Auswärtiges Amt hat geschrieben:Irak
Stand 30.04.2026
Letzte Änderungen:
- Eilmeldung (gestrichen)
- Aktuelles (Sicherheitslage)
- Sicherheit (Terrorismus)
Aktuelles
Vor Reisen nach Irak wird gewarnt.
Das Personal der Deutschen Botschaft Bagdad und des Deutschen Generalkonsulats Erbil wurde aufgrund der aktuellen Sicherheitslage temporär aus Irak verlegt und kann derzeit keine konsularische Hilfe gewährleisten.
Deutschen Staatsangehörigen, die sich derzeit im Irak aufhalten, wird die Ausreise empfohlen, soweit diese sicher möglich ist.
Sicherheitslage
Ende Februar 2026 begannen militärische Auseinandersetzungen zwischen den USA/Israel und Iran. Seitdem kam es zu Angriffen von Iran und Iran-nahen Milizen auf verschiedene Ziele in der Region, u.a. auch auf zivile Einrichtungen wie Hotels, Flughäfen und Büro- und Wohngebäude. Am 8. April 2026 haben die USA, Israel und Iran eine Waffenruhe bekannt gegeben.
Die Sicherheitslage in der gesamten Region bleibt dennoch höchst volatil. Das Risiko einer kurzfristigen Verschärfung der Sicherheitslage und erneuter Einschränkungen des Flugverkehrs sowie eine erhöhte abstrakte Gefährdung für terroristische Anschläge bestehen unvermindert fort.
Deutschen Staatsangehörigen, die sich derzeit noch im Irak aufhalten, wird die Ausreise empfohlen. Mit allen Überlandfahrten in Irak können zusätzliche erhebliche Gefahren verbunden sein. Diese sollten vor Reiseantritt sorgfältig abgewogen werden. Die Grenzübergänge in die Türkei, u.a. der Übergang Ibrahim Khalil, nach Jordanien sowie nach Saudi-Arabien sind nach aktuellem Stand geöffnet. Vor Antritt einer Ausreise auf dem Landweg sollten die Einreisebestimmungen für das jeweilige Land für deutsche Staatsangehörige geprüft werden.
Die Entscheidung, ob eine Ausreise erfolgen sollte, müssen die Betroffenen in eigenverantwortlicher Abwägung der jeweiligen individuellen Situation selbst treffen. Die Sicherheitslage vor Ort kann sich jederzeit ändern. Eine Lagebewertung oder Gefährdungseinschätzung für individuelle Wegstrecken können nicht abgegeben werden.
- Beachten Sie die geltende Reisewarnung und Ausreiseempfehlung.
- Registrieren Sie sich in der Krisenvorsorgeliste des Auswärtigen Amts und weisen Sie auch andere Deutsche auf diese Möglichkeit hin. Prüfen Sie regelmäßig, ob Ihre dort hinterlegten Daten aktuell sind. Dies gilt insbesondere, wenn Sie zwischenzeitlich in ein anderes Land weitergereist sind.
- Meiden Sie Kundgebungen, Demonstrationen und größere Menschenansammlungen.
- Folgen Sie den Anweisungen der Sicherheitskräfte.
- Informieren Sie sich in den lokalen Medien.
- Laden Sie Mobiltelefone sowie andere Kommunikationsmittel und verfügbare externe Batterien immer voll auf.
Sicherheit
Terrorismus
Die terroristische Organisation IS übt seit Ende 2017 keine territoriale Kontrolle mehr in Irak aus. Gleichwohl gibt es im Land noch immer Gruppen von Kämpfern, von denen unverändert Gefahr ausgeht. Es besteht ein landesweites Risiko für Anschläge und offene bewaffnete Auseinandersetzungen zwischen terroristischen Gruppierungen und Sicherheitskräften.
Die Sicherheitslage in Gesamt-Irak bleibt volatil. Personen, die sich in Irak aufhalten, sollten Medienberichte aufmerksam verfolgen und alle Vorkehrungen treffen, um erforderlichenfalls kurzfristig ausreisen zu können.
Besonders gefährlich sind die Provinzen Anbar, Diyala, Kirkuk, Ninewa (Sindschar, Mossul, Grenze zu Syrien), Salah Al-Din sowie der Norden der Provinz Babel.
In diesen Provinzen muss weiterhin mit schweren Anschlägen und offenen bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen dem IS und irakischen Sicherheitskräften gerechnet werden. In der nördlichen Provinz Ninewa gibt es immer wieder Auseinandersetzungen zwischen Sicherheitskräften und PKK-nahen Kräften, von denen auch Zivilisten betroffen sind. Gleiches gilt für die nördliche Grenze der Region Kurdistan-Irak zu Syrien und der Türkei. Hier ist es zu Angriffen auf türkisches Militär und zu türkischen Luftangriffen auf PKK-Stellungen gekommen. Auch an der Grenze der Region Kurdistan-Irak zu Iran kommt es vereinzelt zu Gefechten.
Grundlage jeder Reise, die in Gebiete mit Reisewarnung durchgeführt wird, sollte ein tragfähiges professionelles Sicherheitskonzept sein. Elemente eines professionellen Sicherheitskonzepts können insbesondere die Verwendung sondergeschützter Fahrzeuge, der Einsatz einer angemessenen Anzahl von Sicherheitskräften sowie die fachliche Beratung durch Sicherheitspersonal nach Voraufklärung und Planung der Fahrtrouten sein.
- Beachten Sie die geltende Reisewarnung und Ausreiseempfehlung.
- Verfolgen Sie die lokalen und sozialen Medien.
- Meiden Sie derzeit zentrale Infrastruktur. US-Einrichtungen sind besonders gefährdet.
- Meiden Sie Demonstrationen.
- Folgen Sie den Anweisungen von Sicherheitskräften.
Hauptstadt Bagdad
Trotz einer Verbesserung der Sicherheitslage in der Hauptstadt Bagdad besteht weiterhin die Gefahr schwerer Anschläge, insbesondere auf irakische Sicherheitsinstitutionen und deren Angehörige, auf Ministerien, Hotels, öffentliche Plätze und religiöse Einrichtungen. Es besteht zudem ein hohes Risiko an Entführungen mit terroristischem oder kriminellem Hintergrund. Die Sicherheitslage ist weiterhin volatil.
Einzelne Abschnitte Bagdads werden von irakischen Sicherheitskräften in besonderem Maße gesichert, dazu zählt u.a. der internationale Flughafen. Anschläge können aber auch dort nicht ausgeschlossen werden. In der Vergangenheit waren die sog. Internationale Zone und unmittelbar angrenzende Bereiche immer wieder Ziel von Mörser- und Raketenbeschuss; diese Gefahr besteht fort.
Im Stadtgebiet, insbesondere um den Tahrir-Platz und die drei Tigris-Brücken Jumhuriya, Sinak und al-Ahrar kann es zu Protesten und gewalttätigen Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften kommen. Die Proteste schränken den Bewegungsspielraum in der Stadt in Teilen ein. Weitere Gewaltausbrüche im Zusammenhang mit den Demonstrationen können nicht ausgeschlossen werden.
- Meiden Sie unbedingt Demonstrationen und Menschenansammlungen.
Region Kurdistan-Irak
In der Region Kurdistan-Irak - RKI - (Provinzen Dohuk, Erbil, Sulaimaniyah und Halabja) ist die Sicherheitslage angespannt.
Aufgrund der hoch volatilen Lage in Nahost ist die weitere Entwicklung der Sicherheitslage schwer vorhersehbar. Es besteht eine anhaltend erhöhte Gefahr von Terroranschlägen (Provinzen Dohuk, Erbil, Sulaimaniyah und Halabja).
- Beachten Sie auch den weltweiten Sicherheitshinweis.