Die im Namen des Naturschutzes vertriebenen Maasai werden angeblich freiwillig in einer neu errichteten Siedlung im 600 Kilometer entfernten Msomera angesiedelt. „In Wirklichkeit werden die Maasai systematisch aus ihren angestammten Gebieten verdrängt. Die medizinische Versorgung in dem abgelegenen Gebiet ist seit Langem eingestellt, was bereits einige Menschenleben gekostet hat. Schulen werden nicht mehr finanziell unterstützt und die Lebensmittelpreise sind wegen hoher Steuern auf Transporte stark gestiegen. Zudem wird der Viehbesitz der Maasai kontrolliert, ihre Bewegungsfreiheit durch eingezäunte Gebiete eingeschränkt und ganze Herden illegal beschlagnahmt“ [...] Bis zum Jahr 2026 sollen die Naturschutzgebiete auf 50 Prozent der Landesfläche ausgeweitet werden. Dies würde zur Vertreibung von insgesamt über 300.000 Maasai und dem Verlust von mehr als 80 Prozent ihrer traditionellen Weideflächen führen. Offiziell wird dies mit dem angeblich übermäßigen Bevölkerungswachstum der Maasai als Bedrohung für die Ökosysteme begründet. „Es ist paradox, dass die Maasai als Bedrohung für die Natur gelten, während jährlich über eine Million Touristen in dieselben Gebiete geholt werden sollen. Der Massentourismus belastet die Umwelt weitaus mehr als die traditionelle Lebensweise der Maasai im Einklang mit der Natur“, betont Laura Mahler, GfbV-Referentin für Subsahara-Afrika ...
Tansania hat in den letzten Jahren verstärkt Maasai umgesiedelt und damit die Kritik von Menschenrechtsgruppen auf sich gezogen. Wird der Druck angesichts der bevorstehenden Wahlen abflauen oder zunehmen?
Hallo zusammen,
die Zoologische Gesellschaft Frankfurt (ZGF) ist seit 70 Jahren in Tansania zum Schutz der Serengeti aktiv. Folgendes Interview aus ihrer Zeitschrift "Gorilla" gibt einen kleinen Überblick über die rechtliche Situation in Tansania und wie die ZGF mit indigenen Gruppen im Umfeld von Schutzgebieten umgeht.
Viel Spaß beim lesen.
LG
Rudi
Trophäenjagd setzt die Maasai und das Wildtierparadies im Norden Tansanias unter Druck. Unterdessen geraten finanzstarke Naturschutzbemühungen in die Kritik, da immer mehr Maasai vertrieben werden ...
Zwei präsidiale Kommissionen haben die Massenvertreibung der Maasai aus einigen der bekanntesten Naturschutzgebieten und Touristenzielen Ostafrikas empfohlen. Die Kommissionen wurden 2024 von Tansanias Präsidentin Samia Suluhu Hassan eingesetzt. Sie reagierte damit auf Massenproteste der Maasai im Ngorongoro-Schutzgebiet gegen vorausgegangene Vertreibungen aus Teilen des weltberühmten Serengeti-Ökosystems ...