PeterC hat geschrieben:Alternativ wäre diese Marke im Angebot:
Fast OT, aber weil wir es von Grenzen hatten: dem Kamel im Hintergrund fehlt was für den lokalen Bezug. Konkret: 1 Höcker.
Wo ist denn die reale Grenze vom einen Höcker zum zweiten? Im Osten vom Iran sah ich real noch die einhöckrigen, aber bei symbolhaften Abbildungen überwogen dort die zweihöckrigen.
Es war nicht diese Marke - aber das wird wohl ähnlich sein wie bei Pepsi & Coca...
Aber noch etwas anderes fällt einem schon auf, wenn man in Baku ankommt: Mauern.
Die Strasse vom Flugplatz in die Stadt ist beidseitig von Mauern gesäumt. Das kennt man ja auch aus anderen Ländern - gerade dort, wo der Chef auch was zu sagen hat (also nicht wie bei uns).
Aber Azerbaijan legt da noch einen drauf: Die versuchen grad ALLE Strassen mit Mauern einzufassen. Hier mal ein paar Fotos von der Fahrt aus Baku Richtung Westen:
...und wenn's dann mal eine Lücke hat, dann steht da gerne ein COBRA 11 Einsatzwagen der Polizei...
...oder mutterseelenalleine ein Soldat mit AK-47. Ich meine: Der ist wirklich alleine - abgestellt und vergessen.
Und wenn es auf die Schnelle für eine echte Mauer nicht gereicht hat, dann tut es auch eine Blechwand.
Und manchmal sind es Blechwände, die zur Strasse hin mit Schaumstoffplatten verblendet wurden - sehen dann aus wie die echten Mauern.
Interessanterweise werden die Gebäude, die den Mauern eigentlich im Wege stehen nicht abgerissen - die werden einfach auch verblendet. Irgend eine Bruchbude von Autowerkstatt? ZACK - eine neue Fassade vornehin. Zigarettenladen? ZACK- neue Fassade.
Irgendwie schade. Wer mehr als nur Mauern sehen will, der sieht sich etwas enttäuscht.
Schauen wir uns noch etwas um in der Stadt, wo Architekten ihre oft etwas verdrehten Träume verwirklichen können:
Die Hausgasleitungen werden oberirdisch geführt. Was genau passiert, wenn da mal ein LKW, der an der Lademeisterschaft teilgeniommen hat untendurch fährt, würde mich mal interessieren. Ich würd's mir aber lieber aus der distanz anschauen.
Hier hätten wir das Pinkt-Stadion zur Abwechlung unbeleuchtet (wohl weil es Tag ist). Hier finden also die allerersten "Europäischen Spiele" in Asien statt.
Dabei fällt mir auf, dass (zumindest hier in der Schweiz) kaum dafür geworben wird. Das hat aber dann vielleicht damit zu tun, dass die Schweiz ja nicht zu Europa gehört.
Ein geiler alter Volga. Damals die dicken Karren für die "Offiziellen" - und heute das rollende Verkehrshindernis derer, die sich keinen Plastikbomber von Toyota leisten können (Ich glaube, Toyota hat gar nie versucht so Knubbeldinger wie den Aigo etc. nach Azerbaijan zu verkaufen). Aber die alten Volgas haben doch was; oder?
Also - so sieht's etwas ausserhalb vom Stadtzentrum aus. Die Prachtsboulevards sind hier nicht mehr ganz so breit...
...alles etwas beschaulicher halt.
Obwohl Azerbaijan ein durch und durch muslimisches Land ist - man sieht nicht alle paar Meter eine Moschee... und der Muezzin ist mir die ganzen Tage nie aufgefallen.
Und daaaa hat sich etz ein weltberühmter Architekt ein Denkmal gesetzt. Also eigentlich wäre es für den verstorbenen Staatschef, den Vater des jetztigen. Es gibt auch Fotos davon, wo Mountainbiker das Gebäude benutzen (also aussen).
Ein neues "Business Center". Immerhin - es sieht nicht so langweilig aus, wei die ganzen "Minergie" Blocks mit denen man seit ein paar Jahren die Schweiz verbunkert.
Interessante Brückenkonstruktionen gibt's in Baku auch. Die lassen sich schon was einfallen...
Und auch auf's Wasser hinaus baut man. In dubingen haben sie das ja auch gemacht - und denen eifert man halt nach.
Aber jetzt jetzt: Erstmal Feierabend für die Bauarbeiter!
Das Geld kommt - wie so oft- auch hier aus dem Boden: Erdöl und Erdgas bringen den Reichtunm des Landes. Zu Sovjetzeiten hatte die Bevölkerung eigentlich nichts davon - jetzt wird es in Infrastruktur und Prunkbauten gesteckt. Wieviel davon nun beim "einfachen Mann" (wenn man das noch so schreiben darf) ankommt, konnte ich nicht ausfindig machen. Dafür war die Zeit zu kurz.
Was super auschaut sind die "nickenden Pferdeköpfe" - die stehen zum Teil auch im Stadtgebiet. So stellt man sich ein Ölfeld vor! Wer den leicht süsslichen Geschmack des Öls nicht riechen mag, der wird in Baku nicht immer frei atmen können. Ich find ihn gut - mal was anderes und nicht immer nur "Brise One Touch" ;-)
Von Westen her kommend entlang der Küstenstrasse nach Baku. Der Fernsehturm dominiert das Panorama - aber die "Flammentürme" sieht man auch schon von weitem.
Und hier noch einmal die mittlerweile zweitgrösste Flagge der Welt. Die ist so gross, dass man gar nicht in die Nähe fahren muss, um sie zu sehen - man kann sich also viel Zeit sparen.
Am Boulevard in der Stadt steht auch noch ein alter Ölturm - ob da direkt je was gefördert wurde oder ob er nur als Denkmal dient? Ich glaube, die haben auch da Ölrausgepumpt. Da hatten die Arbeiter wenigstens einen kurzen Arbeitsweg.
Die Anlagen sind sehr grosszügig gestaltet und sehr sauber gehalten.
Schickimicki ist auch in Baku angesagt - vor dem Kaffee (Namehabeichvergessen) parken nachrs die Ferraris & Konsorten.
Und wenn man mal wieder was essen will was man kennt (sich aber nicht im McDoof sehen lassen will) - da gibt es auch ganz supere Pizzerien (oder heisst es Pizzerias). Egal - es gibt Pizza.
Denkmäler sieht man nur sehr wenige. Schon gar keine aus der Sowjetzeit und eigentlich auch nicht allzu viel vom letzten und vom gegenwärtigen Präsidenten - also auch keine Plakate mit dem Gesicht drauf.
Das hier läuft ja eigentlich nicht unter dem Thema "Altstadt" - aber ich finde, dass es viel besser zeigt, wie das alte Baku bis vor kurzem noch war. Leider verschwinden solche Stellen mittlerweile sehr schnell, so dass wieder ein Architekt seine Träume in Glas & Stahl verwirklichen kann. Schade. Finde ich.
Entlang der alten Stadtmauer hat es - wo immer es geht- Parks. Wirkt alles für meinen Geschmack etwas überladen. Aber da hat vorher keienr gefragt. Und was man sagen muss: sie pflegen ihre Parks. Da rennen immer Leute rum... mit Scheren in der Hand. Kaum wagt es ein Gräschen, etwas höher zu wachsen... SCHNIPP.
Das Doppeltor, der Haupteingang zur Altstadt - einem UNESCO Weltkulturerbe. Auf der Innenseite zwischen den beiden Toren befindet sich ein Polizeiposten und eine Kamera registriert das Auto. Eintritt kostet es auch, wie bei einem Parkhaus und wer drin ene Verkehrssünde begeht kann das nicht machen ohne dass er gefilmt wird - die Altstadt ist gespickt mit Überwachungskameras. Beim Rausfahren gibt's dann eine Busse und man ist für eine Woche gesperrt. So hat man es mir auf jeden Fall erzählt.
Noch ein Tor. Es macht mir nicht den Anschein, dass alles an der Stadtmauer wirklich alt ist - vieles scheint erst kürzlich wiederhergestellt zu sein. Egal - Hauptsache, man hat eine Stadtmauer.
Die Altstadt ist berühmt für ihre alten Häuser, die verwinkelten Gassen und das uralte Kopfsteinpflaster.
Nun - die Gassen sind verwinkelt. Aber die allermeisten Häuser sind modern... einfach mit Sandsteinplatten verblendet. Und schon sieht es wieder alt aus.
Fällt euch was zum Kopfsteinpflaster auf? Zu dem uuuuralten Kopfsteinpflaster...
Zuerst ist es fast unbewusst. Aber man nimmt ganz einfach wahr, dass mit dem Kopfsteinpflaster irgendetwas nicht stimmt. Nur was?
Richtig. Es ist nicht uralt und es ist nicht einmal echt. Die Steine sind alle gegossen - vier oder fünf Muster und die ganze, wirklich die ganze Altstadt ist einheitlich damit belegt.
Gut - ein paar wneige alte Gebäude gibt es tatsächlich noch. Wie zum Beispiel diese Moschee..
Aber auch hier: Das moderne Wohnhaus nebendrann "lappt" fast über die Moschee hinüber.
Und jetzt: Das berühmteste Gebäude der Altstadt ist der Jungfrauenturm. Der heisst so, weil sich da vor ewigen Zeiten mal eine Jungfrau hinuntergestürzt hatte, weil sie den ihr zugeteilten Mann partout nicht heiraten wollte.
Heute ist das Gebäude top-restauriert. Böden (die es früher nicht gab) sind eingezogen worden und man hat ein Museum daraus gemacht. Auf jedem Zwischenboden gibt es eine Museumswächterin - unten und oben Polizisten. Und Eintritt kosten tun tut es auch. Aber nicht so viel.
Die "Bakus" haben sich richtig Mühe gegeben den Turm top herzurichten - der absolute Publikumsmagnet sind aber die Jungfrauen... zu jeder vollen Stunde stürzt sich wieder eine hinunter. Hier sieht man schön, wie sich die Darstellerinen für die nächste Vorführung auf den Turm begeben.
Wow,
danke für den tollen Einblick. Auf vielen Bilder erkenn eich Baku kaum wieder, obwohl es erst 6 Jahre her ist, dass ich dort war.
Gerne mehr davon!
Ich kann es selber nicht beurteilen - aber der Kollege, der noch mit mir war hat dasselbe gesagt. Wo früher (vor wenigen Jahren) noch Industrie und Gewerbe mit tausenden von Arbeitsplätzen waren sieht man heute nur noch Parks, Boulevards, Bürogebäude und Wohnsiedlungen. Wo arbeiten die Leute jetzt?
"Selective non-catalytic reduction (SNCR) is a method to lessen nitrogen oxide emissions in conventional power plants that burn biomass, waste and coal."
Kuno, könntest du AZ als typisches Reiseland empfehlen? Vieleicht weniger für den typischen Pauschaltourist. Deine Bilder zeigen einige schöne Locations. z.B. die alte Burg auf der anderen Seite aber die moderne Seite des Landes. Wie war dein Eindruck? Einmal und nie wieder, oder gäbe es dort etwas zu erleben und zu entdecken?
Grüsse
Alexander
The one who follows the crowd will usually go no further than the crowd. Those who walk alone are likely to find themselves in places no one has ever been before.
Ich sehe schon, Alexander, dich zieht es hinaus auf's Land...
Aber zuerst noch ein Blick vom Jungfrauenturm auf die Baku-Bay. Was man hier noch sagen muss (nebst dem, dass auch oben zwei Polizisten stehen): Der ganze Turm ist oben mit Glasscheiben eignefasst, so dass keine mehr runterjucken kann. Zum fotografieren ist das natürlich nicht gerade toll...
Wir fahren der Küste entlang etwa 70 Kilometer nach Westen - mit dem Ziel, die Petroglyphen von Gobustan zu besuchen. Ein wirklicher Geheimtipp ist das natürlich nicht und lange suchen muss man auch nicht - denn bereits an der Hauptstrasse steht ein fast unübersehbares Hinweisschild.
Und wenn man hier die Eisenbahnlinie überquert, dann sieht man, aus was die Mauern, welche dem Reisenden überall die Sicht nehmen sollen, denn tatsächlich bestehen. Ein Metallrahmen mit Blech beplankt...
...und auf der Sichtseite auf "edle Mauer" getrimmt. Ich würde gerne einen Anwohner fragen, was er von diesen "Mauern" hält.... mache ich aber nicht.
Das Museum von Gobustan. Schlange stehen muss man nicht. Ein Polizist gibt acht, dass keienr ohne vorher ein Ticket zu kaufen durchfährt. Das Museum ist sehr schön gemacht. Man hat sich wirklich Mühe gegeben, die Gegend bzw. die Petroglyphen gut darzustellen udn zu erklären. Das hätte ich nicht erwartet. Ausser uns ist noch ein weiterer Besucher im Museum anwesend. Der fotografiert mit seinem Smartphone jede Tafel ab. Wirklich jede....
Nebst Petroglyphen haben sie natürlich auch ncoh anderes Zeugs gefunden. Die Leute von damals haben ja oft auch alles einfach liegengelassen. Wenn die damals ihren Abfall richtig entsorgt hätten, dann hätten wir heute die ganzen Archäologen bei den Arbeitslosen.
Die Zufahrtsstrasse wird gerade neu geteert...
Die Aussicht von oben ist grandios. Ok; Aussicht halt. Man sieht bis zurück nach Baku.
Aber auch sonst gefällt mir die Hügellandschaft ganz gut. Mir gefällt es draussen halt eh besser als in der Stadt...
Und für die frühen Petroglyphisten müssen diese Steine ja genau so verlockend gewirkt haben, wie für einen "Grafitti Künstler" von heute die Wand des neuen Gemeindehauses in einer Vorortsgemeinde von Zürich.
Ich bin nicht gerade bekannt dafür, dass ich so Steinzeichnungen gleich als erster sehe - und latsche natürlich gleich mal daran vorbei. Aber, hier ist schon mal was.
So. Jetzt noch aus der Nähe. Das Zoom meiner Kamera ist nach dem letzten Tunesienurlaub ncht mehr so fit.
Wir sehen 10 Mann in zwei Reihen. Vermutlich stellt das eine steinzeitliche Azerbaijanische Fussbalmannschaft dar. Die Aufnahme wurde vom 11. Mann, dem Torwart, gemacht.
Diese Wand war wohl mehr ein steinzeitlicher Notizblock.
Ich weiss, etwas viel zerkratzte Steine aber da müssen wir jetzt durch...
Der Archäologe würde wahrscheinlich herausfinden, dass die Zeichnung eines Steinbocks darauf hindeuten könnte, dass hier einmal Steinböcke gelebt haben könnten. Und die Zeichnung diente - was wohl- einem "Jagdzauber" (Jagdzauber ist es immer dann, wenn es nicht als Fruchtbarkeitsritual interpretiert werden kann.).
Offensichtlich hat man die Steinböcke erfolgreich gejagt. Gesehen habe ich auf jeden Fall keinen mehr. In den Restaurants stand er auch nciht mehr auf der Karte.
Nun. Der Begrff "Stenzeitkünstler" lässt sich hier bei diesem Ross & Reiter eher nicht mehr anwenden. Da hat sich einer verewigt, der mit Petroglyphne wirklich nicht gut konnte - vielleicht war er aber ein guter Reiter.
Tanzende Menschen bei einem Fruchtbarkeitsritual oder Jagdzauber. Und der Ochse links im Bild schaut dumm zu.
Wieder Pferde. Offensichtlich nicht vom selben Künstler wie das vorher mit dem Reiter drauf.
Ein Loch im Stein. Soll auch rituelle Bedeutung gehabt haben. Es gibt viele Löcher in den Steinen hier und alle sidn mit einer eingemeisselten Nummer versehen. Die Nummer wurde später hinzugefügt. Eigentlich hat man damit die Stellen nachhaltig versaut (dafür wissenschaftlich korrekt durchnummeriert).
So und jetzt noch das. Ein Langboot, gena so eines, wie es die Wikinger hatten.
Thor Heyerdal (Kon Tiki, Ra & Tigris, für die, die sich noch erinnern können) war auch mal hier.
Er ist zum Schluss gekommen, dass die Vorfahren der Skandinavier aus Azerbaijan gekommen sein müssen. Weiiiiil - in Skandinavien findet man dieselben Bootszeichnungen. Und noch viel wichtiger - in der nordischen Mythologie redet man von den "Asen" , dem jüngerne Göttergeschlecht. Ales klar "Asen" gleich "Aserbeidschan".
Wie die eher kleinen, meist dunkelhaarigen Azeris auf ihrer Wanderung nach Skandinavien dann plötzlich gross, blauäugig und blond geworden sind geht aus den Petroglyphen nicht genau hervor...
So. Das muss reichen. Natürlich ibt es noch viiiiiieeel mehr so Zeugs in der Gegend. Das ist aber dann icht so bequem erschlossen, wei das, was ich da gesehen hatte.
Bei den Mauerbildern fällt mir der Spitzbart ein, mit seinem: "Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten!“
Zu dem Wachposten oben fällt mir noch ein: Wachposten oder Reglerposten wurden in SU-Zeiten oft tage- und wochenlang irgendwo abgesetzt, ohne daß sich die Sowjetarmee (CA) darum gekümmert hat.
Bei uns im Ort war ein Kreuzung zweier Bundesstraßen (früher Fernverkehrsstraßen). Da stand manchmal ein Regler der CA mehrere Tage bis Wochen. Nur mit dem was er an hatte, inkl. Rucksack, Regenumhang und AK. Da hat sich dann der ABV, die Bevölkerung und die Kneipe daneben der Versorgung des Reglers angenommen.
Ähnlich war es bei havarierten Fahrzeugen des CA. Die standen dann auch oft wochenlang irgendwo rum, egal ob Schützenpanzer oder Heli. Für uns Kinder war das toll. Wir konnten darin spielen und versorgten die Besatzung mit Nahrung und Alkohol.
Bei der NVA war das anders organisiert, da hatte eigentlich jeder Regler ein Motorrad und konnte dann dem Konvoi folgen.
Zuletzt geändert von Rocky am Sa 6. Jun 2015, 10:08, insgesamt 3-mal geändert.
Kommen wir von den Petroglyphen in die neuere Zeit, welche nun aber bereits auch wieder zur Vergangenheit gehört: Industrieanlagen aus der Sowjetzeit. Wie die alten Autos verschwinden diese sehr schnell aus Azerbaijan (und man präsetiert die, die übriggeblieben sind nun auch nicht gerade als Reiseziele für Touristen). Aber es gibt sie noch...
Hier haben wir ein altes Dampfkraftwerk - zumindest, was davon heute noch übrig ist. Was mich etwas verwundert hat - im Fundament des riesengrossen Kamins ist ein Zivilschutzbunker eingebaut.... wie soll da je einer wieder rauskommen, wenn der Kamin darüber eingestürz ist? Leider (für mich) ist man dabei, diese Anlage abzubauen - wie so viele zuvor.
Ganz "tot" ist der alte Industriekomplex noch nicht; enige Teile davon sind immer noch in Betrieb - und da findet man dann auch noch ab und zu die alten Fahrzeuge.
Das Portrait vom verstorbenen Präsidenten Alejev ist natürlich in allen Büros vorhanden (wie auch seine Publikationen). Das Portrait vom jetztigen Präsidenten, seinem Sohn, sieht man hingegen praktisch nicht - höchstens zusammen mit dem des Vaters.
Die alte Sowjetunion holt uns in einer naheliegenden Betriebskantine beim Mittagessen wieder ein. Kebab gibt es und man kann aus zwei Beilagen wählen: Buchweizen der Kartoffeln (ich habe dann beides genommen ;-)). Sauce gibt es keine und die Dame, die das Essen ausgibt blickt mürrisch drein... ein herrlicher Kontrast zu all den modischen "In-Restaurants" in der Stadt.
Im Sozialismus gebaute Bunker haben eigentlich immer noch einen entfernteren Notausgang.
Der Ural-LKW (der mit dem Tank drauf) wird meines Wissens so noch aktuell gebaut.
Das Essen sieht doch lecker aus. Kascha (kurz für Gretschnewaja Kascha, also Buchweizengrütze; schmeckt mir ähnlich wie Graupen) wird auch oft nur mit etwas Butter gegessen.