Reisetagebuch Äthiopien per Rad 2010

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yonah
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Reisetagebuch Äthiopien per Rad 2010

Beitrag von yonah »

Hallo, alsooooo nachdem mit Alex geschimpft hat, dass ich noch immer nicht vom letzten Jahr den Reisebericht online gestellt habe, hab ich mich heut morgen (extra für Euch) hingesetzt und die Dateien vom Netbook von unterwegs auf den PC geladen und stell sie hier mal rein. Es ist kein besonders poetischer Bericht, eher in kurzer knapper Form was wir gemacht haben. Ausgedruckt sind es dann doch 12 Seiten. Also wenn es hier zu lang ist, kann ich es auch auf meine HP stellen, dort sind auch Bilder unter: http://www.yonah-online.de/gallery2/mai ... temId=3454 zu finden (die aber nach meinem diesjährigen Urlaub (nach Burkina Faso in 2 Wochen :) noch umgebaut wird.

Also soweit so gut, hier gehts los:


Reisebericht Äthiopien 03.10.10 -25.10.10

Einführung

Dies war meine 2. Reise mit dem Reiseveranstalter www.afrika-erleben.de. Nachdem ich in Senegal/Gambia im Jahr zuvor sehr gute Erfahrungen gemacht hatte in einer Gruppe zu reisen, wollte ich es wieder machen. Diesmal war die Gruppe leider nicht so stimmig und der Reiseleiter Jens war nicht so gut wie der Michael selbst (der Chef). Aber das Land selbst war wieder sehr beeindruckend. Die Leute überwiegend freundlich und Hilfsbereit bis auf Ausnahmen mit Steinewerfenden Kindern auf manchen Strecken.

03.10.10

Diesmal war ich super vorbereitet für die Reise. Freitag frei, Samstag restliche Sachen kaufen und abends packen. Alles in einen Rucksack und ein Daypack für das Handgepack.
Sonntag relativ früh auf und die Wohnung noch aufgeräumt. Um 14.30 dann allen strom aus und zur Post Briefe eingeworfen,dann in die alte WG und Grillsachen und Essen vorbeigebracht. Dann zum Bahnhof, Ticket ausgedruckt, Geld geholt, Gummibärchen und nicht zu vergessen Rei in der Tube. Um 16 Uhr noch mit Mo getroffen auf einen Kaffee, sie zum Zug gebracht und am gleichen Gleis sollte mein Zug um 17 Uhr fahren. Er war pünktlich, allerdings proppenvoll. Ich kriegte aber noch einen Sitzplatz.
Auch in Frankfurt waren wir fast pünktlich. Dann erst durch den halben Flughafen gelaufen um das Radl zu holen. Dabei war es eigentlich ganz einfach. Halle B Ebene 1 direkt unter dem Checkin. Dann die ersten Leute getroffen. Angela war auch schon da und wir checkten bald ein. Fahrrad kostete 110 Euro extra, zu lösen am Lufthansa Übergepäckschalter. Platz neben Angela bekommen. Dann durch die Sicherheitskontrollen ohne Probleme und noch eine Bratwurst gegessen. Kaffee to go wollten wir später noch war aber schon alles zu. Flieger hob gegen 23.45 ab. Sitzplätze total eng, kein TV Programm trotz TVs an den Sitzen. Die Nacht kein Auge zu getan, weil so eng war und irgendwie nicht schlafen konnte. Es gab Abendbrot verkochtes Hähnchen. Frühstück dann um 6Uhr.

04.10.10

Ankunft 7.25 Ortszeit (eine Stunde später als Deutschland). Schlange am Einreiseschalter, aber problemlos. Nur die Frage ob ich das erste mal in Ethiopia bin und Willkommen. Gepäck war dann auch schon da auch die Räder. Nochmal durchs Röntgengerät und dann wollte man erst Steuer haben, aber wir konnten sie überzeugen, dass wir ja nur Touristen seien und unsere Räder wieder mitnehmen. Danach Kartons auf Kleinbus. 2. Bus geordert wo Gepäck drinne war und nach Debre Zeit vorgefahren werden sollte. Das war dann leider nicht so, aber egal, relaxen irgend so gut es geht.
Erstmal zum Immigrationbüro für Jens abladen, dann durch die Stadt zu einem Cafe zum Frühstücken. Omelett und Kaffee. Danach nach Debre Zeit mit dem Bus. Das ging relativ gut, obwohl ich am liebsten geschlafen hätte aber sehen wollte ich ja auch was. In D.Z. erstes Hotel ausgebucht, also in ein recht nobles anderes direkt am Kratersee, was für eine Aussicht. Irgendwann war auch das Gepäck da und Räder zusammengebaut. Zum Glück alles eingepackt. Dann duschen, ein wenig in die Stadt und abendbrot.Das hab ich ausgelassen und bin bald zu Bett. Ich war nach 30h wachsein einfach fertig und wollte nur noch schlafen.

05.10.10

6.15 aufgestanden, erstmal wach werden und dann gepackt (hatte ich fast alles schon am Abend gemacht.) Frühstück Toast mit butter marmelade und scrambled eggs. Kaffee wird hier leider immer nur in sehr kleinen Mengen serviert. Kaffeeentzug!!!!!!!!!
Dann sollte es also losgehen. 8.30 los, die ersten km waren ok allerdings relativ starker Verkehr. Pause irgendwo gemacht und Papayasaft getrunken. Dann weiter bis Nazareth. Dort endlich SIM-Cards besorgt. Abida musste dafür eine Kopie seiner Identitykarte abgeben und alles wurde fein ausgefüllt und für 85Birr konten wir eine Telefonnummer unser eigen nennen. Mit 100Birr aufgeladen. Entschlossen mit Angela noch ein wenig in N. zu bleiben und die anderen vorfahren zu lassen. Irgendwie war mir das ganze ein gehetze und von A nach B fahren ohne irgendwas vom Leben mitzukriegen. Es waren auch einige langgezogene Berge dabei. Wir haben uns in ein Strassenkaffee gesetzt und für 5Birr Kaffee getrunken. Dann sollten es 12 km bis zum Abzweig nach Sodore sein, aber nach 15km war noch immer kein Abzweig zu sehen. Öfters gefragt aber es war wohl die richtige Richtung. Irgendwann nach 17km kam auch der Abzweig und ein kleiner Ort mit lauter Schwimmreifen etc. Sah aus wie ein Souvenirladen für Touristen. Dan ging es ca. 5km bergab (was wir leider morgen alles wieder hoch müssen- oh schreck). Die andern sassen da und haben Mittag gegessen ich hatte keinen Hunger. Ein O-Saft und dann Zimmer bezogen. Viele Affen, die alles klauen und über die Tische hüpfen. Mit blauen Hoden total auffällig. Dann in die Heissen Quellen Pool gehüpft und entspannt. Beim rauskommen war es erstmal kalt. Aber dann doch etwas erholt. Hab ein wenig Knieprobleme. Dann erstmal nur dagesessen und nachgedacht. SMS geschrieben und versucht anzurufen. Dann Abendbrot. Zähes steak mit ein paar kartoffeln. "Kurz" mit Kathrin telefoniert und dann waren die 100Birr auch schon alle. Dann zu Bett und Tagebuch geschrieben. Erste mal Netbook an. Internet geht nicht. Im Zimmer recht warm aber man kann die Fenster nicht aufmachen wegen den Affen. Die holen alles und kommen überall hin.

06.10.10

7.00 Frühstück, gegen 8 los, Angela und ich überlegten gleich ein Pickup für die ersten 7km zu nehmen. Die ganze strecke ins Tal mussten wir wieder hoch. Aber langsam und mit Pausen ging auch das in einer stunde. Im Dorf erstmal Orangensaft getrunken. Danach ging es stetig bergauf und bergab und alle hetzen wie die blöden. Wir wollten auch Pausen zum Fotografieren und geniesen und liesen uns dann zurückfallen. Abida bescheid gegeben und er fuhr vor. Irgendwann ging die Strasse zwar scheinbar eben, aber es war irgendwie kein vorankommen. Trotz intensiven reintretens kamen wir kaum auf 15km/h. So dass wir irgendwann beschlossen ein Pickup anzuhalten. Wir wollten eigentlich noch bis zum nächsten Ort, aber der kam und kam nicht. Am Km-Stein 129 setzten wir uns hin und warteten auf nen Pickup. Dort mussten wir leider 2h warten und dann halfen uns 2 Äthiopier beim Anhalten. Wir kamen dann auf einen Viehtransporter mit. Was wir dann sahen, das hätten wir im Leben nicht mehr geschafft. Starke Steigungen hoch und runter. So waren wir gegen 16Uhr am Hotel. Marianne hatte auch ein pickup genommen und war schon da. Wir tranken einen Cafe und bald kamen sogar die anderen. Dann malten wir etwas, aber ich hatte keine Lust mehr, ich wollte nur entspannen. Ich habe mein Gepäck nochmal durchforstet , was ich dalassen kann. Um 20.30 gabs Essen. Ich ass Spagetti mit Tomatensosse. Bald schlafen gegangen und ratzeputz eingeschlafen.

07.10.10

Heute um 5 Uhr wach wegen Muezzin. Aber dann erst eine geraucht und dann doch nochmal geschlafen. Es hilft ja nix, los muss man irgenwann. halb 7 aufgestanden, gepackt und 7 Uhr frühstück. Dann losgefahren. Abida bekam einen Anruf, dass ich mein Stativ vergessen hätte. Ich sagte ihm dass ich es dalassen wollte, aber er wollte es gerne haben. Also fuhr er den Berg mit nem Taxi zurück und holte sich einiges von meinem Aussortieren sachen. Es ist ok für mich, ich hätte es sowieso dagelassen. Dann erstmal Steigung und am Ende dessen ging die Piste los. Dann auf und ab, aber es war machbar, kurze Steigungen und auch wieder abfahrten. Man konnte zwar nicht rasen aber es war machbar. Ausserdem ging es die Gruppe relaxt an und wir machten häufiger Pausen. In Sogera Mittagspause, nach 25km weil danach kaum Möglichkeit bestand allerdings dann schon um 11Uhr.Von da an raste die gruppe wie bei der TDF, es lief auch einigermassen flott, aber Angela und ich wollten einfach mehr Fotografieren. Die Landschaft war genial, überall Hütten, Kühe und einfach sattes grün. Wir fielen zurück und langsam konnte ich nicht mehr. Jens wartete dann öfter auf uns. Ca. 13km vor dem Ziel wurde es dann irre schwer. Jeder Meter wurde zur Qual, dann hatte ich auch noch Blähungen und Durchfall. Angela gab mir einen Traubenzucker und wir machten eine grössere Pause. Mit aller Kraft schafften wir dann die letzen BERGE, vorallem den vor Bekija. Der war echt noch mal riesig und voll sichtbar wie steil es hochging. Ca. 17.30 kamen wir dann im Hotel an. Duschen, relaxen. Cafe getrunken und auf malen keine Lust. Abendbrot gegen 19.30 und wieder Spagettis mit Tomatensosse. Ich hab gar nicht soviel Hunger, aber essen muss ich was. Morgen 3000m Pass und 55 statt angegebene 35km :-(

08.10.10

Wie immmer bisher 7Uhr Frühstück. Gegen 8 los und Abida vergass zum Wasserkaufen zu halten. Also erste Pause am Ortsende. Er und Jens und Hagen fuhren zurück und kauften Wasser. Ohne Wasser ein no go. Dann hatten wir den Pass vor uns. Es zog sich sehr hin, aber es war machbar. 3000m erreicht Yippi ... nun fast nur bergab, fast 40km. In irgendeinem Dorf machten wir Mittag. Man glaubt gar nicht was die einem zaubern können inmitten der Pampa und im nirgendwo. Wieder umringt von vielen vielen Menschen, die alle die Feranchis anschauen wollten. Wunderschöne Landschaft und Getreidefelder, Hütten und die Berge rechts und links. Es ging teils unheimlich bergab und man kann kaum glauben, dass wir am Abend immer noch auf 2400m Höhe waren. Eigentlich wollten wir bis Asassa fahren, 55km aber alle wollten weiter um am nächsten Tag einen Ruhetag zu haben. Das waren dann auch nur noch 17km , was machbar war. Langsam habe ich mich eingefahren und den Arsch an den Sattel gewöhnt. Kurz vor Dodela nochmal ordentlich bergauf. Angekommmen im Balu Mountain Hotel (links der Strasse) erstmal kalt geduscht, da kein warm Wasser. Das duschen tut immer sehr gut. Dann ist man gleich viel erholter. Die dritte Nacht in Folge Einzelzimmer. Abendessen dann Lammfleisch und Reis. 3Mirindas, Zucker tut gut für Körper und Seele. Heute Sturz von Thomas, der mit einem Esel zusammenstiess. Grosse Schürfwunde, aber er hat es gut überstanden. 1,5l Wasser über den Tag. SMS kommen von Deutschland nicht hier an. Wer weiss ob umgekehrt. Hier soll es aber ein Internetcafe geben. Morgen erst um 9 Uhr frühstück, endlich mal ausschlafen.

09.10.10

Heute Ruhetag in Dodola. Um 9Uhr Frühstück. Fried Eggs sunny side legger. Honig mit Brot. Danach in die City spaziert. Internetcafe hat keine Connection. Deshalb zum Supermarkt, der hatte aber noch zu. Also weiter zum Markt. Dort umgeben von Massen Kindern,die interessiert daran waren, was wir wollten. Abida kaufte etwas Zuckerrohr, was mir aber zu hart zum kauen war. Wir kauften Essen für die nächsten 4Treckingtage. Ein wenig aus der Hüfte heraus Fotos gemacht, immer umringt von Kindern. Egal an welchen Ort wir gingen. Danach zum Supermarkt, Spagettis, Kekse, Tee, Klopapier, Öl... gekauft. Zigaretten gab es nicht. Ist hier etwas schwerer zu kriegen, dafür jede Menge von schuhläden. Brauche ich neue???? Hoffe meine halten durch. Dann zurück zum Hotel. Dort bissl relaxt, Musik gehört und etwas fürs Studium gelesen. Am Nachmittag gab es eine Kaffeezeremonie. Popcorn und Kaffee frisch zubereitet auf einem Holzkohleofen. Kaffee geröstet und frisch gestampft. Annettes Mann hatte einen Mamorkuchen mitgebracht. Dort kamen dann noch 2 Deutsche, die per öffentlicher Busse unterwegs waren. Sie hatten weil wir alle Zimmer belegt hatten nur welche ohne Klo. Jens wurde den ganzen Tag nicht mehr gesichtet seit unserer Ankunft gestern liegt er krank im Bett. Dann wieder relaxt und gegen halb 8 Abendbrot. Makkaroni mit Tomatensosse und Fleisch. Gegen halb 9 ins Bett. Was soll man auch anderes machen wenn es dunkel ist? Morgen um 8 Uhr Frühstück. Um 10 soll es dann mit den Pferden los gehen. Wasser ist bestellt, wir brauchen für 8 Personen und 4Tage 60l Wasser.

10.10.10

3Tage Pferdetrecking in den Bale Mountains. Wir packten alle Räder in Abidas Zimmer und jeder nahm eine Tasche als Gepäck mit. Gegen 10Uhr bekamen wir unsere Pferde. Ich kaufte noch eine Rechargekarte für 100Birr. Auf die Pferde kam dann das ganze Gepäck inclusive 60l Wasser. Angela suchte sich ein Pferd aus und ich stieg auf eines, ich fühlte mich erstmal total unsicher da oben. Alles so hoch und ungewohnt. Ich hatte ja noch nie auf einem Pferd gesessen. Wir gingen aus dem Ort heraus über eine Weide und machten dann Rast. Ich kam kaum vom Pferd runter, erstmal tat alles weh. Weiter ging es nach einer Rast und wir erreichten nach ca. 2,5h die Hütten. Es war einfach, eine Küche, eine Rundhütte mit Feuerstelle und 2 Schlafstätten. Eine Toilette und Dusche. Wir waren auf ca. 2800m Höhe. Am Nachmittag sonnten wir uns, manchen gingen noch auf den nächsten Berg spazieren. Ich las etwas vom Studienscript und hörte Musik. Dann schlachteten wir einen Hammel (besser die Einheimischen taten es). Wir schauten beim ausnehmen zu und Abida machte das Fachmännisch. Interessant war, wie gross der Magen war. Es liess sich alles sehr gut trennen. Als es dunkel wurde, machten wir ein Feuer an und der Hammel wurde zubereitet. Er war ehrlich gesagt ziemlich zäh. Dann wollte ich eigentlich ein paar STernenhimmel aufnahmen machen. Leider hatte ich im Tal meinen Fernauslöser vergessen, so dass ich keine langen Belichtungszeiten machen konnte. Abida hatte extra das Stativ mitgenommen. Vielleicht ergibt sich ja noch später mal eine Gelegenheit. Das Bett war zu 4. in einem Zelt, wo eine Spinne war. Bisher wurde ich gott sei dank von solcherlei Vieh verschont. Ich schlief im Schlafsack, wo mir allerdings bald kalt wurde und ich unter die Decke kroch. Um 2Uhr war ich einmal wach, das Feuer brannte noch immer mit ein paar leuten drumrum.


11.10.10

Gegen 8 stand ich auf, die anderen waren gerade beim Frühstücken. Wie immer fried eggs sunny side. Marmelade und Brot. und natürlich kaffee. Heute sollte die Tour 5h gehen. Ich hatte schon mächtig schiss davor, weil so das Reiten nicht mein Ding war. Wir ritten und gingen abwechselnd. Manchmal war es so steil, dass wir eh laufen mussten. Irgendwann hatte ich einfach die Nase voll und ging zu fuss, ein schritt vor den anderen. Hoffentlich halten meine Schuhe das durch. ca. 300-400hm lief ich dann mit Abida zu fuss der truppe hinterher. Mir tat mein Rücken tierisch weh. Mit Pausen kam ich dann aber auch an der Hütte an.Es war wirklich bloss eine Hütte als Küche und gleichzeitig dahinter die Stockbetten. Ein Raum mit 3 Betten und einer mit 4. Abida nahm ein bett von den Mädels und schlief in der Küche. Auf der Höhe von 3300m kochte das wasser zum Abendbrot natürlich schlechter und so dauerte es entsprechend lange und wir froren alle. Wir machten wieder ein Feuer. Hagen brachte fleissig Steine und Holz an, er ist immer in bewegung. Trotz des Feuers froren wir. Angela und ich beschlossen am nächsten Tag zurück nach Dodola zu reiten. Mir war es einfach genug und machte einfach keinen Spass. Die Landschaft erinnert einen wirklcih an die deutschen Alpen. Neben uns sassen Kids und schauten uns die ganze Zeit zu bis es dunkel war. Entsprechend der Kälte zogen wir uns bald ins Bett zurück. Ich hörte noch etwas Musik, konnte aber da ich eiskalt war nicht einschlafen. So war es eher eine Dämmerungsnacht. Ich wollte diesmal auch gar nicht rauskriechen, einfach in die Kälte zu müssen war ätzend. So verkniff ich mir die Nachtzigarette.


12.10.10

Gegen 7 oder so, waren alle wach und so stand ich auch auf. Draussen schien auch keine sonne bzw. sie lugte ein wenig durch die wolken durch. Wir frühstückten wieder mal fried eggs und bald darauf brachen wir auf. Marianne schloss sich uns ins Tal an. Wir hatten eine 7h Reittour vor uns. Ich hatte tierisch schiss. Aber es ging dann besser als gedacht. Meist Bergab und so konnte ich mich auch besser in den Reitschlaufen abdrücken und halten. Am liebesten schaute ich gar nicht nach unten, das Pferd wird schon wissen wo es hinmuss. Die Pferde hatten gewechselt und wir hatten den Leiter des Dorfes als Guide, 3 Führer und Angela reitete wieder alleine. Öfter mal machten wir Pause und dann ging es im Tal immer leicht bergab, uns taten der Hintern weh und so baten wir des öfteren um eine Pause oder wir liefen ein paar Schritte zu fuss. Bei mir rieb der Steigbügel am Bein. Gegen 16Uhr hatten wir endlich dodola erreicht. Es hat wirklich 7h gedauert, hätte man zwischendurch nicht mehr vermutete, aber das letzte Stück zog sich ziemlich hin. Erstmal Kaffee getrunken und die Zimmer bezogen. Ich bin wieder im selben Zimmer von vor dem Ritt. Angela und ich gingen erstmal ne Rechargekarte kaufen. Dann duschten wir mit kaltem Wasser und das belebte die müden Knochen. Dann wollten wir noch nach dem Internet schauen, aber leider ging es noch immer nicht - oder schon wieder nicht? Vielleicht geht es eigentlich nie???? Kurz vor dem Abendbrot gegen 7 fiel dann der Strom aus. So assen wir gemütlich bei Kerzemschein unsere Spagettis und tranken Mirinda dazu. Kekse und 2!! Bonbons gekauft, in ermangelung an Schokolade. Wer kauft in Deutschland schon 2 Bonbons? Da es dunkel war und wir keine Ahnung hatten was wir noch machen könnten gingen wir um ca. halb 8 ins Bett. Ich wachte um 3 auf hatte komisch geträumt, rauchte eine und ging wieder schlafen.

13.10.10

Gegen 8 hörte ich Angela und Marianne draussen reden und stand auch auf. Wir gaben unsere Wäsche den Frauen zum waschen. Über den Preis hatten wir keine Ahnung, sie wollte wohl 30 Birr gegeben haben wir dann 20. Ich wollte 2 T-Shirts und nen Badehose waschen lassen. Dann erstmal in Ruhe ausgiebig gefrühstückt. Wir bekamen sogar den Tisch an einen sonnigen Fleckchen gebracht. 3 Kaffee getrunken. Nun bin ich auch auf Milchkaffee umgestiegen, irgendwie ist das hier üblicher, da man ansonsten wohl nur nen kleinen Mocca kriegt. Dann ein wenig in der Sonne relaxt, Tagebuch geschrieben.
Gegen 14Uhr kamen die anderen vom Reiten. Nach dem Frühstück gaben wir unsere Wäsche ab zum waschen. Ich zahlte 20Birr, Angela später dann 30. Ich ging mit Marianne in die Stadt. Das Internetcafe ging leider immer noch nicht. Am Nachmittag telefonierte ich mit Kathrin. Später planten wir mit Abida unsere weitere Tour. Wir hatten uns nun entschlossen in die Danikil Depression an der grenze zu Eritrea zu fahren. Abendbrot ass ich Spagetti und Tomatensosse.


14.10.10

Heut sollte die Tour 90km bis Wondo Genet gehen. Ich hatte Respekt davor, freute mich aber auch aufs fahren. Meine Beine wollten radln. Gleich ging es die Piste raus aus der Stadt bis zur letzten Kreuzung zurück. Überall wieder die YouYouYou rufe, money money, give me money. Der Wind kam glücklicherweise von hinten. So lief es relativ flott. Ein paar durchquerungen der Täler wo es dann wieder bergauf ging. Wir durchquerten das Dorf Edo und überall waren wir umringt von Menschen. Hinter Edo warteten wir auf Dietrich, der einen Platten hatte. Mitten am Berg - wie ätzend mitten im Dorf flicken zu müssen. Langsam kamen weniger Berge und wir konnten mit dem Schwung vom Bergab auch den Berghoch fahren. Dann kamen einige Dörfer, wo leider Steine flogen. Die Kinder waren ziemlich aggressiv. Irgendwie erwischte es die, die hinten fuhren. Bis die kamen hatten wohl die Kids begriffen, dass da Feranschis kamen. Wir fuhren dann auch durch ein Dorf wo gerade Schulschluss war und viele viele Kinder am Strassenrand sassen. Wir wollten bis Sheshemene um dort Mittag zu essen, dann hatten wir den grossteil geschafft. Aufgrund der guten Strasse, des Rückenwindes und überwiegend bergab ging es auch gut. Nur die Kinder warfen Steine und spuckten. In Sheshemene sind wir dann in ein Hotel und zu Mittag gegessen. Ich hatte kaum Hunger, ass einen Tomatensalat, 1 Mirinda und 2 Kaffee. Angela war leider ziemlich fertig von den ätzenden Kindern und wollte heimfliegen. Wir versuchten sie zu überzeugen weiterzufahren. Ich blieb dann alleine mit ihr noch dort und die anderen fuhren weiter. Wir tranken dann noch einen Kaffee und zum glück konnte ich sie überreden mit mir weiter zu fahren. Wir fuhren gemütlich gen Wondo Genet. Am Anfang war die Strasse noch in sehr gutem Zustand, dann kamen wir in eine Baustelle und fuhren durch schotter. Bis hinunter nach Washa wurde es dann recht schlecht und huckelig. Den Abzweig nach Wondo Genet fanden wir gut. Dort schoben wir den überwiegenden Teil, weil es leicht bergan ging und sehr steinige holprige Strasse war. Ausserdem waren es ja nur noch 3km. Wir kamen unter Rufen dann heil im Hotel an. Ich bezog ein Doppelzimmer mit Thomas und dann ging ich ins Schwimmbad baden. Heisse Quellen, waren angenehm. Abendbrot gegen 7 ass ich fried fish. Gegen halb 9 ins Bett und schlafen. Gegen 2.10 aufgewacht und eine geraucht. Ansonsten war die Nacht ruhig.


15.10.10

Heut konnten wir wieder ausschlafen. Eigentlich hätte ich keinen Ruhetag gebraucht, wäre lieber nach Awuassa gefahren und Internetcafe gehabt. Wir assen vom Bufett frühstück. Kaffee und pancake, marmelade, weissbrot, rührei. Nach dem Essen ging ich ins Schwimmbad, danach wartete ich dort auf eine Massage und trank derweil 2 Kaffee. Die Massage eine halbe Stunde war einach toll. Besonders für die Beine tat es gut. Gegen 2Uhr dann Mittagessen. Ich ass diesmal fried chicken. Danach relaxt auf der Terasse. Dann wieder ins Schwimmbad Kaffee hatte schon zu, also mit Abida und Angela auf dem Dach des Restaurants Kaffee getrunken. Geier, Affen und Hornebils gesehen. Abendessen hatte ich einfach keinen Hunger und keine Lust, war müde und schaute Fern. Nebenbei schlief ich ein. Diesmal so schon gegen 19Uhr.



16.10.10

Heute wieder 6Uhr aufgestanden, geraucht und da ich schon fast alles gepackt hatte in Ruhe aufgestanden. Frühstück wieder am Bufett. Rührei, Pancake (der legga war), Kaffee, und French Toast. Gegen 8 fuhren wir los. Hinunter in das Dorf Washa und dann links abgebogen, Ca. 25km nur Buggelpiste, das schüttelte einen ganz schön durch. Mein Allerwertester konnte nicht mehr. Wir machten eine Pause und waren wie immer umringt von Kids. Diesmal waren sie uns freundlich gesinnt. Wir fotografierten , spielten Fussball und lachten. Weiter ging es Richtung Awassa. Ca. 10km vor dem Ort hatte ich einen Platten. Hatte mir einen Dorn eingefahren. Alle machten mich drauf aufmerksam. Mein Gott ich bin ja nicht doof, ich merk das selber. Abida hatte einen Ersatzschlauch parat, ehe ich meinen aus der untersten Ecke gekramt hatte. Weiter berghoch nach Awassa. Im Ort mussten wir um eine Baustelle schieben und waren gegen 11 im Hotel. Einzelzimmer, aber meine Dusche ging nicht. Dann fuhren wir mit den Rädern ohne Gepäck in den Ort an den See in ein recht nobles Hotel. Dort assen wir zu Mittag. Ich ass Japanese Salad, ein aus Ananas, Erbsen, Zuchini und Tomate bestehender Salat. Er war legger. Zum Nachtisch ein Dessert wie Caramel-Käsekuchen. Zum Abschluss ein kaffee. Dann fuhren wir in den Ort zur Bank. Ich hob 2000Birr ab von der Kreditkarte. Dann Internetcafe. 1h drinne, war im Chat, aber öde und boring. Same procedure everytime. Keiner redet was und einfach nur zum kotzen. Danach 2 kleine Schokoladen im supermarkt gekauft für 5birr. Dann fuhren wir mit Abida zu einer bekannten von ihm. Dort gab es popcorn und traditionell gebräuten Kaffee auf einem Holzgrill und gestösselt. Der Kaffee war mit Butter, geschmeckt hat er naja. Hoffentlich verträgt das all mein Magen. Gegen 18.10 fuhren wir zum Hotel, von wo aus wir in ein mexikanisches Restaurant gleich um die Ecke gingen. Ich bestellte ein halbes gröstetes Huhn, aber als er das Essen dann brachte meinte die Bedienung es sei alle. Angela und Thomas hatten hingegen noch Chicken. Ich hab seit ich im I-Cafe war Gruppenkoller. Ich hab dann gar nix gegessen. Ich kann gerade auch niemanden mehr sehen. Ich will einfach alleine sein und so ging ich nicht mehr mit Angela und Thomas und Abida durch die Stadt sondern ins Hotel. Gegen 9 Uhr schlafen. Im TV gab es leider nur ein Musikprogramm, so dass ich bald schlief.


17.10.10


Heute stand ich um 6 auf, und um 7 fuhren wir los zum Fischmarkt. Der sollte 20Birr Eintritt kosten und hatte auch noch nicht begonnen. So fuhren wir an eine andere Stelle am See und assen brot und eine Banane. Wir kauften noch Wasser, so dass ich wieder 1,5l Wasser für den Tag hatte. Zunächst ging es Richtung Sheshemene, das war für meinen Arsch eine harte Geduldsprobe. Nach 15km war er platt und tat weh, wir machten dann aber öfters Pause. Es ging relativ bergan und ich war zum Frühstück schon ziemlich fertig. Wir assen im selben Hotel wie auf dem Hinweg. Ich ass fried Eggs und wir tranken 2 black coffee und einen Milchkaffee. Danach lief es dann recht gut ein paar Anstiege und auch lange Strecken einfach rollen lassen. Wir hatten dann vereinbart dass wir alle 10km Pause machen, in Negele tranken wir noch Kaffee und ne Mirinda. Dann lief es gut und bald sahen wir auch den Laganosee schon. Es ging gut bergab und mitten in der Afrikanischen Savanne (es war wunderschoen) machten wir Rast. Wieder umringt vom Dorf machten wir Fotos und lachten. Danach war das Hotel nicht am südlichen Zipfel vom See sondern fast schon am nördlichen. Wir warteten sehnsüchtig auf den Abzweig zum Hotel Wabe Shebelle. Der kam dann auch endlich und noch 4km zum See hinein. Der See war sehr trüb. Wir bezogen unsere Hütten. Diesmal wieder Doppelzimmer und setzten uns dann auf die Restaurantterasse. Jeder bestellte erstmal 2pancakes und Kaffee und Mirinda. Dort sassen wir eine ganze Weile. Danach ging ich im See baden. Es war sehr seifiges Wasser. Auch aus der dusche kam es seifig. Zum Abendbrot ass ich Leber mit Zwiebeln. Und zum Nachtisch eine halbe Papaya. Gegen 21 Uhr gingen wir schlafen.



18.10.10


Heute wieder 7Uhr Frühstück. Den See noch im netten Sonnennmorgenlicht fotografiert. Er war viel ruhiger als am Abend zuvor. Die Nacht war heftig, ein Kampf mit den Moskitos. Überall schwirrten sie rum. Erst hatte ich die warme Decke und hab mörderisch geschwitzt. Dann hab ich nur das Bettlaken genommen und mich bis aufs Gesicht zugedeckt. Trotzdem stachen die Mücken überall hin. 3km zurück zur Hauptstrasse. Meine Beine waren schwer und der Hintern tat schon nach diesem kurzem Stück weh. Dann die schnurgerade Hauptstrasse geradeaus. Wir durchquerten eine Ortschaft, machten unterwegs Pausen. Irgendwo auf der Strecke gab es bei mir einen kräftigen Knacks und mein Hinterrad eierte rum. Es war eine Speiche gebrochen. Also eine Zwangspause und die Speiche neu eingesetzt. Das Korpus Delictus nahm ich als Andenken mit. Zum Glück war es die linke hintere Seite und der Speichenkopf war gebrochen, also brauchte ich nicht Mantel runtermachen sondern konnte den Nippel wiederbenützen. Unterwegs sammelten wir Pfefferkörner. Plötzlich war auch schon der Ort Ziway da, nach nur 38km. Ich erwartete eigentlich noch weitere 7-8km. Gegen 12waren wir da und hatten bis 1 erstmal Pause. Ich nickte sofort ein. Dann assen wir Mittagessen. Ich ass gebackene Potatos. Und natürlich 2Mirindas. Es war noch eine andere Reisegruppe von Feranchis da zu Mittag. Sie schienen Ornithologen zu sein, hatten zumindest extreme Brennweiten vom Objektiv dabei. Nach dem Mittag fuhr ich mit Angela in die Stadt die Hauptstrasse entlang. Wir gingen erstmal ins Internetcafe. Norbert hatte mir geschrieben :-) Danach suchten wir einen Laden mit rechargekarten für Angela und für Zigaretten für mich. Ich kaufte mir noch in einer Dreieckstüte etwas wie Trinkjoghurt. Er war sehr legger. Danach suchten wir die Strasse nach einem Kaffe ab, wo es auch Kuchen gab, das angepriesen wurde für diesen Ort. Auf den See hatten wir keine Lust. Wie sich später herausstellte, war es auch nicht lohnenswert. Wir fanden schliesslich eines das uns gefiel. Leider hatten sie keinen Kaffee. So assen wir einen Donat und ein grossen Keks. Ich trank einen Fruchtsaft, vielleicht sowas ähnliches wie Erdbeeren, schmeckte aber anders. dickflüssig. Dann fuhren wir zurück zum Hotel und tranken dort Kaffee im Garten und telefonierten mit Reisebüros. Nachdem bei Abida nun der Trip in die Danakilwüste 1800Euro kosten sollte (was horrent ist) mussten wir uns etwas anderes überlegen für die restlichen 4Tage. Es stellte sich heraus, dass es irgendwie doch sehr sehr teuer ist. Wir überlegten hin und her, was wir machen können. Wahrscheinlich mieten wir uns ein Auto in Addis und fahren doch zu den Nilquellen und vielleicht im Bogen noch nach Lalibella. Abida stösst wohl nicht mehr zur Truppe dazu. Irgendwie passt das diesmal alles nicht mit der Reisegruppe. Ich hab ziemlich Angst vor den morgigen 50km zum Teil ziemlich bergauf. Mein Hintern tut einfach total weh. Aber die drei letzten Radtage werde ich auch noch schaffen. Abendbrot hab ich weggelassen, ich war einfach satt. Diesmal ist im Zimmer ein Moskitonetz. Hoffentlich wird es eine ruhigere Nacht, ich brauche Schlaf.


19.10.10

Wie immer um 6 aufgestanden, schnell Sachen gepackt und dann nochmal 20min hingelegt. Frühstück Cheeseomlett gegessen. Hat aber irgendwie komisch geschmeckt der Käse. Dann losgefahren gegen 8. Kurz darauf schon die Gruppe verloren. Am ausgeschilderten Abzweig nach Butajira gewartet und Jens kam auch bald. Er kannte eine andere Strasse vom letzten Jahr. Diese fuhren wir. Und schon nach ca. 5km kam der grosse Anstieg. Die Strasse war zwar aus Teer, aber sehr grob und es rollte nicht. Langsam auf die Passhöhe rauf. Am Ende dann geschoben. Oben angekommen gute Aussicht und Rast gemacht. Als wir losfahren wollten hatte Dietrich einen Platten und den Schlauch gewechselt. Dann bergab, aber trotzdem musste man treten. Es rollte einfach nicht. Zwischenrast nach 10km am einzigen Baum weit und breit der Schatten spendete. Es kamen eine ältere Frau vorbei, die fotografiert werden wollte. Sie deutete uns irgendwas an, was wie "geh mal in shop und druck das Bild aus". Weiter bis zur Mittagspause ca. 15km vor dem Ziel. Dort assen wir injera bzw. Spagetti leider ohne Tomatensosse, entsprechend war ich bald gesättigt. Wieder riesiger Menschenauflauf als wir losfahren wollten. Die letzten km zogen sich sehr hin und es ging auch bergauf. Im Ort Butajira nochmal kurz bergauf zum Kaf Hotel. Das war das was die Leute letztes Jahr auch hatten, obwohl Abida wohl in einem anderen reserviert hatte. Dann 1h Pause und dann Kaffee getrunken. Den Nachmittag hatten wir zu unserer freien Verfügung. Ich ging mit Angela durch die Stadt. Wir kauften rechargekarten (100Birr) und später fanden wir auch Streichhölzer mit der Aufschrift Made in Ethiopia. Wir kauften 10Stück für 10Birr. Dann setzten wir uns noch in ein Kaffee und tranken Milchkaffee. Hier gabs auch ein Internetcafe aber wir hatten keine Lust reinzugehen. Das Abendbrot war ein Akt der Verzweiflung. Alles was sie auf der Speisekarte hatten gab es nicht mehr. Ich hatte mich so auf roasted chicken gefreut. Auch Angela wollte mal wieder Fleisch essen. Letztlich ging Jens in die Küche und sagte wir wollen Fisch und Bratkartoffeln und scrambled eggs. Was kam war dann Fisch und ne Mixtour aus Möhren, Zwiebeln und Kartoffeln. Nix mit Bratkartoffeln. Das Rührei schmeckte irgendwie bäh. Ich ging dann aufs Zimmer und hatte gleich etwas Durchfall. Hoffentlich verträgt das mein Magen. Gegen 9 schlafen.


20.10.10

Wie immer um 6 aufgestanden, gepackt und noch paar Minuten hingelegt. Frühstück fried eggs und Kaffee. Die Nacht war ruhig, keine Moskitos. Im Ort Wasser gekauft. Dann kam am Ortsende gleich der erste Berg. Vor der heutigen Tour hatte ich schiss, weil es hiess es ginge bergauf-bergab. Aber letztlich waren es nur 32km und war bewältigbar. Nach 20km machten wir in einem Ort Kaffee und Mirindapause und weiter gings. Kurz vor dem Ende kam ein steiler langer Berg. Ich hätte es zwar im fahren geschafft, hatte aber keine Lust dazu. Also hab ich geschoben. Oben haben wir lange Rast gemacht und dann brauchten wir auch nur noch ca. 2km bergab zu rollen und waren in Bui. Ein kleiner Ort, mit schule. Die Kinder belästigten uns nicht sondern begrüssten uns freundlich. Im Hotel wieder Doppelzimmer. Zu Mittag gabs salzkartoffeln und die anderen assen Suppe und Fleischgulasch. Ich war bald satt und es war auch so ohne Sosse recht trocken. Nach dem Mittag erstmal etwas hingelegt und 2h geschlafen. Danach mit Angela hingesetzt und einen Buno be watet getrunken. Im Ort waren wir dann nicht mehr spazieren. Stattdessen pünktlich um 19Uhr Abendessen. Die Hotelmanagerin kümmerte sich sorgsam um uns und wollte uns alles recht machen. Angela fragte sie extra was sie essen wolle. Und bereitete ihr eine Gemüsesuppe ohne Zwiebeln, konnte ja aber nicht wissen, dass Angela auch kein Gemüse mag. Ich hatte spagettis bestellt und gekommen ist dann für uns 2 ein Schnitzel, was ganz legger war. Niemand verstand warum Spagettis hier eben Schnitzel ist. Wohl hätte es gestern dann auch Schnitzel gegeben, weil sie uns dauernd Spagettis angepriesen haben. Wer weiss das schon? Nach dem Abendbrot noch mit Kathrin mein Guthaben vertelefoniert. Dann ins Bett. Morgen den letzten Radeltag. 18km bis zu den Stelen und dann nochmal 24bis zur Kreuzung wo uns die Busse abholen sollen.


21.10.10

Heute Start gegen halb 9 von Bui aus. Gegenwind und bergan. Es lief gar nicht so gut, aber irgendwie kamen wir dann in Tiya an. Dort fuhren wir zu den Stelen von Tiya. Ich hatte eigentlich keine Lust, es war auch nur ein kleines Feld wo halt ein paar Steine standen. Wir hatten einen Guide, der uns etwas darüber erzählte. Ich fotografierte ein wenig und setzte mich dann in die Sonne. Danach tranken wir ein paar Häuser weiter einen Kaffee und Mirinda. Weiter ging es ... eigentlich sollte es 10km bergab gehen. Davon war aber wirklich nicht viel zu merken. Erst am Ende des Ortes wieder bergauf, dann wegen des Gegenwindes leicht bergab ca. 5km. Danach ging es heftig berghoch und bergab mehrheitlich aber berghoch. Nun mussten wir noch bis zur Abzweigung zu einer Kirche. Ca. 5km davor kamen wir nochmal in einen Ort und tranken Kaffee und tankten etwas Wasser. Dann bis zur Abzweigung nochmal berghoch und wir waren am Ziel unserer Fahrradreise. Hier wartete Fish mit 2 Kleinbussen. Angela und ich fuhren mit einem der Busse und dem Gepäck und 5Rädern direkt nach Addis ins Hotel. Wir hatten keine Lust auf die Kirche, wie sich später zeigte, war es auch nicht wirklich sehenswert. Wir bezogen unsere Zimmer und duschten erstmal - leider wieder kalt, da der Boiler nicht an war. Danach tranken wir einen Buno be watet und ich ne Cola. Gegen 19Uhr kamen die anderen. Gegen 19.30 gingen wir in die Zebrabar zum Abendessen. Ich ass ein halbes chicken mit pommes und trank einen erdbeer-bananesaft.


22.10.10

Um 8 Uhr Frühstück, fried eggs und jam. Die anderen wollten die German church school ansehen, aber Angela und ich wollten ins RasHotel zum Reisebüro. Wir fuhren mit den anderen mit und liessen uns dann am Hotel absetzen. Unterwegs fragte fish Angela aus, was wir dort wollten und es ergab sich, dass er uns auch ein Arangement machen wollte. Wir sollten uns aber trotzdem erkundigen. Das taten wir auch und der Mensch von dort, erinnerte sich daran, dass Angela schonmal angerufen hatte. Einer konnte sogar recht gut Deutsch nach wohl nur 2Monaten Unterricht. Er übte fleissig mit uns. Wir bekamen einen Kaffee und sie offerierten uns ein Mietauto, Fahrer, Fuel und Unterkunft für den Fahrer für 4Tage. Es sollte 130Euro per day kosten. Sie gingen dann noch um 10Euro runter. Wir wollten es uns überlegen und gingen erstmal die Strasse auf und ab und setzten uns in ein Kaffee. Dort assen wir leggeren Kuchen. Er war ähnlich Schwarzwälder kirschtorte und sehr frisch. Angela schrieb Fish, was wir für ein Angebot hatten und er bot uns für 80Euro dasselbe. Da konnten wir nicht nein sagen und buchten bei ihm das Paket. Dann suchten wir das Main Post Office, weil dort in der Nähe die Kaffeerösterei sein sollte. Wir liefen die ganze Strasse ab und fanden einen Supermarkt, kauften Kollo und Saft. Dann setzten wir uns in das Yeshi Cafe und tranken Kaffee. Irgendwo wollten wir uns auflesen lassen für die Rösterei und die Souvenirstrasse. Angela telefonierte nochmal mit Fish und er sagte dass es irgendwo in der churchillroad sei. Das war nicht so weit und deshalb liefen wir zu Fuss dorthin. Dort fanden wir auch die Souvenirstrasse und schauten was es so gibt. Ne Menge Ramsch und auf alt gemachtes Holz. Angela kaufte schliesslich 3Tücher. Ich konnte mich nicht entscheiden, ob ich so eine Äthiopische Kaffeekanne mitnehme. Dann sammelten uns die anderen ein und wir fuhren zur Rösterei. Ich kaufte 1,5kg Kaffee zweimal 500g ungemalen und 2x250g gemalen. Kurz daneben verhandelte Thomas gerade mit einem Kannenverkäufer und da sie dann bei 20Birr angelangt waren, überlegte ich gar nicht lange... für nichtmal einen Euro kaufte ich eine. Dann gings wieder zur Souvenirstrasse, die wir aber schon kannten. Wir liessen uns vom Kumpel von Fish ins Hotel bringen. Dort packten wir unsere Sachen so, dass wir einen Teil im Hotel lassen konnten und den Rest auf die Tour mitnehmen wollten. Gegen 5.30 kamen dann auch unsere Kartons und wir verpackten die Räder. Dann kam Abita und wir gingen in eine Pizzeria wo er uns einlud. Die Pizza four cheese war legger aber viel zu viel Käse drauf. Zurück im Hotel, lud Abita die Bilder von Angela auf seinen PC und versuchte für uns ins Internet zu kommen. Es ging leider nicht und so verabschiedeten wir uns. Angela und ich gingen dann noch in die ZebraBar wo die anderen zu Abend assen - wir wollten uns zumindest so halb offiziell verabschieden. Jens wollte ein Resumee der Reise.....



23.10.10


Heute um kurz nach 6 auf und gegen 7 noch schnell Frühstück abfassen. Das Auto und der Fahrer waren schon da. Den Kaffee mussten wir auslassen, da die Zeit drängte. Rucksäcke kamen in den Storage... wo die Räder sind, weiss ich nicht genau. Gegen 7.155 ging es dann los gen Bahir Dar. Durch Addis durch ging ja noch, nur dann in den Dodo Mountains war Stau und es ging wohl so ca. 1h nur im Schrittempo hoch und runter. Dort kamen wohl berühmte Läufer her und neben uns joggten im Smog auch ettliche Athleten. Wir machten 3x Pause und durchfuhren einmal die Nilschlucht mit impossanten Eindrücken. Wir fuhren über die von den chinesen gebaute Milleniumbrücke, die erst vor 3Jahren fertig wurde. Teilweise war die Fahrt halsbrecherich gefährlich. Nach fast 11h Fahrt kamen wir dann gegen 6 in Bahir Dar im Hotel an. Ich fand es mit 300Euro fürs Doppelzimmer recht teuer, aber wir können morgen ja noch entscheiden, ob wir hier bleiben. Dann zogen Angela und ich ins Internetcafe um die Ecke. Es war sehr langsam. Leider kaum emails, die zu lesen lohnten. Bissl gechattet. Danach suchten wir uns ein Restaurant. Das erste war sehr dunkel und von der Karte gabs das was wir wollten nicht. Also liessen wir es und tranken nur eine Sprite. Das zweite gabs dann Pizza, aber nicht so nach meinem Geschmack, also ass ich Reis mit Gemüse plus Kaffee. Das Aufladen der Kredits auf die SIMKarte ging mal wieder nicht, Angela wollte gerne telefonieren. Zurück im Hotel, nen Kaffee getrunken und halben Liter wasser gekauft. Dann nochmal los zum Callcenter, dass leider schon geschlossen hatte. Gegen 9 geschlafen. Morgen soll es zum Nilfall gehen und vielleicht eine Bootsfahrt.


24.10.10

Die Nacht war ziemlich laut und einige Mücken. Irgendwann gegen halb 5 oder so fingen die auf der Strasse an zu predigen. So war unsere Nacht auch zeitig um. Gegen 7.30 gingen wir in ein nahegelegenes Cafe frühstücken. Ich ass scrambled eggs und Angela ein Stück Kuchen und natürlich Kaffee. Dani war dann auch zeitig da und wir entschieden das Hotel zu wechseln. Das Wasser ging nicht mehr und die lautstärke war unerträglich. So checkten wir aus. Liessen das Gepäck aber noch da. Zunächst gingen wir zum Tanasee gleich um die Ecke, den konnte man vom Hotel aus sehen. Die Bootsfahrt sollte 500Birr kosten, ok machten wir. Wir fuhren zu einem Kloster und gingen auch hinein für 50Birr pro Person. Das war auch das einzige Kloster das wir uns ansahen. Wir fuhren noch zum Nilausfluss des Sees und auf die Insel wo das Kloster Debre Marya war, schauten es aber nicht an. Stattdessen tranken wir Kaffee traditionell. Zurück nahmen wir eine Klosterfrau mit nach Bahir Dir. Dann erstmal gesonnt am See und Mirinda getrunken. Dann ging es auf zu den Nilfällen. 30km Piste ausserhalb von Bahir Dir. Wir kamen an und uns wurde am Touristenbüro erklärt was für Wanderrouten es gäbe. Der Eintritt kostete 15Birr und der Guide 30. Wir entschieden uns die 2h Wanderung rund um den Nilfall zu machen. Erst etwas anstrengend bergauf, dann waren wir auch schon bald am Main View Point. Es war ein fantastischer Ausblick auf die Fälle. Wir sassen eine Weile dort und gingen dann weiter. Wir durchquerten den Nil an einer ca. 10m breiten Stelle, er war recht warm. Auf der anderen Seite am Fusse der Fälle tranken wir wieder Kaffee. Dann noch ein Stück am Nil entlang und dann mit dem Boot übersetzen und schon waren wir am Ziel. Wir fuhren wieder nach Bahir Dir und suchten nun ein Hotel. Das erste was wir fragten sollte 400kosten und so entschliessen wir uns in dem von gestern nach einem anderen Zimmer zu fragen, was wir dann auch kriegten. Leider heute trommeln irgendwelche Leute...mal sehen wie lange. Eigentlich wollten wir mit Dani noch durch die Stadt ziehen, waren dann aber zu müde und suchten uns nur etwas zu essen. Ich hatte keinen Hunger und Angelas Doro wot war alle. Also gingen wir wieder ins Cafe vom morgen und Angela ass noch ein Stück kuchen und jeder einen Kaffee. Morgen gehts um 8 Uhr los nach Gondar.


25.10.10

Heut Nacht trommelten direkt vor unserem Zimmer die Leute bis 1Uhr nachts. Wir waren oft wach, irgendwann sagte Angela: Es regnet... das konnte ich mir rein gar nicht vorstellen und dem war auch nicht so. Um 7.30 gingen wir wieder ins Blue Bird Cafe frühstücken und um 8 fuhren wir los Richtung Gondar. Nach 3h waren wir da, ich war ziemlich geschafft. Erstmal nen buna und ne Pepsi getrunken. Dann gingen wir ins Castle und machten eine Rundführung. Das Gelände war sehr weitläufig und schön. Danach fuhren wir zu einer bekannten Kirche,die aber lunch hatte. Also machten wir auch erstmal lunch. Angela wollte injera mit huhn spicy, aber den 2. oder 3. Tag gab es das nirgendwo immer nur Spagetti und scrambled eggs oder burger. Ich ass scrambled eggs, wir tranken 2 kaffee und ich trank einen juice. Der Juice sättigt immer sehr, weil er sehr dickflüssig ist. Dani war in der Zwischenzeit das Auto checken lassen. Wir probierten neue Vokabeln aus zumindest verstand er schukka(gabel). Dann fuhren wir zu Kirche, die sehr schön war. Der Priester erzählte uns etwas über sie und dani übersetzte. Sie ist noch im Original erhalten auch die Gemälde. Nun gings zum Markt, der aber sehr klein war und auch nicht die Utensilien für die Kaffeezeremonie hatte. Also fuhren wir noch auf einen Berg wo ein Hotel stand und man eine Super sicht über Gondar hatte. Gegen 3 fuhren wir zurück nach Bahir Dar. Unterwegs hielten wir noch in einem kleinen Ort und dort gab es jede menge Kaffeekannen und die Schale für den Weihrauch. Ich kaufte auch noch eine grosse Kaffeekanne. Beides kriegten wir zusammen für 70Birr. Kurz zur Dunkelheit kamen wir in Bahir Dar an und fuhren noch schnell auf den Markt, das Material für den weihrauch kaufen. Wir nahmen von jeder Sorte je ein halbes Kilo. Kurz im Supermarkt noch Kollo und Tonic gekauft und zum Abschluss im Stammcafe noch Kaffee getrunken. Dann ins Hotel, die letzten Birr zusammengeklaubt um das Zimmer zu zahlen. Und schon gegen 8 ins Bett, da es morgen 6 Uhr losgeht.


Die Rückreise war dann sehr anstrengend aber wir sind heil zurückgekommen und auch nach Hause wie ihr lest :)

Gruss yonah
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