Kuno hat geschrieben:
Wo hast du einen solchen Grund genannt? (ich hae deine Beitraege nochmal rashc durchgeschaut, den besagten Grund aber leider nicht finden koennen).
Der Spiegel Artikel sagt (auch von dir weiter oben zitiert), dass das Regime mit seiner Luftwaffe "leicht" den Aufstand niederschmettern koennte.
Wie denn? Der Aufstand besteht ja nicht aus einer kleinen und isolierten Gruppe sondern es ist ein regelrechter Volksaufstand. Das Regime muesste also mit allem was es hat die Staedte im Osten in Schutt und Asche legen... aber das wuerde -glaube ich-die Grenzen der Moeglichkeiten bei weitem sprengen.
Da Du Dir die Muehe gemacht hast, meine Beitraege "nochmal rasch durchzuschauen", will ich Dir Suche gern erleichtern:
lies noch mal den Beitrag von 12.04 h. Dort wirst Du einen Satz finden: ": wenn eine Regierung die eigene Bevoelkerung massakriert, dann ist nach internationalem Recht die Staatengemeinschaft berechtigt, militaerisch einzugreifen! (Das Prinzip der Hilfeleistung gilt nicht nur fuer den einzelnen Buerger!)"
Ich will nur auf diesen Aspekt eingehen: Kaddafi ist ein Psychopath - aber nicht dumm! Wir stehen - ob Ihr das nun seht, oder nicht - an der Grenze zu einem Eingreifen. Kaddafi weiss dies und betont nicht ohne Grund, das Volk sei auf seiner Seite, es handle sich also nur um eine revoltierende, missbrauchte Minderheit. (Einige Staaten - z.B. China - propagieren aus durchsichtigem Eigeninteresse diese Luegen!) Es gibt ja in der Tat auch keinen zusammenhaengenden Widerstand oder gar eine geeinte, gefuehrte Opposition. Es gibt lokale Aufstaende - die Struktur des Landes laesst nichts anderes zu. Ein grosser Unterschied zu TU und Aegypten!
Deshalb versucht Kaddafi die unweigerlich kommende Reaktion (siehe oben) der Staatengemeinschaft aufzuhalten. Bisher klappt diese Taktik!
Unterdessen geht er in brutalen militaerischen Einzelaktionen (immer haeufiger Einsatz schweren Geraets in bewohnten Gegenden) gegen die Revolte vor, hofft den Widerstand zu zerstueckeln, um die Teile zu vernichten, Tatsachen zu schaffen, die ein Eingreifen von Aussen - besonders in der arabischen Welt - als neokolonialistischen Angriff erscheinen lassen wuerden.
Wuerde er seine gesamten Moeglichkeiten sofort nutzen, gaebe es nicht tausende, sondern zehntausende Opfer, die Staedte wuerden in Truemmer sinken und - dies nur nebenbei - es gaebe keine nachvollziehbaren Unklarheiten mehr darueber, dass hier ein grossangelegtes Verbrechen gegen das Voelkerrecht stattfindet. Die Untaetigkeit der internationalen Gemeinschaft wuerde damit unhaltbar, die Glaubwuerdigkeit, besonders Europas, waere auf lange Jahre zerstoert.
Die Zeit spielt also nicht gegen ihn (so wie auch hier einige meinen), sondern nuetzt ihm, wenn er weiter ungestoert seiner Taktik folgen kann.