Erfahrung mit Versicherung nach Unfall in Mauretanien

Kultur, Natur, Unterkunft, Reiserouten, Sehenswürdigkeiten, Tourismus Staaten: Marokko/Sahara, Algerien, Tunesien, Libyen, Ägypten.

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Alexander
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Erfahrung mit Versicherung nach Unfall in Mauretanien

Beitrag von Alexander »

Hallo,

habe folgende Info per Mail bekommen:
Versicherungen für Fahrzeuge in Mauretanien: - WICHTIG - die an der Grenze Marokko/Maurtanien abgeschlossenen Versicherung - HAFTPFLICHT - gilt erst ab 0 Uhr des nächsten Tages. VORSICHT: bei einem - schuldlosen - Unfall mit einem mauretanischen Fahrzeug: die mauretanische Versicherung zahlt nicht bei Ausländern. Man hat 100 faule Gründe nicht zu bezahlen un d rechnet damit, dass Ausländer nicht in Noakschott prozessieren. Wir hatten einen unverschuldeten Unfall (waren eingesandet), ein Mauretanier hat versucht, an uns vorbeizukommen, ist ebenfalls eingesandet und hat unsere gesamte Seite angeschrammt. Schaden rund 10.000.- EURO. Obwohl er im Polizeiprotokoll die Schuld eingeräumt hat, weigerte sich die Versicherung: wir wären dem Mauretanier im Weg gewesen, also sind wir selbst schuld. Gegen diese Logik gibt es nichts.
Hat jemand ähnliche Erfahrungen mit der Schadensregelung im Ausland gemacht? Wie sind eure Erfahrungen?

Grüsse
Alexander
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Maudarua
Beiträge: 50
Registriert: So 7. Jan 2007, 21:59
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Re: Erfahrung mit Versicherung nach Unfall in Mauretanien

Beitrag von Maudarua »

Hi,

ja, ähnliche Erfahrungen haben wir, allerdings vor vielen Jahren, im äußersten Südosten von Ex-Jugoslawien gemacht. Allerdings war der Schaden gering - Gott sei Dank.

Sinngemäß:
- Wenn Sie nicht in unser Land gekommen wären, wäre der Unfall nicht passiert.-

Ende der Durchsage!

Wie Du schon geschrieben hast - keine Chance gegen diese Logik
Jürgen Kempe
Beiträge: 632
Registriert: Di 18. Jul 2006, 17:26
Wohnort: S-H

Re: Erfahrung mit Versicherung nach Unfall in Mauretanien

Beitrag von Jürgen Kempe »

Eine ältere Geschichte kann ich auch beitragen, wenn auch der praktische Nutzwert vermutlich gegen Null tendiert:
Im Hebst 2000 - die Sache ist also wirklich nicht mehr ganz frisch -, auf dem Weg von Marrakesh zum Campingplatz, kurz vor einer Kreuzung, endet die linke, dritte Spur. Der Fahrer des nagelneuen ( :!: :!: ) Opel zieht also von dort couragiert nach rechts zur mittleren Fahrbahn, wo ich gerade mit unserem Gespann flott den Verkehr rechts hinter mir zu lassen gedenke, und fährt ungebremst in unsere linke Anhäger-Seite :evil:
Sein schönes Auto wird dabei auf der rechten Seite heftig demoliert, am Wohnwagen sind nur einige Kunststoff-Applikationen zu Bruch gegangen.
Der Opel-Fahrer telefoniert, und verlangt dann, glaube ich, 1000 Dirham, damals jedenfalls ca. DM 400, von mir. Ich bin empört, die Diskussion nimmt Fahrt auf und ich ziehe den Polizisten, der die Sache beobachtet hat, sich aber bisher nicht einmischte, hinzu, er möge doch bitte klastellen, wer da wen geschädigt habe. Der lacht herzlich und entgegnet, ich solle dem Opel-Mann doch das "bisschen" Geld geben, sonst müsse ich eben abends auf die Polizeiwache kommen, wo ein Protokoll aufgenommen würde.
Na, da war mir (insbesondere eingedenk einer noch früheren Marokko-Erfahrung) klar, wie die Sache ausgehen würde: für mich jedenfalls nicht erfreulich. Folglich besser gleich zahlen, als den Rest der Reise - bei ggf. abgenommenen Pass - mit Anwälten, Richtern und Polzisten zu verbringen.
Nun hatte ich aber die entsprechen Menge Dirham nicht dabei, ich bot die erwähnten DM 400. Nach einem weiteren Telefonat, diesmal mit seiner seiner Bank, war der Mann einverstanden. Dann stelle ich fest, dass ich auch keine 400 DM passend zusammenbekomme und biete einen 500 DM-Schein an und bitte, die Differenz in MDH zurückzugeben. Nein, natürlich hat er kein Geld bei sich, und ausserdem muss er nochmals mit der Bank telefonieren, ob derartige Geldscheine überhaupt gültiges Zahlungsmittel sind. Nach der Bank-Bestätigung hat er die 500 DM genommen, und er sah nicht unglücklich aus; und das Lächeln des Polizisten war auch nochmals sehr viel breiter :D :D
Mein finanzieller Schaden war im Verhältnis zu der Mauretanien-Erfahrung zwar unvergleichlich gering, aber es tröstet vielleicht andere Geschädigte, weil sie nicht allein sind, und es mag andere zu Überlegungen vor ihrer Reise anregen, wie sie solche Situationen zu meistern gedenken. (Kleinere Beträge, die unverhofft die Reisekasse belasten, sollten aber niemanden abhalten, loszufahren.)
Gute Fahrt wünscht Jürgen Kempe
Gerhard Göttler
Beiträge: 1148
Registriert: Mi 14. Sep 2005, 12:36

Re: Erfahrung mit Versicherung nach Unfall in Mauretanien

Beitrag von Gerhard Göttler »

Hallo, Ihr Unfallverwickelte!

Meinerseits habe ich (ebenfalls vor längerer Zeit) im Niger und in Libyen gegenteilige Erfahrungen gemacht; meine Nichtschuld wurde mal von der Polizei (Libyen) mal von der Versicherung (Niger) jeweils anerkannt. Im Falle Niger wurde ich nach etlichen Monaten sogar entschädigt, sprich, ein gewisser Betrag wurde per Postmandat nach Deutschland überwiesen. Dass diese Summe niedrig ausfiel ist eigentlich logisch: Die Reparaturkosten werden auf Basis der Vor-Ort-Löhne berechnet, auch wurde etwa ein Drittel der Summe als Gebühren verschiedenster Art abgezogen, aber immerhin, ein Trostpflaster wars. In Libyen hatte ich im genannten Fall selbst keinen Schaden erlitten, da stand ich besser da.

Aber: Gerade in Marokko würde ich auf keinen Fall so einfach nachgeben! Ist der Fall wirklich eindeutig, d.h. ist wirklich keine Schuld erkennbar (im Falle eines Fahrspurwechsels ist das ja nicht immer so ganz klar), würde ich keinesfalls einen Fremdschaden übernehmen.

Aber: Das Thema hatten wir früher hier auch schon mal, da hatte ich auch schon darauf verwiesen, dass man nicht bis Marokko, Mauretanien oder Libyen reisen muss, um eine ganz klare Benachteiligung eines nichtschuldigen Ausländers in Kauf nehmen zu müssen. Dies habe ich schon in Frankreich so erlebt und ganz besonders happig in der Schweiz! Hier wurde die Einschaltung eines Rechtsanwaltes unumgänglich.

Fazit: Eine hiesige Vollkaskoversicherung, die für das jeweilige Reiseland gültig ist, sollte auf alle Fälle abgeschlossen werden, wann immer das möglich ist.

Problemfreies Reisen allezeit!

Gerhard Göttler
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