Afghanistan - Touristen in Bamyan ermordet

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Achim Vogt
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Afghanistan - Touristen in Bamyan ermordet

Beitrag von Achim Vogt »

Drei spanische Touristen sind in Bamyan von Unbekannten ermordet worden, ebenso ein Afghane. Mehrere weitere Reisende und Einheimische wurden verletzt.

Verwirrend ist, dass dies ausgerechnet in Bamyan passiert ist, einer Region, die für ihre Gastfreundschaft berühmt und für ihren Widerstand gegen die Taliban bekannt ist.

Three Spanish tourists killed in central Afghanistan gun attack
(BBC, 18. Mai 2024)

Viele Grüße
Achim
Birgitt
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Afghanistan | IS bekennt sich zu Schüssen auf Touristen

Beitrag von Birgitt »

Nach einem Schusswaffenangriff auf eine Touristengruppe in Afghanistan mit sechs Toten hat sich die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat zu der Tat bekannt. Ihre Kämpfer hätten am Freitag "in der Bergstadt Bamijan mit Maschinengewehren auf christliche Touristen und ihre schiitischen Begleiter geschossen", erklärte die Gruppe am Abend auf Telegram. Sie hätten einen "Bus mit Touristen angegriffen, die Bürger der Koalitionsländer sind", hieß es mit Blick auf die von den USA angeführte Koalition, die in der Region den IS bekämpft. Der Anschlag stehe im Einklang mit den Anweisungen der IS-Führung, Staatsangehörige der Koalitionsländer anzugreifen ...

IS bekennt sich zu Schüssen auf Touristen
20.05.2024 - ntv

Gruß
Birgitt
sysiphus
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Abschweifungen zu "Afghanistan - Touristen in Bamyan ermordet"

Beitrag von sysiphus »

Birgitt hat geschrieben:
Di 21. Mai 2024, 17:02
....Sie hätten einen "Bus mit Touristen angegriffen, die Bürger der Koalitionsländer sind", hieß es mit Blick auf die von den USA angeführte Koalition, die in der Region den IS bekämpft. Der Anschlag stehe im Einklang mit den Anweisungen der IS-Führung, Staatsangehörige der Koalitionsländer anzugreifen ...

IS bekennt sich zu Schüssen auf Touristen
20.05.2024 - ntv

Gruß
Birgitt
Ich denke, man sollte diese Meldung ergänzen: der islamistische Terror wählt nicht. Er betrifft in paranoidem Hass nie “nur” Bürger der Koalition, sondern mordet wahllos. Sein politisches Ziel (Kalifat) ist zunächst Chaos, um durch Destabilisierung örtlicher Strukturen die Macht zu übernehmen (Siehe: “Islamischer Staat” !).

Ein Beispiel unter vielen: Als im November 2015 die Attentatswelle in Paris wütete (130 Menschen getötet und 683 zum Teil schwer verletzt), wurde blind ins Bataclan und Cafes geschossen. Opfer wurden also die, welche sich gerade dort aufhielten; verschiedenste Glaubensrichtungen und Nationalitäten eingeschlossen. In Sahara und Sahel ist es nicht anders.
°Daniel
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Re: Afghanistan - Touristen in Bamyan ermordet

Beitrag von °Daniel »

MODERATOR-NOTE:   Kommentare und Meinungen, die nicht den Vorfall selbst ansprechen wurden hierher abgetrennt.

°Daniel
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Re: Afghanistan - Touristen in Bamyan ermordet

Beitrag von °Daniel »

sysiphus hat geschrieben:
Di 21. Mai 2024, 18:43

Ein Beispiel unter vielen: Als im November 2015 die Attentatswelle in Paris wütete (130 Menschen getötet und 683 zum Teil schwer verletzt), wurde blind ins Bataclan und Cafes geschossen. Opfer wurden also die, welche sich gerade dort aufhielten; verschiedenste Glaubensrichtungen und Nationalitäten eingeschlossen. In Sahara und Sahel ist es nicht anders.
Der Vergleich, auch wenn ich ihn als nicht passend finde (siehe abgetrennten Thread) wirft eine Frage auf:

Was war im Vergleich zu Paris der "Sinn" des Attentats?

Für Paris ist der Sinn schlicht die Verunsicherung des Westens:
"Seht, wir können euch überall erwischen, auch zu Hause in euren Metropolen seid ihr nicht vor uns sicher."

In diesem Afghanistan-Attentat glaube ich eine andere Message zu finden:
Sie ist gerichtet an die Afghanen und deren Führer:
"Mit dem Feind (Menschen der Koalitionsländer bzw. dem ganzen "Westen") macht man keine Geschäfte. Sucht euch eine andere Finanzierungsquelle."

Der IS hat seinen Machtanspruch auf Afghanistan klargestellt und will den indirekten Einfluss des "Westens" durch die Geldflüsse und Westkultur-Export aus dem Land halten.

Letztlich keine gute Aussicht für uns.

Gruß,
°Daniel
sysiphus
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Re: Afghanistan - Touristen in Bamyan ermordet

Beitrag von sysiphus »

°Daniel hat geschrieben:
Do 23. Mai 2024, 08:08
sysiphus hat geschrieben:
Di 21. Mai 2024, 18:43

Ein Beispiel unter vielen: Als im November 2015 die Attentatswelle in Paris wütete (130 Menschen getötet und 683 zum Teil schwer verletzt), wurde blind ins Bataclan und Cafes geschossen. Opfer wurden also die, welche sich gerade dort aufhielten; verschiedenste Glaubensrichtungen und Nationalitäten eingeschlossen. In Sahara und Sahel ist es nicht anders.
Der Vergleich, auch wenn ich ihn als nicht passend finde (siehe abgetrennten Thread) wirft eine Frage auf:

Was war im Vergleich zu Paris der "Sinn" des Attentats?

Für Paris ist der Sinn schlicht die Verunsicherung des Westens:
"Seht, wir können euch überall erwischen, auch zu Hause in euren Metropolen seid ihr nicht vor uns sicher."

In diesem Afghanistan-Attentat glaube ich eine andere Message zu finden:
Sie ist gerichtet an die Afghanen und deren Führer:
"Mit dem Feind (Menschen der Koalitionsländer bzw. dem ganzen "Westen") macht man keine Geschäfte. Sucht euch eine andere Finanzierungsquelle."

Der IS hat seinen Machtanspruch auf Afghanistan klargestellt und will den indirekten Einfluss des "Westens" durch die Geldflüsse und Westkultur-Export aus dem Land halten.

Letztlich keine gute Aussicht für uns.

Gruß,
°Daniel

Das ist ein sehr sehr weites Feld, dem man nur gerecht werden kann, wenn man sich den Anfängen (hier bewusst der Plural) nähert. Stichpunkte, nur der neueren Zeit, sind da: Kolonialismus und gleichzeitiger religiöser Radikalismus. Siehe auch Senoussia in ganz N-Afrika, bis zum Tschad und Sudan; besonders aber in den drei großen Regionen Libyens.
Und nun der erbitterte Kampf innerhalb der traditionell gespaltenen muslimischen Welt: siehe Salafisten vs Wahhabisten vs Djihadisten usw……..


Deshalb nun begrenzt auf Afghanistan: Dort hat der Westen ja nie geherrscht, keine Strukturen wirklich dauerhaft verändert. So ist es wieder ein hartes islamistisches Regime, welches aber längst nicht mehr das der Zeit vor der temporären Niederlage der Taliban ist!
(Nebenbei: Al Quaida [Bin Laden] hatte - sogar sehr lukrative - Geschäfte mit dem Westen gemacht, ohne sich durch eigene ideologische Vorgaben gebremst zu fühlen.)
Das Land hat erhebliche wirtschaftliche Probleme, die politischen Strukturen wackeln. Die Voraussetzungen für eine Destabilisierung sind also gegeben. West und Ost (in ihren überkommenen Rollen - die ja im Fiasko endeten) werden dort nicht so bald wieder aktiv sein.

Daesh (IS) ist längst dabei, sich von den vergangenen Schlägen zu erholen, formiert sich überall (u.a. Sahara/Sahel und darüber hinaus) - innerhalb und außerhalb der historischen Regionen (Irak/Syrien) - neu. Bei diesem Kampf um politische Macht brodelt es überall und Religion ist wieder der aktuellste Treibstoff.
Birgitt
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Afghanistan | Der gefährliche Reiz des Unbekannten?

Beitrag von Birgitt »

Zum Thema Tourismus in Afghanistan:
Aber es kommen tatsächlich wieder Touristen aus dem Ausland: etwas mehr als 2.000 vor zwei Jahren, schon etwa 7.000 im vergangenen Jahr, und dieses Jahr werden es wohl wieder mehr [...] Die Regierung in Kabul unterstützt solchen Tourismus. Es gibt einen Vize-Minister, der dafür zuständig ist. Und es gibt mittlerweile sogar eine Schule, wo junge Afghanen auf die Touristen vorbereitet werden. Noch kommen so wenige, dass lokale Medien regelmäßig über Besuchergruppen berichten - und die Ausländerinnen und Ausländer entsprechend bestaunt werden. Dennoch raten westliche Regierungen von einem Besuch des Landes ab. Reiseunternehmer Sheffer sieht das natürlich anders. Trotz des jüngsten Angriffs bleibe die Sicherheitslage um ein Vielfaches besser als vor 2021, sagt er: "Es waren ja vorher die Taliban, die den Aufstand geführt haben. Und die regieren jetzt. Ob Sprengsätze, Straßenbomben, Explosionen, Entführungen - das meiste davon ist weg. Im Großen und Ganzen ist das Land sicher und die Reisenden auch."
Tourismus in Afghanistan: Der gefährliche Reiz des Unbekannten
23.05.2024 - tagesschau

Gruß
Birgitt
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