Hallo zusammen,
Wie oft höre ich die Litanei, dass nichts gespendet wird (s.o.), weil ja doch 90% versickern oder das falsche Projekt gefördert wird, oder, oder.... Vielleicht kommen aber doch 10% an, die ein Leben retten oder nur etwas Glück (da gibt es das vielleicht) verbreiten, sollte man den "Schwund" nicht in Kauf nehmen (oder das 10-fache geben, dann "stimmt" es wieder)?
Grundsaetzlich behaupte ich nicht, dass man nichts spenden sollte... Und weiter oben habe ich auch geschrieben, dass
es Abertausende von engagierten Helfern und nützlichen Projekten gibt, ohne die es in mancher Krisenregion noch düsterer aussähe
Ich bin aber ueberzeugt, dass man in Congo und in vielen anderen Laendern mit der aktuellen Entwicklungspolitik die Situation schlimmer macht. Das Zehfache an Reis, um mein Beispiel wieder aufzugreifen, haette kein Leben gerettet. Auch nicht das Tausendfache.
Und mal ganz ehrlich: den Machthabenden in Congo, ist es absolut Sch***egal, wie es dem Volk geht, ob es Strassen, Schulen, Wasser oder Strom gibt. Den Geldgebenden scheint es auch sch***egal zu sein, denn sie lassen die Situation waehren, erlassen Schulden und unterstuetzen - direkt oder indirekt - den Ausraub von Land und Menschen. Oder nutzen sogar Entwicklungshilfegelder als Erpressungsmittel: Du gibts mir Konzessionen, so dass ich kraeftig abholzen kann (und so die Lebensbedingungen der Menschen in deinem Land und in der ganzen uebrigen Welt, siehe Klimawandel-Thematik, verschlechtere), dann erlasse ich dir die Schulden. Oder wir bauen ein Krankenhaus und ein Flughafen.
sollte man den "Schwund" nicht in Kauf nehmen (oder das 10-fache geben, dann "stimmt" es wieder)?
Ich will den "Schwund" und die Misswirtschaft nicht in Kauf nehmen, denn waehrend vielleicht ein Leben gerettet wird, werden ganz viele anderen Leben zerstoert, verschlechtert und die krassen Unterschiede zwischen Reich und Arm (und so die Ungerechtigkeit) noch groesser. Also wuerde die Frage lauten: du kannst ein Kind retten, muesstest aber dafuer 50 andere Kinder opfern. Wuerdest du es tun? Schwierige Gewissensfrage...
Gruss,
Christelle