joerg1 hat geschrieben:so, jetzt ein paar aktuelle Informationen (Stand 21.01.16):
Aktuelle Lage in Mali nach aktueller Info eines Australiers hier vor Ort, der in Bamako ein längeres Gespräch mit einem europäischen Offizier geführt hat ( Durchreise vor 3Wochen ) - entgegen der Angaben in unseren Medien:
Timbuktu wird gerade noch von UN-Truppen gehalten, alle Straßen nach Timbuktu und im Norden sind nicht mehr sicher und nicht mehr in der Hand der UN oder Regierungsarmee. Timbuktu wird nur noch aus der Luft versorgt. Islamische Verbände dringen immer weiter in Richtung Bamako vor. Auch im Süden von Burkina über die Hauptstadt in Richtung Senegal-Grenze haben sich die Australier alles Andere als sicher gefühlt (viel Militätpresenz - nervöses Militär etc.)
Die von der Bundeswehr zu entsendenden Truppen werden sich also sehr warm anziehen können...
Gruß
Jörg
Hab grade mit meinem "Onkel" asu Bamako telefoniert.
Er meinte das sei Käse- es ist alles wie immer- gelähmt durch die unklare politische Situatuion aufgrund der vielen Soldaten, aber absolut ruhig. Keinerlei Probleme
das kannst Du doch selbst nicht glauben: ein paar Bonbons erziehen eine ganze Nation zu Bettlern? Wer solch übertriebene Aussagen macht, ist völlig unglaubwürdig, selbst, wenn er sonst 'mal richtig liegen sollte!
Doch Jürgen, genau das glaube ich. Woher sonst sollen die unzähligen nach Bonbons bettelnden Kinder das Bonbonbetteln gelernt haben, wenn nicht von den Bonbonverteilern?
Zugegeben, meine Aussage ist pointiert. Trotzdem fördert es meiner Ansicht nach eine Empfängermentalität die den einheimischen langfristig eher schadet als nützt und zementiert das Bild vom reichen Weissen. Viele NGOs tragen dazu noch das ihrige bei.
Auf Augenhöhe mit den Einheimischen zu bleiben, bedeutet für mich unter anderem, Geschenke nicht an Fremde à la "reich beschenkt arm" zu verteilen, sondern nur in dem Masse zu verschenken, wie dies auch von den Einheimischen gemacht wird. Und da habe ich bis heute noch keinen Einheimischen getroffen, der Fremde beschenkt. Wenn ich jemanden näher kenne, ist dies natürlich etwas anderes, aber dann wird mit einem Geschenk die Freundschaft bekräftigt.
marylin hat geschrieben:
Westeuropäer haben einen großen Mangel: den Mangel sich in andere hinzuverstezen, zu erkennen daß Mentalitäten aufeinander treffen und vor allem das Desinteresse, sich selbst mal zu hinterfragen. Als Anfänger bedient man sich "Rezepten" (sei es von Därr oder aus Foren) und verinnerlicht diese.
Du hast dich an "Rezepten" bedient? Hmmm, meine Erfahrung stammt aus der Zeit wo ich in Afrika gelebt habe.
marylin hat geschrieben:
Egal- Wenn man weiß, daß "afrikanische" Kinder STÄNDIG was geschenkt bekommen- Eltern, Schwester, Onkel Tante etc. pp.KLANN man nicht davon aisgehen daß gerade das "weisse Bonbon" einen Bettler erzieht.
Stimmt: Eltern, Schwester, Onkel, Tante. Also Familie oder Clan. Gehörst Du nicht dazu.
marylin hat geschrieben:
Afrika hat eine Kultur des Schenkens und des herzens- AUCH unter Erwachsenen
Ja, solange es im eigenen Clan oder der eigenen Familie ist und auch da ists ein Geben und Nehmen. Ausserhalb gibts nichts gratis.
marylin hat geschrieben:
Ein mauretanischer Kontrollposten, der tagelang in der prallen Sonmne steht, und aufpassen soll daß MIR nix passiert- DEM erzähl ich dann dass ne eiskalte Cola Bestechung ist?
Und wenn er von den letzten 100 Europäern jedes Mal eine Cola bekommen hat und dann kommt ein Touri der keine Cola hat, was für ein Gesicht macht der Kontrollposten dann und wie lange muss der Touri warten, bis er passieren darf? Bestechung beginnt im Kleinen und ist das grösste Problem, das Afrika hat. Das zu bagatellisieren halte ich für gefährlich.
Grosser Gott...wie vergiftet muß Deine Seele sein.
Und so was hat mal in "Afrioka" gelebt...da muß ja einiges an Dir vorübergegangen sein.
Andererseits typisch- Afrika lässt den Einen so, den Anderen so zurück.
Mich hats halt Anders zurückgelassen- bzw. wird mich irgendwann anders zurücklassen. NOCH bin ich ja da..
Hoffentlih treff ich so einen wie Dich nicht, wenn ich grad an nem Checkpoint steh
das ist ja fast(?) schon paranoid, welch zerstörischen Eigenschaften Du den anlasslosen kleinen Geschenken andichtest! Wo hast Du all diese schlimmen Folgen meines Tuns beobachten müssen???
Keines Deiner "Argumente" hat bei mir ein schlechtes Gewissen hinterlassen .
Jürgen Kempe hat geschrieben:
Keines Deiner "Argumente" hat bei mir ein schlechtes Gewissen hinterlassen .
Schade. Ich sehe offensichtlich auch einen Zusammenhang zwischen aufdringlichen Kindern und Jugendlichen und dem anlaßlosen Schenken. Mein Prinzip: für eine Dienstleistung oder Ware gibt's eine Gegenleistung von mir. Diese versuche ich in einem der Umgebung angemessenem Rahmen zu geben. Womit sich die Aktionen "Donnez moi ...!" mit dem Ausrufezeichen dahinter erübrigen, solange anlaßlos Bonbons, Dirham o.ä. gefordert werden.
Die Tendenz zur erpresserischen Aktion mancher Jugendlicher sehe ich leider genauso. Ich wurde in einigen Ländern bereits von Steinen getroffen und habe als Moppedfahrer einige Male adäquat drauf reagiert.
Was Polizei oder Militär in the middle of nowhere angeht, habe ich bisher eher die umgekehrte Erfahrung gemacht: die haben Getränke ausgepackt und wollten Konversation. Wenn ich selbst was dabei hatte, um es zu den Getränken dazu zu geben, dann habe ich das gemacht. Ob das ein paar Mandarinen vom Markt aus der Stadt waren oder Kekse, egal. Als Moppedfahrer habe ich sowieso nicht viel dabei. Aber anlaßlos einen Staatsvertreter beschenken? Weder hier "zuhause" noch unterwegs.
Wo hast Du all diese schlimmen Folgen meines Tuns beobachten müssen???
/quote]
Zum Beispiel in Äthiopien. Jeder der schon mal da war kennt die bettelnden Kinderschaaren. Übrigens wurde ich dort mal von einem einheimischen Guide mit dem ich eine Tagestour unternahm, darauf hingewiesen, dass ich bitte ja den Kindern nichts geben soll, weil die sonst bei jedem Weissen nicht mehr im Zaum zu halten sind, sehr zum Leidwesen der Erwachsenenen. Eine Spende als Gegenleistung für die Dorfbesichtigung war willkommen, aber in die Dorfkasse zuhanden des Häuptlings.
Oder in Namibia bei dem Himbas. Da war ich in einem Dorf und wollte mich etwas unterhalten, aber eine normale Kommunikation war nicht möglich, weil in jedem zweiten Satz nch Geld oder Sweets gefragt wurde, auch von den Erwachsenen. Wenn Du so weitermachst, ist das von dir propagierte Aussteigen und sich mit den Leuten unterhalten bald nicht mehr möglich, es sei denn Du willst dich mit ihnen über Geld und Sweets unterhalten.
Ich halte es im Übrigen wie Ralf, Geschenke als Gegenleistung und bewege mich damit auf Augenhöhe mit den Einheimischen.
marylin hat geschrieben:Grosser Gott...wie vergiftet muß Deine Seele sein.
Und so was hat mal in "Afrioka" gelebt...
Auch wenn dir die Argumente augehen, musst Du nicht ausfällig werden.
Auf "sowas" wie dich kann ich im Übrigen an einem Checkpoint auch sehr gut verzichten
ich finde es sehr unschön in welche Richtung der Thread abdriftetet.
Es gibt sicherlich immer Argumente in für eine oder andere Richtung.
Aber gehört das ganze in den Thread?
Würde mich freuen, wenn es hier eher wieder um die Sache geht.
So isses.
Zudem reden wir hier über sehr unterschiedliche Problematiken. Ob man Bonbons an Kinder verteilt oder auch Zöllner
/Polizisten zu ner kalten Cola einlädt, bleibt ja jedem selbst überlassen, bzw. variiert ja auch je nach Stimmung.
Ärgerlich sind doch vielmehr die Leute, die an den Grenzen oder auch Polizeiposten mit Hunderten von € rumschmeißen, obwohl das Geld offensichtlich unbegründet verlangt wird. Diamma ist da das beste Beispiel.
Das verdirbt die Situation vor Ort auch für Andere.
lukas1980 hat geschrieben:Und da habe ich bis heute noch keinen Einheimischen getroffen, der Fremde beschenkt.
oh,ich aber schon sehr oft. mal eine orange, mal einen tee, aber auch schon einmal das komplette essen im restaurant oder eine tankfüllung.
ich rede hier aber von nordafrika und naher osten. in schwarafrika ist es tatsächlich anders.
und äthiopien ist ein fall für sich. da wird auch gerne mal der sehr gute freund oder sogar die eigene familie (infos aus erster hand) beklaut.
@mods: vielleicht könnt ihr den ot-teil abkoppeln und einem anderen, gleichen thema, ankoppeln, danke!
lukas1980 hat geschrieben:Und da habe ich bis heute noch keinen Einheimischen getroffen, der Fremde beschenkt.
oh,ich aber schon sehr oft. mal eine orange, mal einen tee, aber auch schon einmal das komplette essen im restaurant oder eine tankfüllung.
ich rede hier aber von nordafrika und naher osten. in schwarafrika ist es tatsächlich anders.
und äthiopien ist ein fall für sich. da wird auch gerne mal der sehr gute freund oder sogar die eigene familie (infos aus erster hand) beklaut.
@mods: vielleicht könnt ihr den ot-teil abkoppeln und einem anderen, gleichen thema, ankoppeln, danke!
Vieleicht kommt es auch darauf an wie man den Einheimischen gegenübertritt....? Wir haben aktuell jedenfalls Fisch in Marokko und auch in Mauretanien geschenkt bekommen und ich hier im Senegal bisher eine Halskette vom Tankwart der noch dazu den Betrag großzügig nach unten abgerundet hat und auch der Bauchladenverkäufer am Strand hat mir zum Abschied ein Armband geschenkt obwohl ich nichts von Ihm gekauft hatte.
Zum Threat zurückzukommen ein Visum nach Mauretanien ist Stand Feb 2016 möglich. Es kostet 120 Euro die mit einer offiziellen Quittung belegt werden. Ansonsten mussten wir (gegen Quittung) eine Parkgebühr von ca 3.- zahlen müssen weil wir dort übernachteten...... Sonst war keine Gebühr fällig und Schlepper sind absolut nicht nötig.
Grenze Diamma waren alle recht freundlich. Gebühren hier Mauretanien ca 6.- für Stempel (das wäre wohl nicht nötig gewesen....) 1,50 Euro Fahrzeugtax (Quittung) und der Brückenwart hat uns 8.- abgenommen. Hier bin ich mir sicher das dies keine offizielle Abgabe ist, aber was bleibt einem für eine Wahl wenn die Schranke zu bleibt...... Im Senegal war der Grenzübertrit bis auf das passavant (keine Stempel in Carnet!) kostenfrei.
Sind derzeit in Gambia.
Grenzen SEN-Gambia angeblich noch immer geschlossen (alle)!!.
Einreise bei Guerguarat nach MAUR: gibt's das Biometrische Visum an der Grenze.
Selber Betrag als in Berlin (120eur)...
In Diamma waren die Biometrischen Einrichtungen auch vorhanden...
Senegal (Diamma) gibt nur 48 Stunden Passavant.
Entweder in dem Zeitraum wieder ausreisen oder nach Dakar/Hafen und verlängern lassen....
Hi,
weiss jemand was Neues wegen der Grenzen Senegal - Gambia ? Hat irgendjemand Erfahrung was nun passiert wenn man ohne carnet de passage an der Grenze (diama) steht. Der Eskort an die gambische Grenze wird ja nicht mehr moeglich sein? Ist es nach wie vor moeglich durch den Senegal ohne Carnet de passage zu fahren? Hat jemand Erfahrung ob er ohne CDP ein passavant oder laisser passe fuer den Senegal bekommen hat, was er verlaengern konnte? Oder ist ohne CDP immer nur eine Durchreise moeglich? Sorry fuer die vielen Fragen und danke schonmal fuer moegliche Antworten!
Gruesse aus Dakhla
Alhamdulillah, ist jetzt endlich der moralistische Disput ob man den Leuten auf der Reise was schenken sollte oder nicht für eine Weile wieder abgestellt. Da man sowieso nicht ganz darum herumkommt etwas "Kleines" abzugeben -auch die superchampions unter den wüstenfahrern werden mir nicht erzählen können dass sie es ganz ohne Bakchich bis runter geschafft haben- sollten wir uns lieber unterhalten welche Art von "kleinen Geschenken" nützlich sind und welche eher Gier und Anspruchshaltung fördern. Dazu eine kleine Story aus meiner Erfahrung: Beim letzten Trip hatte ich 3 Riesen-Vorratspackungen Präservative dabei. Jeder der mich wegen "cadeau" anhaute bekam die Schachtel unter die Nase gehalten (natürlich nicht die kinder, die mich in der letzten Zeit eher in Ruhe lassen). Die angebotenen Kondome erzeugten zuerst eine Verblüffung ("are this teabags"?) und dann je nachdem Gelächter, verlegenes Grinsen und manchmal auch echte Freude. Übrigens waren die Frauen besonders dankbare Empfänger. Für die Moralisten unter den Lesern füge ich gleich hinzu, dass ich mir bei meinem Alter dafür keine sexuellen Gefälligkeiten "erkaufen" wollte.
Was die Taxe für die Senegal-Durchquerung angeht (allerdings ohne carnet) so kann ich von Rosso-Senegal diesmal (Jan 16) eine absolut korrekte abwicklung und Taxierung berichten. Die Begleitung mit Zoll-Eskorte kostete ziemlich genau 200 € und für diesen betrag -den auch die anderen mir wildfremden und allesamt einheimischen ca. 12 KFZ zu entrichten hatten- erhielt man ganz normale Zollpapiere ausgestellt bei einem offiziellen Verzollungsbüro (auf einer urtümlichen Schreibmaschine). Dafür konnte ich selbständig bis Kaolack bzw. Farafenni (aber auch Garang ist möglich) fahren und musste nur zwischendurch per Handy mit dem Zollmenschen Kontakt halten. Alternativ hätte ein Passavant -das nur an offensichtliche Touristen und Nicht-Händler- ausgegeben wird und mir wohl 2 Tage Bewegungsfreiheit gewährt hätte ca. 250 - 300 € gekostet.
Interessant wäre jetzt für mich in erster Linie -weil ich demnächst wieder runter will- evtl. Veränderungen der "Tarife" und des procedere zu erfahren von der afrikafahrergemeinde. Ciao bis bald mal irgendwo unterwegs
"Man entdeckt keine neuen Welten ohne den Mut zu haben, alte Küsten aus den Augen zu verlieren" (frei nach A.Gide)