Hallo Todo,
wir haben das Auto in Gambia von einem Ausländer gekauft und dessen fristüberzogenes Laissez-Passer, genauso wie die deutschen Exportkennzeichen, zur Weiterfahrt benutzt.
An der 2. Landesgrenze (Bissau) ging uns doch tatsächlich das Laissez-Passer verloren. Dennoch schafften wir noch weitere 3 Landesgrenzen bis Monrovia, ohne Bestechung! Die Diskussionen mit Zoll und Polizisten in Guinea-Conakry waren natürlich anstrengend.
In Monrovia wurde das Auto dann an einen Einheimischen verschenkt, ohne Zollzahlung.
Bzgl. Carnet bei Verschiffung würde ich den deutschen Spediteur fragen, welcher afrikanische Hafen ohne Carnet funktioniert, oder mit geringer Zollzahlung.
P.S.: Und vielen Dank für den sehr passenden Link
Zuletzt geändert von Gentleman am Mo 3. Feb 2014, 20:18, insgesamt 1-mal geändert.
Hallo Freunde
der neueste Bericht zum Carnet nach Südafrika: wenn wir vor 2 Wochen in Bremen kein Carnet gehabt hätten, hätte die Spedition unsere Autos erst gar nicht in den Container gelassen.
Inzwischen mußten wir der Spedition in SA ( Africanoverlanders ) eine Copie der Carnets per e-mail schicken, sonst könnten sie unsere Autos nicht aus dem Container nehmen.
Damit dürfte die Frage nach dem derzeitigen Stand des Carnets beantwortet sein.
Burckhard
p.s. die Condor läßt uns nicht in Frankfurt an Bord, wenn wir kein Rückflugticket aus SA haben, wir haben einen Flug von Kapstadt nach Gaborone am 01.04. gebucht , wer will das Ticket geschenkt haben?
war früher alles einfacher in Afrika!
Gentleman hat geschrieben:
wir haben das Auto in Gambia von einem Ausländer gekauft und dessen fristüberzogenes Laissez-Passer, genauso wie die deutschen Exportkennzeichen, zur Weiterfahrt benutzt.
hab ich mir fast schon gedacht, weil deine aussage mit "pauschal 1200,- zoll" ist so nicht zutreffend.
und abgelaufenes laissez passer ist ja nun kein wirkliches problem in gambia.
Gentleman hat geschrieben:
Bzgl. Carnet bei Verschiffung würde ich den deutschen Spediteur fragen, welcher afrikanische Hafen ohne Carnet funktioniert, oder mit geringer Zollzahlung.
meines wissens sind das leider die wenigsten häfen wo das noch klappt.
in westafrika z.b.senegal/dakar ohne carnet (nur wenn du das fahrzeug als "im transit " verschiffst),
banjul natürlich auch, aber dann eben sofort verzollen, unterschiedliche zollhöhe nach fahrzeugkategorie,
schmierwilligkeit ,kontakte, zollagent usw.
dann sofort gambia kennzeichen kaufen, ansonsten kommst du gar nicht aus dem hafen
mot , vehicle licence, roadtax. das summiert sich dann auch wieder.
südlicher wird der bei hafenimport zu entrichtende zoll eher teurer,
das ist ja der große vorteil des laissez passer an den landgrenzen,
kein sofortiger import notwendig.
Burckhard hat geschrieben:
Damit dürfte die Frage nach dem derzeitigen Stand des Carnets beantwortet sein.
Burckhard
Nur für Südafrika bzw. Zollunion.
In Westafrika, Pointe Noire, Djibouti Hafenanlandung auch ohne Carnet möglich. Ich vermute dass für den Trip des OP der Hafen Daressalaam ohne Carnet der geeignetste ist. Müsste aber ein Speditionsmitarbeiter beantworten. Es gibt auch die Möglichkeit, den Container nach Zambia oder Malawi zu senden.
p.s. die Condor läßt uns nicht in Frankfurt an Bord, wenn wir kein Rückflugticket aus SA haben, wir haben einen Flug von Kapstadt nach Gaborone am 01.04. gebucht , wer will das Ticket geschenkt haben?
war früher alles einfacher in Afrika
Rückflug Business Class buchen und dann voll rückerstatten lassen wäre eine Alternative gewesen.
Hallo, ich glaube hier wird Einiges durcheinander geworfen.
Soweit ich das verstanden habe sollte die Reise ins südöstliche Afrika gehen, darüber wurde geredet und nicht über Westafrika, Autoverkauf in Senegal oder Gambia.
Was nützt eine Information über Gambia, dort wollen die Leute doch nicht hin.
Was nützt eine preiswerte Fähre nach Mombasa, wenn man nach Namibia oder Mozambique will.
Es gibt auch preiswerte Fähren von Palermo nach Tunesien, dann ist man auch in Afrika, aber ...... was soll diese Info wenn ich nach Botswana will. Die Tunesier wollen kein Carnet, aber wenn ich die Wirtschaftsgemeinschaft Botswana, RSA und Nam will, brauche ich halt eins.
Natürlich kann man versuchen bei Nacht und Nebel eine Grenze illegal ohne Carnet zu überqueren und das Auto dann verschenken, aber wie komme ich erst einmal an diese Grenze ohne Afrika zu durchqueren. Wenn ich mit dem Schiff komme brauche ich das Ding.
Bin wirklich oft in Namiba und es wurde schon sehr häufig am Road-Block bei Brakwater kurz vor Windhoek mein Carnet controlliert und die Jungs verstehen heute keinen Spaß mehr. Die legen das Auto still und nehmen dir den Pass ab, so einfach ist das. Das gilt auch für die Aus- und Einreise nach Angola. Früher war das einfach in Westafrika , aber heute bekommt man Ärger wenn man ohne in den Senegal reisen will.
Als Häfen für eine Containerfähre nach Südostafrika kommen in der Regel Durbun, Kapstadt oder Walvisbay infrage, wenn man ins südliche Afrika will. Mozambique liegt auch noch am Meer, aber ob man das Abenteuer eingeht ein Auto nach Maputo zu verschiffen bleibt jedem selbst überlassen.
Wenn man das Auto wie vorgeschlagen per Container von Eurpa in diese Häfen will braucht man ein Carnet, da beißt keine Maus den Faden ab. Sonst laden die das Auto erst gar nicht nicht, bzw. der Spediteur hier in D übernimmt die Fracht nicht.
Unsere EU-Zöllner brauchen das Carnet nicht, aber dort wird es verlangt.
Natürlich kann man das Auto auch per Container von Mombasa nach Malawi auf dem Landweg bringen lassen, wie jemand vorgeschlagen hat, um ein Carnet zu umgehen, allerdings die Kosten und den Ärger möchte ich nicht haben und ob und wie das Auto in drei Monaten z.B. in Malawi ankommt ist die Frage. Das Zollproblem ist damit immer noch nicht gelöst.
War kürzlich in Zimbabwe, bin weder erschossen worden, noch inhaftiert noch sonst etwas, aber oft kontrolliert worden -wie überall in Afrika- und wenn irgend etwas nicht stimmt, machen die einem einen riesigen Tanz. Wer einmal durch Afrika gereist ist weiß, dass man mit vielen, vielen Kontrollen rechnen muss. Wenn irgend etwas nicht stimmt nutzen die das gleich aus und wollen Kohle sehen.
Natürlich kann man versuchen in Maputo die Zöllner zu bestechen, aber das ist aber eine Zitterpartie, u.U. verbringt man 3 Urlaub in Mozambique am Hafen um das Auto frei zu bekommen, glaube aber, dass man kaum einen Spediteur in Europa findet.
Wenn man nun wie vorgeschlagen ein Auto in England kauft, muss man es dort auch zulassen um loszufahren.
Alles theoretische Spielereien, Stammtischparolen die keiner ernsthaften Überprüfung standhalten.
Ein vernünftiger Vorschlag ist ein Auto im südlichen Afrika zu erwerben, aber dafür braucht man i.d. Regel einen Wohnsitz im jeweiligen Land, das wird auch kontrolliert. Vor einem Jahr war es mir noch nicht einmal möglich eine Prepaid-Telefonkarte in J-Burg zu kaufen, weil ich dort keinen Wohnsitz hatte. (kann sich zwischenzeitlich wieder geändert haben?).
Wenn der Fragesteller das südöstliche Afrika bereisen will, drei Monate Zeit hat und sein Nervenkostüm schonen will, sollte er sich die Sache mit dem Mietwagen überlegen oder versuchen dort ein gebrauchtes Auto (Rechtslenker) zu kaufen.
Er sollte bei der letzten Variante aber berücksichtigen, dass er bei einem Verkauf des Wagens unter Zeitdruck möglicherweise auch nicht mehr annähernd den Preis erhält den er einmal gezahlt hat. Ganz zu schweigen davon wie viel Ärger er mit der Zulassung vor Ort hat und wie viel Zeit im noch bleibt um Afrika wirklich kennen und lieben zu lernen.
In diesem Sinne, viele Grüße
Peter
Bin mein halbes Leben unterwegs gewesen, habe Afrika, Asien, Europa und USA (ohne Latainamerika) von Ost-nach-West und Nord-nach Süd bereist. Jetzt möchte ich nochmal eine große Tour machen.
Burckhard hat geschrieben:
p.s. die Condor läßt uns nicht in Frankfurt an Bord, wenn wir kein Rückflugticket aus SA haben, wir haben einen Flug von Kapstadt nach Gaborone am 01.04. gebucht , wer will das Ticket geschenkt haben?
war früher alles einfacher in Afrika
Rückflug Business Class buchen und dann voll rückerstatten lassen wäre eine Alternative gewesen.
Das ist mal ein guter Ansatz, an diesen Vorteil von Business Class Tickets denkt wohl nicht jeder
Rund um das Reisen ohne Carnet - sind hier einige Informationen gesammelt:
Zwei Afrika Umrundungen bis Ägypten vom 2012 und 13, die Reise von Thömu und der Bericht eines Reisenden der sogar für Ägypten ein TIP ergattern konnte, lassen wirklich aufhorchen.
Wohlgemerkt waren das keine Nacht und Nebelaktionen an der Grenze, sondern ganz legale temporäre Importpapiere, die an den Grenzen erworben wurde.
Wenn man das Depot für das Carnet in Bar hinterlegen kann, sind die Carnet Kosten ja eigentlich sehr gering. Um die 200 Euro für Mitglieder (viele Reisenden machen ja sowieso eine ADAC Plus Mitgliedschaft wegen der Ersatzteilversorgung unterwegs)…
Die Tip (temporary import papers / laissez passer) summieren sich auch, zusätzlich muss man immer Geld wechseln an den Grenzen und an den Wechselkursen herum diskutieren..
Ich würde wohl aus reiner Bequemlichkeit das Carnet wieder mit einpacken Aber ohne zu Reisen scheint jetzt nicht derart Risikoreich zu sein, auch wenn zwei der Beispiele von Motorrädern stammen
Vielen Dank Surfy! Es freut mich dass es weitere dokumentierte Fahrten ohne Carnet durch Afrika gibt.
Ich verstehe auch dass auf manchen Fahrten das Carnet eine Erleichterung ist. Eure Reise war ja, wenn ich es richtig verstehe, von Vornherein sehr lange und mit Rückfahrt geplant, durch eher "harte" Carnet-Länder, und mit einem schönen Auto das man gerne wieder nach Hause zurückbringt. Carnet sinnvoll.
Ich reise ausschliesslich one-way (das schliesst ein Carnet aus). Kaufe manchmal spontan ohne irgendwelche Rüstzeiten - heute ein Auto für unter €5.000, und bin morgen schon unterwegs nach Afrika, oder Ostsibirien. Mit Exportkennzeichen. Ein, zwei Wochen Powerdrive. Das Auto wird am Ende verkauft, verschenkt, im Zoll eingestellt, konfisziert, beim Langzeitparken gestohlen, ... alles schon passiert.
Da ich beruflich die FIA, inkl.Vorsitzender, und die Vertreter nationaler Verbände (wie ADAC) gut kenne, weiss ich wie krumm es dort zugeht. Das Carnet hat historische Gründe und im Zeitablauf zu einer quasi "Hoheitserschleichung" durch die Verbände geführt (die ja privat sind und mit Zollauthorität ZERO zu tun haben). Es wäre allen geholfen, wenn auch die letzten 3 Carnet-Länder auf Laissez-Passer oder Passeintrag umstellen. Und die Mehrheit der Traveller verstehen würde, dass man ein Carnet fast nie wirklich braucht.
Es ist ja auch absurd: da herrscht fast überall Freihandel, viele tragen eine teurere Uhr oder Laptop bei sich, als der fahrende Untersatz wert ist. Die Überbewertung des Autozoll ist ein Anachronismus.
werner-peter hat geschrieben:Vor einem Jahr war es mir noch nicht einmal möglich eine Prepaid-Telefonkarte in J-Burg zu kaufen, weil ich dort keinen Wohnsitz hatte. (kann sich zwischenzeitlich wieder geändert haben?).
Ist hier offtopic, aber die RICA-Registrierung für eine Prepaid-SIM geht eigentlich problemlos auch für Ausländer und das nicht erst seit gestern. Die SIM am besten in den offiziellen Mobilfunkshops von MTN oder Vodacom an den großen Flughäfen kaufen. Die verkaufen fast ausschließlich an Ausländer, wissen wie es geht und da ist die Karte in 3 Minuten aktiviert. In anderen Läden irgendwo im Land haben die einfach keine Erfahrung, wie RICA bei Ausländern ohne SA-Adresse zu bewerkstelligen ist und dann gibt es immer wieder Berichte, dass es unmöglich ist, da als Ausländer eine SIM zu registrieren.
Hallo Guido, danke für die Info.
Ich habe eine Pre-Paid-Card für Namibia / MTC die gilt nicht in Botswana, kaufte eine Karte in Botswana, beim Grenzübertritt nach RSA funktionierte die dann wieder nicht. Habe in Südafrika, an Tankstellen und in kleinen Verkaufsstellen der Telefongesellschaften versucht eine Karte zu bekommen. Auch in Pretoria, Kapstadt und Johannesburg habe ich es versucht. Man sagte mir, dass wegen der hohen Kriminalität nur noch Pre-Paid-Cards an Leute verkauft werden dürften die sich mit Stromabrechnung,Mietvertrag oder Festnetznummer identifizieren können. Mit Handy's würden Überfälle organisiert.
Habe dann in Zimbabwe und Sambia jeweils wieder neue Karten gekauft. Für Leute die nicht per Flugzeug einreisen ist das natürlich doof.
Das nervt, aber Dein Tipp ist toll, nochmals danke, muss beim nächsten Mal zum Flughafen nach Johannesburg raus.
viele Grüße
Peter
Bin mein halbes Leben unterwegs gewesen, habe Afrika, Asien, Europa und USA (ohne Latainamerika) von Ost-nach-West und Nord-nach Süd bereist. Jetzt möchte ich nochmal eine große Tour machen.