Unterschriftenaktion: Deine Stimme gegen Armut

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Jürgen
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Re: Unterschriftenaktion: Deine Stimme gegen Armut

Beitrag von Jürgen »

christelle hat geschrieben:
Spass beiseite: ich hab schon 2 Personen bekehrt, ist ja toll :mrgreen:
@christelle:

das hat nicht´s mit Bekehrung zu tun. Ich leiste nur meinen Beitrag zur Entwicklungshilfe anders (sowie, wahrscheinlich der größte Teil der Individualreisenden).

Jürgen
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christelle
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Re: Unterschriftenaktion: Deine Stimme gegen Armut

Beitrag von christelle »

Juergen,

war doch nur ein Spass! Ich provoziere halt gerne, so werden die Menschen dazu angeregt, nachzudenken bzw. zu reagieren! :wink:
Es zieht immer wieder :mrgreen:

Psychologischer Gruss,
Christelle
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Jürgen
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Re: Unterschriftenaktion: Deine Stimme gegen Armut

Beitrag von Jürgen »

Cristelle,
ich fühle mich in keinster weise provoziert :wink: ,
da ich in 2 Kulturkreisen lebe denke ich schon immer so :lol:

PS. Mach mal diesen Standpunkt einem "AllIn-Touristen" oder "pausch. Touri" klar :twisted:, dieser meint nämlich auch er leistet Entwicklungshilfe.

Jürgen
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christelle
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Re: Unterschriftenaktion: Deine Stimme gegen Armut

Beitrag von christelle »

Mensch Juergen,

sollte man nicht, anstatt ueber die ewigen Pauschaltouristen zu schimpfen, bei sich selber anfangen? Ich meine, es ist doch das Gleiche, wie wenn die "reichen Weissen" uber die "boesen korrupten Akrikaner" schimpfen, anstatt bei sich selber anzufangen! Vielleicht sollte man nicht immer die Schuld bei anderen suchen...

Was der Tourist auch tut, er tut es immer falsch:

- Der lächerliche Tourist, der schon von seinem Äußeren her auffällt, mit seiner Kamera, die ihm als weltweites Erkennungszeichen vor dem Bauch baumelt. Mit seiner komischen Freizeitbekleidung. Weißhäutig, fettleibig oder halbnackt.
- Der einfältige Tourist, reiseunerfahren, ohne Sprachkenntnisse, der sich nirgendwo auskennt, dumme Fragen stellt und sich leicht übers Ohr hauen läßt.
- Der organisierte Tourist, der unselbständig ist, ohne Reisegruppe und Reiseleiter verloren wäre und der sich wie ein Herdentier nur unter seinesgleichen wohlfühlt.
- Der häßliche Tourist, der sich so aufführt, als gehöre ihm die Welt allein, und alles macht, was ihm zu Hause verboten ist.
- Der kulturlose Tourist, der während seiner ganzen Ferien faul am Strand liegt, sich keinen Deut um das besuchte Land und seine Leute interessiert und wie zu Hause fernsieht, Karten spielt und Wiener Schnitzel ißt.
- Der reiche Tourist, der sich alles leisten kann und auch kaufen will, der seinen Wohlstand zur Schau stellt und sich wie ein Fürst bedienen läßt.
- Der ausbeuterische Tourist, der sich auf Kosten fremder Menschen und Kulturen erholt und von der Armut anderer profitiert.
- Der umweltverschmutzende Tourist, der die alles überrollende Blechlawine produziert, mit Abgasen die Luft verpestet, über Felder und Wiesen trampelt, Flüsse und Seen und Meere verschmutzt und die Landschaft verschandelt.
- Der alternative Tourist, der sich von den anderen Touristen absetzt, in die hintersten, unberührten Winkel der besuchten Gebiete vordringt und so dem Massentourismus den Weg bereitet.

Und es versteht sich von selbst: Touristen sind immer nur die anderen!

Jost Krippendorf: Der Ferienmensch. Zürich/Schwäbisch Hall 1984.

:mrgreen:
Gruss,
Christelle
Zuletzt geändert von christelle am Di 5. Jun 2007, 15:20, insgesamt 1-mal geändert.
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Jürgen
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Re: Unterschriftenaktion: Deine Stimme gegen Armut

Beitrag von Jürgen »

Nett formuliert :wink:

jürgen
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Re: Unterschriftenaktion: Deine Stimme gegen Armut

Beitrag von Alexander »

noch einige Beiträge zum Thema:

Warum Afrika kein Geld vom Westen braucht

Mehr Geld, mehr Entwicklungshilfe für Afrika fordern Popstars und Schauspieler von den G-8-Staaten. Der afrikanische Intellektuelle Lubega widersetzt sich: Durch diesen Blödsinn werde die Krise in den Hungerstaaten nur verschärft. mehr...


Tüchtige Unternehmer entwickeln Afrika


Eine der wenigen Erfolgsgeschichte aus Afrika geht so: Vor knapp zehn Jahren registrierten die Statistiker der Vereinten Nationen in Afrika zwei Millionen Handybesitzer. Die Geräte waren Spielzeuge der reichen Eliten der Großstädte. Inzwischen verzeichnen die Statistiker mehr als 100 Millionen Handys. In Tansania geben 97 Prozent der Erwachsenen an, dass sie Zugang zu einem Handy haben. Handys sind in Afrika Familientelefone, die von allen Mitgliedern benutzt werden. mehr...

Grüsse
Alexander
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Re: Unterschriftenaktion: Deine Stimme gegen Armut

Beitrag von christelle »

Die deutsche Regierung habe es kürzlich sogar fertig gebracht, der kenianischen (Regierung) viele Millionen Euro zur Korruptionsbekämpfung zu überweisen.
:lol: :lol: :lol: :shock: :? :roll: :cry: :mrgreen: :kotz:
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Roger-Tecumseh
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Re: Unterschriftenaktion: Deine Stimme gegen Armut

Beitrag von Roger-Tecumseh »

Salut,

eigentlich ist es diese Diskussion, die mich zur Anmeldung "überredet" hat. Ein brennendes Thema von schmerzender Aktualität. Alles ist längst gesagt - nur ändern tut sich wenig.
Ich finde die z.B. die Touristen-Charakterisierung in der minutiösen Aufstellung (muß wohl ein Buchhalter am Werk gewesen sein) wenig hilfreich. Jedem wird es leicht gemacht, sich darin nicht erkennen zu müssen. (Erinnert an den "dankbar" einfältigen Pharisäer.) Besser wäre schon, sich selbst als untrennbaren Teil des Ganzen zu verstehen. Allein unsere Herkunft/Kleidung/Ausrüstung usw., unsere Anwesenheit im bereisten Land sind wie unsichtbares (oft trennendes) Programm, welches wir dort vor uns hertragen. Wir kehren nach Monaten, vielleicht Jahren, in unsere Welt zurück. Wenn wir die nicht HIER ändern, sind wir dort nicht glaubwürdig! Jeder weiß es, jeder spürt es - aber es geht wohl oft wirklich mehr um die Beruhigung unseres eigenen Gewissens, als um den Willen (nicht den folgenlos klagenden Wunsch) unseren Lebensstil aufzugeben.

Warum kann man eigentlich nicht den Abgeordneten am Wohnort öfter mal intensiv befragen, wie er zum Thema Entwicklungsländer steht?
Spätestens seit die Leichen der Flüchtlinge an Europas Strände gespült werden, Schiffe (unter Bruch aller internationalen Konventionen) abdrehen, wenn sie einen Flüchtlingskahn sehen, sind dies keine Fragen nur für den sachkundigen "Spezialisten" mehr.

Als ich bei einer Libyen-Fahrt sehr früh morgens vom Gelände auf den endlos geraden Asphalt nach Süden einbog, sah ich in der Ferne einen merkwürdig grau-schwarzen Block am linken Straßenrand, der sich zu bewegen schien. Näher kommend sah ich, daß es eine Gruppe Afrikaner war, die sich schweigend und fast in militärischer Formation, als könnten sie geschlossen marschierend, die Distanz zum Meer gegen den kalten Wind sicherer überwinden, nach Norden bewegte. Ihre Gesichter waren
so grau wie die abgewetzten dicken Mänteln (Kleiderspende aus Europa?).
Mit den schweren Schuhen und den mit Fetzen umwickelten Wasserkanistern wirkten sie wie Kriegsflüchtlinge, wie wir sie aus den ersten Filmen nach dem Krieg kennen. -

Seit ich in den Jahren immer wieder Gruppen wie dieser begegne, verläßt mich der Gedanke nicht, daß unser Friede ein geborgter Friede ist!


Roger
Jürgen Kempe
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Re: Unterschriftenaktion: Deine Stimme gegen Armut

Beitrag von Jürgen Kempe »

Natürlich, Roger,
hast Du Recht. Doch was hilft das? Was kannst Du ändern, wichtiger: was änderst Du? Du, Du, Du und ich, wir weinen, sind verzweifelt und wütend. Nachts, in meinen Albträumen sehe ich immer 'mal wieder den Konvoi des algerischen Militärs südl. Tam: 5 grosse LKW, vorweg und hinterher je zwei und dazwischen jeweils ein Polizei-Toyo. Auf jeder LKW-Ladefläche dichtgedrängt dutzende Afrikaner; Rücktransport in die angrenzenden Länder durch Aussetzen im Niemandsland. Nicht 'mal die Wahl zwischen Verdursten, Ertrinken oder Erschiessung bleibt den Menschen.
Und wir? Feilschen dort um den letzten Preis (z.B. bei den meinen Freunden im Hafen von La Goulette). Mitreisende sind stolz, dass sie den Eintrittspreis für Sabrata hinterzogen haben und rücken ihr altes Paar Schuhe nur im Tausch gegen ein Souvenir heraus, dass dem Bedürftigen doch möglichst weh tut, oder er eine Gegenleistung zu erbringen hat, und sei sie auch entwürdigend. Wir haben unsere Prinzipien!. Hier im Forum wird engagiert dafür argumentiert, dass man ja keine überhöhten Preise akzeptiert, die nächsten Reisenden (ach, die Ärmsten) könnten's büssen müssen, weil nun generell mehr gefordert wird.
Wie oft höre ich die Litanei, dass nichts gespendet wird (s.o.), weil ja doch 90% versickern oder das falsche Projekt gefördert wird, oder, oder.... Vielleicht kommen aber doch 10% an, die ein Leben retten oder nur etwas Glück (da gibt es das vielleicht) verbreiten, sollte man den "Schwund" nicht in Kauf nehmen (oder das 10-fache geben, dann "stimmt" es wieder)?
Ich kann leider die Welt nicht retten, aber 3, 4 Familien unterstützen, ohne das mir fast keine Gegenleistung erbracht wird, nur die Freundschaft der Betroffenen. (Das kann man dann abwerten: "Gekaufte Freundschaft".)
Ja, ich verstehe; dieser Beitrag ist auch wieder völlig nutzlos; aber ich wollte die mir günstig erscheinende Gelegenheit nutzen, dies' loszuwerden.
Jürgen Kempe
Manfred Franz
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Re: Unterschriftenaktion: Deine Stimme gegen Armut

Beitrag von Manfred Franz »

Hier einen vernünftigen und verantwortungsvollen
Mittelweg zu finden ist sehr schwer ...
christelle
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Re: Unterschriftenaktion: Deine Stimme gegen Armut

Beitrag von christelle »

Hallo zusammen,
Wie oft höre ich die Litanei, dass nichts gespendet wird (s.o.), weil ja doch 90% versickern oder das falsche Projekt gefördert wird, oder, oder.... Vielleicht kommen aber doch 10% an, die ein Leben retten oder nur etwas Glück (da gibt es das vielleicht) verbreiten, sollte man den "Schwund" nicht in Kauf nehmen (oder das 10-fache geben, dann "stimmt" es wieder)?
Grundsaetzlich behaupte ich nicht, dass man nichts spenden sollte... Und weiter oben habe ich auch geschrieben, dass
es Abertausende von engagierten Helfern und nützlichen Projekten gibt, ohne die es in mancher Krisenregion noch düsterer aussähe
Ich bin aber ueberzeugt, dass man in Congo und in vielen anderen Laendern mit der aktuellen Entwicklungspolitik die Situation schlimmer macht. Das Zehfache an Reis, um mein Beispiel wieder aufzugreifen, haette kein Leben gerettet. Auch nicht das Tausendfache.

Und mal ganz ehrlich: den Machthabenden in Congo, ist es absolut Sch***egal, wie es dem Volk geht, ob es Strassen, Schulen, Wasser oder Strom gibt. Den Geldgebenden scheint es auch sch***egal zu sein, denn sie lassen die Situation waehren, erlassen Schulden und unterstuetzen - direkt oder indirekt - den Ausraub von Land und Menschen. Oder nutzen sogar Entwicklungshilfegelder als Erpressungsmittel: Du gibts mir Konzessionen, so dass ich kraeftig abholzen kann (und so die Lebensbedingungen der Menschen in deinem Land und in der ganzen uebrigen Welt, siehe Klimawandel-Thematik, verschlechtere), dann erlasse ich dir die Schulden. Oder wir bauen ein Krankenhaus und ein Flughafen.
sollte man den "Schwund" nicht in Kauf nehmen (oder das 10-fache geben, dann "stimmt" es wieder)?
Ich will den "Schwund" und die Misswirtschaft nicht in Kauf nehmen, denn waehrend vielleicht ein Leben gerettet wird, werden ganz viele anderen Leben zerstoert, verschlechtert und die krassen Unterschiede zwischen Reich und Arm (und so die Ungerechtigkeit) noch groesser. Also wuerde die Frage lauten: du kannst ein Kind retten, muesstest aber dafuer 50 andere Kinder opfern. Wuerdest du es tun? Schwierige Gewissensfrage...

Gruss,
Christelle
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Roger-Tecumseh
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Re: Unterschriftenaktion: Deine Stimme gegen Armut

Beitrag von Roger-Tecumseh »

Salut,

ich finde, es driftet wieder ein wenig in die gewohnten Richtungen ab. Natürlich ist das Thema komplex - aber was ist mit einer solchen Feststellung ausgesagt??
Und die (wütenden oder auch verzweifelten) Zustandsbeschreibungen? Sie basieren natürlich auf Realitäten, sind aber als solche auch schon längst Teil des Systems, will sagen: absorbiert und wenig störend.

Was bleibt? Allgemeiner Konsens zur freiwilligen Änderung unseres eigenen Gesellschaftssystems damit es allen besser geht? Wenig wahrscheinlich. Gewaltsamer Umsturz bei uns mit dem Ziel eines gerechten Programms für die Welt ? Dafür ist der Leidensdruck hier noch nicht groß genug und eine Revolution zum Besten derer, die da "weit weg" im Elend leben, ist noch nicht mal Utopie!

"Was tun?", fragte vor rund hundert Jahren einmal ein Berufsrevolutionär, nachdem er die Macht erobert hatte. Sein Weg ist bekannt: er wurde zum Diktator und die Nachfolger perfektionierten über Jahrzehnte sein Prinzip des Terrors "zum Besten des Volkes", bis auch sie - ein wenig zögerlich, aber immerhin - auf den Schutthaufen der Geschichte gekehrt wurden.
(Wiederkehr in neuen Kleidern nicht ausgeschlossen!)

Bis dahin bleibt uns immerhin eins: nutzen wir doch inzwischen unser Gewissen ein bißchen intensiver und weniger routiniert. Die Freiheit der eigenen Entscheidung in den Situationen, über die wir hier sprechen, läßt mehr Alternativen zu, als man denkt.
"Ce que tu donnes reste tien, ce que tu gardes, tu le perds!", sprach im 12.Jhd. mal einer, der nachgedacht hatte.


Roger
christelle
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Re: Unterschriftenaktion: Deine Stimme gegen Armut

Beitrag von christelle »

Hallo Roger,

wenn ich dich richtig verstehe findest du, dass Feststellungen und Beschreibungen wenig bringen... Das stimmt wahrscheinlich. Aber bevor ich nach Afrika kam, habe ich das alles nicht gewusst, ehrlich gesagt, ich war nicht vor Ort um mir ein Bild der Realitaet machen zu koennen. Und wenn ich Feststellungen und Beschreibungen hier poste, dann hoffe ich, dass vielleicht der Eine oder der Andere dazu angeregt wird, nachzudenken. Bin halt ein alter Idealist :wink:

Natuerlich sind "allgemeiner Konsens zur freiwilligen Änderung unseres eigenen Gesellschaftssystems" oder "gewaltsamer Umsturz bei uns mit dem Ziel eines gerechten Programms für die Welt" utopische Loesungen (zweitere wuerde ich persoenlich nicht unterstuetzen wegen dem Wort "gewaltsam").

Also? Informationen und Ueberlegungen, helfen einem, besser entscheiden zu koennen. Ist ein klitzekleiner Ansatz, aber genau da faengt es an, bei sich selber. Uebrigens sollte der Auszug mit der Auflistung von Touristen genau das auszudruecken: Man schimpft immer ueber die "Anderen" - aber macht man eigentlich nicht selber Vieles falsch?

Gruss,
Christelle

PS: ich habe lange nachgedacht, bevor ich meinen ersten Beitrag gepostet habe. Bringt das was, die alte und ewige Debatte fuer oder gegen Entwicklungshilfe wieder anzufangen? Oder soll ich meine Meinung zum Thema fuer mich behalten?
Dann waere der Brief an Angela Merkel weiterhin alleine da gestanden, und man haette den Eindruck gehabt, dass keiner das hinterfragt... Dass man als "guter Mensch" das Ding eben unterschreiben sollte...
Vielleicht fuehlt man sich auch mehr oder weniger dazu gezwungen, viel argumentieren zu muessen, wenn man an der Unterschriftenaktion nicht teilnimmt?!?
Ich finde schon, dass es was bewirkt hat : 26 Antworten und ...ein neues Mitglied :wink: !
Zuletzt geändert von christelle am Fr 8. Jun 2007, 08:55, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Unterschriftenaktion: Deine Stimme gegen Armut

Beitrag von Roger-Tecumseh »

Salut Chris,

daß Du " ein alter Idealist" bist, spricht so lange nicht gegen Dich, wie Du der Versuchung widerstehst, die Welt nach Deinem System "verbessern" zu wollen. Und diese Gefahr besteht ganz offensichtlich nicht! :D

Mit den Beschreibungen und (meist folgenlosen) Bestandsaufnahmen meine ich - zusätzlich zum schon Gesagten -, daß es heute sehr einfach ist, mit einigen Klick's Nachrichten unbegrenzt weiterzureichen, die sich letztlich - schon wegen ihrer unüberschaubaren Fülle - der eigentlich notwendigen Analyse entziehen; sprich: sie bleiben folgenlos. (Möchte aber hinzufügen, daß ich damit nicht - nein wirklich nicht! - weder Dich, noch Deine Links in diesem Fred meine. :) )

Jeder sammelt seine Erfahrungen auf den uns so wichtigen Fahrten durch die hier gemeinten Länder. Irgendwann kommt dann der Punkt, wo man nicht mehr - ohne sich selbst zu betrügen - hinter die eigenen Erkenntnisse zurück kann. Und diesen Moment der Wahrheit haben einige hier auch erlebt. Vielleicht sogar mehr, als unbedingt gleich sichtbar wird. Das ist immerhin doch auch ein Grund zu (kollektivem :D ) Optimismus!



Roger
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Re: Unterschriftenaktion: Deine Stimme gegen Armut

Beitrag von christelle »

...und ich dachte schon, du bist ein alter Pessimist :wink: !

Ich bin's jedenfalls oft, versuche mich aber mit der "da-du-ja-sowieso-nichts-aendern-kannst-dann-versuchs-halt-im-Kleinen-Theorie" zu troesten...
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