Ägypten nach der Wahl

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Kuno
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Re: Aegypten nach der Wahl

Beitrag von Kuno »

Alexander hat geschrieben:
Kuno hat geschrieben:Dann kann ihr Chefstratege, auch wenn er formell dort ausgetreten ist, als Praesident versprechen, was er will
Das heisst, Murski ist vollkommen unschuldig, weil er kann ja gar nicht anders? Das Amt eines ägyptischen Präsidenten sollte über der Wiki-Geschichte gewaltbereiter Islamisten stehen.

Grüsse
Alexander
Oooch, Alexander.
Genau das heisst es natuerlich nicht - woraus leitest du das nun wieder ab?
Ich habe gesagt, dass man vom Chefstrategen der MB schlichtweg nichts anderes erwarten darf als dass er sich genau so wie der Chefstratege der MB verhaelt.

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Der Suezkanal ist fuer die USA von keiner so grossen strategischen Bedeutung mehr. ET ist fuer die USA vor allem wichtig im Zusammenhang mit Israel.
Alexander
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Re: Aegypten nach der Wahl

Beitrag von Alexander »

Kuno hat geschrieben:Der Suezkanal ist fuer die USA von keiner so grossen strategischen Bedeutung mehr. ET ist fuer die USA vor allem wichtig im Zusammenhang mit Israel.
woraus schliesst du das?
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Kuno
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Re: Aegypten nach der Wahl

Beitrag von Kuno »

Camp David?
Israelisch-Aegyptischer Friedensvertrag?
Eigenversorgung der USA mit Oel und Gas?
Verlagerung des strategischen Schwerpunkts der USA in den Pazifik?

Die USA brauchen den Suezkanal nicht unbedingt. Europa schon eher...
Aber auch fuer Europa ist die Wichtigkeit des Suezkanals gegenueber frueher gesunken: Nur noch 1 Million Barrell von taeglich mehr als 80 gebrauchten Barrell Rohloel passieren den Suezkanal.

Eine Schliessung des Suezkanals durch ET wuerde das Land mit sofortiger wirkung von einem grossen Teil seienr Einnahmen abklemmen - und die "Warenstroeme" wuerden sich wohl, wie der Tourismus, neue Wege suchen.

Und: Das Nadeloehr Panamakanal wird in nicht allzuferner Zukunft keiens mehr sein - Chineische Firmen werden bei Nicaragua einen neuen Kanal bauen, der doppelt so grosse Schiffe durchlassen kann wie der Panamakanal...
Kuno
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Re: Aegypten nach der Wahl

Beitrag von Kuno »

Alexander hat geschrieben:Überbevölkerung wirft Murkis auch niemand vor. Eigentlich ist Ägypten nicht überbevölkert. Es leben "nur" zuviele Menschen auf engstem Raum. Besonders in Kairo.
Da wage ich zu widersprechen. Natuerlich ist Kairo uebervoll. Aber dass ET nicht ueberbevolekert ist stimmt nicht. Der groesste Teil des Landes ist fuer die dauerhafte menschliche Besiedlung nur wenig geeignet. Und Ueberbevoelkerung definiert sich nun mal nicht ueber eine simple Zahl, welches aus der Anzahl Menschen pro Quadratkilometer Land hervorgeht. Ueberbevoelkerung herrschat auch dann, wenn ein Land nicht mehr in der Lage ist, seine Menschen zu ernaehren (entweder aus eigenen oder importierten Landesprodukten). Um zu importieren braucht man Devisen... und wie will sich ET diese erwirtschaften bei einer rasant zunehmenden Bevoelkerung, wo die Beduerfnisse von allen gedeckt werden muessen?

Nach einem Artikel der ZEIT vom Februar 2011 draengen sich jedes Jahr ca. 500'000 neue Bewerber in den ET Arbeitsmarkt. Alleine diese Anzahl koennte nur mit einem jaehrlichen Wirtschaftswachstum von ca. 6-8 % absorbiert werden (so die ZEIT). Ich wage zu bezweifeln, dass ET dazu in der Lage sein wird - egal, wer regiert.

Das Bevoelkerungswachstum in ET betraegt aktuell knapp unter 2% jedes Jahr. Bei etwas ueber 80 Millionen Einwohnern sind das irgendwas um die 1,5 Millionen neue Aegypter jedes Jahr. Essen, Behausung, Strassen, Spitaeler, Schulen...
Alexander
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Re: Aegypten nach der Wahl

Beitrag von Alexander »

Kuno hat geschrieben:Und Ueberbevoelkerung definiert sich nun mal nicht ueber eine simple Zahl, welches aus der Anzahl Menschen pro Quadratkilometer Land hervorgeht.
Das ist mir schon klar, Kuno. Es steckt mehr dahinter als blose Mathematik. Ägypten hat schon vor Jahren begonnen einen Kanal vom Nil weg in die Wüste zu leiten um dort Land urbar zu machen und Menschen aus den Ballungsgebieten anzusiedeln. Das hätte z.B. Kairo nicht nur entlastet. Es hätte auch Arbeitsplätze geschaffen. Leider zog die Bevölkerung nicht so mit. Evtl. wurde das Projekt auch falsch angegangen oder zu wenig Überzeugungsarbeit geleistet. Möglichkeiten gibt es. Natürlich stellt sich die Frage, inwieweit macht das Sinn und wie geht man so ein Projekt am Besten an. Der Nachteil des o.g. Kanals war, dass dieser oberirdisch verlief und ein Grossteil des Wasser verdunstete, bevor es sein Ziel erreichen konnte. Evtl. lassen sich Projekte dieser Art auch nicht mit Schulwissenschaft bewerkstelligen. Evtl. kommt man mit unkonventionellen Methoden besser ans Ziel.

Grüsse
Alexander
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Kuno
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Re: Aegypten nach der Wahl

Beitrag von Kuno »

Alexander hat geschrieben:Islamistische Tendenzen müssen unterbunden werden.
...wenn ich nochmal auf die Frage zurueckkommen darf, wie das angegangen werden soll?
Alexander
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Re: Aegypten nach der Wahl

Beitrag von Alexander »

Kuno hat geschrieben:
Alexander hat geschrieben:Islamistische Tendenzen müssen unterbunden werden.
...wenn ich nochmal auf die Frage zurueckkommen darf, wie das angegangen werden soll?
Kuno, darüber müssen sich die Gedanken machen, die dafür bezahlt werden und die das entsprechende Amt inne haben.
Wie geht man bei uns mit Gruppierungen um, die gegen die FDGO verstossen und dazu noch gewaltbereit sind?
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Kuno
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Re: Aegypten nach der Wahl

Beitrag von Kuno »

ein gewiefter alter Politprofi haette wohl ziemlich aehnlich geantwortet...
Alexander hat geschrieben:Wie geht man bei uns mit Gruppierungen um, die gegen die FDGO verstossen und dazu noch gewaltbereit sind?
Man laesst sie ueber viele Jahre gewaehren, ihre Netze stricken, die Organisationen ausbauen... und verliert dann auch gerne mal die Akten. auf jeden Fall aber bietet man ihnen immer wieder gerne ein Podium in unseren Medien.
Wolfgang K
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Re: Aegypten nach der Wahl

Beitrag von Wolfgang K »

Guido3 hat geschrieben:
[…]
Es ging vor allem um die Verbesserung der eigenen wirtschaftlichen Verhältnisse. Das ist auch nachvollziehbar.

Auch Mursi ist wohl nicht primär an autokratischen Tendenzen und der Kompromisslosigkeit gegenüber der Opposition gescheitert. Brot, Benzin, Gas zum Kochen wurden teurer und waren vielfach wohl gar nicht mehr zu bekommen. […]
Der wirtschaftliche Aspekt ist der entscheidende wenn man den jetzigen Umschwung der Stimmung verstehen will.

Wenn man sich Gründe warum die MB (und auch anderen religiösen Parteien) gewählt wurden sind das ganz unterschiedliche:

1. Jeder kannte sie und sie waren (praktisch als einzige der bekannten Organisationen) fern vom vorherigen Regime (weiße Weste).
2. Durch Übernahme von Wohlfahrtsaufgaben gefühlte Kompetenz bei sozialen Problemen.
3. Hoffnung, dass die Besinnung auf (gemeinsame) religiöse Werte Einheit und Gerechtigkeit bringt.
4. Überzeugung dass eine religiöse Ordnung auch wirtschaftlichen Erfolg bringt (die Isalamisten machten ja seit jeher für alle Probleme die zu weltliche Ordnung verantwortlich) .
5. Orientierung auf das Jenseits: Wer sich für die „gottgewollte“ Ordnung einsetzt oder sie gar erreicht, dem winkt im Jenseits das Paradies.

Nur Punkt 3 und 4 (also die rein wirtschaftlichen und „zivil“gesellschaftlichen) sind definitiv weggefallen weil ad absurdum geführt und fallen in Zukunft – wie in anderen Ländern – weg.

Die anderen Punkte bleiben aber bestehen. Beim 1. und 2. können und werden andere (staatliche) Organisationen aufholen. Das ist alles nichts was einer demokratischen Entwicklung im Wege steht.

Für die Anhänger, für die Punkt 5 im Wesentlichen gilt kann aber niemand sonst etwas bieten. Diesen Leuten geht jeder Pragmatismus ab und sie werden sich durch keinen wirtschaftlichen Misserfolg davon abbringen lassen, weil sie sich eigentlich von Zielen im Diesseits verabschiedet haben oder diese nur Beiwerk sind.
Das trifft zwar überwiegend auf das salafistische Lager zu aber auch die MB dürfte nicht wenige Anhänger mit solchen Motiven haben. Für die Minderheit der „Punkt 5 Kandidaten“ ist jetzt der politische Zug abgefahren, weil es den meisten Leuten bei der Politik dann doch ums Diesseits geht.
Diejenigen werden in Daueropposition nicht nur zur Regierung sondern zur Demokratie an sich stehen und sich allem verweigern. Mit denen ist nichts zu erreichen. Wie gewalttätig sie werden wird sich in den kommenden Wochen zeigen.
schnorr
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Re: Aegypten nach der Wahl

Beitrag von schnorr »

Kairo.

Gewaltexzess in Ägypten: Bei Zusammenstößen zwischen Militär und Islamisten sterben mehr als 50 Menschen. Wer zuerst wen angegriffen hat und warum - dazu gibt es verschiedene Darstellungen. Eine Eskalation droht.

http://www.ksta.de/politik/zusammenstoe ... icker.html

wo die die waffen schon wieder herhaben?
Viele Grüße
Jörg

meine Reisen unter http://jschnorr.com/
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Uwe Schmitz
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Re: Aegypten nach der Wahl

Beitrag von Uwe Schmitz »

hallo wolfgang,
du hast es genau auf den punkt gebracht:
mit den „Punkt 5 Kandidaten“ sind leider keine kompromisse zu finden.
ihre ganze ausrichtung liegt im jenseits, in der erreichnung des paradieses, und alles demokratische, diesseits ausgerichtete ist ihnen hinderlich.
und das wird in zukunft -fürchte ich- noch arge probleme geben.
grüsse
uwe
Turi
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Re: Aegypten nach der Wahl

Beitrag von Turi »

Hallo zusammen
Solange die Religion die Politik und/oder den Staat regiert, bzw. die Religion der Staat ist, solange kann es keine demokratische Rechtsordnung geben.
Darum gibt es eigentlich auch nur die Lösung, bildet die Bevölkerung und es wird von ganz allein eine Änderung geben.
Dank den Medien/Internet wird sich dies auch nicht vermeiden lassen.
Nur das ist ein langwieriger Prozess, der unter Umständen mit vielen Opfern verbunden ist.
Die Bärtigen werden nicht so ohne weiteres ihren Machtanspruch aufgeben und im Notfall auch die eigenen Leute mit Gewalt, siehe Mali, auf den "rechten" Weg bringen, ausser?????? mir schwant böses.
Gruss Turi
Wenn man die Ruhe nicht in sich selbst findet, ist es umsonst, sie anderswo zu suchen!
Wolfgang K
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Re: Aegypten nach der Wahl

Beitrag von Wolfgang K »

Ägypten hat einen neuen Regierungschef: Der Wirtschaftswissenschaftler Hasim al-Beblawi wird Interimsministerpräsident, Friedensnobelpreisträger Mohamed ElBaradei soll als Vizepräsident für Auswärtige Beziehungen zuständig sein.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/b ... 10275.html
PeterM
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Registriert: Di 4. Mär 2008, 11:53
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Re: Aegypten nach der Wahl

Beitrag von PeterM »

Ich halte den Ägyptern alle Daumen, dass es nicht so kommt, aber irgendwie erinnert mich das Szenario an Algerien 91. Für Touristen heißt das: die nächsten 5-7 Jahre no-go.
Asymmetrischer Widerstand braucht Sympathisanten - Apell an alle Ägypter, die - vollig zu Recht - ein besseres Leben wollen: Unterstützt keine irrationalen Bärtigen.
Entmutigender Realismus an Sympathisanten der Bärtigen: In Algerien hat die Idee am Ende das Tages verloren, der Preis dafür ist unwichtig. Gebt gleich auf, spart allen Beteiligten viel Leid.

Grüsse
Peter
Kuno
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Re: Aegypten nach der Wahl

Beitrag von Kuno »

Trotz der politischen Unruhen halten die USA an der Lieferung von F-16-Kampfjets an Ägypten fest. Aus einem laufenden Vertrag erhaelt ET nun die naechsten vier von insgesamt 20 F-16 Jagdflugzeugen. Deren acht sind bereits ausgeliefert worden.
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