorer-Magazin 04-2025: Algerien ohne Guide - Ja oder Nein? Ratschläge / Diskussion erwünscht
Servus
Egal, ob priveligiert oder nicht als Passinhaber, früher, vor 20+ Jahren, wars halt so, dass du selbst verantwortlich warst, was du tust und wo du entlangfährst, abgesehen, von den damals schon aufgrund politischer Verwerfungen gesperrter Strecken.
Heute ist alles reguliert und reglementiert; wenn es dir passt, kannst mit Agentur gewisse Strecken befahren, wenn nicht, halt nicht.
Ist so, egal ob Zur Zeit Tunesien oder Algerien, vlt in Zukunft wieder Libyen. Die Zeiten haben sich, wenn auch nicht zum besseren, geändert. Bei uns in Europa ist es ja auch, was freies Campen und Befahren von gewissen Strecken betrifft, nicht anders.
Wenn man das Feeling (nochmals) erleben will, beisst man in den sauren Apfel oder man lässt es, that's it.
Nicht schön, aber Realität. Ich machs (auf die Art) nochmal, schauen wir einmal, wies läuft........
Egal, ob priveligiert oder nicht als Passinhaber, früher, vor 20+ Jahren, wars halt so, dass du selbst verantwortlich warst, was du tust und wo du entlangfährst, abgesehen, von den damals schon aufgrund politischer Verwerfungen gesperrter Strecken.
Heute ist alles reguliert und reglementiert; wenn es dir passt, kannst mit Agentur gewisse Strecken befahren, wenn nicht, halt nicht.
Ist so, egal ob Zur Zeit Tunesien oder Algerien, vlt in Zukunft wieder Libyen. Die Zeiten haben sich, wenn auch nicht zum besseren, geändert. Bei uns in Europa ist es ja auch, was freies Campen und Befahren von gewissen Strecken betrifft, nicht anders.
Wenn man das Feeling (nochmals) erleben will, beisst man in den sauren Apfel oder man lässt es, that's it.
Nicht schön, aber Realität. Ich machs (auf die Art) nochmal, schauen wir einmal, wies läuft........
Gruss Walter
http://travel42.at/walter-61/index.htm
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