Tunesien bereisen - Rückkehrer berichten

Kultur, Natur, Unterkunft, Reiserouten, Sehenswürdigkeiten, Tourismus Staaten: Marokko/Sahara, Algerien, Tunesien, Libyen, Ägypten.

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gülo
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Re: Tunesien bereisen

Beitrag von gülo »

...nördlich ist schon richtig. Weiter im Süden gibt es wenige Straßen auf denen Polizei fährt.
Da fahre ich auch fast nicht auf Straßen. 8)
SandLover
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Franky
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Re: Tunesien bereisen

Beitrag von Franky »

Servus,

wir sind vor 2 Tagen von Tunesien zurueckgekommen, 2 Wochen im Land, Erstbereisung.
2 Pers, Campingbus mit 2 Enduros drin, Sandfahren und Kultur. Wir haben sehr viel mit den Menschen reden und uns (unser) Bild machen koennen.

Route: Tunis - Kairouan - El-Djem - Douz - Ksar Ghilane - Tataouine - Ksar Ghilane - Tozeur/Nefta - Tamerza - Mides - Kasserine - El Kef - Dougga - Tunis, teilweise Bus teilweise Motorrad.

* Touristische Situation: wir waren meist allein auf weiter Flur. Eine Handvoll interessanter Individuen in Ksar Ghilane, zwei Besuchergruppen in der Kairouaner Moschee. Kein einziger Motorradfahrer :cry:

* Aktive Campings (Preise Bus mit 2 Pers, umgerechnet auf Euro)
Tunis/Hammam Lif, Camping La Pinede: geoeffnet (24/24, am Eisentor warten, 6 Euro), Zelt/Womo, schoener, sauberer Platz, Fruehstuecken in den Duenen am Meer, Toiletten huhu, die Jungs und Maedels vom nebenliegenden Pfadfinder-Camp machen richtig Fez :)
Kairouan, Jugendherberge, Stellplatz f. Zelt/Womo, vor 22 Uhr, 3 (Drei!) Euro, Toiletten/Duschen in Jugendherberge sehr ok.
Douz: der "Kultcamping" Desert Club ist geoeffnet und "nickel", 24/24, 7 Euro, ob Madame Sophie den Camping weiterhin halten kann, steht in den Sternen - es sei denn, es kaemen wieder mehr Gaeste (m.a.W.: es liegt an Euch !)
Douz: Camping Municipal, geoeffnet, aussen huebsch, innen etwas vernachlaessigt.
Ksar Ghilane: Campings im Norden u. Sueden der Plantage offen (Ghilane, Le Paradis, El Biden). 24/24, 10 Euro. Das "Leben" (2 Restaurants, Teebar, Souvenirboutiquen, Quad-Verleih) konzentriert sich um den Schwefelsee im Norden, aber auch El Biden im Sueden wird gut in Schuss gehalten. Von den hunderten Wohnzelten sind allerdings 90% verfallen. Camp Zmils ist ebenfalls offen.
Tozeur: Camping Beaux Reves: Parkplatz f. 3 PKW + kleiner Zeltplatz, WoMo Stellplatz ist aufgegeben. 12 Euro. Platz idyllisch, aber leider verwahrlost, Muell, modrig. 3 intakte, saubere Bungalows. Besitzer sehr nett, macht aber einen resignierten Eindruck. Sollten wieder Gaeste kommen, koennte es wieder was werden.
Gafsa: Camping La Galia: riesig und sehr nobel, zumindest in dieser Jahreszeit kein Camping.
Gafsa: Camping Al Hassan: bei 16 Euro und mutterseelenallein in einer riesigen Plantage - sind wir in ein Hotel in der Innenstadt (18 Euro f. ein sehr schoenes Zimmer mit Fruehstueck ...)

* Pisten: trotz dass einige fruehere asphaltiert oder vom Caterpillar geschoben sind: es gibt noch mehr als genug, einige ehemalige "Autobahnen" versanden sogar und werden dadurch wieder interessant :) Auch die Steinpisten in der Bergregion um Tataouine bieten viel Abwechslung beim Befahren.

* Sicherheitslage:
Douz, Tozeur, Nefta, Grosser Erg problemlos mit Ausnahme der direkten Grenzgebiete. Ein Einwohner sagte uns, die Nomaden machen im Sueden die Grenze dicht und melden jedes Licht in der Wueste an die Nationalgarde. Die 2 Typen von der Nationalgarde in Ksar Ghilane, die vom Militaerposten oefters mal in die Oase zum Essen und Personalien aufnehmen kommen, waren die lustigsten Tunesier ueberhaupt. Auf die Frage nach der "Sperrzone" (klingt ja fuerchterlich gefaehrlich) und der "Authorisation": "Willst Du eine? Komm einfach bei mir [n.b. am Militaerposten] vorbei". Das ist alles!!!! Sie schauen sich die Leut ein bisserl an, ob sie und/oder der fahrbare Untersatz ueberhaupt wuestentauglich sind und wollen halt wissen, wo man sich rumtreibt. Ein pensoniertes franzoesisches Lehrerpaar war da, das seit Jahren in den grossen Erg einfaehrt. Fuehrer braucht man nur f. die Leih-Quads. In einem der Touri-Wohnzelte haben wir den Flyer fuer ein Team-Event einer Tunesischen Firma gefunden (mit dem gleichen Buzzword Dummschwatz wie bei uns :roll: ) - also kann's mit der "Bedrohung" nicht viel her sein.

In jedem Aufenthaltsort (Hotel, Camping) werden die Personalien erfasst und an die lokale Nationalgarde gemeldet. Nachdem wir vor ein paar Jahren beim Skiurlaub in Suedtirol erfahren haben, dass "bei uns" genau das gleiche gemacht wird (die Hotels muessen taeglich Namen, Adressen und Perso-Nummern aller Gaeste an die Polizei melden, wovon der normale Urlauber gar nix weiss) seh ich das nicht wirklich als aussergewoehnlich.

Tamerza und Mides sind problemlos zugaenglich und "sicher". Auf der Weiterfahrt nach Kasserine haben wir einen Abstecher an die "Porte du parc Chambi" gemacht, die sich aber als Militaersperre erwies. Der Militaerposten und spaeter die Nationalgarde in Kasserine haben uns ca 3 Stunden "festgehalten", was die Gelegenheit brachte, bestimmt eine Stunde mit einem Offizier zu plaudern, der sich unglaublich freute (war mal 2 Wochen per Schueleraustausch in Neustadt). Die Region ist tatsaechlich "heiss", d.h. im Bergstreifen entlang der algerischen Grenzen, der gaenzlich militaerisch abgeriegelt ist, hocken reell Terroristenbanden und das Militaer ist nicht zum Spassen da, schwer befaffnete Hummer und Panzerwagen, sie hauen wo's nur geht auf die Djihadisten drauf und werden dabei massiv durch die Bevoelkerung unterstuetzt (keiner, wirklich keiner, will die Radikalen). Immer wieder die Entschuldigung fuer die "Wartezeit": s'il vous plait, ne le prenez pas mal, c'est pour votre securite "bitte nehmt es nicht uebel, es ist fuer Eure Sicherheit. Wir alle, Militaer, Polizei und die gesamte Bevoelkerung, machen alles nur Erdenkliche fuer die Sicherheit, aber ihr [Touristen] muesst wieder Vertrauen zu uns finden." Gemaess Empfehlung schauen wir, dass wir auf der Weiterfahrt von der Grenzregion fernbleiben. Im uebrigen sind die Menschen in der Region (Kasserine, Gafsa, Le Kef) die nettesten auf der ganzen Reise, sie winken, laecheln, gruessen uns auf der Strasse, offene, freundliche Gesichter, die nicht vom Massentourismus "verdorben" sind, wir sind hier endlich Gaeste statt Melkkuehe.

Strassenkontrollen: die Zahl ist meines Erachtens fuer ein afrikanisches Land nicht aussgewoehnlich hoch. Die Beamten sind ausgesprochen freundlich. Den Standardsatz "soyez les bienvenus en Tunisie" muessen sie vom Ministerium eingeblaeut bekommen haben, so oft wie er wiederholt wird. Zwei Kontrollen wollen die Moppeds im Bus anschauen und zeigen uns stolz Bilder ihrer Maschinen auf dem Smartphone. Ansosten bleibt es bei ein paar mal Reinleuchten in den Bus (soyez les bienvenus...), der Rest ist durchwinken.

Fazit:
Sueden, grosser Erg, Douz-tozeur-Tataouine, kurz, die Wueste, sind geradezu einfach zu bereisen. Keine Polizeikontrollen, kaum Touristen, dafuer Kamele und Schafsherden, Duenen, Tafelberge und narrische Felsdoerfer.
Einschlaegige "Warnungen" diverser westlicher Ministerien vor dieser Region unterstelle ich glatt Luege.
Aber das ist nix neues, wenn's nach denen ging, haette nie jemand lebend aus (Gaddafis) Libyen oder Iran - zwei der sichersten und ruhigsten Reiselaender der Welt - zurueck kommen duerfen. Einfach mal den Verstand einschalten und auf Leute vor Ort statt der medialen Panikmache hoeren: wenn man zusammenstellen wuerde, wer in unserem tollen Europa ermordet, ueberfallen oder zusammengeschlagen wird (allein jedes Wochenende pruegeln sich unter dem Schirm gigantischer Polizeiaufgebote Tausende besoffener Fussballhooligans) gaeb das taeglich eine laaaange Liste. Jeder der sich morgens in seine rollende Bombe (aka Auto) setzt, geht ein hoeheres Risiko ein, nicht mehr lebend heimzukommen. Und welcher Pauschaltourist hat sich an 50 Jahre ETa-Terror und Korsika-Bombing (bis heute Bomben und Morde) gestoert?
Grenzstreifen westlich der Linie Gafsa-Kasserine-LeKef : wegbleiben (ist eh abgeriegelt). Generell in der ganzen Bergregion des Westens nicht wild campen.
Nervtoetend sind die "Guides" und Krimskramsverkaeufer, die sich an die wenigen Touristen kletten und selbst durch grobe Worte nicht abzuschuetteln sind.
Der Muell ist selbst f. ein nordafrikanisches Land heftig. Den industriellen Norden und Osten bis hin nach Ksar Ghilane kann man als eine einzige Muellkippe bezeichnen. Abermillionen (blaue) Plastiktueten, Wasserflaschen, Bierdosen, Joghurtbecher, Bauschutt, Textilreste, die wirklich jeden Quadratmeter bedecken. Entlang der Strasse von der Kreuzung Pipelinestrasse bis Ksar Ghilane glitzern im Restlicht der untergehenden Sonne Tausende ueber die Wueste verstreute Diamanten - ein wunderschoener Anblick - - - herangewehte Plastikflaschen... die Tunesier muessen das unbedingt wieder in den Griff kriegen, wenn sie den Massentourismus wiederherstellen wollen.

In dem Sinne viel Spass allen, die sich nicht von der Medienverbloedung kirre machen lassen und dieses landschaftlich sehr schoene und kulturell und historisch hochinteressante Land zum ersten oder zum wiederholten Male bereisen wollen.

Frank
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gülo
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Re: Tunesien bereisen

Beitrag von gülo »

franky hat geschrieben:Der Muell ist selbst f. ein nordafrikanisches Land heftig. Den industriellen Norden und Osten bis hin nach Ksar Ghilane kann man als eine einzige Muellkippe bezeichnen. Abermillionen (blaue) Plastiktueten, Wasserflaschen, Bierdosen, Joghurtbecher, Bauschutt, Textilreste, die wirklich jeden Quadratmeter bedecken. Entlang der Strasse von der Kreuzung Pipelinestrasse bis Ksar Ghilane glitzern im Restlicht der untergehenden Sonne Tausende ueber die Wueste verstreute Diamanten - ein wunderschoener Anblick - - - herangewehte Plastikflaschen... die Tunesier muessen das unbedingt wieder in den Griff kriegen, wenn sie den Massentourismus wiederherstellen wollen.
Hier sollten sich die Tunesier mal die Marokkaner als Vorbild nehmen. Hier bekommt man absolut keine Plastikbeutel mehr beim Einkauf. Jeder bringt selbst ein Behältnis mit, das macht sich in Bezug auf die Umweltverschmutzung sehr positiv bemerkbar.

Hallo Frank,
danke für Deinen Bericht.
Ich selbst habe das auch im Frühjahr so gesehen.
Im Frühjahr 2017 werde ich das Land selbstverständlich wieder bereisen. Für alle die Interesse haben mitzufahren - bitte melden !!
Grüße.............. 8)
SandLover
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Frank C
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Re: Tunesien bereisen

Beitrag von Frank C »

Schön zu hören, Günter! Wir sind dabei. Alles Weitere per email . . .
Ich hoffe auf weitere Wortmeldungen.

Gruß Frank
TwinMichel
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Re: Tunesien bereisen

Beitrag von TwinMichel »

Sehr schön,
passt da ich seit 2011 nicht mehr vor Ort war und ebenso ans Frühjahr 2017 denke.
Die Tage waren Fährschnäppchen im Netz, leider zu spät - hätte ich direkt buchen sollen.

ABER, nachdem ich meine "Enduokarriere" an den Nagel gehängt habe,
geht´s dann nun auch mit dem Allrad weiter :-)
Michael
alias "TwinMichel"
Franky
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Re: Tunesien bereisen

Beitrag von Franky »

SandLover hat geschrieben:Hier sollten sich die Tunesier mal die Marokkaner als Vorbild nehmen. Hier bekommt man absolut keine Plastikbeutel mehr beim Einkauf.
Interessant :)
Zudem muss wohl auch die Entsorgungstruktur angegangen werden, angeblich kippen die Muellunternehmen seit 2011 auch einfach nur noch in die Pampa und von da aus verteilt sich das Zeug per Wind in alle Richtungen.
Ob das, was mittleweile in der Landschaft liegt, in absehbarer Zeit wegzuschaffen ist? In Deutschland hats 1-2 Jahrzehnte gedauert, die Waelder halbwegs muellfrei zu bekommen...

Gibt's in dem Forum auch Motorradfahrer?

Frank
JulieSchroeter
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Re: Tunesien bereisen

Beitrag von JulieSchroeter »

Wir fahren Anfang 2017 (so Ende Januar etwa) auch mit unserem 4WD nach Tunesien. Wie lange wir bleiben werden, wissen noch nicht. Vielleicht 2 Monate.
Steppenwolf
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Re: Tunesien bereisen

Beitrag von Steppenwolf »

Vielen, vielen Dank Franky für diese Informationen.

Schön, dass es euch in diesem schönen Land und bei den gastfreundlichen Menschen gefallen hat.

Ein Freund kam vor 3 Wochen auch von seiner Tunensientour zurück. Waren alleine unterwegs. Denen hatte es auch sehr gefallen.

Viele Grüße

Martin
Dieter der Raabe
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Re: Tunesien bereisen

Beitrag von Dieter der Raabe »

Servus beisammen,

wir waren über die Weihnachtsferien in Tunesien; den Ausführungen von Frank oben ist fast nichts hinzuzufügen. Kaum Kontrollen (den Westen sowie den Südosten haben wir gemieden), überall sehr freundlicher Empfang, bei Sophie war einiges los - bis 20 Touristen. Vor unserer Ankunft hatte es quer durch Tunesien wohl öfter geregnet, von Nord bis Süd kleinere und größere Wasserflächen, das Fahren im Sand war ein Kinderspiel. Fahren bis zum See bzw. Ksar Ghilane problemlos möglich. Auch (fast) keine Bettler oder nervige Verkäufer, nur der Tankwart an der Tankstelle in Douz mit dem Unimog- Abschleppdienst hat das Wechselgeld erst nach einigen Diskussionen korrekt herausgegeben (was solls, es gibt mindestens noch zwei andere Tankstellen).

Viele Grüße und immer genügend Sand unter den Blechen,
Dieter
doncarlos
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Minensituation - Tunesien

Beitrag von doncarlos »

MODERATOR-NOTE:   Da kein Bezug zur Landminensituation wurde Posting vom Ursprungsthread Minensituation - Tunesien hierhin verschoben. Birgitt

Hi Wüschis,
war jetzt gerade -eher geschäftlich- in Tunesien, allerdings nur im Norden. Kann daher auch nur einige Impressionen beisteuern und die sind in der Tat nicht sonderlich berauschend.
So habe ich weder in Tunis -früher mal wegen seines internationalen Flairs auch das Paris des Maghrebs genannt- noch in anderen Städten des Nordens irgendwelche Europäer entdeckt. O.K. tatsächlich gab es auf der Avenue de Paris und im Centre Culturel Francais einige wenige Backpacker aber natürlich nicht die üblichen Devisenbringer. Das Straßenbild wird auch immer trostloser, d.h. auf den breiten Trottoirs machen sich mehr und mehr Trödelverkäufer breit und die Stadtreinigung bzw. Müllabfuhr kommt wohl auch nur sehr sporadisch vorbei. Die Stimmung -nicht nur im Souk- ist von einer tiefsitzenden Morosität geprägt und man kann sich gut vorstellen, dass viele der hoffnungslosen jungen Leute ihr Heil in allen möglichen Erlösungsphantasien suchen - und letztlich sind ja die großen Religionen wie in diesem Fall der Islam genau dies. Dass es dann bei den besonders hitzköpfigen unter den jungen Superreligiösen auch zu militanten Aktionen kommt verwundert dann auch nicht mehr, schließlich ist das Töten von Andersgläubigen nicht nur -aber vor allem auch- für den Islam konstitutiv..
In der Hauptstadt ist zwar die Präsenz von Militär und -uniformierter-Polizei nicht mehr so ausgeprägt wie noch vor 2 Jahren zu Zeiten der großen Attentate im Bardo und in Sousse dennoch sind wohl massenweise Ziviles Sicherheitspersonal unterwegs. Vielleicht auch deshalb beschlich mich auch nachts eigentlich nie ein gefühl von Gefahr und Unsicherheit.
Auf dem offenen Land sind allerdings die Polizeipatrouillen fast überall an Verkehrsknotenpunkten anzutreffen und machen dort ihre Fahrzeugkontrollen die von den Einheimischen wie selbstverständlich, ja fast sogar dankbar akzeptiert werden.
Eigentlich nicht verwunderlich dass ein Großteil der jungen Leute lieber heute als morgen nach Europa auswandern möchte. Dem stehen aber die unerbittlichen Visabestimmungen der deutschen und sonstigen Auslandsvertretungen entgegen. Paradoxerweise ist es ja so dass man leichter als Asylbewerber nach Europa kommt als auf dem ganz normalen weg des schikanösen visaverfahrens meint Doncarlos.
"Man entdeckt keine neuen Welten ohne den Mut zu haben, alte Küsten aus den Augen zu verlieren" (frei nach A.Gide)
Hulleman 4010 WM
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Re: Tunesien bereisen

Beitrag von Hulleman 4010 WM »

...wenn ich die Stimmung vergleiche hier im Reiseforum und auf unserer Reise am Jahresende in Tunesien, wird mir klar das da was nicht stimmt! Jede noch so kleine Negativmeldung wird hier breitgetreten, so dass man als Reiseinteressierter meinen könnte, man wolle in eine NO GO Area reisen.
Wir haben uns, trotz der hier dargestellten Probleme nicht irritieren lassen und haben ein herzliches Tunesien wie immer erlebt- blos ohne Touristen. 2 Reisefahrzeuge auf der Fähre, 3 Fahrzeuge im Dessert Club, 5 Reisefahrzeuge von Touristen auf freier Piste. Hatte gehofft dass wenigstens die Italiener und Franzosen von der German Angst verschont geblieben sind. Angst ist heute anscheinend europäisch.
Was will ich sagen: Reist wieder nach Tunesien- das tut Euch und den Tunesiern gut, haut eure Devisen im Wert von einem Satz Reifen auf den Kopf für eine schöne Zeit, geht Essen, blast Diesel hemmungslos raus und es reicht auch noch für einen Guide der euch Wege jenseits von Garmin zeigt, im Sand Brot bäckt und euch Gazellenspuren und Sternbilder deutet...
So haben wir es jetzt erleben dürfen.

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Frank C
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Re: Tunesien bereisen

Beitrag von Frank C »

Hulleman 4010 WM hat geschrieben:Jede noch so kleine Negativmeldung wird hier breitgetreten, so dass man als Reiseinteressierter meinen könnte, man wolle in eine NO GO Area reisen.
Recht haste!
Hulleman 4010 WM hat geschrieben:...blast Diesel hemmungslos raus...
:mrgreen:
landcruiser.
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Re: Tunesien bereisen

Beitrag von landcruiser. »

Hulleman 4010 WM hat geschrieben: Jede noch so kleine Negativmeldung wird hier breitgetreten, so dass man als Reiseinteressierter meinen könnte, man wolle in eine NO GO Area reisen.
Jede, noch so kleine, Meldung, die man im Forum liest, trägt dazu bei sich ein Bild von der Situation in einem Land zu machen und für sich persönlich abzuschätzen, ob man dort reisen möchte.

So wie auch dein positiver persönlicher Eindruck sicher für den einen oder anderen ein Hinweis sein kann.
Turi
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Registriert: Di 14. Feb 2006, 21:49
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Re: Tunesien bereisen

Beitrag von Turi »

Hallo Hulleman
Hulleman 4010 WM hat geschrieben:Was will ich sagen: Reist wieder nach Tunesien- das tut Euch und den Tunesiern gut,
Wieso reisen viele nicht mehr nach Tunesien? Das No go kommt nicht unbedingt nur von den Europäern sondern von der tunesischen Staatsmacht.

Die, die mich kennen, wissen dass ich alles andere als ängstlich bin.
Wir würden gerne wieder nach Tunesien Reisen, waren im übrigen ca 15 mal unten nur, da konnte man noch reisen!
Was soll man dort unten, wenn man an jedem Ecken Angst haben muss, nicht das einem die IS klaut, sondern dass einem das Militär oder Polizei die Tour vermasselt.
Das gleiche Dilemma haben wir doch in Ägypten und Algerien, ständig unter Kontrolle und wehe man verlässt mal die Strasse und wird gesehen.
Dazu kommt das Theater mit der pseudo Führerpflicht, wir brauchen weder Führer noch Koch und das Argument mit den Jobs für diese zieht nicht, wir liessen für jede Tour mehrere tausend Euros dort unten, allerdings nicht für einen Führer den wir eh nicht brauchen.
Für uns wäre Tunesien absolut wieder eine Reise wert, aber nicht unter den Voraussetzungen, Freiheit fühlt sich anders an.
Die sollen mal schauen, dass sie ihre arabischen Freunde unter Kontrolle halten, dann werden auch wieder mehr nach Tunesien fahren.
Ich von meiner Seite fahre da lieber nach Marokko; Mauretanien, Senegal oder Mali, da kann man überwiegend fahren und stehen wo man will und wird nicht ständig von den Offiziellen angelabert und wenn, dann freundlich auf eine evtl. Gefahr hingewiesen.

sandige Grüsse
Turi
Wenn man die Ruhe nicht in sich selbst findet, ist es umsonst, sie anderswo zu suchen!
philipp aka fipsicola
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Re: Tunesien bereisen

Beitrag von philipp aka fipsicola »

Servus Hullemann,
ja, ich würde gerne wieder Tunesien bereisen!
Eines der angenehmsten arabischen Länder!
Aber mit Führer von Douz nach Ksar Ghilane? Ne, für den Katzensprung nicht.
Ich würde gerne meinen Kindern Tunesien zeigen, nirgends ist das Harrissa besser :mrgreen: ,
aber dann nach dem Landesinneren im Sand mit Führer? Nein!!
So kanns nicht gehen!
Philipp
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