Bei einem Bombenanschlag in der südosttürkischen Provinz Siirt sind acht Soldaten getötet worden. Das erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters aus Sicherheitskreisen. Der Nachrichtenagentur Anadolu zufolge handelt es sich um türkische Soldaten, die starben, als eine Bombe unter ihrem Fahrzeug explodierte. Für den Angriff wurde die verbotene Kurdische Arbeiterpartei PKK verantwortlich gemacht. Es ist der tödlichste Angriff auf die türkischen Sicherheitskräfte, seitdem die Regierung und die verbotene Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) im Juli ihre seit zwei Jahren geltende Waffenruhe aufkündigten.
Da es in der Türkei zunehmend unruhiger wird, hier noch ein paar Notizen der letzten Tage, um die Entwicklung dort etwas zu beobachten. Hilfreich vielleicht auch für alle Traveller, die gerade dort unterwegs sind:
Der Konflikt zwischen der Türkei und der PKK spitzt sich immer weiter zu. Bei dem PKK-Anschlag auf einen Militärkonvoi sind nach Armeeangaben 16 Soldaten getötet worden. Bei Luftangriffen der türkischen Armee starben daraufhin mehrere Rebellen [...] Ein Militärkonvoi war im südosttürkischen Daglica in eine Sprengfalle geraten. Die Armee reagierte mit einem großangelegten Einsatz gegen die PKK im Bezirk Yüksekova und flog Luftangriffe. Insgesamt sind nach Militärangaben 23 Ziele bombardiert worden. Dabei seien mehrere Rebellen getötet worden, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Anadolu. Zudem wurden Spezialkräfte per Hubschrauber in die bergige Provinz Hakkari an der Grenze zum Iran und Irak gebracht. Drohnen sollen Ziele für die Militärjets ausspähen
Zwölf Polizisten sind bei einem Bombenanschlag im Osten der Türkei getötet worden. In der Nacht hatte die türkische Luftwaffe Stellungen der PKK bombardiert. Der Konflikt zwischen Türkei und Rebellen eskaliert weiter [...] Der Angriff ereignete sich in der Provinz Igdir in der Nähe der Grenze zu Armenien. In der Nacht zum Dienstag hatte die türkische Luftwaffe mit 50 Kampfflugzeugen im Norden des Iraks angegriffen. Dabei sollen Anadolu zufolge 40 PKK-Rebellen ums Leben gekommen sein. Sie würden verdächtigt, am Sonntag bei einem Anschlag und Gefechten im südosttürkischen Daglica in der Provinz Hakkari am Sonntag 16 türkische Soldaten getötet zu haben. Der Anschlag war vermutlich der schwerste PKK-Angriff seit Mai 1993
Angesichts des Konflikts mit der kurdischen Arbeiterpartei PKK wachsen die Spannungen in der Türkei. Nationalistische Demonstranten griffen die Zentrale der prokurdischen Partei HDP und den Sitz der Zeitung "Hürriyet" an. Auch in anderen Städten gab es Angriffe [...] In der Hauptstadt Ankara marschierten Dutzende Nationalisten zum HDP-Sitz [...] Sie warfen mit Steinen und rissen das Parteizeichen an dem Gebäude ab. "Unsere Zentrale wird angegriffen, aber die Polizei erfüllt nicht ihre Pflicht", hieß es in einer Mitteilung der HDP über den Kurznachrichtendienst Twitter. Rauch stieg über dem Gebäude auf [...] In der südtürkischen Stadt Alanya wurde der örtliche HDP-Sitz in Brand gesetzt [...] In Istanbul belagerten gestern Anhänger der türkischen Regierungspartei AKP erneut die Redaktion der Zeitung "Hürriyet" [...] Dann hätten sie das Redaktionsgebäude mit Steinen beworfen und sich gewaltsam Zutritt verschafft [...] Bereits am Sonntagabend hatten etwa hundert AKP-Anhänger das Redaktionsgebäude gestürmt.
In der jüngsten Welle der Gewalt in der Türkei war die Situation in den armenischen Vierteln von Istanbul gestern Nacht sehr angespannt, als es zu Übergriffen seitens türkischer Nationalisten in den Stadtvierteln Şişli, Kurtuluş und Beşiktaş kam. Berichten zufolge soll der Mob der Rechtsradikalen Parolen wie „wir müssen diese Bezirke in armenische und kurdische Friedhöfe umwandeln“ gerufen haben.
Die Auseinandersetzung zwischen Kurden und türkischen Sicherheitskäften eskaliert in der Stadt Cizre: In den vergangenen sechs Tagen starben mindestens 30 Menschen, darunter Zivilisten und Kinder. Die prokurdische Partei HDP warnt vor einem Bürgerkrieg. In der Stadt Cizre im Südosten der Türkei spitzt sich der Konflikt mit den Kurden zu [...] Ausgangssperre verhängt hatten. Grund dafür war die Militäroffensive gegen PKK-Rebellen, die von der Regierung als "Terrororganisation" bezeichnet wird.
In der türkischen Stadt Cizre liefern sich türkische Soldaten und kurdische Rebellen seit Tagen heftige Gefechte. Seit mehr als einer Woche besteht eine Ausgangssperre. Nach massiven Protesten wird diese nun aufgehoben [...] Kurdische Politiker hatten der türkischen Armee vorgeworfen, Zivilisten in dem Ort zu erschießen [...] Nun teilte der Gouverneur von Sirnak mit, das türkische Militär habe seinen Einsatz "erfolgreich" beendet [...] HDP-Chef Selahattin Demirtas hatte der Armee vorgeworfen, die Bevölkerung als Geisel zu nehmen. Es werde auf alle geschossen, die sich auf die Straße trauten. Es fehle auch an Wasser und Nahrungsmitteln. Die Ausgangssperre komme einem "Todesurteil" gleich, sagte er am Freitag.
Nur 36 Stunden nach Aufhebung der international kritisierten Ausgangssperre in Cizre haben die türkischen Behörden ein erneutes Ausgehverbot über die Stadt verhängt. Die neue Ausgangssperre für die mehr als 100 000 mehrheitlich kurdischen Einwohner trat am Sonntagabend in Kraft, wie die Nachrichtenagentur DHA unter Berufung auf den Gouverneur der südosttürkischen Provinz Sirnak meldete. Sie gelte bis auf Weiteres.
In Ankara gab es heute einen Bombenanschlag mit mindestens 30 Toten
Mindestens 30 Tote bei schwerem Anschlag in Ankara
Bei einem mutmaßlichen Anschlag auf eine Friedensdemonstration in Ankara sind nach Angaben des türkischen Innenministeriums mindestens 30 Menschen getötet und 126 weitere verletzt worden. "Wir vermuten, dass es eine terroristische Verbindung gibt", sagte ein Regierungsvertreter der Nachrichtenagentur AFP. "Wir verurteilen diesen abscheulichen Angriff auf das Schärfste." Zwei Insider sagten der Nachrichtenagentur Reuters, die Behörden gingen Berichten über einen Selbstmordanschlag nach. mehr...
Grüsse
Alexander
The one who follows the crowd will usually go no further than the crowd. Those who walk alone are likely to find themselves in places no one has ever been before.
Die Zahl der Toten ist zwischenzeitlich auf 95 gestiegen:
Die Zahl der Opfer des Anschlags von Ankara ist weiter gestiegen: Nach Angaben des türkischen Gesundheitsministers wurden mindestens 86 Menschen getötet und 186 verletzt, als bei einer Friedensdemo zwei Sprengsätze explodierten. Die Kurdenpartei HDP erhob schwere Vorwürfe gegen die Regierung.
Nach dem schweren Anschlag in Ankara sind tausende Menschen in Istanbul und anderen Städten der Türkei auf die Straße gegangen. Sie protestierten gegen Präsident Erdogan und die Regierung. Die Stimmung im Land ist aufgeheizt. Die Zahl der Toten des Anschlags stieg auf 95 ... Weitere Demonstrationen fanden in Diyarbakir, Izmir, Batman, Urfa und Van statt. Bei der Kundgebung im vorwiegend von Kurden bewohnten Diyarbakir soll es auch zu Auseinandersetzungen mit der Polizei gekommen sein.
Nach dem bisher schwersten Anschlag der Geschichte in der Türkei trauert das Land um die mindestens 95 Toten von Ankara. Doch am Rande der Trauerfeiern kam es zu Rangeleien zwischen Polizei und Kurden. Die Regierung flog derweil Luftangriffe auf die PKK ... Anders als die Regierung gehen ihre Kritiker nicht davon aus, dass hinter dem Attentat von Ankara PKK oder IS stecken. Bereits am Samstag hatten in Istanbul Tausende die AKP-Regierung für das Blutvergießen verantwortlich gemacht.
Die kurdische Untergrundorganisation Koma Civakên Kurdistan (KCK) hat gegenüber der türkischen Regierung einen einseitigen Waffenstillstand erklärt. Das Angebot der Union der Gemeinschaften Kurdistans soll noch vor den Wahlen im November in Kraft treten solange der türkische Staat von Maßnahmen gegen ihre Bewegung und ihr Volk absieht.
Der Waffenstillstand kommt einen Tag nach dem verherenden Bombenanschlag in Ankara. In sozialen Netzwerken wird die Vermutung geäußert, dass der Bombenanschlag den Waffenstillstand verhindern sollte. Der Waffenstillstand ist wohl einigen ein Dorn im Auge.
Grüsse
Alexander
The one who follows the crowd will usually go no further than the crowd. Those who walk alone are likely to find themselves in places no one has ever been before.
Mit diesem Bild bekommt das ganze ein Gesicht.
Es geht tief unter die Haut:
Appearing in one of the most iconic photos of Saturday’s carnage, school teacher İzzettin Çevik (46) has died from his injuries. His daughter Başak Sidar Çevik and sister Nilgün Çevik also succumbed to their injuries. Çevik’s wife Hatice was wounded as well, but has survived.
In Diyarbakır hat die türkische Polizei ein Versteck mutmaßlicher Terroristen gestürmt. In der Stadt waren Schüsse und Explosionen zu hören, auch Polizisten starben.
Seit langem wird die Türkei wegen ihres repressiven Vorgehens gegen Journalisten kritisiert. Kurz vor der Parlamentswahl hat die Polizei nun den Sitz eines regierungskritischen Medienkonzerns gestürmt und zwei TV-Sender unter ihre Kontrolle gebracht.
Kurz vor der Parlamentswahl hat die Polizei nun den Sitz eines regierungskritischen Medienkonzerns gestürmt und zwei TV-Sender unter ihre Kontrolle gebracht.
Die Meldung bei SpON enthält eine interessante Hintergrundinformation:
Türkische Medien berichten, dem Konzern werde unter anderem auch eine "auffällig fehlerfreie Buchführung" vorgeworfen. Das sei "für einen Konzern dieser Größe in der Türkei unüblich".
Mit dieser Einstellung wären die in der EU völlig fehl am Platz, IMHO. Deswegen schickt Erdogan die Polizei dorthin, um das zu beenden.