Pos und Neg aus Libyen

Kultur, Natur, Unterkunft, Reiserouten, Sehenswürdigkeiten, Tourismus Staaten: Marokko/Sahara, Algerien, Tunesien, Libyen, Ägypten.

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Gerhard Göttler
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Pos und Neg aus Libyen

Beitrag von Gerhard Göttler »

Hallo an alle Libyen-Interessierte!

Vom Reisenden Sebastian S. erhielt ich verschiedene Mitteilungen nach seiner Rückkehr von einer mehrwöchigen Libyen-Reise.

Hier die positiven Erlebnisse: Im Raum Kufra kaum noch Einschränkungen; Treibstoff an der Tankstelle verfügbar, auch in größeren Mengen. Ausflüge zum Jabal al Awaynat bedürfen keiner Genehmigung. Das Militär an der Ayn al Gazal freut sich über Besuch, ist freundlich, führt zu Felsbildern und den Wracks von zwei Flugzeugen. Auf dem gesamten Reiseverlauf auch sonst nur positive Erlebnisse, bis zur Ausreise.

Hier der Negativ-Bericht, wörtlich:
"
Sind die einheimischen Begleiter in der Anfangszeit nicht weiter aufgefallen, so haben die Libyer dieses System nun zu einer gewissen Perfektion gebracht. Die Agenturen werden gezwungen gut ausgebildete Polizeibeamte als Mitarbeiter einzustellen, denen hat man neben der jeweiligen Landessprache auch eine Tarntätigkeit verpasst, z.B. ich arbeite für Siemens wurde in Deutschland ausgebildet und habe gerade Urlaub. Wenn der Beamte nun offen seinen Job macht, ist das ja ok. Doch es gibt leider auch andere Fälle. Hier spielt der Polzeibeamte den guten Kumpel, arbeitet jedoch als Agent-Provocateur. Ob aus Eigeninitiative um Erfolg vorzuweisen, oder auf höhere Anweisung ist nicht bekannt.

Natürlich weiß man als Libyen-Reisender, daß die Ausfuhr von Artifakten nicht erlaubt ist, genauso kann man aber der Versuchung nicht widerstehen und hat doch eine Handvoll Steine dabei. Auf Rückfrage versichert der falsche Freund: Das ist überhaupt kein Problem ich bringe euch selbst zur Grenze und kenne die Leute dort. Später an der Grenze übergibt der Gute dann die Pässe direkt der Grenzpolizei, es folgt eine stundenlange oder auch bis zu 14 Tage lange schikanöse Druchsuchung des Autos - so wird man reingelegt!

Schade, daß solch ein fantastisches Reiseland wie Libyen seiner touristischen Zukunft selbst im Wege steht.
"

Sebastian S war jetzt aktuell von dieser stundenlangen Durchsuchung betroffen, andere Reisende wurden von ihrer Gruppe getrennt und längere Zeit an der Grenze festgehalten; diese schlechten Erfahrungen gingen damals teilweise auch hier in Deutschland durch die Presse.

Gerhard Göttler
der andere Hans
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Re: Pos und Neg aus Libyen

Beitrag von der andere Hans »

Mir kommen spontan zwei Fragen in den Sinn: Mit welcher Agentur war Sebastian S. in Libyen? Und wie war die Zusammenarbeit während der Reise zwischen der Reisegruppe und Agentur und Begleiter andererseits?

Aus den Angaben einer Quelle (und ohne die Umstände zu kennen) auf das Verhalten aller Begleiter bzw. Agenturen zu schließen halte ich für übereilt. Aber ich probiere das dann ab nächste Woche selber aus.

Gruß, Hans
Kuno
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Re: Pos und Neg aus Libyen

Beitrag von Kuno »

Gerhard Göttler hat geschrieben:Im Raum Kufra kaum noch Einschränkungen; Treibstoff an der Tankstelle verfügbar, auch in größeren Mengen.
Kufra hat schon seit langem 2 Tankstellen. Eine an der Hauptstrasse, wenn man von Norden kommt und dann die andere gleich gegenüber der Flaschenfabrik. Was heisst "kaum noch Einschränkungen"? Der obige Berichterstatter bezieht sich ja auf gerade einen Besuch. Und wenn gerade eine Stunde vorher eine Kolonne "Sudantaxi" aufgefüllt hat, dann ist wieder mal "Engpass". Die Genehmigung von der Polizei braucht man übrigens immer noch, wenn man als Tourie füllen will.
Kuno
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Re: Pos und Neg aus Libyen

Beitrag von Kuno »

Gerhard Göttler hat geschrieben:Natürlich weiß man als Libyen-Reisender, daß die Ausfuhr von Artifakten nicht erlaubt ist, genauso kann man aber der Versuchung nicht widerstehen und hat doch eine Handvoll Steine dabei.
Was denn jetzt? Steine oder Artefakte oder Steine, die eben dann doch Artefakte sind?
Kuno
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Re: Pos und Neg aus Libyen

Beitrag von Kuno »

Gerhard Göttler hat geschrieben:Die Agenturen werden gezwungen gut ausgebildete Polizeibeamte als Mitarbeiter einzustellen, denen hat man neben der jeweiligen Landessprache auch eine Tarntätigkeit verpasst, z.B. ich arbeite für Siemens wurde in Deutschland ausgebildet und habe gerade Urlaub.
Ich verstehe diese Aussage nicht; handelt es sich jetzt um einen SIEMENS Mitarbeiter, der seine Freizeit als Polizist verbringt oder umgekehrt?

Könnte es sogar sein, dass er von SIEMENS ausgebildet wurde und dann zur Polize gewechselt hat? (Ich meine jetzt natürlich nicht, dass er von SIEMENS als Polizist ausgebildet worden ist ;-))

Was heisst hier Tarntätigkeit? Der Touristenpolizist hat ganz klar einen Auftrag:

A) Aufpassen, dass die Reiseroute und die weiteren Bedingungen im Kleingedruckten eingehalten werden (und die darf er auch durchsetzen bzw. die Reise abbrechen, wenn es ihm nötig erscheint)

B) Die Touristen vor ev. Gefahren beschützen - und ja; die nehmen das manchmal sogar übertrieben ernst.

C) Er muss einen Rappoprt über die Reise abgeben.
Gerhard Göttler
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Re: Pos und Neg aus Libyen

Beitrag von Gerhard Göttler »

Hallo Kuno!

Diese Aussage bezieht sich ausdrücklich nicht auf die Touristen-Polizisten (die erst ab ... Fahrzeugen zum "Begleitpersonal" gehören) sondern auf die zivilen Mitarbeiter der Agenturen! Nach diesem Text steht es den Agenturen nicht (immer) frei, wen sie als Begleiter einstellen, sondern sie müssen (?) (auch?) Geheimpolizisten einstellen. Diese geben sich dann natürlich nicht als solche zu erkennen sondern tarnen sich z.B. dann, wenn sie erstaunlich gut Deutsch sprechen als ehem. Mitarbeiter von Siemens. Im angesprochenen Fall war es wohl so, dass die Reisenden über sehr gute Verbindungen zu Siemens verfügen und so abklären konnten, dass der deutschsprechende angebliche ehemalige Siemens-Mitarbeiter dort völlig unbekannt war.

Der Gerhard
Kuno
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Re: Pos und Neg aus Libyen

Beitrag von Kuno »

Ok, verstanden.
Klaus
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Re: Pos und Neg aus Libyen

Beitrag von Klaus »

Das in Libyen jede Menge von ziviler Polizei unterwegs ist kann ich nur bestätigen.Aus eigenen Erfahrungen musste ich feststellen das selbst Betriebsausflüge des Lehrkörpers einer Schule von ziviler Polizei begleitet werden.Diesegaben sich auch zu erkennen.
Unser Begleiter erzählte uns offen und ohne Nachfragen das er Polizist war,aber diesen Job inzwischen gewechselt habe.Und nun Hauptberuflich bei den Wasserwerken in Tripoli angestellt sei;Begleiter mache er nur im Nebenjob. 8)
Klaus
Wolfgang K
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Re: Pos und Neg aus Libyen

Beitrag von Wolfgang K »

Hi !

Jeder Libyer arbeitet in irgend einer Form für den Staat, von dem er ein Grundgehalt erhält. Viele arbeiten als Lehrer oder...naja, halt Polizist. Bei gut einem Dutzend Arten von Polizei braucht man ja auch viele Leute.

Dass jeder Begleiter auch Polizist sein könnte ergibt sich daraus rein statistisch mit hoher Wahrscheinlichkeit, da dieser Beruf halt verbreitet ist bzw. der Job als Begleiter nur ein saisonaler Nebenjob.

Jeder Begleiter reagiert anders auf (vermeintliche) Verfehlungen und kann durch sie auch arg in Verlegenheit geraten. Daher macht es Sinn sich schlicht an die Regeln zu halten.

Um dem ganzen Ärger was Positives abzugewinnen: Das ganze ist doch ein Argumentationsvorteil, dass man nur EINEN Begleiter braucht. :lol:

Grüße
Wolfgang
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