Alle schauen weg - und die Kornkammer Afrikas ist tot!
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Re: Alle schauen weg - und die Kornkammer Afrikas ist tot!
Hallo Alexander,
es besteht mit Sicherheit ein großer Unterschied zwischen der staatlichen und der privat organisierten Entwicklungshilfe. Kleine Entwicklungsprojekte sind meistens effizienter, nachhaltiger, flexibler und können die speziellen Umstände vor Ort berücksichtigen.
Die Motivation dieser Projekte beruht auch nicht auf politischen, wirtschaftlichen und ideologischen Interessen.
Bei dieser Art Entwicklungshilfe besteht wohl am wenigsten Handlungsbedarf zur Neuorientierung, aber ein paar funktionsfähige Zellen ergeben noch keinen gesunden Körper, insbesondere dann nicht, wenn diese Zellen in ihrer Funktion nicht auf einander abgestimmt sind.
Nehmen wir das Beispiel, welches du ja auch erwähnst: „ Was können die Jugendlichen mit ihrem Schulwissen konkret anfangen, was kommt nach der Schule ?“.
Es gäbe noch mehr dieser Beispiele, wo man feststellt würde, da fehlt das übergeordnete Konzept.
Es fehlt ein Gesamtkonzept, welches den Afrikanern einleuchtet, ein verständlicher Leitfaden, an den sie glauben können, dem sie folgen können, von dem sie verstehen, wie er ihnen selbsterwirtschafteten Wohlstand bringen kann.
Vermutlich wird jeder, der in Afrika unterwegs war/ist, mal mit der Frage konfrontiert:
„Warum seid ihr so reich und wir so arm ?“.
Welche Antwort kann man darauf geben, die schnell verstanden wird und - das finde ich wichtig – auch motivierend wirkt. Wir versuchen dann immer über den Weg - Landwirtschaft, Einsatz von Maschinen, Handwerk , Technik allgemein etc. - den Weg aufzuzeigen.
Ist dieses Verständnis „wie funktioniert Wohlstand eigentlich“ nicht ein entscheidender Schlüssel für Eigeninitiativen ?
Wird solches Wissen eigentlich im Lehrplan solcher Schulprojekte vermittelt oder ist das nicht sinnvoll ?
Mich würde mal ein Lehrplan eures Projektes interessieren.
Geht daraus hervor, wie man eigentlich eine Kornkammer auffüllt ?
Gruss
Lothar
es besteht mit Sicherheit ein großer Unterschied zwischen der staatlichen und der privat organisierten Entwicklungshilfe. Kleine Entwicklungsprojekte sind meistens effizienter, nachhaltiger, flexibler und können die speziellen Umstände vor Ort berücksichtigen.
Die Motivation dieser Projekte beruht auch nicht auf politischen, wirtschaftlichen und ideologischen Interessen.
Bei dieser Art Entwicklungshilfe besteht wohl am wenigsten Handlungsbedarf zur Neuorientierung, aber ein paar funktionsfähige Zellen ergeben noch keinen gesunden Körper, insbesondere dann nicht, wenn diese Zellen in ihrer Funktion nicht auf einander abgestimmt sind.
Nehmen wir das Beispiel, welches du ja auch erwähnst: „ Was können die Jugendlichen mit ihrem Schulwissen konkret anfangen, was kommt nach der Schule ?“.
Es gäbe noch mehr dieser Beispiele, wo man feststellt würde, da fehlt das übergeordnete Konzept.
Es fehlt ein Gesamtkonzept, welches den Afrikanern einleuchtet, ein verständlicher Leitfaden, an den sie glauben können, dem sie folgen können, von dem sie verstehen, wie er ihnen selbsterwirtschafteten Wohlstand bringen kann.
Vermutlich wird jeder, der in Afrika unterwegs war/ist, mal mit der Frage konfrontiert:
„Warum seid ihr so reich und wir so arm ?“.
Welche Antwort kann man darauf geben, die schnell verstanden wird und - das finde ich wichtig – auch motivierend wirkt. Wir versuchen dann immer über den Weg - Landwirtschaft, Einsatz von Maschinen, Handwerk , Technik allgemein etc. - den Weg aufzuzeigen.
Ist dieses Verständnis „wie funktioniert Wohlstand eigentlich“ nicht ein entscheidender Schlüssel für Eigeninitiativen ?
Wird solches Wissen eigentlich im Lehrplan solcher Schulprojekte vermittelt oder ist das nicht sinnvoll ?
Mich würde mal ein Lehrplan eures Projektes interessieren.
Geht daraus hervor, wie man eigentlich eine Kornkammer auffüllt ?
Gruss
Lothar
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pantoffelos
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Re: Alle schauen weg - und die Kornkammer Afrikas ist tot!
Hi,
möchte gerne auch was zum Thema Hilfsorganisationen Afrika schreiben.
Ich bin nicht so unbedingt überzeugt davon, dass westliche Hilfen in Afrika auch Früchte tragen sollen. Was für Gründe da auch immer dahinter stecken, ich weiß es nicht und sind sicherlich auch nicht für unseren Augen und Ohren bestimmt.
Ich bin mir jetzt nicht sicher, ob ich es hier im Forum schon mal erwähnt habe aber vor Jahren habe ich miterlebt wie Traktoren, die als Spende aus Deutschland für schwarze Bauern in Zimbabwe von der Mugabe Regierung an reiche weiße Farmer verticked wurden.
Nun, ich dachte erst, aus den Augen dem Sinn, Deutschland – oder das Amt, dass die Übergabe kontrollieren sollte, wäre weit weg. Weit gefehlt. Ein Mitglied der Organisation, den ich dann zufällig Vorort traf meinte nur, „Tja, da könne man wohl nix machen.“ Punkt!
Anstatt dass da die Gelder/Güter usw. versiegen, wird weiter reingepumpt und das Geld fließt ohne Umwege auf schweizer Konten.
Jetzt soll mir jemand aus unserer Regierung erklären, er habe so was nicht gewusst bzw. gemerkt.
Das war nur ein Beispiel der sich sicherlich jährlich 10000 mal wiederholt.
Diese Häufigkeit des Missbrauchs von Gelder und Güter unter den Augen unsere Politiker gibt mir massiv zu denken.
Was mir noch bitter aufstößt, ist die Tatsache, dass während unsere Politiker uns erzählen, es dürfen Völkermorde wie im dritten Reich nie wieder geben, in Afrika eben solche Völkermorde (oder Genozid, wie es heute genannt wird) mit der gleichen Präzision durchgeführt werden – siehe Ruanda! Nicht etwa versteckt und heimlich, sondern vor den Augen der ganzen Welt!
Dafür fehlt mir jegliches Verständnis und ich frage mich, wie ich dann diesen Redner ernst nehmen kann.
Letztendlich bin ich überzeugt, dass Staaten wie Deutschland, USA usw. nur von Afrika profitieren können wenn dort Uneinigkeit und Krieg herrschen. Wenn das so ist, bestünde ja auch keine Absicht in Afrika dauerhaft Frieden zu stiften, dann wären die Gelder und Güter die da hin fliessen nur Fassade.
Ich bereise Afrika sehr gerne – wurde ja auch da geboren und werde auch hoffentlich bald wieder da heimisch aber ich glaube mittlerweile das nur Afrika Afrika retten kann. Dazu muß das Kontinent erstmal die Möglichkeit haben ihnen Selbstbewußtsein aufzustocken.
Gruß
Steve
möchte gerne auch was zum Thema Hilfsorganisationen Afrika schreiben.
Ich bin nicht so unbedingt überzeugt davon, dass westliche Hilfen in Afrika auch Früchte tragen sollen. Was für Gründe da auch immer dahinter stecken, ich weiß es nicht und sind sicherlich auch nicht für unseren Augen und Ohren bestimmt.
Ich bin mir jetzt nicht sicher, ob ich es hier im Forum schon mal erwähnt habe aber vor Jahren habe ich miterlebt wie Traktoren, die als Spende aus Deutschland für schwarze Bauern in Zimbabwe von der Mugabe Regierung an reiche weiße Farmer verticked wurden.
Nun, ich dachte erst, aus den Augen dem Sinn, Deutschland – oder das Amt, dass die Übergabe kontrollieren sollte, wäre weit weg. Weit gefehlt. Ein Mitglied der Organisation, den ich dann zufällig Vorort traf meinte nur, „Tja, da könne man wohl nix machen.“ Punkt!
Anstatt dass da die Gelder/Güter usw. versiegen, wird weiter reingepumpt und das Geld fließt ohne Umwege auf schweizer Konten.
Jetzt soll mir jemand aus unserer Regierung erklären, er habe so was nicht gewusst bzw. gemerkt.
Das war nur ein Beispiel der sich sicherlich jährlich 10000 mal wiederholt.
Diese Häufigkeit des Missbrauchs von Gelder und Güter unter den Augen unsere Politiker gibt mir massiv zu denken.
Was mir noch bitter aufstößt, ist die Tatsache, dass während unsere Politiker uns erzählen, es dürfen Völkermorde wie im dritten Reich nie wieder geben, in Afrika eben solche Völkermorde (oder Genozid, wie es heute genannt wird) mit der gleichen Präzision durchgeführt werden – siehe Ruanda! Nicht etwa versteckt und heimlich, sondern vor den Augen der ganzen Welt!
Dafür fehlt mir jegliches Verständnis und ich frage mich, wie ich dann diesen Redner ernst nehmen kann.
Letztendlich bin ich überzeugt, dass Staaten wie Deutschland, USA usw. nur von Afrika profitieren können wenn dort Uneinigkeit und Krieg herrschen. Wenn das so ist, bestünde ja auch keine Absicht in Afrika dauerhaft Frieden zu stiften, dann wären die Gelder und Güter die da hin fliessen nur Fassade.
Ich bereise Afrika sehr gerne – wurde ja auch da geboren und werde auch hoffentlich bald wieder da heimisch aber ich glaube mittlerweile das nur Afrika Afrika retten kann. Dazu muß das Kontinent erstmal die Möglichkeit haben ihnen Selbstbewußtsein aufzustocken.
Gruß
Steve
Zuletzt geändert von pantoffelos am Fr 12. Feb 2010, 14:39, insgesamt 1-mal geändert.
Abenteuergeist verdient weite Horizonte
Re: Alle schauen weg - und die Kornkammer Afrikas ist tot!
Hallo Lothar,
wieso geht man davon aus das unser "Wohlstand " die Menschen in anderen Ländern und Kontinenten glücklich macht?
Es gibt gute Projekte in Afrika, aber auch viele die darauf aus sind ein System über zu stülpen das nicht gewollt wird, und auch bei uns nicht alle
glücklich macht.
Muss man sich dann wundern wenn es nicht angenommen wird?
Habe gerade eine spannendes Buch zu dem Thema gelesen:
Der Papalagi: Die Reden des Südseehäuptlings Tuiavii aus Tiavea
Wir verfügen über einen materiellen Wohlstand und können uns reich schimpfen.
Es ist selbstverständlich das wir die Grundbedürfnisse stillen können. Nur wissen es nur noch Wenige zu schätzen. Leider.
Wenn ich mich so umschaue was manche Menschen für ein "Stress " haben werde ich nachdenklich ob diese Form von Wohlstand erstrebenswert ist.
" Ich hatte die ganze letzte Woche keine Zeit meine beste Freundin anzurufen. Ich musste den DVD Player zur Reparatur bringen, ein neues Handy kaufen, beim Friseur war ich 3 Wochen nicht mehr, der Termin im Nagelstudio, mein Mann wollte dann noch zur Vorstellung des neuen Mercedes. Es ist einfach immer viel zu tun. Wir haben so ein Stress im Moment.
Je größer die Wohnung, das Haus oder der Garten, desto mehr unnützen Kram befindet sich darin und verursacht Verpflichtungen.
Auch oft gehört:
Wenn ich das, und das....., und das ...... noch habe und erst mal in Rente bin dann lass eich es ruhig angehen. Fahre in Urlaub, sitze gemütlich auf die Terasse und und und...............
Warum macht man es nicht jetzt ab und zu ? Keine Zeit.
Für mich ist es einleuchtend das ein Afrikaner zufrieden ist wenn er regelmäßig zu Essen , Wasser und ein Dach über dem Kopf hat und sich dann mal gemütlich irgendwo hin legt statt sich abzurackern um neue Klamotten zu kaufen obwohl der Kleiderschrank eh schon überquillt.
Und schon wieder hat man Stress. Man muss die alten Klamotten raus machen, in den Altkeidersack, zum Container bringen, neue Klamotten kaufen. Wenn es dumm läuft müssen mehrere Geschäfte aufgesucht werden. Kommt es ganz krass passen die Schuhe nicht mehr. Es müssen alte entsorgt werden und die Hetze nach der Beschaffung neuer Treter kommt auch noch hinzu.
Tja. Schon seltsam das es Menschen gibt die solch einem Leben widerstehen können.
Es gibt auch Menschen bei uns deren Wohlstand ist noch "größer":
Erfolgreich im Beruf. Top Verdiener. Single. Bewohnt eine tolle 140 m² Wohnung, kann alle Räume für sich alleine geniessen, die Haushaltshilfe kommt während er einem Job nach geht, Müllentsorgung, Einkaufen alles erledigen "Dienstleister", abends ungestört Musik hören, Fernsehen, im WWW düsen. Geldgeschäfte werden online erledigt.
Kommt ab und zu etwas Langeweile und Einsamkeit auf, aber auch dafür hat man ja den Wohlstand.
Der arme Afrikaner, der den Abend mit Familie und Freunden bei Tanz und Musik in der Gemeinschaft verbringt und nicht kapiert wie erstrebenswert unser Wohlstand ist.
Nicht das ein falscher Endruck entsteht, ich finde Projekte wie durch das Wüstenschiff unterstützt gut die mit einem gewissen Respekt gegenüber den Menschen eine Unterstützung bietet die Grundversorgung zu verbessern. Hilfe zur Selbsthilfe eben.
Unser System einem anderen Kontinent aufzudrücken ist aus meiner sicht überflüssig. Der Erfolg äusserst fragwürdig.
Grüsse Gerhard
wieso geht man davon aus das unser "Wohlstand " die Menschen in anderen Ländern und Kontinenten glücklich macht?
Es gibt gute Projekte in Afrika, aber auch viele die darauf aus sind ein System über zu stülpen das nicht gewollt wird, und auch bei uns nicht alle
glücklich macht.
Muss man sich dann wundern wenn es nicht angenommen wird?
Habe gerade eine spannendes Buch zu dem Thema gelesen:
Der Papalagi: Die Reden des Südseehäuptlings Tuiavii aus Tiavea
Wir verfügen über einen materiellen Wohlstand und können uns reich schimpfen.
Es ist selbstverständlich das wir die Grundbedürfnisse stillen können. Nur wissen es nur noch Wenige zu schätzen. Leider.
Wenn ich mich so umschaue was manche Menschen für ein "Stress " haben werde ich nachdenklich ob diese Form von Wohlstand erstrebenswert ist.
" Ich hatte die ganze letzte Woche keine Zeit meine beste Freundin anzurufen. Ich musste den DVD Player zur Reparatur bringen, ein neues Handy kaufen, beim Friseur war ich 3 Wochen nicht mehr, der Termin im Nagelstudio, mein Mann wollte dann noch zur Vorstellung des neuen Mercedes. Es ist einfach immer viel zu tun. Wir haben so ein Stress im Moment.
Je größer die Wohnung, das Haus oder der Garten, desto mehr unnützen Kram befindet sich darin und verursacht Verpflichtungen.
Auch oft gehört:
Wenn ich das, und das....., und das ...... noch habe und erst mal in Rente bin dann lass eich es ruhig angehen. Fahre in Urlaub, sitze gemütlich auf die Terasse und und und...............
Warum macht man es nicht jetzt ab und zu ? Keine Zeit.
Für mich ist es einleuchtend das ein Afrikaner zufrieden ist wenn er regelmäßig zu Essen , Wasser und ein Dach über dem Kopf hat und sich dann mal gemütlich irgendwo hin legt statt sich abzurackern um neue Klamotten zu kaufen obwohl der Kleiderschrank eh schon überquillt.
Und schon wieder hat man Stress. Man muss die alten Klamotten raus machen, in den Altkeidersack, zum Container bringen, neue Klamotten kaufen. Wenn es dumm läuft müssen mehrere Geschäfte aufgesucht werden. Kommt es ganz krass passen die Schuhe nicht mehr. Es müssen alte entsorgt werden und die Hetze nach der Beschaffung neuer Treter kommt auch noch hinzu.
Tja. Schon seltsam das es Menschen gibt die solch einem Leben widerstehen können.
Es gibt auch Menschen bei uns deren Wohlstand ist noch "größer":
Erfolgreich im Beruf. Top Verdiener. Single. Bewohnt eine tolle 140 m² Wohnung, kann alle Räume für sich alleine geniessen, die Haushaltshilfe kommt während er einem Job nach geht, Müllentsorgung, Einkaufen alles erledigen "Dienstleister", abends ungestört Musik hören, Fernsehen, im WWW düsen. Geldgeschäfte werden online erledigt.
Kommt ab und zu etwas Langeweile und Einsamkeit auf, aber auch dafür hat man ja den Wohlstand.
Der arme Afrikaner, der den Abend mit Familie und Freunden bei Tanz und Musik in der Gemeinschaft verbringt und nicht kapiert wie erstrebenswert unser Wohlstand ist.
Nicht das ein falscher Endruck entsteht, ich finde Projekte wie durch das Wüstenschiff unterstützt gut die mit einem gewissen Respekt gegenüber den Menschen eine Unterstützung bietet die Grundversorgung zu verbessern. Hilfe zur Selbsthilfe eben.
Unser System einem anderen Kontinent aufzudrücken ist aus meiner sicht überflüssig. Der Erfolg äusserst fragwürdig.
Grüsse Gerhard
carpe diem
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Kuno
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Re: Alle schauen weg - und die Kornkammer Afrikas ist tot!
carpe diem
Deine Signatur ist jetzt ein wenig im Widerspruch, zu dem was du oben schreibst...
"Für mich ist es einleuchtend das ein Afrikaner zufrieden ist wenn er regelmäßig zu Essen , Wasser und ein Dach über dem Kopf hat und sich dann mal gemütlich irgendwo hin legt statt sich abzurackern..."
Und ich wage sogar zu behaupten, dass sich viele Afrikaner doch ganz gewatig anstrengen muessen, um Essen, Wasser und ein Dach ueber dem Kopf zu haben! Die legen sich dann nicht einfach zufrieden in den Schatten sondern sind von der taeglichen Arbeit ziemlich muede.
Oder habe ich jetzt schon wieder alles falsch verstanden?
Deine Signatur ist jetzt ein wenig im Widerspruch, zu dem was du oben schreibst...
"Für mich ist es einleuchtend das ein Afrikaner zufrieden ist wenn er regelmäßig zu Essen , Wasser und ein Dach über dem Kopf hat und sich dann mal gemütlich irgendwo hin legt statt sich abzurackern..."
Und ich wage sogar zu behaupten, dass sich viele Afrikaner doch ganz gewatig anstrengen muessen, um Essen, Wasser und ein Dach ueber dem Kopf zu haben! Die legen sich dann nicht einfach zufrieden in den Schatten sondern sind von der taeglichen Arbeit ziemlich muede.
Oder habe ich jetzt schon wieder alles falsch verstanden?
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pantoffelos
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Re: Alle schauen weg - und die Kornkammer Afrikas ist tot!
Hi Gerhard,
muss Dir voll und ganz zustimmen. Nicht alles was uns gut und erstrebenswert erscheint muss auch in anderen Ländern funktionieren und daher finde ich es anmaßend zu glauben wir könnten unser Lebenstil dort hinbringen – ob nach Afrika, Asien oder sonstwohin.
Mein Opa sagte früher immer: „nicht alles ist überall gut und nicht alles schlecht“ (hoffe, ich habe es richtig übersetzt!).
Gruß
Steve
muss Dir voll und ganz zustimmen. Nicht alles was uns gut und erstrebenswert erscheint muss auch in anderen Ländern funktionieren und daher finde ich es anmaßend zu glauben wir könnten unser Lebenstil dort hinbringen – ob nach Afrika, Asien oder sonstwohin.
Mein Opa sagte früher immer: „nicht alles ist überall gut und nicht alles schlecht“ (hoffe, ich habe es richtig übersetzt!).
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Steve
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Kuno
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Re: Alle schauen weg - und die Kornkammer Afrikas ist tot!
Jetzt haette ich doch fast geschrieben, dass das vielleicht sogar eine vernuenftige Aktion warpantoffelos hat geschrieben:... aber vor Jahren habe ich miterlebt wie Traktoren, die als Spende aus Deutschland für schwarze Bauern in Zimbabwe von der Mugabe Regierung an reiche weiße Farmer verticked wurden.
Aber im Ernst; ich kann mir schon vorstellen, dass Spenden oder auch Hilfsgueter lokal missbraucht werden. Ohne das Einverstaendniss der lokalen Behoerden kommen keine Hilfsgueter ins Land und die Befugnisse der Hilfsorganisationen sind doch recht bescheiden. Die, denen das Zeugs zugute kommen soll stehen auch oft nicht gut mit der Regierung - und das macht es dann fuer Hilfsorganisationen gerade noch einmal schwieriger, durchzusetzen, dass das Material auch bei den vorgesehenen Empfaengern ankommt. Ob man dann die "Fehlleitungen" wirklich den spendernationen / Hilfsorganisationen vorwerfen soll ist eine andere Frage.
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Kuno
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Re: Alle schauen weg - und die Kornkammer Afrikas ist tot!
Steve; was wuerdest du denn vorschlagen? Wie sollte man denn am besten helfen? Einfach nur Geld schicken, dass dann vor Ort von lokalen Organisationen verteilt wird?pantoffelos hat geschrieben:Nicht alles was uns gut und erstrebenswert erscheint muss auch in anderen Ländern funktionieren und daher finde ich es anmaßend zu glauben wir könnten unser Lebenstil dort hinbringen – ob nach Afrika, Asien oder sonstwohin.
Irgendwie kann man ja fast machen, was man will und es kommt immer wieder falsch raus...
Re: Alle schauen weg - und die Kornkammer Afrikas ist tot!
Hallo Gerhard,
hallo Steve,
was unseren „westlichen Wohlstandsanspruch“ angeht, stimme ich voll zu. Mit dem was hier als Erstrebenswert gilt, kann ich mich schon lange nicht mehr identifizieren und bei dem Gedanken, Afrika unser „westliches Erfolgsmodel“ überstülpen zu wollen, wird mir fast übel ... davon habe ich auch nicht gesprochen.
Die Schwarzafrikaner wollen sich weiterentwickeln, warum auch nicht. Aber sie müssen einen Weg ihrer Mentalität entsprechend finden und nicht unser System kopieren sollen/wollen.
Wir sollten ihnen aber die Möglichkeiten aufzeigen, die ersten Schritte für ihren eigenen Weg – und auch auf Fehler hinweisen, die es zu vermeiden gilt. Grundsätzlich bin ich dafür, dass sich Afrika seinen Wohlstand selbst erwirtschaftet, also ohne unseren Geldsegen, sondern mit der Bereitstellung von „know-how“.
Das steckt ja auch hinter der „Hilfe zur Selbsthilfe“.
Der afrikanische Wohlstand ist ein völlig anderer als unser westlicher. Wie er aussieht, wird sich vielleicht einmal zeigen, Beispiele gibt es ja noch nicht.
Gruss
Lothar
hallo Steve,
was unseren „westlichen Wohlstandsanspruch“ angeht, stimme ich voll zu. Mit dem was hier als Erstrebenswert gilt, kann ich mich schon lange nicht mehr identifizieren und bei dem Gedanken, Afrika unser „westliches Erfolgsmodel“ überstülpen zu wollen, wird mir fast übel ... davon habe ich auch nicht gesprochen.
Die Schwarzafrikaner wollen sich weiterentwickeln, warum auch nicht. Aber sie müssen einen Weg ihrer Mentalität entsprechend finden und nicht unser System kopieren sollen/wollen.
Wir sollten ihnen aber die Möglichkeiten aufzeigen, die ersten Schritte für ihren eigenen Weg – und auch auf Fehler hinweisen, die es zu vermeiden gilt. Grundsätzlich bin ich dafür, dass sich Afrika seinen Wohlstand selbst erwirtschaftet, also ohne unseren Geldsegen, sondern mit der Bereitstellung von „know-how“.
Das steckt ja auch hinter der „Hilfe zur Selbsthilfe“.
Der afrikanische Wohlstand ist ein völlig anderer als unser westlicher. Wie er aussieht, wird sich vielleicht einmal zeigen, Beispiele gibt es ja noch nicht.
Gruss
Lothar
Zuletzt geändert von Lothar am Fr 12. Feb 2010, 15:48, insgesamt 1-mal geändert.
Re: Alle schauen weg - und die Kornkammer Afrikas ist tot!
Hätte evtl. schreiben sollen statt sich ständig abzurackern um unnötigem Kunsum zu ermöglichen.Kuno hat geschrieben:carpe diem
Deine Signatur ist jetzt ein wenig im Widerspruch, zu dem was du oben schreibst...
"Für mich ist es einleuchtend das ein Afrikaner zufrieden ist wenn er regelmäßig zu Essen , Wasser und ein Dach über dem Kopf hat und sich dann mal gemütlich irgendwo hin legt statt sich abzurackern..."
Und ich wage sogar zu behaupten, dass sich viele Afrikaner doch ganz gewatig anstrengen muessen, um Essen, Wasser und ein Dach ueber dem Kopf zu haben! Die legen sich dann nicht einfach zufrieden in den Schatten sondern sind von der taeglichen Arbeit ziemlich muede.
Oder habe ich jetzt schon wieder alles falsch verstanden?
Hallo Kuno,
schon wieder ? Nein
Du hast es missverstanden. Oder ich habe mich schlecht ausgedrückt.
Ich versuch es mal.
Das sich die meisten Afrikaner anstrengen müssen Ihre Grundbedürfnisse zu befriedigen ist mir klar. Wenn der Eindruck entstanden ist ich würde mich darüber lustig machen tut es mir leid. Das war nicht gewollt.
Wollte damit ausdrücken das ( nicht nur die Afrikaner ) es Völkergruppen gibt die mit einem Dach über dem Kopf das genügend Schutz vor Hitze, Regen und Kälte bietet, mit ausreichend Wasser und Nahrungsmitteln zufrieden sind und nicht ununterbrochen nach mehr Geld, 2 , 3, 4 oder noch mehr Häuser streben , keine neuwertige Kleidung ersetzen müssen weil es ein neuer Trend fordert.
Sondern das Gemeinschaft, soziale Kontakte, Familie usw. noch einen Stellenwert haben den ich bei uns mit der Lupe suchen muss.
Eine Gesellschaft erkennt man unter anderem daran wie sie mit Kindern und alten Menschen um geht. Da gibt es aus meiner Sicht nicht viel zu exportieren.
Grüsse Gerhard
carpe diem
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Kuno
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Re: Alle schauen weg - und die Kornkammer Afrikas ist tot!
Hallo Gerhard; so - jetzt hab' ich's auch verstanden. Bin auf deiner Linie.
Re: Alle schauen weg - und die Kornkammer Afrikas ist tot!
Hallo Kuno
Das Vernünftigste wäre, nichts machen, nur das käme 300 Jahre zu spät.
Mit "neue Welt/ andere Welt" entdecken und der Missioniererei hat die ganze Problematik erst begonnen.
Vor der Kolonialzeit lebten dort unten auch schon Menschen und brauchten dazu niemanden.
Ich bin viel in Afrika unterwegs nur der Unterschied von mir und vielen anderen ist, dass ich versuche einen Teil der afrikanischen Lebensgewohnheiten jedesmal mit nach Europa zu nehmen und je nach dem was möglich ist, hier einen Teil davon zu leben.
Alles was ich mit runter nehme und das sind überwiegend Gebrauchsgegenstände oder Kleider des täglichen Lebens , nicht etwa Mixer oder elektrische Zahnbürsten, werden eingetauscht, sei es für Datteln einen handgemachten Korb etc.
Wieso ist und geht die westliche Welt und jetzt schon die Chinesen nach Afrika, ganz einfach, um es auszbeuten und auch die weissen Farmer taten nichts anderes, vielleicht aus einer Not heraus, aber sie taten es.
Nun, man kann das Rad nicht mehr zurückdrehen und die Bevölkerung einschliesslich der Regierungen können mit der "neuen" Freiheit nicht oder nicht mehr umgehen.
Also sucht die Schuld nicht dort unten, wir haben Ihnen den Schlamassel eingebrockt.
sandige Grüsse
Turi
Das Vernünftigste wäre, nichts machen, nur das käme 300 Jahre zu spät.
Mit "neue Welt/ andere Welt" entdecken und der Missioniererei hat die ganze Problematik erst begonnen.
Vor der Kolonialzeit lebten dort unten auch schon Menschen und brauchten dazu niemanden.
Ich bin viel in Afrika unterwegs nur der Unterschied von mir und vielen anderen ist, dass ich versuche einen Teil der afrikanischen Lebensgewohnheiten jedesmal mit nach Europa zu nehmen und je nach dem was möglich ist, hier einen Teil davon zu leben.
Alles was ich mit runter nehme und das sind überwiegend Gebrauchsgegenstände oder Kleider des täglichen Lebens , nicht etwa Mixer oder elektrische Zahnbürsten, werden eingetauscht, sei es für Datteln einen handgemachten Korb etc.
Wieso ist und geht die westliche Welt und jetzt schon die Chinesen nach Afrika, ganz einfach, um es auszbeuten und auch die weissen Farmer taten nichts anderes, vielleicht aus einer Not heraus, aber sie taten es.
Nun, man kann das Rad nicht mehr zurückdrehen und die Bevölkerung einschliesslich der Regierungen können mit der "neuen" Freiheit nicht oder nicht mehr umgehen.
Also sucht die Schuld nicht dort unten, wir haben Ihnen den Schlamassel eingebrockt.
sandige Grüsse
Turi
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Kuno
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Re: Alle schauen weg - und die Kornkammer Afrikas ist tot!
Im Wort "Wir" fuehle ich mich immer irgendwie inkludiert - und damit muss ich dir dann halt gleich wieder widersprechen.
Und leider hilft es auch keinem, irgendwo 'Schuld' zu suchen. Gefragt waere doch viel eher ein ansatz, wie mit der heutigen Situation am besten umzugehen waere.
Helfen aus einem Gefuehl der Schuld heraus... ich weiss nicht. Macht man da nicht gerne mehr kaputt, als dass man hilft?
(Wobei natuerlich auch mir bewusst ist, dass Afrika nicht gleich Afrika nicht gleich Afrika ist).
Und leider hilft es auch keinem, irgendwo 'Schuld' zu suchen. Gefragt waere doch viel eher ein ansatz, wie mit der heutigen Situation am besten umzugehen waere.
Helfen aus einem Gefuehl der Schuld heraus... ich weiss nicht. Macht man da nicht gerne mehr kaputt, als dass man hilft?
(Wobei natuerlich auch mir bewusst ist, dass Afrika nicht gleich Afrika nicht gleich Afrika ist).
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pantoffelos
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Re: Alle schauen weg - und die Kornkammer Afrikas ist tot!
Hi Kuno,
ich bin mir nicht ganz sicher wie ich es machen würde, denke aber schon das Turi recht hat.
Ich lese oft genug über Projekte, die langfristig sehr gut laufen. Allerdings nur unter Aufsicht. Sobald die Organisatoren das Projekt an Teilnehmer des Projektes übergeben, fällt alles in sich zusammen.
Woran kann es liegen? Ich denke zum Teil an der Bildung. Oft steht und fällt irgendwas mit dem Verständnis und vielleicht das Langzeitdenken. Zbs. verstehen Menschen dort unten nicht warum sie Bäume für ihre Kinder anpflanzen sollen.
Natürlich ist das nur eine Vermutung von mir, ich will niemanden was unterstellen.
Auf der anderen Seite gibt es auch hoffnungsvolle Projekte. Soweit ich es allerdings erleben durfte, sind diese Projekte aus der Not der Menschen selbst entsanden. Also eigene Projekte.
Es sind gerade die Frauen in Afrika, die den Mut (oder Verzweiflung) haben solche Projekte zu erfinden und auf die Beine zu stellen. Afrika ist also nicht ganz wehr und hoffnungslos.
Hätte ich also Geld oder Güter zu verteilen, wären es eben solche Projekte, die ich fördern würde.
Gruß Steve
ich bin mir nicht ganz sicher wie ich es machen würde, denke aber schon das Turi recht hat.
Ich lese oft genug über Projekte, die langfristig sehr gut laufen. Allerdings nur unter Aufsicht. Sobald die Organisatoren das Projekt an Teilnehmer des Projektes übergeben, fällt alles in sich zusammen.
Woran kann es liegen? Ich denke zum Teil an der Bildung. Oft steht und fällt irgendwas mit dem Verständnis und vielleicht das Langzeitdenken. Zbs. verstehen Menschen dort unten nicht warum sie Bäume für ihre Kinder anpflanzen sollen.
Natürlich ist das nur eine Vermutung von mir, ich will niemanden was unterstellen.
Auf der anderen Seite gibt es auch hoffnungsvolle Projekte. Soweit ich es allerdings erleben durfte, sind diese Projekte aus der Not der Menschen selbst entsanden. Also eigene Projekte.
Es sind gerade die Frauen in Afrika, die den Mut (oder Verzweiflung) haben solche Projekte zu erfinden und auf die Beine zu stellen. Afrika ist also nicht ganz wehr und hoffnungslos.
Hätte ich also Geld oder Güter zu verteilen, wären es eben solche Projekte, die ich fördern würde.
Gruß Steve
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Kuno
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Re: Alle schauen weg - und die Kornkammer Afrikas ist tot!
Ich habe hier schon mehrfach gelesen, dass die Projekte in sich zusammenfallen, sobald sie an die lokale Bevoelkerung uebergeben werden.
koennte das vielleicht auch damit zusammenhaengen, dass die dann das Wissen gar nicht haben, um zB. die computergesteuerte Bewaesserungsanlage am laufen zu halten. Oder fehlen eventuell einfach "nur" die Mittel um Ersatzteile zu kaufen?
koennte das vielleicht auch damit zusammenhaengen, dass die dann das Wissen gar nicht haben, um zB. die computergesteuerte Bewaesserungsanlage am laufen zu halten. Oder fehlen eventuell einfach "nur" die Mittel um Ersatzteile zu kaufen?
Re: Alle schauen weg - und die Kornkammer Afrikas ist tot!
.... den Baum, den ich selbst gepflanzt habe, gieße ich am liebsten.
Das finde ich durchaus menschlich ....
Lothar
Das finde ich durchaus menschlich ....
Lothar




