Afrikadurchquerung 2014/2015 von Mauretanien nach Südafrika

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Wüstenfuchs
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Afrikadurchquerung 2014/2015 von Mauretanien nach Südafrika

Beitrag von Wüstenfuchs »

Herzlichen Dank an meine österreichischen Freunde Thomas und Anni. Der Wüstenfuchs hat auf mich aufgepasst!!!
Herzlichen Dank an meine österreichischen Freunde Thomas und Anni. Der Wüstenfuchs hat auf mich aufgepasst!!!
Hallo Wüstenfreunde, Wüstenfüchse und alle sonstigen Afrikafreunde!

Ich habe mir diesen Winter meinen Kindheitstraum erfüllt und bin von Mauretanien via Mali, Burkina Faso, Niger, Tchad, Kamerun, Gabun, Kongo-Brazzaville, Kongo-Kinshasa, Angola, Namibia nach Südafrika zum Kap der Guten Hoffnung gefahren.

Ich versuche hier nur einen Kurzbericht zu schreiben, sonst wird es schnell mal ein Roman. Wer fragen hat, bitte hier direkt stellen, dann ist auch die Antwort für alle sichtbar.

Ich reise seit 1985 in Afrika. Meine erste Afrikadurchquerung (von Deutschland nach Kenia) habe ich 1993/1994 gemacht. Seit 2002 habe ich meinen Geländewagen in Mauretanien (Atar, Bab Sahara) und war dort meist 1 - 2 mal im Jahr unterwegs. Habe von dort aber auch den Senegal, Gambia, Mali und Guinea bereist.

Dieses Mal hatte ich mich entschlossen, Westafrika zu verlassen und mit meinem Nissan Patrol TD 42 (Baujahr 1989, keine Elektronik, kein Turbo) die Transafrika bis Südafrika zu fahren.

Ich bin seit einer Woche zurück und meine Erfahrung war wieder mal: Afrika ist anders! Afrika ist größtenteils friedlich, Afrika ist hilfsbereit, Afrika ist fröhlich, Afrika ist ehrlich, Afrika und seine Menschen sind wunderbar!!!

Ich habe meine Route wegen Ebola und Boko Haram zwei mal umgeplant. Letzlich habe ich mich nach langem Studium aller verfügbarer Informationen entschlossen von Mauretanien über Mali, Burkina Faso, Niger, Tchad, Kamerun, Gabun, Kongo-Brazza, Kongo-Kinshasa, Angola, Namibia nach Südafrika zu fahren.
Nach 63 Tagen und 18778 km war das Ziel Cape Point erreicht... Danke Mama Africa!!!!!
Nach 63 Tagen und 18778 km war das Ziel Cape Point erreicht... Danke Mama Africa!!!!!
Die Visa-Ralley gestaltete sich in Deutschland relativ unproblematisch. Mit meinem ersten Reisepass habe ich die Visas für Mali, Burkina Faso, Niger, Tschad und Kamerun besorgt. Mit meinem zweiten Pass die Visas für Gabun, Kongo-Brazza, Kongo-Kinshasa und Angola (Transit-Visa, 5 Tage). Für den Tschad hat mir Robert Vialet vom Hotel "Le Central" in N'djamena mit einer "Buchungsbestätigung" per Mail ausgeholfen, für Kamerun das Seemannsheim in Douala. Für Gabun, Kongos und Angola habe ich mir mit Buchungen via Booking.com geholfen. Diese habe ich nach erfolgter Visaerteilung sofort wieder storniert...

Los gings in Atar Richtung Chinguetti und von dort zum Mont Zarga. Irgendwie hatte ich den Eindruck, dass ich gaaaaaaaanz hinten im Süden schon ein bisschen was von Kapstadt sehe...
Only a few sand dunes between me and CapeTown!<br />Il moi reste uniquement quelque dunes a traverser! (Un peu des sables a bouffet :-))
Only a few sand dunes between me and CapeTown!
Il moi reste uniquement quelque dunes a traverser! (Un peu des sables a bouffet :-))
Über Tidjikja dann auf tollen Tracks durch Dünen nach Kiffa und Kayes in Mali. Dort wollte niemand was von meinem Carnet wissen und so kaufte ich ein "Laisser passer".

In Burkina Faso traf ich in Bobo-Dioulasso den Holländer Frans, den ich vor 21 Jahren exakt dort im Hotel "CasAfrica" (Treffpunkt für Globetrotter) kennengelernt hatte. Er gab mir wertvolle Tipps für die Weiterreise. Die Grenze zum Niger war innert 5 Minuten bewältigt. Im Vergleich zu meiner letzten Afrikadurchquerung waren die Grenzformalitäten sehr viel geringer. Die Polizisten, Zöllner und Gendarmen auch extrem freundlich und die Frage nach dem obligatorischen "Cadeau" gibt es fast nicht mehr! Einfach nur netter "small-talk"!

Ab Mainé-Soroa hatte ich mir eine Alternativroute via GoogleEarth, Tracks4Africa und OpenStreetMap in Richtung Nguegmi zusammengestellt, da ich zum Nordosten Nigerias einen möglichst großen Abstand einhalten wollte. Aufgrund der damals sehr ruhigen Lage bin ich aber doch auf der sehr guten Teerstraße nach Nguigmi weitergefahren. Aktuell würde ich wohl eher die "Ausweichroute" nehmen und die Grenznähe zu Nigeria vermeiden.

Die Ausreise in Nguigmi war auch wieder ein Minutenangelegenheit. Die 70 km zur Grenze des Tchad sind fast unbewohnt. Auf der Tchad-Seite gibt es dann wieder sehr viele, sehr schöne Dörfer. Auch hier war die Grenzformalität extrem korrekt und im Minutenaufwand. Mit meinem Carnet wusste auch hier niemand was anzufangen und ich wurde dafür nach Bol geschickt, das ich aber sowiese anfahren wollte. Allerdings wusste auch in Bol niemand mit einem Carnet was anzufangen.
Strand-Idylle in Bol. Hier scheint die Zeit stehen geblieben zu sein! Zumindest zollmäßig!
Strand-Idylle in Bol. Hier scheint die Zeit stehen geblieben zu sein! Zumindest zollmäßig!
Auch das Thema "Laisser passer" war nicht bekannt. Also ging es zollmäßig "ohne alles" weiter. Nachdem mich der Zollchef auf ein kühles Malzbier eingeladen hatte, gab er mir noch seine Telefonnummer, falls es bei der Ausreise irgendwelche Probleme geben sollte... Hat aber auch bei der Ausreise niemanden interessiert. Genauso wie eine Versicherung. War in N'djamena bei "Assurance nationale". Nein, wir versichern nur einheimische Fahrzeuge... Ja, dann halt nicht... Die "Carte rose" habe ich mir dann erst in Kamerun besorgt...

Von N'djamena ging es dann erst mal nicht nach Kamerun weiter. Aufgrund meiner Recherchen hatte ich mich entschlossen, soweit als möglich in den Süden des Tschad zu fahren und dann erst nach Kamerun zu wechseln. Ich habe es nicht bereut. Auf der Strecke N'djamena nach Moundou gab es genau eine Polizeikontrolle! Sehr gute Teerstraße, wenig Verkehr, sehr schöne, gepflegte Dörfer. Ich hatte das Glück, hier am 25.12.2014 fahren zu dürfen. Ab Mittag war die gesamte Bevölkerung im besten Sonntags-Gewandt in weihnachtlicher Feststimmung auf bzw. an der Straße unterwegs. War eine extrem beeindruckende positive Stimmung. Interessant, dass hier in den Dörfern Kirchen und Moscheen nebeneinander stehen. Hatte den Eindruck, dass auch die islamische Bevölkerung mitfeierte. Feiern ist einfach schön! Egal warum!

Ab Kamerun bin ich dann die Strecke wie sie von Manfred und Olaf letztes Jahr beschrieben wurde, fast exakt nachgefahren. Hier nochmals meine Dank an die beiden (die aktuell in Südafrika unterwegs sind) für diese super tolle, kurze aber extrem genaue und auf den Punkt gebrachte Beschreibung!!!! --> http://www.manfredschroth.de

Ich war dann vom Kaokoveld so begeistert, dass ich da ein paar Tage länger geblieben bin...

Hier noch ein paar Impressionen der Reise...
Schäfchentransport auf afrikanisch...
Schäfchentransport auf afrikanisch...
Holztransporter (Peugeot 504 - Bakki) auf afrikanisch...
Holztransporter (Peugeot 504 - Bakki) auf afrikanisch...
Ziegentransport auf afrikanisch...
Ziegentransport auf afrikanisch...
Gabun (Schweiz???) - an der Grenze zu Äquatorial-Guinea
Gabun (Schweiz???) - an der Grenze zu Äquatorial-Guinea
Zollstation und Zöllner in Gabun im Grenzgebiet zu Äquatorial-Guinea
Zollstation und Zöllner in Gabun im Grenzgebiet zu Äquatorial-Guinea
Gabun - Grenzgebiet zu Äquatorial-Guinea: Gut, dass ich einen Schnorchel habe - da fährt man doch lieber durch den Fluss als über die Brücke!!!!
Gabun - Grenzgebiet zu Äquatorial-Guinea: Gut, dass ich einen Schnorchel habe - da fährt man doch lieber durch den Fluss als über die Brücke!!!!
In Afrika brauchts keinen ADAC!!!! Es wird einem geholfen... ABER ...
In Afrika brauchts keinen ADAC!!!! Es wird einem geholfen... ABER ...
... damit das System funktioniert sollte man sich auch dran beteiligen...
... damit das System funktioniert sollte man sich auch dran beteiligen...
Unterwegs im Kaokoveld
Unterwegs im Kaokoveld
Übernachtungsplatz in den Hartmannsbergen
Übernachtungsplatz in den Hartmannsbergen
Abendstimmung in Namibia unterwegs von Windhuk nach Swakopmund
Abendstimmung in Namibia unterwegs von Windhuk nach Swakopmund
Farm Fahlwater: Wolfgang, den Farmer habe ich vor 21 Jahren in Bangui kennengelernt als er mit dem Motorrad von Namibia nach Deutschland unterwegs war. Das war ein Hallooo beim Wiedersehen nach 21 Jahren!!!
Farm Fahlwater: Wolfgang, den Farmer habe ich vor 21 Jahren in Bangui kennengelernt als er mit dem Motorrad von Namibia nach Deutschland unterwegs war. Das war ein Hallooo beim Wiedersehen nach 21 Jahren!!!
Die Zukunft Afrikas! Brai in der Location von Keetmanshoop. Hier funktioniert das soziale Gefüge noch!
Die Zukunft Afrikas! Brai in der Location von Keetmanshoop. Hier funktioniert das soziale Gefüge noch!
Jonkershoek: Abendstimmung in der Kapregion!
Jonkershoek: Abendstimmung in der Kapregion!
Abendstimmung in Kapstadt...
Abendstimmung in Kapstadt...
Arbeitsbrigade neben der Signal-Hill-Lodge in Kapstadt. Wir haben uns prächtig verstanden!
Arbeitsbrigade neben der Signal-Hill-Lodge in Kapstadt. Wir haben uns prächtig verstanden!
Das Finale: Sonnenuntergang in der Nähe von Windhuk. Im Oktober bin in zurück!!!
Das Finale: Sonnenuntergang in der Nähe von Windhuk. Im Oktober bin in zurück!!!
Zuletzt geändert von Wüstenfuchs am Do 26. Feb 2015, 15:23, insgesamt 2-mal geändert.
Tilmann
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Re: Afrikadurchquerung 2014/2015 von Mauretanien nach Südafr

Beitrag von Tilmann »

Klasse!!!
bushbaby
Beiträge: 3
Registriert: Mo 12. Jan 2015, 09:03

Re: Afrikadurchquerung 2014/2015 von Mauretanien nach Südafr

Beitrag von bushbaby »

Hallo Wüstenfuchs
toll, dein Bericht. ich komm gleich ins Schwären. Übrigens, das Kaokoveld ist einfach fantastisch. Ich liebe es.
wir planen eine ähnlich Reise und haben unseren Wagen in Südafrika eingelöst. dieser ist jetzt aber in Europa. Wir starten im Dezember Richtung Marokko / Mauretanien.
Wie lange konntest du deinen Wagen in Mauretanien stehen lassen. In Marokko ist dies auf 6 Monate beschränkt.
vielen Dank für deine Auskunft.
lieber Gruss aus der Schweiz
Bushbaby
Wüstenfuchs
Beiträge: 16
Registriert: Mi 16. Jan 2013, 02:14
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Re: Afrikadurchquerung 2014/2015 von Mauretanien nach Südafr

Beitrag von Wüstenfuchs »

Hallo BuschBaby,

das war ja mein "Trick" in Mauretanien: Ich hab den Wagen von französischen Freunden in 2006 in Nouakchott gekauft. Bedingung war, dass Sie den Wagen auf meinen Namen in Mauretanien anmelden. Kopie des Reisepasses und gut war es. Ich hab also mauretanische Zulassung und konnte ihn in Mauretanien beliebig lang stehen lassen. Deutsche Fahrzeuge mit Carnet können natürlich auch das obligatorische Jahr (zusätzlich Verlängerungsmöglichkeiten) dort bleiben. Habe ich mit meinem in Deutschland gemeldeten Fahrzeug in den Jahren von 2002 - 2006 so gemacht. Just in Atar (Bab Sahara) hatte immer den Kontakt zum Zoll und das hat prima geklappt.

Habe aber jetzt für den "mauretanischen" Nissan Panzer TD42 ein Carnet vom ADAC. Ist durchaus möglich für im Ausland auf einen zugelassene Fahrzeuge. Kostet halt EUR 150,-- jährlich zusätzlich an Gebühren :cry:

Ich werde im Oktober wieder eine Tour mit Freunden ins Kaokoveld machen. Dann werde ich auch ein neues Carnet mitbringen und in Windhuk "umschreiben" lassen, sodass ich dann erst im Oktober 2016 erstmals die Südafrikanische Zollunion kurz mal verlassen muss.

Schöne Grüße in die Schweiz (Gabun???)
Wüstenfuchs
Wolfgang K
Beiträge: 2200
Registriert: Fr 25. Nov 2005, 13:50
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Re: Afrikadurchquerung 2014/2015 von Mauretanien nach Südafr

Beitrag von Wolfgang K »

Klasse ! :!:
vanguard
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Registriert: Fr 11. Mär 2011, 13:45
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Re: Afrikadurchquerung 2014/2015 von Mauretanien nach Südafr

Beitrag von vanguard »

Echt super Bericht ! Respekt!!!! :h: :h:
abacus
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Re: Afrikadurchquerung 2014/2015 von Mauretanien nach Südafr

Beitrag von abacus »

Klasse Bericht , wir wollen unseren alten Geländewagen nächsten "Winter " überführen.

Grüsse aus Stellenbosch
abacus
Wüstenfuchs
Beiträge: 16
Registriert: Mi 16. Jan 2013, 02:14
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Re: Afrikadurchquerung 2014/2015 von Mauretanien nach Südafr

Beitrag von Wüstenfuchs »

Hier noch die Route:
Afrikadruchquerung_Route.JPG
und nen Link auf nen kleinen Bericht in der Lokalpresse:

http://www.augsburger-allgemeine.de/aug ... 53642.html

... die Bildunterschrift muss natürlich zwölf und nicht zwei lauten ...
abacus
Beiträge: 684
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Re: Afrikadurchquerung 2014/2015 von Mauretanien nach Südafr

Beitrag von abacus »

Sorry für die Klugscheisserei, aber südlich vom Tschad wäre die zentralafrikanische Republik und nicht Sudan II.
Olaf.L
Beiträge: 182
Registriert: Di 11. Mär 2008, 10:38

Re: Afrikadurchquerung 2014/2015 von Mauretanien nach Südafr

Beitrag von Olaf.L »

Hallo Günther,

sehr schöner Bericht. Glückwünsche gab es ja schon im Februar in Namibia. Da hasst Du ja wieder das richtige
Zeitfenster für Niger und Tschad erwischt! Zur Zeit ist dort wohl wieder Rauch und Knall.

Grüße von Olaf.
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