Unsere grosse Reise rund um Afrika

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Turi
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Re: unsere grosse Reise rund um Afrika

Beitrag von Turi »

Hoi Kuno
heisst das, dass wenn du irgendwann mal wieder damit in der Schweiz ankommst, du eigentlich ein neues Auto hast?
Kaputt gehen immer wieder die gleichen Teile, die Antriebsflansche, da die Wellen nicht mehr winkelrecht zu den Flanschen laufen, lässt sich auch nicht mehr richten, wird zu Hause sicher eine neue Hinterachse kosten.
Ich wechsle so alle paar tausend Kilometer einen Flansch aus, die kosten hier unten ja praktisch nichts, dank Landy Serie.
die Blattfedern sind in Südafrika wieder fällig, die werden vermutlich auch nicht die nächste MFK überstehen, müssen dann zu Hause wieder gewechselt werden.
Das Chassis wurde zum 4. Mal geschweisst :bang:, seit dem Norden von Zambia haben wir damit nun keine Probleme mehrgehabt.
Wir sind nun durch die Kalahari, in der Zentralkalahari Game Reserve und im Trans Frontier Np auf üblen Sandpisten gefahren, heute in Südafrika eingereist und nach 100 km Gravelroad nun auf top Asphaltstrassen unterwegs, .
Was Laune macht ist der Motor, durch tiefste Sandpassagen, die Drehzahl bis um 800 U/min abfallen lassen und dann einfach gasgeben, der zieht alles weg.
Wir haben das real Afrika hinter uns gelassen, Europa resp. das afrikanische Europa hat uns wieder.
liebe Grüsse aus Kuruman/RSA
Turi
Wenn man die Ruhe nicht in sich selbst findet, ist es umsonst, sie anderswo zu suchen!
Turi
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Re: unsere grosse Reise rund um Afrika

Beitrag von Turi »

Unsere grosse Reise rund um Afrika


Botswana/Kalahari

Die Central Kalahari Game Reserve haben wir im nördlichen Teil, am Xade Gade, verlassen.
Die Piste Richtung Westen, nach Ghanzi , war relativ gut zu fahren, dort wieder mal auf eine Campsite um zu duschen und die Wasservorräte aufzufrischen.
In Ghanzi noch tanken, einkaufen und dann über Kang, auf sehr gut ausgebauter Teerstrasse nach Hukuntsi.
In Ghanzi im Thakadu Camp S 21° 44. 358 E 021° 40. 716 kann man an der hauseigenen Wasserstelle die Tiere beobachten, zB. Elan, Kudus usw. und kann wieder mal ins Internet und gut essen.
In Hukuntsi ist die letzte Möglichkeit zu tanken und einzukaufen, einkaufen jedoch nur in einem kleinen Einheimischenshop mit recht begrenzter Auswahl, um im Kalagadi Transfrontier NP, auf botswanischer Seite, über die Runden zu kommen.

Wir befuhren ausschliesslich die Mabuasehube Section, mit Einfahrt über das Mabuasehube Gate.
Das Gate lässt sich jedoch nur, an Anfang noch schlechter Aspaltstrasse und dann über eine sehr schlechte, tiefsandige Piste erreichen.
Dieser Teil des Transfrontier NP hat den Vorteil, dass man, bis auf wenige, die sich auskennen, alleine ist.
Vom Leoparden über Löwen und Hyänen, bis zu den kleinen Springböcken, lässt sich hier alles beobachten.
Die Nächte verbringt man auf offenen Camps, wenn man die überhaupt so nennen kann.
Donnerbalken als WC und Wasserkübel für die Dusche.
Wasser haben wir hier, trotz gegenteiliger Meldung, überall vorgefunden, aus an den Camps installiertem Wasserhanen, die Pans waren leider ausgetrocknet und so war es schwierig die Tiere aus der Nähe, beim Wasser zu beobachten.
Der Leopard lief uns zufällig vor’s Chischtli, genauso die Hyäne, der Rest musste mit Fernglas auf grössere Distanz beobachtet werden.
2 Monate früher wäre sinnvoller gewesen.
Die Löwen kann man am besten vom Mpayathutlwa Camp beobachten, dies muss man jedoch lang im voraus buchen.

Die Einfahrt ohne Buchung, direkt beim Gate war kein Problem, die haben uns dann auch ein Camp verkauft, das bereits gebucht war, wir sind dann einfach an einem wunderschönen Platz in der Landschaft stehen geblieben, hat keine Rolle gespielt, da niemand das kontrolliert in der Dunkelheit.
Dieser Teil des Parks ist sehr kostengünstig und wenig besucht, allerdings sind die Sandpisten auch ziemlich übel.
Am gleichen Gate wo wir reingefahren sind, haben wir den Park auch wieder verlassen.
Gleich schlecht wie die Zufahrt geht’s dann weiter in den Süden, am Park entlang bis ca 30 km vor Tsabong, von hier eine recht gute Piste bis zur Stadt.

In Tsabong haben wir die restlichen Pula in Diesel und Lebensmittel umgewandelt und sind dann auf guter Teerstrasse zur Grenze nach Südafrika gefahren.
So schön die Einsamkeit in der Kalahari ist, man freut sich wieder mal auf einer vernünftigen Strasse zu fahren, die Einsamkeit vermisst man jedoch recht schnell.
Für uns war Botswana wiederum ein Highlight unserer Reise.
Praktisch menschenleere Steppen- und Savannenlandschaft.
Wir haben bewusst nur die von Pauschaltouristen wenig besuchten Landesteile und Parks besucht und haben die absolute Ruhe und Einsamkeit vorgefunden.
Hier sind die Wildtiere noch scheu und es ist schwieriger sie zu beobachten.

Die Bevölkerung, sofern vorhanden, ist überaus freundlich und zurückhaltend, Bettelei war in den von uns besuchten Gegenden praktisch nicht vorhanden.
Nirgendwo konnten wir Kriminalität feststellen und auf den wenigen Camps, wohlgemerkt ohne Infrastruktur und Zäune, in den beiden von uns besuchten Parks, konnte man seine Habseligkeiten stehen lassen und auf Gamedrive bzw. Gamewalk (hier kann man noch durch die Pampa laufen, auf Gefahr hin Löwen , Leoparden oder Hyänen zu begegnen, was einen ganz besonderen Reiz ausübt :wink: ) gehen ohne dass etwas gestohlen wurde.

Von Tsabong aus fuhren wir zur Grenze Mc Cartys Rest (hab erst gedacht hier gibt es Hamburger, war leider nicht so) und waren nach einer Viertelstunde schon in Südafrika, nach überaus freundlicher Abfertigung.
Seit 4 Tagen immer wieder Regen hier, und das in der Trockenzeit, die Klimaveränderung lässt grüssen.
Grüsse aus Kuruman/Südafrika
Turi
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Thomas Lehn
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Re: unsere grosse Reise rund um Afrika

Beitrag von Thomas Lehn »

Hi Ihr Beiden,

wir sind inzwischen zumindest schon in Marokko, also Euch schon ganz dicht auf den Fersen...

Wir kommen!

Liebe Grüße

Conny & Tommy
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Turi
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Re: unsere grosse Reise rund um Afrika

Beitrag von Turi »

Hallo Conny hallo Tommy
Der Südafrikanische Wein steht bereit, also beeilt Euch.
Habt Ihr nun auch den Kontintent gewechselt.
Marokko lohnt sich, wir verbrachten dort 5 Monate und es hätten ohne Probleme mehr sein können.
Vor allen Dingen Marrakech nicht verpassen, eine traumhafte Stadt und den schönen Camping Le Relais.
Viel Vergnügen in den Bergen und im Sand.
liebe Grüsse aus Kimberley der Diamantenstadt
Turi und Stina
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Wosus
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Re: unsere grosse Reise rund um Afrika

Beitrag von Wosus »

Hallo zusammen,

leider ist Wolfgang am 5.8. gestorben, ich bin sehr traurig, Euch weiterhin eine gute Reise.

Liebe Grüsse Conni.
Der Weg ist das Ziel, die Menschen sind die Medaille ...
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Turi
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Re: unsere grosse Reise rund um Afrika

Beitrag von Turi »

Hallo Conni
Ich kann Dir gar nicht sagen wie leid mir das tut.
Wolfgang hatte noch so viele Pläne mit Dir.
Wir hoffen, Du kannst in seinem Namen und mit den Gedanken an Ihn, einen Teil davon weiterleben.
liebe Grüsse
Turi und Stina
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martin1101
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Re: unsere grosse Reise rund um Afrika

Beitrag von martin1101 »

Wosus hat geschrieben: leider ist Wolfgang am 5.8. gestorben, ich bin sehr traurig,
Hallo Conni,

wir kennen uns zwar nicht persönlich - aber ich habe Eure Reisen und auch Eure Pläne mit großem Interesse verfolgt.
Wolfgang ist nun auf eine besondere Reise gegangen, die uns allen bevorsteht. Er ist uns also nur ein Stück voraus.
Aber er hätte auch gerne noch ein Stück irdischen Wegs mit Dir zurückgelegt.

Ich wünsche Dir alles alles Gute und viel Kraft für das nächste Stück Weg ohne Wolfgang.
Mögen die unauslöschlcihen Erinnerungen an Eure fantastischen Reisen dabei helfen.
Liebe Grüße
Martin
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Turi
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Re: unsere grosse Reise rund um Afrika

Beitrag von Turi »

speziell für Wolfgang
und mit meinen Gedanken bei ihm

2 Sonnenuntergänge in der Kalahari, die er leider nicht mehr erleben kann.

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Turi
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Re: unsere grosse Reise rund um Afrika

Beitrag von Turi »

Hallo Wüschigemeinde

Hier noch ein Nachschlag von unseren Botswanafotos.


mit unserem Chischtli am Wasserloch, leider braucht er immer noch Diesel zum fahren.

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traumhafte Camps im Transfrontier NP Botswana
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und da's hier kein Bäcker gibt ist Brot backen angesagt
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Gnus als ob man sie an die Tränke geführt hätte

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und immer wieder schöne Wildtiere
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der Leopard lief eine Zeitlang vor dem Auto her, anstatt zu fotographieren haben wir geschaut und zum Schluss nur noch das Heck des Leoparden erwischt

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Vögel fast so gross wie Baumkronen, ein Geier beim "Start"

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Thomas Lehn
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Re: unsere grosse Reise rund um Afrika

Beitrag von Thomas Lehn »

Liebe Conni,

wir haben soeben gelesen, dass Wolfgang vor ein paar Tagen verstorben ist. Das tut uns unendlich leid.

Erst vor wenigen Wochen hatten wir noch Mailkontakt und haben uns darüber unterhalten, uns in Mauretanien oder sonstwo im Rahmen unserer Afrikareise zu treffen und uns für so einige Strecken zusammen zu tun. Und dann kam Eure Nachricht von Wolfgangs Krankheit und dem Verschieben der geplanten Reise.

Nun ist alles anders...

Wir wünschen Dir, liebe Conni, viel Kraft und Mut für die Zukunft und sei Dir gewiss, dass die "Wüstenschiffgemeinde" Euch immer in Erinnerung behalten wird.

Alles Gute und liebe Grüße

Conny & Tommy
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Bubo
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Re: unsere grosse Reise rund um Afrika

Beitrag von Bubo »

Liebe Stina, Lieber Turi
Mit Spannung und grossem Interesse verfolgen wir eure Reise, die spannenden Berichte und die tollen Fotos. Es war wunderbar euch in Ghanzi, Botswana im Thakadu Camp anfangs August kennen zu lernen, euer „Chischtli“ zu sehen, die Schweissnähte zu bestaunen und eure Geschichten zu hören.
Leider sind wir viel zu schnell wieder im Alltag angekommen, umso mehr freut es uns mit Hilfe eurer Einträge in Erinnerungen zu versinken.
Liebe Grüsse René & Flo
Turi
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Re: unsere grosse Reise rund um Afrika

Beitrag von Turi »

Hallo Renè hallo Flo
War schön Euch kennengelernt zu haben und hoffen auf ein Wiedersehen, wenn nicht in Afrika, dann sicher in der Schweiz.
Bei uns ist auch ab und zu Alltag angesagt, darum werden wir nach den nächsten 2 Monaten in Südafrika eine kleine Auszeit von der Reise nehmen und uns in Mosambiqe für ein paar Wochen, am Strand, die Zeit mit faulenzen und fischen, vertreiben.
Im Moment sind wir am frieren in Springbok bei 5 ° in der Nacht und am Tag weht ein kalter Wind.
liebe Grüsse aus ZA
Turi und Stina
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Achim Vogt
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Re: unsere grosse Reise rund um Afrika

Beitrag von Achim Vogt »

Lieber Turi,

ich kommentiere ja selten, aber hier ist die Verlockung einfach zu groß: Ist nun die Reise der Alltag, von dem Ihr Euch erholen wollt? Oder braucht Ihr nach der Reise mal wieder etwas Alltag und müsst deshalb nach Mosambik zum Fischen am Strand?? :wink:

Viele Grüße und weiter gute Reise!
Achim
Turi
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Re: unsere grosse Reise rund um Afrika

Beitrag von Turi »

Hallo Achim
Nicht die Reise an sich, aber das ständig auf Achse sein.
Allerdings hatten wir nach 3 Wochen in Windhoek mehr als genug gehabt, vom nicht mehr auf Achse sein.
Wir müssen uns eh noch überlegen wie weit wir in Mosambiqe gen Norden fahren.
Manchmal ist die Routenwahl schwierig.
Wir wollen ein paar Tage im Krüger verbringen, wenn wir den aber Richtung Norden fahren müssen wir praktisch alles wieder zurück.
Mal sehen wo uns die Laune hintreibt.
Ein paar Wochen am Strand ist sicher eine Abwechslung,hier im Westen von Südafrika ist es sehr kalt und baden im Atlantik ist sowieso nur etwas für die ganz harten, der ist immer kalt.
Muss mir mal die Routen von Freunden, die im Moment auch unterwegs sind, anschauen, evtl. kommt mir dann eine Blitzidee :idea:
liebe Grüsse aus Springbok/ZA
Turi
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Turi
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Re: unsere grosse Reise rund um Afrika

Beitrag von Turi »

Pünktlich auf's Wochenende ein wenig Lesestoff


Unsere grosse Reise rund um Afrika
Südafrika zum 1.




Was fast schon nicht mehr erwähnenswert ist, sind die Grenzübertritte im südlichen Afrika.
Bis jetzt hatten wir immer entspannte und schnelle Grenzübertritte, so auch der in Mc Carthys Rest.
Der Pass wurde gestempelt, Visum für 3 Monate.
Das Carnet durfte ich selber ausfüllen, da derjenige Beamte nicht wusste was mit anzustellen ist.
Stempeln durfte er selber!
Bis Kuruman noch Gravelroad, hier stranden wir mitten in der Stadt auf einer Campsite, wenn man dies so nennen darf, ein grosser Park mit schöner Dusche und WC Anlagen, wo überwiegend Arbeiter , die in der Nähe arbeiten ihr Lager aufschlagen, so auch mancher LKW, die einem am Morgen mit dem Warmlaufenlassen wecken.
Die Stadt ist perfekt für den Einkauf, sei es Lebensmittel oder Autoersatzteile, wir mussten unsere hintere Beleuchtung ersetzten, da sie der letzte Bodenkontakt zerstört hat.

Weiter auf perfekter Asphaltstrasse nach Kimberly, einer blitzsauberen Minenstadt, hier wurden die letzten Jahre sage und schreibe ca 2700 Tonnen Diamanten gehoben.
Hier ist auch das grösste Loch, das von Menschenhand, je auf dieser Welt gegraben wurde.
Ein perfektes Museum und eine interessante Führung rundeten den Besuch der Mine ab.
Das Camp, ganz in der Nähe der Mine ist auch parkähnlich.
Leider lässt hier, wie auch in Kuruman die Verwaltung zu wünschen übrig.
Falls mal jemand da war zum kassieren, dann nur für ein paar Minuten, danach war der Platz verlassen und ohne irgendwelche Sicherheitsvorkehrung, jeder konnte durch das offenstehende Tor ein und aus, was man dann auch an den diversen dunklen Gestalten bemerkte, die umherschlichen.
An beiden Orten wurde die Verwaltung anscheinend der einheimischen dunkelhäutigen Bevölkerung übergeben…. Ohne Kommentar!

Von Kimberley über Upington zum Augrabies NP mit schönem Wasserfall, der Oranje quetscht sich hier seit Jahrhunderten durch eine enge Schlucht, die Wassermassen machen einen Höllenlärm.
Die Campsite hier ist vorbildlich, wie in Europa, alles geordnet und reglementiert.
Hier kauften wir unsere Wild Card 261 US $ für uns zwei, die für fast alle NP in Südafrika gilt, sie macht sich schon nach kurzer Zeit bezahlt und man muss nicht immer schauen, zur richtigen Zeit aus den Parks zu sein.
Für die älteren Mitleser (über 30!!), :lach: auf den meisten Campsites erhält man einen Rentnerrabatt, in dem Fall sind wir schon in Rente!!
Im Augrabies sind die Pisten für’s Gamedrive (Pirschfahrten mit dem Auto) perfekt ausgebaut, so dass auch normale PKW diese benutzen können.
Wir haben ausser einer grandiosen Landschaft mit Bergen und Tälern, allerdings nur Giraffen Springböcke und Zebras sehen können, wie verwöhnt man schon ist.

Weiter nach Pofadder und dann die 4x4Piste bei Pela.
Ist eine einsame Piste, teils Sand, da am Oranje entlang, teils grober Schotter und Bachpassagen mit groben Felsen, über die Berge.
Lohnt sich, da man praktisch alleine fährt, ist eine Privatpiste, jedoch kein Fahrverbot, was in ZA selten ist, uns ist niemand begegnet, weder Auto noch Personen, nur ein Hund, der allein mit einer Schafherde unterwegs war, faszinierend wie das Tier die Schafe getrieben hat und zugleich aufgepasste, dass wir nicht zu nahe kamen.
Hier wäre auch noch die Möglichkeit abseits ein Buschcamp zu errichten.
Die Piste endet mit der Fahrt entlang einer Palmerie und einem gossen Weinbaugebiet.
Man glaubt es kaum, aus dem Nichts kommt man in ein Tal, dort werden die Trauben und die Datteln fast industriell angebaut, mit modernster Bewässerungstechnik.

Aus dem Tal wiederum führt eine perfekte Gravelroad zurück an den Ausgangspunkt, der N14.
Nun begannen die Blumenfelder, aus dem Sand erwacht um diese Jahreszeit die Blumenpracht in allen Farben.

Springbok, eine Stadt wie aus dem Ei gepellt, inmitten von Blumen rundherum auf den Hügeln, auch hier alles erhältlich, der Camping, man kann nicht mehr sagen Campsite, wie bei uns gewohnt, kleinere Stellplätze, nummeriert, alles wie geschleckt und an jedem Platz eine Braaistation, eine Grillstelle die auch an jedem Stellplatz rege benutzt wurde.
Dank der Nähe der Stellplätze musste man selbst nicht mehr viel braten, alle paar Minuten hatte man einen anderen Geschmack in der Nase und im Chischtli.

Nun sollten wir bald das Meer sehen können, den Wind spürten wir schon einige Zeit.
Über Steinkopf, Port Nolloth und Alexander Bay ging die Fahrt weiter in den Richtersveld NP.
Kurz nach Alexander Bay, was im übrigen ein Retortendorf, erstellt für die in der dortigen Miene angestellten Arbeiter ist, was sich im übrigen auch nicht lohnt anzuschauen, ebensowenig wie Port Nolloth, begann eine staubige Piste entlang des Oranje bis nach Sendelingsdrift, wo das Gate in den Richtersveld NP ist.
Tanken, einkaufen und dann ab in die Pampa.

Der Richtersveld NP ist ein einziger grosser Steingarten mit Blumen und Sukulenten ohne Ende, überall blüht es in allen Farben.
Die Pisten sind allerdings, sagen wir mal sehr happig, 4x4 offroad pur, viel Passagen in der Untersetzung im 1. Gang, unser Chischtli war wieder mal richtig gefordert (der Fahrer auch)
Quer durch den Park kommt man an den Oranje River, traumhafte Camps sind das de Hoop und Richtersberg, wir hatten hier allerdings auch einigen Betrieb, scheinbar ein beliebtes Ferienziel der Südafrikaner.
Die fahren doch tatsächlich die Pisten mit ihren Trailern, da rumpelt und poltert es nur noch so, die Zugfahrzeuge sind allerdings auch dementsprechend, viele Toyotas mit 4,5 Liter Motoren.
Wir haben dann noch eine Nacht in aller Ruhe, da wir allein auf der Campsite warten, auf dem Hakkiesdoring CP übernachtet, traumhafte Bergpanoramen und auch überall auf den Felsen Blumen.
Den Park kann man nur von Sendelingsdrift aus anfahren.
Da es dort auch einen Zoll gibt haben wir unser ablaufendes Carnet hier ausstempeln lassen und das Neue einstempeln, ist zwar nicht nach Reglement, da die Geschichte mit der Zollunion hier eh nicht geklappt hat, wir haben unser Carnet jeweils bei der Ausreise aus einem Zollunionland und bei der nächsten Einreise in Länder der Zollunion stempeln lassen, mal sehen ob das klappt, nach der Ausreise nach Mosambiqe , mit Einreisestempel im neuen Carnet werden wir dann das Alte zum TCS schicken, mit Fotokopie der Ausreise in ZA und Einreise in Mosambiqe.

Für die Ausreise aus dem Richtersveld NP kann man ein 2. Gate benutzen, das Helsberg Gate, die Fahrt dorthin muss man sich jedoch wieder schwer erarbeiten, die Berg- und Talfahrt ist teilweise mit ganz unromantischen Schräglagen gespickt, ab und zu die Türe aufhalten und das Popometer raus aus der Türe, so schaukelt sich der Massif immer wieder mal auf 3 Rädern durch die Schräglagen.
Nach dieser Tour ist mein Adrenalinvorrat aufgebraucht und muss sich erst wieder erholen.

Auf guter Gravelroad , mit anschliessendem Geländeeinsatz, auf ein weiteres einsames Camp.
Im Anschluss an den Richtersveld NP ist die Richtersveld World Heritage Site, habe zwar keine Ahnung was das für einen Sinn macht, wir sind mal in die Richtung des Camps gefahren (Glybank Camp S 28° 29, 147 E 017° 01, 499), das nirgendwo angeschrieben war, irgend wann kam mal eine gemauerte, quasi Parkeinfahrt, links und rechts …… nichts, mit dem Schild, dass man sich in Kuboes die Erlaubnis holen muss für den Eintritt, alles noch einmal zurück, sicher nicht, wir fuhren noch ein paar Kilometer und erreichten das Camp, schöner einsamer Platz unter‘m Bergmassif, 2 Toilettenhäuschen, wo die Türen gestohlen wurden und sonst nichts ausser ein paar Vögeln.
Hier haben wir uns häuslich niedergelassen, ganz allein zu zweit und haben am Feuer unser Abendessen gekocht.

Nach einer absolut ruhigen Nacht und einem ausgiebigen Frühstück an der frischen Luft war unser Kompass wieder auf Süden gestellt.
Die Gravelroad liess allerdings zu wünschen übrig, extremes Wellblech und seeehr viel Staub.

Nach Springbock, Chassis und Wäsche waschen und uns natürlich wieder mal ausgiebig duschen.
Ich habe den Iveco inspiziert und Gott sei Dank einmal keine Schäden feststellen können, alles abschmieren und die Filter wechseln, alle Ölstände kontrollieren.
Stina war mit dem Innenleben unseres „Chischtli“ und der Wäsche 2 Tage lang beschäftigt.
Grüsse aus Springbok/ZA
Turi und Stina
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