Hallo Anna
ich habe erst diese Tage entdeckt, dass ich hier gefragt bin, da deine PN bei mir zuhause nicht gemeldet wurde. Entschuldige bitte mein Schweigen. Jetzt sollte es aber wieder klappen, ich habs neu eingestellt und getestet.
Welche Strecke gedenkt ihr denn zu Fuss zu gehen? in die Höhlen über Ain Dua, wo Almasy viele Malereien entdeckte? Ist das euer Ziel? Oder welchen anderen Spuren Almasys wollt ihr nachwandern? Vom Chianti-Camp nach Kufra?
Es ist möglich, in den Karkur Ibrahim reinzumarschieren und durch den Karkur Dris wieder raus: Dort findet man links und rechts unter diesen riesigen bizarren Granitfelsen sehr schöne und einzigartige Malereien, besonders eindrucksvoll ist Bu Hlega. Falls ihr mehr darüber wissen wollt, müsst ihr unbedingt den Rhotert / van Noten durchblättern (in Uni-Bibliotheken noch zu finden). Ich kann dir auch eine Lageskizze davon mailen oder Berichte, falls du das wünschst.
Aber auch der Djebel Arkenu, der Arkenu-Düne lang bis ins Erg Idrisi, die Djebels Bahri, Babein, Usba und Mashi sind landschaftlich einfach sehenswert - ich flipp schon wieder, beim blossen Gedanken an diese sagenhafte Ecke Libyens!
Also zieh ich die Bremse an und komm zu ernsteren Themen: Minen gibt es auf der NO und O-Seite des Uweinat, vor allem im ägyptischen Teil im Grenzbereich Libyen - Ägypten - Sudan. Zum Teil sind sie gut abgesperrt mit Stacheldraht, einige liegen in der Höhe auf einem "Pass". Kein Grund zur Sorge, wenn ihr auf den Hauptpisten bleibt. Im Sudan liegt ein altes französisches Militärfahrzeugwrack, so ein kleiner Panzer, aber mit Reifen. Er scheint nicht auf eine Mine gefahren zu sein, da er noch "intakt" ist.
Die Ägypter sowie die Libyer fahren in diesem Grenzgebiet Patrouillen. Wir trafen sogar libysches Militär in Ägypten an! Sudanesen haben wir keine gesehen. Die Leute vom Grenzposten bei Ain Dua waren immer sehr nett und liessen uns sogar in den sudanesischen Teil des Uweinat fahren. Es kommt wohl auf das Tageshoch (bzw -tief) des Kommandanten an, ob er ein Auge zudrückt oder nicht. Einmal umrundeten wir den Uweinat illegal, um in den Karkur Murr und Talh, welche im Sudan liegen, zu gelangen. Uwes Angaben kann ich nur bestätigen.
Andras ist im Moment wohl der beste Kenner des Uweinat. Du kannst dir die Wartezeit bis in den Herbst auf seinen Seiten vertreiben und schon mal abheben...
http://www.fjexpeditions.com/frameset/uweinat.htm
Wie es in Kufra ablaufen kann, erzählt er so:
"......The whole morning was spent doing the paperwork for the journey south. There were no problems, but the process has changed for the worse. Instead of the pleasant 10 minute cup of tea with the officers, we had to fill out a lengthy form in duplicate for everyone (and there was a single carbon sheet available), submit copies of the passports with the police registration, give five passport photos, all of which took several hours to do at the small photo shop on the main street .... One bright moment of the day was when we learned that there is going to be a flight from Kufra to Benghazi on the 1st November, the day we need it, and we could even buy the tickets. Finally we were ready to leave at midday, but we only got as far as the checkpoint on the road to Uweinat, where we were directed to another checkpoint on the Sarra road - but we can go only with escort, and the escort was busy fixing his apparently unserviceable pickup... Finally after an hour the pickup started, and we could go to the other checkpoint, where after a heated discussion we were told that we cannot go to Uweinat by the way of Jebel Sherif (even though the police in Kufra did not object), but we must take the direct track. Our unconfirmed suspicion was that as the 'guide' and the drivers had no idea where Jebel Sherif (the location of the wrecked LRDG patrol cars of Clayton) was, they simply refused to go that way, and arranged it to make it appear that the military objects. At that point I was close to committing murder on the spot... So instead of Jebel Sherif, we set course towards Arkenu, making camp close to the half-way point..."
aus dem Bericht seiner Libyenreise zum Uweinat
http://www.fjexpeditions.com/frameset/oct03.htm
Etwas Gutes könnte der aufgezwungene Führer haben, dass die Bewilligungen in Kufra und der ganze bürokratische Kram mit ihm eventuell zügiger abgwickelt werden können.
Noch etwas - gleich nach dem Minenunfall im Dohone ging das Gerücht um, dass es gar keine Bewilligungen mehr gibt, die Gebiete südlich des Waw zu besuchen. Lass dir aber deswegen keine grauen Haare wachsen, solche Vorschriften werden ebensoschnell wieder aufgehoben, wie sie erlassen worden sind. In erster Linie wird es von der Agentur abhängen, was möglich ist und was nicht. Ihr müsst das aber unbedingt vorher schon klipp und klar schriftlich abmachen.
Im August und im November bin ich auch wieder zu Fuss in dieser Gegend, aber auf der anderen Seite, in Ägypten.
Schönes Planen wünscht dir die Ursula und schickt herzliche Grüsse