Ägypten - Demonstrationen in Kairo und Alexandria
Moderator: Moderatoren
Re: Ägypten - Demonstrationen in Kairo und Alexandria
Soweit mir bekannt ist der Milliardär. Wenn er da nicht mitmachen würde hätte er gleich ein paar 100000 Kunden weniger. Vorher mit dem auf dem Stuhl-sitzen-bleiben-dürfer und jetzt mit den Doch-wieder-verarschten. Bei einem sozial eingestellten Milliardär bekomme ich die Krise,
Joachim
Joachim
Der Versuch der Natur sich ein denkendes Wesen zu leisten, muß als gescheitert angesehen werden.
Re: Ägypten - Demonstrationen in Kairo und Alexandria
Andere nicht -JoachimS hat geschrieben:... Bei einem sozial eingestellten Milliardär bekomme ich die Krise,
Joachim
"....Was sollte also an der arroganten EU und diesem Deutschland für diese arabischen Länder und ihre revoltierenden Bürger noch anregend sein?
Sie bräuchten sich ja nur das “Schicksal” von Griechenland im Euro-Verbund anschauen.
Es sind doch wohl auch gerade wieder diese “westlichen” Länder, die das zur Seite gebrachte Geld der so korrupten Familie Mubarak gewinnbringend verwalten."
-> http://www.nachdenkseiten.de/?p=8221#more-8221
Gruesse, M.
Re: Ägypten - Demonstrationen in Kairo und Alexandria
Es gibt viele Aegypter, die sich in den letzten Jahren im Regime arrangieren konnten. Nicht alle waren gluecklich mit der Regierung, doch hat jeder seinen Weg eines Arrangements gesucht, und mancher hat es gefunden. Wenn ich nun die Familie Sawires betrachte, so haben sie es geschafft auf der einen Seite ein riesiges Vermoegen mit guten Geschaeftsideen (Nahib gruendete die Mobinil, den ersten Mobil-Anbieter in Aegypten; Samir baute El Gouna) aufzubauen, auf der anderen Seite waren sie immer bereit denen, die es brauchten, zu helfen. Sie haetten auch das Land verlassen koennen und ausserhalb ihrer Heimat leben und verdienen koennen. Sie hatten die Chance - nicht zuletzt durch eine gute Bildung. (Uebrigens wurde der Vater 2 Mal enteignet und hat dennoch die Orascom aufgebaut! Da gehoert schon eine Menge Energie dazu!) Hinzu kommt, dass sie Kopten sind, die es in einem islamischen Land nicht immer leicht hatten (und haben).
Genau solche Menschen wie die Familie Sawires braucht Aegypten in der Phase nach Mubarak! Ob sie nun politisch aktiv werden oder nicht, doch sie kommen nicht von aussen (wie die USA oder Europa), sie sind Aegypter, die sicher auch weiterhin viel fuer die Bewohner tun werden.
Aegypten braucht Menschen, die mehr als nur gut reden koennen...und ich bin sicher, dass von den Vorgestern bereits gesammelten 830 Mio $ fuer den Wiederaufbau der durch die Demo verursachten Schaeden ein Grossteil von der Familie Sawires kommt!
Uebrigens gibt es auch in Deutschland "Super-Reiche" wie zB Dietmar Hopp (SAP), die ihr Geld dort investieren, wo Menschen es brauchen!!!
Genau solche Menschen wie die Familie Sawires braucht Aegypten in der Phase nach Mubarak! Ob sie nun politisch aktiv werden oder nicht, doch sie kommen nicht von aussen (wie die USA oder Europa), sie sind Aegypter, die sicher auch weiterhin viel fuer die Bewohner tun werden.
Aegypten braucht Menschen, die mehr als nur gut reden koennen...und ich bin sicher, dass von den Vorgestern bereits gesammelten 830 Mio $ fuer den Wiederaufbau der durch die Demo verursachten Schaeden ein Grossteil von der Familie Sawires kommt!
Uebrigens gibt es auch in Deutschland "Super-Reiche" wie zB Dietmar Hopp (SAP), die ihr Geld dort investieren, wo Menschen es brauchen!!!
Gruesse aus Baharia
Stefanie
Voltaire: „Ich mag verdammen, was Du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass Du es sagen darfst.“
Stefanie
Voltaire: „Ich mag verdammen, was Du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass Du es sagen darfst.“
Re: Ägypten - Demonstrationen in Kairo und Alexandria
Stefanie,
ich wollte nicht diese sozial-eingestelle Familie in Verruf bringen .
Oft spielt doch auch ein gewisser Neidfaktor mit - oder wer Kohle hat, muss auch Dreck am Stecken haben...usw.
Habe nur durch Joachims direkte Anknuepfung den Vergleich gebracht, dass es ja meist "wurscht" ist, woher die Kohle kommt, Hauptsache sie kommt
Ein Hoch auf die Leute, die sich engagieren und nicht auf ihrem Geld
hocken, wie der alte Pharao
, der alles mit ins (baldige?)Grab nehmen will.
LG, M.
ich wollte nicht diese sozial-eingestelle Familie in Verruf bringen .
Oft spielt doch auch ein gewisser Neidfaktor mit - oder wer Kohle hat, muss auch Dreck am Stecken haben...usw.
Habe nur durch Joachims direkte Anknuepfung den Vergleich gebracht, dass es ja meist "wurscht" ist, woher die Kohle kommt, Hauptsache sie kommt
Ein Hoch auf die Leute, die sich engagieren und nicht auf ihrem Geld
hocken, wie der alte Pharao
LG, M.
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schu achbar ?
Re: Ägypten - Demonstrationen in Kairo und Alexandria
Ich habe vor zig Jahren mal einen längeren Beitrag über Samir Sawires u. sein Gouna-Projekt gesehen als es noch in den Kinderschuhen steckte.
Er schien mir nicht der Typ Unternehmer, der sich die Rosinen auf den Teller schiebt u. dann die geplünderte Tafel verlässt.
Durch den, zumindest betriebswirtschaftlichen , Sachverstand der Brüder wären sie doch gute Kandidaten im neuen Ministerteam.
Vielleicht spekulieren sie schon drauf - warum auch nicht.
Wären sie erfolgreich, dann könnte es ,so ganz nebenbei ,sogar ein Beitrag zur Verständigung der beiden Religionen im Land sein.
Er schien mir nicht der Typ Unternehmer, der sich die Rosinen auf den Teller schiebt u. dann die geplünderte Tafel verlässt.
Durch den, zumindest betriebswirtschaftlichen , Sachverstand der Brüder wären sie doch gute Kandidaten im neuen Ministerteam.
Vielleicht spekulieren sie schon drauf - warum auch nicht.
Wären sie erfolgreich, dann könnte es ,so ganz nebenbei ,sogar ein Beitrag zur Verständigung der beiden Religionen im Land sein.
Re: Ägypten - Demonstrationen in Kairo und Alexandria
Es wäre etwas sehr naiv zu glauben, daß (wir) Europäer bzw. auch die Amerikaner nicht weiter alles versuchen damit
1. der Suezkanal offen bleibt
2. unser Einfluß in der Region bestehen bleibt
3. kein zweites Iran entsteht
4. Israel wollen wir mal nicht vergessen
5. Man selber an der Macht bleibt
6. Öl spielt wahrscheinlich aber die größte Rolle
Es gibt sicher noch mehr Gründe.
Das schließt auch ein "lassen wir ihn doch noch auf seinem Thron sitzen ein". Logisch. Nur wenn es unseren Belangen dient.
Oder mit einem Satz ausgedrückt. Der Westen hat nichts kapiert und ist dabei eine Riesenchance zu vergeben.
Was mich anbelangt. Sobald es etwas ruhiger geworden ist werde ich wieder in Ägypten leben und arbeiten. Auch wenn ich mir im Augenblick feige und egoistisch vorkomme. Meine Hübsche braucht sehr teuere Medikamente und auf Vorrat bekommt man die nicht so ohne weiteres.
Ich wünsche den Ägypter( auch den anderen arabischen Ländern), daß sie es schaffen einen anderen Weg, nämlich ihren eigenen Weg finden und gehen. Vor allen Dingen sich nichts vom Westen vorschreiben lassen.
Joachim
1. der Suezkanal offen bleibt
2. unser Einfluß in der Region bestehen bleibt
3. kein zweites Iran entsteht
4. Israel wollen wir mal nicht vergessen
5. Man selber an der Macht bleibt
6. Öl spielt wahrscheinlich aber die größte Rolle
Es gibt sicher noch mehr Gründe.
Das schließt auch ein "lassen wir ihn doch noch auf seinem Thron sitzen ein". Logisch. Nur wenn es unseren Belangen dient.
Oder mit einem Satz ausgedrückt. Der Westen hat nichts kapiert und ist dabei eine Riesenchance zu vergeben.
Was mich anbelangt. Sobald es etwas ruhiger geworden ist werde ich wieder in Ägypten leben und arbeiten. Auch wenn ich mir im Augenblick feige und egoistisch vorkomme. Meine Hübsche braucht sehr teuere Medikamente und auf Vorrat bekommt man die nicht so ohne weiteres.
Ich wünsche den Ägypter( auch den anderen arabischen Ländern), daß sie es schaffen einen anderen Weg, nämlich ihren eigenen Weg finden und gehen. Vor allen Dingen sich nichts vom Westen vorschreiben lassen.
Joachim
Der Versuch der Natur sich ein denkendes Wesen zu leisten, muß als gescheitert angesehen werden.
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Wolfgang K
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- Registriert: Fr 25. Nov 2005, 13:50
- Wohnort: bei Mainz
Re: Ägypten - Demonstrationen in Kairo und Alexandria
Erst mal Danke für diesen Beitrag !Roger-Tecumseh hat geschrieben:Es werden ja nun in Redaktionsbueros und Regierungkabinetten ueberall Leuchtfeuer angezuendet, um einen Blick in die Zukunft Aegyptens zu erhaschen. Resultat: Ratlosigkeit und
[...]
Sorry, ist ein bisschen laenger geworden, aber den Aegyptern wird die Zeit bis zum Abgang Mubaraks auch nicht grundlos lang.
Das war mein erster Gedanke, als ich die Meldung von der "Unterstützung" hörte. Aber worin liegt ElBaradeis Schwäche? Beliebtheit oder Bekanntheit? Eher letzteres, oder? Medial war er ja sehr präsent, was ein wenig die Sicht genommen hat.Roger-Tecumseh hat geschrieben: Als sie gerade den "liberalen" ElBaradai offen unterstuetzten, haben sie zwar auf das falsche Pferd gesetzt (sie haetten es wahrscheinlich gern als Trojanisches benutzt), aber eben auch wieder Geschick bewiesen. ich glaube nicht, das dieser Mann eine fuehrende Rolle beim Aufbau der neuen Regierung spielen koennte.
Grüße
Wolfgang
Re: Ägypten - Demonstrationen in Kairo und Alexandria
Wolfgang,
die Schwaeche von El Baradei liegt lediglich darin, dass er nicht von den Aegyptern akzeptiert ist! Er ist zwar Aegypter, lebt aber fast sein ganzes Leben nicht dort!
Bevor der Aufstand losging, hatte ich auch noch Hoffnung, dass er einsteigen koenne. Allerdings haette ich "damals" nie fuer moeglich gehalten, dass der Antrieb so aus den Menschen kommt, dass sie einfach furchtlos zu sein scheinen und dass sie nicht so schell aufgeben!
Ich sehe die westlichen Medien und die arabischen (und hoere die Stimmen der Menschen im Land!) und stelle fest, dass el Baradei ein Wunsch des Westens ist - nicht mehr und nicht weniger! Wenn ich dann noch sehe, dass er sich am 28.01., dem Tag, als die Polizei die Demonstranten nierderzumetzeln begann, ein Interview aus der sicheren Gartenanlage einer Villa gab statt auf dem Taharir zu sein...das hat ihn voellig ungeeignet gemacht. Er kann vielleicht in einer Uebergangsphase vermitteln, dann war es das aber auch mit seiner Rolle!
die Schwaeche von El Baradei liegt lediglich darin, dass er nicht von den Aegyptern akzeptiert ist! Er ist zwar Aegypter, lebt aber fast sein ganzes Leben nicht dort!
Bevor der Aufstand losging, hatte ich auch noch Hoffnung, dass er einsteigen koenne. Allerdings haette ich "damals" nie fuer moeglich gehalten, dass der Antrieb so aus den Menschen kommt, dass sie einfach furchtlos zu sein scheinen und dass sie nicht so schell aufgeben!
Ich sehe die westlichen Medien und die arabischen (und hoere die Stimmen der Menschen im Land!) und stelle fest, dass el Baradei ein Wunsch des Westens ist - nicht mehr und nicht weniger! Wenn ich dann noch sehe, dass er sich am 28.01., dem Tag, als die Polizei die Demonstranten nierderzumetzeln begann, ein Interview aus der sicheren Gartenanlage einer Villa gab statt auf dem Taharir zu sein...das hat ihn voellig ungeeignet gemacht. Er kann vielleicht in einer Uebergangsphase vermitteln, dann war es das aber auch mit seiner Rolle!
Gruesse aus Baharia
Stefanie
Voltaire: „Ich mag verdammen, was Du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass Du es sagen darfst.“
Stefanie
Voltaire: „Ich mag verdammen, was Du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass Du es sagen darfst.“
Re: Ägypten - Demonstrationen in Kairo und Alexandria
Relativ einfach.
Er hat keine Hausmacht in Egypt weil er lange Zeit im Ausland mit Diplomaten verbracht hat. Hat sich aber von Herrn Bush nix vorschreiben lassen. Da war er wirklich gut. Der Westen hat ihn als Hoffnungsfigur angesehen. Nicht die Ägypter.
Joachim
Er hat keine Hausmacht in Egypt weil er lange Zeit im Ausland mit Diplomaten verbracht hat. Hat sich aber von Herrn Bush nix vorschreiben lassen. Da war er wirklich gut. Der Westen hat ihn als Hoffnungsfigur angesehen. Nicht die Ägypter.
Joachim
Der Versuch der Natur sich ein denkendes Wesen zu leisten, muß als gescheitert angesehen werden.
Re: Ägypten - Demonstrationen in Kairo und Alexandria
Wie kann man sich dennoch den neuen Richtungswechsel der USA erklaeren ? Fuer mich ist es eine regelrechte SisyphusarbeitJoachimS hat geschrieben:Das schließt auch ein "lassen wir ihn doch noch auf seinem Thron sitzen ein". Logisch. Nur wenn es unseren Belangen dient.
Heute finden ja Gespraeche statt. Aufhaenger scheint ein konstitut. Artikel
zu sein :
The main opposition groups comprise the Brotherhood, the National Coalition for Change led by Nobel peace laureate Mohamed ElBaradei, the Kefaya ("Enough") group and youth represented by the April Sixth Movement, the liberal Wafd party and the leftist Tagammu party.
Even if they all agree on the proposal, article 82 of the constitution could present a legal complication. It says that while the president is able to delegate powers to a deputy, that person is not allowed to request constitutional amendments or dissolve the parliament or local shura councils.
http://www.haaretz.com/news/internation ... y-1.341534
Und auch hier:
http://www.mideastanalysis.com/1/post/2 ... rward.html
Hier noch ein wenig Info zur gespaltenen Persoenlichkeit des Militaers.
http://www.washingtonpost.com/wp-dyn/co ... 07140.html
Gruesse, M.
-
Kuno
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- Registriert: Mi 3. Mai 2006, 10:21
- Wohnort: Dort wo andere Ferien machen.
- Kontaktdaten:
Re: Ägypten - Demonstrationen in Kairo und Alexandria
Das hoffe ich doch sehr, dass die Europaer weiterhin daran interessiert sind, dass zB. kein zweites Iran entsteht und dass der Suezkanal offen bleibt. Du stellst das irgendwie alle als Negativpunkte hin - oder waere es dir lieber, der Kanal waere zu, Aegypten verkaeme zu einem "Gottesstaat",Europa haette keinen Einfluss mehr in der Region und Israel waere ausradiert?JoachimS hat geschrieben:Es wäre etwas sehr naiv zu glauben, daß (wir) Europäer bzw. auch die Amerikaner nicht weiter alles versuchen damit
1. der Suezkanal offen bleibt
2. unser Einfluß in der Region bestehen bleibt
3. kein zweites Iran entsteht
4. Israel wollen wir mal nicht vergessen
5. Man selber an der Macht bleibt
6. Öl spielt wahrscheinlich aber die größte Rolle
Es gibt sicher noch mehr Gründe.
Sag mal; was bist denn du fuer einer?
Und jetzt hacke ich gleich noch weiter auf dir rum; lese ich richtig, dass du vorher in Aegypten gelebt hast und jetzt einfach "Feige und egoistisch" abgehauen bist? Zurueck in den sichernen -aber boesen- Weste? Mit einem Flugzeug einer Europaeischen Airline womoeglich?JoachimS hat geschrieben:Was mich anbelangt. Sobald es etwas ruhiger geworden ist werde ich wieder in Ägypten leben und arbeiten. Auch wenn ich mir im Augenblick feige und egoistisch vorkomme.
Aber du willst zurueck. Fein. Die Aegypter sollen's zuerst mal krachen lassen, ohne dass du dort bist. Wenn dann alles wieder ruhig ist, dann tauchst du wieder auf um dort dein Geld zu verdienen.
Arbeitest du zum selben Lohn wie die Aegypter?
Ich weiss, ich beziehe meine Meinung ueber dich und deine Aussage einzig aus ein paar deiner Beitraege aus diesem Forum. Vielleicht ist alles total falsch - dann kannst du's ja ins richtige Licht ruecken.
Re: Ägypten - Demonstrationen in Kairo und Alexandria
Stell dir mal folgende Situation vor.
Pharao tritt sofort zurück
Was passiert dann?
Alle Unruhen hören sofort auf und liegen sich in den Armen?
Oder die Unruhen gehen nach einer kurzen Beruhigung erst wirklich los?
Joachim
Pharao tritt sofort zurück
Was passiert dann?
Alle Unruhen hören sofort auf und liegen sich in den Armen?
Oder die Unruhen gehen nach einer kurzen Beruhigung erst wirklich los?
Joachim
Der Versuch der Natur sich ein denkendes Wesen zu leisten, muß als gescheitert angesehen werden.
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Angelika Baumann
- Beiträge: 404
- Registriert: So 31. Jul 2005, 21:48
- Wohnort: Rhein-Main-Gebiet
Re: Ägypten - Demonstrationen in Kairo und Alexandria
Hallo zusammen,
"Die goldene Brücke für Onkel Mubarak" Stern-Online
Na, wenn jetzt schon von "Onkel Mubarak" geredet wird! Das erinnert schon etwas an den Umgangston mit älteren Menschen, der leider oft dem mit kleinen Kindern ähnelt (leider ist das häufig so). Man könnte fast den Eindruck bekommen, dass man beginnt, den Mann nicht mehr ganz ernst zu nehmen. Mit jedem Tag, mit jeder Stunde, den/die er weiter an seinem Amt klebt, wird ein "würdevoller Abgang" (wie er gestern überall gefordert wurde) unwahrscheinlicher.
Angela Merkel fühlt sich an ihre eigenen Erlebnisse während der Wiedervereinigung Deutschlands erinnert. Damals hätte man sich auch keinen Einfluss von außen gewünscht. Sie sagt, dass den Ägyptern lange genug Vorschriften gemacht wurden: "Die warten nicht darauf, dass ihnen der nächste sagt, was sie zu denken haben"... "Wenn damals Berater aus dem Westen kamen und uns erklären wollten, was wir zu tun haben, haben wir auf dem Absatz kehrtgemacht"..."Wir müssen Angebote machen, aber wir müssen darauf hören was sie wollen." So weit alles richtig - Aber: Dass sie dennoch vorest an Mubarrak festhält ist natürlich eine andere Sache...
Auch wenn man die Ereignise in Ägypten sicher nicht so einfch mit der Wiedervereinigung vergleichen kann, möchte ich Jürgen Trittin zitieren, der Merkel in München bat, diesen Gedanken auch zu Ende zu führen: "An Mubarak festzuhalten wäre so, als hätte Honecker die Wiedervereinigung organisiert - mit Mielke als Vizepräsident."
Süddeutsche
Frankfurter Rundschau
Viele Grüße Angelika
P.S.: Aufhören können, das ist keine Schwäche, das ist eine Stärke (Ingeborg Bachmann, deutsche Erzählerin)
"Die goldene Brücke für Onkel Mubarak" Stern-Online
Na, wenn jetzt schon von "Onkel Mubarak" geredet wird! Das erinnert schon etwas an den Umgangston mit älteren Menschen, der leider oft dem mit kleinen Kindern ähnelt (leider ist das häufig so). Man könnte fast den Eindruck bekommen, dass man beginnt, den Mann nicht mehr ganz ernst zu nehmen. Mit jedem Tag, mit jeder Stunde, den/die er weiter an seinem Amt klebt, wird ein "würdevoller Abgang" (wie er gestern überall gefordert wurde) unwahrscheinlicher.
Angela Merkel fühlt sich an ihre eigenen Erlebnisse während der Wiedervereinigung Deutschlands erinnert. Damals hätte man sich auch keinen Einfluss von außen gewünscht. Sie sagt, dass den Ägyptern lange genug Vorschriften gemacht wurden: "Die warten nicht darauf, dass ihnen der nächste sagt, was sie zu denken haben"... "Wenn damals Berater aus dem Westen kamen und uns erklären wollten, was wir zu tun haben, haben wir auf dem Absatz kehrtgemacht"..."Wir müssen Angebote machen, aber wir müssen darauf hören was sie wollen." So weit alles richtig - Aber: Dass sie dennoch vorest an Mubarrak festhält ist natürlich eine andere Sache...
Auch wenn man die Ereignise in Ägypten sicher nicht so einfch mit der Wiedervereinigung vergleichen kann, möchte ich Jürgen Trittin zitieren, der Merkel in München bat, diesen Gedanken auch zu Ende zu führen: "An Mubarak festzuhalten wäre so, als hätte Honecker die Wiedervereinigung organisiert - mit Mielke als Vizepräsident."
Süddeutsche
Frankfurter Rundschau
Viele Grüße Angelika
P.S.: Aufhören können, das ist keine Schwäche, das ist eine Stärke (Ingeborg Bachmann, deutsche Erzählerin)
"Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die Weltanschauung der Leute, welche sich die Welt nie angeschaut haben."
Alexander von Humboldt
Alexander von Humboldt
Re: Ägypten - Demonstrationen in Kairo und Alexandria
Ich finde es immer wieder interessant, wie Menschen, die zwar in Aegypten leben, aber - bis auf Hauspersonal und weitere Angestellte - keinerlei Vorstellungen vom richtigen Leben in Aegypten haben sich nun als Kenner des Landes ausgeben (ich meine nicht dich, Joachim, dich kenne ich nicht!). Wie sie alle das Land fluchtartig verlassen haben, weil ploetzlich die persoenliche Sicherheit gefaehrdet war. Vorher hatten sie in ihren Compounds Torwaerter, hatten Bawabs, die ihre Einkaeufe erledigten, hatten Devisen, fuer die das taegliche Brot spottbillig war...
Die stelle ich auf eine Stufe mit dem "Westen", der sich einmischen will, der grosszuegig unterstuetzt, wo es seiner Meinung nach noetig ist!...und sich auch als absoluter Kenner der Lage ausgibt. Sie wollen so bald wie moeglich wieder nach Aegypten - in Deutschland lebt man ja nicht annaehernd so luxurioes!
Das dient den eigenen Belangen!
Die stelle ich auf eine Stufe mit dem "Westen", der sich einmischen will, der grosszuegig unterstuetzt, wo es seiner Meinung nach noetig ist!...und sich auch als absoluter Kenner der Lage ausgibt. Sie wollen so bald wie moeglich wieder nach Aegypten - in Deutschland lebt man ja nicht annaehernd so luxurioes!
Das dient den eigenen Belangen!
Gruesse aus Baharia
Stefanie
Voltaire: „Ich mag verdammen, was Du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass Du es sagen darfst.“
Stefanie
Voltaire: „Ich mag verdammen, was Du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass Du es sagen darfst.“
Re: Ägypten - Demonstrationen in Kairo und Alexandria
Kuno hat geschrieben:Das hoffe ich doch sehr, dass die Europaer weiterhin daran interessiert sind, dass zB. kein zweites Iran entsteht und dass der Suezkanal offen bleibt. Du stellst das irgendwie alle als Negativpunkte hin - oder waere es dir lieber, der Kanal waere zu, Aegypten verkaeme zu einem "Gottesstaat",Europa haette keinen Einfluss mehr in der Region und Israel waere ausradiert?JoachimS hat geschrieben:Es wäre etwas sehr naiv zu glauben, daß (wir) Europäer bzw. auch die Amerikaner nicht weiter alles versuchen damit
1. der Suezkanal offen bleibt
2. unser Einfluß in der Region bestehen bleibt
3. kein zweites Iran entsteht
4. Israel wollen wir mal nicht vergessen
5. Man selber an der Macht bleibt
6. Öl spielt wahrscheinlich aber die größte Rolle
Es gibt sicher noch mehr Gründe.
Sag mal; was bist denn du fuer einer?
Und jetzt hacke ich gleich noch weiter auf dir rum; lese ich richtig, dass du vorher in Aegypten gelebt hast und jetzt einfach "Feige und egoistisch" abgehauen bist? Zurueck in den sichernen -aber boesen- Weste? Mit einem Flugzeug einer Europaeischen Airline womoeglich?JoachimS hat geschrieben:Was mich anbelangt. Sobald es etwas ruhiger geworden ist werde ich wieder in Ägypten leben und arbeiten. Auch wenn ich mir im Augenblick feige und egoistisch vorkomme.
Aber du willst zurueck. Fein. Die Aegypter sollen's zuerst mal krachen lassen, ohne dass du dort bist. Wenn dann alles wieder ruhig ist, dann tauchst du wieder auf um dort dein Geld zu verdienen.
Arbeitest du zum selben Lohn wie die Aegypter?
Ich weiss, ich beziehe meine Meinung ueber dich und deine Aussage einzig aus ein paar deiner Beitraege aus diesem Forum. Vielleicht ist alles total falsch - dann kannst du's ja ins richtige Licht ruecken.
Kann man so sehen. Stimmt aber nicht so ganz.
Die Entscheidungsgründe waren einzig und allein die Medikamente für meine Lebensgefährtin. Sie leidet an Parkinson und hat einen Art Hirnschrittmacher in ihrem Kopf. Auf die Medikamente ist sie dringend angewiesen. Da bin ich kein Risiko eingegangen.
Ich arbeite nicht für den gleichen Lohn. Muss ich auch nicht. Zum Glück.
Mein Wissen über Sicherheit in Netzwerken, Virenbeseitigung usw. ist für die ausländischen Firmen nicht kostenlos. Für die Menschen um mich herum schon. Auch wenn die meisten diese Einstellung nicht verstehen.
Ich zahle Steuern in diesem Land und habe Geld investiert. Ich verstehe nicht was daran so schlimm sein soll.
Die Medikamentenversorgung ist mein/unser Problem und wir haben es noch nicht gelöst. So was wie eine Krankenversicherung gibt es hier nicht.
Joachim
Der Versuch der Natur sich ein denkendes Wesen zu leisten, muß als gescheitert angesehen werden.




