Auswärtiges Amt hat geschrieben:Sudan
Stand 23.12.2021
Letzte Änderungen:
- Aktuelles (Militärputsch und Ausnahmezustand)
- Sicherheit – Erweiterung um Äthiopien
- Sicherheit (Innenpolitische Lage; Sudkordofan Unity State und Blauer Nil; Ostsudan)
- Reiseinfos (Infrastruktur/Verkehr)
Aktuelles
Militärputsch und Ausnahmezustand
Nach einem Militärputsch am 25. Oktober 2021 wurde in Khartum der Ausnahmezustand verhängt. Sowohl durch das Militär als auch durch Demonstranten kann es zu Brücken- und Straßensperren kommen.
Landesweit kann es immer wieder zu Großdemonstrationen kommen.
- Meiden Sie unbedingt weiträumig größere Menschenansammlungen und Demonstrationen. Bleiben Sie bei angekündigten Protesten möglichst an einem sicheren Ort.
- Halten Sie sich an die Anweisungen der Sicherheitsbehörden.
- Informieren Sie sich regelmäßig zur aktuellen Lage über die Medien.
- Registrieren Sie sich in der Krisenvorsorgeliste des Auswärtigen Amts bzw. prüfen Sie, ob Ihre dort hinterlegten Daten aktuell sind.
Sicherheit
Von Reisen in die Grenzgebiete zu
- Libyen,
- Ägypten, mit Ausnahme der Hauptstrecke N1 über den Grenzübergang Wadi Halfa/Assuan,
- Tschad,
- Äthiopien
sowie von Reisen
- in alle fünf Darfur-Bundesstaaten (Zentraldarfur, Ostdarfur, Norddafur, Westdafur und Süddarfur) im Westen des Sudan,
- in die Regionen Südkordofan und Blauer Nil
wird dringend abgeraten.
Innenpolitische Lage
Die innenpolitische und die wirtschaftliche Lage bleibt angespannt. Gewaltsame Auseinandersetzungen und zum Teil erhebliche Verkehrsbehinderungen sind bei Protesten nicht ausgeschlossen.
Wegen Güterknappheit und Anpassung von Subventionen steigen die Preise für Grundnahrungsmittel stetig. Zugleich herrscht eine starke Inflation. Landesweit kann es zu einer Knappheit wichtiger Güter kommen, auch in der Khartum erfassen.
In den Grenzgebieten zu Äthiopien, Libyen, Ägypten und Tschad besteht das Risiko von Zusammenstößen sudanesischer Sicherheitskräfte mit bewaffneten Gruppen.
Die Grenzen zu Eritrea, Äthiopien und Tschad sind geschlossen. Auch die Grenzen zu Libyen und der Zentralafrikanischen Republik können jederzeit für längere Zeiträume geschlossen werden.
An der Grenze zu Ägypten ist nur der Grenzübergang Assuan/Wadi Halfa geöffnet.
Abseits der Hauptverkehrsroute besteht die Gefahr von Landminen.
Südkordofan (inkl. Abyei) Unity State und Blauer Nil
In den Regionen Südkordofan und Blauer Nil kann es zu militärischen Kampfhandlungen kommen.
In der Stadt Abyei und der gleichnamigen Grenzregion zwischen Sudan und Südsudan - die Grenze zwischen beiden Ländern ist umstritten - kann sich die derzeitige Ruhe abhängig von lokalen und regionalen Ereignissen sehr schnell ändern.
Auch in ländlichen Räumen in Südkordofan und Blauer Nil, vor allem in den Nuba-Bergen, kommt es immer wieder zu Kampfhandlungen zwischen Armee und Rebellen.
Ostsudan
Es kann zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen oder zur Blockade der Straße zwischen Port Sudan und Khartum kommen.
- Seien Sie bei allen Reisen in Sudan besonders vorsichtig.
- Informieren Sie sich über die lokalen Medien.
- Meiden Sie Demonstrationen und größere Menschenansammlungen weiträumig.
- Verlassen Sie auf dem Weg nach Ägypten die Hauptstrecke nicht.
- Versuchen Sie nicht, Grenzen illegal zu übertreten.
- Meiden Sie das zwischen Sudan und Ägypten umstrittene Hala’ib-Dreieck.
- Planen Sie Reisen im Ostsudan sorgfältig und stimmen Sie sie mit den lokalen Behörden ab.
- Folgen Sie den Anweisungen lokaler Sicherheitskräfte.
Reiseinfos
Infrastruktur/Verkehr
Die Verkehrswege können aufgrund von Maßnahmen im Zusammenhang zur Eindämmung von COVID-19 beeinträchtigt sein, siehe Aktuelles.
Der Luftverkehr entspricht nicht europäischen Sicherheitsstandards. Flugreisen innerhalb des Landes bieten verschiedene sudanesische Luftfahrtgesellschaften an. Alle sudanesischen Luftfahrtunternehmen stehen auf der gemeinschaftlichen Liste unsicherer Fluggesellschaften der EU.
Die Infrastruktur in Sudan ist in vielerlei Hinsicht unzureichend. Versorgungsmängel (u. a. Treibstoffknappheit, Medikamentenmangel) sind weit verbreitet. So sind Reisen außerhalb des Großraums der Hauptstadt Khartum wegen mangelnder Infrastruktur und aufgrund von Sicherheitsgefährdungen oft nur eingeschränkt möglich.
Touristen benötigen für Reisen außerhalb Khartums keine Reisegenehmigung (travel permit) des sudanesischen Tourismusministeriums.
Die Unfallgefahr bei Fahrten über Land darf wegen schlechter Straßen, fehlender Markierungen und der nicht selten unorthodoxen Fahrweise nicht unterschätzt werden. Nachtfahrten sollten ganz vermieden werden. Eine defensive Fahrweise ist dringend zu empfehlen. Medizinische Hilfe bei Unfällen steht in der Regel nicht zur Verfügung.
Aufgrund der Nachwirkungen des Bürgerkriegs in Südsudan, der Stammeskonflikte und der nach wie vor angespannten Situation an manchen Teilen der südlichen und östlichen Grenzen sowie v. a. aufgrund des Darfur-Konflikts ist eine Durchquerung des Landes weder in Nord-Süd- noch in Ost-West-Richtung gefahrlos möglich.
Reisen in den nördlichen Sudan zu den Pyramiden von Meroe und Karima sind unproblematisch und auf dem Landweg von Ägypten wieder möglich, jedoch ausschließlich über den Grenzübergang Assuan/Wadi Halfa.
Die Grenzen zu Äthiopien, Eritrea und Tschad sind geschlossen. Die Hauptverkehrsroute zu diesem Grenzübergang sollte nicht verlassen werden. Beim Versuch, Grenzen illegal zu überqueren, bestehen Gefahren durch nicht oder unzureichend gekennzeichnete Minenfelder sowie der längerfristigen Inhaftierung.
Tauchsport im Roten Meer ist bislang unproblematisch, jedoch sind Ausrüstungen einiger Veranstalter unfallträchtig.
- Planen Sie Reisen im Land sehr sorgfältig.
- Fahren Sie vorsichtig und defensiv sowie möglichst nur in Gruppen mit mehreren Geländefahrzeugen.
- Führen Sie bei Überlandfahrten möglichst mehrere Kopien Ihrer Reisedokumente mit, da diese manchmal an Kontrollposten eingesammelt werden.
- Versuchen Sie nicht, illegal Grenzen zu überqueren.
- Wählen Sie für Tauchsport nur Veranstalter mit gutem Ruf mit sicheren Ausrüstungen.