Pünktlich auf's Wochenende ein wenig Lesestoff
Unsere grosse Reise rund um Afrika
Südafrika zum 1.
Was fast schon nicht mehr erwähnenswert ist, sind die Grenzübertritte im südlichen Afrika.
Bis jetzt hatten wir immer entspannte und schnelle Grenzübertritte, so auch der in Mc Carthys Rest.
Der Pass wurde gestempelt, Visum für 3 Monate.
Das Carnet durfte ich selber ausfüllen, da derjenige Beamte nicht wusste was mit anzustellen ist.
Stempeln durfte er selber!
Bis Kuruman noch Gravelroad, hier stranden wir mitten in der Stadt auf einer Campsite, wenn man dies so nennen darf, ein grosser Park mit schöner Dusche und WC Anlagen, wo überwiegend Arbeiter , die in der Nähe arbeiten ihr Lager aufschlagen, so auch mancher LKW, die einem am Morgen mit dem Warmlaufenlassen wecken.
Die Stadt ist perfekt für den Einkauf, sei es Lebensmittel oder Autoersatzteile, wir mussten unsere hintere Beleuchtung ersetzten, da sie der letzte Bodenkontakt zerstört hat.
Weiter auf perfekter Asphaltstrasse nach Kimberly, einer blitzsauberen Minenstadt, hier wurden die letzten Jahre sage und schreibe ca 2700 Tonnen Diamanten gehoben.
Hier ist auch das grösste Loch, das von Menschenhand, je auf dieser Welt gegraben wurde.
Ein perfektes Museum und eine interessante Führung rundeten den Besuch der Mine ab.
Das Camp, ganz in der Nähe der Mine ist auch parkähnlich.
Leider lässt hier, wie auch in Kuruman die Verwaltung zu wünschen übrig.
Falls mal jemand da war zum kassieren, dann nur für ein paar Minuten, danach war der Platz verlassen und ohne irgendwelche Sicherheitsvorkehrung, jeder konnte durch das offenstehende Tor ein und aus, was man dann auch an den diversen dunklen Gestalten bemerkte, die umherschlichen.
An beiden Orten wurde die Verwaltung anscheinend der einheimischen dunkelhäutigen Bevölkerung übergeben…. Ohne Kommentar!
Von Kimberley über Upington zum Augrabies NP mit schönem Wasserfall, der Oranje quetscht sich hier seit Jahrhunderten durch eine enge Schlucht, die Wassermassen machen einen Höllenlärm.
Die Campsite hier ist vorbildlich, wie in Europa, alles geordnet und reglementiert.
Hier kauften wir unsere Wild Card 261 US $ für uns zwei, die für fast alle NP in Südafrika gilt, sie macht sich schon nach kurzer Zeit bezahlt und man muss nicht immer schauen, zur richtigen Zeit aus den Parks zu sein.
Für die älteren Mitleser (über 30!!),

auf den meisten Campsites erhält man einen Rentnerrabatt, in dem Fall sind wir schon in Rente!!
Im Augrabies sind die Pisten für’s Gamedrive (Pirschfahrten mit dem Auto) perfekt ausgebaut, so dass auch normale PKW diese benutzen können.
Wir haben ausser einer grandiosen Landschaft mit Bergen und Tälern, allerdings nur Giraffen Springböcke und Zebras sehen können, wie verwöhnt man schon ist.
Weiter nach Pofadder und dann die 4x4Piste bei Pela.
Ist eine einsame Piste, teils Sand, da am Oranje entlang, teils grober Schotter und Bachpassagen mit groben Felsen, über die Berge.
Lohnt sich, da man praktisch alleine fährt, ist eine Privatpiste, jedoch kein Fahrverbot, was in ZA selten ist, uns ist niemand begegnet, weder Auto noch Personen, nur ein Hund, der allein mit einer Schafherde unterwegs war, faszinierend wie das Tier die Schafe getrieben hat und zugleich aufgepasste, dass wir nicht zu nahe kamen.
Hier wäre auch noch die Möglichkeit abseits ein Buschcamp zu errichten.
Die Piste endet mit der Fahrt entlang einer Palmerie und einem gossen Weinbaugebiet.
Man glaubt es kaum, aus dem Nichts kommt man in ein Tal, dort werden die Trauben und die Datteln fast industriell angebaut, mit modernster Bewässerungstechnik.
Aus dem Tal wiederum führt eine perfekte Gravelroad zurück an den Ausgangspunkt, der N14.
Nun begannen die Blumenfelder, aus dem Sand erwacht um diese Jahreszeit die Blumenpracht in allen Farben.
Springbok, eine Stadt wie aus dem Ei gepellt, inmitten von Blumen rundherum auf den Hügeln, auch hier alles erhältlich, der Camping, man kann nicht mehr sagen Campsite, wie bei uns gewohnt, kleinere Stellplätze, nummeriert, alles wie geschleckt und an jedem Platz eine Braaistation, eine Grillstelle die auch an jedem Stellplatz rege benutzt wurde.
Dank der Nähe der Stellplätze musste man selbst nicht mehr viel braten, alle paar Minuten hatte man einen anderen Geschmack in der Nase und im Chischtli.
Nun sollten wir bald das Meer sehen können, den Wind spürten wir schon einige Zeit.
Über Steinkopf, Port Nolloth und Alexander Bay ging die Fahrt weiter in den Richtersveld NP.
Kurz nach Alexander Bay, was im übrigen ein Retortendorf, erstellt für die in der dortigen Miene angestellten Arbeiter ist, was sich im übrigen auch nicht lohnt anzuschauen, ebensowenig wie Port Nolloth, begann eine staubige Piste entlang des Oranje bis nach Sendelingsdrift, wo das Gate in den Richtersveld NP ist.
Tanken, einkaufen und dann ab in die Pampa.
Der Richtersveld NP ist ein einziger grosser Steingarten mit Blumen und Sukulenten ohne Ende, überall blüht es in allen Farben.
Die Pisten sind allerdings, sagen wir mal sehr happig, 4x4 offroad pur, viel Passagen in der Untersetzung im 1. Gang, unser Chischtli war wieder mal richtig gefordert (der Fahrer auch)
Quer durch den Park kommt man an den Oranje River, traumhafte Camps sind das de Hoop und Richtersberg, wir hatten hier allerdings auch einigen Betrieb, scheinbar ein beliebtes Ferienziel der Südafrikaner.
Die fahren doch tatsächlich die Pisten mit ihren Trailern, da rumpelt und poltert es nur noch so, die Zugfahrzeuge sind allerdings auch dementsprechend, viele Toyotas mit 4,5 Liter Motoren.
Wir haben dann noch eine Nacht in aller Ruhe, da wir allein auf der Campsite warten, auf dem Hakkiesdoring CP übernachtet, traumhafte Bergpanoramen und auch überall auf den Felsen Blumen.
Den Park kann man nur von Sendelingsdrift aus anfahren.
Da es dort auch einen Zoll gibt haben wir unser ablaufendes Carnet hier ausstempeln lassen und das Neue einstempeln, ist zwar nicht nach Reglement, da die Geschichte mit der Zollunion hier eh nicht geklappt hat, wir haben unser Carnet jeweils bei der Ausreise aus einem Zollunionland und bei der nächsten Einreise in Länder der Zollunion stempeln lassen, mal sehen ob das klappt, nach der Ausreise nach Mosambiqe , mit Einreisestempel im neuen Carnet werden wir dann das Alte zum TCS schicken, mit Fotokopie der Ausreise in ZA und Einreise in Mosambiqe.
Für die Ausreise aus dem Richtersveld NP kann man ein 2. Gate benutzen, das Helsberg Gate, die Fahrt dorthin muss man sich jedoch wieder schwer erarbeiten, die Berg- und Talfahrt ist teilweise mit ganz unromantischen Schräglagen gespickt, ab und zu die Türe aufhalten und das Popometer raus aus der Türe, so schaukelt sich der Massif immer wieder mal auf 3 Rädern durch die Schräglagen.
Nach dieser Tour ist mein Adrenalinvorrat aufgebraucht und muss sich erst wieder erholen.
Auf guter Gravelroad , mit anschliessendem Geländeeinsatz, auf ein weiteres einsames Camp.
Im Anschluss an den Richtersveld NP ist die Richtersveld World Heritage Site, habe zwar keine Ahnung was das für einen Sinn macht, wir sind mal in die Richtung des Camps gefahren (Glybank Camp S 28° 29, 147 E 017° 01, 499), das nirgendwo angeschrieben war, irgend wann kam mal eine gemauerte, quasi Parkeinfahrt, links und rechts …… nichts, mit dem Schild, dass man sich in Kuboes die Erlaubnis holen muss für den Eintritt, alles noch einmal zurück, sicher nicht, wir fuhren noch ein paar Kilometer und erreichten das Camp, schöner einsamer Platz unter‘m Bergmassif, 2 Toilettenhäuschen, wo die Türen gestohlen wurden und sonst nichts ausser ein paar Vögeln.
Hier haben wir uns häuslich niedergelassen, ganz allein zu zweit und haben am Feuer unser Abendessen gekocht.
Nach einer absolut ruhigen Nacht und einem ausgiebigen Frühstück an der frischen Luft war unser Kompass wieder auf Süden gestellt.
Die Gravelroad liess allerdings zu wünschen übrig, extremes Wellblech und seeehr viel Staub.
Nach Springbock, Chassis und Wäsche waschen und uns natürlich wieder mal ausgiebig duschen.
Ich habe den Iveco inspiziert und Gott sei Dank einmal keine Schäden feststellen können, alles abschmieren und die Filter wechseln, alle Ölstände kontrollieren.
Stina war mit dem Innenleben unseres „Chischtli“ und der Wäsche 2 Tage lang beschäftigt.
Grüsse aus Springbok/ZA
Turi und Stina
Wenn man die Ruhe nicht in sich selbst findet, ist es umsonst, sie anderswo zu suchen!