Fähre Mersin - Tripoli (Türkei - Libanon)
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Re: Fähre Mersin - Tripoli (Türkei - Libanon)
Hallo Achim,
damit hat sich meine Vermutung (Annahme) mit der Fähre bestätigt.
Vielleicht noch ein paar Hintergrundkenntnisse, welche nicht allen geläufig sind:
die meisten Libanesen, welche in Europa leben werden wohl aufgrund der weiterhin unsicheren politischen Lage in Syrien, im Sommer mit dem Auto und somit mit der Fähre nach "Hause" reisen und nicht mit dem Flugzeug.
Damit tut sich für die Reederei ein profitabler Markt auf.
Hintergrund für die Libanesen den langen und beschwerlichen Weg mit dem Auto zu nehmen ist die Tatsache, das der LB aufgrund der Situation in Syrien, den Flüchtlingen im LB und der der im LB vorhandenen Hisbollah sowie ethnische/religiöse Auseinandersetzungen untereinander, einem Pulverfass gleicht, wo theoretisch täglich irgendeiner die Lunte anzünden könnte.
Und aus Erfahrung wissen die Libanesen, dass bei heftigeren Konflikten als erstes der einzige Flughafen in Beirut komplett blockiert/geschlossen wird. Damit bleibt nur noch die einzige Möglichkeit das Land in absehbarer Zeit wieder zu verlassen, mit einer Fähre oder Schiff.
Dazu kommt noch das eine nicht unerhebliche Zahl besser situierter, einheimischer Libanesen, im Sommer die Fähre nutzen um in der Türkei preiswert Urlaub zu machen.
nice day
Miki
damit hat sich meine Vermutung (Annahme) mit der Fähre bestätigt.
Vielleicht noch ein paar Hintergrundkenntnisse, welche nicht allen geläufig sind:
die meisten Libanesen, welche in Europa leben werden wohl aufgrund der weiterhin unsicheren politischen Lage in Syrien, im Sommer mit dem Auto und somit mit der Fähre nach "Hause" reisen und nicht mit dem Flugzeug.
Damit tut sich für die Reederei ein profitabler Markt auf.
Hintergrund für die Libanesen den langen und beschwerlichen Weg mit dem Auto zu nehmen ist die Tatsache, das der LB aufgrund der Situation in Syrien, den Flüchtlingen im LB und der der im LB vorhandenen Hisbollah sowie ethnische/religiöse Auseinandersetzungen untereinander, einem Pulverfass gleicht, wo theoretisch täglich irgendeiner die Lunte anzünden könnte.
Und aus Erfahrung wissen die Libanesen, dass bei heftigeren Konflikten als erstes der einzige Flughafen in Beirut komplett blockiert/geschlossen wird. Damit bleibt nur noch die einzige Möglichkeit das Land in absehbarer Zeit wieder zu verlassen, mit einer Fähre oder Schiff.
Dazu kommt noch das eine nicht unerhebliche Zahl besser situierter, einheimischer Libanesen, im Sommer die Fähre nutzen um in der Türkei preiswert Urlaub zu machen.
nice day
Miki
Re: Fähre Mersin - Tripoli (Türkei - Libanon)
Hallo Achim, hallo Miki,
könntet Ihr mir mitteilen, welche Reederei diese Strecke betreibt, gibt es eine Website?
Viele Grüße
Oliver
könntet Ihr mir mitteilen, welche Reederei diese Strecke betreibt, gibt es eine Website?
Viele Grüße
Oliver
- Achim Vogt
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Re: Fähre Tasucu - Tripoli (Türkei - Libanon)
Nach einigen Jahren Pause habe ich seit Mai 2018 wieder einen fahrbaren Untersatz. Und natürlich war die erste Idee, den isolierten Libanon - im Norden und Osten liegt Syrien, im Süden Israel und im Westen das Mittelmeer - per Auto zu verlassen und quasi zum Eingewöhnen wieder einmal eine Tour nach Europa zu unternehmen. Netter Nebeneffekt: Bei IBS in Thun in der Schweiz, deren Chef Beat Wyss ich auf der Abenteuer Allrad in Bad Kissingen kennengelernt hatte, bekam der Pajero eine Inneneinrichtung und wurde auch außenherum fernreisetauglich gemacht.
Aber wie nun den Libanon verlassen? Ich erinnerte mich an die Fähre von Tripoli in die Türkei, von der zu Hochzeiten der syrischen Flüchtlingskrise bis zu vier pro Tag die Route vom Nordlibanon in diverse Häfen an der Südostküste der Türkei befahren hatten. Inzwischen gibt es nur noch ein Schiff, die Medstar, eine alte Lkw-Fähre, 1979/80 gebaut und vor allem in Italien in Betrieb gewesen.
Und gefühlt seitdem nicht mehr wirklich instandgehalten.
Das Vertrauen in den Seelenverkäufer ließ sich auch nicht durch die Erinnerung an die alte "Medstar" erhöhen, die genau zwei Jahre zuvor, am 9. August 2016, im Hafen von Tripoli in Brand geraten war und danach nur noch abgewrackt werden konnte.
Passenger Ro-Ro ship Med Star caught fire in Port of Tripoli
(aus: Maritime Herald, 14. August 2016)
Auch wenn das Schiff erst abends um 21 Uhr auslaufen sollte, war ich am 9. August 2018 schon gegen 14 Uhr im Büro der Reederei in der Innenstadt von Tripoli, um das Ticket zu kaufen. Der Hintergrund ist, dass die Reederei alle Daten der Passagiere und Fahrzeuge den Behörden im Hafen melden muss. Also blieb nur, das Angenehmste aus der Situation zu machen und die Wartezeit mit guten Freunden in Tripoli zu verbringen. Um 17.30 Uhr musste ich dann samt Fahrzeug im Hafen sein, um die Formalitäten zu erledigen. Danach begann die lange Wartezeit und die fachkundige Begutachtung der Ladeprozedur.
Fortsetzung und vor allem Details zu Preisen und Prozeduren folgen!
Viele Grüße
Achim
Aber wie nun den Libanon verlassen? Ich erinnerte mich an die Fähre von Tripoli in die Türkei, von der zu Hochzeiten der syrischen Flüchtlingskrise bis zu vier pro Tag die Route vom Nordlibanon in diverse Häfen an der Südostküste der Türkei befahren hatten. Inzwischen gibt es nur noch ein Schiff, die Medstar, eine alte Lkw-Fähre, 1979/80 gebaut und vor allem in Italien in Betrieb gewesen.
Und gefühlt seitdem nicht mehr wirklich instandgehalten.
Das Vertrauen in den Seelenverkäufer ließ sich auch nicht durch die Erinnerung an die alte "Medstar" erhöhen, die genau zwei Jahre zuvor, am 9. August 2016, im Hafen von Tripoli in Brand geraten war und danach nur noch abgewrackt werden konnte.
Passenger Ro-Ro ship Med Star caught fire in Port of Tripoli
(aus: Maritime Herald, 14. August 2016)
Auch wenn das Schiff erst abends um 21 Uhr auslaufen sollte, war ich am 9. August 2018 schon gegen 14 Uhr im Büro der Reederei in der Innenstadt von Tripoli, um das Ticket zu kaufen. Der Hintergrund ist, dass die Reederei alle Daten der Passagiere und Fahrzeuge den Behörden im Hafen melden muss. Also blieb nur, das Angenehmste aus der Situation zu machen und die Wartezeit mit guten Freunden in Tripoli zu verbringen. Um 17.30 Uhr musste ich dann samt Fahrzeug im Hafen sein, um die Formalitäten zu erledigen. Danach begann die lange Wartezeit und die fachkundige Begutachtung der Ladeprozedur.
Fortsetzung und vor allem Details zu Preisen und Prozeduren folgen!
Viele Grüße
Achim
- Achim Vogt
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Re: Fähre Mersin - Tripoli (Türkei - Libanon)
Um 23 Uhr legt der Dampfer schließlich ab. Bei schönem Hochsommerwetter sitzen wir noch lange an Bord, ehe es in die Koje geht, die über kein Bettzeug, aber immerhin über ein Kopfkissen verfügt. Und eine Klimaanlage gibt es auch. Insofern schlafe ich selig in den kommenden Morgen. Das Frühstück ist dann von denkwürdiger Schlichtheit - und die einzige Mahlzeit an Bord. Es lohnt also, am Abend vorher im Hafen von Tripoli etwas zu essen bzw. Proviant mit an Bord zu nehmen.
Das Schiff ist wie gesagt eigentlich eine Lkw-Fähre. Knapp 70 Lkw sind an Bord, sie kommen zumeist aus der Türkei und dem Libanon, einige wenige sind aus dem Iran und aus Syrien. Ein Rumäne ist dabei. Jetzt, zum Ende des Sommers sind außerdem erstaunlich viele Pkw bzw. Busse dabei: 15 Autos stammen aus Deutschland, ein Beleg dafür, wieviele Libanesen in Deutschland eine Heimat gefunden haben. Flüchtlinge waren die meisten seinerzeit, Ende der 70-er und Anfang der 80-er Jahre auch. Damals flohen die meisten allerdings vor den anrückenden Israelis, die 1978 und 1982 zweimal im Libanon einmarschierten. Deshalb auch stammen 10 der 18 Autos aus Berlin, weitere fünf aus dem Rest Deutschlands. Es sind libanesische Schiiten, meist aus der Gegend um Nabatieh. Mit mehreren Kindern und für lange Sommerferien lohnt sich die teure Überfahrt, weil ein Mietwagen für eine Großfamilie in der Hauptsaison für einen Monat oder zwei schlicht zu teuer wäre. Das 16. Fahrzeug sind Libanesen, die in Frankreich zuhause sind. Nr. 17 bin ich, der einzige "Libanese" an Bord und Nr. 18 ist der Oberkommandierende der UNIFIL-Friedenstruppe, die an der Grenze zwischen Israel und dem Libanon stationiert ist und dort seit 1978 einen prekären Waffenstillstand überwacht. Der Ire ist stilecht mit einem rechtsgelenkten Porsche 911 auf dem Weg zurück nach Dublin.
Nach 14 Stunden kommen wir in Tasucu an, einer Kleinstadt mit einem kleinen Industriehafen.
Ich freue mich zu früh darauf, schon am Spätnachmittag an meinem Zielort Kemer, kurz hinter Antalya - wo die Familie wartet - anzukommen. Die Türkei hat an ihren Grenzen teilweise gehörig aufgerüstet und wartet mit einem Röntgengerät auf die eintreffenden Fahrzeuge. Weil das Gerät aber auf Lkw justiert ist, müssen wir darauf warten, dass alle Pkw vom Schiff und abgefertigt sind, bevor der Röntgenapparat auf unsere niedrigere Höhe eingestellt wird und wir vor den meisten Lkw durchfahren dürfen. Am Ende stehen wir gut drei Stunden in der brütenden Hitze, zumal die Gepäckstücke der Fahrzeuge auch noch manuell durchsucht werden.
Immerhin geht die Passabfertigung und die Kontrolle der Fahrzeugpapiere relativ reibungslos und schnell über die Bühne. Für meine arabischen Fahrzeugpapiere habe ich mir einen internationalen Fahrzeugschein besorgt, der erste, den der libanesische Automobilclub in über zwei Jahren ausgestellt hat ...
Das Schiff ist wie gesagt eigentlich eine Lkw-Fähre. Knapp 70 Lkw sind an Bord, sie kommen zumeist aus der Türkei und dem Libanon, einige wenige sind aus dem Iran und aus Syrien. Ein Rumäne ist dabei. Jetzt, zum Ende des Sommers sind außerdem erstaunlich viele Pkw bzw. Busse dabei: 15 Autos stammen aus Deutschland, ein Beleg dafür, wieviele Libanesen in Deutschland eine Heimat gefunden haben. Flüchtlinge waren die meisten seinerzeit, Ende der 70-er und Anfang der 80-er Jahre auch. Damals flohen die meisten allerdings vor den anrückenden Israelis, die 1978 und 1982 zweimal im Libanon einmarschierten. Deshalb auch stammen 10 der 18 Autos aus Berlin, weitere fünf aus dem Rest Deutschlands. Es sind libanesische Schiiten, meist aus der Gegend um Nabatieh. Mit mehreren Kindern und für lange Sommerferien lohnt sich die teure Überfahrt, weil ein Mietwagen für eine Großfamilie in der Hauptsaison für einen Monat oder zwei schlicht zu teuer wäre. Das 16. Fahrzeug sind Libanesen, die in Frankreich zuhause sind. Nr. 17 bin ich, der einzige "Libanese" an Bord und Nr. 18 ist der Oberkommandierende der UNIFIL-Friedenstruppe, die an der Grenze zwischen Israel und dem Libanon stationiert ist und dort seit 1978 einen prekären Waffenstillstand überwacht. Der Ire ist stilecht mit einem rechtsgelenkten Porsche 911 auf dem Weg zurück nach Dublin.
Nach 14 Stunden kommen wir in Tasucu an, einer Kleinstadt mit einem kleinen Industriehafen.
Ich freue mich zu früh darauf, schon am Spätnachmittag an meinem Zielort Kemer, kurz hinter Antalya - wo die Familie wartet - anzukommen. Die Türkei hat an ihren Grenzen teilweise gehörig aufgerüstet und wartet mit einem Röntgengerät auf die eintreffenden Fahrzeuge. Weil das Gerät aber auf Lkw justiert ist, müssen wir darauf warten, dass alle Pkw vom Schiff und abgefertigt sind, bevor der Röntgenapparat auf unsere niedrigere Höhe eingestellt wird und wir vor den meisten Lkw durchfahren dürfen. Am Ende stehen wir gut drei Stunden in der brütenden Hitze, zumal die Gepäckstücke der Fahrzeuge auch noch manuell durchsucht werden.
Immerhin geht die Passabfertigung und die Kontrolle der Fahrzeugpapiere relativ reibungslos und schnell über die Bühne. Für meine arabischen Fahrzeugpapiere habe ich mir einen internationalen Fahrzeugschein besorgt, der erste, den der libanesische Automobilclub in über zwei Jahren ausgestellt hat ...
- Achim Vogt
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Re: Fähre Tasucu - Tripoli (Türkei - Libanon)
Die Rückfahrt von Tasucu nach Tripoli verläuft unter ähnlichen Umständen, nur etwas angenehmer auf türkischer Seite: Um 14 Uhr hole ich das Ticket ab, in einem unscheinbaren Bürogebäude an der Hauptstraße außerhalb des Ortszentrums.
Das Schöne ist nun, dass nach Erwerb des Tickets genug Zeit bleibt, um den Tag in Ruhe am öffentlichen Strand des Ortes zu verbringen, etwas zu Abend zu essen und dann gegen 20 Uhr gemütlich zum Hafen zu fahren.
Die Überfahrt verläuft problemlos und ich freue mich schon, am frühen Abend zuhause zu sein. An Bord sind diesmal - die Feriensaison ist Anfang September vorüber - außer mir nur eine syrische Familie, die über den teuren Umweg durch den Libanon versucht, nach Aleppo durchzukommen, und vier libanesische BMW-Motorradfahrer, die eine einwöchige Spritztour durch die Türkei unternommen haben - Tourismus und Überlandfahrten funktionieren eben inzwischen auch andersherum ...
Leider habe ich die Rechnung ohne den libanesischen Wirt gemacht - die Schiffsbesatzung hat unsere zwei Pkw so sinnlos eingeparkt, dass wir erst nach über zwei Stunden das Schiff verlassen können. Nur die Motorradfahrer hatten Glück. Aber immerhin: zum Barbecue bei Freunden bin ich abends wieder zuhause ...
Das Schöne ist nun, dass nach Erwerb des Tickets genug Zeit bleibt, um den Tag in Ruhe am öffentlichen Strand des Ortes zu verbringen, etwas zu Abend zu essen und dann gegen 20 Uhr gemütlich zum Hafen zu fahren.
Die Überfahrt verläuft problemlos und ich freue mich schon, am frühen Abend zuhause zu sein. An Bord sind diesmal - die Feriensaison ist Anfang September vorüber - außer mir nur eine syrische Familie, die über den teuren Umweg durch den Libanon versucht, nach Aleppo durchzukommen, und vier libanesische BMW-Motorradfahrer, die eine einwöchige Spritztour durch die Türkei unternommen haben - Tourismus und Überlandfahrten funktionieren eben inzwischen auch andersherum ...
Leider habe ich die Rechnung ohne den libanesischen Wirt gemacht - die Schiffsbesatzung hat unsere zwei Pkw so sinnlos eingeparkt, dass wir erst nach über zwei Stunden das Schiff verlassen können. Nur die Motorradfahrer hatten Glück. Aber immerhin: zum Barbecue bei Freunden bin ich abends wieder zuhause ...
- Achim Vogt
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Re: Fähre Tasucu - Tripoli (Türkei - Libanon)
Die Fähre fährt zweimal die Woche, jeweils sonntags und freitags ab Tasucu (Abfahrt gegen Mitternacht; Ticket muss gegen 14 Uhr abgeholt werden, Fahrt zum Hafen gegen 20 Uhr) und montags und donnerstags ab Tripoli (Abfahrt gegen 21 Uhr, Ticket muss gegen 14 Uhr abgeholt werden, Fahrt zum Hafen gegen 17 Uhr).
Zum guten Schluss kommen nun allerdings noch die zwei Wermutstropfen des kleinen libanesischen Abenteuers:
Dieselfahrzeuge sind im Libanon nicht erlaubt! Seit neuestem gibt es immerhin eine Ausnahme: Ein Mitreisender mit einem Audi Diesel erzählte mir, Fahrzeuge ab Baujahr 2015 seien erlaubt! Und es gebe im Libanon auch AdBlue zu tanken! Ich kann nicht beurteilen, wie es bei großen Wohnmobilen aussieht, die möglicherweise als Lkw durchgehen und erlaubt sein könnten. Jedenfalls habe ich im südlibanesischen Sidon (Saida auf arabisch) vor einiger Zeit ein Hymermobil aus Berlin gesehen - das einzige ausländische Wohnmobil in fünf Jahren im Libanon. Und leider konnte ich im Vorbeifahren nicht erkennen, ob es sich tatsächlich um ein Dieselfahrzeug gehandelt hat (auch wenn ich das mal annehmen würde).
Der zweite Wermutstropfen betrifft den Preis: Es gibt schlicht keine Alternative zu der Fähre für diejenigen, die das Land mit dem eigenen Fahrzeug bereisen oder - in meinem Fall - verlassen wollen! Das weiß auch der schlitzohrige libanesische Besitzer der Fähre und nimmt Mondpreise:
Die libanesischen Motorradfahrer haben 800 US-Dollar hin und zurück bezahlt - nur für das Motorrad wohlgemerkt!
Bei meinem Geländewagen waren es 700 US-Dollar für die Fahrt vom Libanon in die Türkei und 580 US-Dollar für die Fahrt zurück (merkantil gedacht macht das Sinn: Man muss ja nicht in den Libanon fahren - aber wenn man raus will, gibt es eben keine Alternative). Hinzu kommen 200 US-Dollar pro Strecke für jeden Passagier (Hin- und Rückfahrt gibt es für 300 US-Dollar) und 100 US-Dollar pro Kabine pro Strecke. Für ein Paar mit Geländewagen wären das also 2.180 US-Dollar oder derzeit rund 1.900 Euro!
Hinzu kommt eine Versicherungsgebühr (Vollkasko) von 250 US-Dollar für drei Monate. Ob es auch einen Tarif für eine kürzere Aufenthaltsdauer gibt, weiß ich nicht. Für mein libanesisches Auto habe ich außerdem rund 50 US-Dollar Ausreisegebühr bezahlt. Ich meine zu wissen, dass dies auch für die ausländischen Autos gilt, weil es eine Art Hafengebühr ist.
Willkommen im Libanon!
Zum guten Schluss kommen nun allerdings noch die zwei Wermutstropfen des kleinen libanesischen Abenteuers:
Dieselfahrzeuge sind im Libanon nicht erlaubt! Seit neuestem gibt es immerhin eine Ausnahme: Ein Mitreisender mit einem Audi Diesel erzählte mir, Fahrzeuge ab Baujahr 2015 seien erlaubt! Und es gebe im Libanon auch AdBlue zu tanken! Ich kann nicht beurteilen, wie es bei großen Wohnmobilen aussieht, die möglicherweise als Lkw durchgehen und erlaubt sein könnten. Jedenfalls habe ich im südlibanesischen Sidon (Saida auf arabisch) vor einiger Zeit ein Hymermobil aus Berlin gesehen - das einzige ausländische Wohnmobil in fünf Jahren im Libanon. Und leider konnte ich im Vorbeifahren nicht erkennen, ob es sich tatsächlich um ein Dieselfahrzeug gehandelt hat (auch wenn ich das mal annehmen würde).
Der zweite Wermutstropfen betrifft den Preis: Es gibt schlicht keine Alternative zu der Fähre für diejenigen, die das Land mit dem eigenen Fahrzeug bereisen oder - in meinem Fall - verlassen wollen! Das weiß auch der schlitzohrige libanesische Besitzer der Fähre und nimmt Mondpreise:
Die libanesischen Motorradfahrer haben 800 US-Dollar hin und zurück bezahlt - nur für das Motorrad wohlgemerkt!
Bei meinem Geländewagen waren es 700 US-Dollar für die Fahrt vom Libanon in die Türkei und 580 US-Dollar für die Fahrt zurück (merkantil gedacht macht das Sinn: Man muss ja nicht in den Libanon fahren - aber wenn man raus will, gibt es eben keine Alternative). Hinzu kommen 200 US-Dollar pro Strecke für jeden Passagier (Hin- und Rückfahrt gibt es für 300 US-Dollar) und 100 US-Dollar pro Kabine pro Strecke. Für ein Paar mit Geländewagen wären das also 2.180 US-Dollar oder derzeit rund 1.900 Euro!
Hinzu kommt eine Versicherungsgebühr (Vollkasko) von 250 US-Dollar für drei Monate. Ob es auch einen Tarif für eine kürzere Aufenthaltsdauer gibt, weiß ich nicht. Für mein libanesisches Auto habe ich außerdem rund 50 US-Dollar Ausreisegebühr bezahlt. Ich meine zu wissen, dass dies auch für die ausländischen Autos gilt, weil es eine Art Hafengebühr ist.
Willkommen im Libanon!
Re: Fähre Mersin - Tripoli (Türkei - Libanon)
Kleines Update zu den Preisen für die Fähre. Folgende automatische Antwort kam vom Medstar-Ansprechpartner in WhatsApp. Danach keine weitere Rückmeldung...
Merhaba İyi Günler; Haftada 3 gün sefer yapmaktayız. Gemi çıkış günleri araçların yoğunluğuna göre değişmektedir. Çıkış limanı: Taşucu/Mersin/Türkiye Varış limanı: Tripoli/Lübnan Otomobil:1550 usd (tek yön) / 2600 usd (gidiş-dönüş) Yolcu : 230 usd (tek yön) / 330 usd (gidiş-dönüş) Lübnan; Covid-19 aşı olsa dahi pcr testi istemektedir. Bilgi için: 0 (534) 857 43 39. 0(324) 741 22 20 ...Hello good day; We fly 3 days a week. Ship departure days vary according to the density of vehicles. Port of departure: Tasucu/Mersin/Turkey Destination port: Tripoli/Lebanon Car: 1550 usd (one way) / 2600 usd (round trip) Passenger: 230 usd (one way) / 330 usd (round trip) Lebanon; Covid-19 requests PCR test even if there is a vaccine. For information: 0 (534) 857 43 39. 0 (324) 741 22 20
Re: Fähre Mersin - Tripoli (Türkei - Libanon)
Hallo!
ich brauche eure Hilfe!
Ich möchte gerne Ende Dezember 2023 mit meine Auto von Marcin ( Taşucu) nach Libanon ( Tripoli ) mit Schiff fahren,
Wie viel kostet das Ticket und ob im ( Winter ) Dezember
Schiffe nach Libanon fahren.
Ich brauche bitte mehr Informationen und Telefonnummer damit ich anrufen kann und ein Ticket reservieren.
Danke euch
ich brauche eure Hilfe!
Ich möchte gerne Ende Dezember 2023 mit meine Auto von Marcin ( Taşucu) nach Libanon ( Tripoli ) mit Schiff fahren,
Wie viel kostet das Ticket und ob im ( Winter ) Dezember
Schiffe nach Libanon fahren.
Ich brauche bitte mehr Informationen und Telefonnummer damit ich anrufen kann und ein Ticket reservieren.
Danke euch
Re: Fähre Mersin - Tripoli (Türkei - Libanon)
Was wäre die Welt ohne grenzenlosen Optimismus?!
- Achim Vogt
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Re: Fähre Mersin - Tripoli (Türkei - Libanon)
Hallo Begi,
willkommen im Wüstenschiff und sorry für den Kommentar von Sysiphus - er hat offenbar nicht gesehen, dass Du neu bist.
Wenn Du etwas nach oben scrollst, siehst Du auf dem Foto (mein Post von 2018) die Telefonnummern der Reederei Medstar in der Türkei. Eine aktuelle ist +90 535 214 241.
Ich weiß nicht, welche Nationalität Du hast - wenn Du arabisch sprichst, kannst Du Medstar auch im Libanon unter der +961 70 111 523, +961 70 373 557 oder +961 71 661 010 in Tripoli anrufen. Die Festnetznummer ist +961 6 205 033.
Die Fähre ist wirklich sehr teuer - allerdings wird es deutlich weniger, wenn Du hin und zurück fährst. Vom Libanon aus kostet es für einen VW-Bus 1.500 USD einfache Fahrt, plus 200 USD pro Person. Von der Türkei aus war es billiger, als ich 2018 gefahren bin. Inzwischen scheinen sich die Preise aber angeglichen zu haben.
Viele Grüße
Achim
willkommen im Wüstenschiff und sorry für den Kommentar von Sysiphus - er hat offenbar nicht gesehen, dass Du neu bist.
Wenn Du etwas nach oben scrollst, siehst Du auf dem Foto (mein Post von 2018) die Telefonnummern der Reederei Medstar in der Türkei. Eine aktuelle ist +90 535 214 241.
Ich weiß nicht, welche Nationalität Du hast - wenn Du arabisch sprichst, kannst Du Medstar auch im Libanon unter der +961 70 111 523, +961 70 373 557 oder +961 71 661 010 in Tripoli anrufen. Die Festnetznummer ist +961 6 205 033.
Die Fähre ist wirklich sehr teuer - allerdings wird es deutlich weniger, wenn Du hin und zurück fährst. Vom Libanon aus kostet es für einen VW-Bus 1.500 USD einfache Fahrt, plus 200 USD pro Person. Von der Türkei aus war es billiger, als ich 2018 gefahren bin. Inzwischen scheinen sich die Preise aber angeglichen zu haben.
Viele Grüße
Achim
Re: Fähre Mersin - Tripoli (Türkei - Libanon)
Achim Vogt hat geschrieben: ↑So 15. Okt 2023, 19:37Hallo Begi,
... und sorry für den Kommentar von Sysiphus - er hat offenbar nicht gesehen, dass Du neu bist.
Viele Grüße
Achim
Stimmt, hatte ich nicht gesehen. Trotzdem musst Du Dich nicht für meinen Kommentar entschuldigen! Wenn das nötig wäre, täte ich es schon noch selbst.
Er war auch keineswegs böse gemeint, sondern bezog sich auf die aktuelle Situation in Nahost (die gerade Du sicher sehr gut kennst) und die ja nun wirklich erheblichen Optimismus verlangt, wenn man demnächst dorthin fahren möchte.
In meiner Umgebung gibt es Leute, die jetzt von dort wegfahren - und das auch nicht mit leichtem Herzen.
(Nur am Rande: Ich bin regelmässig auf deutschen Foren unterwegs und deswegen nicht gerade an soche Dünnhäutigkeit gewöhnt, sondern eigentlich eher durchs Gegenteil geeicht...)
Fähre Mersin - Tripoli (Türkei - Libanon)
Wo liegt dieses: Marcin ( Taşucu) ?
Ich bin von Tasucu nach Nordzypern gefahren, da hab' ich nix von Marcin gesehen.
Das war mit der Reederei Akgünler: https://www.akgunlerdenizcilik.com/
Ansonsten würde ich auch mal mit dem Schiff in den Libanon fahren - geht aber nicht, weil sie keine Diesel-KFZ reinlassen.
Ich bin von Tasucu nach Nordzypern gefahren, da hab' ich nix von Marcin gesehen.
Das war mit der Reederei Akgünler: https://www.akgunlerdenizcilik.com/
Ansonsten würde ich auch mal mit dem Schiff in den Libanon fahren - geht aber nicht, weil sie keine Diesel-KFZ reinlassen.
- Achim Vogt
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Re: Fähre Mersin - Tripoli (Türkei - Libanon)
Lieber Mauritius,
wenn Du mal in den Betreff schaust, siehst Du fix, dass es um Mersin geht, den großen Handelshafen östlich von Tasucu. Von dort (und manchmal von Iskenderun) gingen zu Zeiten auch mal Fähren nach Tripoli. Seit einigen Jahren ist es aber nur noch Tasucu.
Viele Grüße
Achim
wenn Du mal in den Betreff schaust, siehst Du fix, dass es um Mersin geht, den großen Handelshafen östlich von Tasucu. Von dort (und manchmal von Iskenderun) gingen zu Zeiten auch mal Fähren nach Tripoli. Seit einigen Jahren ist es aber nur noch Tasucu.
Viele Grüße
Achim
Fähre Mersin - Tripoli (Türkei - Libanon)
Vielen Dank, lieber Achim,
ich kenne Mersin. Das heißt, das das erwähnte Marcin jetzt Mersin bedeutet? Kann man ja nicht wissen.
ich kenne Mersin. Das heißt, das das erwähnte Marcin jetzt Mersin bedeutet? Kann man ja nicht wissen.




