MODERATOR-NOTE: Da die Reise-/Sicherheitshinweise für die Republik Kongo seitens AA vollständig überarbeitet wurden, haben wir diesen neuen Thread gestartet. Die Hinweise vom 14.09.2007 - 02.05.2013 findet ihr unter: Reise-/Sicherheitshinweis Republik Kongo 14.09.2007 - 02.05.2013
Auswärtige AmtDas Auswärtige Amt hat geschrieben: Republik Kongo:
Stand 24.09.2013
Letzte Änderung:
- vollständige Überarbeitung
Landesspezifische Sicherheitshinweise
Kriminalität
Bestimmte Stadtteile in Brazzaville (Ouenze, Talangaï, Bakongo, Poto Poto, Makélékélé) sollten wegen erhöhter Kriminalität vor allem nach Einbruch der Dunkelheit nur wenn unbedingt erforderlich und dann möglichst unauffällig ohne Wertsachen besucht und nachts am besten ganz gemieden werden. Dies gilt auch für die Hafenstadt Pointe Noire, hier ist seit einiger Zeit eine verstärkte, auch gewalttätige Bandenkriminalität zu beobachten.
Reisen über Land
Im Département Pool, vor allem in der Nähe von Mindouli (135 km westlich von Brazzaville) sowie auf der Nationalstraße 1 von Mindouli nach Brazzaville kann es zu Überfällen auf Fahrzeuge kommen. Wer Fahrten auf dieser Strecke nicht vermeiden kann, sollte sich besser einem Konvoi anschließen, Nachtfahrten sollten vermieden werden. Letzteres gilt generell für alle Straßenverbindungen im Land.
Straßen-, Eisenbahn- und Flugverkehr
Das Straßennetz ist insgesamt in schlechtem Zustand, was Verkehrsunfälle begünstigt. Dies gilt insbesondere für die Dauer der Regenzeiten. Der Zug zwischen Pointe Noire und Brazzaville verkehrt durchgehend, birgt aber ein gewisses Unfallrisiko und besonders für Ausländer die Gefahr von Raubdiebstählen. In Bahnhöfen kann es bei nächtlicher Ankunft der Züge zu Übergriffen kommen.
Innerkongolesische Flugverbindungen gibt es vor allem zwischen Brazzaville/Kayi/ Dolisie, Brazzaville/Ouesso und Brazzaville/Pointe Noire. Der technische Zustand der Flugzeuge erfüllt nicht immer die internationalen Normen. Alle in der Republik Kongo zugelassenen Fluggesellschaften stehen auf der schwarzen Liste der EU (http://ec.europa.eu/). Die Flüge der kongolesischen Fluggesellschaft ECAir werden von der schweizer Firma Private Air durchgeführt. Private Air führt auch für Lufthansa den Flug Pointe Noire-Libreville durch. Lufthansa-Technik führt wiederum die Wartung für Private Air durch.
Allgemeine Reiseinformationen
In Brazzaville gibt es seit Oktober 2012 eine kleine, im Aufbau befindliche, deutsche Auslandsvertretung in den Räumen der französischen Botschaft (Rue Alfassa, Centre Ville), die allerdings zurzeit nur mit einem entsandten Diplomaten besetzt ist. In Notfällen kann die Telefonnummer +242 056939066 angewählt werden, die allerdings nicht 24 Stunden bedient wird.
Konsularisch zuständig für die Republik Kongo bleibt weiterhin die deutsche Botschaft in Kinshasa (http://www.kinshasa.diplo.de/). Darüber hinaus kann in Notfällen auch die französische Botschaft unter Tel. +242 06 620 03 03 erreicht werden.
In Pointe-Noire gibt es einen deutschen Honorarkonsul (http://www.auswaertiges-amt.de/l)
Einreisebestimmungen für deutsche Staatsangehörige
Reisedokumente
Die Einreise ist für deutsche Staatsangehörige mit folgenden Dokumenten möglich:
Reisepass: Ja
Vorläufiger Reisepass: Nein
Personalausweis: Nein
Vorläufiger Personalausweis: Nein
Kinderreisepass: Ja
Noch gültiger Kinderausweis nach altem Muster (der Kinderausweis wird seit 1. Januar 2006 nicht mehr ausgestellt): Nein
Anmerkungen:
Ein internationaler Impfausweis mit dem Nachweis einer gültigen Gelbfieberimpfung muss bei Einreise vorgelegt werden. Dies wird streng kontrolliert.
Kindereinträge im Reisepass eines Elternteils sind seit dem 26.06.2012 nicht mehr gültig. Jedes Kind benötigt ein eigenes Ausweisdokument.
Visum
Deutsche Staatsangehörige benötigen für die Einreise in die Republik Kongo ein Visum. Das Visum wird von der Botschaft der Republik Kongo in Berlin ausgestellt.
Einreisebestimmungen für deutsche Staatsangehörige können sich kurzfristig ändern, ohne dass das Auswärtige Amt hiervon vorher unterrichtet wird. Rechtsverbindliche Informationen und/oder über diese Hinweise hinausgehende Informationen zu den Einreisebestimmungen erhalten Sie nur direkt bei der Botschaft oder einem der Generalkonsulate Ihres Ziellandes.
Besondere Zollvorschriften
Gegenstände des täglichen Bedarfs können eingeführt werden. Geld (Euro) muss bei der Einreise nicht deklariert werden, die Ausfuhr von Francs CFA ist hingegen untersagt.
Die Einfuhr von Waffen ist untersagt.
Weitergehende Zollinformationen zur Einfuhr von Waren erhalten Sie bei der Botschaft Ihres Ziellandes. Nur dort kann Ihnen eine rechtsverbindliche Auskunft gegeben werden.
Die Zollbestimmungen für Deutschland können Sie auf der Website des deutschen Zolls http://www.zoll.de einsehen oder telefonisch erfragen
Besondere strafrechtliche Vorschriften
Es ist verboten, sicherheitsrelevante Bereiche (Bahnhöfe, Flughäfen, Hafenanlagen etc.) zufotografieren.
Drogenhandel wird streng bestraft.
Offen gezeigte Homosexualität kann zu willkürlichen Verhaftungen wegen angeblich sittenwidrigen Verhaltens führen.
Medizinische Hinweise
Reisende sollten für die Republik Kongo unbedingt eine zuverlässige Rückholversicherung und einen Auslands-Krankenversicherungsschutz abschließen.
Impfschutz
Eine Gelbfieberimpfung ist für alle Personen, die älter als ein Jahr sind, zur Einreise vorgeschrieben und auch medizinisch indiziert. Das Mitführen eines internationalen Impfpasses bei der Einreise (und ggf. Weiterreise in die Demokratische Republik Kongo) ist vorgeschrieben; es empfiehlt sich, das Dokument während der gesamten Reise mit sich zu führen.
Abweichend von den offiziellen Empfehlungen, kann eine Choleraimpfung gelegentlich verlangt werden, besonders bei Einreise aus einem Land mit Cholera oder bei Einreise auf dem Landwege.
Das Auswärtige Amt empfiehlt weiterhin, die Standardimpfungen gemäß aktuellem Impfkalender des Robert-Koch-Institutes http://www.rki.de für Kinder und Erwachsene anlässlich einer Reise zu überprüfen und zu vervollständigen. Dazu gehören auch für Erwachsene die Impfungen gegen Tetanus, Diphtherie und Polio, ggf. auch gegen Pertussis, Mumps, Masern Röteln (MMR) und Influenza.
Als Reiseimpfungen werden Hepatitis A, bei Langzeitaufenthalt oder besonderer Exposition auch Hepatitis B, Typhus, Meningokokken-Krankheit (4fach-Impfstoff) und Tollwut empfohlen.
Malaria
Es besteht ganzjährig und im gesamten Land ein hohes Risiko für die fast ausschließlich vorkommende Malaria tropica. Die Übertragung erfolgt durch den Stich blutsaugender nachtaktiver Anopheles-Mücken. Unbehandelt verläuft, insbesondere die gefährliche Malaria tropica, bei nicht-immunen Europäern häufig tödlich. Die Erkrankung kann auch noch Wochen bis Monate nach dem Aufenthalt ausbrechen. Beim Auftreten von Fieber in dieser Zeit ist ein Hinweis auf den Aufenthalt in einem Malariagebiet an den behandelnden Arzt notwendig. Eine Malariaprophylaxe wird dringend empfohlen. Für die Malariaprophylaxe sind in Deutschland verschiedene verschreibungspflichtige Medikamente (z.B. Malarone, Doxycyclin, Lariam) auf dem Markt erhältlich. Die Auswahl und persönliche Anpassung sowie Nebenwirkungen bzw. Unverträglichkeiten mit anderen Medikamenten sollten unbedingt vor der Einnahme einer Chemoprophylaxe mit einem Tropen- bzw. Reisemediziner besprochen werden. Aufgrund der mückengebundenen Infektionsrisiken wird allen Reisenden empfohlen:
• körperbedeckende (helle) Kleidung zu tragen (lange Hosen, lange Hemden),
• in den Abendstunden und nachts Insektenschutzmittel auf alle freien Körperstellen wiederholt aufzutragen,
• ggf. unter einem Moskitonetz zu schlafen.
Weitere nur durch Mückenschutz vermeidbare Erkrankungen kommen vor.
HIV/AIDS
Durch sexuelle Kontakte, bei Drogengebrauch (unsaubere Spritzen oder Kanülen) und Bluttransfusionen besteht grundsätzlich ein hohes Risiko. Kondombenutzung wird immer, insbesondere bei Gelegenheitsbekanntschaften empfohlen.
Durchfallerkrankungen und Cholera
Durch eine entsprechende Lebensmittel- und Trinkwasserhygiene lassen sich die meisten Durchfallerkrankungen und besonders Cholera vermeiden. Diese tritt vor allem in der Regenzeit immer wieder auf. Bei besonderer Exposition kann eine Impfung sinnvoll sein, beispielsweise bei Arbeiten in Slums, Pflege Erkrankter oder in Flüchtlingslagern.
Einige Grundregeln: Ausschließlich Wasser sicheren Ursprungs trinken, z.B. Flaschenwasser, nie Leitungswasser. Im Notfall gefiltertes, desinfiziertes oder abgekochtes Wasser benutzen. Unterwegs auch zum Geschirrspülen und Zähneputzen Trinkwasser benutzen. Bei Nahrungsmittel gilt: Kochen, Schälen oder Desinfizieren. Halten Sie unbedingt Fliegen von Ihrer Verpflegung fern. Waschen Sie sich so oft wie möglich mit Seife die Hände, immer aber nach dem Stuhlgang und immer vor der Essenszubereitung und vor dem Essen. Händedesinfektion, wo angebracht durchführen, Einmalhandtücher verwenden.
Weitere Infektionskrankheiten
Schistosomiasis (Bilharziose)
Die Gefahr der Übertragung von Schistosomiasis besteht beim Baden in Süßwassergewässern. Baden dort sollte daher grundsätzlich unterlassen werden.
Ebola-Virus-Infektion
Seit Ende April 2005 sind in der Cuvette Ouest Region (in Etoumbi und Mbomo) erneut einzelne Ebola-Virus-Erkrankungen aufgetreten. Zuletzt kam es in dieser Region im Jahr 2003 zu einem Ebola-Ausbruch. Diese hochfieberhafte und mit Blutungen einhergehende Erkrankung führt häufig zum Tode. Die Übertragung findet durch Kontakt zu kranken Personen und deren Ausscheidungen statt. Die an der Grenze zu Gabun gelegene Region ist jedoch sehr entlegen und kein Reiseziel.
Medizinische Versorgung
Die medizinische Versorgung im Lande und auch in Brazzaville und Pointe-Noire ist nicht mit europäischen Standards vergleichbar. Sie ist vielfach technisch, apparativ und/oder hygienisch hoch problematisch. Oft fehlen auch europäisch ausgebildete Englisch/Französisch sprechende Ärzte. Ein ausreichender, in der Republik Kongo gültiger Krankenversicherungsschutz und eine zuverlässige Reiserückholversicherung sind – ebenso wie die Mitnahme einer gut ausgestatteten Reiseapotheke - dringend empfohlen.
Lassen Sie sich vor einer Reise durch eine tropenmedizinische Beratungsstelle bzw. einen Tropen-/Reisemediziner beraten, beispielsweise http://www.dtg.org oder http://www.frm-web.de




